Empfehlung der Woche

Generation rechts?

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Rüdiger Maas

Hardcover, gebunden

288 Seiten

24 €

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Das Los des Fremden

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Brandt Andersen

Drama

USA 2025

104 Minuten

Ab 18. Juni 2026 im Kino!

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Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus

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Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22 | 88045 Friedrichshafen

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Kultur : Tagebucheintrag über ein Tagebuch

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Nachmittags in die Bibliothek. Ich wollte mir den Band von Thomas Manns „Tagebücher 1933/34" holen, aus dem Hans Zischler im Rundfunk gerade jeden Nachmittag liest. Von der Bibliothek habe ich – nachdem ich die Bahn verpasst hatte – den Heimweg zu Fuß gemacht und dabei die Lesung angehört.

Thomas Mann – endlich wieder im Besitz der Tagebücher, um deren Verbleib er sich so große Sorgen gemacht hatte, weil darin das damals noch streng gehütete Geheimnis seines Lebens niedergelegt war, die versteckte Homosexualität – liest voll Rührung seinen eigenen Lebensspuren nach. Er freut sich an der Etablierung in Küsnacht am endlich wieder eigenen Schreibtisch. Er macht Spaziergänge, denkt beim Anblick eines jungen leicht bekleideten Mannes darüber nach, warum es ihn – mit Ausnahme – noch nie gereizt hat, diese Neigung wirklich auszuleben.

Er freut sich am Behagen, das sich in einem Hotelzimmer einstellt, angesichts der luxuriös-bequemen Ausstattung und denkt darüber nach, ob er darüber – über das Behagen – in durchdachter, geschmackvoller Form auch in seinem Roman schreiben sollte. Ich ging – meine alltäglichen Wege – eine recht öde und langweilige Straße entlang, so teilnehmend an einem anderen so prominenten Leben. Eh ich mich versah, war ich zu Hause.

Ich liebe an Thomas Mann dessen Liebe zur Alltagsroutine, obwohl ich natürlich weiß, dass er umgeben war von vielen, vielen Menschen, die ihm diesen Alltag oder auch die Illusion davon in einem Zustand erhalten, von dem er noch nicht weiß, ob es eine kurzfristige Abwesenheit oder ein Exil ist.

Ich liebe Tagebücher und finde bei Thomas Mann diesen ruhigen Fluss des Lebens in aller äußeren und inneren Dramatik, die seine Existenz begleitete. Am wichtigsten war für ihn die Sicherung einer Barriere von Gewohntem gegen die Last des Außergewöhnlichen, die ihm dem „raunenden Beschwörer des Imperativs“ aufgelegt war.

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