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Ach, der Herr Schirrmacher von der FAZ hat wieder ein Buch geschrieben. Schirrmachers Bücher sind immer ein Medienevent. Sie sind meist auch ein Memento, sagt man. Ich kenne Schirrmachers Bücher gar nicht. Das macht aber nichts, weil man über die mediale Verwurstung alles erfährt, was man wissen muss, um mitzuquatschen.
Gestern im Kulturjournal ttt nun wurde Schirrmacher vom beeindruckten Moderator - gut gespielt von Dieter Moor - eindrücklich befragt über sein neues Buch "Payback" . Darin will der Kulturkritiker und Publizist nachdrücklich auf die Gefahren des Internets hinweisen. Denn das Internet mit seiner Informationsflut verführt die Menschen zu Dingen, die sie eigentlich gar nicht tun wollen.
Was er in die Medienwelt schleuderte, war eine dringende Warnung vor einer Art des täglichen Handelns, die sich landauf landab breitgemacht hat: Hütet Euch vor der Technik des Multitasking, meint er. Wir Menschen, unkt er, sind nicht dazu gemacht, soviel nebeneinander, soviel gleichzeitig zu tun: Im Internet recherchieren, SMS schreiben, Telefonieren. Das geht nicht, das ist ganz gefährlich, wir verflachen, wir zerstreuen uns oder so ähnlich.
Das beißt sich - in meinem weiblichen Bewusstsein - mit einer genderspezifischen Aussage, nach der einmal festgestellt wurde, dass Frauen das ganz gut können, dieses Multitasking, dieses Mehreres gleichzeitig machen. Aber da, wo Männer so was definieren, wird natürlich auch die Priorität anders gesetzt.
Es kommt ja auch immer drauf an, wovon die Rede ist.
Ich meine: Der Herr Schirrmacher hätte seine Stimme viel früher erheben müssen - mindestens 150 bis 100 Jahre früher. Bevor das Automobil seinen verhängnisvollen Siegeszug um die Welt antrat.
Alles, was er über die Gefahren der Datenautobahnen sagt, der Internetkultur und ausufernden Multitaskings, das trifft - in viel konkreterer Form - auf die moderne Autowelt zu.
Nur, auf diesem Gebiet haben die Menschen das Multitasking schon so verinnerlicht, dass sie es gar nicht mehr bemerken und - nur noch in Ausnahmefällen - kritisch sehen und bewerten. So ist zum Beispiel das Telefonieren mit dem Handy inzwischen als eine gefährliche Art des Multitasking angeprangert. Es wurden zumindest die Bedingungen, unter denen es im Auto stattfinden darf, geändert.
Aber wie sieht es denn aus in der modernen Welt des Autowahns?
Wenn jemand Auto fährt, übt er permanentes Multitasking aus: Er bedient das Auto. Also wenn es keine Automatik hat, muss er ständig schalten, bremsen Gas geben, er muss auf den Verkehr an sich achten, er muss auf die Schilder achten, auf ungewohnte Situationen. Oder er grübelt - aufmerksamkeitsverschleißend - darüber nach, ob sein Navi nun spinnt oder ob er hier noch richtig ist.
Wenn er allein fährt, lauscht er eventuell auch noch dem Radio oder - wenn nicht allein - unterhält er sich mit einem gähnenden Mitfahrer über die Gefahren unausgeschlafenen Autofahrens usw.
Niemand würde auf die Idee kommen, die Gefahren, die vom ständigen Autofahren ausgehen so anzuprangern. Schon lange nicht mehr. Man hat sich dran gewöhnt. Und auch an die ganz konkreten Opfer, die der Autowahn ständig kostet. Das ist einer modernen Welt geschuldet, das nimmt man hin.
