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MenschenZeitung

11.12.2011 | 02:54

Deutschland, deine HartzIV-Opposition!

Derzeit findet im Bundestag eine Art der Schwarm-un-intelligenz statt. Wie in einem Vogelschwarm fliegt jede Partei, ausser der Die Linke, in dieselbe Richtung, und wie in einem Vogelschwarm, in dem es ja auch stets abweichend fliegend Vögel gibt, fliegt alles in dieselbe Richtung, und mehr an eigenständigem Denken als in Spatzenhirnen scheint es auch nicht zu geben. Man benimmt sich gleichermassen uniformiert.

Was aber bedeutet das? Nun im Tierreich entwickeln sie nur wenige Tiere weiter, benutzen Werkzeuge, geben das auch an ihre Jungen weiter, und genauso scheint das auch derzeit im Bundestag zu laufen.

Dem Betrachter, dem Wähler aber bietet man damit ein desaströses Bild, das von Blockparteien, wie man in vielen Foren derweil und immer häufiger liest.

Und noch eines ist fatal, man erweckt den Anschein, als müsse man sich als Opposition keine Arbeit machen, könne das Denken anderen überlassen. Von einer Opposition erwartet man eigentlich, dass sie eigene Konzepte entwickelt und gegen die der Regierungsparteien stellt, dass sie selbstständig denkt, ihr eigenes Konzept auch in Debatten der Öffentlichkeit als Zweitwahl anbietet, mit der Regierung darüber streitet, dass vielleicht auch Teile ihrer Ideen vielleicht Eingang finden in Regierungsvorlagen, nach langem Ringen, versteht sich, schon allleine, damit der Wähler weiss, hier ist ein anderer Gedanke, Ansatz.

All das oben genannte scheint vergessen zu sein, die Opposition verlässt sich auf die Arbeit der Regierung, hat es sich bequem gemacht, meckert zwar hier und da, wie auch der Wähler, macht aber nicht wirklich Anstrengungen zu zeigen, dass sie bereit und dazu in der Lage ist, irgendwann Regierungsarbeit zu machen, so sie denn gewählt würde.

Das sind für den Wähler fatale Zeichen, fühlt dieser doch eine Art Faulheit, tätig zu werden. Das so meint man bereits ist quasi eine HartzIV-Opposition schlechtester Couleur, verhält sie sich doch gerade so, wie ganz wenige Menschen der Gesellschaft, die bei Vorstellungsterminen vorab einen großen Schuck Whisky ect. konsumieren, um umgehend nach Hause auf das HartzIV-Sofa zurück geschickt zu werden.

Und der Wähler? So er denn noch Lust hat zu wählen, wird er seine Stimme gewiss nicht solchen müden Zeitgenossen von SPD und den Die Grünen überantworten, die zwar ab und zu pöbeln, sich aber ansonsten eher nicht vom Oppositionssofa rollen, kann er sich doch nicht sicher sein, dass die Flasche nicht auch während der Regierungstätigkeit unter dem Tisch steht.

Noch etwas aber ist auch derweil klar, man bekommt als Wähler genau das, was man verdient. Die Opposition ist auch ein Abbild jener deutschen Sofaträgheit, jenes Nichtdenkens, das in der Bevölkerung weit verbreitet ist. Wer geht schon zu Occupydemonstrationen, wie viele unterstützen die Bewegung, fragen die Menschen, die sich dort engagieren, denken selbsttätig, befassen sich mit Politik? Meist muss doch erst eine Gewerkschaft, müssen Parteien zu Demonstrationen aufrufen, dann folgt der deutsche Pudel. Um ein Zeichen zu setzen, dass man bereits morgen vergisst, was nicht genügt. Opposition muss man dauerhaft betreiben, doch dafür sich die Deutschen viel zu behäbig, geht es ihnen viel zu gut.

Und noch eines zeigt sich, nämlich, wie marode derweil Bildungssystem und Elternhaus sind, wo zukünftige Eliten und politisches Denken entstehen.

