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Kultur : Digitale Messinstrumente

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Gezählt, gewogen, geteilt - andauernd wird Maß genommen.
Gezählt wurden die Stimmen im Düsseldorfer Landtag, gewogen wird jede politische Meinung und geteilt sind diese, auch was das Ergebnis angeht.

Auch die Messinstrumente werden immer mehr verfeinert. Umfragen alle Nasen lang mit neuen Parametern, aber auch Körperwaagen, die dem technischen Fortschritt unterliegen.

Seit einigen Jahren besitze ich auch so ein neumodisches Ding, so eine digitale Waage. Da stellt man sich drauf und dann erscheint eine Zahl. Meist eine erschreckende. Manchmal auch eine sehr erschreckende, weil man sich fragt: "Wieso? Was habe ich denn...Ach Herrje." Manchmal gehe ich erst aufs Klo und hoffe, dass sich das dann irgendwie...manchmal halte ich auch die Luft an....oder ich halte mich an der Seite fest, aber nee, das ist ja Betrug an der Waage und mir.

Manchmal denke ich, das ist ein Taschenrechner. Wenn ich zweimal hintereinander draufstieg, zeigt die Werte an, als hätte die addiert. Ich weiß gar nicht was. Nee, also das ist sehr irritierend. Mich nervt diese digitale Waage.

Ich habe es jetzt satt damit. Ich habe mir wieder eine schlichte, kleine analoge Federwaage hingestellt. Die kann man nicht betrügen, wenn man nicht dauernd dran rumstellt. Die zeigt die Verhältnisse wie sie sind. Nie sich selbst belügen, das kommt immer raus.

Und da stehe ich nun. Die ändert sich nicht. Ist aber auch langweilig. Die digitale Waage scherzte ja hin und wieder auch mal so rum. Ein halbes Kilo mehr und gleich wieder weniger, wie hätten wir es denn gern? Sehr neckisch.
Diese analoge Waage, nee, da steht der Zeiger und wenn man drauf rumturnt, bewegt er sich ein bisschen. Dumm ist das.
Jetzt werde ich einem Rat einer guten Freundin folgen und überhaupt mal ne Weile nicht auf die Waage gehen.

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