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www.taz.de/Interview-ueber-Rauswuerfe-beim-Freitag/!85023/
Tja, was soll man sagen. Es wird alles irgendwie...
Und ein Preis:
www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1425
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Stellen wir doch die Preis-Passage, die JA betrifft, hier ein:
Eine Besondere Ehrung sprach die Jury Jakob Augstein zu, Kolumnist in Spiegel Online und Verleger der Wochenzeitung Der Freitag. Augstein habe für sein publizistisches Wirken den mühseligen Weg gewählt und sich „nicht an etablierten Produkten beteiligt, ebenso wenig wie er als Journalist vorgefertigte Meinung perpetuiert“, so die Begründung der Jury. Jakob Augstein habe sich, „und das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – weit von der üblichen Verlegerposition entfernt“ und mit nüchterner und rationaler Sehweise deren Kulturkampf gegen die öffentlich-rechtlichen Sender pointierte Aufklärung entgegensetzt. |
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@Achtermann
Dann aber auch die Begründung der Jury (Hervorhebungen von mir): Jakob Augstein, 44, hätte mit seinem biografischen Hintergrund das Naheliegende wählen und es sich einfach machen können. Doch er hat für sein publizistisches Wirken den mühseligen Weg gewählt und sich nicht an etablierten Produkten beteiligt, ebenso wenig wie er als Journalist vorgefertigte Meinung perpetuiert. Dies zeigt er so regelmäßig wie verlässlich in seiner Kolumne mit dem schönen programmatischen Titel „Im Zweifel links“, die wöchentlich bei „Spiegel Online“ zu lesen ist und jeweils donnerstags veröffentlicht wird. Dort schreibt Augstein über Netzdemokratie und Guttenberg, über den Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks („Rettet ARD und ZDF!“, 9.6.11) oder die Unmoral der „Bild“-Zeitung. Und zum 20-jährigen Bestehen des Internet schreibt er einen Satz wie diesen: „Profit und Furcht werden diesem großartigen Experiment den Garaus machen.“ (28.7.11). Jakob Augstein hat sich – und das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – weit von der üblichen Verlegerposition entfernt und mit nüchterner und rationaler Sehweise deren Kulturkampf gegen die öffentlich-rechtlichen Sender pointierte Aufklärung entgegensetzt. Mit dem Kauf der kleinen Wochenzeitung „Der Freitag“, deren Verleger er seit 2008 ist, bewies Jakob Augstein Pioniergeist und wurde in der publizistischen Landschaft Deutschlands zu einem Medien-Architekt, indem er ein neues Blatt entwarf, ein „Meinungsmedium“ (so die ungewöhnliche Eigendefinition), das Printausgabe und Online-Aktivität, Medienmacher und Mediennutzer auf intensive Weise fordernder als woanders üblich miteinander verbindet und in Dialog bringt. In der Kooperation des „Freitag“ mit dem britischen „Guardian“, die Augstein anschob, zeigt er auch Möglichkeiten einer europäischen Qualitätspublizistik auf. Jakob Augstein ist darüber hinaus einer der wenigen Branchenvertreter in diesem Land, die in allen Medien publizistisch souverän auftreten können, ob es um Print, Fernsehen oder Internet geht. Er ist ein Mann mit Eigenschaften, der etwas zu sagen hat und mit Charakter vertritt. Und bei dem das demokratische Gefühl als inneres Movens vorhanden ist, über das man nicht lange nachdenken muss. Für die gesellschaftspolitische Publizistik im Allgemeinen wie für den Medienjournalismus im Speziellen ist unter neuem Vornamen die Signatur Augstein weiterhin ein Gütesiegel ersten Ranges. Kommentare dazu erspare ich mir, euch und JA. LG Christian |
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Ich kenne mich ja mit den Interna nicht aus. Für mich las sich das Interview ziemlich ... beleidigt.
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@a lien59 schrieb am 05.01.2012 um 18:27
"... beleidigt." Ich weiß nicht. Wie hättest Du denn reagiert? Wenn alles sachlich stimmt, was sie sagt, dann finde ich die Antworten sehr sachbezogen und informativ. |
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@Uwe Theel
Wenn alles sachlich stimmt, was sie sagt, dann finde ich die Antworten sehr sachbezogen und informativ. Ich fand das Interview dagegen eher wischi-waschi. Für einen Insider beim FREITAG oder in der allgemeinen Berliner Presseszene mag das Interview aufschlußreich gewesen sein, ich habe nicht recht verstanden, was eigentlich Sache ist. Ciao Wolfram |
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Ich fand das, was es in der taz und auch in der jungen Welt nochmal ergänzend gab für meine Bedürfnisse auch zu kurz und hätte auch gern eine Stellungnahme JAs dazu gelesen - aber so fand ich das erst auch erstmal soweit in den Kritikpunkten sehr nachvollziehbar und auch sehr sachlich, besonders in der JW sogar fast zu entschuldigend und keineswegs eingeschnappt.
www.jungewelt.de/2012/01-06/047.php |
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Da ht sich`s in der tat ausgewulfft:
Wieweit Jacob Augstein sich von der üblichen Verlegerposition einer linken Zeitung entfernt hat sagt Danila Dahn schonungslos im TAZ-Interview: "Hat Augsteins Schritt (=Die Entlassung der vier Herausgeber; ut) politische Hintergründe? Da bin ich nicht auf Vermutungen angewiesen. Es gibt seit zwei Jahren eine relativ umfangreiche Mail-Korrespondenz zwischen Jakob Augstein und mir, in der ich immer wieder angemahnt habe, bei der zweifellos notwendigen Verjüngung und Modernisierung das tradierte Freitag-Profil nicht einer sich einschleichenden Beliebigkeit zu opfern." p.S.: Danke Magda für das Einstellen der Nachricht. |
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Wobei "die sich einschleichende Beliebigkeit" zu belegen wäre.
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@ Achtermann am 05.01.2012 um 19:06
nomen est omen: "irgendwie links" (j.A.) |
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Die Änderung in der Haltung des Freitag vor und nach 2008 ist wahrnehmbar. Der Freitag belegt den Fakt sozusagen selbst.
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schrieb am
10.01.2012 um 18:22
Kann ich nur bestätigen. Als linker Sozialdemokrat mit bald 40jähriger Parteimitgliedschaft war mir eine linke kritische Gegenöffentlichkeit immer wichtig. Angefangen vom Berliner Extradienst, über die längst untergegangene Neue und die TAZ war ich auch Abonnent der Deutschen Volkszeitung, später Volkszeitung und der antifaschistischen Wochenzeitung "die Tat", wie wir wissen beides Vorgängerzeitungen des Freitag. Es war mir immer ein wichtiges Anliegen, diese Zeitungen zumindest mit meinem Abonnement zu stützen. Nun sehe ich die Eindrücke leider bestätigt, die ich in den letzten Monaten versuchte zu ignorieren. "Irgendwie links" möchte er sein, meint Augstein und das Projekt "Freitag" verkommt zu einem seichten Wischiwaschi -irgendwie links halt. Immer weniger Relevanz hat der Freitag für meine politische Arbeit. Dagegen hechelt man immer mehr dem Zeitgeist hinterher. Piratenpartei hinten und vorn. Über den gleichzeitig stattfindenden Parteitag der SPD, immerhin noch die zweitgrößte Partei in D, gar nichts. Zumindest in den gedruckten Ausgaben konnte ich nichts finden. Die scheint sowieso immer mehr ein Auslaufmodell zu werden. Als Abonennt der gedruckten Ausgabe erfuhr man nicht mal mehr was über die Entlassung der Herausgeber. Wir haben zu wenige Zeitschriften, die guten linken Jounalismus betreiben, als dass wir sie dem spätaddoleszenten Verhalten von Herrn Augstein opfern sollten. "irgenwie links" ist halt auch wie "kein Plan" oder "keine Ahnung" "oder so" eine Floskel ohne Plan.
Ich hoffe, dass der Freitag bald auch für mich wieder einen "Gebrauchswert". Fürs Klo alleine, wäre er mir zu teuer. |
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TAZ: Dass die Herausgeber nicht mehr nötig sind, weil der Freitag nun eine normale Zeitung ist - überzeugt Sie das?
D.D.: Herr Augstein ist Verleger, Geschäftsführer, Autor und agiert nicht selten wie ein Chefredakteur - in diesem Sinne ist der Freitag in der Tat eine normale, hierarchisch geführte Zeitung geworden. Da sind Herausgeber, die meinen, ihren Senf auch noch dazugeben zu müssen, ein Störfaktor. Die Frage ist nur, ob es auf die Dauer hilfreich ist, sich des kritischen Korrektivs zu entledigen. Wie wichtig solch Korrektiv kompetenter Herausgeber ist kann man an der Geschichte des Niedergangs der FRANKFURTER RUNDSCHAU, die auch einmal einen linksliberale Zeitung war, gut belegen. |
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Dagegen steht die Begründung für den Preis:
Jakob Augstein habe sich, „und das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden – weit von der üblichen Verlegerposition entfernt“ und mit nüchterner und rationaler Sehweise deren Kulturkampf gegen die öffentlich-rechtlichen Sender pointierte Aufklärung entgegensetzt. |
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@ Achtermann schrieb am 05.01.2012 um 19:10
Nun, wenn der Freitag so eine besondere verlegerische Leistung ist, und ich will JA, da gar nicht seine durchaus vorhandenen Verdienste in der Vergangenheit absprechen, dann darf man sich aber schon fragen, warum die Leistung sich einen Herausgeberat zu halten jetzt nicht mehr nötig ist. Wenn der Rat für die Zeitung der freitag nicht mehr nötig ist, so JA in der Begründung der Kündigung, warum war er dann für das "Projekt" der freitag nötig. Sollte das Urteil Daniala Dahns dann irrig sein, dass sich die "Zeitung" in gewisser beliebigkeit sich verlierend, vom usprünglichen Ziel des "Projektes" lösen soll, weil JA es so möchte? Immerhin war der freitag, als JA ihn 2008 übernahm schon mal eine Zeitung mit linkem Profil. Mir jedenfalls erschien der freitag vor drei Jahren entschiedener und tiefgründiger als heute. Das alles heißt nicht, dass der freitag jetzt eine schlechte Zeitung sei, aber Entwicklungen kommen und gehen nicht zufällig weiter. Es gibt Erfahrungen. |
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schrieb am
06.01.2012 um 10:37
"Mir jedenfalls erschien der freitag vor drei Jahren entschiedener und tiefgründiger als heute. "
Das möchte ich unterstreichen! Für mich wäre auch weiter wichtig, die unterschiedliche Lebenswirklichkeit von Ost und West abzubilden. Oder gibt es etwa gleichen Lohn, gleiche Renten, und nicht Hunderttausende, die gen Westen arbeiten fahren müssen? Der "alte Freitag" ist nicht überflüssig geworden. |
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Ich hab ja zugegeben kaum Plan vom Pressetheater mit Verlegern Korrespondenten und so weiter.
Aber irgenwie schmeckt das bitter. |
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"links-liberal"?
Sozioliberal, SED-liberal, Öko-liberal? Oder doch Freiliberal? Oder eher Schaun-wir-mal-liberal? |
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Ich antworte hier nochmal insgesamt
@ Alien ....Beleidigt. ich weiß nicht . Daniela Dahn hat im Osten einen sehr guten Ruf und mit ihren Büchern immer wieder Aufmerksamkeit und Achtung errungen. Sie ist eine engagierte und unabhängige Person. Friedrich Schorlemmer sowieso. Die beiden anderen Herausgeber waren mir nicht in dem Maße bekannt, György Dalos war mir noch ein Begriff. Gedacht habe ich allerdings nach dieser Nachricht, dass ein Gremium, vielleicht aus der Community, vielleicht mit wechselnder Besetzung gar nicht so schlecht wäre. Es gab mal so Genossenschaftsüberlegungen. So, wie Daniela Dahn es schildert, ist es jetzt wohl das ganz konservative Verlegermodell. Und - natürlich kann ein Verleger das handhaben wie er will, aber es hat doch einen Beigeschmack von Traditionsverachtung bei einer Zeitschrift, die ja auch Brücken bauen will. Eine gewisse Beliebigkeit wurde schon oft benannt. Ich habe mich ohnehin gewundert, wo z. B. ein Beitrag von Schorlemmer bleibt. Daniela Dahn hat ja vor einiger Zeit noch was geschrieben. Auf jeden Fall schien es mir eine Signalmeldung wert. @gerhard monsees - jedenfalls nicht keulenliberal. |
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@Magda
Gedacht habe ich allerdings nach dieser Nachricht, dass ein Gremium, vielleicht aus der Community, vielleicht mit wechselnder Besetzung gar nicht so schlecht wäre. Ja, ja, da hockts dann ihr Berliner, weil bei euch die Fahrtspesen nur aus einem BVB-Ticket bestehen. Und wir? Berlin ist halt mal unheimlich abgelegen im märkischen Sand. Ciao Wolfram |
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die herausgeber/innen standen ja auch für eine bestimmte, heterogen zusammengesetzte richtung, wie die zeitung auch, der der charakter von unangepaßtheit eignete, jenseits des mainstreams, sie war eine der herausragenden stimmen im chor der gegenöffentlichkeit - sicher große worte das, und in teilen gilt das ja auch noch, aber immer weniger fürs ganze. Dahns interview erscheint mir in keiner weise von selbstmitleid geprägt, sondern aufrichtig (im übrigen wartet auch die junge welt mit einem interview auf).
Liebe Magda, eines bezweifle ich, und das ist die wirksamkeit resp. mitwirkungsmöglichkeit eines solchen aus mitgliedern der community gebildeten gremiums - wenn Augstein sich schon seiner profunden herausgeber/innen entledigt, weil er der meinung ist, der freitag stellte nicht mehr das projekt eines irgendwie linken engagierten journalismus resp. gegenöffentlichkeit dar, sondern sei jetzt eine ganz normale zeitung, hat er sich von einem gemeinsam zu bewältigenden projekt endgültig verabschiedet. |
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schrieb am
06.01.2012 um 12:15
@ Magda
@ Magda Ich bin seit letztem Jahr – old-fashioned-like Leserin und Abonnentin (bis auf Dez‘2011 umständehalber „Kioskkäuferin“) der Zeitung dFreitag. Aus meiner Sicht hat sich die Zeitung 2011 kontinuierlich verbessert, und dies ist für mich ausschlaggebend hier bei dFreitag zu kommentieren! Bis auf einen Artikel von Frau Dahms im November(?) habe ich allerdings von den Herausgebern nichts gelesen. Ich habe das bedauert insbesondere, dass Herr Schorlemer nichts geschrieben hat. In dieser unsäglichen Mattusek-Debatte hätte er da nicht ein Wörtchen mitreden können - oder? Was hat den einen oder anderen Herausgeber daran gehindert, einmal einen Blog einzustellen? Wie auch immer, ich bedauere auch, im Sinne von Frau Dahms, dass der „Alltag“ ein wenig verkommt, eben ganz im Sinne von „Alltag“ banal und teilweise sogar reaktionär daher kommt. Dafür sorgen zum einen die Themen, zum anderen aber auch die Autoren! Dagegen fallen „Frauen- und Männersachen“, um ein Beispiel zu nennen, auf einen Diskussionstand zurück, der meiner Meinung nach die Themen eher trivialisiert bis unnötig erscheinen lässt. Bedenkt man, dass dFreitag sich kein ausgewiesenes Wirtschaftsressort leistet, fällt dies für mich ins Gewicht. Ich habe bisher Stellung bezogen, inzwischen verkneife ich mir den einen oder anderen Kommentar, ohne zu übersehen und unerwähnt zu lassen, dass meiner Meinung nach die Seite A-Z immer exzellent gemacht ist. Was das Einstecken von Kritik anbelangt, habe ich meine einschlägige Erfahrung gemacht www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/du-und-die-linke-eine-gescheiterte-umfrage-unter-kulturschaffenden. Ich erwarte in Zukunft keine Besserung, deswegen lasse ich meine Verbesserungsvorschläge für den "Alltag", die ganz in Richtung von Fraun Dahns gehen, nach Deinem Link, auf meiner Festplatte liegen. Salut Helena |
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schrieb am
06.01.2012 um 13:28
KORREKTUR siehe unten - Der Motor läuft heute besonders mies!
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Ich werde die Herausgeber nicht vermissen, da ich sie bisher nicht bemerkt habe. Frau Dahn scheint zu bedauern, dass der FREITAG nur irgendwie links ist. Ich finde, das ist sein Vorzug. Deshalb sehe ich der Zukunft ohne Herausgeber mit Gleichmut entgegen.
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@ koslowski am 05.01.2012 um 20:35
Lieber Koslowski, die Tatsache, dass Sie Daniela Dahn offenbar bisher nicht "bemerkt" haben ist kein Beweis dafür, dass diese im Freitag, bzw. im deutschen Journalismus und als Schrifstellerin ein unbeschriebenens Blatt sei. Viellleicht lesen sie einmal hier: www.freitag.de/1148-die-grenzen-der-toleranz/ Extremismus | 02.12.2011 Daniela Dahn Die Grenzen der Toleranz Die Wehrhaftigkeit der Demokratie hat versagt: Wir sollten die NPD verbieten – aber die damit verbundenen gesellschaftlichen Fragen nicht unterdrücken. Wenn das keinen Eindruck macht dann vielleicht das "Google Suche: Ungefähr 1.250.000 Ergebnisse (0,32 Sekunden)" Und Schorlemmer, der Name solte Ihnen doch aber etwas sagen? Der mußte auch gehen, zusammen mit zwei weiteren Kollegen. ut |
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Daniela Dahn, György Dalos und Friedrich Schorlemmer sind mir als Publizisten bekannt. Ich hoffe, das sie weiterhin als Autoren im FREITAG schreiben werden. Als Herausgeber, die irgendwie auf das Selbstverständnis des FREITAG, auf seine politische Haltung und seine Inhalte Einfluss nehmen, sind sie mir bisher nicht aufgefallen.
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herr koslowski, sorry, ich stehe aufm schlauch - wie genau hätten Sie bemerken können, ob oder wie die herausgeber "irgendwie auf das Selbstverständnis des FREITAG (...) Einfluss nehmen"?
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Frau kloetzer,
nein, konnte ich nicht. Da ich sie nicht bemerken konnte, werde ich auch ihre Abwesenheit nicht bemerken. Weniger gleichmütig wäre ich, wenn Dahn, Schorlemmer etc. durch andere Herausgeber ersetzt würden, die für eine andere politische und journalistische Linie stünden. Das ist aber offenbar vom Verleger nicht beabsichtigt. |
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ich ahne, was Sie meinen, lieber herr koslowski. gleichwohl könnte man Ihren satz "Da ich sie nicht bemerken konnte, werde ich auch ihre Abwesenheit nicht bemerken." durchaus zynisch lesen. rückwirkend eine unerheblichkeit unterstellend. aber so meinen Sie es gewiss nicht, denn Sie sind ja nicht in der situation, verleger-entscheidungen zu verteidigen.
für mich ist es so: ich habe inhalt und ausrichtung des freitag zwar nie direkt mit den herausgebern in verbindung gebracht, aber die namen allein waren - ohne zu wissen, was es wirklich bedeutet - für mich immer eine art image-stütze. vor allem, was frau dahn betrifft und deren buch (text) "wehe dem sieger". so eine entscheidung wie jetzt die der trennung provoziert eben fragen nach einem verlust, derweil man den gewinn zuvor nicht wahrgenommen hat. was nicht bedeutet, dass es ihn nicht gab. |
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@Uwe Theel
die Tatsache, dass Sie Daniela Dahn offenbar bisher nicht "bemerkt" haben ist kein Beweis dafür, dass diese im Freitag, bzw. im deutschen Journalismus und als Schrifstellerin ein unbeschriebenens Blatt sei. Er meinte lediglich, er habe sie als Herausgeberin bislang nicht bemerkt. Ich übrigens auch nicht, ich wußte nicht mal, daß es so was wie Herausgeber überhaubenz gibt. Ciao Wolfram |
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@Wolfram Heinrich
Zu den Herausgebern zählte früher, ich lese den Freitag ja seit Anfang der 90er, auch der altehrwürdige und nun nun wirklich gute, leider inzwischen verstorbene Günter Gaus... ...was der Herausgeber nun für eine spezielle Funktion hat bzw. wie sie definiert ist, weiss ich auch nicht...naja... |
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Lieber Herr Theel,
glaube Sie wirklich im ernst, dass man Rechtsextremismus mit einem NPD Verbot bekämpfen kann?? Mitnichten! Da liegen Sie aber nun völlig falsch. Weitaus gefährlicher sehe ich heute die Neue-Rechte. Lesen Sie doch dazu mal bitte den Link. www.boell.de/demokratie/demokratie-entsolidarisierung-heitmeyer-deutsche-zustaende-8883.html Frau Dahn liegt leider völlig falsch mit ihrer Annahme. Wenn die Welt so einfach wäre, hätten wir die Probleme in kurzer Zeit gelöst! |
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@ KarinL. schrieb am 08.01.2012 um 13:57
Liebe KarinL, da haben Sie mich gründlich mißverstanden. Es ging mir nicht um das Thema "NPD-Verbot" als ich Frau Dahns Artikel nannte, sondern nur darum, Koslowski an deren jüngstem Artikel im Freitag zu zeigen, dass Frau Dahn sehr wohl im Freitag schreibt und auch sonst "kein unbeschriebenes Blatt" sei. Dass ich sie im Herausgeberrat des Freitag als eine Kraft sähe, die, soweit der Freitag als Zeitung da wirksam sein könnte an einem Zusammenwachsen von Ost- und West-Deutschland mitzuwirken, war umfassender als nur auf diesen einen Aspekt bezogen gemeint. lg ut |
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Liebe Magda,
das ist jetzt schwierig. Ich möchte irgendwie nicht kommentieren, was Daniela Dahn gesagt hat. Und ich möchte es irgendwie nicht unkommentiert lassen. Wie Sie schon sagen, alles wird irgendwie ... Haben Sie ihr Interview in der Jungen Welt auch wahrgenommen? (www.jungewelt.de/2012/01-06/047.php) Da gibt es einen Satz, den will ich allerdings unbedingt kommentieren. "Innerhalb der Redaktion ist es auf eine beinahe irrationale Weise nicht gelungen, die Kluft zwischen alter und neuer Belegschaft zu überwinden. Beide Seiten beäugen sich bis heute mißtrauisch." Das war am Anfang so. Und es war wirklich schwer, das zu überkommen. Keine Frage. Sehr, sehr schwer. Für alle Beteiligten. Wie überhaupt dieser Annäherungs- und Veränderungsprozess der vergangenen zwei, drei Jahre für alle sehr anstrengend war. Sie ahnen gar nicht, wie anstrengend. Ich empfinde für alle, die das mitgemacht haben, sehr viel Respekt. Aber es ist eben nicht richtig, dass diese Kluft uns noch trennt. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass die Konflikte und Debatten, die wir in der Redaktion haben, entlang vieler Linien laufen. Zum Glück. Weil das zu einem lebendigen Laden gehört. Alt und jung, linksliberal und sozialistisch, Ost und West, Politik und Feuilleton ... Aber eben nicht entlang der Linie alter Freitag / neuer Freitag. Und darüber bin ich froh. Es war eines der wichtigsten Ziele, diese Redaktion zu einer "normalen" Redaktion zu machen, diese Zeitung zu einer "normalen" Zeitung zu machen - die also nicht zerrissen ist, in Erstarrung verharrt, in Sprachlosigkeit, in Lagern. Streit? Unbedingt und immer und auch hart. Aber Reden ist eben wichtig. Das tun wir. Und wenn wir es mal zu wenig tun, merken wir es ziemlich schnell, weil dann der Topf überkocht und der Deckel hochfliegt. Und was die alte "Wie-links-bist-Du" Debatte angeht - da gilt immer die gleiche Antwort, von Anfang an, die für mich selbstverständlich ist: Wir haben eine Haltung, im Zweifel links, aber Ideologie und Journalismus vertragen sich nicht. Wir müssen für möglich halten, dass auch Linke irren können und uns immerzu prüfen und offene Augen und ein offenes Herz haben. Nicht mehr, nicht weniger. Ihr JA |
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lieber jakob augstein,
danke auch für den link auf die Junge Welt. zwei äußerungen von daniela dahn werfen für mich fragen auf: 1. "... war Jakob Augstein von Anfang an der Meinung, daß das Brückenschlagen zwischen Ost und West kein Kernthema im Freitag mehr sein müsse. Ich habe das für einen Fehler gehalten, weil es bis heute weder der Realität in der Redaktion noch im Lande entspricht. Und weil der Freitag ohne Not ein Alleinstellungsmerkmal aufgegeben hat." - das sehe ich ähnlich, also dass es ein thema ist. und mich interessiert schon lange, wie eigentlich die abo- und verkaufszahlen hier und dort sich entwickelt haben. (weniger die konkreten zahlen als eine tendenz) 2. "Die Herausgeber haben im November das Gespräch mit ihm gesucht, um nachzufragen, ob wir überhaupt noch gebraucht würden. Wir fanden uns zu wenig einbezogen in die Veränderungen, die sich abzeichnen." - können Sie sagen, was genau daniela dahn sie mit diesen veränderungen meint ? herzliche grüße kk |
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Lieber Herr Augstein,
ich danke Ihnen, Ihren Mitarbeitern sehr für den Freitag, Ihren und deren Einsatz für die Zeitung, und dass Sie sich persönlich hier in der Diskussion melden. Lassen sie mich in einem Punkt Ihnen antworten: Ich empfinde Danela Dahns Darstellung als so verständlich wie die Ihre. D.h., sie beide machen ihre Standpunkte und Gründe sehr klar deutlich. Interessant für mich ist, dass Sie das Moment einer von Frau Dahn wahrgenommenen Trennung zwischen "Ost und West" in der Redaktion nicht einfach als Chiffre dafür erkennen, dass nicht nur in der Redaktion des Freitag noch längst nicht alles zusammengewachsen ist, was zusammen gehörte. Eine linke Zeitung hätte hier eine große Aufgabe und sollte sich der eigenen Betroffenheit da nicht schämen , oder diese leugnen müssen. Ich zweifle nicht daran, dass Sie und Ihre Mitarbeiter ernsthaft daran arbeiten. Dass diese spezielle Arbeit aber beendet wäre, bzw. die Ressourcen dazu gekürzt werden könnten, glaube ich nicht. Als langjähriger Zeitungsleser gibt es mir weiter zu denken, dass der Freitag nicht einfach auf dem Rubrum Links bestehen kann, wenn sich inzwischen fast jedes Mainstreampresseprodukt so nennt, selbst wenn es längst nicht mehr ist, sondern in die indifferente "IrgendwieMitte" gewandert ist; (Beispiel, wie von mir schon öfter erwähnt: die FRANKFURTER RUNDSCHAU). Linke Pluralität heißt nicht, dass dies nur linksliberal gehe, es sollte auch links gehen, wenn links da ist, wo sowieso die Freiheit ist. Linksliberal war in Deutschland das letzte Mal lebendig als Projekt der Sozialdemokratie und einer FDP, die von Karl-Herman Flach geprägt war. Diese Projekt ist realiter längst untergegangen. Da nicht davon auszugehen ist, dass letzmalig dieses Projekt die Freiheit gepachtet hatte, sollte ein deutschesprachiges Linksprojekt auch eine Zeitung im Gepäck haben - nein keine Parteizeitung! - die sich - ja ich sage es - utopischer Namen bedienen kann. Noch dazu, wo in Deutschland eine Ehrenrettung dessen was ehrlicherweise links ist nach all den Zerstörungen bitter not tut. Auch daran mitzuarbeiten könnte Aufgabe des Freitag sein. Da sollte keine Hilfe, auch die eines Herausgeberates zu wenig sein. Ich wünsche Ihrer und meiner Zeitung Glück. Mit freundlichen Grüßen Uwe Theel |
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In diesem Punkt muß ich Jakon Augstein absolut recht geben, und es liegt mir sehr daran, das zu tun: Es gibt im Freitag keine Kluft zwischen alter und neuer Belegschaft. Nicht die allermindeste.
