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„Dein Herz hat anderswo zu tun“ (Ingeborg Bachmann)
Abschiede sind immer traurig, ob wirklich oder unwirkliche. Beides tut weh. Das triviale Bild vom Leben, das ein Karussell ist, und sich dreht und plötzlich sind die anderen Fahrgäste ausgestiegen und man selbst blickt ratlos in die Runde und bleibt allein zurück – es geht mir durch den Sinn und trübt mir die Stimmung.
Sie wird auf s Land ziehen, meine junge Freundin Und ich bin überrascht über die Größe meines Kummers. Noch ist sie ja da, aber wenn wir uns treffen, spüre ich, dass sie den Kopf fast abgewandt hat, sich schon wegdreht aus meinem Leben, zu etwas Neuem will und ich sie sehr vermissen werde.
Seltsam, wir sehen uns manchmal wochenlang nicht, haben auch schon Monate ins Land gehen lassen, aber ich wusste, sie ist da, ich kann hin und wieder nach ihr sehen in dem Buchladen, in dem sie arbeitet. Oft habe ich es sogar dabei belassen und sie gar nicht angesprochen, manchmal hat sie mich gesehen und wir haben ein bisschen geredet oder gleich beschlossen, dass wir uns treffen müssen.
Wenn wir uns im „Olivenbaum“ verabredet haben, dann habe ich vorher innerlich repetiert, was ich ihr gern erzählen möchte, damit ich nichts vergesse. Wir saßen beim Rotwein und haben geredet und geredet und auf dem Heimweg haben wir uns noch mal per SMS bestätigt, was das wieder für ein schöner Abend war und wie wir alles so gut besprochen haben. Sie hört so intensiv zu und ich muss bei ihr manchmal erst nachfragen. Hoffen kann ich nur, dass ich sie trösten konnte bei dem was bedrückend war, so wie sie mich getröstet hat.
Nach solchen Abenden holte mich mein Mann oft an der Straßenbahn ab und ich freute mich, wie gut ich es habe, gerade verabschiedet von einer guten Freundin, empfangen von einem vertrauten und fürsorglichen Partner.
Wir sind so verschieden. Sie – in den Vierzigern - immer in Bewegung immer auf der Suche, sieht so fragil aus und ist so tatkräftig. Nie würde sie wie ich stundenlang an einem Computer ausharren. Sie muss immer alles ändern, immer wieder neu gruppieren, immer alles umwerfen. In der Stadt ist sie ständig umgezogen. Ich fand das schrecklich und beeindruckend, diese Lust, immer wieder neu anzufangen, ein Durcheinander zu ertragen, das mich verrückt gemacht hätte.
Bewundert hat sie für mich oft für meinen Humor, für mein Zugehen auf Menschen, für mein Grundvertrauen in alle, die mir begegnen, für meine Bereitschaft zu riskieren, das etwas schief gehen kann, wenn man ein Spiel spielt, das man nicht wollte.
Dafür bin ich – die sich mit Worten doch so gut verteidigen kann - völlig hilflos am Steuer eines Autos, werde panisch bei jeder Änderung der Route, während sie gelassen fährt und andere Autos warten lässt, während sie geruhsam wendet.
Wenn man Glück hat, beschenken einen die Jahre mit neuen Empfindungen und Einsichten. Aber dieser Tage plagt mich das Herz mit Sehnsüchten, die wie ein „Flash back“ daherkommen, an bittere Abschiede aus alten Zeiten erinnern.
Noch einmal wünscht man sich tiefe Gefühle, noch einmal möchte man spüren, was intensives Leben heißt in einem Alltag, der sich verflacht und in Rituale aufgeteilt ist, die wiederholt und wiederholt werden.
Und jetzt weiß ich so im Abschied, dass meine Gefühle tiefer sind, als ich dachte, wenn wir unsere Zärtlichkeit füreinander zeigten. Schon lange weiß ich, nicht erst mit den Jahren, dass es eine Erotik des Gesprächs gibt und dass ich ohnehin erotisch nicht festliege
Ich liebe die leichten Berührungen, denn sie gehen mir mehr unter die Haut als Umarmungen, die einen in eine Form pressen wollen, die man nicht ist. Eine Fingerspitze ist mir erotischer als eine ganze vereinnahmende Hand.