Da gibt es Schulen, die arbeiten an der Grundschule mit Mentoren älterer Abitur-Jahrgänge. Ein Mentor, der eine Gruppe 5.Klässler betreut erklärt diesen ganz einfach wirtschaftliche Zusammenhänge. Nur einer der ihm anvertrauten Schüler meint plötzlich: „ das nennt man Globalisierung“, derweil die anderen wie die Kuh vor dem Tor durcheinanderfragen. „ hä? Wat isn dis?“ Politische Bildung und Engagement beginnen im Elternhaus, so einfach ist das. Politische Diskussionen am Abendbrottisch können das Familienleben bereichern. Wer aber derweil mit seinen Kindern sich lieber über das letzte Bundesligaspiel unterhält, der kommt seiner erzieherischen Aufgabe, Kinder zu denkenden politisch interessierten Mitgliedern der Gesellschaft zu machen, nicht nach, was unumgänglich dazu gehört.

Wie bitte soll man denn jemanden an die Wahlurne lassen, der dort vergeblich seinen Fußballverein suchen wird?

Deutschland also hat genau die Opposition, die es verdient, eine RTL-HartzIV Opposition als Spiegelbild einer überwiegend vom Sofa pöbelnden uninteressierten Wählerschaft, die zwar von ihrem Sozialstaat alles erwartet, selbst aber nichts zu tun bereit ist, was über den Arbeitsalltag hinausreicht, und man wird sich erst dann vom Sofa rollen, wenn es an die eigenen Vorteile und Geldbeutel geht.

Und ganz ehrlich, wer andere machen lässt und ständig Verantwortung delegiert, der muss sich nicht wundern und noch gegen die pöbeln, die mehr tun, als man selbst, wenigstens versuchen andere etwas zu ändern, aber wer will, dass das auch passiert, der sollte sich selbst bewegen, denn je stärker eine Bewegung ist, eine Partei, eine Organisatin, eine Demonstration, umso mehr kann auch bewirkt werden, ansonsten sollte man lieber einmal öfter die Klappe halten.

Deutsche Wähler macht nur weiter so, vielleicht werdens die anderen ja richten, aber dann müsst ihr sie auch machen lassen, anstatt jenen Wasser auf die Mühlen zu gießen, die die Wenigen, die sich bewegen, lieber ebenfalls aufs heimische Sofa setzen würden.

Und an die HartzIV-Oppositin sei gesagt, wer keine besseren Konzepte vorlegt, als die Bundesregierung, wer nicht ehrlich streitet und nur pöbelt, dann aber aus purer Sesselkleberei und im Hinblick auf den kommenden Wahlkampf mit der Regierung stimmt, der soll ruhig zugeben, er habe keinen Bock, politisch tätig zu werden, da weiss der Wähler nämlich vorab, wen er besser nicht wählt.

Oppositionsarbeit heisst eben nicht, Oppositions-HartzIV-Alimentierung beim Steuerzahler abgreifen, die Zeiten sind hoffentlich nach den nächsten Wahlen vorbei, und wer Die Linke und andere Parteien verhindern will, der muss sich auch mal bewegen, wer regieren will, der muss auch aus der Opposition heraus Besseres vorlegen, als die Regierung selbst.

Und ansonsten? Einfach die Klappe halten, denn dieser Opposition, die nichts zu bieten hat ausser heisser Luft, glaubt ohnehin niemand mehr. Dann stimmt man auch gegen das, was man für abwegig hält, zumal, wenn man selbst einen besseren Vorschlag hat, dann versucht man es eben auch einmal mit einem konstruktiven Misstrauensvotum, damit der Wähler sieht, die Regierung, Opposition, die gibt es ja. Zumal dann, wenn man weiss, die Regierung selbst hat viele Menschen bei sich, denen das eigene Gewissen mehr wert ist, als sich zum Stimmvieh machen zu lassen, um sich als Abweichler beschimpfen lassen zu müssen. So und nicht anders gestaltet man gute Oppositionsarbeit, nur diese ist eben mit Arbeit verbunden und man muss natürlich auf die Regierungsübernahme gefasst und vorbereitet sein, sie wollen, andere Konzepte erarbeitet haben! Ansonsten, weiterschnarchen, aber bitte nicht zu laut!

