Juliane Löffler

Blog von Juliane Löffler

02.02.2012 | 23:44

Die Liebeshandlung (0 - 110) || Erst mal anfangen

Dieser Text ist Teil eines Projekts: Wir lesen gemeinsam Die Liebeshandlung von Jeffrey Eugenides 

 

Erst der Anfang:

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe (Pulitzer-Preis, "Welt"-Literaturpreis) habe ich ein schlechtes Gewissen; ich sollte Eugenides kennen. Stattdessen starte ich völlig unvorbereitet und naiv mit der Liebeshandlung. Ich habe noch nie etwas von ihm gelesen, nicht die Verfilmung der Virgin Suicides gesehen und nicht recherchiert, bevor ich angefangen habe zu lesen. Nur leider bin ich trotz allem vorbelastet: meine habilitierende Dozentin hat mit (eher zufällig) ihr nüchternes Urteil vorgesetzt, was ich bis jetzt nicht wieder aus dem Kopf bekommen habe (deshalb erspare ich allen anderen LeserInnen hier die Details). Aspektbezogenes Lesen ist bei Romanen leider wirklich unschön.

Trotzdem kann man sich ganz einfach in die Erzählung fallen lassen; Eugenides hat mich schon nach den ersten zwei Seiten soweit, dass ich erwartungsvoll weiterlese. Er schafft eine komfortable Lesestimmung und lädt ein: „Zunächst mal, schauen Sie sich all die Bücher an.“ (S.11) Es kann losgehen, ich schaue.

 

Erste Frage:

Wer sind die romies Stevie und Moo Moo, denen das Buch gewidmet ist? Wird das ein Collegeroman?

 

Erste Freude:

Es läuft sauber und glatt. Der bestechende Erzählstil geht runter wie Öl, die Charaktere werden ordentlich und strukturiert eingeführt. Erst Madeleine, dann der Vater, Mutter, Mitchell usw. Madeleines Kater von der wilden Party am Vorabend macht ein bisschen Jugendroman-Gefühle, ist aber charmant.

"Wie ein riesiger Vogelkäfig war er aus gebogenen Metallstäben gefertigt, ein Wunder, dass er überhaupt noch funktionierte, aber er bewegte sich in Zeitlupe, und während er langsam nach unten sank, nutzte Madeleine die Gelegenheit, sich ein wenig herzurichten. Sie kämmte sich das Haar mit beiden Händen. Sie nahm den Zeigefinger, um sich die Schneidezähne zu polieren. Sie rieb sich krümelnde Wimperntusche von den Augen und befeuchtete die Lippen mit der Zunge. Schließlich, als die an der Ballustrade im ersten Stock vorbeikam, warf sie einen prüfenden Blick in den kleinen Spiegel an der Wand dahinter. Das Beste daran, zweiundzwanzig oder vielmehr Madeleine zu sein Hanna zu sein, war die Tatsache, dass drei Wochen Liebesqualen, gefolgt von einer Nacht besinnungsloser Trinkerei, kaum sichtbaren Schaden hinterließen." (S. 17 f.)

 

Erstes Mal laut gelacht:

 „Alton, der nicht ohne Zeitung frühstücken konnte, hatte sich eine liegen gelassene Village Voice vom Nebentisch genommen und las. Phyllida starrte unverholen auf das pinkhaarige Mädchen. 

 „Glaubst du das ist bequem?“, erkundigte sie sich leise.

Als Madeleine sich umdrehte, sah sie die tausend Sicherheitsnadeln, von denen die zerfetzten Jeans des Mädchens zusammengehalten wurden.

„Wie soll ich das wissen, Mummy? Geh doch hin und frag sie selbst.“

„Ich hab Angst, dass sie mich pikst.“

„Diesem Artikel zufolge“, sagte Alton, die aufgeschlagene Voice vor sich, „hat es bis zum neunzehnten Jahrhundert keine Homosexualität gegeben. Sie wurde erst erfunden. In Deutschland.“

Der Kaffee war heiß, lebensrettend, gut.

