Michael Jäger

Die Andere Gesellschaft

24.05.2012 | 17:38

(0.1) Die Andere Gesellschaft. Gliederung in Kapitel (und Tagebuch)

 

 

 

  

 

 

                                                                                                Zur Gliederung in Kapitel: hier
 
 
T a g e b u c h

Ich stelle diesen Tagebuch-Eintrag voran:

31.1.2012
Die Technik war offenbar überfordert mit einem Blogeintrag, der zwar nicht besonders viel Zeichen, aber bis heute 80 Links enthielt. Ich weiß nicht, welche Überraschungen mir in Zukunft noch drohen,  vorerst aber versuche ich das Problem so zu lösen: Der Eintrag mit den Links steht nicht mehr in der Spitze aller Einträge, so daß er immer wieder kopiert, gelöscht und wieder eingefügt werden muß, sondern bleibt immer derselbe, nie zu löschende Eintrag, den ich bei jeder neuen Blog-Folge nur ergänze. An der Spitze steht nunmehr dieser Eintrag, der nur einen einzigen Link enthält, der eben zum Eintrag mit  jenen bisher 80 Links führt, d.h. zur "Gliederung in Kapitel".
 
 
Die folgenden Tagebuch-Eintragungen gebe ich in der zeitlichen Reihenfolge:

10.2.2010
Mein Blog wird zu einer Art Buch oder ist die Rohschrift eines solchen: Es gliedert sich von selbst in Teile und Kapitel, die ich hier angegeben habe, damit man sich leichter zurechtfindet. Die Angabe der Teile und Kapitel ist vorläufig und wird es bis zum Ende bleiben als die immer vorläufige Selbstinterpretation dessen, was ich hier mache.

Es ist interessant, ein Buch in der Form eines Blogs zu schreiben, so dass es schon öffentlich wird, bevor der Verfasser das Ende kennt. Kann es nicht passieren, dass er später noch einen Gedankengang bei sich entdeckt, der verkehrt ist, den er also unterdrücken würde, wenn nur nicht schon alles im Blog stünde? Ja, das kann passieren. Es ist aber gerade gut, so etwas nicht zu unterdrücken, denn das heißt ja Denken: aus guten Gründen Gedanken haben, sie übersteigen aus noch besseren Gründen. Das Denken soll man doch nicht verstecken. Eher propagieren. Ein langes Buch zu schreiben, ohne dabei klüger zu werden, ist eigentlich eine Zumutung. Ob ich selbst klüger werde beim Schreiben, weiß ich noch nicht, aber die Möglichkeit halte ich mir offen.
 

25.2.2010
Nach wie vor ist das Problem der Kommentare unter diesem Eintrag ungelöst. Damit er immer über den anderen Einträgen steht, muss ich ihn nach jedem neuen Eintrag löschen und weder einsetzen. Dadurch werden jedesmal auch die Kommentare gelöscht. Ich danke jedenfalls allen, die mir in verlorenen Kommentaren gutes Gelingen gewünscht haben.
 

12.3.2010
Den Eintrag (36) habe ich eben selbstkritisch verändert, u.a. durch eine Einfügung; zu den Einzelheiten siehe dort meinen Kommentar.
 

29.5.2010
Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein – jetzt, wo gar kein neuer Blog-Eintrag vorausgegangen ist -, ich sag's aber trotzdem, kann mich später darauf berufen. Mein letzter Eintrag datiert vom 7. Mai. Der nächste wird sich kaum vor Ende Juni blicken lassen. Es liegt daran, daß ich an einem Referat arbeite, das am 9. Juni gehalten sein will, und an einem Beitrag für ein Buch, der eigentlich schon Ende April hätte fertig sein müssen.

