Es ist schon merkwürdig. Viele viele Jahre lang beschäftigte sich die politische Klasse oder was man das westdeutsche „juste milieu“ nennt, mit der Entwicklung des Rechtsradikalismus im Osten. Besorgt und anklagend verwies man auf eine Szene, von der man den Eindruck bekommen musste, dass sich alle Rechten von ganz Deutschland in den Osten ins muffige Exil begeben hätten.
Prof. Eckehard Jesse -
Kristina Schröders Ziehvater
Die Initiativen gegen Rechts, die sich im Osten entwickelten, wurden weniger unterstützt als kritisch beobachtet, bzw. observiert. Z. B. durch eine sattsam bekannte Bundesministerin namens Kristina Schröder. Übrigens deren akademischer Ziehvater ist ein gewisser Prof. Eckehard Jesse , der sich in der Gedenkstättenpolitik von Sachsen-Anhalt sehr aktiv bewegt und zwar mit der vergleichenden Extremismusforschung, einer handlichen Formel für eine trivialisierte Totalitarismusdoktrin, die sich zunehmend im medialen Singsang bewährt hat.
Am Beispiel der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle habe ich darüber lang und breit schon einmal geschrieben.Es gab wegen der Schulungs- und Aufklärungspolitik an dieser Gedenkstätte immer wieder sehr heftige Auseinandersetzungen, die auch überregional Aufsehen erregte, weshalb auch der Fokus darüber berichtete. Man behauptet, man setze nicht gleich, durchsetzt aber die Diskurse mit einem ständigen Verdächtigungs- und Gleichsetzungs-Ostinato.
Wie entsteht ein solches Klima? Durch Zusammenschlüsse, wie den Veldensteiner Kreis, über den die Junge Welt umfassend berichtete. Der hat seinen Ursprung aber keineswegs im Osten.
Der „Veldensteiner Kreis“ charakterisiert sich selbst sehr edel: „Mit den Diskussionsrunden verbinden die Teilnehmer das Ziel, die „vergleichende Extremismusforschung zu fördern“ und sich „für den demokratischen Verfassungsstaat zu engagieren“. Wer würde das bestreiten, es geht wohl mehr darum, zu definieren, auf welche Weise und auf welcher Grundlage dieses Engagement erfolgt.
Mitglied dieses Kreises ist – natürlich - Professor Eckhard Jesse.
Übrigens auch der ehemalige Präsident des Thüringischen Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, jetzt hinlänglich im „Gespräch“ im Zusammenhang mit der Zwickauer Terrorzelle.
de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Roewer, hielt dort Referate. Und – nicht zuletzt: Joachim Gauck und Hubertus Knabe.
Es ist dieses geistige -wissenschaftliche Umfeld, das die Debatten im Osten dominieren will, aber wenige oder keine ostdeutsche Protagonisten hat.
Es wurde und wird - immer unter dem Motto des Diktaturen-Alarms – ein Feld vorbereitet, in dem Rechtsradikale zu der Überzeugung gelangen, dass der Fokus der Aufmerksamkeit nicht auf ihnen liegt, sondern auf jenen, die sich ihnen entgegenstellen. Man ist nicht auf dem rechten Auge blind, sondern tolerant.