Warum schreibe ich das? Weil auch diese leichten Berührungen mir bald nicht mehr zuteil werden. Die kleinen, schnellen Umarmungen, die Begegnung mit einer weichen Wange. Immer gab es die gute Balance aus Nähe und Abstand, die uns beiden so gut tut.
Manchmal ist das Leben hart und es gehen viele. Eine Freundin will mir nicht mehr wohl, eine andere entfernt sich in die Landschaft der Lausitz und einer, den ich nie gesehen habe, ist in die beliebige Zerstreutheit, im Wirrwar des Internets verschwunden.
„Dein Herz hat anderswo zu tun“, heißt es in Ingeborg Bachmanns „Erklär mir, Liebe“. - So geht es in diesen Tagen mit „Lieben“, die mir für eine Weile freundlich und tröstlich den Blick zu jener grauen Nebelwand verstellten, hinter der das Alter wartet.
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"Ich liebe die leichten Berührungen, denn sie gehen mir mehr unter die Haut als Umarmungen, die einen in eine Form pressen wollen, die man nicht ist." - Eines der geschenke dieses textes, neben der "erotik des gesprächs", die auch ich sehr gern genieße ...
Aber bedeutet alter einsamkeit im herzen? ich weiß es nicht ... |
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Danke Dir, liebe jayne.
"Aber bedeutet alter einsamkeit im herzen? ich weiß es nicht ..." Ich weiß es auch nicht, aber es gibt die Furcht davor. Gruß an Dich |
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Liebe Magda,
beim ersten Lesen dachte ich: Himmel, ist das traurig. Dann aber: eigentlich ist es vor allem schön. Weil Deine Fähigkeit für diese Empfindungen ja bleibt, weil die Energien nicht verloren gehen. Natürlich ist es trotzdem ein Verlust, dass Deine Feundin weit fort zieht, die Balance aus Nähe und Abstand verrutscht. Die Erotik des Gesprächs gefällt mir gut. Wie oft erlebe (und genieße) ich das - habe es aber bisher nicht zu benennen gewusst. Danke! herzlich kk |
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Liebe Magda,
ein unheimlich starker Text!!! Danke! Diese Einsamkeit des Herzens vermeine ich auch bei mir zu kennen, aber ich könnte sie kaum solch tiefen Empfindungen zuordnen. Auch das mit der Erotik des Gesprächs finde ich gut, obwohl mir solche Erfahrungen leider fremd sind. Da meine ich wirklich mehr der Stoffteddy zu sein und als solcher wahrgenommen zu werden, obwohl die Selbstwahrnehmug ja doch um Erhebliches von der Außenwahrnehmung abweichen kann. Eine so enge Beziehung habe ich unter Freunden leider nicht. Es ist aber ein Gewinn zu lesen, wie Du darüber schreibst. Ganz viele Freunde und Freundinnen und niemals Einsamkeit des Herzens wünscht Dir por |
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@ kay - Ja traurig ist er nun mal, der Text. Ich bin erleichtert, wenn er auch die richtige Balance zwischen Gefühl und dem "Schreiber"-Handwerk hat. Und sich auch ein wenig was von dem "Schönen", das in dieser Melancholie steckt, bewahrt hat.
"In der Melancholie erholt sich die Seele" sagt Kurt Tucholsky. Nie, weiß man, ob das aufgeht oder nicht. Man muss auch mal klagen dürfen, die Frage ist immer nur: Wie fängt man es an. Danke Dir fürs Lesen @ poor on Ruhr, "Ganz viele Freunde und Freundinnen und niemals Einsamkeit des Herzens wünscht Dir " Aber poor, Du bist doch der "Essener" Freund. :-)) |
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Liebe Magda,
genau!!! ;O) Herzliche Grüße por |
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Hallo Magda,
wieder einmal hat mich ein Beitrag von Dir gefesselt. Dein Talent, Situationen, Persönlichkeiten und Gefühle sehr präsent zu machen, sie als Bilder im Kopf entstehen zu lassen, ist beeindruckend! Auch wenn ich nicht so viel kommentiere, Deine Beiträge lese ich fast immer. Was ich schon immer meinte (keine Ironie!), Frauen sind wohl wirklich stärkere und interessantere Persönlichkeiten, als Männer. Ich stelle mir z.B. einen Beitrag vor, in dem ein (sich selbst als heterosexuell bezeichnender) Mann folgendes schreibt: "(...) Schon lange weiß ich, nicht erst mit den Jahren, dass (...) ich ohnehin erotisch nicht festliege ..." Welcher dieser Männer würde das wagen zu schreiben? :-) Die Angst, dass die eigene (tönerne) heterosexuell definierte Männlichkeit von anderen anschließend permanent in Frage gestellt würde, dürfte ihn wohl dauerhaft davon abhalten. Wer aber so sehr damit beschäftigt ist, nur ja keinen "falschen Verdacht" aufkommen zu lassen, wie souverän, selbstbewußt und in seiner Persönlichkeit gefestigt, ist der eigentlich? Beste Grüße SP |
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Wow!