Außerdem werde ich nicht einfach "weitermachen" können. Ich glaube, ich muß das ganze Kapitel III/2 (Dimensionen des Geldes: Gleichsetzung der Waren) ein wenig umarbeiten, damit man es besser versteht. Mit der jetzigen Fassung bin ich nicht zufrieden. Die Reihenfolge der Argumente wird überprüft, es gibt auch Unklarheiten. Das Hauptproblem ist, daß ich im letzten Moment ein Argumentationsstück über den Begriff des "variablen Kapitals" ausgeschieden hatte, weil ich die sechs Einträge, die zum Kapitel gehören, nicht noch um ein siebentes ergänzen wollte – ich glaube inzwischen, daß man meinen Gedankengang ohne dies Stück gar nicht recht verstehen kann. Aber ich habe in (41) versprochen, beim nächsten Mal ein neues Kapitel zu beginnen! Wahrscheinlich werde ich das Problem so lösen, daß ich die ergänzte Umarbeitung gleichzeitig mit der ersten Notiz zu III/3 veröffentliche. Die wird übrigens von Adorno handeln, worauf ich mich jetzt schon freue, denn er bedeutet mir viel.

Umgearbeitete Teile werden in die obige Gliederung integriert als z.B. "(37a)", "(38a)" und so weiter. Erste Versionen werde ich aber natürlich nicht löschen. Auch sie wird man weiterhin von hier aus anklicken können.
 

29.6.2010
Ich habe mich nun doch begnügt, nur die Umarbeitung und nicht gleichzeitig schon den Anfang eines neuen Kapitels ins Netz zu stellen. Dann wäre die Pause noch um Einiges länger geworden. Ich ertrug es nicht, den unaufgelösten Akkord noch länger mit mir rumzuschleppen.

In der Umarbeitung ist, wenn ich nicht irre, nur ein größeres Thema weggefallen, nämlich die Frage, ob der Marxsche Begriff des "Allgemeinen" ("allgemeine Ware") zu den Aristotelismen in seiner Darstellung gehöre. Ich habe zum einen festgestellt, daß ich sie für meine Argumentation nicht brauche, zum anderen hat klonifanko wohl mehr Recht mit seinem Einwand unter der 40. Notiz, als ich zunächst einzuräumen bereit war. Auch einige mehr nebensächliche Aspekte tauchen nicht mehr auf, z.B. meine Behauptung, daß die Gleichungssprache sich besonders eigne, den Kausalitätsgedanken zum Ausdruck zu bringen. Ich bin mir im Grunde gar nicht sicher, ob das stimmt, habe es nicht eingehend genug überlegt. Wenn man in Neuland vorstößt, ist die Gefahr immer groß, daß man sich zu weit vorwagt. Jetzt im zweiten Anlauf glaube ich, mich aufs Wesentliche beschränkt zu haben, weshalb dieses auch ausführlicher behandelt werden konnte.

Neu ist inhaltlich, wie schon angekündigt, ein kleines Stück über den Begriff des variablen Kapitals, außerdem ein wichtiges argumentatives Kettenglied, nämlich die Einsicht in die Figur des Werts: daß als gemeinsames Merkmal einer Sache mit einer anderen Sache diese selbst, die Sache im Ganzen, erscheint, und die Einsicht, daß so eine Figur dinglich unmöglich, sprachlich aber vollkommen üblich ist. Formal ist neu, daß ich mich enger am Text von Marx orientiere, womit ich auch der Kritik von luggi Rechnung zu tragen versuche, obwohl ich mir nicht einbilde, er werde mir jetzt zustimmen. Und ich glaube tatsächlich, daß jetzt auch die Reihenfolge der Argumentation stimmt. Es war bei diesem schwierigen Gegenstand notwendig, das ganze Kapitel mit seinen fünf Einträgen (die Zahl der Einträge hat sich nicht erhöht) in einem Zug zu schreiben.

Auf die Idee, daß ich Kommentare beim ständigen Neuladen dieser "0. Notiz" durch Integration in den Text retten kann, ist Tom gekommen – vielen Dank! Schade, daß ich nicht selbst schon früher darauf gekommen bin, dann hätte ich all die schönen Ermutigungen aufbewahrt über die jetzige von Bildungswirt hinaus. An ruhrrot und Streifzug erinnere ich mich und an Joachim Petrick, der mich mit dem schönen Bild beglückt hat, er habe das Gefühl, "einem Glockengießer bei der Vorbereitung seiner Arbeit zuzuschauen", oder so ähnlich. Das bin ich leider nicht, ich werde nur Glocken mit Sprüngen produzieren, also keine Glocken – aber ich habe mich über die netten Worte gefreut!
 

