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Die überregionalen Medien sind vollauf mit sich selbst und der Besetzung des Oberkaspers beschäftigt, während die regionalen (Stuttgarter Zeitungen/SWR) mal wieder nur und wahrscheinlich eher widerwillig den Polizeibericht kolportieren. An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass gestern, am Samstag, in Stuttgart eine Großkundgebung gegen S21 statt gefunden hat.

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Auf dem Schlossplatz versammelte sich dazu am frühen Nachmittag eine große Zahl Demonstranten. Die Polizei spricht von 2.500. Nach übereinstimmenden, anders lautenden und konservativen Schätzungen, auch die Länge des Zuges bei der anschließenden Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt berücksichtigend, dürften es aber mindestens 5.000 Teilnehmer gewesen sein.

Die Redner auf der Kundgebung (Journalist Joe Bauer, RA Eisenhart von Loeper, Kabarettistin Christine Prayon, Regisseur Volker Lösch) kritisierten scharf das Verhalten der Regierung Kretschmann, die sich - obwohl ihr bis zuletzt Optionen offen standen - widerstandslos und ohne Not zum reinen Erfüllungsgehilfen des S21-Kartells machte. An die eigenen Leute gerichtet, wurde daran erinnert, das S21 nur ein Beispiel für das weltweite Wüten eines komplett entfesselten Kapitalismus ist und die Notwendigkeit betont, sich endlich auch mit anderen Protestbewegungen, vor allem Occupy zu vernetzen.






(Video: Redebeitrag Christine Prayon)

Der Demonstrationszug führte auch am abgesperrten Gelände des mittlerweile fast vollständig gerodeten Mittleren Schlossgartens vorbei. Dort hielt der Zug der Zornigen, da man von der leicht erhöht liegenden Straße über den Bauzaun hinweg das Gelände überblicken kann. Die Polizei war merklich konsterniert und reagierte mit z.T. durchaus auch als Häme zu verstehenden Lautsprecherdurchsagen („Liebe Kopfbahnhoffreunde, Sie behindern den Verkehr, gehen Sie weiter.“). Das wurde mit einem gewaltigen Pfeifkonzert beantwortet, woraufhin die Polizei die Versammlung der „lieben Kopfbahnhoffreunde“ per Lautsprecher umgehend für beendet erklärte; im Schlossgarten tauchten Schwadronen berittener Polizei auf. Bei anschließenden, teilweise ruppigen Versuchen der Polizei, die Demonstranten abzudrängen kam es zu Handgreiflichkeiten.

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Ein Autofahrer hielt mit voller Fahrt auf eine Gruppe von Demonstranten zu und bremste erst kurz vorher scharf. Wie dieser PKW an den Polizeiabsperrungen der Zufahrten indes vorbei kommen konnte, bleibt ein Rätsel, welches nur die Stuttgarter Polizei auflösen kann. Bis in die Abendstunden blockierten Demonstranten an verschiedenen Stellen der Stadt wichtige Straßen.

(Fotos StZ(2), BAA (1); Video bonatz21)

  • Stuttgarter Erklärung (openpetiton.de; eine Stellungnahme Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger, die weiter Widerstand gegen das Projekt S21 leisten wollen und um Unterstützung bitten)
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.