Inzwischen weiß man; Nicht nur das Internet, vor allem das Auto bringt Menschen dazu, Dinge zu tun, die sie eigentlich gar nicht tun wollten. Es gilt die wissenschaftlich begründete Aussage, dass, wer Verkehrswege baut, auch Verkehr schafft, aber niemand schert sich drum. Menschen werden zu unnötigen Spritztouren genötigt, zu Kurzreisen und Caravan-Eroberungen überall, wo man es ihnen anbietet. Menschen haben per Auto mobil zu sein, ganz gleich wie kräftezehrend, konzentrationsmindernd, lebenszeitverschleißend das ist. Keine Sau interessieren diese zivilen Kollateralschäden der Mobilität. Menschen wollen- mit der Brötchentaste oder wie das heißt – ihr täglich Brot mit dem Auto direkt von der Bäckerei abholen und mit dem Geländeauto zur Theke preschen, um ihr Bier dort zu erwerben. Man lebt ungesund, man bewegt sich zu wenig. Auch das ist eine Parallele zum Computerhocken.
Warum fällt dem modern-betriebsblinden Schirrmacher nicht ein, darauf mal nachholend einzugehen. Multitasking ist überall gefährlich. Im Straßenverkehr schafft es geradezu höllische Szenarien.. Aber die Warnung vor den höllischen Gefahren der Datenautobahn ist jetzt kulturkritisch aktueller und bringt mehr ein.
Ansonsten – über Mautgebühren diskutiert man auf der Datenautobahn genauso wie auf konkreten Autobahn – ums Geld geht’s immer.
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So ein Buch gibt es wirklich? Damit haben die auch noch eine Sendung gemacht? Peinlich...
Danke für diesen 1a Blog. |
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Magda,
ich schau immer nach, zu welchen Preisen es bestimmte Bücher gebraucht gibt. Dabei habe ich über die Zeit festgestellt, dass der Preis für gebrauchte Bücher ein erstaunlich genaues Qualitätskriterium ist. Die Bücher von Schirrmacher fallen recht schnell in die Penny-Stock Kategorie. Man bekommt sie für Centbeträge hinterher geschmissen. Kurz, um mit einem seiner Buchtitel zu sprechen, Schirrmacher - Minimum. |
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@ Streifzug Die Qualität von Büchern kann man am Second-Hand-Preis (er)messen? Das halte ich für eine gewagte, wenn auch interessante These: vom VERKAUFSwert auf den GEBRAUCHSwert eines (gebrauchten, also schon mal gekauften, also vielleicht sogar gelesenen) Buches zu schließen. Wie viel kostet die zerlesene Hotel-Bibel? Wie viel ein gebrauchter Gedichtband? (Und: Was ist Qualität?)
Von da ist es nicht weit zum Quotendenken. Oder? |
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schrieb am
24.11.2009 um 08:27
Kommt auf das Hotel / Hospiz drauf an. Wo das geklaut wurde.
Esoterik-Bücher, wenn man sich da auskennt, sind auch gute Anlageobjekte. |
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die theorie haut hin. ich kann das anhand der amazon-gebraucht-preise auch herleiten. das ist der bisher effizienteste markt. gefolgt von booklooker.
mfg mh |
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schrieb am
24.11.2009 um 09:16
Keine Theorie. Das ist meine persönliche Marktanlyse.
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ich habe natürlich auf streifzug geantwortet. was du mit deinen geklauten büchern treibst interessiert mich in der marktanalyse nicht sonderlich, da es darin bereits verarbeitet ist.
mfg mh |
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Ich habe Schirrmachers Buch noch nicht gelesen, nur einen Vorabdruck im letzten Spiegel. Ob ich es mir kaufe? Die Kommunikation zum Buch schreckt mich ab: Angst, Bedrohung, Überforderung scheinen für mich die Schlagworte zu sein.
Bietet das Buch auch fundierte Kritik, ein Lob des Netzes und Lösungsansätze für die beschriebenenen Probleme? Bei Carta wurde ganz richtig auf Folgendes hingewiesen: Wohlweislich fehlt etwa der Hinweis auf Clay Shirky, der in einem berühmt gewordenen Vortrag die These vertreten hat, dass es keine Informationsüberlastung gebe, sondern nur ein Versagen auf der Ebene der Filter (”The problem is filter failure, not information overload”). |
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schrieb am
23.11.2009 um 10:46
@ taschentiger
Für mich sind das irgendwie ausgedachte Probleme. Und damit nicht wirklich interessant. |
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Die These von Clay Shirky habe ich mal bei Florian Rötzer gelesen. Ich sehe das auch so.