(S.24)

 

Erster Seufzer:

Die Verweise auf Werke und Wirken verschiedener Künstler erscheint mir zwischendurch als mehr oder weniger exzessives Name-Dropping. Zeigt sich hier das erschreckende Ausmaß meiner Bildungslücken oder kommen hier nur englische Literaturwissenschaftler noch richtig mit? Oder liegt es daran, dass ich erst in den 80ern geboren wurde? Ehrlich gesagt wusste ich weder was eine David-Castello-Brille ist (S. 23), noch wie ein Charles-Addams Cartoon (S. 13) aussieht, und so geht es munter fort. Ich lese also mit dem Laptop neben dem Sofa und habe zehn Googletabs offen, aber das hemmt das Kopfkino, also gebe ich es wieder auf. Allerdings verpasse ich so auch wunderbare Bilder die sich einstellen, z.B. als ich eine Bildrecherche über Betty Page mache und mir kunstvolle schwarz-weiß Aufnahmen ansehe. („An die Theke gelehnt, unterhielt er sich angeregt mit einem Mädchen, das die Ausleihe bediente und unglücklicherweise ziemlich süß war, mit vollbusigem Bettie-Page-Appeal. “ S. 70) Klick, danach weiß ich sofort was Eugenides meint.

Möglicherweise ist seine Art des Name-dropping aber auch eine Parodie, schließlich schreibt er: „In der wirklichen Welt ließ man Namen wegen ihrer Berühmtheit fallen. Auf dem College ließ man Namen als Geheimtipp fallen – je obskurer, desto besser." (S. 42)

 

Erster Zeitsprung:

Wie ein kleiner zweiter Anfang, das gefällt mir. Von Seite 36 aus geht’s im Fast Forward erst auf Seite 110 wieder weiter, dazwischen lernen wir Leonard kennen (Herzklopfen). Bin gespannt, wie die Erzähstränge sich später verschränken – Eugenides ist ja bekannt für ménage à trois Geschichten. Ein wirklich schönes Detail sind die kleinen hellgrauen Punkte, die eine Art Unterkapitel und/oder Perspektivwechsel der Erzählstimme markieren; den ersten hätte ich fast überlesen. (S. 110)

 

 Erstes Mal nickend geschmunzelt:

 „Englisch war das Fach, das alle studierten, die nicht wussten, was sie studieren sollten.“  (S. 39.) Das trifft den Nagel auf den Kopf und ist bei meinen (Ex)-KommilitonInnen ein geflügelter Spruch, der für mindestens neunzig Prozent aller Geisteswissenschaftler gilt (Englisch kann dann synonym für alle anderen Disziplinen ausgetauscht werden werden). Insofern verweist Madeleines : Was-soll-ich-mit-meinem Leben-machen-Unsicherheit einen zeitgenössischer Diskurs verwirrter Akademiker(absolventen). „Was passiert, wenn es mit euch beiden nicht läuft? Wo bleibst du dann? Dann hast du nicht einmal mehr ein Dach über dem Kopf. Und nichts zu tun.“, bemerkt ihre Mutter Phyllida (S. 25). Fast existenzialistisch. Ich würde mal die steile These wagen, dass auch Leonards Krankheit viel mit diesem Verloren-sein und Zukunftsangst zu tun hat.

 

 Erster Blick ans Ende:

 Eugenides hat ein Quellenverzeichnis angehängt, was wahrscheinlich einem Hundertstel der im Roman angesprochenen Werke entspricht. Was soll uns diese Auswahl sagen, frage ich mich. Intertextuelle Verweise? Ein Hinweis auf den wissenschaftlichen Anspruch des Buches? Auf jeden fall weckt es meine Neugier. Die Fragmente einer Sprache der Liebe habe ich mir schon mal bestellt.

 

Erster Nachteil:

 Ich bin, was Bücher betrifft, ein Analogfetischist. Ich mag es, umzublättern und Seiten in der Hand zu haben. Aber zum Stellen zitieren beim bloggen beneide ich die E-Booklerinnen, die copy-pasten können (an dieser Stelle Entschuldigung für mögliche Zitierfehler)

 

Erster Impuls:

Weiterlesen

 

 

 

 

 
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Kommentare
Maike Hank schrieb am 03.02.2012 um 10:52
Liebe Jule,

ich finde das Namedropping gerade noch okay. (Wenn du einmal richtig zugeschüttet werden möchtest mit Verweisen auf Philosophen und Autoren, dann sei dir Die alltägliche Physik des Unglücks von "Marisha Pessl ans Herz gelegt. Ein spannendes (und dickes) Buch, allerdings fühlt man sich hierbei wirklich, als kenne man nichts und niemanden.

