Magda

Mal sehen

03.09.2010 | 21:35

Gentheorien

Immer, wenn ich das Wort Gen sehe, lese ich da noch – verdorben durch die Zeit im Unrechtsregime – die Abkürzung für Genosse. Gibt es ein Genossen-Gen? Wäre es nicht viel einfacher, auch jenen Ostbürgern, die eine zu lange Zeit in der ehemaligen DDR verbracht haben, eine Art irreparables Ost-Gen zuzuschreiben? Da können sie dann nichts für. Entstehen nicht überhaupt Veränderungen in den Genen durch lange Anpassung?

Das muss doch ein Wechselverhältnis sein:

Umweltveränderung-Anpassungsreaktion- Genveränderung.

Aber was weiß ich schon. Ich kenne nur die populärwissenschaftlichen Vorträge in der Freitags-Community.

Es muss noch andere Menschengruppen geben, die ein gemeinsames Gen haben. Massenweise, glaube ich. Das mit den Basken von Sarrazin leuchtet ja auch ein.

Die Basken, die legen ja richtig Wert darauf, tragen sogar alle gleiche Mützen, damit man sie auch erkennt mit ihrem Gen.

Vielleicht sind die Schotten mit den Kilts auch Träger eines gemeinsamen Gens, aber sie zeigen es genau so wenig, wie sie unter ihren Kilt gucken lassen. Oder sie haben ein gemeinsames Geiz-Gen. Wie entstand der Kupferdraht? Als zwei Schotten sich um einen Penny stritten. So ein kleiner Kalauer.

Ein ganz verblüffendes Gen hat der Schriftsteller Gustav von Meyrink im vorigen Jahrhundert entdeckt. An Pastorengattinnen. Die hatten ein gemeinsames Häkel-Gen. Am Ende hat eine von ihnen - so schildert er in seiner epochalen Erzählung „Der Saturnring“ - um diesen armen wehrlosen Planeten einen Ring gehäkelt.

www.payer.de/religionskritik/meyrink04.htm

Folgender schöner Lehrsatz ziert den Schluss des Werkes:

„Wird auf den Wesenskern der Pastorenweibse ein Reiz ausgeübt, - welcher immer - so häkelt sie, - und bleibt er ungereizt --- so -- so vermehrt sie sich -- -- bloß."

Juden haben kein gemeinsames Gen, ich glaube das nicht. Eine Bekannte hat mir mal heimlich erklärt, Juden hätten Plattfüße. Das ist allerdings ein profunder Defekt, eigentlich ein schwerer Mangel. Normale Menschen, die in der Zivilisation zu Hause sind, haben nicht nur Plattfüße. Die haben neben den Plattfüßen zusätzlich Spreiz- und Senkfüße. Das kann ich bezeugen. Aber das ist keine Gen-Frage, sondern eine Frage des Gehens.

 
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Kommentare
Amira Passarge schrieb am 03.09.2010 um 22:03
Ja, ja, immer diese doppelbödigen Theorien. Sie sagen das eine, meinen aber etwas ganz anderes.
Ich weiß nur, welches Gen ich nicht besitze: Das Fotogen. Können viele Schnappschüsse eindeutig beweisen!
Magda schrieb am 03.09.2010 um 22:15
"Das Fotogen. Können viele Schnappschüsse eindeutig beweisen!"

Also das Profilfoto ist jetzt aber kein guter Beweis, gnä Frau. :-))
Joachim Petrick schrieb am 03.09.2010 um 22:18
Hallo Amira Passarge,#

angesichts des vorliegenden Fotos, ist auch das nicht sicher::

"Ich weiß nur, welches Gen ich nicht besitze: Das Fotogen. Können viele Schnappschüsse eindeutig beweisen!"

ich frage mich inzwischen, ob es das abgebliche Shönheits Gen der Musklime ist, dass ihen und uns so zu schaffen macht, seitdem es nicht nur H. M. Broder gestern bei Maybrit Illner "Macho" Macho aufgedeckt und ausgeheckt.

Persönlich kann ich da mitreden, weil ich von Geburt als schön auf- und hohgeqewachsen nicht nur mit den Haxen otwestlich grenzüberschreiten, Grenzen weitend durchging und ständig, statt Schularbeiten vor dem Spiegel hing, um zu überprüfen, ob meine ganz unverdiente Schönheit im Vollbild weiter präsent.
Hurra und noch Mal vor dem Spiegel.

Inzwischen hat sich das mit dem Spiegel bei mir leidlich gelegt.

Oh Gott, w
as habe ich unter meiner Schönheit gelitten!
viele Jahre, Jahre sind mir vor dem Spieglein Spieglein sag an! entglitten.
Damit bin ich, gerettet ins vorgerückte Alter, hoffe ich durch.

Nicht, dass ich mit neunzig ungeahnt in neue Schönheitsblüte schlage.

tschüss
JP
ed2murrow schrieb am 03.09.2010 um 22:16
Liebe Magda,

nach Klonschaf Dolly gab es nicht wenige, die hofften, sich selbst reproduzieren zu können. Auch eine Art, Unsterblichkeit erlangen zu wollen, ganz konkret oder auch nur die zu schnelle Lektüre, dass komplex Geklontes allerlei andere Defekte sowie eine hohe Sterblichkeitsrate aufweist. Eines der damaligen Modeworte war "Entschlüsselung", etliche Jährchen weiter sind wir noch immer bei der Feststellung, dass wir uns nur zu 3 oder 5 Prozent vom Schimpansen unterscheiden, aber warum wir uns unterscheiden, ist nach wie vor ein Rätsel. Das wird sich letztlich nur fakultätsübergreifend klären lassen.

Vor ein paar Tagen sah ich ein recht schönes Gespräch mit Prof. Lesch und Prof. Küng, der eine Sterngucker, der andere Abstraktbetrachter. Der Physiker Lesch meinte, wie schon oft zuvor, sein Berufsstand werde immer noch mit dem von Astrologen verwechselt, obwohl er eigentlich u.a. Astronom ist. Physik, meint er, sage, wie etwas (wahrscheinlich) funktioniert, nicht aber warum. Wie Lesch die Waffen streckte, als es um einen "Zustand" vor dem Urknall ging und Küng bei der Frage nach Aufklärung infolge der Causa Galilei, zeigt mir die eigentliche Bandbreite um das Nichtwissen.

Astrologie, "Soziogenetik", Eugenik (das sich nun Dygenik schimpft), in der Tat sind wir beim Selberhäkeln.

Ihr e2m
ed2murrow schrieb am 03.09.2010 um 22:18
errata corrige: Dysgenik
Magda schrieb am 03.09.2010 um 23:11
"Wie Lesch die Waffen streckte, als es um einen "Zustand" vor dem Urknall ging und Küng bei der Frage nach Aufklärung infolge der Causa Galilei, zeigt mir die eigentliche Bandbreite um das Nichtwissen."

Ach, da gibts ja auch eine Passage in einem Roman. Wo ein Wissenschaftler und ein Theologe sich über das moderne Weltbild und den Kosmos unterhalten. Der Theologe fragt, wo der Wissenschaftler denn Gott in diesem Weltbild verortet.
Und der antwortet: Tja, ob sich das alles nun in einer Zigarrenkiste befindet, die der liebe Gott unter dem Arm trägt, das weiß ich auch nicht.
oxnzeam schrieb am 04.09.2010 um 01:05
Deine interessante Eingangsfrage nach dem Wechselverhältnis von Umweltveränderung-Anpassungsreaktion-Genveränderung war mir einen extra Blogartikel wert, danke für's Abschubsen, liebe Magda ;-)
www.freitag.de/community/blogs/oxnzeam/epigenetik-und-evolution
Magda schrieb am 04.09.2010 um 09:16
Gerne und gleich hingewandert. :-))
h.yuren schrieb am 04.09.2010 um 09:47
dein wortspiel zum schluss mit gen und gehn, liebe magda, erinnert mich an deine schuhgeschichten. wie weit wir gehn können mit unsrer gen-erbschaft, das hängt von vielen faktoren ab. unleugbar spielen die passenden schuhe eine entscheidende rolle.
seriousguy47 schrieb am 04.09.2010 um 14:52
Na, da möchte sich der Stuttgarter doch gerne Berliner Gepflogenheiten anschließen und ein kleines (hoffentlich) provozierendes (Link-)Häuflein mitten in den Thread setzen, bevor sich in die Sonne davon macht:

www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/7637

www.dghk.de/laby74/74_brand.pdf

www.kp-marburg.de/volkmar_weiss.htm

Gruß!
Magda schrieb am 04.09.2010 um 16:38
Ich bedanke mich für die sehr interessanten Links.

Die Debatte um den Historiker Shlomo Sand habe ich medial - also oberflächlich - verfolgt.

Hier in Deutschland wird ja vorwiegend immer argumentiert, dass die Juden keine Völkerschaft sind, sondern eine Religion. Man will irgendwie nicht in irgendeinen Verdacht geraten, sie falsch "einzuordnen". Der Gedanke, dass es eine Völkerschaft in der Diaspora ist, scheint dennoch einfach schlüssiger. Nur, sie sind halt keine Rasse. Aber das weiß ja inzwischen wohl auch jeder.
Der Nachweis, dass sie auch gemeinsame Gene haben, ist auch sicherlich nicht wirklich so abwegig. So wie es auch seine Logik hat, dass sich diese Gen-Besonderheit anderswo wieder nicht nachweisen lässt, sondern eher genetische Ähnlichkeit mit den "benachbarten" Völkern. Es mischt sich halt. Aber - so endet ja auch der interessante Beitrag. - "die einen sagen so, die andern sagen so". :-))
Die ganze Debatte ein Beweis, wie sehr nach legitimierenden, verlässlichen Gemeinsamkeiten gesucht wird, die den Staat Israel begründen und zusammenschmieden oder eben auch nicht.

Sehr interessant auch der Verweis auf Volkmar Weiss' Buch.
Und auch auf den Beitrag in der Kritischen Psychologie Marburg.

Er ist mir völlig unbekannt, obwohl ich aus dem Osten komme. Aber jetzt lerne ich ihn ja kennen. Spannende Geschichte auch in Bezug auf die Wissenschaftspotentiale in der DDR.

Das muss ich noch gründlich lesen, das lohnt sich.

Provozierend finde ich das nicht. Die Geschichte mit dem Juden-Gen ist nur deshalb ärgerlich, weil Sarrazin sowieso nicht zu wissen scheint, wovon er redet.
Magda schrieb am 04.09.2010 um 16:52
Ach, zu schnell geschrieben. Dieser Volkmar Weiss ist ja auch nicht unumstritten. Und auch noch NPD. Jetzt muss ich den erst recht lesen.
Magda schrieb am 04.09.2010 um 16:58
Und ist streckenweise sehr "sarrazinesk".
goedzak schrieb am 04.09.2010 um 15:52


...und Danke auch für'n Schmunzelanlass. Ist ja was wert, dieser Tage hierorts. ;)
seriousguy47 schrieb am 04.09.2010 um 16:04
Übrigens: Django Asyl hat seine eigenen Gen-Forschungen betrieben und bei Sarrazin das Plünder-Gen entdeckt. Nobelpreisverdächtig:

www.stern.de/politik/deutschland/und-jetzt-django-asuel-thilo-sarrazin-der-mit-dem-pluender-gen-1599297.html
Magda schrieb am 04.09.2010 um 16:40
@ goedzak - gern geschehen.

@ seriousguy47 - lustig und nun gute Reise. Soll es nicht in die Sonne gehen?
poor on ruhr schrieb am 04.09.2010 um 20:28
Ich bin auch etwas zu schwer. Daran sind nur meine Gene schuld, besonder das "Jetzt-muss-ich-essen-Gen"! ;)

rr
Bildungswirt schrieb am 04.09.2010 um 20:41
GSG 9 - wäre dann ein spezielle West-Gen-Kombination zur Sicherung der freiheitlich-demokratischen Genordnung.
Bildungswirt schrieb am 04.09.2010 um 20:42
EINE
poor on ruhr schrieb am 04.09.2010 um 20:43
@Bildungswirt

Klasse! :)
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lothar.ackermann hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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delloc hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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hadie hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Corina Wagner hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
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luggi hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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