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Es gibt Themen, die finden in Deutschland einfach nicht mehr statt. Zu diesen Themen gehört klar auch die Möglichkeit in der modernen Reproduktionsmedizin, in vitro erzeugte Embryos genetisch zu untersuchen und auszusortieren. Das erste so gezeugte Geschwisterpärchen kam vor nunmehr 20 Jahren zur Welt, in vielen Ländern ist die Methode akzeptert und erlaubt - was an der ethischen Problematik nichts ändert. sehr wohl aber an der Haltung mancher Wissenschaftler, die sich offen für eine Auslese per PID ausprechen und zwar immer entlang der biotechnologischen Möglichkeiten.

Nun ist das alles in Deutschland aber verboten und geregelt und deshalb eigentlich kein Thema. Oder doch? Vorgestern abend lief in der ARD ein Film, der sehr deutlich gemacht hat, wie nahe das Themenfeld in Wahrheit an uns allen dran ist. Mit viel öffentlich-rechtlichem Kitsch darin, aber doch realistisch. Meine Kollegin Ulrike Baureithel greift das Thema anlässlich eines Kommentars im Wissenschaftsmagazin Nature in der aktuellen Freitagsausgabe auf, und weist dabei auch auf die Problematik des Reproduktionstourismus hin, der ja nicht einmal unbedingt mit Selektionswünschen verbunden sein muss, sondern oft am Kinderwunsch allein hängt.

Wo sind da wirklich die Grenzen? Können wir es uns leisten, die ethische Problematik - wie schon beim Thema Stammzellen - ins Ausland abzuschieben? Interessiert sich tatsächlich niemand für die Frage, wie wir mit der prinzipiell möglichen Diskriminierung ungeborenen Lebens umgehen?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.