Man muss oppositionstechnisch korrekt gearbeitet haben, damit man glaubwürdig ist, aber wie gesagt, dafür muss man arbeiten und sich wie eine Opposition verhalten, die dazu in der Lage ist zu denken! Und das ist bei dieser SPD-DIE Grünen HartzIV-Billig-Opposition leider nicht erkennbar.

 

 

©denise-a. langner-urso

Foto- Ich-und-Du  / pixelio.de

zuerst erschienen: menschenzeitung.de/?p=10387

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.12.2011 um 13:04
Opposition muss man dauerhaft betreiben, doch dafür sich die Deutschen viel zu behäbig, geht es ihnen viel zu gut.
...

Das ist wohl richtig.
Vielleicht geht es auch den meisten Bürgern deshalb so gut, weil Vieles richtig lief.
Weshalb sollen wir denn gegen irgend etwas demonstrieren und Opposition betreiben, solange es uns gut geht?
Das wäre dann für die Meisten doch nur lohnend gegen Entwicklungen, welche dazu führen, dass es uns einmal schlechter gehen könnte.
Niemand ist derzeit mehr so richtig bereit zum Demonstrieren.
Die Renter nicht, die Sozialhilfeempfänger nicht, die Beamten nicht usw..

In den hoffnungslos überschuldeten EU-Staaten sieht das gegenwärtig ganz anders aus.
Die Bürger dort haben wohl auch nicht rechtzeitig gegen die Schuldenpolitik der Regierungen und Oppositionnen demonstriert.
Jetzt geht es ihnen dafür bald nicht mehr so gut, wenn sie nicht von den Deutschen unterstützt werden, denen es noch relativ gut geht.
Mal sehen, ob in Deutschland deshalb gegen eine EU-Transferunion demonstriert wird.
Die Opposition will ja Euro-Bonds, damit es uns bald schlechter geht.
Achtermann schrieb am 11.12.2011 um 13:24
@ fazleser

Niemand ist derzeit mehr so richtig bereit zum Demonstrieren. Die Renter nicht, die Sozialhilfeempfänger nicht, die Beamten nicht usw..

Hast du schon mal Beamte in ihrer Eigenschaft als Beamte demonstrieren gesehen? Was ist denn mit den FAZ-Lesern?

Die Opposition will ja Euro-Bonds, damit es uns bald schlechter geht.

So argumentieren wohl die FAZ-Leser, die gerne das Oben verteidigen. Als ob die kapitalistisch formierte Gesellschaft als Wir-Gemeinschaft organisiert wäre. Den Bären kannst Du mit den Bankern zusammen weiterhin denen da unten aufzubinden versuchen. Die Freitag-Leser werden das nicht durchgehen lassen.

Gruß von unten
Achtermann
weinsztein schrieb am 11.12.2011 um 13:30
So ist es.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 11.12.2011 um 14:26
Achtermann schrieb am 11.12.2011 um 13:24
Hast du schon mal Beamte in ihrer Eigenschaft als Beamte demonstrieren gesehen? Was ist denn mit den FAZ-Lesern?
...
Beamte schon, die Streiken manchmal, obwohl sie es eigentlich gar nicht dürfen.
FAZ-Leser sind nicht homogen.
Aber sicher haben auch schon viele FAZ-Leser als Beamte usw. gestreikt.
------------------------------------
Den Bären kannst Du mit den Bankern zusammen weiterhin denen da unten aufzubinden versuchen. Die Freitag-Leser werden das nicht durchgehen lassen.
...
Die Freitagsleser wären von Eurobonds sicher genauso betroffen, wie die FAZ-Leser.
Das die Banker entscheidend mitschuldig an der Finanz- und Schuldenkrise sind, glaube ich auch.
Die hätten am ehesten verhindern können, dass Kredite ohne ausreichende Sicherheiten gewährt wurden.
Die Banker haben die Kredite aber trotzdem gewährt, weil sie mit Boni daran verdienen konnten.
Die größte Schuld haben aber Politiker, die es versäumt haben die Banken mit Gesetzen zu kontrollieren und selber auch zu den hohen Staatsverschuldungen beigetragen haben.

Außerdem haben Politiker die Banker häufig für ihre politisch bedingten Kreditnahmen korrumpiert.
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