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@Jakob Augstein schrieb am 05.01.2012 um 21:18
Sehr geehrter Herr Augstein, Sie schreiben: "Streit? Unbedingt und immer und auch hart. Aber Reden ist eben wichtig. Das tun wir. Und wenn wir es mal zu wenig tun, merken wir es ziemlich schnell, weil dann der Topf überkocht und der Deckel hochfliegt." Und weiter: "Wir müssen für möglich halten, dass auch Linke irren können und uns immerzu prüfen und offene Augen und ein offenes Herz haben" Da ich zur Freitag-Redaktion nicht gehöre, kann ich natürlich nicht wissen, ob Ihre Behauptungen stimmen. Diese Beurteilung würde meine Kompetenz übersteigen. Aber so rein menschlich: Glauben kann ich an Ihre Worte nicht. "Reden ist wichtig und das tun wir", schreiben Sie. Damit der Topf nicht überkocht und der Deckel nicht hochfliegt. Nun, sowohl meine eigene Erfahrungen in dieser Community als auch die Beobachtungen der Geschehnisse um andere Blogger herum sagen mir ganz eindeutig, dass in Konfliktsituationen ÜBERHAUPT nicht geredet wird... auch dann, wenn diese Gespräche seitens Community-Mitglieder ganz unmissverständlich gesucht werden. Stattdessen werden öffentlich irgendwelche Erziehungsmaßnahmen ausgeübt, die selbst im Kindergarten peinlich wären und kein Erfolg hätten. Wenn ich meine Tochter so behandeln würde, wie die Blogger hier von Moderatoren behandelt werden, hätte sie einfach nicht verstanden, was gerade los ist. Und daher ist es für mich unglaubwürdig, wenn Sie schreiben: Wir tun in Konfliktsituationen reden und wir haben offene Augen und offenes Herz. Die Verhaltensmustern eines Menschen/einer Gruppe sind überall gleich, unabhängig davon, mit wem man gerade kommuniziert, d.h. wenn man innerhalb der Redaktion offene Augen und offenes Herz hat, dann hat man offene Augen und offenes Herz auch in der Familie, im Supermarkt, beim Friseur, im Straßenverkehr und auch in der Community. Wenn man innerhalb der Redaktion über Konfliktsituationen redet, dann tut man es auch in der Familie, im Supermarkt, beim Friseur, im Straßenverkehr und auch in der Commuinty. Nun, in der Community habe ich es nicht erlebt. Wie es im Straßenverkehr abläuft, möchte ich erst gar nicht wissen. |
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@Uwe Theel
Als langjähriger Zeitungsleser gibt es mir weiter zu denken, dass der Freitag nicht einfach auf dem Rubrum Links bestehen kann, wenn sich inzwischen fast jedes Mainstreampresseprodukt so nennt, Was? Der Mainstream hierzulande tituliert sich selbst als links? Ciao Wolfram |
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"Was? Der Mainstream hierzulande tituliert sich selbst als links?"
Klar doch... CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP sind sowieso nur verschiedene Abzweigungen der linken Partei... und ihre Taschenmedien sind eben auch links. Aber ich finde es unvorsichtig von Uwe, dass er sich verplappert... so kann man die kommunistische Verschwörung gleich zum Scheitern bringen. Und was soll ich dann mit meiner Flinte anfangen? |
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@DandelionWine
"Was? Der Mainstream hierzulande tituliert sich selbst als links?" Klar doch... CDU, CSU, SPD, Grüne und FDP sind sowieso nur verschiedene Abzweigungen der linken Partei... Die FDP lasse ich hier mal draußen. Wie ich hier schon öfter kundtat: Im Vergleich zu Rösler ist der Seehofer ein alter Bolschewik. Ciao Wolfram |
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Stimmt, FDP ist ja auch kein Mainstream. Ich meine, es wäre schon überheblich, 2 % als Mainstream zu bezeichnen...
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@Jakob Augstein
"Ich möchte irgendwie nicht kommentieren, was Daniela Dahn gesagt hat. Und ich möchte es irgendwie nicht unkommentiert lassen. " Ich würde mir eine konkretere und prominentere Stellungnahme von Ihnen wünschen - so ist das doch ziemliches Wischiwaschi und die Kritik von Dahn scheint mir doch sehr plausibel, ohne jetzt Interna und Ihre Sicht beurteilen zu können. Bei Letzterem zumindest könnten - mE: sollten! - Sie nachhelfen! |
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schrieb am
06.01.2012 um 12:10
Lieber Jakob Augstein!
Etwas mehr Transparenz täte dem «Freitag» gut. So kommt die Mitteilung, dass die Zeitung künftig auf Herausgeberinnen und Herausgeber verzichtet, offenbar nicht zuerst in der gedruckten Fassung vor (ich kann das nicht beurteilen, da das abonnierte Exemplar meistens erst am Dienstag der folgenden Woche bei mir zuhause in Winterthur/Schweiz eintrifft). Erst auf dem Umweg über die Interviews einer der ehemaligen Herausgeberinnen. Daniela Dahn, in der taz sowie in der «jungen Welt» erfährt der bzw. die Interessierte Wesentliches zur veränderten Struktur des «Freitag». Das finde ich sehr bedauerlich! Möglicherweise waren Sie der Meinung, diese Änderung sei für die Leserinnen und Leser nicht relevant, da sich das Institut der Herausgeberschaft bereits seit längerer Zeit überlebt habe. Sie konnten allerdings nicht erwarten, dass es zu keinerlei Reaktionen kommen würde. Deshalb wäre hier proaktives Informieren meines Erachtens angebracht gewesen. So sind Sie jetzt gezwungen, im Nachhinein Abläufe und Entscheidungsprozesse klarzustellen. Insgesamt mangelt es mir als langjährigem Leser des «Freitag» (seit November 1990) an Informationen zum «Innenleben» der Zeitung. So fehlt beispielsweise auf der Website des «Freitag» eine Rubrik, die Aussagen zur Ausrichtung und Organisation sowie zu Reichweiten enthält. Da lobe ich mir die Schweizer «Wochenzeitung» (www.woz.ch), die solche Informationen zur Verfügung stellt. Daraus geht beispielsweise hervor, dass die WOZ 114‘000 regelmässige Leserinnen und Leser aufweist. Umgerechnet auf Deutschland, das 16 mal mehr Einwohnerinnen und Einwohner hat als der Deutschschweizer Sprachraum, müsste der «Freitag» eine Viertel Million Menschen erreichen. Es ist gewiss nicht fair, die schweizerische mit der deutschen Medienlandschaft zu vergleichen. So fehlen bei uns überregionale Medien wie die «Zeit» oder der «Spiegel» (sieht man einmal von der rechtskonservativ gewendeten «Weltwoche» ab), während der «Freitag» in Konkurrenz zu zahlreichen, überregional wirkenden Zeitungen und Zeitschriften steht. Trotzdem könnte es sich für Sie lohnen, die WOZ einmal etwas genauer anzuschauen. Die «Wochenzeitung» kennt einen umfangreichen Kulturteil, aber nicht das, was der «Freitag» unter der Rubrik «Alltag» anbietet. Ich habe nicht den Eindruck, dass etwas fehlen würde. Auch auf dem Hintergrund meiner Lektüreerfahrungen mit der WOZ teile ich die Kritik von Daniela Dahn am «Alltag» im «Freitag». Beste Grüsse aus der Schweiz Kurt Seifert |
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@ Michael Jäger
"In diesem Punkt muß ich Jakon Augstein absolut recht geben, und es liegt mir sehr daran, das zu tun: Es gibt im Freitag keine Kluft zwischen alter und neuer Belegschaft. Nicht die allermindeste." In der Harmonie störten offenbar nur noch die Herausgeber ... Entschuldigung, aber wenn man die Interviews mit Dahn liest und dann die obigen Ausführungen Augsteins, kann sich eine solche drastische Lesart ergeben. Augstein behauptet, Kontrastreichtum sei nach wie vor bereichernd im Hause Freitag und man könne damit auch gut umgehen. Es sei zwar lange und hart gekämpft werden müssen, aber nun laufe es so, wie es sein solle. Dahn beklagt dagegen, die Herausgeber seien mit zunehmender Nichtbeachtung gestraft worden. Als sie das Gespräch suchten, folgten sobald die blauen Briefe. Nun, wie es auch immer war ... Sieht man die Erklärungen Dahns in der taz und jW gegenüber den hiesigen Augsteins, so kann man sich schon fragen, was für Augstein denn so "unnormal" war und wie man sich "normal" denn nun so vorstellen muss. "Es war eines der wichtigsten Ziele, diese Redaktion zu einer "normalen" Redaktion zu machen, diese Zeitung zu einer "normalen" Zeitung zu machen - die also nicht zerrissen ist, in Erstarrung verharrt, in Sprachlosigkeit, in Lagern." Also wenn ich eine normale Zeitung haben will, dann komme ich am Kiosk billiger weg, als mit dem Kauf des Freitags. Dann kann ich mir auch viel Getippe in der FC sparen, das mich - wie auch jetzt gerade - ohnehin schon zu viel ablenkt. |
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@ Wolfram Heinrich schrieb am 06.01.2012 um 02:52
"Was? Der Mainstream hierzulande tituliert sich selbst als links?" Entschuldigung, da habe ich etwas zu schnell den Sendeknopf betätigt. Was ich ausdrücken wollte, war, dass heute entweder für linksliberal gehalten wird, oder sich gar als solches auszeichnet, was längst "neue Mitte" ist. Als herausragendes beispel dazu nannte ich die FR. Bezüglich er bürgerlichen Presse könnte einem das egal sein, im Falle des Freitag halte ich die Differenzierung für kritisch. |
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schrieb am
06.01.2012 um 13:59
Lieber Herr Augstein,
ich freue mich, dass Sie sich so schnell in die Debatte einschalten. Ich kann Ihre Anmekrung fast rundum stehen lassen. Allein, nichts brauche ich weniger, als eine weitere "normale" Zeitung mit einer "normalen" Redaktion. Was ich brauche, ist eine Zeitung, die eigene Wege geht und dadurch gestaltend auf das einwirkt, was "Normalität" im Zeitungsgeschäft ist. Der FREITAG ist als "Meinungsmedium" auf erfrischende Art eine solche Zeitung. Schön wäre nun, wenn Sie mit dem FREITAG die Strukturen und Arbeitsbedingungen, in denen im FREITAG gearbeitet wird, etwas visionärer angingen, als das Interview und Ihr Auftritt es vermuten lassen. Damit könnten sie ihren erfolgreichen Weg fortsetzen, einer strauchelnden Branche neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Und vielleicht lassen Sie die LeserInnenschaft daran teilhaben - ganz im Sinne der Transparenz und Beteiligung, die Sie so hochhalten. Herzliche Grüße Ihr MTibussek |
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@ Michael Jäger schrieb am 06.01.2012 um 01:34
Lieber Michael, ich habe in meinem Kommentar vom 05.01.2012 um 22:03 Uhr ausdrücklich eingeräumt, dass ich die Arbeit an dem von Dir und JA festgestellten Zustand der Einheit der Redaktion nicht zweifele, mir aber zum Einen vorstellen kann, daß Daniela Dahn durchaus auf noch vorhandene, nicht unwichtige Reste des Problems verweisen können wird und zum Anderen, dies ungleich wichtiger, der Freitag als Presseorgan hier nach wie vor eine Aufgabe als Meinungsbildner in dei Gesellschaft hinein wahrnehmen muß - dort ist das Problem alles andere als gelöst. Wie ich in meinem Kommentar in diesem Thread vom 06.01.2012 um 13:55 Uhr schrieb, wirft JA selbst den dahinterstehenden Widerspruch durch seine Entscheidung auf. lg uwe |
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schrieb am
06.01.2012 um 21:40
Lieber Jakob Augstein,
wenn Sie denn so überzeugt sind von dem, was geleistet wurde, wenn der Annäherungsprozess so schwer und im Ergebnis so geglückt ist, wieso haben Sie Ihre LeserInnen nicht über die Verabschiedung informiert? Wieso erfahre ich das per Zufall durch einen Blog? Auch ich bin davon überzeugt, dass eine überregionale Wochenzeitung nicht am Thema „Ost-West“ kleben sollte. Eine Konturierung von dem was „linksliberal“ sein soll, kann aber auch nicht ständig durch vermeintliche Negativabgrenzung beantwortet etwa in der Art: „die FAZ meint, BILD sagt etc.“ Das ist mir zu wenig an Eigenständigkeit. Auch Herr Blome hat Anrecht auf „im Zweifel links resp. linksliberal“. Ihre HN |
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@Helena Neumann
Den "freitag" gibt es als Zeitung. Im Abonnement oder am Kiosk käuflich zu erwerben. In der Ausgabe vom 5.Januar 2012 hat Jakob Augstein die Leser auf Seite 2 über die Trennung von den Herausgebern unterrichtet. |
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schrieb am
07.01.2012 um 00:41
@ born2mild
Sie haben recht! Ich habe die zeitung zwar hier liegen, aber diesen kleinen Hinweis "Inhalt" noch nicht gelesen, sorry! HN |
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schrieb am
07.01.2012 um 00:46
@ Lieber J. Augstein!
Meine Einlassung vom 06.01.2011 um 21:40 Uhr waren zu voreilig, wofür ich mich entschuldige! Aber diesen kleinen Artikel "Inhalt" lese ich nie zuerst. Das war ein Fehler! Ihre HN |
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@Helena Neumann
Wobei ich diesen Kommentar ganz treffend fand dazu: www.freitag.de/community/blogs/magda/derfreitag-ohne-herausgeber---daniela-dahn-in-der-taz#comment-354384 |
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...und ich bin sonst schon eine Freundin von Direktheit und hab's nicht so mit Formalitäten.
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@ miauxx und Uwe Theel
Ich habe nicht geschrieben und nicht gedacht, daß "nur noch die Herausgeber störten". Ganz im Gegenteil bedauere ich ihre Entlassung aufs Äußerste. Das ist doch klar, daß ich das bedaure, gehöre ich doch selbst zur alten Belegschaft, als welche wir diese Herausgeber eingesetzt haben, die uns übrigens seinerseits alle zur Zusammenarbeit mit Jakob Augstein ermutigt haben. Ich selbst z.B. hatte mich sehr entschieden für die Berufung Friedrich Schorlemmers zum Herausgeber eingesetzt. Nun ja, jetzt ist die Übergangszeit vorbei (oder vielleicht auch nur fast vorbei). |
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@Kurt Seifert
Andere sagen, die WOZ habe eine Auflage von 15 737. Dann kommt es auch mit der Freitag-Auflage von rund 250 000 hin. Viel fehlt ja nicht mehr. |
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schrieb am
10.01.2012 um 10:15
Ein später Nachtrag: Inzwischen habe auch ich gelesen, dass Jakob Augstein im Editorial der Nr. 1 vom 5. Januar 2012 entsprechend informiert hat. Meine Kritik bezüglich mangelnder Transparenz war an diesem Punkt also etwas voreilig. Das bitte ich zu entschuldigen!
Die Debatten um die Zukunft des «Freitag» verfolge ich von schweizerischer Warte aus mit grossem Interesse. Ich hoffe, dass es linker Publizistik im «Freitag» und anderswo in Zukunft noch besser gelingen wird, das zunehmende Unbehagen vieler Menschen, ihre Unzufriedenheit mit dem Bestehen, in solche Worte und Bilder zu fassen, die Einsicht und Bereitschaft zu eigenem Handeln wachsen lassen. |
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Ja, ja. Wie wahr!
Die Wahrheit ist weder "links" noch "rechts" zu finden. Sie ist dort zu entdecken, wo die Menschen ehrlich und aufrichtig miteinander sind. |
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Na das klingt aber nett, so pralinös: Ehrlich und aufrichtig. Leider ist man nur in einem abgesteckten Feld ehrlich und aufrichtig. Im privaten soll es unbedingt so sein, das ist man sich schuldig! Aber im öffentlichen? Da soll Wohlwollen, die Akzeptanz, dass es viele Felder des Menschlichen gibt, regieren. Dont rock the boat - ist eine Devise, die weit trägt. Aber wie sich Eisschollen reiben, zertrümmert sich das humane Gefüge ständig. Ich habe das in "den 68er" so oft erlebt, vermutlich gibt es anständig und aufrichtig sein nur dort, wo man selbst agieren kann, also "privat-lokal".
Darüber regieren die Interessen und da muss man sich halt selbst bekennen, dieses Interesse stelle ich vor alle anderen. |
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@Zeitleser am 05.01.2012 um 22:21
Geht FDP-Dummheit noch ein wenig verschwurbelter, oder soll das sinnfreie Politlyrik der abgestandenen Sorte sein? |
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@paulart
Die Wahrheit ist weder "links" noch "rechts" zu finden. Sie ist dort zu entdecken, wo die Menschen ehrlich und aufrichtig miteinander sind. Amen. Ciao Wolfram |
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@ Wolfram Heinrich
Noch 'n Pfarrer! Schönes Wochenende! |
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Dank an Magda!
Ich weiß nun nicht, was Herausgeber, so sie nicht in Personalunion auch der (die) Verleger sind, genau tun. Sind sie vielleicht so eine Art Aufsichtsrat, der beratend und auch mahnend dem Konzept einer Zeitung zur Seite steht? Sozusagen das bewahrende Gewissen, wo die anderen Beteiligten vielleicht mal die Linie aus den Augen verlieren können? Wenn es nun hier im speziellen Falle tiefgreifende Auffassungsverschiedenheiten zwischen der Herausgeberschaft und Augstein gab, ist eine Trennung freilich das naheliegendste. Allenfalls Anhaltspunkte dazu gibt D. Dahn im Interview. Mehr wissen wir nicht und Augstein hat oben dazu auch nichts gesagt. Er beklagt vielmehr, dass die Andeutungen (!) Dahns ein falsches Bild vom Inneren des Freitags zeichnen. Das finde ich ein bisschen arg wenig! Denn, warum gab es dann eine Trennung? Ich nehme mal an (man möge mich berichtigen), dass die Herausgeber keine Kostenfaktoren für Augstein darstellen. So, wie es Dahn zu entnehmen ist, haben sie offenbar bei der Konzeption des Freitag keine große oder sogar gar keine Rolle mehr gespielt. Welcher Seite das zuzuschieben ist, wissen wir auch nicht. Somit ist mir nun auch nicht klar, warum es für Augstein notwendig war, sich zu trennen! (...) bekamen alle Herausgeber von Jakob Augstein einen Brief, in dem er uns für unsere hilfreiche Begleitung in der Zeit des Überganges dankt. Diese Phase sei nun abgeschlossen, der Freitag habe den Charakter eines "Projekts" gegen den einer "normalen Zeitung" eingetauscht, woraus folge, "dass das Institut der Herausgeber sich für den Freitag überlebt hat". Der Freitag braucht sich also nicht mehr mit dem Anachronismus eines Herausgebers zu belasten?? Die Herausgeber sind nun nicht mehr "hilfreich"? Freilich wissen wir nicht, wie sich Augstein sonst noch gegenüber den Herausgebern erklärt hat und wie eben überhaupt die Stimmung bezüglich den Auffassungen über den Freitag war. Aber gerade aus Respekt gegenüber Lesern, die noch vom Ur-Freitag übrig sind, wäre eine Erklärung Augsteins zur Trennung von den Herausgebern schon geboten! Denn es soll sich doch immer noch um den Freitag handeln? Mann kann nicht einen Namen und damit ja auch den Charakter einer linken Wochenzeitung mitnehmen und nach und nach denselben in einem "Projekt", dass nach der lauten Stimme im Medienchor sucht, bis vielleicht zur Beliebigkeit verschwinden lassen. Ich sage nicht, dass es so ist und auch nichts gegen Modernisierung oder dass der Freitag nicht wenigstens einen größeren Nischenplatz verdient hätte. (Gerade was den "Alltag"-Teil angeht, sehe ich es jedoch genauso wie Fr. Dahn) Dass der Freitag-Leser aber nur über Dritte von der Entlassung der Herausgeber, die, wie gesagt, gerade für den Senior-Freitag-Leser eine Identifikation mit und vielleicht auch Personifikation des Freitag darstellen, erfährt, finde ich bedenklich! Und vor allem möchte ich eben wissen, warum das eine Notwendigkeit für den aktuellen und zukunftsweisenden Freitag darstellen soll! Und das insbesondere auch angesichts "Wir müssen reden!" bzw. "Community, übernehmen Sie!" Muss ich befürchten, dass, wenn der Freitag im großen Medienkonzert angelangt ist und vielleicht genügend Rendite für den Verleger abfällt, die Community vielleicht auch ein "dass das Institut der Community und der Blogger sich für den Freitag überlebt hat" zu hören bekommt? |
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@ miauxx am 06.01.2012 um 00:31
Wohl gesetzt, lieber Miauxx! |
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@Miauxx
Bin zwar kein Senior-Freitag-Leser, sehe die Sache aber auch so... insbesondere was der letzte Absatz betrifft. |
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D'accord!
