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Ausgerechnet das mir unerträglichste Buch in diesem Jahr hat mich dazu gebracht, mir einen E-Book-Reader zu kaufen und mich bezüglich meiner Skepsis zu läutern, denn als Amazon den 99-Euro-Kindle auf den deutschen Markt brachte, gab es Haruki Murakamis 1Q84 (Teil1&2) einen Tag lang umsonst als E-Book.
Weil ich das erste dicke Buch sowie den dritten Teil auf der Buchmesse mehrfach in Händen gehalten, bereits ein paar Bücher des Autors gelesen hatte und ob des seltsamen Titels schon sehr lange sehr neugierig darauf war, ließ ich mich hinreißen und fiel den Werbestrategen zu Opfer. Mit dem E-Book-Reader bin ich nach wie vor glücklich – wünsche mir aber für die Zukunft, dass alle Papierbücher mit einen Downloadlink zur E-Book-Version angeboten werden.
1Q84 aber ist das mit Abstand schlechteste Buch, das ich seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten gelesen habe. Dass ich mich dennoch durch alle drei Teile gequält habe, ist ein Mysterium. Denn das Buch ist voller männlicher Klischees, schlechten Sex- und Liebesbeschreibungen (wogende Busen!!), inhaltlichen Wiederholungen von Wiederholungen von Wiederholungen, und vor allem ist es so voller Mond, dass ich die einzelnen Kapitel nur in kleinen Dosen ertrug und am Ende großzügig über Passagen hinweglas. Der von mir erhoffte Showdown am Ende des dritten Teils fiel auch noch aus und die wirklich spannenden Fragen sind nun weiterhin unbeantwortet.
Allen, die immer noch mit dem Gedanken spielen, das Buch zu lesen, sei zudem dieser Text ans Herz gelegt.
Deshalb schnell noch zu etwas Schönem: Das mir liebste Buch im vergangenen Jahr war nichts Neues, sondern ein Klassiker, zu dem ich bereits im Urlaubslektüre-A-bis-Z kurz etwas geschrieben habe und von dem ich vielleicht die Einzige auf diesem Planeten bin, die es noch nicht gelesen hatte:
"Von Emily Brontës Die Sturmhöhe (1847 erstmals erschienen) erfuhr ich, als ich meine Liebe zu Kate Bush entdeckte, die mit Wuthering Heights die düstere Liebesgeschichte aus dem Roman aufgegriffen hat. Dennoch lese ich ihn erst jetzt und freue mich über die ungewöhnliche atmosphärische Dichte. Um sie zu verstärken, höre ich dabei manchmal Kate Bush. Und während es die Autorin noch vorgezogen hat, nur unter ihrem männlichen Pseudonym zu veröffentlichen, ist es der Sängerin dank Wuthering Heights als erster Frau gelungen, mit einem selbstkomponierten Stück Nummer Eins der britischen Charts zu werden."
Mit der Frage, welche Eure liebsten und schlimmsten Bücher in 2011 waren, verabschiede ich mich bereits jetzt ins Silvestergetümmel und wünsche allen einen Guten Rutsch!
Wir sehen uns auf der anderen Seite : )
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Am liebsten: Tomas Tranströmer, Sämtliche Gedichte. München 1997
Am schlimmsten: Peter Collier u.a., Hallo Ruhestand! Start in eine neue Freiheit. Würzburg 2009. |
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iih, e-Book, iih, Amazon! ('tschuldigung)
Mein schlimmstes und bestes Buch 2011 sind beide keine aktuellen Erscheinungen. Weil ich so viel Fachliteratur und den Freitag lesen musste :-), fiel die Belletristik irgendwie hinten runter. Mein schlimmstes war Andrzej Staziuks "Neun" - ich konnte einfach irgendwann nicht weiter. Mein liebstes Joseph Conrads "Falk" - kann heute noch wer so erzählen? Jetzt freue ich mich erstmal auf den neuen Eco, "Der Friedhof in Prag" - das Buch wurde mir Weihnachten gereicht. Danke für die Kate und Guten Rutsch! |
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Lieber por,
ich habe zu Weihnachten ein Comic geschenkt bekommen, nämlich diesen Sammelband hier: www.freitag.de/kultur/1149-ein-platz-im-leben Den ersten Teil bekam ich nämlich bereits vor ein paar Jahren und nun habe ich alle vier in einem Buch! Was hast du denn gelesen? |
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Liebe Maike,
das war so Einiges. Wirklich. Ein bißchen peinlich das mir jetzt nicht so die Namen einfallen. Ich schaue da aber gerne nochmals nach. Von Joe Sacco waren aber "Plästina " und "Gaza" dabei. Ein anderer war "Israel verstehen in ? Tagen" von ?. Vom Spion Richard Sorge eine graphic novel von dieser berühmten deutschen Comic- Zeichnerin. Von ihr habe ich auch "Haarmann" gesen. "M Eine Stadt sucht einen Mörder" von? "Die Erfindung der Curry-Wurst" nach diesem Roman von UIwe Timm auch wieder von der berühmtesten deutschen Comic-Zeichnerin. Einen großen Teil von "Persepolis" im Buchladen von Strapani , die ihr im Print mit einem tollen Interview mit ihrem neuen Film vorgestellt habt. Es war noch Einiges mehr, aber das ist das , was ich jetzt so zusammen kriege. Dein Link ist sehr interessant. Vielleicht ist das ja auch mal was für mich. Herzliche Grüße por |
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Die berühmte deutsche Comic-Zeichnerin , die ich meine ist Isabel Kreitz. Ich liebe Ihren Stil, der mit Schwarz-Weiss und ganz vielen Strichen grob umschrieben werden kann. Man kann dabei z.B. wirklich in das Hannnover der 1920er-Jahre des Massenmörders Fritz Haarmann eintauchen.