Vielleicht ist es wirklich deinem (wundervollen) jugendlichen Alter geschuldet, dass dir viele Bilder/Vergleiche fremd sind.
Ich bin aber offenbar auch weitaus weniger akribisch als du: ich weiß nämlich immer noch nicht, was ein Charles-Addams-Cartoon ist, ich lese über solche Stellen – so lange sie nicht überhand nehmen – einfach hinweg. (Na gut, ich gucke gleich nach, sobald ich den Kommentar abgeschickt habe, das bin ich dir und den vielen Tabs nun irgendwie schuldig.)

Hier übrigens eines von Costellos sehr bekannten Liedern:


Wenn wir fertig sind mit dem Lesen, dann bin ich übrigens sehr gespannt, was dir deine Dozentin gesagt hat. Aber ich möchte es wirklich erst dann wissen! Jedoch: abgesehen davon scheint es dir ja dennoch zu gefallen.. : )

Bezüglich des Zitierens vom E-Book: ich lese das Ganze ja nicht am Rechner, sondern auf einem E-Book-Reader. Somit muss ich die Sachen leider auch ganz brav abtippen.. Dank dir weiß ich jetzt aber wenigstens, dass es ein Quellenverzeichnis gibt!

Und schön, dass du dir den Roland Barthes bestellt hast. Ich habe ihn heute auch dabei, meine erste Benommenheit nach den Differenzen zwischen Madeleine und Leonard hat sich nämlich wieder gelegt. Zumal die Schilderungen dieser Liebe bereits denen des nächsten Kanditaten gewichen sind.

Was mir nun bei jeder aufgefallen ist – und auch mir geht es so: alle müssen immer wieder lachen ob der Bilder, die erzeugt werden, ob des Witzes, der beiläufig eingeflochten wird. Das gefällt mir. Heute Morgen im Bus durfte ich auch schon wieder grinsend das Gesicht verziehen.
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 11:20
Ich lache auch, ständig, und ich freue mich schin jetzt darauf gleich wieder in die Bahn steigen und mit seligem Grinsen weiterlesen zu können.
In der Bahn lässt dieser Drang ständig alles nachgooglen zu müssen nämlich so wunderbar nach, ich schreibe mir manchmal auf, was mich wirklich interessiert und freue mich dann im nachhinein. Gerade bei dem Charles Addams Cartoon lohnt sich das!
Maike Hank schrieb am 03.02.2012 um 12:57
Ja, vor allem weiß ich jetzt, dass von ihm auch die Addam's (na so was!) Family ist.
Anchesa schrieb am 06.02.2012 um 22:43
"...Heute Morgen im Bus durfte ich auch schon wieder grinsend das Gesicht verziehen."

Das ist der Grund, warum ich jetzt in der S-Bahn immer in den Zweier-Abteilen sitz !
Immer diese irritierten Blicke des Gegenüber...
Anchesa schrieb am 06.02.2012 um 22:58
@Maike Hank

"...Vielleicht ist es wirklich deinem (wundervollen) jugendlichen Alter geschuldet, dass dir viele Bilder/Vergleiche fremd sind..."

Ich glaube nicht, dass es nur am Alter liegt. Mir sagen viele der Namen auch nichts. Es liegt vielleicht eher an der Schulbildung. Wir zB mußten eher Anna Seghers, Bruno Apitz etc. lesen. - Ein völlig anderes Genre !

"...Ich bin aber offenbar auch weitaus weniger akribisch als du: ich weiß nämlich immer noch nicht, was ein Charles-Addams-Cartoon ist, ich lese über solche Stellen – so lange sie nicht überhand nehmen – einfach hinweg..."