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Daniela Dahn musste als eine von vier HerausgeberInnen der Wochenzeitung "Freitag" gehen.
Vorab eine (echte) Frage meinerseits: Wozu ist eigentlich ein Herausgeber, der nicht eh schon der Eigentümer und Verleger ist, nötig? Die Stellung des Chefredakteurs leuchtet mir ein, irgendeiner muß halt eine gewisse Ordnung in den Saustall (1) einer Redaktion bringen. Aber ein Herausgeber? Helmut Schmidt ist einer der Herausgeber der ZEIT und ich kann mir nicht vorstellen, daß Helmut Schmidt jeden Morgen um 9.00 h an seinen Schreibtisch rollt, um dort die ZEIT vor Chaos und Wahnsinn zu bewahren. Was macht also ein Herausgeber? Ich habe gerade gesehen, daß die ZEIT zwei Herausgeber hat, wovon einer (Schmidt) vermutlich nur ein Grußgustav ist. Der FREITAG hatte, wie ich jetzt erfahre, vier (!) Herausgeber. Irgendwas scheint mir da mit den Proportionen nicht zu stimmen. Friedrich Schorlemmer fragte, ob wir überhaupt noch gebraucht würden, Aha, einer der Herausgeber hat anscheinend - wie ich - nicht herausgefunden, zu was ein Herausgeber eigentlich gut ist. Ciao Wolfram (1) Das ist jetzt, bittschön, keine Beleidigung. Ich mag Schweine, es sind ungemein intelligente (und, entgegen anderslautenden Gerüchten, reinliche) Tiere. |
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Das Interview von Daniela Dahn mit der Jungen Welt finde ich fair. Es bringt mich ins Grübeln zu irgendwie links. Hier noch mal:
www.jungewelt.de/2012/01-06/047.php Ich grüble weiter, auch zu obigem Kommentar von Jakob Augstein zur "normalen" Redaktion und zur "normalen" Zeitung. Und wie es Zufälle so wollen, verlinkt gestern Abend Tom Strohschneider, redaktioneller Mitarbeiter des Freitag, aufs TAZ-Interview mit Daniela Dahn per Facebook und teilt dort mit, dass er demnächst zur TAZ wechseln werde. Schade, schrieb ich. Später entdecke ich, dass Tom Strohschneider schon gestern Morgen auf Facebook ein Bashing gegen die Junge Welt geschrieben hatte. Das oben verlinkte Interview in der JW mit Daniela Dahn war gerade erschienen. Und wir wissen, dass auch JA die JW nicht mag, irgendwie. Geht's hier strategisch um irgendwie gegen links? |
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"Geht's hier strategisch um irgendwie gegen links?"
Es geht eher um: Wir brauchen eure Hilfe nicht, wir haben genug mit uns selbst zu tun. Die 'junge Welt' ist nicht unumstritten, was ihr standing zu Iran, Israel, Stasi angeht, als Berufung auf evtl nicht die beste Wahl. 'Normal' fand ich als Begriff auch erklärenswert, hatte aber auch den Eindruck, wenn Scheffe himself sich zu Wort meldet, obwohl er nicht wollte, aber dann doch musste, irgendwie, dann werden hier Höflichkeit und Absolution ausgepackt. Kann man machen, bringt niemanden vorwärts, und wo ich von Tom Strohschneider lese, ist mir relativ wurscht, Hauptsache dass ... Übrigens hat die 'junge Welt' diejenigen,die vom Konzept abwichen, weil aufmüpfig wurden, entlassen. Möge das im derFreitag nicht so gehändelt werden, denn dann kommt 'Irgendwie-links-Land-das-jetzt-normal-sein-möchte' u.U. in Not, bzw über den Projekt-Status nicht hinaus. Da mag Herr Augstein die Haare noch so schön haben, wenn alles Richtung Auflage läuft, kentern manche Kähne. Punkt. |
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Tut mir leid, das ist mir zu dumm, passt aber zu Ihrem üblichen Würstchenstakkato.
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@ weinsztein 06:09
Gibt es da irgendwo, irgendwie eine Verpflichtungsklausel in Ihrem Vertrag, die besagt: Sollten Sie einen Kommentar von SuzieQ sichten, dann müssen Sie Ihre gute Kinderstube vergessen? Was Ihnen zu dumm ist, muss nicht per se dumm sein, könnte natürlich; es steht hier zur Diskussion. Sie diskutieren nicht, Sie (ver-) urteilen, cooles Konzept oder einfach nur unwürdig, nicht die Pelle wert. und wuuuuuuutsch |
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"Und wie es Zufälle so wollen, verlinkt gestern Abend Tom Strohschneider, redaktioneller Mitarbeiter des Freitag, aufs TAZ-Interview mit Daniela Dahn per Facebook und teilt dort mit, dass er demnächst zur TAZ wechseln werde. Schade, schrieb ich."
Das ist wirklich verdammt schade. |
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@ SuzieQ
Schöne und kluge zeigen sich gern von ihrer besten Seite, ganz besonders bei Frauen Bashing, das geht schon seit einem Jahr so. |
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"Später entdecke ich, dass Tom Strohschneider schon gestern Morgen auf Facebook ein Bashing gegen die Junge Welt geschrieben hatte...Und wir wissen, dass auch JA die JW nicht mag, irgendwie. Geht's hier strategisch um irgendwie gegen links?"
Die JW sehe ich - in vielen Punkten ziemlich links - allerdings auch sehr problematisch, ebenso wie das Neue Deutschland. Weil sie mir eben in vielen Texten ideologisch erscheinen, und das kann ich generell nicht leiden. Mit geht es um das, was aufgrund einer Faktenlage und einer generellen Haltung plausibel ist, nicht um eine ideologische oder gar Partei-Linie. |
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"Später entdecke ich, dass Tom Strohschneider schon gestern Morgen auf Facebook ein Bashing gegen die Junge Welt geschrieben hatte...Und wir wissen, dass auch JA die JW nicht mag, irgendwie. Geht's hier strategisch um irgendwie gegen links?"
Die JW sehe ich - in vielen Punkten ziemlich links - allerdings auch sehr problematisch, ebenso wie das Neue Deutschland. Weil sie mir eben in vielen Texten ideologisch erscheinen, und das kann ich generell nicht leiden. Mit geht es um das, was aufgrund einer Faktenlage und einer generellen Haltung plausibel ist, nicht um eine ideologische oder gar Partei-Linie. |
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Ich bin froh, dass es die junge Welt gibt!
Jedem, dem an linken Positionen und Gegenöffentlichkeit gelegen ist, sollte doch dankbar sein, dass es auch noch lautere Stimmen gibt. Ich meine, die Presselandschaft hierzulande mag noch reichhaltiger als in anderen europäischen Ländern sein ... Im Grunde ist sie aber doch sehr unifiziert und in Sachen Meinung und Anschauung recht dünn neben dem Boulevard. Ich stimme häufig nicht mit der jw überein und nicht zu übersehen ist, dass sie klar ideologisch motiviert ist. Aber sie markiert einen linken Gegenpol, der den Meldungs- u.v.a. Meinungseinheitsbrei der sogenannten Qualitätsmedien häufig gewinnbringend anreichert. Also auch ohne, dass man sich als radikaler links ansieht, kann man die jw wenigstens als gute Ergänzung ansehen. Bei der taz wird's da schon dünner. Auch der Freitag war bisher eine Art Gegenpol, wenngleich nicht ein wirklich linker. V.a. das eher kulturell-politische Hauptgewicht. Mal sehen ..., was Augstein wirklich will, ist mir nun noch unklarer! Aber was ist so "problematisch" daran, dass Dahn der jw ein Interview gab? Weil es die ideologische jw ist, geht freilich auch das Interview - automatisch? - in eine "bedenkliche" Richtung? Also wenn man's gelesen hat ... Immerhin fallen die Antworten deutlicher aus, als in der taz. Muss wohl auch mit der Fragestellung zu tun haben. Aber auch dafür bin ich der jw in diesem Falle dankbar! |
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Dass Dahn der JW das Interview gegeben hat fand ich nicht problematisch, ich finde auch generell hin und wieder in der JW durchaus hin und wieder interessante Artikel, auch im ND - aber eben durch diese ideologische Grundlinie werden beide Blätter für mich unglaubwürdig. Ich hatte mit vom Freitag eben diesen nicht-ideologischen Gegenpol gewünscht, von dem Augstein ja auch immer redet - nur in seinem tatsächlichen Handeln sehe ich leider immer mehr das Gegenteil.
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ich will nur nachfragen: welches bashing? sie meinten das posten eines ausrisses aus einem text in der berliner zeitung, in dem von einem angeblichen informantenverrat durch die jw die rede war? und das ist dann bashing, wenn man das mit einer äußerung des überraschtseins verbindet ("wtf?!")? und mehr noch: ein strategisches vorgehen gemeinsam mit JA? ich frage ja nur. auf einem blog, den ich mit kollegen betriebe, steht heute etwas dazu, ich habe dem nichts hinzuzufügen: bit.ly/zd2ex2
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schrieb am
06.01.2012 um 21:44
@ Magda!
Das ist wirklich verdammt schade. Wie bitte? Ich habe mich gerade an TS gewöhnt, finde, er wird immer besser, ja - verdammt schade! |
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Ja, TS mit seinem enormen output wurde immer besser, schade, dass er weg geht.
@TS, "wtf" und die meisten anderen Kürzel kenne ich nicht, mein Stand ist bei lol. Die zeitliche Nähe Ihrer Postings bei Facebook hatte mich irritiert, ich habe wohl fehlinterpretiert. Wenn ich so war, entschuldige ich mich. |
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@weinsztein, alles klar, ich wollte nur nicht, dass hier irgendwelche gerüchte in gang gesetzt werden. herzliche grüße, tos
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Zum einen war es ein Generationswechsel, zum anderen - ich denke an Christoph Hein, der (wie Diekmann? ) selbst ging, weil
die Ost-West-Thematik ihm dort und überhaupt nicht mehr ge- nügend differenziert außerliterarisch darstellbar erschien. Was mich allerdings als Leserin des FREITAG interessiert, ist die Offenlegung des Herausgeber- und Finanzmodells, ebenso, wie "flach" die Hierarchien sind und wie sog. Inklusion und Frauen- und (ein Hilfsbegriff!) ethnische "Quote" umgesetzt werden. Als Transparenzgeschenk sozusagen zu 20 Jahren FREITAG an seine Leseri_nnen. Dass Dahn und Schorlemmer nicht von selbst gegangen sind, nachdem sie lange schon ihrerseits wenig Sub- stantielles im FREITAG veröffentlicht haben, ist, wie es ist. Aller- dings hat der nun publizierte Paukenschlag des Augsteinschen Procederes als Herausgeber mich sehr befremdet, zumal er als Journalist auch auf anderen Bühnen gerne tanzt. |
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Zur Quote möchte ich gerne was sagen - weil das ja auch in dem Dahn Interview angesprochen wird.
Wir haben keinen Ressortleiter mit Ost-Vergangenheit, das stimmt. Bei der Besetzung der Ressortleitungen war Philip Grassmann und mir wichtiger, dass wir ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis haben. Darum sind Politik und Alltag mit Frauen besetzt und Feuilleton und Community mit Männern. Auch wenn das Thema Quote manchmal spöttisch behandelt wird, ist es absolut ernst zu nehmen: Es macht einen riesigen Unterschied, ob man lauter Männer oder lauter Frauen oder ein gemischtes Team hat. Mir ist dieser Gender-Aspekt in der Redaktion tatsächlich wichtiger als der Ost-West-Aspekt. Es wäre für uns zu kompliziert gewesen, in diese Gender-Quote noch eine Ost-West-Quote hineinzuflechten. So einfach ist es ja nun wieder nicht, gute Leute zu bekommen, als dass man sie sich nach Baukasten zusammensetzen kann ... Ost-West ist für uns natürlich ein zentrales Thema. Logisch. Wir verkaufen die Hälfte unserer Zeitung im Osten. Wir wären ja blöd, wenn wir diesen Strang der Freitag-Identität nicht mehr ernst nähmen. Mich interessiert am Osten vor allem die Generation der Leute, die zur Wendezeit Kinder waren, die in zwei Gesellschaften aufgewachsen sind, in der alten, zebrechenden, aus der ihre Eltern stammten und in der neuen, aufkommenden, in die sie hineingingen. Ich glaube, das ist eine sehr spannende Generation, die sich von gleichaltrigen Westlern erheblich unterscheidet - durch die Brüche, die sie erlebt hat, am eigenen Leib und an den Eltern. Wir brauchen Redakteure und Autoren aus dieser Generation - und Leser. Ich glaube, dass die Bearbeitung der Wende selbst, der DDR-Vergangenheit im Vergleich zur ostdeutschen Gegenwart heute weniger wichtig ist - obwohl natürlich das eine ohne das andere nicht zu verstehen ist. Aber es macht schon einen Unterschied, auf was man sich konzentriert: Gegenwart und Zukunft oder Vergangenheit. |
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schrieb am
06.01.2012 um 10:54
"Ich glaube, dass die Bearbeitung der Wende selbst, der DDR-Vergangenheit im Vergleich zur ostdeutschen Gegenwart heute weniger wichtig ist - obwohl natürlich das eine ohne das andere nicht zu verstehen ist."
Ein Teil der deutschen Wirklichkeit lässt sich nur aus der DDR-Vergangenheit verstehen. Wenn die sich nur noch aus Stasi-Vergangenheit und Gauck im Bewusstsein der "Wessis" (ich bin einer) festsetzt, was Medien wie Bild, ARD, ZDF, mit verschulden, dann ist der Freitag weiterhin für die Vergangenheitsbearbeitung der ehemaligen DDR notwendig. Im Übrigen heben Sie ja selbst in ihrem Text das "weniger wichtig" zum Teil wieder auf. |
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@Jakob Augstein
"Mich interessiert am Osten vor allem die Generation der Leute, die zur Wendezeit Kinder waren, die in zwei Gesellschaften aufgewachsen sind, in der alten, zebrechenden, aus der ihre Eltern stammten und in der neuen, aufkommenden, in die sie hineingingen. Ich glaube, das ist eine sehr spannende Generation, die sich von gleichaltrigen Westlern erheblich unterscheidet." Da stimme ich Ihnen - aus eigener Erfahrung - absolut zu. Aber da wollen sie doch nicht sagen, dass Sie die nicht finden? Scheint mir genau so eine Ausrede wie oft behauptet wird, man fände keine guten Frauen. Da muss man nur mal ein bisschen gucken... |
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@ Jakob Augstein schrieb am 06.01.2012 um 09:04
"Mir ist dieser Gender-Aspekt in der Redaktion tatsächlich wichtiger als der Ost-West-Aspekt. Es wäre für uns zu kompliziert gewesen, in diese Gender-Quote noch eine Ost-West-Quote hineinzuflechten." Nun, lieber herr Augstein, dann wäre das bisher wohl "ostgewichtige" Institut eines "irgendwie" betratenden Herausgeberrates ganau das Instrument, das Ihnen die zu "komplizierte" Einflechtung einer Ost-West-Quote in der Redaktion mindestens ordentlich kompensieren könnte. Ich bin sicher der Wunsch der Herausgeber, mehr die konzeptionelle Arbeit eingebunden zu werden, würde Ihrer Einsicht, daß "Ost-West ... für (Sie) natürlich ein zentrales Thema" sei - trotz aller "Kompliziertheit" - zu praktischem Niederschlag führen, ohne dass die Unabhängigkeit der einen oder anderen Seite gefährdet sein müsste, eine Seite gar, wie jetzt geschehen, abgeschafft werden müßte. Was all das für die Konzeption "was oder wie ist links für den Freitag", bedeutet will und kann ich aus mangelnder Einsicht in die Interna hier nicht weiter diskutieren, halte es aber für einen Mitbestandteil des Problems und auch Ihrer Entscheidung im diskutierten Fall der Herausgeber. Ich bedaure Ihren Schritt sehr. Mit freundlichen Grüßen Uwe Theel |
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schrieb am
06.01.2012 um 21:56
@ Augstein
"Ich glaube, das ist eine sehr spannende Generation, die sich von gleichaltrigen Westlern erheblich unterscheidet - durch die Brüche, die sie erlebt hat, am eigenen Leib und an den Eltern. Wir brauchen Redakteure und Autoren aus dieser Generation - und Leser." Im Sommer hat dFreitag dieser Generation ganze Seiten gewidmet. Das war mit Abstand eine der schlechtesten Ausgaben. Ich erinnere mich noch zu gut daran und an all die "vielen" Kommentare. Was meinen Sie eigentlich mit "die Brüche, die sie erlebt hat, am eigenen Leib und an den Eltern?" Ich erwarte da übrigens keine Antwort! |
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@Jakob Augstein
Lieber JA, Ihr Wort gegen das von Daniela Dahn, aber immerhin mit dem von Michael Jäger auf Ihrer Seite und niemandem, der offen widerspricht - vielleicht hat sie sich also geirrt. Andererseits ist schon der Ansatz des Gender-Proporzes, statt des Ost-West-Proporzes in den Leitungebenen ein von vornherein anderer Ansatz und ein von vornherein anderes Augenmerk als beim Gausschen Freitag. Die Begründung habe ich verstanden, wir leben 20 Jahre danach in einer anderen Zeit. Daniela Dahn und Friedrich Schorlemmer können - und müssen - das anders sehen. Als Aushängeschild passten sie deshalb nicht mehr, und mehr als ein Verkaufsargument fürs Zielpublikum sind ehrenamtliche Herausgeber ja selten. Das neue Aushängeschild heißt und ist JA höchststelbt einer der wenigen Branchenvertreter in diesem Land, die in allen Medien publizistisch souverän auftreten können, ob es um Print, Fernsehen oder Internet geht. Dieses Konzept ist schon schlüssig und weist in einer neuen Zeit in eine neue, etwas veränderte Richtung. Was ich anfrage - und das immer wieder - ist, ob es denn wirklich nur von oben herab mit der Brechstange und so intransparent wie hier offenbar wieder umgesetzt werden muss. Veröffentlichungen lassen nämlich nicht den Schluss zu, dass die Herausgeber mehr von den zwingenden Gründen für ihre Wegrationalisierung vor allem einen verstanden haben: Eine Zeitung brauche zwar eine klare Führung. Augsteins Vorgehen zeuge jedoch von „sehr hohem Selbstbewusstsein“.(Friedrich) bzw. "was als Geldgeber sein Recht ist." (Dahn). Gut nachvollziehbar - und für mich sowieso - ist auch Ihr Argument gegen zuviel Durchquotiererei bei den Leitungspositionen: So einfach ist es ja nun wieder nicht, gute Leute zu bekommen Ich möchte aber ergänzen: Es scheint auch nicht einfach sein, gute Leute zu halten. Dass nach ein Top-Frau wie Ulrike Winkelmann jetzt auch Tom Strohschneider zur taz wechseln will, zeigt schon, dass intern nicht alles im Grünen Bereich sein kann. Und im Ressort "Community" sowieso nicht, aber darüber reden wir ja gerade bzw. reden wir ja nicht mehr, nachdem die Ressortleitung das REDEN für beendet erklärt hat und nur noch Taten folgen lässt. Auch bei den Bloggern kommt es nicht nur darauf an, gute Leute zu bekommen, sondern auch darauf, sie zu halten. Die Ressource der dazu fähigen und gewillten könnte ähnlich knapp und begrenzt sein wie die der fähigen Redakteurinnen und Autoren. Langer Rede kurzer Sinn: Von Demokratie und Transparenz nicht nur REDEN und schreiben, sondern sie auch praktizieren. Zwei gute Eigenschaften weiterentwickeln und zusammenhalten, die Ihnen dankbare öffentlich-rechtliche Juroren schon jetzt zusprechen: Er ist ein Mann mit Eigenschaften, der etwas zu sagen hat und mit Charakter vertritt. Und bei dem das demokratische Gefühl als inneres Movens vorhanden ist, über das man nicht lange nachdenken muss. LG CB |
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"Was meinen Sie eigentlich mit "die Brüche, die sie erlebt hat, am eigenen Leib und an den Eltern?"
Hallo Helena, Sinn für Stilblüten. :-))))) Andererseits, ich verstehe schon, was gemeint ist. |
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schrieb am
06.01.2012 um 22:11
@ Christian
"Es scheint auch nicht einfach sein, gute Leute zu halten. Dass nach ein Top-Frau wie Ulrike Winkelmann jetzt auch Tom Strohschneider zur taz wechseln will, zeigt schon, dass intern nicht alles im Grünen Bereich sein kann" Bingo! LG HN |
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@Helena Neumann
Ich hatte Augstein dahingehend interpretiert - und das natürlich sehr durch meine eigene Sicht - dass die Erfahrung, in zwei Gesellschaften gelebt haben, oder durch ihre Werte geprägt wurden, interessante Blickwinkel hervorbringt (das betrifft allerdings nicht nur die, die damals Kinder waren, sondern auch eine Generation weiter wie ich, die damals schon junge Erwachsene war, aber trotzdem noch auch durch die "Westerfahrung" sehr geprägt wurde). Also nicht das konkrete Thematisieren, sondern die aus diesem Bruch erwachsene Weltsicht, generell. Und das sehe ich genauso. |
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Es ist total müssig Kommentaren zu zerpflüggen, hier ist es allerdings angebracht:
Mir ist dieser Gender-Aspekt in der Redaktion tatsächlich wichtiger als der Ost-West-Aspekt. und dann nach den Anmerkungen zu Der Generation es macht schon einen Unterschied, auf was man sich konzentriert: Gegenwart und Zukunft oder Vergangenheit.. Zum Gender-Aspekt will ich besser nichts schreiben, denn ist ist vollkommen unwichtig welches Ressort von wem gestaltet wird, wichtig ist doch wohl die Qualität. Oder? Zur Ost-West Debatte nur mal so: Wenn mir heute noch die Ideen aus dem Jugoslawien der 70ziger Jahre duch den Kopf spuken würden, wäre ich eine Romantikerin wie Handke der bedauerte das die armen Serben Benzin in Coca-Cola-Flaschen am Strassenrand kaufen mussten bevor sie mit ihrer Dragunow auf den Weg nach Sarajevo machten. Achtermann hatte heute einen "Link" zu einem Artikel in der FR gepostet (siehe unten) in dem die Lybien "Affäre" im Freitag erwähnt wird. Das sagt genug darüber aus warum bestimmte Positionen obsolet werden. Es sind reaktionäre Positionen die konserative Positionen sanktionieren. Auch diese Entscheidung war richtig. |
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Von Aachen aus liegt eh alles im Osten.
