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Generation rechts?

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Neulich schrieb hier jemand etwas von der Präzision des Tons einer absoluten Matschgitarre, die mit Muddy Waters so viel zu tun hat, wie der Mississippi mit dem blauen oder weißen Nil. Oder dem Niger. Ob. Oder Jenissei. Amur. (-Oder?..)

Fat man mit weißer Gitarre braucht wohl den fettigen Weißen mit schwarzer Gitarre. Oder eher wohl umgedreht?..






Generationen von Gitarristen haben an der Gibson „Les Paul“ herumgeschraubt, um ihr einen definierten Ton statt anderthalb Oktaven vermatschter, beliebiger Ohne-Ober- und Untertöne zu entlocken. (Ein grandioser Schrauber: Jimmy Page; aber auch ihm gelang es letztlich nicht, diese grandiose Fehlkonstruktion zu „verbessern“ - herausgekommen aber ist -trotzdem- ein unverwechselbarer Rock-Gitarrist der Extraklasse).

Die Gibson „Les Paul“, entworfen von einem weißen, klimpernden Kaufmann im Zuge von Windy-City-Jazz und billigem Strom in den 30-igern, brilliert vor allem durch eine relativ kurze Mensur, die sie linkerhand leicht spielbar & phrasierbar macht. Eigentlich eine Deppen-Gitarre. Jedoch ist sie äußerst labil, eher eine brüchige Xanthippe als ein Handwerkszeug. Die Geometrie z.B. des widerborstig gegen Veränderung eingeleimten Halses birgt zudem auch noch das Risiko der integrierten, abgebogenen Kopfplatte, welche gerne auch schnell mal & irreversibel abbricht, wenn der Club klein und der Spieler zu enthusiastisch ist.

Was aber für ein unverwüstliches Brett ist eine 7ender! Bo Diddley, der singt wie ein übergewichtiger Kastrat, dem seine Hautfarbe peinlich ist, spielt so ein drahtbespanntes Hartholz-Paddel. Und obwohl ihm der Blues abgeht, klingt er auf Grund seines Werkzeugs fast wie schlammiges Wasser. (in farbigem Gegensatz dazu: Steve Ray Vaugahn – texanische Mittelklasse; klingt auf der Gitarre wie Jimi Hendrix, nur noch besser. Machte aber den Fehler, so schlecht singen zu wollen, wie sein Vorbild und -noch schlechter- bevorzugte zuletzt Hubschrauber zu Kurzauftritten, was ihn letztlich am Anfang vom Ende der 90-iger in den legendären Club der 27-iger beförderte).






Eine voller Respekt respektlos gespielte 7ender rotzt noch jede aufgedrehte, stetig verschnupft rollernde Les Paul vom Acker. Sie kann dabei sogar mal zu Boden knallen, ohne gleich verstimmt den Geist samt Kopf und Corpus aufzugeben.

Natürlich kann man jede Gitarre verhunzen mit Effekten, eine Les Paul wie eine Tele/Strat klingen lassen, eine 7ender wie eine Les Paul. Eine trockene Tele oder Start über eine echte Röhre verstärkt aber lässt eine Les Paul aussehen wie Opis feuchte Strümpfe.

In einem ziemlich schlechten Film („It might get loud“) zeigt ein genialer Jack Wihte, wie man eine Brett-Gitarre zusammen nagelt. Und anschließend damit in der Gegend herumrotzt. Dergestalt, dass die darin herumtrottenden, friedlich grasenden & unschuldig scheißenden Rindviecher vermutlich Dünnpfiff bekommen.






E-Gitarre geht eben anders als sunburst-half-hollowbody-maple-inside-blackwood-cherry-outside-white schnicki-schnacki Les Paul-Fehlkonstruktion. (Diesen teuren Schnicki-Schnacki gibt es natürlich auch bei 7ender-Fender; ändert aber nichts am guten Klang, wenn das Ding furchtlos zusammen genagelt wurde)

Dann doch schon lieber eine elegante, nervöse Gretsch (die Rote, nicht die Sängerin; das spielt Tele - na sowas!); das wäre ehrlicher.

Über Robert Johnson sprechen wir aber auch noch mal hier bei Gelegenheit, oder?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.