13
]
Heute wollte ich nicht aufstehen und erbat - ganz gegen meine Gewohnheiten – einen Aufschub. Keine Lust auf die Welt? Nicht, wie sonst das so praktische kleine MP3-Radio an und den Knopf ins Ohr? Nicht mal den liebgewordenen Ärger beim Anhören des meist stockkonservativen politischen Feuilletons bei www.dradio.de ? Nix. Woher kommt das?
Vielleicht sollte man sich das Fernsehen nicht antun. Es macht einen fertig. Total. Gestern wieder bei Maischberger - diese selbstgewissen Leute, diese wohlgenährten, glattrasierten beißend jovialen Politiker. Der aktuelle Typ hieß Steffen Kampeter (CDU) – und ist Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen. Der begrub alles unter seinen meist dazwischen gebellten Meinungsäußerungen. Der fuhr allen in die Parade. Es hätte auch ein Volker Kauder sein können, von ähnlich grinsender Schärfe. Warum regen sich Politiker, Politikbeobachter und Medienvertreter über Angela Merkels Verhalten und Habitus so auf, über diese Männer aber nie, jedenfalls nicht so? Vielleicht regen sie sich auf, weil sie nicht so ist wie sie und andererseits - genau so? Ein Chamäleon, in wechselnden Jackenfarben? Heute zum Beispiel in Flieder. So wollen sie nicht sein, nicht so gut getarnt vor wechselnden Hintergründen, sondern unverwechselbar. Aber sie sind es nicht und nicht mal bei den Farben sind sie so variabel. Merkel ist die personifizierte Machtgier. Machtgier an Männern hierzulande gibt es weniger. In der Demokratie sind nur die Frauen machtgierig: Andrea Ypsilanti, Heide Simonis oder eben Angela Merkel.
Wenn es männliche Beispiele braucht, dann muss der kritische Medien-Blick weit schweifen und die Diktatur bemühen. China ist ein abschreckendes Beispiel für Machtgier bei Männern. Vor einiger Zeit – auf der Frankfurter Buchmesse - hat sich ein Redakteur der „Welt“. empört über die chinesischen Funktionäre geäußert, die mit ihrem unangenehm schulterklopfenden jovialen Lachen Machtbewusstsein und Menschenverachtung kaschierten. Solche Empörungen befallen Journalisten beim Blick über die Länder- und Kontinentgrenzen. Dabei könnte man ein paar „chinesische Funktionäre“ auch hier orten. Die können Ackermann oder auch Steinbrück heißen und sehr gut vorführen wie Macht lacht. Sogar einen „chinesischen“ Koch haben wir, aber der ist, wie sie alle, demokratisch gewählt. Demokratie gibt’s in diesem Lande, nur warm wird’s nicht - es bleibt kalt wie das Wetter.
Von Magdas Kram
Ein aufgelaufener Trost
|
|
"Heute wollte ich nicht aufstehen." - Mache mir Sorgen, das können bedenkliche Anzeichen sein, vor allem, wenn DAS der Grund/Anlass sein soll!
Weniger Fernsehen, mehr lesen (im Bett, morgens)! |
|
|
"das können bedenkliche Anzeichen sein, vor allem, wenn DAS der Grund/Anlass sein soll!"
Naja, man muss ja was vorschieben. Es ist ja auch ....die Kälte, das Wetter, die Knochen und ....die ganzen Umstände. Mehr lesen- hast Du Recht. Überhaupt, man zerbröselt so. Man regt sich hier auf und grämt sich dort. Und keiner hört auf einen. Schrecklich unbelehrbar die Menschheit. In diesem Sinne dennoch einen netten Gruß. |
|
|
der auflauf sieht eher wie eine etwas gewagte lasagne aus, die mach ich selber lieber mit spinat ...
