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Ist es nicht überhaupt ein Widerspruch, Individuen, die von etwas abhängig sind, frei zu nennen? ...
Ich glaube es ist nicht unbedingt ein Widerspruch, ein Rahmen bildet, noch keine Mauer, die Freiheit kann nur in jedem Selbst sein, entscheiden können wir fast täglich von früh bis abends selbst, ob wir uns die vorhandenen gesellschaftlichen Zwängen annehmen oder nicht, ein Lernprozess, dabei helfen Widersprüche in der Regel, treiben sie doch Entwicklung voran. |
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Nein, es ist kein Widerspruch im realen Leben, denn "Freiheit" wie "Anhängigkeit", wie "Gerechtigkeit" oder "Glück" sind alles Definitionen. Somit kann es nie 100% Freiheit, 100% Versklavung, 100% Glück oder 100%ige Gerechtigkeit geben.
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Ad Maggie Thatcher: Soweit ich mich erinnere, war ihr Zitat: "There is no society, there are only individuals." Also - kein Wort von "FREIEN" Individuen!
Aber vielleicht irre ich mich. Wobei - ob bei Thatcher oder bei Marx - beiden Zitat über die Gesellschaft sind ideologisch, also würde ich beiden nicht so viel Gewicht beimessen, wenn Sie (wir) hier über eine tatsächliche Veränderung derzeitger Situation nachdenken. |
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Ich gehe auch davon aus, daß sie nicht "freie" Individuen gesagt hat. Aber oben im Text stelle ich die Vermutung an, daß es die Freiheit ist, von der sie sich gerechtfertigt glaubt, Individuen und Gesellschaft gegeneinander ausspielen zu dürfen.
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Ich habe weiterhin ein Problem mit Ihren Marktwahlen, bzw. auch mit der Unterscheidung, warum Sie denken, diese wären Effizienter als eine marktwirtschaftliche Angebots-und-Nachfrage-Situation (eine ideale Marktwirtschaft, also ohne Kartelle und Werbung).
Zu Ihrem Beispiel mit Auto vs. Öffentlicher Verkehr: - die von Ihnen dargestellte starke Präferenz für Autos hängt auch damit zusammen, dass es mehr Strassen als Bahnlinien gibt (also "Verkehrsmedien"). Diese wurden zu 99% durch öffentlichte Entscheidungen gebaut. - das es heutzutage so wenig öffentl. Verkehr gibt, ist theoret. (denn es gibt ja Lobbys) nicht die Schuld der privaten Marktteilnehmer wie VW und Opel, sondern unser Unfähigkeit/Unwille, durch demokr. Wahlen unseren Regierungen verbindlich dazu zu bringen, mehr öffentl. Verkehrsmittel bereitzustellen. - Wer hindert private Unternehmer, "öffentlichen" Verkehr anzubieten (Bahn, Busse)? Am meisten wir selbst. Da kommt ein anderes Problem Ihres "Auto gegen Öffis"-Beispiels zutage: Leider sind wir (Werbung, Umfeld) sehr psychologisch beeinflusst, so dass wir mehr das EIGENE Auto (als "Freiheit") schätzen, selbst wenn es oft rein wirtschaftlich teuere als Rent-a-car, Car-sharing oder gar das Taxi oder eben die Öffis ist! Somit ist es auch ein gutes Beispiel, denn viele unsere Marktverhalten werden durch Psychologie verzerrt. - Solle man bei "Marktwahlen" verhindern, dass Wahlwerbung stattfinden (wäre eine Mischung aus kommerzieller und politischer Werbung)??? Wenn man dies nicht ausschaltet (und was ist dann mit er Meinungsfreiheit?), haben wir nichts erreicht: denn stärkere/reichere Individuen oder Gruppen werden dann eher solche Wahlen gewinnen. |
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Die Spiegelstriche in Ihrer Reihenfolge:
- Das ist es ja gerade! Warum wird über Straßen und Bahnlinien "öffentlich", d.h. durch den Staat entschieden? Der durch Lobbyisten beeinflußt wird und der auch eigene Interessen hat, die mit den Interessen des Elektorats nicht übereinstimmen müssen? Es gibt heute schon einen Unterschied der Entscheidungskompetenzen: Der Bund hat andere als die Länder, noch andere hat die Zentralbank usw. Nach meiner Auffassung haben sie alle nicht die Entscheidung über die Grundfragen der gesellschaftlichen Produktion zu treffen, vielmehr das Elektorat, eben die Gesellschaft selber. - Daß es die Schuld der privaten Marktteilonehmer sei, behaupte ich nicht. Aber es ist auch nicht "unsere" Schuld, denn wir haben überhaupt kein Instrument, die Regierung zur Umsetzung der von uns gewählten ökonomischen Grundlinien zu bringen. Diese werden ja gar nicht ermittelt, abgesehen von Umfragen, die politisch keine Beachtung finden! Wenn wir eine Schuld haben, und wir haben sie tatsächlich als, sozusagen, "Bringschuld", dann die, daß wir als demokratischer Souverän nicht freie ökonomische Wahlen erzwingen. - Ob wir mehr EIGENE Autos schätzen, wird sich dann herausstellen. Ich bin schon auf manchen Hinweis gestoßen, daß deutlich weniger geschätzt werden, als angesichts des verfügbaren Verkehrsmittelangebots nun einmal, ob wir es schätzen oder nicht, gekauft werden müssen. Sie selbst glauben bestimmt nicht, daß zum Beispiel die jüngste "Abwrackprämie" Ausdruck einer autofreundlichen Bevölkerungspsychologie gewesen ist. - Die Formen der Wahlwerbung könnten drastisch verändert werden. Man findet bestimmt ein Modell, in dem sichergestellt ist, daß jede der drei oder vier zur Wahl gestellten Optionen mit demselben Geld, wissenschaftlichen Aufwand, auch Werbungsaufwand erstellt ist wie alle anderen. Damit würde die Meinungsfreiheit ja nicht ausgeschaltet, sondern erst ermöglicht. Sie haben recht: Diese Frage gehört zu den wichtigsten. Und daß man solche Frage lösen muß, zeigt, daß hier wirklich von einer Anderen Gesellschaft die Rede ist. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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