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@rosa sconto
"wichtig ist doch wohl die Qualität." Qualität ist die Grundvoraussetzung. Wichtig sind die verscheidenen Sichtweisen, die sich aus unterschiedlichen kulturellen und sozialen Erfahrungen ergeben, und eben nicht weiße, westdeutsche, heterosexuelle Männer die Diskurse bestimmen. |
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schrieb am
06.01.2012 um 22:55
@ Liebe Popkontext,
natürlich liegt es mir fern, Ihnen Ihre Erfahrungen abzusprechen, am allerwenigsten, wenn es um Brüche jedweder Art geht! Warum sollte ich auch so unsensibel sein? Die Ausgabe, auf die ich mich beziehe, hatte nun so gar nichts mit Brüchen „am eigenen Leib und den der Eltern“ zu tun. Stattdessen wurden Stereotype verbreitet und das ein Bild vom Jammer-Ossi verfestigt. Jedenfalls war das mein Eindruck. Aber das ist eine Weile her, und wie gesagt, die Zeitung hat sich sehr verbessert! Auch ich kenne diese ganz konkreten Geschichten über Brüche, Schicksalsschläge etwa das Thema „Über das Ausrangiertsein, das Nichtmehrgebraucht, das Verlassenwerden werden“. Das zehrt an der Psyche von Menschen, das ist hart! Das rede ich nicht klein! Sollten Sie dies so empfunden haben, möchte ich mich für diese Grobheit entschuldigen. Ihre HN |
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schrieb am
06.01.2012 um 23:02
@ merdeister
und erst von Brussel .... Von Berlin und Wladiwostok liegt alles im Westen! Übrigens grüße ich mit einem Klenkes HN |
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@Helena Neumann
"Stattdessen wurden Stereotype verbreitet und das ein Bild vom Jammer-Ossi verfestigt." Das kann ja durchaus sein - und das ist dann schlecht. Spricht dann aber eben nicht für das gute Händchen bei der Auswahl der Autor/innen und die Redakteur/innen, die das betreut haben. Schicksalsschläge und andere Sachen haben "Ossis" übrigens *zusätzlich* zu der einzigartigen erfahrung, in zwei Gesellschaftsordnungen gelebt zu haben erlebt. Das geht nicht um das "Ausrangiert sein", sondern die wichtige Erfahrung für die Jüngeren sind halt die unterschiedlichen WERTE, die gesamtgesellschaftlich als "normal" gelten und die oft nur ganz subtil ins wanken geraten sind. Das war zumindest meine zentrale Erfahrung von "Bruch" (zu der dann auch noch familiäre etc. wie bei vielen anderen dazu kam). |
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schrieb am
07.01.2012 um 00:28
@ Popkontext
"die unterschiedlichen WERTE," das könnte eine spannende Diskussion werden! Nur sie findet hier nicht statt! Ich frage mich aber auch, welche Werte sind gemeint, welche Lebensbereiche tangierten diese Werte, von denen Sie sprechen und, was wären dann Ihrer Meinung nach die spezifischen Unterschiede. Ich mache auf der zwischenmenschlichen Ebene immer wieder die Erfahrung, dass das alles nicht so weit auseinander liegt. Schreiben Sie darüber einmal einen Blog. Ihre Meinung interessiert mich. Dass Sie schreiben können, muss ich Ihnen ja nicht sagen! Ihre HN |
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Diese Werte, und ihre WERTUNGEN, betreffen alle Lebensbereiche - das weiß jede/r der / die aus einer Kultur in eine andere gekommen ist. Natürlich sind wir alle menschen - Sie werden auch mit einem Afrikaner, der in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist Gemeinsamkeiten finden.
Leider habe ich für einen Blog nicht die Zeit, weil das ja auch sehr sensibel und komplex ist. Sowas könnte sich der Freitag z.B. mit mehr ostdeutschen Autor/innen reinholen, und gab / gibt es ja auch hin und wieder, wo die Momente, wo jemandem das auffällt - z.B. durch eine Rückkehr aus dem Westen - , eingefangen werden. |
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@ merdeister - machs Dir nicht zu leicht.
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J. A. schrieb: Mich interessiert am Osten vor allem die Generation der Leute, die zur Wendezeit Kinder waren .... Wir brauchen Redakteure und Autoren aus dieser Generation - und Leser."
Das ist so ziemlich die langweiligste Generation, die es gibt. Die haben jetzt 20 Jahre Jahre eingebläut bekommen, dass Netzwerkerei vor Meinungsfreiheit kommt und so schreiben sie auch. Da findet wieder eine Vorsortierung nach Alter und Herkunft statt, wie in allen Mainstream-Medien ... |
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@Hadie
"Die haben jetzt 20 Jahre Jahre eingebläut bekommen, dass Netzwerkerei vor Meinungsfreiheit kommt und so schreiben sie auch." Wo hast du das bitte her??? "Da findet wieder eine Vorsortierung nach Alter und Herkunft statt, wie in allen Mainstream-Medien ..." Aber eben eine andere (wenn auch leider nicht so anders wie ich's wünschte), das ist der Punkt... |
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schrieb am
07.01.2012 um 19:12
"Leider habe ich für einen Blog nicht die Zeit, weil das ja auch sehr sensibel und komplex ist."
Das ist sehr schade. Meine Hypothese, liebe Barbara ist nämlich, dass es eine Menge an Konvergenz geben könnte. Salut Ihre Helena |
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schrieb am
07.01.2012 um 19:20
Liebe Magda,
das mit dem "am eigenen Leib" nehme ich sehr ernst. Meine beiden ersten Vorgesetzten haben "rüber gemacht", in einer Nacht und Nebelaktionen über die Elbe und unter Bedrohung an Leib und Leben! RAHAB ist ein Flüchtlingskind. Sie war nicht von ungefähr über zwei Jahrzehnte als Anwältin, wie Du weist, für Flüchtlinge und Asylanten tätig. Das mit den Erfahrungen an Leib und Seele ist mir sehr wichtig. Meine These ist, die Aufarbeitung hat noch gar nicht angefangen, oder? Andererseits passt das hier nicht hin. |
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@Helena Neumann
Was meinen sie mit Konvergenzen? Schnittmengen? Natrülich, ohne Frage, das sagte ich bereits. Nur auch mehr Unterschiede als man aufgrund der gemeinsamen Sprache / Geschichte glaube ich bereits. Im Übrigen ist das ja kein Thema, was nie aufgegriffen wurde, sondern auf diverse Art in vielen Facetten, mehr oder weniger gelungen. |
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lieber jakob augstein,
folgende passage Ihres kommentars irritiert mich: "Mich interessiert am Osten vor allem die Generation der Leute, die zur Wendezeit Kinder waren, die in zwei Gesellschaften aufgewachsen sind, in der alten, zebrechenden, aus der ihre Eltern stammten und in der neuen, aufkommenden, in die sie hineingingen. Ich glaube, das ist eine sehr spannende Generation, die sich von gleichaltrigen Westlern erheblich unterscheidet - durch die Brüche, die sie erlebt hat, am eigenen Leib und an den Eltern. Wir brauchen Redakteure und Autoren aus dieser Generation - und Leser." ich weiß schon, dass das die sogenannte "3te Generation" ist, da geht es um die die zwischen 1975 und 1985 in der DDR geborenen. aber ist das nicht eher ein thema als eine zielgruppe? okay, in deren biographien kann sich eine menge spiegeln, das kann man aber zusätzlich auch aus erster hand haben. und überhaupt sind die erfahrungen, bereicherungen, eben folgen der parallel-vergangenheit und ja auch -gegenwart doch nicht allein an geteilten biographien festzumachen. womöglich missverstehe ich Sie, für mich aber klingt es nach einer einschränkung statt horizonterweiterung. publizistischen erfolg kann Ihnen eine 60-jährige autorin aus dem osten genaus so ermöglichen wie ein 30-jähriger aus dem westen. und umgekehrt. tag und ort der geburt sind nicht wichtig, aber richtung und spielräume des denkens sind es. und da vielfalt und chance. |
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Lieber Jakob Augstein,
vielen Dank für Ihre Kommentare an dieser Stelle. Ich gehöre zu der Generation (Jg. 1973), von der Sie sprechen. Der Freitag war für mich als Leser ein Stück geistiger Heimat: nicht wegen seiner Ostigkeit, sondern wegen seiner unabhängigen Intellektualität. (Das ist eine Eigenschaft, die sowohl Gaus als auch Daniela Dahn für mich verkörpern.) Ich kann nachvollziehen, dass die Zielgruppe des alten Freitag schlicht zu klein war. Mancher potentieller Leser fand die tiefgründigen Texte wohl zu anstrengend. Der neue Freitag ist nicht nur leichter verdauliche Kost, sondern erkennbar vor allem um Anschlußfähigkeit bemüht. Es geht um die Mitgestaltung der öffentlichen Meinung, durchs Anflanschen an den Mainstream, aber halt von links, was sicher eine wichtige Aufgabe ist. Durch die Änderung ist mir erst aufgefallen, dass ich den Freitag nie las, weil der links ist, sondern weil er unabhängig, aufklärerisch war. Hier fanden genau die Debatten statt, die anderswo schon ideologisch entschieden waren. Für mich ist es nicht so wichtig, meine eigene Meinung zu lesen, ich möchte Argumente und Fakten haben. Deshalb ist der Freitag als Meinungsmedium für mich nicht die richtige Zeitung (es gibt nun gar keine mehr, die ich abonnieren würde). Mit dem Abgang der Herausgeber ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich zu verabschieden. Ich bin froh, dass Sie es auf sich genommen haben, eine linksliberal meinende Zeitung zu produzieren. Vielen Dank dafür. Nur um den Freitag ist es schade. |
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Magda schrieb am 07.01.2012 um 09:10
Das ist nicht leicht, von Dresden sieht es ganz anders aus. |
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Der Westen ist immer irgendwie links ...
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Peinlich: überall 'diekmannt' es gerade unüberlesbar.
Ich meinte natürlich Friedrich Dieckmann. |
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In jeder Redaktion, bei jeder Zeitung, jeder Publikation, kommt es seit 10 Jahren zu Kürzungen. Was ist daran so verwunderlich? Und, warum soll da derFreitag eine Ausnahme machen?
Das Brückenschlagen ist nicht gut, weil Brücken von allen genutzt werden. Aber bestimmte ökonomische Zustände müssen sich sogar auch im irgendwie-linken und linken Spektrum per regelmässiger Anpassung an die Realitäten messen lassen. |
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@ Rosa Sconto
Aber bestimmte ökonomische Zustände müssen sich sogar auch im irgendwie-linken und linken Spektrum per regelmässiger Anpassung an die Realitäten messen lassen. Die Frankfurter Rundschau schreibt dazu (06.01.12): Glaubt man ihrem Eigentümer, ist sie auf gutem Weg, in wenigen Jahren schwarze Zahlen zu schreiben. „Wir sind im Plan“, sagt Augstein und spricht von steigenden Abo-Zahlen (knapp 10.000 Exemplare) und einem wachsenden Anzeigengeschäft – beides freilich auf niedrigem Niveau. Quelle: www.fr-online.de/medien/der-freitag-vier-herausgeber-muessen-gehen,1473342,11395800.html |
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@ Achtermann
Die Abozahlen sind eine Sache, die FR sollte dazu besser still sein, nur das passt eh in den Trend den ich meinte. Wenn die Wirtschaft strauchelt fallen als erstes die Medien auf die Nase. Aus verlegerischer Sicht ist ein Mangel an den sonst so geschmähten Werbekunden ein nicht zu unterschätzender Faktor der sich dann auch bei den Kürzungen ausdrückt. Ob nun die Abwanderung der so herausragenden Autoren, und natürlich der Herausgeber, wirklich einen so großen Einfluss auf die Gesamtqualität haben wird bleibt abzuwarten. Dieses redaktionelle Ungleichgewicht bei Kultur vs. Wirtschafts Berichten. Es sind, gerade jetzt, ganz tolle Optionen offen, einen Markt zu erschließen der Unternehmen ansprechen könnte, die eine sozial verantwortliche Unternehmenskultur verfolgen. Die aber nehmen den Freitag gar nicht wahr weil nicht darüber berichtet wird. Was ich meine ist, wenn ich eine sozial verantwortliche Wirtschaft will, muss ich mir als Journalistin auch die Zeit nehmen über reale Beispiele zu berichten. Das geschieht beim Freitag überhaupt nicht. Das beste Beispiel ist ganz konkret die Finanzierung der Freitags Community; |
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@ Rosa Sconto am 06.01.2012 um 23:42
Liebe Rosa, in Deiner Kritik hinsichtlicher eines fehlenden Wirtschaftsteiles des Freitag stimme ich Dir ganz zu. Was diese pseudoökonomischen Aufrechnungen, durch Leser-Buchhalter wie Achtermann oder born2bmild betrifft, so treffen sie im Falle der Auflösung des Herausgeberrates überhaupt nicht zu, da diese vier Menschen diese Funktion ohne Bezahlung ausübten. Warum also deren Abschaffung ein Vorteil aus ökonomischen Gründen sein sollte bleibt mir verborgen. Nein, nach allen Verlautbarungen JAs und DDs gibt es hier nur "konzeptionelle" Gründe. |
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@Uwe Theel
Was diese pseudoökonomischen Aufrechnungen, durch Leser-Buchhalter wie Achtermann… Lieber Uwe, ich stellte hier weder zustimmend noch kritisierend eine Textstelle aus der Frankfurter Rundschau ein. Nicht mehr und nicht weniger. Sie sollte lediglich als Ergänzung zu Rosa Scontos Anmerkung dienen. Nicht mehr und nicht weniger. Was du daraus machst und mir unterstellst, nämlich "pseudoökonomische Aufrechnungen" zu betreiben und als "Leser-Buchhalter" zu agieren, gehört zu deiner leider mittlerweile typischen Art, Diskussionen zu führen. Wenn's deiner Psychohygiene dienlich ist, dann gewähre ich dir das weiterhin. Nur: Produktiven Diskussionen, wie du sie schon mal zwischen dir und mir angemahnt hast, wird dieses Gebaren nicht zwingend förderlich sein. |
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@ Achtermann am 07.01.2012 um 09:38
Bitte, Lieber Achtermann, dann erkläre mir einmal aus welcher richtung ich dieses abstrakte "Es muß sich rechnen"-Argument begreifen, soll, wenn nicht als reine Übernahme eines Argumentes im sinne des "share holder value- Denkens". Dersratiges Denken will ich den shareholders gerne lassen. Was nutzt es mir als leser, wenn ich deren Argumente übernehme und dann einen Zeitung erhalte, die deren interessen, aber meinen nicht mehr befriedigt. Ich frage mich inzwischen, weshalb Du, ich und andere einmal um den Erhalt einer FANKFURTER RUNDSCHAU gekämpft haben, bei der auch alles einmal ähnlich anfing und dann einen Zeitung blieb, die wir nuns damals eben genau nicht wünschten und die nur noch von sich selbst für die alte gehalten wird? P-S.: Und nimm Bitte mal dieses unangebrachte persönliche Betroffenheitsargument aus Deiner Argumentation mir gegenüber. Weder ist hier Watzlawick zu exemplifizieren, noch hättest Du mich anders verstanden, wenn ich geschrieben hätte "der leser-buchhalterische Text des Achtermann". - Danke |
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@ Uwe Theel schrieb am 07.01.2012 um 00:23
Uwe, dank für diesen Hinweis: im Falle der Auflösung des Herausgeberrates ... nicht zu, da diese vier Menschen diese Funktion ohne Bezahlung ausübten. Das habe ich nicht gewusst. Auch wenn wir hier Beiträge beisteuern, - Deine Info lässt den Verdacht, den "blog1" weiter unten im letzten Satz seines Kommentars erwähnt, als mögliche Zukunft der FC noch wahrscheinlicher werden. |
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@ Achtermann & @ Uwe
ich habe Achtermanns Verlinkung sogar gut gefunden. Und, auch wenn die Neue FR nicht mehr die alte ist, so ist dieser Beitrag zu dem Thema immer noch besser als in anderen Medien. Ist es nicht lustig mit den Verlegersöhnen, FR hat ein Neven die Zeitung schlacht-reif geblogt, "Newsoftheworld" hat ein Murdoch Spross schracht-reif "gebuggt". Und beide haben erreicht das die "wichtigeren" Unternehmensanteile gestärkt aus aus dem Manöver hervorgingen (Sky TV & Internet und WallstreetJournal Germany)... |
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@Jakob Augstein schrieb am 05.01.2012 um 21:18:
"Wir haben eine Haltung, im Zweifel links, aber Ideologie und Journalismus vertragen sich nicht. Wir müssen für möglich halten, dass auch Linke irren können und uns immerzu prüfen und offene Augen und ein offenes Herz haben. Nicht mehr, nicht weniger. Diese Kategorisierungen links, rechts, linksliberal usw. helfen nicht weiter, wenn nicht eindeutig gesagt wird, wofür diese Begriffe stehen. Was soll das denn heißen "Ideologie und Journalismus vertragen sich nicht?" Wenn für mich Ideologie die Summe meiner Wertvorstellungen sind, dann sollte man dies auch sagen, wenn man die nicht hat. Dass nehme ich bei J.A. natürlich nicht an. Also was soll man dann mit der Aussage anfangen? Wie weit geht meine Liberalität (ebenfalls ein Ideologiebegriff), die die Freiheit des Individuums im Fokus hat, aber in der Wirklichkeit schnell an den Folgen unseres Systems marginalisiert wird? Bin ich bereit, auch oder gerade in der Eigentumsfrage klar Stellung zu beziehen, wenn gerade das Eigentum mit zur Zerstörung dieses Ideals führt? Insoweit ist eine Ideologie für mich eine Richtschnur, die sich sehr gut in Leitsätzen definieren lässt. Nicht umsonst haben wir ein Grundgesetz was Sprengkraft beinhaltet, wenn man die Artikel so umsetzt, wie sie geschrieben stehen! Ideologie so verstanden, gerne. |
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(Also Magda, wirklich, nur zwei Links. Etwas mehr Arbeit hättest du dir schon machen können ;)
Zum Thema. Eine "normale" Redaktion passend zu einer "normalen" Zeitung. Mein erster Gedanke: "Der Patient ist geheilt und darf wieder in die Öffentlichkeit." (Erziehung erfolgreich, Dank Rousseau :) Mein Interesse gilt Mustern und Strukturen. Das betreffend sind aktuelle "normale" Zeitungen im Internet recht schwach auf der Brust. Man nehme nur den neuen Auftritt der FAZ. Eine ins Unendliche ausgewalzte Zeitung. Hier ist noch viel möglich. (Diskussion mit JJK ...) Noch kurz eine Bemerkung zu Beliebigkeit, was immer damit auch gemeint sein mag. Mir persönlich ist (angebliche) Beliebigkeit in einem offenen, freien Umfeld, in dem jeder eine Stimme bekommt, wichtig. Denn, was wäre die Alternative? Eine offene und freie Community erfordert meiner Meinung nach Mut zur Beliebigkeit. Diesen Mut hat JA aufgebracht, darum haben wir hier eine offene und freie Community (bisher). Möglicherweise wird genau das ab und an etwas unterschätzt. Gewisse Bestrebungen zur Eliminierung von Beliebigkeit würden gleichzeitig das Offene und Freie mit über Bord spülen. |
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Aus Zeitmangel stimme ich Streifzug mal zu, ohne noch meinen eigenen Senf dazuzugeben. Ist auch nicht nötig, der Kommentar trifft es.
Ach doch, eins noch. Ich bin seit 11 Jahren Ostdeutscher, sogar schwul (schon etwas länger) - krieg ich jetzt nen Job? So als Quotenzonentunte |
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Hallo KalleWirsch,
in welchem Ressort? |
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@ streifzug - manchmal besteht die schwere Arbeit auch in der Zurückhaltung. Und es war eine Zeitfrage. Bussi.
Allerdings weiß ich nicht, wie ich Deine Bemerkungen zur Beliebigkeit einordnen soll. Ein früher (Streif) Zug von Dir hatte weniger "beliebige" fast linksrevolutionäre Töne drauf und der ist dem Verleger damit richtig auf die Pelle gerückt. Vielleicht war das ja eine frühe Pubertätsphase. Jaja, die Facetten, die vielen Facetten.... |
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Magda,
manchmal bist du drollig und reagierst wie eine zickige, eifersüchtige kleine Schwester. Allerdings wird es irgendwann auch langweilig, auf die immer gleichen Phrasen zu reagieren. |
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@ Streifzug - mach' nicht den Fehler und mich "klein", so groß sind Deine Videoschuhe auch nicht.
Ich stelle mir Fragen. Aus Gründen. Eifersucht - worauf, bitte? Deine Meinungen hier haben sich sehr verändert, ändern sich dauernd. Ich entdecke manchmal plötzlich komplette Unkenntnis, wo vorher Kompetenzbehauptung war. Ich gucke mir das auch weiterhin an. Deine Reaktion spricht auch schon Bande, Ende. |
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Ist doch gut, Herzchen, reg dich nicht auf, nicht dass dein Elan dich wieder verlässt, wo du doch jetzt so runderneuert drauf bist.
