Magda

Mal sehen

24.10.2009 | 12:41

Andrea Ypsilantis Brief

Andrea Ypsilanti hat in einem Brief erklärt, dass sie nicht wieder für den Parteivorstand kandidiert.

 

asset1.strcdn.de/media/pdf/ypsilanti.pdf

 

Ich muss sagen, ich habe diese Frau immer bewundert, auch wenn ihr politische taktische Fehler unterlaufen sein sollten. Eine solche Hetzjagd, wie sie die Medien – fast durchgängig – veranstaltet haben, hat es auch nicht wieder gegeben. Es hatte was von „zur Strecke bringen“.

Der Umgang mit ihr innerhalb der eigenen Partei hat klargemacht, dass es eine verknöcherte, machtverliebte und gnadenlos-unsolidarische Führungsriege in der SPD gab und im Grunde weiter gibt. Von der These, dass die SPD ohnehin fremdgesteuert sei, mal ganz abgesehen.

 

Ich fand es außerdem eines der übelsten Stücke, die sich Franz Müntefering geleistet hat, der sich immer als der treue Parteisoldat geriert, als Onkel Franz aus dem Sauerland. Für mich die erschreckendste politische Figur.

 

Frank Walter Steinmeier täte es auch gut, wenn er die Maske des biedermännischen Machers endlich wieder ablegte. Dann wüsste man wenigstens woran man mit dem ist.

 

Jaja ich weiß, dass Lamentieren und Moralisieren keine politischen Argumente sind. Aber ich fand, wenn sich eine Parteiführung so darstellt, wie die SPD zu dieser Zeit und eigentlich bis zur Wahl, dann muss man das einfach mal seufzend beklagen, auch wenn niemand was draus lernen kann.

 

Es gibt einen hervorragenden Text zum Thema Ypsilanti von Jutta Roitsch dazu.  

www.nachdenkseiten.de/?p=3719#more-3719

 

 
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Kommentare
jayne schrieb am 24.10.2009 um 13:04
meines erachtens lassen sich da parallelitäten zu andrea nahles ziehen, resp. münteferings verhalten ihr gegenüber - nahles fazit fiel aber anders aus, sie glich sich, unter druck geraten, mehr oder weniger den positionen münteferings und seiner clique an, was die bekannten tragischen folgen für die parteilinke zeitigte.
Magda schrieb am 24.10.2009 um 13:08
D_accord - Deutlich wurde, dass die alle Angst vor dem hatten.
Ich denke auch, dass das einer der Gründe von Matthias Platzeck war, den Parteivorsitz abzugeben, mal abgesehen davon, dass der nicht kämpfen kann. Wie gesagt, mich reizt dieses Harmlos tun. Intrigen gibt es überall, aber bei der SPD war mir das besonders eklig.
poor on ruhr schrieb am 24.10.2009 um 22:09
Vielen Dank für den Blog. Inhaltlich stimme ich dir auch vollkommen zu. Das war damals schon eine ziemlich schlimme Medienkampagne. Mir erscheint es so, das Wahlbetrüger von den meisten Medien weit weniger abgestraft werden, wenn sie rechts sind.
Cassandra schrieb am 24.10.2009 um 22:32
...wie man im selben Wahlkampf damals beobachten konnte, versuchte doch Koch die Grünen zu Jamaica zu überreden; eine Möglichkeit, die er vorher kategorisch ausgeschlossen hatte. Natürlich ist es nie ernst geworden, weil er eine Abfuhr erhalten hat - dennoch, kein kritisches Wort von Seiten der Presse, und wenn dann nur gedämpft. Und er hat nicht nur einmal gefragt...
poor on ruhr schrieb am 25.10.2009 um 18:56
Liebe Cassandra,

vielen Dank für den Aspekt, der mir nicht vertraut war.

Herzliche Grüße

por
Deaktivierter Nutzer schrieb am 24.10.2009 um 23:01
Mir geht die SPD ja spätestens seit dem Beginn der zwanghaften Lafontaine-Disserei am A.... vorbei, aber mit Ypsilanti hätte sich das wieder ändern können. - Danke für die beiden Links. Der Text von den nachdenkseiten wirft dazu auch noch ein Licht auf den politischen Mainstream-Journalismus.
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