Während ich diese Zeilen tippe, stehen irgendwo in Süddeutschland Polizisten vor Haustüren und üben Sätze, die beginnen mit "Wir müssen Ihnen leider mitteilen ...". Gerichtsmediziner besehen sich Einschusslöcher an toten Körpern und ein Elternpaar wird von der...>> mehr
Die neue Pet-Shop-Boys-Single "Love Etc." hatte gerade ihre Radiopremiere gefeiert, ein Musikvideo war noch nicht gedreht, da lud das Label Parlophone den Song bei YouTube hoch - nur die Musik, dazu eine Animation, die Albumtitel und Releasedate verkündete. Es...>> mehr
Als gestern das Historische Stadtarchiv in Köln einstürzte, war das eigentlich ein typischer Fall für den Microblogging- und Nachrichtendienst twitter. Und in der Tat gab es in den Stunden nach dem Einsturz Hunderte von Tweets zu dem Thema - nur anders als bei...>> mehr
Heute Vormittag funktionierte GMail (in Deutschland: GoogleMail) nicht. Oder genauer: Die Webseite war nicht erreichbar, über E-Mail-Programme wie Thunderbird oder Outlook konnte man den vermutlich größten Mailanbieter der westlichen Welt weiterhin problemlos ...>> mehr
(Achtung: Der folgende Text ist in mindestens zweifacher Hinsicht selbstreferentiell)
Vergangene Woche stand auf der Titelseite des "Freitag" ein Zitat von mir. "Wir werden von einem Kindergarten regiert", stand da als Zusammenfassung meines Textes über den ...>> mehr
zum umgangsstil im web: wir werden uns damit abfinden müssen, dass das web noch eine weile eine kolonie ist, die von horden grobschlächtiger übellauniger user besiedelt wird wie einst lateinamerika vo...
Den Vergleich mit Lateinamerika finde ich brutal, aber gut. Man darf auch nie aus den Augen verlieren, von was für Größenordnungen wir im Web sprechen: Wenn ein deutschsprachiges Blog auf 40.000 Leser pro Tag kommt, ist das sicher richtig, richtig viel. Vermutlich hat jeder Shopping-Sender mehr Zuschauer. (Was beweist, dass Reichweite andererseits keine Aussagen über Relevanz zulässt.)
Aber dadurch, dass im Web 2.0 viele (jeder?) gleichzeitig empfangen und senden, entsteht eine gewaltige Rückkopplung. Wer ausschließlich im Web 2.0 unterwegs ist, wird den Eindruck bekommen, Blogs oder twitter seien Massenmedien (weil jeder, den man kennt, sie nutzt). Ich finde es immer sehr hilfreich, meinen Großeltern zu erklären, was ich eigentlich beruflich tue. Wenn man sich erst mal verständliche Erklärungen für "Blog" oder "Community" überlegt hat, hat man glaub ich wieder genug Abstand zum Thema gewonnen.
Aber ich fürchte, jetzt habe ich mich (was auch typisch fürs Internet ist) völlig vom Thema entfernt ...
Das Urteil, "der Freitag" sei gescheitert, sollte man differenzierter fassen. Der Relaunch hat alles in Bewegung gebracht. An die Stelle von Nachdenklichkeit und sachlicher Diskussion sind in der Pr...
Ich habe den Eindruck, dass hier Leute mit dem Bloggen angefangen haben, die sich nie im Leben ein eigenes Blog eingerichtet hätten. Das finde ich - unabhängig von den Inhalten - erst einmal bemerkenswert. Dass nicht jeder auf Anhieb printreife Artikel schreibt, liegt auf der Hand. Ich finde es aber schön, wenn Menschen, die bisher nur rezipiert haben, nun auch zu schreiben anfangen - mit teils beachtlichen Ergebnissen. Da dann schnell mögliche Spreu von möglichem Weizen zu trennen ist wohl Teil jener Medienkompetenz, die wir alle in Zukunft brauch werden. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass sich die Mediennutzer in zwei Gruppen Teilen werden: in die, die auch zukünftig auf die "Gatekeeper" schwören, und in die, die sich ihre Informationen aus Zeitungen (bzw. deren Webseiten) und Blogs zusammensuchen. Beides kann zu interessanten Ergebnissen führen.
Ich kann bei vielem nicht mitreden, denn mein Gymnasium war bei meinem Abitur vor sieben Jahren alles andere als eine Problemschule. Trotzdem gab es natürlich etliche Lehrer, die ihre Schüler drangsa...
Grundschule?! Da bin ich ehrlich gesagt sprachlos. So ein bisschen spielen solche Geschichten ja auch in die Überlegung mit rein, ob man später mal selbst Kinder haben will. Und denen so einen Alltag zumuten kann. Puh!
Ich kann bei vielem nicht mitreden, denn mein Gymnasium war bei meinem Abitur vor sieben Jahren alles andere als eine Problemschule. Trotzdem gab es natürlich etliche Lehrer, die ihre Schüler drangsaliert, angeschrien oder sonstwie fertig gemacht haben. Trotzdem gab es Mobbing und Reibereien unter den Schülern, auf die die meisten Lehrer nicht eingegangen sind, nicht eingehen konnten, weil sie die Schüler so selten sahen und im Lehrplan vorankommen mussten. Gerade den vorletzten Absatz finde ich interessant, mir fiel dazu noch die Plattform spickmich.de ein, auf der Schüler ihre Lehrer benoten können und gegen die schon viele Lehrer erfolglos geklagt haben. Da offenbart sich mir ein Selbstverständnis, das mich ratlos zurück lässt: Die, zu deren Kernaufgaben es gehört, andere zu bewerten (und ich bin - bei allem, was im Schulsystem kaputt ist - durchaus der Meinung, dass Bewertungen zur Schule gehören müssen), sträuben sich dagegen, selbst bewertet zu werden. Wir brauchen eine Schuldiskussion, die nicht wieder in ein dumpfes Lehrer-Bashing abgleiten darf, auch wenn viele Lehrer keinen Bezug mehr zur Welt ihrer Schüler haben. Aber Diskussionen werden in Deutschland erfahrungsgemäß immer nur angerissen, dann gibt es einen Gipfel im Kanzleramt und dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der Menschen "früher" mehr gelesen haben soll. Wann soll das gewesen sein? Und wo? Die städtische Unteklasse des 19 Jahrhunderts oder das Bauerntum ka...
Ich glaube, man muss unterscheiden: Wenn Kinder und Jugendliche die "Harry Potter"- und "Twilight"-Romane lesen, freut man sich ja, dass sie überhaupt lesen. (Und damit über die von Bildungswirt angesprochene Fähigkeit verfügen, längere Texte sinnentnehmend zu lesen.) Wenn Erwachsene lieber irgendwelche Krimis oder Liebesromane lesen und ihnen das Freude bereitet, ist es auch ihr gutes Recht. Literatur muss ja nicht immer einen Erkenntnisgewinn bringen, manchmal reicht ja auch der Lustgewinn. Die Einstellung "Hauptsache Lesen" hat für mich trotzdem etwas von "Hauptsache Essen": Abwechslung sollte schon gegeben sein und ab und zu was Gesundes (wie auch immer das bei Büchern aussehen mag) und Außergewöhnliches sollte schon dabei sein. Was mich wundert ist, dass man Marcel Reich-Ranicki nicht die Uta Danellas und Ken Follets um die Ohren gehauen hat, als er sich im letzten Jahr über die Qualität des Fernsehens beklagt hat. Ein Medium ist ja für sich genommen erst mal kein Qualitätskriterium.