Ansonsten: "Was interessiert mich dein, Pardon, mein Geschwätz von gestern." |
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@ Liebe Magda
Ich bin seit letztem Jahr „old-fashioned-like“ Leserin und Abonnentin (bis auf Dez‘2011 umständehalber „Kioskkäuferin“) der Zeitung dFreitag. Aus meiner Sicht hat sich die Zeitung 2011 kontinuierlich verbessert, und dies ist für mich ausschlaggebend, hier zu kommentieren! Ja, auch ich hätte mir gewünscht, den Abschied von den Herausgebern in dFreitag zu lesen. Bis auf den exzellenten Artikel von Frau Dahns www.freitag.de/1148-die-grenzen-der-toleranz/ Extremismus vom 02.12.2011, der von der FC kaum kommentiert (links liegen gelassen?) wurde, habe ich allerdings die Herausgeber hier bei dFreitag nicht bemerkt. Ich bedauere, dass z.B. Friedrich Schorlemmer nichts geschrieben hat. Was hat den einen oder anderen Herausgeber daran gehindert, 2011 einmal einen Blog einzustellen, oder einfach zu kommentieren? Soviel zum Thema Hierarchie! Bedauerlich finde auch ich, dass der „Alltag“ ein wenig verkommt, eben ganz im Sinne von „Alltag“ banal erscheint, mir manchmal sogar reaktionär daherkommt. Dafür sorgen zum einen die Themen, zum anderen aber auch die Autoren! Ich habe bisher dazu Stellung bezogen, inzwischen verkneife ich mir den einen oder anderen Kommentar, ohne unerwähnt zu lassen, dass meiner Meinung nach die Seite A-Z immer exzellent gemacht ist. Im Gegensatz zu dem einen oder andern Leser gefällt mir die Gärtner-Koch-Wein-Wetter-Haushaltskolumne sehr gut. Die Alternative zu Beliebigkeit kann ja wohl nicht „Bierernst“ sein! Dagegen fallen „Frauen- und Männersachen“, um ein Beispiel zu nennen, auf einen Diskussionstand zurück, der meiner Meinung nach das Thema eher trivialisiert bis unnötig erscheinen lässt. Bedenkt man, dass dFreitag sich kein ausgewiesenes Wirtschaftsressort leistet, fällt dies für mich ins Gewicht. Mit der Kritik ist das hier so eine Sache: Da menschelt es bei dFreitag, wie anderswo auch www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/du-und-die-linke-eine-gescheiterte-umfrage-unter-kulturschaffenden. Meine in den letzten Tagen formulierten Verbesserungsvorschläge für den „Alltag“, die ganz in Richtung von Frau Dahns gehen, bleiben deshalb „zu aller Gefälligkeit“ einmal auf der Festplatte liegen. Übrigens, die Richtung „linksliberal“, macht so ein Zeitungsprojekt wie dFreitag nicht einfacher. Deshalb bin ich auch sehr gespannt, welche Richtung der Zug 2012 nimmt! Salut Helena |
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@ Liebe Magda
Ich bin seit letztem Jahr „old-fashioned-like“ Leserin und Abonnentin (bis auf Dez‘2011 umständehalber „Kioskkäuferin“) der Zeitung dFreitag. Aus meiner Sicht hat sich die Zeitung 2011 kontinuierlich verbessert, und dies ist für mich ausschlaggebend, hier zu kommentieren! Ja, auch ich hätte mir gewünscht, den Abschied von den Herausgebern in dFreitag zu lesen. Bis auf den exzellenten Artikel von Frau Dahns www.freitag.de/1148-die-grenzen-der-toleranz/ Extremismus vom 02.12.2011, der von der FC kaum kommentiert (links liegen gelassen?) wurde, habe ich allerdings die Herausgeber hier bei dFreitag nicht bemerkt. Ich bedauere, dass z.B. Friedrich Schorlemmer nichts geschrieben hat. Was hat den einen oder anderen Herausgeber daran gehindert, 2011 einmal einen Blog einzustellen, oder einfach zu kommentieren? Soviel zum Thema Hierarchie! Bedauerlich finde auch ich, dass der „Alltag“ ein wenig verkommt, eben ganz im Sinne von „Alltag“ banal erscheint, mir manchmal sogar reaktionär daherkommt. Dafür sorgen zum einen die Themen, zum anderen aber auch die Autoren! Ich habe bisher dazu Stellung bezogen, inzwischen verkneife ich mir den einen oder anderen Kommentar, ohne unerwähnt zu lassen, dass meiner Meinung nach die Seite A-Z immer exzellent gemacht ist. Im Gegensatz zu dem einen oder andern Leser gefällt mir die Gärtner-Koch-Wein-Wetter-Haushaltskolumne sehr gut. Die Alternative zu Beliebigkeit kann ja wohl nicht „Bierernst“ sein! Dagegen fallen „Frauen- und Männersachen“, um ein Beispiel zu nennen, auf einen Diskussionstand zurück, der meiner Meinung nach das Thema eher trivialisiert bis unnötig erscheinen lässt. Bedenkt man, dass dFreitag sich kein ausgewiesenes Wirtschaftsressort leistet, fällt dies für mich ins Gewicht. Mit der Kritik ist das hier so eine Sache: Da menschelt es bei dFreitag, wie anderswo auch www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/du-und-die-linke-eine-gescheiterte-umfrage-unter-kulturschaffenden. Meine in den letzten Tagen formulierten Verbesserungsvorschläge für den „Alltag“, die ganz in Richtung von Frau Dahns gehen, bleiben deshalb „zu aller Gefälligkeit“ einmal auf der Festplatte liegen. Übrigens, die Richtung „linksliberal“, macht so ein Zeitungsprojekt wie dFreitag nicht einfacher. Deshalb bin ich auch sehr gespannt, welche Richtung der Zug 2012 nimmt! Salut Helena |
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@ Liebe Magda
Ich bin seit letztem Jahr „old-fashioned-like“ Leserin und Abonnentin (bis auf Dez‘2011 umständehalber „Kioskkäuferin“) der Zeitung dFreitag. Aus meiner Sicht hat sich die Zeitung 2011 kontinuierlich verbessert, und dies ist für mich ausschlaggebend, hier zu kommentieren! Ja, auch ich hätte mir gewünscht, den Abschied von den Herausgebern in dFreitag zu lesen. Bis auf den exzellenten Artikel von Frau Dahns www.freitag.de/1148-die-grenzen-der-toleranz/ Extremismus vom 02.12.2011, der von der FC kaum kommentiert (links liegen gelassen?) wurde, habe ich allerdings die Herausgeber hier bei dFreitag nicht bemerkt. Ich bedauere, dass z.B. Friedrich Schorlemmer nichts geschrieben hat. Was hat den einen oder anderen Herausgeber daran gehindert, 2011 einmal einen Blog einzustellen, oder einfach zu kommentieren? Soviel zum Thema Hierarchie! Bedauerlich finde auch ich, dass der „Alltag“ ein wenig verkommt, eben ganz im Sinne von „Alltag“ banal erscheint, mir manchmal sogar reaktionär daherkommt. Dafür sorgen zum einen die Themen, zum anderen aber auch die Autoren! Ich habe bisher dazu Stellung bezogen, inzwischen verkneife ich mir den einen oder anderen Kommentar, ohne unerwähnt zu lassen, dass meiner Meinung nach die Seite A-Z immer exzellent gemacht ist. Im Gegensatz zu dem einen oder andern Leser gefällt mir die Gärtner-Koch-Wein-Wetter-Haushaltskolumne sehr gut. Die Alternative zu Beliebigkeit kann ja wohl nicht „Bierernst“ sein! Dagegen fallen „Frauen- und Männersachen“, um ein Beispiel zu nennen, auf einen Diskussionstand zurück, der meiner Meinung nach das Thema eher trivialisiert bis unnötig erscheinen lässt. Bedenkt man, dass dFreitag sich kein ausgewiesenes Wirtschaftsressort leistet, fällt dies für mich ins Gewicht. Mit der Kritik ist das hier so eine Sache: Da menschelt es bei dFreitag, wie anderswo auch www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/du-und-die-linke-eine-gescheiterte-umfrage-unter-kulturschaffenden. Meine in den letzten Tagen formulierten Verbesserungsvorschläge für den „Alltag“, die ganz in Richtung von Frau Dahns gehen, bleiben deshalb „zu aller Gefälligkeit“ einmal auf der Festplatte liegen. Übrigens, die Richtung „linksliberal“, macht so ein Zeitungsprojekt wie dFreitag nicht einfacher. Deshalb bin ich auch sehr gespannt, welche Richtung der Zug 2012 nimmt! Salut Helena |
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@ Liebe Magda
Ich bin seit letztem Jahr „old-fashioned-like“ Leserin und Abonnentin (bis auf Dez‘2011 umständehalber „Kioskkäuferin“) der Zeitung dFreitag. Aus meiner Sicht hat sich die Zeitung 2011 kontinuierlich verbessert, und dies ist für mich ausschlaggebend, hier zu kommentieren! Ja, auch ich hätte mir gewünscht, den Abschied von den Herausgebern in dFreitag zu lesen. Bis auf den exzellenten Artikel von Frau Dahns www.freitag.de/1148-die-grenzen-der-toleranz/ Extremismus vom 02.12.2011, der von der FC kaum kommentiert (links liegen gelassen?) wurde, habe ich allerdings die Herausgeber hier bei dFreitag nicht bemerkt. Ich bedauere, dass z.B. Friedrich Schorlemmer nichts geschrieben hat. Was hat den einen oder anderen Herausgeber daran gehindert, 2011 einmal einen Blog einzustellen, oder einfach zu kommentieren? Soviel zum Thema Hierarchie! Bedauerlich finde auch ich, dass der „Alltag“ ein wenig verkommt, eben ganz im Sinne von „Alltag“ banal erscheint, mir manchmal sogar reaktionär daherkommt. Dafür sorgen zum einen die Themen, zum anderen aber auch die Autoren! Ich habe bisher dazu Stellung bezogen, inzwischen verkneife ich mir den einen oder anderen Kommentar, ohne unerwähnt zu lassen, dass meiner Meinung nach die Seite A-Z immer exzellent gemacht ist. Im Gegensatz zu dem einen oder andern Leser gefällt mir die Gärtner-Koch-Wein-Wetter-Haushaltskolumne sehr gut. Die Alternative zu Beliebigkeit kann ja wohl nicht „Bierernst“ sein! Dagegen fallen „Frauen- und Männersachen“, um ein Beispiel zu nennen, auf einen Diskussionstand zurück, der meiner Meinung nach das Thema eher trivialisiert bis unnötig erscheinen lässt. Bedenkt man, dass dFreitag sich kein ausgewiesenes Wirtschaftsressort leistet, fällt dies für mich ins Gewicht. Mit der Kritik ist das hier so eine Sache: Da menschelt es bei dFreitag, wie anderswo auch www.freitag.de/community/blogs/michael-angele/du-und-die-linke-eine-gescheiterte-umfrage-unter-kulturschaffenden. Meine in den letzten Tagen formulierten Verbesserungsvorschläge für den „Alltag“, die ganz in Richtung von Frau Dahns gehen, bleiben deshalb „zu aller Gefälligkeit“ einmal auf der Festplatte liegen. Übrigens, die Richtung „linksliberal“, macht so ein Zeitungsprojekt wie dFreitag nicht einfacher. Deshalb bin ich auch sehr gespannt, welche Richtung der Zug 2012 nimmt! Salut Helena |
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Als ein Blogger der Neuzeit, ich meine was meine Zugehörigkeit zur Community betrifft und als jemand, der aus dem Westen kommt und der sich im Gegensatz zu vielen Wessis nicht anmaßt, beurteilen zu können, wie sich ein politischer Systemwechsel bei den Betroffenen tatsächlich emotional und materiell auswirkt, möchte ich zu dem Interview von Daniela Dahn in der Junge Welt und auf die Reaktion von Jakob Augstein eingehen.
Interessant für mich ist, dass nicht Jakob Augstein auf die Herausgeber zugegangen ist, sondern die Herausgeber kontaktierten Jakob Augstein, weil sie sich in gewisse Veränderungsprozesse nicht mehr eigebunden fühlten. Der Vorwurf von Daniela Dahn bewegt sich augenscheinlich auf zwei Ebenen. Die erste Ebene bezieht sich auf die inhaltliche Aspekte, nämlich dass der Freitag seine Brückenfunktion zwischen Ost und West nicht mehr wahrnimmt und sich seine Ausrichtung von linksintellektuell in linkliberal gewandelt hat. Dieser Wandel in der Grundausrichtung ging einher mit einem Austausch des Personals in Richtung einer eindeutigen Westlastigkeit, insbesondere was die leitenden Funktionen betrifft. Zu dieser Vorgehensweise gibt es einen entsprechenden Leitsatz „Structure follows strategy“, die Struktur folgt der Strategie. Aus Sicht von Daniela Dahn wurde also der Anteil „Ost“ schlichtweg inhaltlich und personell wegrationalisiert. Insofern kann ich den Satz mit dem misstrauischen gegenseitigen Beäugen nicht so recht verstehen, weil er sich durch den Zeitablauf ohnehin „überlebt“ hat. Was nun die Trennung Jakob Augsteins von seinen Herausgebern betrifft, könnte man jetzt, etwas überspitzt formulieren, „der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“. Das Interessante dabei ist, dass der Mohr quasi selbst um seine Entlassung gebeten hat, nicht direkt zwar, aber indirekt, weil er in dem Gespräch signalisiert hat, dass er sich eine andere Art von Kommunikation vorstellt. Das ist die hohe Schule der Exit-Strategie. Es ist durchaus logisch und nachvollziehbar, wenn sich der Verleger und Eigentümer das Recht vorbehält, welche Ausrichtung eine Wochenzeitschrift inhaltlich und personell haben soll, schließlich trägt er das alleinige finanzielle Risiko. Er sollte aber nicht den Eindruck erwecken, dass er einen kollegialen Führungsstil bevorzugt, der durchaus Beratungselemente anderer kritischer Kompetenzträger mit einfließen lässt. Es nützt relativ wenig, wenn man in geradezu freundschaftlicher Art und Weise den Arm auf die Schulter seines Gegenüber legt, dieser sich dann geborgen fühlt und ehrlich seine Meinung sagt, die auch mal weh tun kann, ihn dann aber knallhart fallen lässt, wen einem diese Meinung gegen den Strich läuft. Das lässt nichts Gutes ahnen für die Initiative „Wir müssen reden“ oder irre ich mich da? |
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@ blog1 schrieb am 06.01.2012 um 13:55
"Das lässt nichts Gutes ahnen für die Initiative „Wir müssen reden“ oder irre ich mich da?" Ich wünschte ich könnte mit Dir irren. |
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Absolut d'accord @blog 1
"Es nützt relativ wenig, wenn man in geradezu freundschaftlicher Art und Weise den Arm auf die Schulter seines Gegenüber legt, dieser sich dann geborgen fühlt und ehrlich seine Meinung sagt, die auch mal weh tun kann, ihn dann aber knallhart fallen lässt, wen einem diese Meinung gegen den Strich läuft." Genau das ist mein Kritikpunkt. |
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Linksintellektuell in linkliberal ist irgendwie links..., und Deine Vorahnung hatte ich als das "Community übernehmen sie" erschien." "
JA folgt einfach nur genau dem Trend mit dem sich alle Verleger seit 10 Jahren der Informationsflut aus dem Internet zu widersetzen versuchen. Mit der Eröffnung des "FC Projekts" hat er als einziger Verleger in Deutschland ganz real versucht einen Massstab für das Leser Publikation Verhältnis zu setzen. Oder kennst Du eine andere Meinunngsplattform in der sich der Verleger der Diskussion mit den Lesern stellt (im oben gennnten Beispiel sogar am selben Tag, 11.11.11)? Das kostet nicht nur, das ist auch mutig. Wie lange er noch genug Masochismus aufbringt die FC in dieser Form zu erhalten würde er hier niemals sagen. Wenn der 2. Server plötzlich platt ist war eh die Technik Schuld. So what? |
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@Rosa Sconto
"Oder kennst Du eine andere Meinungsplattform in der sich der Verleger der Diskussion mit den Lesern stellt." Das ist ja auch eher aus der Not eine Tugend machen, wie das ganze Projekt. Und alles auf Sparflamme. Ernsthaft angegangen wäre es teurer geworden, aber ggf. auch erfolgreicher. Nur hätte man dann auch überlegen müssen, wo das Geld wieder reinkommt. "im oben gennnten Beispiel sogar am selben Tag" Da stand er ganz einfach auch unter Druck. |
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@ Popkontext
@ Rosa Sconto Wir sollten zwei Dinge voneinander unterscheiden. Die Absicht Jakob Augsteins, Blogger in die redaktionelle Arbeit mit einzubeziehen und Ihnen einen journalistischen Freiraum zu gewähren, ist ihm absolut gelungen. Ich jedenfalls kenne keine vergleichbare Onlineplattform mit Zeitungscharakter, die dies in geradezu vorbildlicher Art und Weise gewährleistet. Dass es immer Schwachstellen gibt, ist aus meiner Sicht klar, deswegen auch die Verbesserungsvorschläge der Community. Was die wirtschaftliche Seite des Freitag betrifft, kommt für jeden, der einen Teil seines Vermögens in dieses „Projekt“ investiert hat, einmal die Stunde der Wahrheit. So wie es sich mir darstellt, decken die Einnahmen nicht einmal die Kosten, von einem Break-Even einmal ganz zu schweigen. Das Unternehmen Freitag kann aber nur überleben, wenn zumindest eine schwarze Null erwirtschaftet wird. Welche Maßnahmen hierzu ergriffen werden müssen, obliegt zuallererst dem Verleger Jakob Augstein, weil er das Risiko trägt, seine geleisteten Einlagen komplett zu verlieren. Das wurde von Frau Dahn auch nicht in Frage gestellt. Was wir hier diskutieren, ist der Punkt, inwieweit ist Jakob Augstein bereit, sich fachlichen Rat außerhalb seiner eigenen Vorstellungen zu holen und welchen Führungsstil pflegt er in seinem Hause. In dem Zusammenhang ist das Interview mit Frau Dahn sehr aufschlussreich. |
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@blog1
Da sind wir uns einig. Ich habe allerdings gerade den Eindruck, Herr Augstein müßte sich mehr auf seine Kernaufgaben konzentrieren und mehr delegieren, um den Überblick zu wahren - das würde dem Blatt gut tun. Er macht ja gerade drei, vier Jobs auf einmal... |
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@ popkontext
Auch die Delegation gehört zum Führungsstil. Wenn ich der Meinung bin, dass es keiner besser kann als ich, muss ich es alleine machen. Der Meinung war ich Übrigens lange Zeit auch. Man kann aber nicht auf verschiedenen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Unternehmertum ist ein schwieriges Geschäft. Ich habe aber zu wenig Einblick in die Internas des Freitag, um mir ein Urteil anmaßen zu können. Was ich erkennen kann, ist, dass Jakab Augstein seine WZ nach außen sehr gut vertritt. Er ist medial präsent und er kommt insgesamt gut rüber. Er fiel mir zum ersten Mal in einer Presseclub-Sendung auf. Das wusste ich noch gar nicht, dass er der Verleger des Freitag ist. Wenn jemand ein guter "Verkäufer" ist, muss er noch lange kein guter Verwalter sein. Da ist dann Arbeitsteilung angesagt. |
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@ blog1
Was an "Finanzmitteln" bei dem Open-Wiki Leaks versenkt wurde möchte ich lieber gar nicht erst wissen, und wenn es zutrifft, was Uwe Theel oben schreibt, das nämlich die 4 keine Gehälter erhielten, dann ist die Entscheidung von JA für mich nicht "rund". Aber das ist eben seine Sache. Die Übernahme von Berichten des Guardians fand ich früher nicht gut (wegen der Auswahl), aber ohne die wäre der Freitag längst viel zu provinziell. |
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@Rosa Sconto
"wenn es zutrifft, was Uwe Theel oben schreibt, das nämlich die 4 keine Gehälter erhielten" Das stimmt offenbar, das hat Dahn auch in einem der beiden Interviews gesagt ("ehrenamtlich"). |
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@Rosa Sconto
"wenn es zutrifft, was Uwe Theel oben schreibt, das nämlich die 4 keine Gehälter erhielten" Das stimmt offenbar, das hat Dahn auch in einem der beiden Interviews gesagt ("ehrenamtlich"). |
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@ Popkontext,
dann hättest Du im Umkehrschluss tatsächlich recht mit diesem Vorwurf von weiße, westdeutsche, heterosexuelle Männer . Aus beruflicher Erfahrung kann ich Dir aber versichern das es am besten ist diverse Eigenschaften bei Männchen, egal ob, ost, west, weiss, braun, schwarz einfach zu ignorieren wenn Du sie domestizieren willst. |
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@Rosa Sconto
Da hast du mich völlig falsch verstanden. Es geht mir nicht um einen "Vowurf" und schon gar nicht um "domestizieren". Es geht auch nicht um einzelne weiße, westdeutsche, heterosexuelle Männer und dass sie per se keine gute Arbeit machen würden oder per se schlechte Menschen sind o.ä. Sondern es geht um die simple *gesellschaftliche Realität*, dass es vorrangig von weiße, westdeutsche, heterosexuelle Männer sind, die die Diskurse bestimmen und an den Entscheidungsstellen sitzen. Das ist ein *Fakt*. Und das muss geändert werden, um eben der ganzen Bandbreite an Menschen, die in diesem Land sitzen eine Stimme und Entscheidungsmacht zu geben. |
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"Wir haben eine Haltung, im Zweifel links, aber Ideologie und Journalismus vertragen sich nicht. Wir müssen für möglich halten, dass auch Linke irren können und uns immerzu prüfen und offene Augen und ein offenes Herz haben. Nicht mehr, nicht weniger."
Linkssein ist keine Ideologie und Haltung, sondern eine intrinsische , innere Einstellung. Reine Vernunft gemildert durch die Fähigkeit der Empathie. Was soll da "im Zweifel links" ? Frau Dahn befindet sich im übrigen in durchaus guter Gesellschaft bei der JW. Alleine durch die Anwesenheit von Rainer Rupp . |
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"Frau Dahn befindet sich im übrigen in durchaus guter Gesellschaft bei der JW. Alleine durch die Anwesenheit von Rainer Rupp"
Schön, die CSU möchte jetzt im Anschluß an die Nazi-Morde die Linke verbieten. Passt doch. |
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schrieb am
06.01.2012 um 16:58
Urmel, sie mögen wohl keine Edelsteine " Topas " usw. Schade ein hoch interessantes Gebiet ... Mineralogie ... uns so nützlich ... kommt aber auf die Betrachtung an!
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Die Diskussion um den Weg des "Freitag" seit der Übernahme durch J. Augstein gehen ins 3. Jahr. Zwei Eigenzitate:
13.02.2009 | 23:48 "Auch ich bedaure, dass mit der Nummer 4 der "Freitag" verblichen ist. Aber vielleicht wäre es ohne den Einkauf Augsteins gar nicht mehr bis zu dieser Nummer 4 gekommen? Mit nur 12000 verkauften Exemplaren, darunter noch verbilligte Sozial-Abos, fast vollständig ohne Anzeigen, ist eine Zeitung in unserem Gesellschaftssystem nicht überlebensfähig. Wie gesagt, mir war der "Freitag" lieber, "Der Freitag" muss notgedrungen marktkonform werden, wenigstens kostendeckend produzieren. Es ist ihm zu wünschen, dass es gelingt. Wenn ich allerdings deswegen Otto Köhler, Werner Rügemer oder Sahra Wagenknecht nicht mehr als Autoren lesen können sollte, werde ich ihn abbestellen." 27.02.2009 | 22:03 "Idiotischerweise, ich geb´s ja zu, hegte ich die Hoffnung auf einen jungen Gaus. Und natürlich ist es realiter ein, durchaus einsichtiger, junger Augstein: "ich denke, dass es sehr schwer ist über die grenzen dessen, was uns umgibt, was uns hervorgebracht hat, zu denken. es ist nicht unmöglich. nur sehr schwierig. weil unsere begriffe, die art, wie wir denken, was wir sind, dadurch geprägt ist." (Zitat J.Augstein) Dabei herauskommen kann vorläufig nur ein Abklatsch der "Woche". Daniela Dahn und Freunde sind um ihre Bauchschmerzen nicht zu beneiden. Die Lektüre der im "Freitag" veröffentlichten Artikel von Günter Gaus vermag eventuell Linderung und Besserung bewirken." Bei der TAZ oder bei KONKRET gibt es andere Modelle der Finanzierung, die sind beim FREITAG nicht zum Zug gekommen. Hier hat der Verleger Augstein, Diskussion hin, Diskussion her, durch seine alleinigen Geldeinlagen die letztinstanzliche Gestaltungshoheit, ohne seine Geldmittel wäre "der Freitag" futsch. Und alle Community-Mit- & ohne Glieder, Blogger, Kommentatoren & Chatter müssten sich andere Schreib-, Diskussions-, Streit- und Klatschtratschgefilde suchen. |
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@ born2bmild schrieb am 06.01.2012 um 14:23
"Und alle Community-Mit- & ohne Glieder, Blogger, Kommentatoren & Chatter müssten sich andere Schreib-, Diskussions-, Streit- und Klatschtratschgefilde suchen." Wenn schon Eigenzitate, dann würde ich, insbesondere bei solcher Titulierung der Mitblogger und Mitbloggerinnen ("Community-Mit- & ohne Glieder") und ihres Raumes ("Klatschtratschgefilde"), auch das o.a. ernst nehmen und für mich die angesagte Konsequenz ziehen. Bye bye born2bmild! |
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@ born2bmild -"Und alle Community-Mit- & ohne Glieder, Blogger, Kommentatoren & Chatter müssten sich andere Schreib-, Diskussions-, Streit- und Klatschtratschgefilde suchen."
Ach, das ist doch Quatsch. Jakob Augstein stellt das Modell der Verbundenheit zwischen Redaktion und Community in allen Verlautbarungen heraus, er hat auch was zu verlieren und zu verteidigen. |
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"Bye bye born2bmild!" - Wehe!!
