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Nach einem gestern veröffentlichten und offensichtlich wenig beachteten Beitrag der Stuttgarter Zeitung geht aus z.T. vertraulichen Unterlagen der Bahn (die dem Blatt vorliegen) hervor, dass die bislang gebetsmühlenartig wiederholten Baukosten von „nur“ 4,1 Milliarden Euro inzwischen um weitere 242 Millionen Euro, auf über 4,3 Milliarden Euro gestiegen sind.
Die Kostenobergrenze, der sogenannte „Kostendeckel“ von ca. 4,5 Milliarden Euro, bis zu der die Finanzierungspartner (Stadt, Land, Flughafen, Region) bereit sind mitzugehen, rückt somit immer näher. Genau genommen 196 Millionen Euro sind es noch bis zum Durchbrechen dieser Schallmauer.
Der Risikofonds des Projekts, dessen Bauzeit offiziell auf 10 Jahre veranschlagt ist, enthielt ursprünglich 1,45 Milliarden Euro, also etwa ein Drittel der Gesamtkosten. Davon sind bislang 1,25 Milliarden aufgebraucht. Zur Absicherung von Risiken während der Bauzeit stehen nun also lediglich noch 196 Millionen zur Verfügung; das sind nicht einmal mehr 5 Prozent der Gesamtkosten des Tunnelbahnhofs – und dies bevor noch eine Baugrube im unwägbaren Stuttgarter Untergrund ausgehoben, geschweige denn eine Tunnelröhre durch den karstigen Quellgips begonnen wurde zu bohren.
Indes ist die Bahn bemüht, durch allerlei Rechentricks das wahre Ausmaß des Finanzdesasters schön zu färben (siehe o.g. StZ-Bericht). Mindestens äußerst pikant ist hierbei auch der Umstand, dass diese Zahlen ausgerechnet 2 Wochen n a c h der sogenannten „Volksabstimmung“ ans Licht kommen: Volker Kefer, Technikvorstand der DB-AG
und des rüden Grubes dauergrinsende Geheimwaffe in Schlichtung und Stresstest, informierte den Aufsichtsrat des Staatskonzerns am 14. Dezember über die „Erhöhung des Gesamtwertumfangs“ und die „Neuordnung des Risikofonds“; es war dies nebenbei auch der Tag der Verlängerung des Arbeitsvertrags des 55-jährigen bei der DB-AG bis 2017.
Um noch einmal daran zu erinnern: Die hier dargestellten Zahlen stammen nicht aus Gutachten, Schätzungen oder Mutmaßungen der S21-Kritiker. Es sind konzerneigene Zahlen aus Berichtsvorlagen des DB-Vorstands an den Aufsichtsrat vom 14. Dezember 2011. Einem Zeitpunkt also, da der eigentliche Bau des Projekts noch nicht einmal begonnen hat.
siehe auch:
Update, 21.12., 10:46
Ein wackerer Journalist bei der Stuttgarter Zeitung, Jörg Nauke, lässt nicht locker: Ein weiterer Beitrag von ihm zur selben Thematik und aktuellen Entwicklungen - das Rudern der Regierungsgrünen, die dümmliche Hetze des CDU-Strobl und die buchhalterischen Hütchenspielertricks des Herrn Grube...
"[...]Hätte der Konzern den höheren Umfang, der nah an der Obergrenze liegt, schon in der Lenkungskreissitzung im September ausgewiesen, wäre das Gremium zu einem Beschluss gezwungen gewesen, der vor der Volksabstimmung die Debatte über drohende Mehrkosten befeuert hätte.[...]"
Und noch ein Artikel vom 20.12.2011 aus der SZ, online im Original nicht abrufbar; hier als Faksimile "Stresstest des Jahres", Teilabschrift online hier
"[...]Hat man sich all diese düsteren Details ausgemalt, wird man sich fragen, ob die Menschen in Baden-Württemberg die neulich bei der Bürgerbefragung für den unterirdischn Bahnhof gestimmt haben, so schlimme Strafen wirklich verdient haben.[...]"

