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Wieso widerfährt einem Landstrich soviel Unrecht?, fragten wir uns am traulichen Trog.
Wenn ich meinen Mann zum Beispiel über jenen Landstrich befrage, dann fällt mir auf, dass seine Augen vom Grauen ins Grüne changieren. Das hat damit zu tun, dass er immer sehr lange ausholt mit seinen Erinnerungen und ich Zeit habe , diesen Farbwechsel zu verfolgen. Voran kommt man so aber nicht mit den Kaffeetassen.
Grün und Grau passt gut zu Uckermark, diesem Landstrich mit wortkargen Leuten. In Casekow, nicht weit von Schwedt, hat P. einige Zeit seiner Kindheit verbracht. Bei Großeltern, die sich dort in eine einfache Kate aus Berlin zurückgezogen hatten. Vor Bomben geschützt sein sollte er und - in der Nachkriegszeit - nicht hungern müssen. Auf dem Lande konnte man schon immer besser überleben. Kein elektrisches Licht, Aufstehen und ins Bett mit den Hühnern. Im Sommer im Kornfeld liegen und in den Himmel gucken. Bei beißendem Froststurm hinter dem Großvater über das Feld stolpern und denken, man erfriert doch noch auf halber Strecke.
Der Großvater, ein Riese, der mit dem Daumennagel die Schrauben eindrehte, der eines Tages sagte, er nehme keinen Nachschlag mehr und im Nebenzimmer dann still im Sessel saß. Die kleine gottesfürchtige, zierliche Großmutter, die die Küken in der Küche fütterte, indem sie etwas Brot im Mund zerkleinerte und das dann den Schnäbeln hinhielt. Ich lerne gerade, dass der Begriff „Stubenküken“ daher kommt.
Nicht weit von diesem Casekow lag das Vorwerk Biesendahlshof, ein Herrensitz, in dem sich - wie man sagt - die Familie Krupp von Bohlen und Halbach erholte. Nach dem Krieg beherbergten viele der ehemaligen Gutshäuser entweder den Dorfkonsum oder den Kindergarten. Wir waren mal dort - noch vor der Wende - in Casekow und haben uns das Haus angeguckt. Und P. meinte, es riecht auf den Feldern noch genau so wie früher. P. hatte dort – gemeinsam mit einigen Verwandten - Ackerland geerbt, nicht viel, aber zum ersten Mal habe ich, als wir das nach der Wende verkauft haben, gespürt, was der Landbesitz in den Menschen weckt. Nicht immer Gutes. Wir jedenfalls sind es los, das Stück.
Die Uckermark - ziemlich einsam. Man müsste mal wieder in die Gegend fahren. Ach, dann regt man sich so auf über diese Brandenburger Autofahrer.
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Sicher kennst Du den film von Volker Koepp über die Uckermark, aus dem jahre 2002, eine feine und stille studie über die leute dort, jene, die "übrig" geblieben sind -
s. www.filmportal.de/df/49/Artikel,,,,,,,,F24890F3DCE67A9FE03053D50B376A21,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html (funktioniert hoffentlich) oder www.angelaufen.de/filme/filme_a_z/u/uckermark |
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Nee, kannte ich nicht. Den werde ich mal besorgen.
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Hallo Jayne,
tritt in dem Film auch Fritz Marquardt auf? Dann hätte ich schon mal Ausschnitte von dem gesehen. LG Titta |
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Ja, Titta, der spielt da auch eine rolle, und hier noch ein link zum film:
www.kino.de/kinofilm/uckermark/67134.html |
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So, jetzt sitze ich hier und warte auf Friedland. Über die Uckermark traute er sich zu schreiben:"Die Uckermark: Ein Nichts zwischen Stadt und Land,... Dort ist selbst der Sand sauer, dass es ihn ausgerechnet dorthin verweht hat." - Sand in der Uckermark?!! Keine Ahnung der Junge!
Schätze, er kneift... |
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Bestimmt. Und bestimmt kennt er die Uckermark überhaupt nicht.
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Aber es kömmt kein Friedland. Der hat Furcht vor den Uckermärkern. Die sind ja auch eigenwillig, wortkarg und ungesellig.
Außerdem ist die Umgebung ja auch sehr schön. Und der Roman "Die Heiden von Kummerow" von Ehm Welk - heute abend auf RBB zu sehen - spielt eigentlich in der Uckermark, jedenfalls stammt der Ehm Welk daher. Der Film ist aber auf Rügen gedreht. |
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Nein, ich kneife, kniff, knuffte nicht. Nein, ich war bisher noch nicht in der Uckermark.