Der Mensch kann nicht mehr aufnehmen, er schaltet entweder ab oder braucht - Medienkompetenz hilft da - gute Filter, um sich durch die Info-Brühe zu bewegen. |
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Abstoßen? Und wo?
lmg luggi |
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;-)
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Also in diesem ganz konkreten Fall hat Herr Schirrmacher Recht. (Habe ich das gerade wirklich geschrieben?)
Zur Erklärung: Seit Jahrzehnten haben sich in der allgemeinen Psychologie Modelle zur Informationsverarbeitung durchgesetzt, die zwischen verschiedenen "Verarbeitungsmodi" unterscheiden. Autofahren ist wohl eine Tätigkeit, die nach hinreichendem Training im Normalfall keine bewussten Ressourcen erfordert - außer eben in Ausnahmesituationen. Solche prozeduralen Tätigkeiten sind wunderbar kompatibel mit anderen prozeduralen Tätigkeiten, weshalb etwa gegen die kalifornische Eigenart, sich während der Fahrt zur Arbeit zu Rasieren nichts einzuwenden wäre ... Multitasking funktioniert dagegen extrem schlecht, wenn die Tätigkeiten Aufmerksamkeit erfordern - und nun wäre die Frage, ob "das Internet" wirklich in quasi hirntotem Zustand sinnvoll "benutzbar" wäre ... (Zum Unterschied Männer/Frauen - meines Erachtens ist der Glaube, Frauen könnten besser multitasken lediglich der verschleierte Sexismus, Frauen würden ohnehin nur hirntote Tätigkeiten ausüben ...) |
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Lago,
es klappt wunderbar. Ich schreibe und kommentiere hier schon recht lange im hirntoten Zustand, ohne dass das sonderlich auffällt. |
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Die meisten Tätigkeiten im Internet sind nicht andauernd an Aufmerksamkeit geknüpft, was streifzugs Einwand ja belegt. Und hier im Freitag ist auch viel Wartezeit, die nichts mit Aufmerksamkeit zu tun hat.
Man kann sich auch bei Internetrecherchen leicht rasieren. Frauen allerdings nicht, die können da schon wieder was anderes machen. Das mit den hirntoten Tätigkeiten und den Frauen ...naja, haste nich den besseren Scherz. Ist doch wahr. |
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Magda, das Beispiel mit dem Auto ist sehr schön und passend. Ich muss allerdings gestehen: Aus dem ganzen gender-Dingsda falle ich völlig raus. Denn ich bin zwar unbestritten weiblich, aber überhaupt kein Multitasker! Wenn ich es doch ausnahmsweise mal versuche, hat das fatale Folgen. Beim Autofahren weiss deshalb jeder Bei- und Mitfahrer, dass er mich NICHT ansprechen darf. Denn ich fahre zwar sehr gut, aber eben nur, wenn ich NUR fahre. Ok, bestenfalls kann ich noch zuhören. Aber keinesfalls antworten.
Bestes Beispiel für ein fast misslungenes Multitasking: Gestern abend wollte ich ein gebrauchtes Apple-Notebook bei ebay für meine Tochter ersteigern. Bei 575 Euro lag das Höchstgebot, und ich wollte überbieten. Da kam sie herein und redete auf mich ein. Noch 1 Minute! sagte der ebay-Auktionator: Und während ich antworte, tippte ich hektisch 580 Euro ein und wollte eben "Bestätigen" drücken, womit das Angebot bindend ist... Und da sah ich im letzten Moment, dass ich 5580 Euro (!!) eingetippt hatte. So schief kann das gehen, bei mir. Bei Schirrmacher denke ich immer, dass er natürlich nicht dumm ist. Aber wie ein Trüffelschwein wittert er immer das Thema, auf das die Leute gerade sehr anspringen. Was auch von Intelligenz zeugt. |
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"Aus dem ganzen gender-Dingsda falle ich völlig raus."
