Brabbelpredigt zur bevorstehenden Semana Santa
Sind Sie auch so erfreut wenn Ihnen jemand sagt, er sei mal weg? Und meint, man hätte ihn verstanden. Und der dann auch- ätsch - Enttäuschung bereitet , weil er gar nicht weg bleibt, sondern bald wieder da ist. Und auch noch behauptet, dieses Weg (wird kein leichter sein_Naidoo ächz) habe ihn geläutert?
Hape Kerkeling ist so einer. Pilgern ist „in“, hat er vor einiger Zeit erklärt. Wir sollten von ihm, weil er weg war, anders denken als bisher, wo er wieder da ist. Als wenn das so einfach wäre: Geht dort raus, pilgert die Abteilungen „Besinnung“ und „Kontemplation“ kurz mal an, ordnet seine Gesinnung neu und kommt wieder rein als eine andere Figur. Titel:„Isch erpilger misch neu“. Auf dem Jakobsweg und alle Welt durfte dran teilhaben.
Das Internet hat auch was von einer Pilgerreise. Man sagt, man nähme allerlei Erkenntnisse mit als User. Tatsächlich? Gucken Sie sich mal die Verhältnisse im wirklichen virtuellen Leben an. Alle die weg sind, sind überhaupt nicht geläutert, sondern rasseln herum wie die Schweine im Koben. Sie sind ausgezogen, und anderswo hin gepilgert. Da schreien sie „Exodus“ oder auch „Exil“, diese Knallschoten. Leidensprofis vom Feinsten, in der „ishargossip“-Version für intellellektuelle Adorno-Hirnis mit dem richtigen Knall auf dem falschen Pilgerweg. Na, is doch wahr.
Trost hingegen naht – es gibt noch den Martin Buchholz, der lässt sich nicht auf Pilgerreisen ein. Nix da. Er bleibt dann mal da und pilgert ohne wegzulaufen. Pilgern nicht auf dem Jakobsweg, sondern mit dem Martinshorn. Nee, so heißt das nicht, sondern Pilgern auf dem Martinsweg
Besser als mit BILD durch die Gefilde der Politik zu pilgern- da wird man erst recht unfromm und bleibt ungeläutert.
Der bloggt leider nicht mehr, der Martin Buchholz mit seinen Newsletter hier in der Community. Aber im Exil isser nich, der nicht.