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Aussichten drinnen und draußen


Immer, wenn ich am Abwasch stehe fällt mir ein, dass alle schönen Plätze auf der Welt, alle Aussichten und Landschaften, auch einen Platz brauchen, von dem aus man sie bewundert. Eineklassische Frage, die eine Zeitung vor vielen Jahren schon mal in den Raum gestellt hat: Ist es gut, in einem Haus zu wohnen, das schön ist, aber mit Blick auf irgendwelchen Müll oder in einem – sagen wir mal - durchschnittlichen Haus – mit Blick auf ganz was Schönes? Der Berliner hat dafür eine schlüssige Wendung: Komm rin’ kannst rausgucken.

Ich gucke also immer so beim Abwaschen ins Weite und wiege mich in der Illusion, mir läge eine Welt zu Füßen oder so. Das hält nicht lange vor, denn so in der Weite drin– mitten im Grün und im Schön - da steht ein Baukran. Der sorgt in der Straße um die Ecke, die ruhig und still und vorstädtisch ist, für ordentlich Leben. Schon geraume Zeit. Sie bauen auf dem bis dato öden Gelände „Townhouses“.Die Leute, die auf der anderen Straßenseite wohnen – in Häusern aus den 30er Jahren – sind jetzt mit der Aussicht angeschmiert. Dazu kommt, dass dieser Townhouse-Haufen nicht sehr elegant aussieht. Sie müssen ja den Baugrund ausnützen. Es wirkt alles etwas eng. Seit Monaten sehen wir – wenn wir die kleine Schluppe über die Spree überqueren – dem Fortgang der Bauarbeiten zu. Gut dran sind sicherlich jene, die direkt an diesem kleinen Mini-Spreeufer wohnen. Aber da so mittenmang – die haben es bestimmt schön da drinnen, sie machen auch ordentlich Werbung, aber zum Rausgucken ist das nischt.


Schürze ab, Handtuch über den Trockner, Ende für heute.

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