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Sehe ich auch so, SexPower. Wenn ich Männer gegenüber die homoerotischen Komponenten bspw. ihrer unterschiedlichsten Bünde anspreche, gibt's meistens Ärger.
Daran wird sich so schnell nix ändern, es gehen ja auch nicht alle Frauen so normal mit ihren Emotionen um wie Magda, also angstfrei, offen, anderen zugewandt. herzlich kk |
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Danke Dir SexPower,
es ist ja auch nicht einfach, eine innere Freiheit auf diesem Gebiet zu verteidigen. In dieser so eindeutigen Welt. Man darf nicht andauernd Angst haben. Mein Mann hat mir erst kürzlich mal von homosexuellen Erfahrungen erzählt, die er als Jugendlicher hatte. Und das war auch nicht aus "Notgeilheit" sondern aus Herzlichkeit. Das war eine jahrelange Freundschaft, die eben auch mal so ihren Ausdruck gefunden hat. Bei mir ist es ähnlich. Das steckt doch in jedem Menschen ein bisschen drin. Aber, man wird auch mit dem Alter freier, das ist sicher auch ein Aspekt. @ kk - über die homoerotischen Komponenten in Männerbünden gibts ja auch ganz gute Arbeiten, glaube ich. Danke fürs Lesen auch an merdeister |
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schrieb am
16.12.2009 um 09:11
Redet Ihr jetzt im Ernst über DIE Männer?
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So sind 'se die Frauen.
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Abschiede sind doof. Für diese Woche hatte ich genug. Hab's gerne gelesen.
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"und einer, den ich nie gesehen habe, verschwindet in die Vergesslichkeit des Internets." - angeblich geht im Internet nichts verloren, aber da das Internet vom Menschen betrieben wird, muss man die Ewigkeit auch dort leider bezweifeln... sonst würde man ja alle Freunde dort eines Tages wiedertreffen wie im Bilderbuch-Himmel. Vielen Dank für die melancholischen Nachdenklichkeiten, liebe Magda....
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"sonst würde man ja alle Freunde dort eines Tages wiedertreffen wie im Bilderbuch-Himmel. "
Ne, dann ist es vielleicht die Hölle. :-)) Danke fürs Lesen. |
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... da nich' für, sagt der Hamburger, icgh lese Deine Sachen doch gerne.... und vielen Dank für die Steilvorlage:
Die Hölle sind immer die anderen, nicht nur nach Sartre, sondern auch in den Internet-Foren, wo manch "teuflische" Seele ihr Unwesen treibt... (o.k., Binsenweisheit....) |
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Binsenweisheit stimmt. Gibts wirklich in allen Foren und niemand weiß, wie sich das entwickelt. Aber im Gegenwärtigen war ich auch sehr entsetzt und überrascht. Na, wir wollen das nicht vertiefen.
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Liebe Magda,
"Aber, man wird auch mit dem Alter freier, das ist sicher auch ein Aspekt", schreibst Du. So wie ich ohnedies in keinem einzigen Moment meines Lebens nochmal jünger sein wollte bin ich wirklich froh, mit nun 41 endlich ohne Zweifel so leben zu können, wie ich mir das immer schon vorgestellt habe. Lange standen dem die Erwartungen entgegen, das anerkannt Übliche. Doch das passte eben weder zu mir noch zu meinem Beruf noch zu meinen Vorstellungen von Erfüllung in der Arbeit. Erst nachdem ich das (und mich) akzeptiert hatte, war ich auch zu warmherzigen Freundschaften fähig. Und die sind mir so viel wert wie anderen eben Partner und Kinder. Auch wenn sich das nicht direkt vergleichen lässt. Oder doch? Schließlich müssen angesichts des Umstands, dass die Menschen immer älter werden auch Formen des Zusammenlebens für die letzten 30 Jahre gefunden werden, die irgendwo zwischen Pflegeheim, Einsamkeit und Großfamilie liegen. Herzlich kk |
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Ach kay, klar wird man freier mit dem Alter. Aber manchmal, wenn so Sachen zusammenkommen, da muss man sich erst wieder "frei" denken und grübeln. Ist so. Und - manchmal gibt es auch so Momente, da wäre man einfach gern eine Andere, steckte gern noch mal am Anfang von was ...naja, siehe oben.
Außerdem: Du bist schon wieder in Zeiten zu Hause, wo man so viele Formen, zu leben ohne soziale Kontrolle und zuviele Normierungen leben kann. Was Du ansprichst, bedenke ich auch immer: Was macht man mit den Jahren, die man noch erwartet, welchen Sinn hat das? Und bei mir auch: Bleiben Beide gesund? Bei Tucholsky gibts so einen Spruch: Wie kriegt man die zugeteilten Stunden am Besten über die Runden" oder wie ich manchmal kalauere: "Soviel Leben noch am Ende aller Einfälle". Ich hatte in letzter Zeit so viel Interessantes zu tun und auch Schönes erlebt und im Sinne und auf einmal ist es so still. Und dann noch so allerlei Wegzüge und all so etwas. naja, so ist das Aber ich denke auch, auf jeden Fall, man muss "sein Leben" finden. (Amen :-)) |
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Oh, das geht tiefer. Ich wünsche Dir, dass Deine Seele sich erholt.
Herzlich kk |
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PS: ich möchte Dich noch an meinem heutigen Advents-Kalender-Spruch teilhaben lassen:
"Die gute Zeit fällt nicht vom Himmel, sondern wir schaffen sie selbst; sie liegt in unseren Herzen eingeschlossen." (Dostojewski) Die Eierlikörpraline aus dem anderen Kalender ist leider nicht mehr teilbar. herzlich kk |
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Danke Dir für den Spruch.
Das mit der "guten Zeit" würde ich sofort unterschreiben. Es ist immer alles in einem "drin". Und nur man selbst kann sich auch "heilen" und "helfen", was nicht bedeutet, dass man keine anderen Menschen braucht. herzlich zurück Magda |
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Liebe Magda,
eines wird ein weiteres Mal klar, ein weiteres Mal wahr mit Deinem Text: "Eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose....", "ein Abschied ist ein Abschied, ist ein Abschied....". Deshalb wünsche ich Dir von Herzen, dass Du in Deiner Mitte ruhst, weil Du dann, Deine Ränder nicht halten musst, sie ziehen lassen kannst, weil Ränder, wie von selber,gedeihlich nachwachsen tun, oder auch nicht. Zum Schluss kriegst Du leise auf klügste Weise, die mir gerade zu Gemüte steht, eine kleine Textkritik zu Deinem einfühlend wunderschönen Zeilen vor Deine Augen als Ohren für neues Gedankenbohren: "Statt".. in die Vergesslichkeit des Internets....?, "...in die beliebige Zertstreutheit, im Wirrwarr des Internets entschwunden, die Sphären der Internet Foren haben es mir zum Glück auf klügste Weise gesungen..? tschüss JP |
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@ JP -"...in die beliebige Zertstreutheit, im Wirrwarr des Internets entschwunden"
Besser, viel besser...danke Dir. Vergesslichkeit ist ein triviales Wort. Ich werde es oben noch ändern. Gefällt mir gut. Danke fürs einfühlende Lesen. |
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Liebe Magda,
wundErbar, wie Du frei floatierende gGedankenbrocken wie Sternschnuppen für Deinen planetarisch gelungenen Wortsalat aufgreifst. Trotzdem geht mir das eine Idee zu schnell. Deshalb verteidige ich hier für Dich stellvertretend Dein vorheriges Wort von der Vergesslichkeit des Internets.: "Ist das Internet nicht, in corpore non sano, ein andauernd laufender Motor mit der hochgefahren ksotenträchtigen Emission als globaler Mission der Vergesslichkeit als Heil versprechender Pilgerpfad, uns als Menschheit durch persönlich verlorene Zeit auf die Gedächtnis-, wie Gedankenlsigkeit in der Stille, Stummheit nach dem Verfall des Interesses am Internet vorausgreifend ergreifend, einzustimmen? tschüss JP |
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Mir geht es nicht zu schnell - ich habe sie geschnappt die Schnuppen und die Wendung davor ist ins Vergessen gefallen. Nun musst Du das akzeptieren. :-))
tschüss, tschüss |
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Hallo Magda,
alle aho ahe okay und wunderbar. tschüss JP |
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liebe magda, du bist eine ganze menschin. schön, dass es das netz gibt und das freitagforum. so kannst du deine leser/innen erfreuen und nachdenklich stimmen, und die danken es dir. ich bin dabei.