Ja so gehts mir auch. Und ich finde, es tut der Atmosphäre des Romans keinen Abbruch, wenn man solche Sachen wie den Cartoon nicht kennt.
Cassandra schrieb am 11.02.2012 um 10:32
Ich schaue nicht alles nach, aber einiges. Das ist mit dem ebook tatsächlich ein Vorteil (markieren --> lookup --> google). Zwar unterbricht das den Lesefluss, aber das finde ich nicht schlimm - man kommt so gut wieder hinein und lernt nebenbei noch so viele andere Leute/Sachen kennen.

Zuerst habe ich die Stirn über die viele Literatur gerunzelt ("Angeber"), dann das ganze wie du, Jule, als Ironie verstanden und mittlerweile bin ich bei einem Zwischending zwischen Ironie, Angeberei und "das ist es, was ein Buch gut macht: Querverweise" angekommen.
lulu morgenstern schrieb am 03.02.2012 um 14:45
"Die Verweise auf Werke und Wirken verschiedener Künstler erscheint mir zwischendurch als mehr oder weniger exzessives Name-Dropping. Zeigt sich hier das erschreckende Ausmaß meiner Bildungslücken oder kommen hier nur englische Literaturwissenschaftler noch richtig mit?"

Ging mir auch so! :-) Vielleicht, weil ich auch ein 80er Kind bin?

"Das trifft den Nagel auf den Kopf und ist bei meinen (Ex)-KommilitonInnen ein geflügelter Spruch, der für mindestens neunzig Prozent aller Geisteswissenschaftler gilt (Englisch kann dann synonym für alle anderen Disziplinen ausgetauscht werden werden)."

Geisteswissenschaftlerin halt!

Insofern verweist Madeleines : Was-soll-ich-mit-meinem Leben-machen-Unsicherheit einen zeitgenössischer Diskurs verwirrter Akademiker(absolventen)."

Du triffst den Nagel wohl auch auf den Kopf! :-)
lulu morgenstern schrieb am 03.02.2012 um 14:45
"Die Verweise auf Werke und Wirken verschiedener Künstler erscheint mir zwischendurch als mehr oder weniger exzessives Name-Dropping. Zeigt sich hier das erschreckende Ausmaß meiner Bildungslücken oder kommen hier nur englische Literaturwissenschaftler noch richtig mit?"

Ging mir auch so! :-) Vielleicht, weil ich auch ein 80er Kind bin?

"Das trifft den Nagel auf den Kopf und ist bei meinen (Ex)-KommilitonInnen ein geflügelter Spruch, der für mindestens neunzig Prozent aller Geisteswissenschaftler gilt (Englisch kann dann synonym für alle anderen Disziplinen ausgetauscht werden werden)."

Geisteswissenschaftlerin halt!

"Insofern verweist Madeleines : Was-soll-ich-mit-meinem Leben-machen-Unsicherheit einen zeitgenössischer Diskurs verwirrter Akademiker(absolventen)."

Du triffst den Nagel wohl auch auf den Kopf! :-)
Juliane Löffler schrieb am 03.02.2012 um 15:42
@ lulu m.
Diese Unsicherheit und Zukunftsangst scheint mir tatsächlich ein absolut weitreichendes und aktuelles Phänomen zu sein. Es hat vermutlich viel mit einem verstärkt ausdifferenzierten Arbeitsmarkt zu tun, kürzeren und unsicheren Jobs und der hohen Flexibilität die verlangt wird. Regelmäßige Umzüge, teils auf der ganzen Welt, und exzessive Mobiltät gehören ja schon fast zum guten Ton.
Dieses "Jetzt habe ich xy studiert und werde damit im Job yz für die nächsten dreißig Jahre arbeiten", sehe/höre ich in meiner Generation so gut wie gar nicht mehr.
Gefällt mit gut, dass Eugenides das so scharfsinnig aufgreift!
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 21:29
Das ist lustig, denn ich habe doch so ziemlich alle Namen zumindest schon gehört, aber kann sie natürlich nicht immer zuordnen. Ich glaube schon, dass das halt auch so ein Literaturwissenschaftler- und Philosophie-DIng ist.
Ich bin zumindest auch so ein 80er-Kind.

