Magda

Mal sehen

27.03.2009 | 09:58

Nix Femme Fatale Criminale

Ach Mensch, fast kann man die Enttäuschung spüren, welche die Medien befallen haben muss nach der Eröffnung: Es gibt kein Heidelberger Phantom. Es gibt keine Figur, die man so wunderbar mit eigenen Fantasien aufladen kann. Es gibt kein geheimnisvolles, mordendes Weib, das - allein oder mit anderen - einbrechend, raubend und stehlend durch die Lande zieht. Kurzerhand es gibt keine richtige Räuberbraut.

Keine Femme Fatale Criminale geht in die Annalen der Kriminalitätsgeschichte ein, sondern eine höchstwahrscheinlich unterbezahlte Bandarbeiterin, in Teilzeit tätig bei der Verpackung von Wattestäbchen. Diese unbekannte Packerin hat sich mit ihrer DNA für immer in die Kriminalgeschichte eingeschrieben.

 

Ein Glück, dass sich die Enttäuschung dadurch mildern lässt, dass man gleich einen neuen Aufreger kolportieren kann: Die unglaubliche Pleite bei der Ermittlung von Straftaten, die jetzt gar nicht mehr durch den gemeinsamen Zusammenhang „cherchez la femme“ gehalten werden, sondern schnöde Einzeltaten sind. Wieder am falschen Ende gespart, keine Blindproben genommen.

 

Ich hege ja den Verdacht, dass die so lange kritiklos weiterverfolgte Spur auch etwas zu tun hat mit der Lust der Gesellschaft an kriminellen Frauen.

Und dann noch so eine, die nicht heimtückisch mit Gift mordet, sondern richtig brutal ist. Vielleicht herrscht ja in der Medienwelt eine geheime Sehnsucht nach Gleichstellung. Wenn andauernd Männern als kriminell, brutal usw. gelten, dann ist man für eine solche weibliche Delinquentin richtig dankbar. Und es hat ja auch Sinn: Denn wenn Frauen ein Männerhandwerk betreiben, müssen sie es immer auch ein bisschen besser machen. So hätte sich die Vielfalt der Straftaten sicherlich erklären lassen.

Allerdings erklärte ein Experte die Vielfalt der begangenen Straftaten von Mord und Totschlag über Einbrüche und Autodiebstähle ein bisschen realistischer: Nämlich dadurch, dass das Berufsverbrechertum auch nicht mehr so dominant sei. Es sind jetzt Täterinnen und Täter unterwegs, die unspezialisiert einfach alles machen.

Ist schon klar: So etwas ist dann auch immer die Stunde der Frauen.

Männer sind spezialisierte Facharbeiter und können nur eine Begehungsweise wirklich gut, während  Frauen wahrscheinlich auch beim Begehen von Straftaten die ihnen zugeordnete Viel- und Gleichzeitigkeit beherrschen.

 

Wie gesagt, es ist vorbei mit diesen schönen Theorien, Fantasien und Spekulationen aller Art. Zurück ans Band.

 

 

 

 

 
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