Aber kampeter, der für diesen auflauf augenscheinlich mitverantwortlich, ist ja berüchtigt für sein gezeter gegen jedwede mitgestalt, weswegen der auflauf auch so gedrückt wirkt (aber schmecken sollte er dennoch - nichts für ungut, und vor allem den appetit von solchen typen nicht vermießen lassen) ... |
|
|
Hallo jayne,
die Farben sind völlig anders als in der Realität. Der Auflauf ist auch nich gedrückt, sondern entspricht der konkreten im Hier und Jetzt zu bewältigen gewesenen Situation. Es ist dies nämlich ein Resteauflauf mit ein bisschen Hühnerfleisch, Tomaten Blumenkohl und viel Ei. Kampeter - das war jetzt mehr so der Prototyp. Den hatte ich noch nie erlebt. Kann durchaus sein,dass die hinterher alle einen saufen gehen. Glaube ich aber nicht. Jemand hat mir mal erzählt, die spritzen danach auseinander wie explodiert. Achja "Auflauf", da fällt mir noch der leider verstorbene Ulrich Rosski ein: Der fragt sich in einem Lied: "Ob man Menschenauflauf mit Speckstreifen garniert". Gruß an DIch. |
|
|
Mit nicht werbeannoncenmäßig mit Photoshop bearbeiteten Fotos von Speisen ist das so eine Sache... :))
|
|
|
|
|
Hast recht: der Kauder! uhhhh. Dazu Pofalla, früher der Pastor Dingens..., aber s' ist keine "Gendersache": die Schmidt mocht ich auch nicht und schon gar nicht Thatcher..... ah ja, die Welt reisst von der Leine, aber die Kacker bleim :-(. Immerhin haste net unsern wohlbekannten Ministerpraesidenten......
|
|
|
@ jayne -Ja, stimmt und anderswo laufen die Ölplattformen aus und da kann auch keine ISAF Truppe helfen, von der EU ganz zu schweigen. Die UNO tritt auch nicht zusammen.
@ hibou - "Gendersache" ist es nur, weil es bei beiden Geschlechtern die gleiche Erbrechensquote geben muss, sonst muss man die einführen. Welchen Ministerpräsidenten meinst jetzt Du. Gruß |
|
|
Mairegen macht groß (sagt man),
vielleicht ja auch melancholisch.....? Gute Besserung wünscht archie :-)) |
|
|
Mairegen macht groß (sagt man),
vielleicht ja auch melancholisch.....? Gute Besserung wünscht archie :-)) |
|
|
Wer weiß, wer weiß - na, viel größer werde ich nich mehr.
Danke - heute muss ich lesen gehen nach Marzahn. Also durchhalten. :-)) |
|
|
"Und keiner hört auf einen."
das finde ich auch, magda. na, fast. im laufe des lebens wird mensch bescheiden. nur wenige hören manchmal auf einen. viel zu wenige und viel zu selten, da hast du schon recht. aber die untergangslakaien ärgern mich nicht mehr richtig. die kenne ich doch schon genauso gut wie du, ganz gleich, wie die gerade heißen oder mit was für einer schminke aus der maske die antreten. sieh das doch als schauspiel. klar, eine tragödie. aber daran ändern wir zuschauer/innen nix. der text, das skript, nach dem die sprecher/innen ausgewählt und auf die bühne geschickt werden, steht fest. hörst du nicht das krachen im gebälk? siehst du nicht die aschewolken und die "ölteppiche"? das ist kein theaterdonner, was da in den börsen böllert, das ist echt. für sonnenuntergänge kann ich nicht schwärmen wie das frollein bei heine. für systemuntergänge aber kann ich mich begeistern. fernsehen ist der ersatz für die sonntagspredigten von dunnemals. ich besitze keine glotze. and lead us not into temptation oder so. alles ist gift, wusste paracelsus, es kommt auf die dosis an. das gilt dann auch fürs lesen etc. "Aufschrei hinterher: Und zu meinem Auflauf gibts nichts zu sagen?" doch, doch. ich habs genau geprüft, soweit das foto sowas zulässt, und bin zu dem schluss gekommen, es handele sich um ein platt gefahrenes huhn. du hast bestätigt, viel huhn und ei sei dabei. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen