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Kultur : Stierkampfverbot in Katalonien

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„Pro Jahr werden in Spanien etwa 2.000 Stierkämpfe durchgeführt, in denen sehr viele Tiere "verbraucht" werden (circa 30.000 im Jahr). Nur etwa 14 Prozent aller Spanier besuchen derartige Veranstaltungen. Auch die Mehrheit der europäischen Bevölkerung lehnt Stierkämpfe ebenfalls als archaisch und tierquälerisch ab. Die meisten Besucher der Arenen sind aber dennoch Touristen, die den Stierkampf als "typisch spanische Urlaubsattraktion" erleben wollen. „Wer Stierkämpfe als fröhliches und traditionelles Ereignis feiert, verschließt die Augen vor Tierleid und dem äußerst grausamen Umgang mit den Tieren".

Der Stierkampf ist eine fremde Kultur, die Faszination oder Entsetzen auslöst. Und alles, was ich darüber weiß, habe ich bei Autoren gelesen, die selbst ebenfalls nicht in der spanischen Kultur zu Hause sind.

Ernest Hemingways Roman „Fiesta“ auch sein Essay „Tod am Nachmittag“ beschäftigen sich mit der "Corrida de Torros." Hemingways Stories werden – obwohl der Schriftsteller, den Stierkampf gar nicht verherrlicht – als Texte der Männlichkeit verstanden.

In meiner eigenen „Hemingway-Epoche“ ging mir eine andere Story viel näher: „Großer doppelherziger Strom“. Sie handelt von nichts anderem, als einem einsamen Mann, der in den Strömen Nordamerikas angelt. Die Melodie des Hintergrundes aber ist das Wissen, das jener Nick Adams traumatisiert ist und im Strom den Schrecken des Krieges entkommen will, verzweifelt Ruhe sucht.

„Der ganze Stierkampf basiert auf der Tapferkeit des Stiers, seiner Einfalt und seinem Mangel an Erfahrung“, schreibt Hemingway. Ersetzt man in diesem Satz nur zwei Worte, fällt der folgende Satz: „Der ganze Krieg basierte auf der Tapferkeit des Kriegers, seiner Einfalt und seinem Mangel an Erfahrung“. Auf diesen Nick Adams und auf Hemingway selbst traf dies zu.

Noch ein Autor hat - sehr kurz - über den Stierkampf geschrieben. Es ist Lion Feuchtwanger, in dessen Roman „Erfolg“ ein Maler zu den Stierkämpfen reist, weil ihn das Sujet interessiert. Dessen Eindrücke beschreibt Feuchtwanger in den folgenden Sätzen, die ich noch nie laut zu Ende lesen konnte:

"Eingesenkt fortan blieb dem Maler Greiderer das Bild des wahren Stieres, an die Palisade gedrückt, Wasser lassend, sich nicht mehr kümmernd um Menschen, Säbel, bunte Tücher, nur mehr begierig im Schatten zu sterben."

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.