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Politik : S21 - Das Licht am Ende des Tunnels...

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...kann bekanntlich auch der entgegenkommende Zug sein.

Dies gilt bezüglich S21 zur Zeit in mindestens zweierlei Hinsicht. Zur Stunde treffen sich in Stuttgart die möglichen zukünftigen Koalitionäre, angeführt von ihren Chefs Winfried Kretschmann (Grüne) und Nils Schmid (SPD), um über das äußerst heikle Thema zu verhandeln. Die Grünen sind bekanntlich für K21, während die SPD bislang unerschütterlich -und wie nicht wenige Kritiker selbst der eigenen Parteibasis meinen: faktenresistent- für S21 ist.

Die zweite dergestalte Tunnel-Katastrophe dürfte sich allerdings bereits vollumfänglich im fernen Berlin im DB-Vorstand, wiewohl im Ramsauer-Ministerium abspielen. Wie der Stern bereits vorab berichtete, geht aus einem aktuellen und bahninternen Risikopapier hervor, dass die Kosten für S21 schon jetzt und vor Vergabe wesentlicher Aufträge (wie Bau des Tiefbahnhofs und 33-km-Tunnelbohren) die magische, von Politik und Bahn seinerzeit selbst gesetzte 4,5 Mrd-€-Grenze weit überschreiten dürften. Letztlich könnte der Bau des Tiefbahnhofs (nach internen Berechnungen der Bahn!) mit insgesamt 7 Mrd. € zu Buche, sprich: ins Steuerkontor schlagen (Statt wie geplant 4 Mrd. € -zum Vergleich: Der neue Bahnhof in Berlin kostete „gerade mal“ 1, 2 Mrd. €).

Damals noch vollmundig verkündete Merkel im September 2010 vor dem Parlament im Großen Herbst der Entgleisungen u.a. auch, dass sich mit dem Bau von S21 die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entscheide. Bahnchef Grube assistierte und schwadronierte vom „bestgeplanten und bestgerechneten Projekt aller Zeiten“, dabei unterschlagend, dass es sich bei S21 auch um ein gigantisches städtebauliches Projekt und die größte Baustelle Europas handeln würde. Freilich gingen ihm diese Worte nach der sogenannten Schlichtung nicht mehr so leicht über die Lippen. Allerdings ließ er vorgestern, nach der Vorabveröffentlichung durch den Stern, umgehend über einen Sprecher mitteilen, dass man alles im Griff habe; trotz sprachlicher Neuregelung zeigt er damit weiterhin alle altbekannten Symptome neoliberalen Machbarkeits- und Größenwahns.

Der DB-Projekleiter vor Ort, Hany Azer, hat dieses Risikopapier zusammen mit seinen Ingenieuren erstellt -der Stern berichtet heute in seiner Printausgabe ausführlich darüber. Dort ist u.a. zu lesen:

„S21 wird ein schwer beherrschbares System, ein Verkehrsknoten, der eine Insel im Bahnverkehr ist, für die meisten Züge, etwa Güter-, Nah- und Regionalzüge, und für S-Bahnen unerreichbar, da sie nicht über das hypermoderne ETCS-Signalsystem verfügen. Im Dossier heißt es dazu lapidar: 'Strecke kann nicht mit Zügen befahren werden, die nicht über ETCS verfügen.' Pro Lok kostet der Einbau von ETCS rund 300.000 €.“

Undeinen Teilnehmer dieser Runde zitiert der Stern so:

„Wenn wir aber bauen wollen, müssen wir jetzt die Hosen runterlassen. Denn S21 wird viel teurer, als wir es bisher der Politik verkauft haben.“

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Nachspeise: Wer bezahlt S21?






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Update 16:34

Grüne + SPD in Stuttgart: „Der Dissens in der Sache ist geblieben“, sagte Kretschmann. „Wir sind uns einig, dass wir in der Sache uneinig sind“, ergänzte Schmid.

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