Dann soll lieber der Autor der Sentenz gehen. |
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"Jakob Augstein stellt das Modell der Verbundenheit zwischen Redaktion und Community in allen Verlautbarungen heraus, er hat auch was zu verlieren und zu verteidigen."
Sollte man meinen, dass auch er was zu verlieren hat. Deswegen frage ich mich, was er es so mit einer "normalen" Zeitung hat. Und sich, offenbar, Leute entledigt, wo doch alles so wunderbar laufe, die interne Harmonie größer nie gewesen sei. Und dass, hier ist es bereits mehr als 1x moniert worden, der geneigte Leser und Freitag-Freund davon nur über Dritte erfährt ... |
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Vortreten Goedzak!
Lieb, Goedzak, dass Du born2bmild, drohst. Wegtreten ins Glied! |
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@magda
Wenn der Verleger kein Geld mehr zuschießen mag, denn "der freitag" ist auch mit allen Abschreibungsmöglichkeiten eines Millionenerben ein Zuschussobjekt, wird sich die "Verbundenheit zwischen Redaktion und Community" darin weisen, dass auch die Redakteure sich andere Gefilde werden suchen müssen. @goedzack Der hessische Krawallkarton schenkt uns mit seinem unfreiwilligen, akadämlichen Humor manch launigen Moment. Also gaanich ignorian! |
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@miauxx
"Und dass, hier ist es bereits mehr als 1x moniert worden, der geneigte Leser und Freitag-Freund davon nur über Dritte erfährt ..." In der Printausgabe vom 5. Januar 2012 hat Jakob Augstein die Leser auf Seite 2 über die Trennung von den Herausgebern unterrichtet. |
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@b2bm
"In der Printausgabe vom 5. Januar 2012 hat Jakob Augstein die Leser auf Seite 2 über die Trennung von den Herausgebern unterrichtet." Okay. Die aktuelle Printausgabe hatte ich noch nicht gekauft. Da bin ich mal gespannt auf die Erklärung. Hätte es nicht auch schon in der Vorweihnachtsausgabe (in der habe ich nun extra nochmal gesucht) stehen können, oder auch online?! |
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Ich muss mich hier mal als Nicht-Abonentin outen: Aber es soll sich wohl nur um ein erbärmliches, unwürdiges kleines Textchen handeln...
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"... es soll sich wohl nur um ein erbärmliches, unwürdiges kleines Textchen handeln."
Das zu kolportieren, ohne den Text zu kennen, erscheint mir befremdlich. Um alle Mutmaßungen zu beenden, habe ich den Wortlaut weiter unten wiedergegeben. |
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Danke dafür. Habe ich jetzt gelesen.
www.freitag.de/community/blogs/magda/derfreitag-ohne-herausgeber---daniela-dahn-in-der-taz#comment-354609 Ich habe extra dazu geschrieben, dass ich es selbst nicht gelesen hatte - diese Einschätzung kam von mehreren Leuten übereinstimmend, mehrere hatten es ganz übersehen, weil es so versteckt war. Ich finde es im übrigen trotzdem Schade, dass Augstein nicht zu den Interviews von Dahn und dem Vorgang allgemein hier nochmal richtig kurz, knapp und sachlich was gesagt hat. |
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Na, da leistet sich ja selbst die FAZ mit Schirrmacher ein Stückchen mehr kreativen Geist.
Schade, der Freitag wurde in den letzten Jahren kontinuierlich verwurstet. Rennt ausgetretene Themenschneisen entlang und erlaubt sich neben der Alltagskultur kaum abweichende Perspektiven. "Wirtschaft" ist dabei nur ein Beispiel. Und das in einem Land, welches darin in höchstem Grade "gemainstreamt" ist. Dafür muß vermutlich einfach mehr aus dem Web laufen, aber wohl nicht beim Freitag. |
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In mir steckt ein kleiner Sadist. Der ruft jetzt aus, nach Lesen des threads, "Jakob Augstein, Sie dürfen diesen oder jenen Communarden gern noch ein bisschen mehr ärgern! :))
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Unbedingt, ich ärgere mich nämlich sehr gern.
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@ goedzak - "Jakob Augstein, Sie dürfen diesen oder jenen Communarden gern noch ein bisschen mehr ärgern! :))
Das hat er schon mit dem bösen Wulff getan. |
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JA neigt zu so was, das hat er vom Angledust gelernt.
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Um nochmal zu den "Ex-Herausgebern" zurückzukommen: die Links in den Nachdenseiten hatten mich zuerst auf das Interview mit Daniela Dahn in der taz und junge welt aufmerksam gemacht.
Daraufhin habe ich mir die Printausgabe nochmal genauer angeschaut und finde nur einen kleinen Beitrag von J.A. auf Seite 2 in der Rubrik "Inhalt". Das soll es also gewesen sein? "Als Türöffner nützlich gewesen für die Zeit des Übergangs", so kann man den Text auch verstehen. Der Freitag müsste doch das Forum sein, wo sich die Herausgeber aufgrund ihrer Verdienste "würdevoll" verabschieden können und dies vielleicht auch in der Form eines Interviews. Wo bleibt der Stil? Aus meinen Erfahrungen sowohl im Berufsleben als auch im Privaten kann es nur gut sein, wenn man Personen in seinem Umfeld hat, die einen "freundschaftlich" kritisieren, auch wenn es manchmal nicht gefällt. So kann man seine eigenen Standpunkte am besten überprüfen. Jeder sollte sich glücklich schätzen, solche Personen in seinem Umfeld zu haben. Ich hätte mir eine andere Form des Ausscheidens gewünscht. |
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Danke an die NachDenkSeiten und an Magda für die Info zur den Veränderungen bei der Freitag.
Mir stell sich die Frage: Tja, was hat die Community mit den Herausgebern zu tun? n.m.E. nix, aber die 114 Kommentare zu Magdas Blog sind ja irgendwie nicht nix. Da kommt der eine oder andere steile Kommentar rüber. In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob es ein Projekt dFC 2012 gibt? Feine Restnacht noch Christiane |
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Die Biographie kann man sich nicht aussuchen und auch nur begrenzt ausbeuten. Irgendwann sollten Alter, Herkommen, Geschlecht, Vermögen usw. keine Rolle mehr spielen:
Alle Menschen werden Brüder, Wo dein sanfter Flügel weilt. |
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@hadie
Wäre wünschenswert - nur ist es leider nicht so. Die Biographie prägt einen das ganze Leben, weil man über sie die eigenen Erfahrungen und Werte aufgenommen hat, was man nur bedingt (meistens durch äußeren Zwang, aber auch durch "Selbsterziehung") ändern kann, und b) weil auch Zuschreibungen und Zuordnungen von außen erfolgen. Sage ich jetzt mal so kurz als Soziologin. |
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@Magda
Ich sehe das Geschehen so wie die Meisten hier: Wozu braucht der Freitag Herausgeber, wenn sich der Anteil der Community an den Beiträgen hier stetig vergrößert? Oder sollten die jetzt möglicherweise erst 'probegelesen' und dann 'bewertet' werden? Der Artikel in der taz: www.taz.de/Interview-ueber-Rauswuerfe-beim-Freitag/!85023/ ist m.E. nach sehr vom subjektiven Bewußtsein der Fr. Dahn geprägt ('das arme Opfer'). Ich hätte mir an der Stelle wirklich etwas mehr Objektivität und Erkenntnis gewünscht. |
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schrieb am
07.01.2012 um 11:02
"Ich sehe das Geschehen so wie die Meisten hier:..."
Das sehe ich aber nicht so oder haben Sie die 133 Beiträge "gescort"? Dann wüsste ich doch gerne die Bewertungskriterien. Im Übrigen ersetzt die Community nicht die Herausgeber. Community-Gemeinschaften schön und gut, aber der Grad der Selbstbeschäftigung, der "man kennt sich und neckt sich Beiträge" ist halt die normale Community-Wirklichkeit und nicht gerade erkenntnisfördernd, aber auf jeden Fall Ego fördernd. Wo sind denn die Artikel von Community-Mitgliedern in der Freitag? Da freut man sich, wenn auf Seite zwanzig mal was von einem dabei ist und man strengt sich auch echt an, vielleicht landet mein Spruch dann auch am Schwarzen Brett. Aber eigene Beiträge: Fehlanzeige! Aber dass ist natürlich eine rein subjektive Betrachtung. Und D. Dahn als Opfer? Lachhaft. Sie hätte sich selbstverständlich für das Ausscheiden bedanken müssen. Endlich eine Belastung los geworden. Wer müsste da nicht dankbar sein. |
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@pleifel: Vielen Dank für Ihre an Objektivität kaum zu übertreffende Antwort auf meinen kleinen Beitrag.
Sie schreiben darin: 'Im Übrigen ersetzt die Community nicht die Herausgeber.' Das soll und muß die Community auch gar nicht tun. Lassen Sie mich zum besseren Verständnis die Frage einmal anders stellen: Was wären denn die Herausgeber ohne Community, ohne aktive Leserschaft? P.S.: Da Sie von Rollenspielen des Ego sprechen, sollten Sie wissen, daß gerade 'das arme Opfer' eine solche Rolle ist - das aber nur am Rande ... . |
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schrieb am
07.01.2012 um 11:49
"Wozu braucht der Freitag Herausgeber, wenn sich der Anteil der Community an den Beiträgen hier stetig vergrößert?"
Damit haben Sie doch diese Verbindung hergestellt. Für mich sind beides ergänzende und nicht ersetzende Elemente. P.S.: Sicher richtig, aber es bleibt doch ihre Auslegung des Interviews. |
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So ist es eben.
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"Ich hätte mir an der Stelle wirklich etwas mehr Objektivität und Erkenntnis gewünscht."
Das kann ich verstehen, das hätte ich mir an Ihrer Stelle auch gewünscht. Opferstatus sehe ich weit und breit nicht. Die Dahn erklärt ja nur, wie das alles abgelaufen ist und wie sie es bewertet. Wenn das schon einen Opferstatus erzeugt. Wäre sie keins, wenn sie die Klappe gehalten hätte? |
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Magda schrieb am 07.01.2012 um 14:24
In 8 Minuten 5 Sterne, wieder so eine Selbstschussanlage die erst Sterne vergibt und dann liest? ;-) :-) |
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Nein, von mir. Problem? Oder schließt da jemand von sich auf andere ;)?
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"... Wäre sie keins, wenn sie die Klappe gehalten hätte?"
Ja. |
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@13rh07
Können Sie das erläutern? Sie ist im Machtkampf (wenn man das so nennen will) mit Augstein unterlegen, vor allem aus ökonomischen Gründen, wahrscheinlich auf subtilere Art noch aufgrund des Alters und der Herkunft. Ich will das Augstein jetzt auch nur bedingt vorwerfen: Wenn ich das Geld hätte und investieren würde würde ich auch das letzte Wort haben wollen. Möglicherweise hätte er sie besser einbinden oder wenigstens eleganter "abwickeln" können. Aber wieso sie jetzt Opfer ist und keins wär, hätte sie es stillschweigend akzeptiert, erschließt sich mir nicht. |
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"
Popkontext schrieb am 07.01.2012 um 14:47 Nein, von mir. Problem? Oder schließt da jemand von sich auf andere ;)? " Wollte nur mal gugge, ob das ein Vollautomat war :-)))))) Gruss an Sie Popkontext und hoffentlich haben Sie einen guten Rutsch gehabt ;-) |
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Ach, der Vollautomat geht glaube ich woanders. Und was sind schon Sternchen. Ich verteile sie viel und von ganzem Herzen - in dem Moment zumindest ;)...Ich hoffe auch, Sie hatten eine guten Rutsch und alles Gute zum Weltuntergang...
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Popkontext schrieb am 08.01.2012 um 02:03
"Ich hoffe auch, Sie hatten eine guten Rutsch und alles Gute zum Weltuntergang..." Das ist bei mir Chefsache und da kenne ich mich aus, ich geb' Ihnen Bescheid wenn's was neues gibt. ;-) |
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Zum Freitag insgesamt:
Es ist im Moment vieles im Umbruch. Das merkt man auch an der Gestaltung der Zeitung. Große Antworten sind schwierig im Moment. Als ob das was mit 2012 zu tun hätte. Aber der Freitag gehört durch solche Zeiten durchgezogen, weil hier eben die edle und wichtige Idee des Journalismus hochgehalten wird. Ich hatte schon tolle Ausgeben in den Händen, die mir etwas klar machen konnten. Soweit ich weiß, ist es noch ein idealistisches Projekt des Verlegers. Warum sollte in solchen Zeiten eine konzentriertere Führung der Zeitung schlecht sein? Ich finde das naheliegend. Es ist gerade nicht so die Zeit für die alte Art von Diskurs. Viele Intellektuelle erschöpfen sich eben auch in Fussnoten oder so ne Kaffeeklatsch-Atmosphäre stellt sich ein, während man die Durchschlagskraft des wahren Wortes, des klaren Denkens unterschätzt. Ich finde das seit vielen Jahren einen Fehler, daß man da zu wenig dran glaubt, während der Mainstream und das Großkapital der Gesellschaft ihre Slogans aufdrückt. Oft sind gerade diese Gremiendiskurse Orte, wo der Intellekt zahnlos wird. Presseclub z.B. Ich habe da seit Jahren keine einzige relevante Aussage mehr gehört und der Pleitgen hetzt dann zum Schluss, wie ein total blöder Oberpapi mal eben 10 Zuschauer, die anrufen, in 15 Minuten durch wichtige Themen. Falsch verstanden, falsch diskuttiert, machen sich die Intellektuellen, die die eigentlichen Leitkulturgeber sein müssen, gegenseitig platt und wirkungslos. Intellekt ist im Zweifel sowieso eher links, weil FDP-Egomanie ("für alle, die mehr wollen") und CDU-Ideologie (Gehlen) die Reflexion und das Intellektuelle eigentlich mindestens skeptisch sehen bis ablehnen. Den wahren Intellekt gibt es für mich nur von linksliberal bis linksradikal. Intellekt heißt, Sinn für das Ganze zu haben. Da muss Altruismus mit drin sein. Nur schaden da gewisse gruppenpsychologische Muster oft bisher. Da kann Vereinfachung der Strukturen ein wichtiger Schritt sein. Ricky Janisch |
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schrieb am
07.01.2012 um 18:44
"Da kann Vereinfachung der Strukturen ein wichtiger Schritt sein."
gut möglich - aber musst du beim vereinfachen der strukturen unbedingt mit der syntax anfangen? die hat dir doch nix getan, jung! |
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Zum Freitag insgesamt:
Es ist im Moment vieles im Umbruch. Das merkt man auch an der Gestaltung der Zeitung. Große Antworten sind schwierig im Moment. Als ob das was mit 2012 zu tun hätte. Aber der Freitag gehört durch solche Zeiten durchgezogen, weil hier eben die edle und wichtige Idee des Journalismus hochgehalten wird. Ich hatte schon tolle Ausgeben in den Händen, die mir etwas klar machen konnten. Soweit ich weiß, ist es noch ein idealistisches Projekt des Verlegers. Warum sollte in solchen Zeiten eine konzentriertere Führung der Zeitung schlecht sein? Ich finde das naheliegend. Es ist gerade nicht so die Zeit für die alte Art von Diskurs. Viele Intellektuelle erschöpfen sich eben auch in Fussnoten oder so ne Kaffeeklatsch-Atmosphäre stellt sich ein, während man die Durchschlagskraft des wahren Wortes, des klaren Denkens unterschätzt. Ich finde das seit vielen Jahren einen Fehler, daß man da zu wenig dran glaubt, während der Mainstream und das Großkapital der Gesellschaft ihre Slogans aufdrückt. Oft sind gerade diese Gremiendiskurse Orte, wo der Intellekt zahnlos wird. Presseclub z.B. Ich habe da seit Jahren keine einzige relevante Aussage mehr gehört und der Pleitgen hetzt dann zum Schluss, wie ein total blöder Oberpapi mal eben 10 Zuschauer, die anrufen, in 15 Minuten durch wichtige Themen. Falsch verstanden, falsch diskuttiert, machen sich die Intellektuellen, die die eigentlichen Leitkulturgeber sein müssen, gegenseitig platt und wirkungslos. Intellekt ist im Zweifel sowieso eher links, weil FDP-Egomanie ("für alle, die mehr wollen") und CDU-Ideologie (Gehlen) die Reflexion und das Intellektuelle eigentlich mindestens skeptisch sehen bis ablehnen. Den wahren Intellekt gibt es für mich nur von linksliberal bis linksradikal. Intellekt heißt, Sinn für das Ganze zu haben. Da muss Altruismus mit drin sein. Nur schaden da gewisse gruppenpsychologische Muster oft bisher. Da kann Vereinfachung der Strukturen ein wichtiger Schritt sein. Ricky Janisch |
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Aha!?
Nur zu einem: "ist es noch ein idealistisches Projekt des Verlegers". Weil es jetzt laut eben diesem eine richtige Zeitung, wie der Spiegel und die Zeit werden soll? |
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Aha!?
Nur zu einem: "ist es noch ein idealistisches Projekt des Verlegers". Weil es jetzt laut eben diesem eine richtige Zeitung, wie der Spiegel und die Zeit werden soll? |
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Die Augstein-Kinder werden ja Geld wie Heu haben, weil der Spiegel seit Jahrzehnten Gewinne macht.
Brötchen wird sich Herr A. wohl immer noch kaufen können. Bloß, daß die beim Spiegel das so hinnehmen. Der wird hier absolut zu Recht kritisiert. Von der ZEIT, dieser hartnäckigen Illusion und ihrem widerlichen, intellektuell unredlichen und verlogenen Ton mal gleich abgesehen. Ich hab mal in einem Archiv gearbeitet, wo so Spiegel und andere Zeitschriften seit den 50ern oder so vorrätig waren. Es ist einfach nur noch lächerlich und komplett unangemessen und inadäquat, was da heutzutage vor sich geht. Promofotos von so irrelevanten Idioten wie 50 Cent und die dazugehörigen Hohlbacken-Artikel. Stichwort: Verfassungsauftrag der Medien. Also kuckst Du als Intellektueller mit Kenntnis der Strukturen da drauf, dann wird da de facto gar nichts mehr erfüllt von dem, was als Grundidee mal als absolut notwendig beschrieben wurde. Herr A. schreibt ja selber bei SpOn. Die Kinder sollen wohl relativ wenig Einfluss dort nominell haben, was der alte A. wohl auch schon mal als Fehler bezeichnet hat. Aber öffentlich auf die Pauke schlagen könnte man schon mehr. Das war ja viel zu zahm damals, was die Tochter gegenüber dem Aust da geäußert hat. Oder man betrachtet diese ehemalige große und auch wegweisende Zeitschrift eben als Melkkuh für Projekte wie den "Freitag", wo eben die tatsächliche intellektuelle Elite (mit mehr Distanz zum Wirtschftlichen und zum Politapparat) sich doch wieder finden kann. Mein bester Freund kuckt hier auch öfters mal rein, weil, wenn, dann läuft das Intelligenteste und Relevanteste hier. Im Radio ist der DLF da noch zu nennen, wo eben weiter die Möglichkeit gegeben ist, einen nicht korrupten intellektuellen Charakter bilden zu können. Die Geschäftemacher und Pokerface-Idioten im Apparat werden da blöde grinsen, aber diese Charakterbildung ist absolut notwendig. |
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Danke @Magda für die Meldung, hätte ich sonst nicht mitbekommen. Für mich bestätigt es eigentlich nur, dass es die richtige Entscheidung war, vor ein paar Monaten mein Abo zu kündigen. Ein Abo, das ich seit etwa 1995 hatte.
Warum hab ichs gekündigt? Weil das Niveau gesunken ist. Massiv. Von den Autoren, die zu lesen spannend ist, gabs immer weniger. Immer weniger die Aussenperspektive, die anderen Gedanken, dafür immer mehr Mitmachen beim allgemeinen Gewäsch, dass ich in etwas anderer Einfärbung auch bei tagesschau, Spiegel, Zeit, taz usw. lesen kann. Die grosse Rattermaschine aus Parteipolitik und Publizistik, die sich im wesentlichen nur noch mit sich selbst beschäftigt. Die "Community", im Prinzip eine gute Idee, funktioniert m.E. auch nicht besonders. Einerseits technisch, die Plattform ist seit über einem Jahr nicht verbessert worden obwohl sie deutliche Schwächen aufweist. Andererseits inhaltlich: Es gibt ein paar Cliquen hier, deren Mitglieder sich untereinander bestätigen die richtige Gesinnung zu haben und die der anderen Cliquen anfeinden, dazu ein paar Freelancer deren provokative Kommentare immer hart an der Grenze zum Trollen vorbeischrammen. Es findet keine Diskussion statt. Wer eine Meinung hat, reproduziert sie hier. Ich war ja schon misstrauisch, als sich der Freitag als "Meinungsmedium" bezeichnet hat. "Bild dir deine Meinung", oder was? Und die Perspektive? Den Platz einnehmen, den Spiegel und Zeit einmal innehatten? Wenns denn klappen würde, nicht das schlechteste Projekt. Aber dazu fehlt es einerseits am echten investigativen Journalismus, der den Spiegel einmal gross gemacht hat. Und andererseits fehlt es an Niveau; die Zeit hätte niemals JAs Subjekt-Prädikat-Objekt Satzsalat durchgelassen, und die wenigen Freitag-Autoren die tatsächlich etwas zu sagen haben, weil sie nämlich mehr sind als Schreiberlinge und tatsächlich mal was gelernt haben, reichen nicht aus. Eigentlich fällt mir da nur Michael Jäger ein. Der Rest sind Beiträge, in denen umständlich und wortreich ausformuliert wird, was man sich als "irgendwie linker" Bürger halt so zusammendenkt. Prinzipienloses Gefasel. Zeitverschwendung. Zur Zeit nehme ich den Freitag nur noch als RSS-Feed wahr. Und was ist das eindrücklichste Feature, die Sache die sich am beständigsten fortsetzt? Gina Buchers ach so lustige Serie "Mitgehört". |
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schrieb am
07.01.2012 um 16:31
""Die "Community", im Prinzip eine gute Idee, funktioniert m.E. auch nicht besonders"".
Es könnte besser werden, wenn die Blog-Einsteller eine ständige Moderierung vornehmen würden. Das könnte auch dazu führen, dass nicht ständig neue Blogs eingestellt würden. Eine Themenbearbeitung wäre dann mit richtig Zeitaufwand verbunden. Wenn ich mir anschaue, was seit diesem Blog schon wieder alles eingestellt wurde? Weniger kann auch mehr sein. Aber das Prinzip der "Selbstdarstellung" in einem Block hat wohl eine zu große Attraktivität. Und wer viele Kommentare einsammelt, kann sich dann noch bestätigt fühlen. Aber bitte: Pluralität soll nicht unterbunden werden, auch wenn es nur das Rauschen im Wald verstärkt. |
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@ donda
Der Rest sind Beiträge, in denen umständlich und wortreich ausformuliert wird, was man sich als "irgendwie linker" Bürger halt so zusammendenkt. Prinzipienloses Gefasel. Zeitverschwendung. Wäre dir Prinzipienreiterei lieber? |
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Verschiedentlich wurde in den Kommentaren beanstandet, dass die Leserinnen und Leser des Freitag nur von dritter Seite über das Ausscheiden der bisherigen Herausgeber benachrichtigt worden wären. Das ist falsch. Bevor Magdas Blog am 05.01.2012 | 17:14 erschien, hatte ich den Freitag Nr.1 vom 5. Januar mittags im Briefkasten und die Nachricht auf Seite 2 gelesen:
Liebe Leserinnen und Leser, mehr als fünf Jahre lang waren Daniela Dahn, Friedrich Schorlemmer, György Dalos und Frithjof Schmidt Herausgeber dieser Zeitung. In dieser Zeit haben sie für das Blatt viele Türen geöffnet. Als der Freitag 2009 sein Layout änderte und mit seiner Webseite eine neue Form des partizipativen Journalismus einführte, haben die Herausgeber dies unterstützt und mit kritischen Anregungen geholfen. Dass es den Freitag noch gibt, dass er sich nun auf dem Pfad des Wachstums befindet, ist auch ihrem solidarischen Einsatz zu verdanken. Die Herausgeber haben in einer Zeit des Übergangs entscheidend dazu beigetragen, dass der Freitag nicht nur am Leben, sondern auch auf Kurs blieb. Die Zeit des Übergangs ist nun vorbei. Mit dem abgelaufenen Jahr hat darum die Herausgeberschaft von Daniela Dahn, Friedrich Schorlemmer, György Dalos und Frithjof Schmidt geendet. Sie haben der Zeitung über viele Jahre die Treue gehalten und mitgeholfen, dass sie eine Stimme gegen den Mainstream geblieben ist. Dafür möchten sich Verlag und Redaktion ganz herzlich bedanken. Alle vier werden dem Freitag weiter als Autoren verbunden bleiben. Ihr Jakob Augstein |
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schrieb am
07.01.2012 um 17:57
Geschenkt.