in einem herbst sah ich eine bö in einen großen baum fahren und einen schwarm blätter mitreißen. spontan sagte ich: herbstbaum, wie sie alle dich verlassen. natürlich passte das in eine zeit, in der ich abschied nahm von engen freunden (freundin und freund vor allem). es hilft dann wenig, sich klar zu machen, dass die natur nicht so einseitig ist, uns immer nur abschiede zu bescheren, denn vorher gewannen wir ja menschen zu freunden. aber die gefühle leben in der gegenwart. ein wenig erinnert mich deine situation an die des mythischen tantalus. du verwandelst alles, was dir begegnet, in narratives gold, das du sogar ein stück weit genießen kannst, aber nicht "essen", will sagen, deine empfindungen, die dich zum schreiben zwingen, vergolden die realität, die nicht rückholbar ist. wenn meine 'tante anna', die mich an meine großmutter erinnerte, mit mir gesprochen hatte, dem studenten im haus ihrer schwester, nahm sie den staublappen und schloss regelmäßig mit den worten: ja, so ist nun mal das leben, herr g. sie hatte das leben, aus dem sie erzählte, weitgehend hinter sich, ich hatte das meine großenteils vor mir. soviel zur erotik des gesprächs. danke, magda. |
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Lieber h.yuren - schön, wenn mein Text Dich zu eigenen Überlegungen gebracht hat. Und auch vielen Dank für Deine Erinnerungen an "tante anna". Überhaupt ist es ein besonderes Geschenk an mich, wenn ich Menschen rühren kann. Das geht ja meist nur, wenn man wirklich was hergibt.
"du verwandelst alles, was dir begegnet, in narratives gold, das du sogar ein stück weit genießen kannst, aber nicht "essen", " Oh, das ist aber eine große Münze. Aber gut, ich nehms entgegen und freue mich. Gruß an Dich |
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Auch wenn es schon oft gesagt wurde: Das ist ein wunderbarer, bewegender Text. Auch als vergleichsweise junger Mensch kann ich mich da übrigens absolut reinfühlen. Nicht nur, aber vor allem dank deiner Skills. :)
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Danke Dir Mona, ich höre das, auch wenns oft ist, gern. Früher hat man altmodisch gesagt "Mit Herzblut" geschrieben. Oder - wie der alte SPD-Mann Egon Bahr, der ja auch Journalist war: "Ich griff tief in die Harfe". Das ist dann aber schon mehr ironisch.
"Nicht nur, aber vor allem dank deiner Skills. :)" - Da gibts auch eine altmodische Wendung: "Du kannst Deinen Kram". Wenn Du es so meinst, freue ich mich auch nochmal. Ich sage ja immer: Das Bloggen ist eine schöne Angelegenheit. In dem Sinne :-)) Gruß Magda |
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Ein schöner Text, da schließ ich mich den Meinungen der anderen Kommentatorinnen und Kommentatoren an.
Unter Jungs gibt es das ja auch gelegentlich, Freundschaften über Altersspannen hinweg. Konsens scheint zu sein, dass DIE Männer daraus lieber eine rauhe Kumpelei machen, vor allem, um den homoerotischen Verdacht auszuschließen. Hmmm, was aber, wenn in einer Beziehung der geschilderten Art die Partner verschiedenen Geschlechts sind? Nehmen wir an, ER wäre der ältere, müsste er dann nicht auch krampfhaft jeden erotischen Verdacht zu unterlaufen versuchen, Ihr wisst schon, um nicht als alter Geilbock da zu stehen? |
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Ja, meisterfalk,
Magda schreibt sehr schön, finde ich auch. Aber warum sollte ein "alter Geilbock" jeden erotischen Verdacht der jungen Dame gegenüber unterlaufen sollen oder wollen? Seine Blicke oder gar Blickrichtungen veraten ihn doch eh. Da gibt's nichts zu unterlaufen. Nur Mut, probier's aus. weinsztein |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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