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Gastland der Buchmesse ist, man weiß es, Argentinien. Das Gastland präsentiert sich traditionell in einem Pavillion, der von den meisten Messebesuchern ignoriert wird (auch das weiß man und beklagt es). Manchmal kommt es jedoch vor, dass einer der Besucher auf seinem Weg von Halle 4.1 zu Halle 6.2 (Pressezentrum) von einer unsichtbaren Hand gepackt und in diesem Pavillon auf dem Boden abgestellt wird.
Da steht er dann. Und dankt Gott, dass der ihn gepackt hat. Denn sofort begreift er, dass Argentinien das Land der Büchermenschen schlechthin ist (Klischees sind manchmal eben doch wahr), und es packt ihn den absurden Gedanken, dass der deutsche Verleger Siegfried Unseld ja einzig und allein zum Titan der Buchwelt hat werden können, weil er ganz und gar wie ein argentinischer Verleger aussah. Hieß er nicht in Wahrheit Siegfriedo?
Ein solcher Vergleich erhärtet sich für jeden, der die Stellwände mit den bekannten argentinischen Dichtern und ihren Werken abläuft. Es ist ein großes Museum der Literatur der Moderne, über dem ein Titel eines neueren Werks von Pablo Ramos (erschienen ihm Suhrkamp Verlag, siehe oben) stehen könnte: Der Ursprung der Traurigkeit.
Traurig wurde ich dann vor allem, als ich erkannte, dass ich diese wunderbaren Bücher niemals alle werde lesen können (es sei denn, Gott hat auch hier eine Lösung parat). Wenigsten sollte es mir zu Lebzeiten gelingen, den ganzen Cortazar durchzulesen, dessen Bücher hier in den fantastischen 70er Jahre Umschlägen der Originalausgaben vor einem liegen, und gelesen werden sollte auch der an Proust geschulte Romanzyklus von Manuel Mujjca Láinez, von dem ein wunderbares Zitat an die Wand geschrieben wurde:
Meine kaputten Jalousien, meine Türen ohne Türklinken, meine Kaminöfen, die so schön gewesen sind, aber die mit Schmutz beschmiert sind, meine kaputten Gläser, meine Parkettböden, die ebenfalls mit Schmutz überzogen sind...
Ein weiterer Teil der Ausstellung ist der Migration nach Argentinien gewidmet. Frage: Was ist eigentlich mit Christian Kracht? Es heißt doch, er sei nach Buenos Aires ausgewandert, aber jetzt zur Buchmesse liest man so gar nichts von ihm.
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versuch einer lösung: für die aufgaben in der wohnung ein heinzelmännchen von der uni holen (ein preiswerter student, der aufstockung betreibt), dann ist mehr zeit zum lesen..man grüßt
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wenigstens der Nobelpreis is auf dem richtigen Kontinent gelandet!
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Schöner Blog! Gerne gelesen! ;)
Bei all meinen ungelesenen Büchern kann ich auch irgendwie mitreden. Ich dachte immer, dass ich da der Rekordhalter bin! ;) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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