Magda

Mal sehen

10.03.2009 | 10:40

Staatsstreichpläne

Als kurz vor dem Amtsantritt von Barack Obama diese große Passagiermaschine im Hudson River notlandete, da dachte ich – wie manch andere Beobachter sicherlich auch - jetzt ist es soweit, jetzt ist ein neuer Anschlag vereitelt worden. Bush wird irgendeinen Notstand ausrufen, er wird Verfassung und Parlament ausschalten. Es kam dann nicht so – es war das glückliche Ende einer Havarie.
Trotzdem, wenn man jetzt liest, was in einigen Zeitungen zum Thema erschienen ist, wundert man sich, dass ein – wenigstens befreiter Aufschrei – ausbleibt. Es ist, als hätten alle das ohnehin gewusst und geahnt. Und jetzt, jetzt ist es halt öffentlich. Publiziert haben es – neben den einschlägig politisch orientierten Zeitungen wie „Junge Welt“ und „Linke Zeitung“ nur noch die „Nürnberger Nachrichten“, ein regionales Blatt mit ganz offensichtlich einem politisch aufmerksamen Redakteur, vermute ich. Warum diese Ruhe? Ich wundere mich vor mich hin.
 
In Zeiten der Naziherrschaft in Deutschland 1935 erschien in de USA das  Buch von Sinclair Lewis: „It Can't Happen Here“ . Darin wird das Szenarium einer faschistischen Herrschaft in den USA entworfen. Es gab viel Aufregung darum.
 
Und natürlich kann man auch heute sagen, dass es ja – dank der checks and balances – nicht so weit gekommen ist. Aber trotzdem – man fürchtet sich.
Und überhaupt. Auch für Deutschland gilt: It can happen here, once again – bei manchen Entwicklungen wird diese Befürchtung durchaus genährt.
 
 
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