Was diese Verwirrung und ständige Unsicherheit der Geisteswissenschaftler ganz _besonders_ unserer Generation betrifft bin ich ganz bei euch, bezweifle aber dass Eugenides da eine aktuelle Debatte aufgreift, schließlich spielt diese Episode ja 1982. Hängt es nicht vielmehr auch damit zusammen, dass Madeleine Literatur eben auch so... naja ziellos studiert, weil sie sich nichts besseres und tolleres vorstellen kann zu lesen und das als Motivation für das ausreicht und einen eigenen Wert darstellt. (Humboldsches Ideal!)
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 21:30
da ist irgendwo ein "so ein" zuviel.
ich bin etwas müde, entschuldigt meine wirrheit.
Magda schrieb am 03.02.2012 um 17:40
Hm, mir scheint, im Falle Eugenides ist dieses name-dropping vielleicht unerlässlich. Er will ja den - durch Dekonstruktion und Reflexion - bedrohten erzählenden Roman irgendwie retten oder so.
Alle die Denker, die er anführt gehören außerdem zu den Leuten, von denn ich - ich bin aus dem Osten- höchstens in Rundfunksendungen mal was gehört habe. Und später habe ich - im Schnelldurchgang ein bisschen nachgelesen. So jetzt auch wieder.
Wie dieses Denken die Zeit und die Literatur bestimmt hat, das wird hier und an anderen Stellen auch zum Thema gemacht. Später, wenn dieses Semiotik Seminar auftaucht, müssen wir Leserinnen das intus haben, sagt sich vielleicht Eugenides. :-))

Ich bin ehrlich gesagt schon ziemlich weit mit dem Buch, weil es mir - wie Sara Rudolph geht - ich wüsste gern wie es weitergeht.
Manches kommt mir auch vor wie ein guter konstruierter creative writing-Text. Aber so gut gemacht und so spannend. Und die Leute - sie sind einfach lebendig.
Juliane Löffler schrieb am 03.02.2012 um 21:15
" Hm, mir scheint, im Falle Eugenides ist dieses name-dropping vielleicht unerlässlich. Er will ja den - durch Dekonstruktion und Reflexion - bedrohten erzählenden Roman irgendwie retten oder so. "

Das leuchtet mir ein! Also will er vielleicht ein so dichtes Netzwerk verschiedener Texte spannen (und mit Texten meine ich hier auch Bilder, Songs, Brillen, Comics etc.), dass man seinen Roman nicht mehr dekonstruieren kann?

Zu dem Name-Dropping hatte ich gestern noch ein erhellendes Gespräch: möglicherweise stellt er so die (elitäre?) Realität des semiotischen Diskurses in den 80er dar?!? Einfacher: vielleicht war das wirklich die Art und Weise einer Maddy oder eines Thorston in den 80ern sich auseinanderzusetzen?

Ich werde mal versuchen, darüber hinweg zu lesen, nach all den Hinweisen erscheint mir das jetzt einfacher:)
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 21:34
Jaaa, Jule, ich glaube so ergibt das für mich Sinn und so habe ich das wohl unbewusst auch gelesen, vor allem auch diese Überforderung die sich dann für die einstellt, die sich gerade nicht mitten in diesem Diskurs befinden und dann sofort ausgeschlossen sind. Etwas das ja auch angedeutet wird, als plötzlich alle Derrida lesen und Madeleine, die sonst immer "cool" und beliebt und up-to-date war, nicht mehr mitkommt, weil sie noch so in ihrem viktorianisch Roman etc. gefangen ist ?
Sarah Rudolph schrieb am 03.02.2012 um 21:37
Ach, und Magda:
Ich tue mich tatsächlich etwas schwer weiterzulesen, bevor ich selber etwas dazu geschrieben habe, weil ich Angst habe, das mir die bisher gemachten Gedanken und Ideen dazu entgleiten und das wäre so schade. Andererseits habe ich bisher die Ruhe nicht gefunden sie auszuformulieren.

Aber meine Lust weiterzulesen ist zugleich so groß, dass sich Tastatur und Buch gerade einen Kampf um meine Aufmerksamkeit liefern.
Juliane Löffler
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