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Kultur : Alles ein Abwasch XXV - Was sind Schacksche?

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"Aha, die beiden Schackschen vom Kuhdamm", kommentierte der Gatte heute einen Sendebeitrag aus den Archiven des RIAS, dem wir noch während der Küchenarbeit lauschten. Da ertönte ein Dialog der Damen Edith Schollwer und Tatiana Sais, die in der Kabarettsendung "Insulaner" vor vielen Jahren aufeinander losgelassen wurden und sich auf eben jenem Boulevard beharkten.

Was sind denn Schacksche? fragte ich - allerdings nicht zum ersten Mal - nach. Wie schon einmal erklärt - alte Ehen leben von solchen Wiederholungen - wurde bekräftigt, dass er aus dem Oderbruch stamme, der Begriff. Er habe ihn von seinem Vater, der dort seine Wurzeln hat.

Schacksche also umreißt das Wesen einer Frau, die - nicht mehr ganz jung, aber nicht dumm, neugierig und zupackend - die Regie in ihrem Umfeld übernimmt und diese auch nicht gewillt ist, wieder abzugeben. Und sie redet natürlich gern, während der wortkarge Gatte darob in Schweigen verfällt.

"Bin ich eine Schacksche?" fragte ich. Der Gatte zögerte und meinte:"Ja, ein bisschen, aber nicht doll." Solche Abwiegeleien sind immer höchst verdächtig. Denn ich sehe mich nun eher als eine stille einfühlsame Person, immer mit einem offenen Ohr den Nöten des hin und wieder auch recht detailfreudig parlierenden Partners zugewandt. So ist das nämlich. Punkt.

Trotzig versuchte ich nach erfolgtem Küchendienst, den Begriff zu ergoogeln, aber da kommt er immer nur als Eigenname vor, nicht als Dialektwort. Ist "Schacksche" ein Familienwort, das überhaupt nicht verwurzelt ist. Das wäre ja witzig, so eine Wortschöpferei im Kleinen. "Sei nicht so schacksch", wäre doch eine höchst geheime, niemandem verständliche Ermahnung, wenn man mal aushäusig weilt und jemand zuviel redet. Wobei es überhaupt nicht so sein muss, dass dies nur die Frau tut....

Genau und überhaupt dies alles brachte mich ins Grübeln und auf den Genderpfad. Gibts nur weibliche Schacksche? Gibts überhaupt solche Eigenschaften wie die genannten, nur bei Frauen? Wenn ichs mir recht überlege. Was könnte das für eine Eigenschaft bei Männern sein, die man so benennt?

Da wären das bestimmt Erfahrung, Menschennähe, Intelligenz, Gestaltungsfreude oder so - ich nehme für Männer gleich ehrfurchtsvoll die passenden Substantive.

Kurzerhand - Der männliche Schacksche ist - ein Politiker.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.