Selbst auf meiner letzten großen Wanderung durch den schönen Osten bin ich nicht dort durchgekommen. Wird aber nachgeholt, versprochen... |
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Uuups. Da finde ich auf einmal ein stück Essen mit der Familie von Bohlen & Halbach auf der Sommerfrische in der Uckermark wieder. Schön Deine Erzählungen , die mich vom Fernseher weg bringen und 1000 mal schöner sind als dieser Schrott, der mir den Kopf vergiftet. Heute sitze ich allerdings nicht ganz freiwillig im Internet-Cafe. Meine neunstündige Schicht habe ich hinter mir, aber ich habe gegen 23:00 noch einen Zusatzdienst, der aber mehr Warten als alles Andere bedeutet.
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Hoffentlich gibt's dann wenigstens anständig Nacht- bzw. Überstundenzuschlag dafür.
LG Titta |
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Hallo Essener Freund - Du reist durch die Blogs. Und im Internetcafe sitzt Du auch noch. Und arbeiten musst Du noch.
Na denn, sammle Kraft |
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Wie ging der Kalauer von den Missfitts.
Was sagte der liebe Gott als er diese Stadt im Ruhrgebiet geschaffen hatte? Genau, "Essen is fertig." |
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Darf ich hier Hagen Rether zitieren, der Essener ist: "Wenn so Essen aussieht, wie sieht dann Kotzen aus?"
Ich selbst habe Essen und die Essener schätzen gelernt, als ich kurz in der Zeche Zollverein gearbeitet habe und in Essen-Dellwig in einer kleinen Pension mit Familienanschluss wohnen durfte. Die damals erlebte Herzlichkeit schloss eine Einladung zum Polterabend eines mir fremden Pärchens mit ein. Es wurde ein sehr fröhlicher Abend... |
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schrieb am
27.09.2009 um 17:39
He, Friedland, Du Schisser, schon wieder weg?!
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Hey, du kennst Dich ja gut in der feministischen Ruhrgebietskomik aus! ;O)
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DIE UCKERMARK UND DER GEMEINE UCKERMÄRKER
Die Uckermark, da hat Magda ganz Recht, ist grau-grün, das aber erst so ab Anfang/Mitte November, und es hält dann bis ungefähr Ende März/Anfang April an. Alle paar Jahre mal wird dieser Zustand von totaler Weißheit unterbrochen. Dann ist Schneetreiben, Busse und Ferkeltaxe fahren nicht mehr, die Schülerchen dürfen zu Hause bleiben, hocken hinterm Ofen, bis der Sturm vorüber ist, und üben das Wortkarg-und-mürrisch-Sein. - Genau genommen war es mal so, denn heute fahren Busse auch im Sommer kaum noch und die Ferkeltaxe gar nicht mehr. Und die Schüler hocken, egal wo sie hocken, und simmsen bzw. quackeln in ihre Mobiltelefone. Natürlich hocken sie nicht irgendwo, sondern, wie Titta aufmerksam beobachtet hat, "rudelweise in Ortskernen, Tankstellen und Supermärkten", lassen die Beine mit Springerstiefelfüßen baumeln und streichen sich mit der freien Hand provozierend über die Glatzen. Meisterfalk, der Uckermark-sozialisierte Mensch, ist damals wortkarg und mürrisch geworden, weil er als Nonkonformist die penetrante Redseligkeit und Fröhlichkeit der uckermärkischen Genossenschaftsbauern nicht ertragen konnte. Die einzige fröhliche Zeit seines heutigen Lebens verbringt er bei gelegentlichen Besuchen in der alten Heimat, wenn er dann zwischen mürrischen Ex-Bauern und wortkargen arbeitslosen NPD-Wählern in der Kneipe sitzt. Und noch ne Ergänzung zur uckermärkischen Farbenlehre: Ab Anfang April nimmt Grün rasch zu, verdrängt das Grau zeitweise vollständig, bekommt Beimischungen von Blütenweiß und -rosa, ein wirkliches Blau breitet sich aus. Das hält sich ein paar Wochen, während dessen das Grün wieder abnimmt, zu sattem Gelb übergeht. Schließlich mengt sich einiges tiefes Rot und natürlich Braun (!) dazu, bevor alles wieder zu dem lähmenden Grau-grün verblasst. Und auf Schnee kannste warten... |
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Eine schöne Farbenlehre meisterfalk.
Ich habe mich gefragt, warum mir - die ich doch eigentlich aus Leipzig komme und die Mutter sich mehr so auf Köln und die niederländisch-belglische Grenze beruft - mich mit diesem Landstrich verbunden fühle. Mal abgesehen, dass mein Mann da auch Wurzeln hin hat. Meine Mutter ist in Stettin geboren. Sie hat da nie gelebt, aber irgendwie muss es doch eine Wurzel sein. Auf jeden Fall ist die Uckermark ein landschaftlich keineswegs eintöniges Gebiet. Heh Friedland- komm da oben raus und versteck Dich nicht hinter Hagen Rethers Essener SCherzen. Der kennt ja die Stadt wenigestens, aber Du? Kennst Du überhaupt die Uckermark, Hä. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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