Empfehlung der Woche

Generation rechts?

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Rüdiger Maas

Hardcover, gebunden

288 Seiten

24 €

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Das Los des Fremden

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Brandt Andersen

Drama

USA 2025

104 Minuten

Ab 18. Juni 2026 im Kino!

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Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus

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Zeppelin Museum Friedrichshafen

Seestraße 22 | 88045 Friedrichshafen

Vom 22. Mai 2026 bis 4. April 2027!

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Politik : Bürgerbrief Nr. 58 und KLWOrchester

Peter Grohmann, u.a. Autor des Freitag brachte gestern während der 93. Montagsdemo gegen S21 wieder seinen „Bürgerbrief“ an eben jenen. Analog und unnachahmlich wie immer. Hier das vollständige Zitat:

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Ihre Freitag-Redaktion

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

„Bei Euch geht’s nur noch um Bahnhof, Bahnhof, Bahnhof - ich kann’s bald nicht mehr hören. Meine Güte, Grohmann, habt Ihr denn überhaupt keine anderen Sorgen?“

Doch, haben wir. Massenweise Sorgen sogar. Zum Beispiel um die Demokratie. Wie kann es sein, dass offenkundige Rechtsbrüche, dass Lug und Betrug in unserer Gesellschaft nicht geahndet werden? Dass ein Mann wie der Herr Ober-Haupt-General-Überstaatsanwalt Häußler Anträge und Strafanzeigen vom Tisch fegt? Wie kann es sein, dass Richter auftreten wie Herrenreiter und den selbstbewussten Staatsbürger Mores lehren? Dass Prozessbesucher und Zeugen eingeschüchtert werden? Ja, Herrgottshimmelnocheinmal, wo sind wir denn hier?! Da stehen doch keine Schwerverbrecher vor Gericht! Wenn unsere Gerichtsbarkeit die großen Schweinereien in der Gesellschaft nur mit halb soviel Energie verfolgen würde wie Ordnungswidrigkeiten rund um den Bahnhof, säh’ es um die Republik (und die Staatskasse) besser aus. So aber verlieren wir, Sie, ich, alle, noch mehr von dem Rest-Rest-Vertrauen in den Rechtsstaat als die Wähler in Berlin...

Wir haben noch eine andere Sorge: Daß wir, wie meine Oma Glimbzsch aus Zittau immer sagte, dass wir "gar nicht soviel kotzen können wie wir schlucken müssen“. Meinem Vater (er war Polizist, weshalb ich so gern anti-autoritär sein möchte), war das furchtbar peinlich. Er zischte dann immer rüber zu seiner Mutter: „Anna, bitte!“ Dieses „Anna, bitte!“ möchte ich Tante Kefer zurufen und Onkel Schuster und unsrem Bilanz-Manipulateur Grube und all den vielen Großkopfeten, die fremder Leute Geld verpulvern wie Konfetti bei der Frauenblockade am 17. Oktober oder wie Tränengas am glombige Donnerschtag. Die spinnen doch, die Römer! Ich mein jetzt mit den Römern ausnahmsweise nicht den Klein- und Großkriminellen Silvio Berlusconi, der Staat, Kirche, Parlament und Presse genauso gekauft hat wie seine Callgirls. Meine Sorge geht dahin, dass die Loimsiader und Allmachtsdackel, die Goschuffreißer und Lällebebbel noch nie die Suppe ausgelöffelt haben, die sie uns eingebrockt haben. Ob bei Siemens, Daimler, der Post, der Zürcher UBS oder der LBBW: Die werden zwar abgelöst (na ja, nicht alle), kassieren exorbitante Entschädigungen, verziehen sich für ein paar Jahre und wir - gucken in den Mond.

Meine Sorge ist das Pulver, dass die Erzschlamper in Großmannssucht-Projekte stecken, Immoblienhaien hinterher werfen - nicht nur in Stuttgart! Landauf-landab, bundesweit das gleiche Lied! Und die nie oder kaum zur Rechenschaft gezogen werden. Meine Sorge ist die Vergeudung von Volksvermögen in Zeiten knapper werdender Kassen, meine Sorgen sind die erdenschlechten Rechner und Spekulanten weltweit (auch das ist „Bahnhof“), die so genannten „Finanzexperten". Mein Kummer sind die 300 Bäume, der Feinstaub in der Stadt, die Gesundheit der Menschen, die dort wohnen. Auch das ist Bahnhof! Ich empöre mich, weil ich von versifften Toiletten in einer der reichsten Städte Deutschlands weiß, von fehlenden Turnhallen, magerem Mittagessen.

Und wo bleibt das Positive? Auch wir wollen einen besseren Bahnhof! Unsere K-21-Pläne sind halb so teuer und dreimal besser. Auch ich bin für die Neubaustrecke (und dafür, dass wir das Bahnmanagement endlich zum Teufel jagen). Schaut euch doch an, was die aus unserer Bahn gemacht haben: Weniger Service als je zuvor, unpünktlich, weniger Bahnhöfe, Strecken stillgelegt, bundesweit, verlotterte Gleisanlagen, marode Brücken.Guten Morgen Herr Grube, aufwachen!

Wir bleiben heiter, offen, frei,und wenn’s denn klappt: Frech. Wir wissen, die S-21-Leute sind auch nur Menschen, aber eben mit mehr Fehlern als wir. Bis zum 30.! Ihr Peter Grohmann

***

Das KLWOrchester, das „Kleinlebewesenorchester Freies Grottenbrunn“ feat. HRSH & KCK, hat Anette Humpes ideale, „Blaue Augen“ mit einem neuem Text versehen. Der Song heißt nun „Geile Flügel“.

Das Video ist gefilmt worden vor dem noch stehenden Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Im Abspann werden die Förderer und Finanziers der Produktion genannt – bei den Credtis steht exklusiv: „Gefördert durch die anhaltende Empörung.“

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.