Also das war ja nur ein eingeschobenes "Seitenthema". Aber mit Deiner Autofahrgeschichte, das finde ich doch sehr interessant als Beweis dafür, wie sehr man die Gefahren dieses Multitasking hinnimmt, während der Schirrmacher - ich halte mich jetzt nur an seinen gestern demonstrierten Alarmismus - lauthals vor den Gefahren des Internets warnt. Gruß Magda |
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Bitte nimm es mir also nicht übel, wenn ich diese kleine hübsche Geschichte hier gepostet habe.
"...wie sehr man die Gefahren dieses Multitasking hinnimmt, während der Schirrmacher - ich halte mich jetzt nur an seinen gestern demonstrierten Alarmismus - lauthals vor den Gefahren des Internets warnt." Right. Mir wird oft angst und bange, wenn ich die Leute im Strassenverkehr so beobachte. Wobei das gefährlichste Multistasking für mich immer noch Leute sind, die besoffen oder "angeschickert" fahren. Oder bekifft, das ist in Hamburg gerade in. Nix gegens Kiffen, aber bitte nicht beim Autofahren. Auch sehr beliebt: Im Auto streiten. Geht gar nicht! Wie gesagt, Schirrmacher springt auf einen Zug auf. Nur, das mit der Bezahldebatte war ihm schon zu ausgelutscht. Oder glaubst Du wirklich, er macht sich... Sorgen? Um seine Leser, die Menschheit, Deutschland.... Herzlicher Gruß, Anna |
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"Oder glaubst Du wirklich, er macht sich... Sorgen? Um seine Leser, die Menschheit, Deutschland...."
ICh sehe das eher als eine Debatte, die um Eliten geht, die den Leuten was erklären wollen, wie die Massen im Internet so verelenden. Und all so was. Gruß |
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Anna, eine mitfahrgelegenheit mit dir muss ein besonderes erlebnis sein :-))
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Nö, ist lustig! Weil ich sehr zügig fahre (die Hamburger fahren ja sowieso sehr zügig, wie Du weisst!), dabei laut Musik höre, fluche, wenn wieder einer beim Abbiegen nicht blinkt (auch so`ne Hamburger Krankheit) und dabei blendende Laune habe, denn ich fahre wahnsinnig gern Auto.
Nur: Don`t talk to the driver.... |
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"Nix gegens Kiffen, aber bitte nicht beim Autofahren."
... und vor allem nicht davor ;-) d a n a c h ist das Stichwort, um mal eine berühmte Hamburger Kunstfigur zu zitieren. Und zügig fahren ist so eine Sache. Geschwindigkeit (zulässige Höchstgeschwindigkeit) einhalten eine andere. Ich hoffe doch Anna, dass Du Tempo-30-Zonen respektierst und wenigstens nicht "zügig" über 40 fährst. Der lärmgeplagte Anwohner wird es Dir danken ... Viele Grüße nach Hambe, wie manche Sachsen zu sagen pflegen |
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Ich find den Schirrmacher-Ansatz nicht uninteressant. Den Medien-Hype hab ich nicht mitbekommen, lese aber den Text-Auszug im letzten Spiegel. Da sind durchaus Fragen drin, bei denen mir egal ist, wer sie stellt, ob sie schon öfter gestellt wurden - und die ich bemerkenswerter finde als wenig originelles Schirrmacher-Belächeln à la "Ach, der Herr Schirrmacher von der FAZ hat wieder ein Buch geschrieben." Fragen nach der Berechenbarkeit von menschlichem Verhalten, nach deren Beherrschbarkeit durch Digitalisierung, nach Illusionen von Freiheit, nach der Unberechenbarkeit von Kreativität. Fragen nach Chancen und Gefahren. Und ob es "gesund" ist, wenn jeder in jeder Sekunde supereffektiv sein muss und deshalb fünf Sachen gleichzeitig macht und keine richtig. Wie genau liest man noch? Was? Und warum? Mit wem kommuniziert man? Wohin? Wie oft? Gerade in einem Forum wie diesem, das sich zurzeit zum Teil exzessiv mit den durch sich selbst hervorgerufenen "Gruppenprozessen" von allerdings nur phantasierten Gestalten beschäftigt, muss eine Skepsis aus konservativer Ecke aber wohl auf Abwehr treffen.