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Das "Marktgesetze" auch für die Bahn gelten, geschenkt.
Für mich ist und bleibt der Neubau des Stuttgarter Hbf ein Kropf. Für die Bahn unnötig. Der Stammkunde wird in den nächsten Jahren Buße tun. Veraltetes und immer wieder repariertes Fahrzeugmaterial. Schienenleittechnik vom letzten Jahrhundert. Wartungsintervalle am Rande der Gefährdung. Der Grund? Sparen. Für was? Auch für S21. Das da schnell neue Schienenwege gebaut werden, für die man hinter sich wieder alles aufreisst, ist nur logisch. Schade, für Deutschland wäre eine moderne und leistungsfähige Bahn, deren Grundlagen ja vorhanden sind, wie Netz und Infrastruktur, gar nicht so schwer zu machen. Aber es haben offensichtlich Leute das Sagen, denen Spekulation mit Grundstücken wichtiger ist. Womit wieder bewiesen wäre, das Geld keine Probleme löst. Und viel Geld alles nur noch schlimmer machen kann. |
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Es stimmt alles, was Sie anführen. Man könnte in einigen wichtigen Punkten aber noch deutlicher sein:
Das Nichtbeachten der Marktgesetze durch den 100%-igen neoliberalen, deregulierten "Marktteilnehmer" DB-AG hat für diesen weniger schädliche Folgen, als für "normale" Marktteilnehmer; Herr Rüdiger G-Punkt und seine Mannen kapitalisieren sich ja nicht über den üblichen Markt, sondern lassen sich diesbezüglich vom Steuerzahler frei halten. Sprich: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren + Volksvermögen kapitalisieren . Dass ist, um auch mal eine moralische Kategorie diesbezüglich zu nennen, dreist hoch zwei. Merkel, FDP, Guttenberg, Wulff, Grube, Alt-Schröder, Griechenland, Europa, Hart IV, S21 etc. pp. - alles ein und dieselbe gefährliche, schädliche, räuberische... ja, wie nennt man das? Politik? |
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"Zwanghaftes Lügen wurde in der Psychiatrie gelegentlich als Pseudologie bezeichnet. Heutzutage sieht man darin jedoch kein eigenständiges Krankheitsbild mehr, sondern ein mögliches Symptom der narzisstischen Persönlichkeitsstörung."
de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCge |
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Update 23:20
In Anlehnung an die Weihnachtsbotschaft von Herodes will Adolf (?Vorname leider entfallen?) Schuster im Schlossgarten offenbar das Kriegsrecht verhängen: "Alle Zelte und Unterstände, Baumhäuser sowie persönliche Gegenstände müssten spätestens bis 8.00 Uhr am 12. Januar entfernt werden, heißt es in der Verfügung der Stadt. Ansonsten werde der Park durch die Polizei oder beauftragte Dritte geräumt. Die Stadt droht, dass auf Einzelne Kosten bis zu 5.000 Euro zukommen können. Die Stadt verhängte zudem für den Fall eines Polizeieinsatzes ein Aufenthaltsverbot. Alle Personen, die sich im Mittleren Schlossgarten aufhielten, hätten diesen Bereich spätestens mit Beginn der Einsatzmaßnahmen der Polizei "unverzüglich" zu verlassen, hieß es. Auch darf der Park währenddessen nicht betreten werden. Bei Zuwiderhandlung wird mit der Anwendung "unmittelbaren Zwangs" angedroht." Containamo steht ja schon bereit. Pinochet lässt grüßen. nachrichten.t-online.de/stadt-stuttgart-bereitet-raeumung-von-protestcamp-vor/id_52581390/index?news |
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Lesetipp zum Thema Widerstand:
www.tagesspiegel.de/meinung/der-staat-sind-wir-ueber-den-frust-der-wutbuerger/5971392.html "Über den Frust der Wutbürger Die politische Klasse hat sich befreit von der Bindung an Normen, die für alle gelten. Muss dann nicht wenigstens ziviler Ungehorsam erlaubt sein?, fragt Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim. Ein Essay......" |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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