Ich bin auch Abonnent der Freitag und habe es zuerst nicht gelesen, weil man diese Kleinrubrik nicht unbedingt lesen muss. Da gehört das Ausscheiden der Herausgeber einfach nicht hin! Im Übrigen wurde ihr Hinweis schon in einem Beitrag von mir hier im Blog erwähnt. Also nicht nur irgendwo lesen, sondern alles. |
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Vorm Schenken denken
- oder lesen. Wenn Sie denn alles läsen und nicht nur irgendwo, hätten Sie meinen Hinweis schon früher viel weiter oben entdeckt. |
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Danke, born2bmild.
Ist doch eine angemessene Weise, wie Jakob Augstein die Herausgeber würdigend verabschiedet. |
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@weinsztein
Es war vielleicht die ehrlichste Art und Weise, unter dem Aspekt, dass die Beziehungen nicht sonderlich herzlich waren anscheinend und er sie beendet hat. Liest sich wie ein Arbeitsszeugnis bei Ausscheiden aus einer Firma, wo der Arbeitgeber das nicht sonderlich bedauert, dass das Arbeitsverhältnis beendet ist. Trotzdem taktisch unklug neben der unterschiedlichen Auffassung, was man für "angemessen" hält, hier in der FC nicht nochmal was dazu zu schreiben - dass es aufgegriffen wird war klar. Entbindet ihn nur davon, nicht zwingend irgendwie kommentieren zu müssen, hinterläßt aber einen faden Geschmack. |
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@Popkontext
Du liest JAs Erklärung wie ein eher lieblos hinterhergeschicktes Arbeitszeugnis. Ich lese da auch Herzlichkeit, wenn auch differenziert, falls es eine Bedeutung hat, dass JA die ehemaligen Herausgeber nicht in alphabetischer Folge würdigt. |
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Gestern noch den aktuellen Freitag erworben und die Erklärung gelesen. (nun steht sie ja dank b2bm auch hier zu lesen)
Wenn die Herausgeberschaft zum Jahresende endete, ist es formal okay, die Leser jetzt erst zu informieren. Meinen Vorwurf der Nichtinformation aus erster Hand würde ich so dann zurücknehmen. Bemängeln tue ich aber nach wie vor, dass nicht erkennbar ist, warum die Herausgeberschaft nicht mehr gewollt ist. In seiner Erklärung tut Augstein so, als sei es von Anbeginn Vereinbarung gewesen, dass die Herausgeber den augstein'schen Freitag nur eine gewisse Zeit begleiten; als sei ein befristetes Verhältnis zu seinem Ende gekommen. Liest man die Interviews mit Dahn, so entsteht ein gänzlich anderes Bild. In seinen hier im thread gegebenen Einlassungen kann Augstein dem nichts hinzusetzen. So lesen sich seine übervollen Dankesworte rund um die Kerninformation, die Herausgeberschaft der vier habe "mit dem abgelaufenen Jahr geendet", tatsächlich wie die üblichen Worthülsen eines Chefs, der Angestellte (die die vier ja nicht einmal waren) weglobt. |
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ach, wo wir alle schon so schön zusammen- und wieder auseinander-meinen, meine ich auch mal was (ich hab heut nämlich noch gar nicht gemeint, fällt mir auf, und meine meinung von letzter woche habe ich gestern in die reststofftonne getreten).
also, ich meine mal, und zwar so, wie das beim freitag in den kommentarspalten üblich ist: auf jeden fall sollte ... allerdings muss man schon sagen ... früher hatte man doch auch ... ich finde, dass ... andererseits ist aber klar ... generell gesprochen ... wobei schon auffällt ... können sie nicht lesen ... ich habe geschrieben ... bei spiegel, faz und zeit ... ich kündige mein abo ... wo bleibt die moderation ... nein, ich habe noch keine gelbe ... irgendwie links ... irgendwie komisch ... irgendwie wird mir schlecht ... boulevardisierung ... blome hat aber wieder tolles haar. so. ist glaub ich alles drin, was in einem durchschnittlichen freitag-kommentar drin ist, ihr dürft mich also jetzt irgendwie knuddeln/gruscheln/liken/feeden oder sonstwie gernhaben. |
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Ich gruschele durchs Haupthaar.
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schrieb am
07.01.2012 um 19:15
ein mann von stolz / greift nur nach holz.
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"die CSU möchte jetzt im Anschluß an die Nazi-Morde die Linke verbieten. Passt doch."
Na dann, nehmen Sie dieses: Zunächst (von 2001, aber immer noch aktuell): Klaus Harprecht, www.hasi.s.bw.schule.de/lehr242.htm Dann: Thomas Mann`s Pamphlet aus den m.W. 30-ern: www.cicero.de/berliner-republik/bruder-hitler/36576 Wenn der Antikommunismus schon die geistige Krankheit des 20. Jh. war, und jetzt -wie jeder weiß- diese Grundtorheit im 21. Jh. wie rasend in allen MSMedien gefeiert wird, dann werden wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jegliche Verbote von nationalen Sozialisten oder anderen Nationalen ebensolche Geisteskrankheiten sein…..und die vorgebliche Nazi-Raserei unserer konkurrenzlosen/gleichgeschalteten MSM auch… Mediendemokratie ist Geisteskrankheit und kann keine rechtsstaatliche Demokratie sein. Niemals. Darüberhinaus fehlt mir persönlich ehrlich gesagt jede Kenntnis darüber, was das für Leute sind, die sich in der NPD bundesweit organisiert haben. Die MSM haben sich m.W. so gut wie nie korrekt um die besonderen Persönlichkeitsmerkmale der NPD-Verantwortlichen und ihrer Schafherde, die jede Partei hat, geschert, sondern nur die große Keule der Undifferenziertheit, der Gleichmacherei und des Plattmachens für diesen gesamten Verein aus der Tasche gezogen…. Unabdingbar wäre im republikanischen Sinne aber die Beurteilung, ob jemand oder ganze Gruppen von Menschen Nazis im übelsten , gemeinsten und gemeinten Sinne sind, abzuleiten von einer sicheren Definition und Differenzierung dessen, was und wer ein Nazi überhaupt ist. Und da habe ich keine bessere Definition und Unterscheidungsmöglichkeit zu bieten und gefunden wie die von Sebastian Haffner in : Germany: Jekyll & Hyde, Kap. III. Die Nazis. Leider habe ich diese Definition und genaueste Beschreibung im Netz nicht gefunden. Darum guttenberge und kochmehrine ich: Haffner schreibt u.a.: “ Der Nazismus ist nicht eine Ideologie, sondern eine magische Formel, die auf eine bestimmte Art von Menschen anziehend wirkt. Es ist eine Form von „Charakterologie“, und nicht von Ideologie. Ein Nazi zu sein bedeutet, ein bestimmter Typus zu sein…….. Ein Nazi ist jemand, der (dieser) allgemeinen und permanenten sadistischen Orgie vorbehaltlos zustimmt und sich daran beteiligt……… von denen aber, die dazu imstande sind, Menschen grundlos zu quälen, zu prügeln, zu jagen, zu ermorden, erwartet man,dass sie, durch die eiserne Fessel gemeinsam begangener Verbrechen zusammengehalten, jenen Naziorden bilden, der die Welt unterwerfen soll und dem durch natürliche Auswahl die Skupellosesten und „Dynamischsten“ angehören…… …Die Prüfung zur Feststellung der Eignung als Nazi ist jedoch keine Mutprobe, sondern dient dem Nachweis der Skrupellosigkeit……. ….Dass das Schulungs-und Testobjekt die Juden sind, spielt keine Rolle: Sie sind eine kleine, hinreichend wurzellose und zugleich begabte Gemeinschaft, die sozusagen gerade zur Hand ist; einige andere Gruppen wären ebensogut geeignet, aber der Zufall wollte es, daß es die Juden waren ……..Nazismus, auf die kürzeste Formel gebracht, ist Nihilismus in Aktion……. Macht und Herrschaft aus Langeweile…… “ (Ende Zitate) Komme mir jetzt bitte niemand mit diversen Vorstrafen von Abgeordneten der NPD; das bundesdeutsche Strafrecht war und ist auch mit denen m.W. nicht zimperlich, was bedeutet, dass die bestehenden Gesetze -ordentlich angewandt- ausreichen. Die in vielen Dingen gepushte Verbots-Hysterie soll von ganz anderen Sachen ablenken… auch und insbesondere davon, dass die nach den Haffner-Definitionen und Beschreibungen wirklichen „Nazis“ ganz woanders sitzen und organisiert sind, als in einer einzigen Partei….. |
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schrieb am
08.01.2012 um 08:26
wie man hier sieht, kann selbst ein haffner ganz ordentlich daneben langen.
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"Die in vielen Dingen gepushte Verbots-Hysterie soll von ganz anderen Sachen ablenken… auch und insbesondere davon, dass die nach den Haffner-Definitionen und Beschreibungen wirklichen „Nazis“ ganz woanders sitzen und organisiert sind, als in einer einzigen Partei….."
Ja, sehe ich auch so. |
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"sie mögen wohl keine Edelsteine"
Dooooch, vor allen Dingen aber, wenn sie nicht nur angedeutet sich im Kopf befinden..... |
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Vier redliche Intellektuelle weniger; darüber werde ich erstmal nachdenken müssen.........
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Vier redliche Intellektuelle weniger; darüber werde ich erstmal nachdenken müssen.........
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Und noch einer (vom Feinsten):
Fritze Raddatz als Neil Postman des Jahres (obwohl es noch jung ist): Springer kann Jekyll & Hyde. www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13802825/Es-war-und-ist-der-deutsche-Hass.html |
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schrieb am
08.01.2012 um 00:31
Neulich habe ich mal so überlegt. wie ich werken könnte, mit einem Springer-Arbeitsvertrag.
Nur zwischen den Zeilen..... |
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schrieb am
08.01.2012 um 00:39
Wegen Ideologiefreiheit und so.
Keine Idee eben, kein Leitstern, kein Ideal , Die "Neo-Kons" haben eines. Krieg der "dreieinigen " Staatsgewalt gegeneinander. Konkurrierende Geheimdienste. Krieg der sogenannten Eliten. 1914 reloadet. |
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schrieb am
08.01.2012 um 00:57
"Vier redliche Intellektuelle weniger; darüber werde ich erstmal nachdenken müssen........"
Hallo, ist da noch jemand, vielleicht weinstein (wegen der Herzlichkeit, die in Rede steht) ? |
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Wieder einmal eine Entscheidung von J.Augstein und wir diskutieren wieder hinterher, ohne auch nur die gerinste Chance auf eine Korrektur dieser Entscheidung zu haben.
Warum kein Abdruck des Gesprächs mit den ehemaligen Herausgebern? Das hätte meinem Anspruch an diese Zeitung entsprochen und hätte eine inhaltliche Diskussion angestoßen bzw. weiter geführt. Es bleiben für mich 2 Fragen: 1. Wo will J.Augstein mit diesem Blatt wirklich hin? Was soll ich unter " irgendwie so zwischen ZEIT und Spiegel wie diese früher mal waren" verstehen? 2. Wozu braucht bzw. benutzt J.Augstein die Community? Zum Nachquasseln von HinterstübchenEntscheidungen? |
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Wieder einmal eine Entscheidung von J.Augstein und wir diskutieren wieder hinterher, ohne auch nur die gerinste Chance auf eine Korrektur dieser Entscheidung zu haben.
Warum kein Abdruck des Gesprächs mit den ehemaligen Herausgebern? Das hätte meinem Anspruch an diese Zeitung entsprochen und hätte eine inhaltliche Diskussion angestoßen bzw. weiter geführt. Es bleiben für mich 2 Fragen: 1. Wo will J.Augstein mit diesem Blatt wirklich hin? Was soll ich unter " irgendwie so zwischen ZEIT und Spiegel wie diese früher mal waren" verstehen? 2. Wozu braucht bzw. benutzt J.Augstein die Community? Zum Nachquasseln von HinterstübchenEntscheidungen? |
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"Wieder einmal eine Entscheidung von J.Augstein und wir diskutieren wieder hinterher, ohne auch nur die gerinste Chance auf eine Korrektur dieser Entscheidung zu haben."
Nun ja, das ist nun unter den gegebenen Besitzverhältnissen so und das muss man akzeptieren, ob man es bedauerlich findet oder nicht. Ansonsten müßte man sich ein genossenschaftlich o.ä. finanziertes Modell für ein Blatt überlegen. |
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@Popkontext schrieb am 08.01.2012 um 13:24
"Nun ja, das ist nun unter den gegebenen Besitzverhältnissen so und das muss man akzeptieren, ob man es bedauerlich findet oder nicht. Ansonsten müßte man sich ein genossenschaftlich o.ä. finanziertes Modell für ein Blatt überlegen." Willst Du, Popkontext Linke über die herrschenden Besitzverhältnisse im Kapitalismus und deren Konsequenzen aufklären, auch nur daran erinnern? Das wäre lächerlich. Und: Nein, "wir" müssen JAs Entscheidung nicht einfach "akzeptieren", wenn dieses Wort mehr bezeichnen soll als "zur Kenntnis nehmen". Kein Leser ist als solcher verpflichtet die Sichtweise des Kapitaleigneres/Besitzers/Verlegers/Herausgebers anzunehmen, wenn er feststellt, dass die Interessen, Ziele nicht mehr in ausreichender Weise oder auch nur in einem zu dikutierenden Einzelpunkt auseinandergehen. Dass Besitzer im Kapitalismus Ihre Entscheidungen gemeinhin nicht transparent machen ist für Linke das letzte Argument, das Linke anführen könnten um zu rechtfertigen, dass sie dies nicht trotzdem einzufordern hätten, gerade von einem Verleger, der sich als, wenn auch nur "irgendwie", links bezeichnet. Das Gegenteil ist richtig. Wenn der von Zebruistik eingestellte Schütte-Artikel und das FR Interview denn ernstgenommen werden können , dann schwindet allerdings (fast) alle Hoffnung. |
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Le freitag, c´est moi.
So wird der Wunsch eine bzw. die Nische zwischen Spiegel und Zeit zu finden/zu besetzen schneller umsetzbar sein. Ob dies ein anstrebenswertes Ziel ist, ist fraglich. Der Absatz spricht aber dafür. Doch was macht eine Überlegung aus einem Projekt/Zeitung wie dem FREITAG. Wird das Blatt durch bedienen größerer Kreise einer gewissen boulevardesken Beliebigkeit anheim gestellt? Die Zukunft wird es zeigen. |
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Schon gestern früh hatte ich dazu einen Artikel von Wolfram Schütte eingestellt, ... der wohl verschütt gegangen ist. Er stammt
zwar von 2009, erscheint mir aber höchst aktuell zu sein. Bitte, abdrucken! |
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Der ist vielleicht aus schlichten Copyright-Gründen "verschütt" gegangen. In solchen Fällen setzt man einen Link:
www.titel-magazin.de/artikel/183/5977/jakob-augstein-als-selbstversorger-am-freitag.html |
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Hier ist er in voller Länge:
Jakob Augstein als Selbstversorger am "Freitag" 22.06.2009 Candide im Kleingärtner-Vorstand Kürzlich hat der Freitag-Eigentümer Jakob Augstein in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau seine uneingeschränkte Liebe zum Boulevard bekundet, weil er aus Bild mehr über das erfahre, „was in der Gesellschaft los“ sei, als aus den übrigen Tageszeitungen, etwa der SZ. WOLFRAM SCHÜTTE über Augsteins schlichte Denkungsart und die Frage, wann es dem neuen Herausgeber gelungen sein wird, den ehemals „linken“ Freitag in ein boulevardeskes, „usergeneriertes“ Online-Magazin gleichen Namens zu verwandeln. Als der 40-jährige Journalist Jakob Augstein vor einem Jahr den Freitag kaufte, um – wie sein berühmter Vater – ein eigenes Wochenmagazin zu besitzen, war wie üblich davon die Rede, es werde sich nichts ändern, sondern nur alles besser werden. Man kennt das ja; zugleich schien damit zumindest vorerst einmal die ökonomische Existenz der linken Wochenzeitung mit kleiner Auflage am Rande des politischen und publizistischen Mainstreams gesichert. Denn vom Anzeigengeschäft konnte der Freitag so wenig überleben wie die TAZ. Der Freitag war aus der Fusion der westdeutschen Volkszeitung und des ostdeutschen Sonntag nach der Wende als „Die Ost-West-Wochenzeitung“ hervorgegangen. Obwohl beide ursprünglich aus SED-Kapital finanziert wurden, haben dann aber renommierte Herausgeber des Freitag (wie Günter Gaus, Christoph Hein, Daniela Dahn und Friedrich Schorlemmer) für hinreichend politische Distanz von „der Partei“ gesorgt. Im Laufe der 90er--Jahre wurde das Wochenmagazin zur Tribüne einer sozialistischen, marxistischen, humanistischen gesamtdeutschen Linken, deren versprengte, geschichtlich lernfähige Intellektuelle sich hier kontinuierlich zu Wort meldeten – in einem breiten Spektrum von Stamokap bis zu Linkslibertären: ortlos im Imaginären zwischen SPD, Gewerkschaften, Grünen und später der „Linken“. Der Freitag war, finanziell immer höchst prekär, die einzige partei-unabhängige linke Wochenzeitung in Deutschland. Das war einmal. Der dreifache Familienvater & Hobbygärtner Jakob Augstein, der seinen Lebensunterhalt aus der Rendite seines 24-prozentischen Anteils beim „Spiegel“ bestreitet, hat seit Beginn des Jahres seinen Freitag umfassend relaunched – also einer à la mode Umgestaltung an Haupt & Gliedern unterzogen, wie es ähnlich radikal zuvor nur die zum Tabloid-Format verkleinerte Frankfurter Rundschau in der deutschen Presse unternommen hatte, ohne dass ihr durch diesen Relaunch, wie sie erhoffte, neue & vor allem junge Leser zugelaufen wären. Eher hat sie langjährige Leser & Abonnenten dadurch verloren, die einen Seriositätsabfall in den Boulevard darin erblickten & sich bei der Süddeutschen Zeitung in jeder Hinsicht seither besser aufgehoben sehen. Die FR-Auflage ist nach dem vermeintlichen Tigersprung in die Printzeitungs-Moderne, der nur Katzenjammer hinterlassen hat, geringer als zuvor. Liebe zum Boulevard Wie es kein Zufall will (sondern der zynische Witz des Augenblicks), hat kürzlich der Freitag-Eigentümer Jakob Augstein in einem Interview der Frankfurter Rundschau (10./11.06.2009) seine uneingeschränkte Liebe zum Boulevard bekundet, weil er aus Bild mehr über das erfahre, „was in der Gesellschaft los“ sei („über das Arbeitsleben der Leute oder über merkwürdige Beziehungssituationen“), als aus der Süddeutschen Zeitung, welcher der frohgemute Prognostiker der Printmedien „keine zwanzig Jahre mehr gibt“. Aber nicht, weil dort seine intelligente Schwester Franziska Augstein schreibt, sondern „weil die Tageszeitungen jetzt schon keinen Sinn mehr machen, weil auf den ersten zwei, drei Seiten nur Nachrichten stehen – das ist völliger Schwachsinn!“ Es ist aber sein Schwachsinn; oder die Ignoranz eines „jeden Tag die FAZ“ Lesenden, der „damit sehr glücklich ist“ und folglich keine Ahnung von den ersten zwei, drei Seiten der SZ hat, die mitnichten seinem der FAZ entnommenen Feindbild der Tagespresse entsprechen. Bei der SZ richtet man sich auf den ersten drei Seiten nämlich durch ein breit gefächertes Angebot unterschiedlichster journalistischer Formen (von der Glosse, über das Feature, den Hintergrundbericht und die große Reportage) an einen intelligenten, beweglichen, interessierten Leser, dem die Boulevardisierung aller Lebensbereiche flach - & „schwachsinnig“ erscheint. Es kann aber schon sein, dass dieser Lesertypus, auf den der überregionale Qualitätsjournalismus schon seit einem Jahrzehnt mit seinem Inhalts-Relaunch setzt und damit täglich in Konkurrenz zur Wochenzeitung trat, langfristig im Schwinden begriffen ist, weil die Leseverweildauer bei den Tageszeitungen abnimmt – falls sie überhaupt noch von einer jüngeren Generation wahrgenommen werden. Aber dass ein Print-Leser statt dessen zum Freitag greift, dessen „Anderssein“ für seinen Besitzer „vor allem bei der medialen Form“ zu suchen wäre, scheint mir denn doch die Halluzination eines vom Internet betörten Candide zu sein, der in der Wochenzeitung die Parzellen-„Community“ eines Kleingärtnervereins vor Augen hat, bei dem alle säen & ernten, was sie gemeinsam angerichtet haben: „Wir sind keine reine Zeitung mehr, sondern ein Medium, das versucht, online und Print komplett ineinander zu verschränken. (...) Das Anderssein liegt auch darin, dass wir die Community integrieren, dass wir die User ernst nehmen und das mit ihnen gemeinsam machen“ (Augstein). Überflüssiger Wurmfortsatz des online-Treibens? Nur: „provokanter, experimentierfreudiger, beweglicher“ (wie Augstein behauptet) ist der Freitag, in dem gebloggt und gefuchtelt wird (wie bei der FAZ & der FR auch), dadurch keineswegs geworden. Dafür aber „unberechenbarer“, geschwätziger, diffuser. Und der gedruckte Freitag fungiert nur noch als wöchentlicher Wurmfortsatz des täglichen online-Treibens der Community im Netz. Nach Augsteins Relaunch nennt sich der Freitag nun „ Das Meinungsmedium“ – als sei „Meinung“ nicht bloß ein subjektives Vorurteil, das sich aus Trägheit, Ressentiment, Fantasielosigkeit & Intelligenz-Mangel weigert, durch die Anstrengung von Kritik und Argument erst ein begründetes Urteil zu werden & sich kommunikativ bestreitbar zu machen. Jeder Beitrag des Freitag wird mit einer dreifarbigen Autorennotiz nach seiner Herkunft annonciert: ob aus dem englischen Guardian übersetzt, von einem Freitag-Mitarbeiter oder -Redakteur geschrieben oder von einem Blog der Internet-„Community“ aufs Papier übertragen. Soll dem Print-Leser damit vorweg etwa die (abnehmende?) Qualität, Professionalität und Seriosität annonciert oder aber der „Community“ der bloggenden „User“ geschmeichelt werden, auf dass sie stolz sein können, sich in „feinster“ journalistischer Gesellschaft gedruckt zu sehen? Oder hat man es bei dieser bunten Dreifaltigkeit eines einfältigen „Andersseins“ mit einer kindischen Grille des Freitag-Besitzers zu tun, dem die Spielwiese seiner Kleingärtner-Kolumne, in der er alle 14 Tage schrebergärtnerisch waltet, nicht genügt? Besser ist er zweifellos dort zuhause – als wenn er sich politisch leitartikelnd äußert, wie kürzlich einmal auf der ersten Seite geschehen und er damit dem roten Freitag seinen ersten schwarzen bereitete. Da hatte der Chef weitläufig Kraut & Rüben seiner wirren politischen Meinung als Credo aus- & dargelegt, das sich einem genuin Thatcherischen Humus verdankt, als er, wie weiland die Eiserne Lady, den verdutzten Linken (Lesern) mitteilte, dass es so etwas wie „Gesellschaft“ gar nicht gebe. Verlinkt statt links? Auch in dem FR-Interview liefert er jetzt eine Kostprobe von seiner schlichten Denkungsart, wenn er auf die Frage, ob „die politische Orientierung nach links oder rechts noch eine Rolle“ für ihn spiele, antwortet: „Ich glaube, dass sich diese Grenzen zwischen links und rechts in Wahrheit nicht vermischen. Da ist auf der einen Seite der Arbeiter, der seinen Job verliert und auf der anderen Seite der Banker, der seinen Millionenbonus einkassiert, egal, ob er gute Arbeit geleistet hat oder nicht. Dieser Gegensatz ist real, wie Sie dazu stehen, ist eine andere Frage.“ Treffender hätte das Kai Diekmann als Chefredakteur der Bild auch nicht sagen können. „Ich bin ein großer Freund von Boulevard, weil ich glaube, dass er genau dorthin geht, wo die ganzen arrivierten Journalisten nicht mehr hingehen, und sich wirklich an die Leser wendet“, gibt der Freitag-Besitzer der FR zu verstehen. Ob sich Jakob Augstein, als er sich eine wöchentlich erscheinende publizistische Spielwiese gekauft hat, womöglich gar unter „links“ nichts anderes mehr versteht, als damit „Online und Print komplett miteinander“ verlinken zu können? Mal sehen, wann es ihm gelungen sein wird, aus dem linken Freitag das gleichnamige boulevardeske Wochenmagazin zu machen. Oder: ob der gedruckte Wurmfortsatz der Netz-Community eines Freitags operativ entfernt wird, weil er so überflüssig ist wie der Blinddarm im menschlichen Körper. | Wolfram Schütte |
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Davon hab ich auch schon öfters geträumt. Linker Journalismus mit der Durchschlagskraft des Boulevard.