"Man darf nie vergessen, dass Algorithmen Garantien sind. Algorithen erreichen irgendwann immer das Ziel, das sie anstreben. Das entspricht in gewisser Weise der kapitalistischen Lebensphilosophie des 'Wer was kann, setzt sich durch'. Aber jeder weiß auch, dass diese im wirklichen Leben keine Lebensphilosophie, sondern oft eine Lebenslüge ist. Und dass es im wirklichen Leben keine Garantie gibt. (...) Wissen erlangt man nur, wenn man sich selbst als nicht berechenbares Wesen wahrnimmt." |
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p.s. das Zitat ist aus dem Spiegel-Text von Schirrmacher.
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Liebe Magda,
ich kann da MH120480 nur zustimmen. Kurz, knapp und treffend. Ganz gut hat mir Dein Blog und der berechtigte Spott darin gefallen. Das sind dann die Typen, die uns erklären, dass wir alle viel zu alt sind, aber wehe , wenn wir in der modernen Kommunikationstechnik 2 Sachen geleichzeitig machen wollen, dann geht die abendländische Kultur vor die Hunde. Herzliche Grüße por |
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por er meint es doch nur gut mit....womit eigentlich? multitasking macht vergesslich...ach ja, mit seinem kontostand :-)
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Genau ;O) Danke!
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Über diese Multitasking "Kritik" und dem Autor haben alle etablierten Medien irgendwie berichtet weil wenn der Kulturchef das Schicksal der Digitalisierung erlebt ist das ja etwas ganz anderes. Aber geht es nicht eher darum dem stetig grösser werdenden Kreis der Befürworter der Internetzensur und Informationskontrolle etwas Argumente zu liefern?
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nein, die hält er nicht für gut und fragt sich, was der staat da wohl plane.
mfg mh |
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das geht dann ja richtig demokratisch zu. So eine Art "ferngesteuerte" vox populi?
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er konnte es sich zumindest nicht ersparen zu bekunden, dass dies der endgültige beweis dafür sei, dass huxley recht hatte.
mfg mh |
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schrieb am
24.11.2009 um 09:02
Huxley sagte:
"LSD ist das spirituelle Gegengewicht zur Atombombe." Hatte er recht? |
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Wow, chrisamar!
Toller Spruch. Das muss ich erstmal verkraften. Wo siehst Du da den Zusammenhang zu Magdas Blog? Finde ich spannend. |
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""LSD ist das spirituelle Gegengewicht zur Atombombe."
Hatte er recht?" hmmmmmmmmmm :-) müsste untersucht werden. huxley fand die richtigen worte. da er gegen die atombombe war, interpretiere ich ihn so, dass er auch gegen lsd war und diese beiden zerstörerischen mittel in gleichnis setzte. andererseits muss man auch nicht jeden einzelnen satz auf die goldwage legen. ohne multitasking hätte keiner die schule überstanden: dem lehrer zuhören, etwas in die hefte kritzeln und an etwas völlig anderes denken |
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Outnumber!
"ohne multitasking hätte keiner die schule überstanden: dem lehrer zuhören, etwas in die hefte kritzeln und an etwas völlig anderes denken". Absolut. Das Kritzeln war reines Überleben. Erinnerst Du Dich auch noch an Stunden, die so langweilig waren, dass es qualvoll war. Ich habe nie wieder so unendlich lange Sekunden erlebt! Das war gelebte Physik, die Relativität von Zeit. (Oder ist das keine Physik? Ich war da so schlecht.) Kinder aufziehen ist auch Multitasking. Kochen und dabei eine Charakteranalyse für Schillers Räuber mitschreiben (wie ich am Sonntag). Lieben ist auch Multitasking: Sich um sich selber kümmern und auch den anderen sehen.... |
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Outnumber!