20.8.2010
Eine freundliche Seele hatte zuletzt fünf Sterne über diesen Eintrag gesetzt; da ich ihn aus oben erläuterten Gründen bei jeder neuen Notiz meines Blogs erst löschen und dann neu einsetzen muß, sind die Sterne nun wieder verschwunden. Ich vergesse sie aber nicht und bleibe dankbar.
 

6.12.2010
Ich sage in der 54. Notiz,  es könne nicht gezeigt werden, wie Adornos Dialektik über die Hegelsche hinausgehe, denn mein Bericht solle nicht ausufern. Doch habe ich vor, eine "Beilage" zu produzieren, in der um diese Frage geht und die auch  eine Rezension von Alfred Sohn-Rethels Schrift Geistige und körperliche Arbeit, Frankfurt/M. 1970, enthalten soll. Das sind Dinge, mit dem ich ein größeres Publikum nicht länger belästigen will; nur wen es zufällig interessiert, soll es lesen können, andere können es einfach überschlagen. Freilich, wenn der nun kurz vor dem Abschluss stehende Dritte Teil einmal für eine Buchausgabe überarbeitet werden wird - er muss vor allem drastisch gekürzt, das heißt konzentriert werden -, gehören sie mit hinein. Jetzt aber werden sie fürs Verständnis des Fortgangs nicht unbedingt gebraucht.
Die Diskussion unter den Einträgen muss ich nun in einem extra Eintrag dokumentieren, da die hier vorgegebene Speicherkapazität nicht ausreicht. Ich trage das morgen (bzw. heute vormittag) nach.
 

20.7.2011
Seit Beginn des Jahres ist meine Arbeit nur recht schleppend vorangekommen, zuletzt hat es sogar eine Pause von zwei Monaten gegeben. Der Hauptgrund ist, daß ich in diesem letzten halben Jahr mit einer Reihe anderer und zwar termingebundener Arbeiten (außerhalb dessen, was ich für den Freitag schreibe) belastet war. Eine Zeitlang hatte ich den Blog und diese Arbeiten nebeneinander gemacht, endlich aber platzte mir der Hutkragen und ich führte erst einmal sie zuende. Das liegt nun hinter mir.

Abgesehen davon war auch ein bißchen Urlaub angefallen. Dann kommt aber auch hinzu, daß die Dinge, über die ich seit Anfang des Jahres im "Vierten Teil" schreibe, schwerer zu machen sind als das zuvor. Ich hatte das selbst nicht erwartet, da die Schwierigkeiten nicht so sehr intellektueller Natur sind. Nein, es geht jetzt um "Praxis" und da sind immer die "Folgen und Nebenfolgen" zu bedenken, was vielleicht nicht allzu mühsam ist, aber manchmal sehr viel Zeit auffrißt. Im übrigen müssen Lektüren dazwischengeschoben werden, denn was ich seit Jahresbeginn schreibe, habe ich noch sehr viel weniger zuvor im Kopf gehabt – abgesehen von den gesamtgesellschaftlichen ökonomischen Wahlen, die aber ja erst später an die Reihe kommen – als die Dinge zuvor.

Es wird jetzt immerhin schneller vorangehen, bis zur nächsten Unterbrechung von Anfang September bis Mitte Oktober. Ich strebe wieder wie früher an, einen Eintrag pro Woche zu machen, oft wird es aber wahrscheinlich nur alle zwei Wochen einen Eintrag geben können.

Mit Interesse habe ich verfolgt, wie Einige, die sich für den Dritten Teil über die Ware-Geld-Beziehung sehr interessiert haben, den Vierten Teil nun eher enttäuschend finden. So weil ich nicht zur Abschaffung "der Arbeit" als solcher aufrufe, und dergleichen. Aber ich habe ja deutlich geschrieben, es geht mir nur um den  n ä c h s t e n   S c h r i t t , den die Gesellschaft tun könnte. Was ist eigentlich falsch an dieser Fragestellung? Mit welchem Recht kann man sich ihr eigentlich verweigern?

 
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Michael Jäger
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Logbuch
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Uwe Theel hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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