Schon vor einigen Tagen schrieb der Kolumnist der Financial Times Deutschland, Wolfgang Münchau – ebenfalls der Atom-Metapheritis erliegend – von einer Kernschmelze des Kapitalismus.
Er denkt umfangreich über die ökonomischen Folgen der Fukushima-Katastrophe nach, und damit meint er noch nicht einmal die rein materiellen Ausfälle, von denen auch andere Wirtschaftsexperten sagen, damit würde die japanische Wirtschaft fertig. Aber der enorme Kapitalbedarf, der sich dadurch ergibt, eine verstärkte japanische Schuldenkrise, die die noch gar nicht bewältigte internationale Schuldenkrise neu anfacht und verstärkt – das alles ist Anlass zu höchsten Bedenken. Ich kann den Beitrag in der FTD nur empfehlen.
Einer der Kernsätze: Wenn Japan befallen wird, dann ist das ist ein Katastrophenfall für die gesamte Weltwirtschaft. Dagegen sind unsere Krisen in Irland und Griechenland - einschließlich unserer deutschen Pfennigfuchserei - nahezu lächerlich.
Seltsame Parallelen finden sich auch bei weiteren Zusammenhängen. Der AKW-Betreiber TEPCO gerät, wie man lesen kann, zunehmend unter Druck. Die jüngsten Plutoniumfunde verstärkten die Besorgnisse der Menschen und der Regierung.
Und damit erhebt sich auch die Forderung, den Konzern zu verstaatlichen.
Ein zynischer Witz: Verstaatlichung als Mittel zur Katastrophenbekämpfung.
Woher kennen wir das denn? Aha, von der europäischen Bankenkrise. In Irland, in Island, in Deutschland – überall wurden Banken mit öffentlichen Mitteln gestützt oder verstaatlicht.
Das Erpressermotto lautete: Too big to fail.Sie dürfen nicht eingehen, sie reißen u viele mit.
Wie könnte denn das Motto bei der Kernkraft lauten:
Too dangerous to keep in private ownership