"ohne multitasking hätte keiner die schule überstanden: dem lehrer zuhören, etwas in die hefte kritzeln und an etwas völlig anderes denken". Absolut. Das Kritzeln war reines Überleben. Erinnerst Du Dich auch noch an Stunden, die so langweilig waren, dass es qualvoll war? Ich habe nie wieder so unendlich lange Sekunden erlebt! Das war gelebte Physik, die Relativität von Zeit. (Oder ist das keine Physik? Ich war da so schlecht.) Kinder aufziehen ist auch Multitasking. Kochen und dabei eine Charakteranalyse für Schillers Räuber mitschreiben (wie ich am Sonntag). Lieben ist auch Multitasking: Sich um sich selber kümmern und auch den anderen sehen.... |
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"ohne multitasking hätte keiner die schule überstanden: dem lehrer zuhören, etwas in die hefte kritzeln und an etwas völlig anderes denken"
Und fast einschlafen. Nebenbei: ich war auch oft gar nicht dort. |
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"Lieben ist auch Multitasking: Sich um sich selber kümmern und auch den anderen sehen...."
sehr schön! der kommt zu meinen persönlichen community-perlen dazu. |
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Frank Schirrmacher sollte nicht als Herausgeber der FAZ kritisiert werden nach deren politischer Ausrichtung, wenn er als Buchautor zur Kritik steht. Ich möchte hier sagen, daß er kluge Bücher schreibt und wohl auch ein kluger Mensch ist. Ich denke sogar, und ich habe mit ihm einmal über ein konkretes Buch auf einer Frankfurter Buchmesse gesprochen, daß er sehr sympathisch gegenüber der ihm auch gegensätzlichen Welt ist.
Und, ich bitte um Verzeihung, beim letzten Beckmann in der ARD war das auch zu hören. Auch für Menschen, die diesem Betrieb absolut gegenüber stehen. |
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gerade seine aussagen zum multitasking sind kompletter blödsinn, und die werden medial atm am meisten beachtet.
mfg mh |
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Ich würde sogar, selbst wenn ich ihn als symphatischen Menschen sehen, seine öffentlich gemacheten Äußerungen in Gänze als nicht zielführend bezeichnen.
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Liebe Magda,
an Deinem Blog-Beitrag gefällt mir vor allem der Hinweis auf das Messen mit verschiedenem Maß. Während sich damit beschäftigt wird, welche Folgen Multitasking im Kontext mit der Medienvielfalt haben könnte oder hat - ein wenig relevantes gesellschaftliches Problem ohnehin, mehr so POLYLUX-mäßig herbeigeredet - wird das Thema im ganz realen Alltagszusammenhang AUTO und seinen ganz realen Folgen nie diskutiert. Das ist auch ein FREITAGS-Problem, wie ich aus meiner kurzen Bloggererfahrung weiß. Der wie Du sagst Autowahn kostet jährlich zigtausend Tote - direkt oder indirekt. Er verursacht externe indirekte gesellschaftliche Kosten die durch keine bisher erhobene Mineralölsteuer etc. nur annähernd gedeckt würden, aber wir diskutieren über Schweinegrippe oder eben über Herrn Schirrmacher und seine intellektuell nicht uninteressanten, wenngleich gesellschaftlich wenig relevanten Überlegungen. Um es abzukürzen, danke für Deinen Beitrag. |
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Lieber Mahung,
ich danke Dir sehr, denn Du hast noch einmal genau zusammengefasst, worum es mir eigentlich gegangen ist. Es ist eine - ich sage mal geschwollen - innersystemisch gewollte Betriebsblindheit - die man gar nicht aufgreifen will. Danke und Gruß |
Ausgabe 11/10
18.03.2010
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