In der SZ vom Wochenende (6./7.8.2011)lese ich, die Arbeitnehmer sind immer unzufriedener, das sagt eine Studie der Uni Duisburg-Essen aus. Größere Arbeitsbelastung, schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geringe Lohn- und Gehaltssteigerungen spielen dabei eine Rolle. Wie auch sollte es anders sein. Mittlerweile lebt eine große Zahl von Menschen in oder in der Nähe von prekären Arbeitsverhältnissen. Die ausufernde Leiharbeit, die Ausweitung der Niedriglohnbereiche usw. tragen sicherlich nicht zur Sicherheit der Arbeitnehmer bei und sind eine riesige Subventionsmaschine für die Unternehmen. Verlässlichkeit, Loyalität und Solidarität sind abhanden gekommen und damit das Vertrauen in eine sich verbessernde Zukunft. Ohne Vertrauen funktioniert nichts…die Finanzmärkte lehren uns das und etwas kürzer gedacht, die Anzahl der Singlehaushalte sind eine Auswirkung davon. Wie sollen funktionierende Familien entstehen, wenn die Arbeitsplätze nur kurzfristig verfügbar und in ständig wechselnden Regionen sind. Die Spreizung, die in der Gesellschaft allenthalben sich bemerkbar macht ausgelöst durch keine Lohn- und Gehaltssteigerungen (Reallohnverlust in den letzten zehn Jahren) bei einer beginnenden Inflation (die kann jeder spüren, der die Preise für die Lebenshaltungskosten im Moment beobachtet) und bei einer zu erwartenden Rezession, werden die gesellschaftlichen Verwerfungen größer werden lassen. Die Politik hat keine Antwort oder – wie Rösler heute vorschlägt, die Steuer auf das Benzin zu erhöhen, um die Maut zu vermeiden. Dabei wusste ich gar nicht, dass die Maut unvermeidbar ist. Na denn, Herr Rösler, weiter so!