Ansatzweise hat es das mal gegeben - die Hamburger Mopo hat mal der SPD gehört, als man die noch links nennen konnte. Die war für mich mal die anspruchsvollste deutsche Boulevardzeitung so Anfang der 90er. Ich erinner mich dann gern, als ich über Arbeitersportvereine gelesen habe oder über Arbeiterbildungsvereien und wie sinnvoll diese Idee gewesen ist. Wie übersetzt man die in heutige Zeiten? Eben auch Journalismus für die Nicht-Vermögenden. Das schlimme ist ja, daß sie diese Hörigkeitszeitungen lesen, die von den schlimmsten und skrupellosesten Giernacken und Machtschweinen mit ausgeklügeltem Kalkül hergestellt werden. Daß also quasi die, die nicht über Produktionsmittel verfügen, die Sachen selber in die Hand nehmen. Man denkt dann auch an Vermögende, die leidenschaftlich links sind, wie dieser Typ in Italien, hab jetzt den Namen nicht parat, die da unterstützend mitwirken. Daß man quasi den Spießern und ihren Hirnwäschern aus der Oligarchie mit den eigenen Methoden zurück auf die Fresse gibt. Denn die Manipulation der Köpfe durch die Großkapitalisten und den ihnen gehörenden Medien, eine säuische Klüngelei gibt´s da, die dürfte mittlerweile härter und wirkungsvoller sein als bei den Nazis z.B. Allein die Bilderauswahl, die Art wie die Privatfernsehbeiträge ästhetisch gemacht sind, welche Konnotation da drin ist, das dürfte heftigest Wirkung haben. Passt man nicht auf, wird man wie ein Hund davon abgerichtet. Weil das super clever eingefädelt ist und sanft bis unmerklich daher kommt, ist es um so wirkungsvoller (Der Soziologe Sennett nennt das einen "sanften Faschismus"). |
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schrieb am
08.01.2012 um 18:07
Ergänzung zum letzten Kapitel:
"Und wenn alle die ... verbreitete Lüge glaubten - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit." In seinem 1948 verfaßten Roman `1984´ über den totalitären Überwachungsstaat entwirft George Orwell ein schlichtes `Ministerium für Wahrheit´. Link und übernommen von NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=10149 |
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Den "linken" Journalismus könnte es ja durchaus noch geben. Allerdings bedürfte es dazu auch die entsprechenden Journalisten und die sind, das entnehme ich meiner beruflichen Erfahrung, sehr rar oder auch schon über den Jordan gegangen. Sprich, die, die noch leben, gelten als zu alt.
Wenn man diese Richtung als Verleger, Herausgeber, Chefredakteur wirklich einschlagen will, was in der heutigen Medienlandschaft durchaus schwierig ist, dann muss man auch den Mut haben, in sein Team diese wenigen "unangepassten" Schreiber aufzunehmen. |
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Nun ja, nach den aktuellen Ereignissen war ich ja sehr im Zweifel, ob Herr Augstein die Kraft / den Mut / den Willen dazu hat. Allerdings halte ich ihm die sehr offene Diskussion zu Wulff / Bild jetzt gerade zugute.
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war @Fritz the Cat schrieb am 10.01.2012 um 01:54
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Hat jemand das gesehen?:
BR, 10.01.2012, 20.15 bis 21.00 Uhr Münchner Runde Wulff unter Druck: - Wie beschädigt ist der Präsident? Moderation: Ursula Heller Zu Gast: Jakob Augstein, Paul Nolte, Wilfried Scharnagl www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/programmkalender/sendung186642.html Podcast: www.br-online.de/podcast/video-download/bayerisches-fernsehen/mp3-download-podcast-muenchner-runde_video.shtml Fazit: Augstein, Nolte, Scharnagl sind sich "irgendwie" einig, dass Wulff wohl im Amt bleiben wird. Sonst sind "irgendwie" auch keine wirklichen Unterschiede im politischen Urteil zu hören, die was ausmachten. Ja, es ist der Scharnagl gewesen. P.S.: Ursula Heller wollte das alleswohl auch nicht verhindern. |
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Nein, leider nicht Herr Theel,
(habe derzeit keine Möglichkeit, Video/Audio-mediale Publikationen zeitnah und/oder in annehmbarer Qualität via PC/Web zu erhalten). Aber, mutmaßlich ähnlich spannend, ein heutiger Artikel aus dem ND, in dem sich 2 ehemalige DER FREITAG-Herausgeber äußern. Frage ich mich natürlich, ob niemand hier mehr das ND liest, oder ob dieser für mich höchst wichtige Blog bereits, anlässlich des Wulff-Theaters, den Weg aller Blogs älter als ein paar Tage gegangen ist. Wär' schade drum. Gruß Tom Bombadil ---------------------------------- Kein Projekt nirgends |
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Und, bevor ich's wieder verklüngele...
Dank an @Magda für diesen sehr erhellenden Blog! Und auch Dank an alle Kommentatoren für ihre interessanten und lesenswerten Beiträge. Gruß T |
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@Tom Bombadil
Vielen, vielen Dank für diesen Link! Ich fühle mich zu tiefst beeindruckt und sehr angesprochen. Ich weiß nicht, wie ich vor zehn Jahren reagiert hätte und in zehn Jahren reagieren würde, aber momentan passt das, was da im Interview gesagt wurde (vielleicht nicht alles, aber in großen Teilen), so sehr zu meinen eigenen Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühlen, dass mir beim Lesen den Atem stockte... |
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@ Tom Bombadil schrieb am 12.01.2012 um 19:37
Ich hatte den Artikel im ND gelesen und mein Gefühl zur Einschätzung von Herrn Augstein hat sich bekräftigt. |
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@Gebe
Keine Ahnung, was für ein "Gefühl zur Einschätzung von Herrn Augstein" Sie haben (positiv oder negativ?), so genau habe ich die Debatte nicht verfolgt, aber im verlnkten Interview ging es doch nur am Rande um Verhältnisse mit Herrn Augstein und mich z.B. hat es am wenigstens interessiert, sondern ich fühlte mich da von ganz anderen Sachen angesprochen... |
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Bitte schön, auch schon wieder viel später. Aber, ich habe ja nur die Links schnell gesetzt.
Gruß |
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@ Tom Bombadil am 12.01.2012 um 19:37
Danke für den Link auf das ND-Interview. Ohne es direkt darauf zu beziehen formuliert Schorlemmer den Scheidungsgrund dort so: "SCHORLEMMER: Zur abnehmenden Einmischung gehört auch ein anderer Verlust, den bezeichne ich wirklich als gestorbene Hoffnung: Die Zahl der Verlässlichen nimmt ab, die Entschiedenheit, mit der Menschen und Institutionen für etwas stehen - und auch stehen bleiben, wenn der Wind wechselt oder gar der Boden mal bebt. Alles und alle sind in Fluss, docken heute hier, morgen dort an. Die Freiheit, die herrscht, ist im Betrieb der Politik eine Herrschaft der Beliebigkeit geworden." Schmerzlich aber wohl wahr. |
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"Die Freiheit, die herrscht, ist im Betrieb der Politik eine Herrschaft der Beliebigkeit geworden."
Dumm und unwahr. Freiheit herrscht nicht. Beliebigkeit ist der Preis der Freiheit. |
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@ Streifzug am 13.01.2012 um 22:32
Lieber Streifzug, "herrschen" hat kann durch aus ambivalent gebraucht werden: a) im Sinne, das etwas allenthalben da ist, das Leben der Menschen prägt, ohne, dass es als Belastung empfunden wird, wie b) im Sinne von auferlegter, unterdrückender Herrschaft. Schorlemmer , meinte die Herrschaft der Freiheit im Sinne von a). Das kann nicht dumm sein. Dass das gesellschaftliche Leben allenthalben bestimmt wird durch nach Belieben der Herrscher dem so berherrschten Teil der Gesellschaft aufgeherrschte Zwänge ist nicht zu betreiten. Kritik daran ist zu oft selbst nur noch beliebig. Kritik heißt unterscheiden können. Hier, unterscheiden zwischen dem beliebig Bornierten und der Freiheit. Die Beliebigkeit im Sinne der Gleichgültigkeit, die keine ist, ist der Totengräber der Freiheit. |
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Lieber Uwe Theel,
ich weiß nicht, was Schorlemmer meinte. Freiheit herrscht nicht. "Beliebigkeit ist der Preis der Freiheit" ist nicht gleichbedeutend mit der Herrschaft der Beliebigkeit. Wer versucht Beliebigkeit, Gleichgültigkeit bei anderen zu beherrschen, verliert die Freiheit. |
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Lieber Streifzug,
jezt verstehe ich nicht. Was soll der Satz bedeuten "Wer versucht Beliebigkeit, Gleichgültigkeit bei anderen zu beherrschen, verliert die Freiheit." Schorlemer hat das bestimmt nicht gesagt. Dieser Satz macht keinerlei Sinn. Es geht nicht darum "Beliebigkeit und falsche Gleichgültig bei anderen zu beherrschen". Dies sind Instrumente der Herrschaft über die Freiheit. Diese Herrschaft ist es, die zu überwinden ist, also sind die, die mit deren Hilfe herrschen, zu überwinden. So verstehe ich Schorlemmer. Das ist genuin linke Einsicht. |
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Ich nehme mir die Freiheit: bin beliebig, schreibe sinnlose Sätze und jegliche Aufregung darüber ist mir gleichgültig.
Nichts ärgert das jeweils herrschende System mehr, egal welches, denn nichts zerstört das jeweils herrschende System gründlicher ... |
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Ich verstehe, was Du mit Deinem Satz sagen wolltest, Streifzug (ich meine den Satz, der Uwe Theel nicht verstanden hat). Aber ich sage nichts dazu. Mit Deinem Gewissen musst Du schon selbst zurecht kommen. Momentan bist Du dabei, für sich selbst Rechtfertigungen zu basteln (denn außer Dich selbst sind diese Rechtfertigungen ja für keinen relevant). Das sei Dir auch gegönnt. Der Weg ist schmerzhaft. Ich weiß. Du schaffst es.
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Lara,
rück raus damit. Ich bin selbst ganz gespannt darauf, was ich mit dem Satz sagen wollte. Lass mich nicht dumm sterben ... |
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@ Streifzug schrieb am 14.01.2012 um 00:58
Ich nehme mir die Freiheit: bin beliebig, schreibe sinnlose Sätze und jegliche Aufregung darüber ist mir gleichgültig. Lieber streifzug, ich habe Dir dieses Recht nie bestritten, desshalb, magst Du fortfahren, es mir genauso sinnloser weise zu erklären. Ach so: Ich bin nicht so Teil dieses "dieses herrschenden Systems", das ich zerstört werden müsste und dies trotz eines lieben Hinweises. |
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@Streifzug schrieb am 14.01.2012 um 09:50
Aber ja, Liebling. Ich werde Dich nicht sterben lassen... nie, nie, nie... wie konntest Du nur so etwas von mir denken? Wir werden ewig leben - da, wo es keine Dunkelheit gibt. Du und ich. Zusammen. Mit Deiner Frau. Und allen meinen Liebhaber. Versprochen. Aber das mit "nicht dumm" musst du schon selbst irgendwie hinkriegen... da kann ich Dir nicht behilflich sein, ich bin ja nur ein schüchternes gefügiges Weibchen. |
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@Uwe Theel,
genau darum geht es: herrschende Systeme zerstören ohne Menschen zu zerstören/töten. Dich sehe ich in einer Grauzone. Teil des herrschenden Systems mit Potential zu seiner Zerstörung. @Lara, bist du nicht ein herrschendes System in Warteposition? |
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"@Lara,
bist du nicht ein herrschendes System in Warteposition?" Tja, Streifzug... die gegenseitige Enttäuschung ist wohl vollendet. Und das ist auch gut so. |
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@ Streifzug schrieb am 16.01.2012 um 15:50
Dich sehe ich in einer Grauzone. Teil des herrschenden Systems mit Potential zu seiner Zerstörung. eieijei, lieber Streifzug, ne Nummer größer und vergifteter hast´es nicht? Wer von uns ist nicht Teil, dieses Systems und wird tendenziell zerstört. Soll ich mich jetzt geehrt fühlen, wenn Du mir zuschreibst, ich könnte dieses System auch zerstören, oder willst Du mich Demut lehren? Wenn Du es in dieser Spanne Dialektik ernst meinst, dann müsstest Du auch mal ernsthaft werden, und in einem Blog ließe sich das wohl auch nicht bis zur nächsten Depublikation klären. Ein wenig ernster jedenfalls als Du die eigenen Sätze manchmal zu nehmen scheinst , möchte ich zuzeiten schon genommen werden. |
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@Lieber Uwe Theel,
warum so misstrauisch? Wie geschrieben, so gemeint. Nicht zu groß, nicht vergiftet, weder geehrt, noch Demut lehren, ernst - gemeint und genommen. Ist es denn kein spannendes Thema: das Herrschende in Systemen zerstören, dabei aber Menschen ganz lassen? Oder Systeme direkt daran hindern eine herrschende Komponente auszubilden ... |
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@ Streifzug,
kein Mißtrauen, lieber Streifzug, eher Ratlosigkeit gepaart mit Widerspruch Deinen wie von mir erkannten Gedanken gegenüber. Du wirst das System nie zerstören, ohne mindestens etwas in Menschen zu zerstören, ja Du wirst selbst in Dir selbst etwas zerstören, wenn Du das System zerstörst, da Du dann immer noch Teil vom dann Gewesenen gewesen bist. (Das gleiche gilt für mich). Du schreibst man solle "Systeme direkt daran hindern eine herrschende Komponente auszubilden". Freilich soll man, aber dazu mußt Du deren Widersprüche auflösen, mindestens die, die Herrschaft bedingen. Ich erinnere Dich an die Hegelsche Triade des Aufhebens des Widerspruchs: Bewahren, zu neuer Qualität bringen, zerstören. Hoffnung macht, dass es Verkehrformen geben sollte, die Herrschaft im bekannten Sinne erst gar nicht entstehen ließen, was die herrschende Herrschaft aber nicht einfach beendet. Trotz alledem ... |
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@Uwe Theel,
es gibt meiner Meinung nach nicht das System, von dem wir alle ein Teil sind. Ich habe "herrschende Systeme zerstören" in "das Herrschende in Systemen zerstören" geändert, da mir die Missverständlichkeit schon aufgefallen ist. Ist immer noch unscharf, eine Konsequenz der Kürze auf Kosten der Würze :) |
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Lieber Streifzug,
ich folge Dir, sehe meinen Gedanken aber nicht entkräftet, bin jetzt aber zu müde, um zu diskutieren welcher Qualität die Differenz zwischen "herrschendem System" und dem "Herrschenden im System" sei. Vom System scheinst Du nicht abzurücken. Das hatte Luhman dagegen wohl schon versucht. Aber das diskutiere ich jetzt auch nicht weiter. Ich gehe jetzt träumen. >>>zzz<<< |
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Lieber Uwe Theel,
ist ist tatsächlich schon spät. Mir geht es um Muster und Strukturen, wie anderweitig schon erwähnt. Vielleicht erarbeiten wir mal treffendere Begriffe als "Herrschend" und "System" - welche dann nach Herzenslust wieder zerstört werden können :) |
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"@Uwe Theel,
genau darum geht es: herrschende Systeme zerstören ohne Menschen zu zerstören/töten. Dich sehe ich in einer Grauzone. Teil des herrschenden Systems mit Potential zu seiner Zerstörung. @Lara, bist du nicht ein herrschendes System in Warteposition?" Vielen Dank für die Aufklärung, Streifzug, dass Du mich als "Herrschendes System" (was das auch immer ist, zerstören würdest. Leider muss ich Dich aber enttäuschen: So einfach ist es nicht, wie Du es Dir vorstellst. |
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@Lara
dir könnte ich kein Haar krümmen. Aber du hast recht, war in Gesamtzusammenhang dumm von mir formuliert. Hast du treffendere Begriffe für "Herrschend" und "System"? Matrone? ;) |
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"dir könnte ich kein Haar krümmen"
Ich Dich doch auch... aber jetzt bin ich ins Zweifel gekommen, wäre es denn in Ordnung, wenn ich Dir sagen würde, dass ich Dir auch kein Haar krummen könnte? Ich meine, bei (virtuellen) Männern weiß man ja nie, ob da noch was zu krümmen gibt... Mit "Herrschend" und "System" habe ich irgendwie den Faden verloren, Du redest so kompliziert, Honye, dass ich als schüchternes Weibchen gar nicht mehr mitkomme... ist jetzt keine Ausrede, ich bin wirklich einigermaßen verwirrt... |
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Ich befürchte, du hast recht, es ist zu umständlich und kompliziert formuliert und läuft damit meinem Motto zuwider. Muss noch dran rumfeilen. Die nächsten Tage habe ich etwas Zeit. Vielleicht kannst du auch ein paar fraktale Begriffe beisteuern ...
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Oh Honey, Du möchtest, dass ich etwas zu Deinen Threads beisteuere? Wozu denn... damit Du nach eine Zeitweile das alles löschen kannst, mit der Begründung, dass es für unsere Nachfahren gar nicht wichtig ist?
Wie oft war es schon, dass Du öffentlich angekündigt hast, Du stellst ein Artikel extra für mich ins Forum rein? Und wie lange hat es gedauert, bis alle diese Artikel von Dir gelöscht wurden, ohne Vorwarnung und ohne Erklärung? Wie oft habe ich Dich gebeten, ein oder anderer Thread nicht zu löschen, weil Diskussionen so interessant waren und weil man zu einem späteren Zeitpunkt eventuell wieder einsteigen möchte? Auf meine Bitten hast Du gepfiffen. Und jetzt soll ich wieder etwas zu Deinen Diskussionen beisteuern? Nee, echt? Habe ich tatsächlich nichts Besseres zu tun als Dir wieder die Gelegenheit zu geben, Deine Machtkomplexe zu befriedigen? Du kannst Dir Deine Artikel an die Backe schmieren... gell? Ach ja, was ist mit "Kapitalismus wieder kaputt"? Du wolltest Kapitalismus in 12 Sitzungen fertig machen... jetzt sind auch die ersten 5 Sitzungen plötzlich verschwunden? Salonlinke! |
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Tja Magda, das war´s wohl mit dem Freitag. Mir hatte nebem dem livestream-Fenster zu dtcp.tv auch die Qualität und entschiedene Parteilichkeit vieler redaktioneller, aber auch die etlicher Community-Blog-Beiträge gut gefallen.
Nun stieß ich heute in den "Blättern" auf folgende Einleitung zu einem Artikel von Daniela Dahn, "Störfaktor Gaddafi", den ich dort schon im Juli 2011 gelesen hatte, ohne zu wissen, dass Frau Dahn eine von den Herausgeberinnen des Freitags war. Wenn ich nun folgendes lese, bekomme ich an der angeblichen Unbedarftheit von Herrn Augstein erhebliche Zweifel. "Die Wochenzeitung "Der Freitag" hat sich von ihren langjährigen Herausgebern getrennt. Im Mittelpunkt der Diskussion um die zukünftige Ausrichtung der Zeitung stand dabei auch der folgende Artikel der ehemaligen Mitherausgeberin Daniela Dahn. Nachdem "Der Freitag" den Abdruck dieses Textes abgelehnt hatte, erschien er im vergangenen Juli in den "Blättern für deutsche und internationale Politik". www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2011/juli/stoerfaktor-gaddafi Ein wichtiges Thema für einen auch selbstkritischen Journalismus 2012 dürfte sein, wie war es möglich, dass der arabische Frühling so schnell von der Diktatur zur Postdemokratie führen konnte, oder sollte ?! Nach der Taz nun der Freitag; ein Gütesiegel für unabhängige, überparteiliche, ... und uneigenützige Berichterstattung wird es wohl so schnell nicht mehr geben, jedenfalls nicht im sogenannten öffentlich-rechtlichem Raum. |
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Hans-Jürgen Kapust schrieb am 11.01.2012 um 12:41
Mir hatte nebem dem livestream-Fenster zu dtcp.tv auch die Qualität und entschiedene Parteilichkeit vieler redaktioneller, aber auch die etlicher Community-Blog-Beiträge gut gefallen. Der Livestream war mir komplett entgangen. Jetzt habe ich dort den Themenpark Heimat hat keinen Plural gefunden. Merci für diesen Hinweis und auch für die Verlinkung auf den Dahn-Artikel in den "Blättern für deutsche und internationale Politik". |
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Hans-Jürgen Kapust schrieb am 11.01.2012 um 12:41
Mir hatte nebem dem livestream-Fenster zu dtcp.tv auch die Qualität und entschiedene Parteilichkeit vieler redaktioneller, aber auch die etlicher Community-Blog-Beiträge gut gefallen. Der Livestream war mir komplett entgangen. Jetzt habe ich dort den Themenpark Heimat hat keinen Plural gefunden. Merci für diesen Hinweis und auch für die Verlinkung auf den Dahn-Artikel in den "Blättern für deutsche und internationale Politik". |
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Hier kann auch noch der Link zu einem ähnlich klingenden Schorlemmer- Interview hin.
www.zeit.de/2012/03/Interview-Schorlemmer |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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