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Einfach nur als Tipp:
Die Sprache der Göttin Das verschüttete Symbolsystem der westlichen Zivilisation Die Zivilisation der Göttin Die Welt des Alten Europa beide Bücher sind von Marija Gimbutas. Ich wünsche einen Guten Rutsch ins Neue Jahr ... |
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Es passiert mir selten, dass ich ein Buch weglege, ohne es durchzulesen. Dieses Jahr jedoch ging es mir so: J. Franzens "Freedom" fand ich unerträglich.
Ein Fundstück jedoch, das ich gerade mit Freude nochmal lese: Elisabeth Kostova: "Swan thieves". Liebesgeschichten, Briefe und Bilder aus der Zeit der Impressionisten, wunderschön verwoben und in einem vielleicht unmodernen, aber für mich genussreichen Stil. @Maike: schön, dass du "Wuthering Heights" entdeckt hast. Ich mag die Romane von der Schwester auch sehr, vor allem "Villette". |
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Am besten gefiel mir "Der patagonische Hase" von Claude Lanzmann, eine Autobiografie eines hochinteressanten Lebens.
Spannend ist auch "Homicide" vonDavid Simon, der als erster Autor unbegrenzten Zugang zur Mordkommission von Baltimore erhielt. Ein Buch, das Aspekte US-amerikanischer Verhältnisse vor Augen führt, die man so kaum ahnen kann. Sehr amüsant von Frank Schulz "Die Hagemer Trilogie", 3 Bücher, die sich gut lesen lassen. Thema: Das Leben etlicher seltsamer Leute in Hamburg. Geschrieben in einer Qualität, die Freude macht. Originell und humorvoll zugleich. Erschienen bei Zweitausendeins. Weniger gut, bis auf einige nette Stellen, fand ich hingegen Eckhard Henscheids "Gott trifft Hüttler in Vaduz". Henscheid entpuppt sich hier als begnadeter Schwadrosoph. |
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Danke Vaustein, Homicide steht auch auf meiner Liste, vielleicht fange ich das demnächst mal an!
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Gero von Randow schrieb in der ZEIT einen Artikel über Claude Lanzmann's "Der patagonische Hase". Das war der Grund für mich, das Buch zu kaufen. Die Kritik nachzulesen macht Freude.
www.zeit.de/kultur/literatur/2010-09/claude-lanzmann |
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am liebsten: "Vorabend" von Peter Kurzeck, es liegt zum größeren Teil noch vor mir, habe bisher nur eine Binnenepisode über die Igel gelesen, Kurzecks Stärke liegt in der intensiven Wahrnehmung des Alltäglichen, das wir zurecht oft als "beiläufig" bezeichnen ...
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Lieben Dank für die vielen Empfehlungen und die guten Wünsche!
Ich hoffe, ihr alle hattet ein schönes Silvester und seid heute nicht (zu doll) verkatert! Herzliche Grüße, Maike |
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Ich habe zwischen den Jahren ein wunderbares Buch wiedergelesen: Georg K. Glaser: Geheimnis und Gewalt. Ein wunderbares, leider viel zu wenig bekanntes Buch über einen echten Querkopf des vergangenen Jahrhunderts (1910-1994).
Und das beste: Er hat noch mehr geschrieben. |
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Liebe Maike Hank,
alles Gute und viel Freude im Neuen Jahr wünsche ich, Geduld und hoffentlich auch Spass bei der FC-Moderation, und einen kurzen Lesestip möchte ich auch noch beisteuern: In "Berlin - Aufstieg einer Kulturmetropole um 1810" (Klett-Cotta, 2002) beleuchtet der in den USA lebende und lehrende Literaturwissenschatler Theodore Ziolkowski das Jahr, in dem die Berliner Universität gegründet wurde, Kleist die "Berliner Abendblätter" gründete, Caspar David Friedrich's "Mönch am Meer" in der Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste Begeisterung und Ablehnung fand und mit dem Leichenbegängnis der Königin Luise wohl die ganze friderizianische Gründungsepoche Preußens zu Grabe getragen wurde, verklärt durch Kantaten von Achim von Arnim und Clemens Brentano.... "Diese beiden Schriftsteller begriffen die Stadt nicht so sehr als darzustellenden Gegenstand denn als zu feiernde menschliche communitas." (Ziolkowski). Eigentlich hasse ich staubbeladene Themen, aber Ziolkowski schafft es durch viele Querverweise und durch das Anlegen eines breiten Hintergrunds, den Staub der Jahrhunderte fortzublasen.... An die schlimmen Bücher kann ich mich nicht erinnern ;-)) |
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Ich lese immer wieder gern Jane Austen - wahlweise in deutsch oder englisch...
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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