Empfehlung der Woche

Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Offene Zweierbeziehung – reloaded

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Das Stück die Offene Zweierbeziehung begründete die Popularität des italienischen Autors Dario Fo.

Die Übersetzerin des Textes Renate Chotjewitz-Häfner hat über den Inhalt einen treffenden Kommentar geschrieben:

„In einem seiner persönlichsten Stücke, das er wie viele andere gemeinsam mit seiner Frau Franca Rame verfasste, macht sich Dario Fo stark für die Rolle der Frau. Die italienischen Machos, die chauvinistische Gesellschaft und die daraus resultierende Politik werden entlarvt und ihrer Lächerlichkeit überführt. Das skurrile Chaos der offenen Zweierbeziehung, deren Freiheiten selbstverständlich nur der Mann genießen darf, ist der ironisch witzige Auftakt des Stückes, in dem die Szenen einer Ehe geprägt sind von Selbstironie, aber auch von bitteren Einsichten. Und manches kommt einem bekannt vor, wenn Antonia langsam auflebt, während das Selbstwertgefühl ihres Mannes gleichzeitig schrumpft - besonders in jenem Augenblick, als er erfahren muss: Auch Antonia hat einen Geliebten, einen Professor, der Rockmusik macht ... Oder hat sie ihn erfunden, um sich zu rächen?“


Diese Fragen stellen sich auch die Zuschauer im Theater im Schokohof in Berlin, wo die „Offene Zweierbeziehung“ in der Regie von Daniel Kersten heute Abend zum letzten Mal gezeigt wird. In einem im Ambiente der 70er Jahre gehaltenen Wohnzimmer sitzt der von Christian Mark gespielte Buchhalter als moderner Mann hinter seiner FAZ und ist sich zunächst der Macht bewusst, die er gerade seine von Maja Eisenhans gespielte Frau ausübt. Am Rande stehen zwei Einkaufstaschen aus denen beide Mimen im Laufe des knapp zweistünden nie langweiligen Theaterabends ihre Requisiten entnehmen. Mal ist eine Packung Taschentücher, mal eine Dose Gurken, die die wütende Antonio über den Gatten auskippt.


Nichts an Aktualität veroren

Bei der Aufführung wird deutlich, dass das Stück seit den 70er Jahren nichts an seiner Aktualität verloren hat. Der liberale Mann, der von der vielbeschworenen sexuellen Revolution profitiert, das Ende des Patriarchats aufruft, die Frau aber weiterund vielleicht noch subtiler unterdrückt, ist ja durchaus nicht ausgestorben. Der Vorwurf der Prüderie und der Hysterie, den der moderne Mann an Antonia richtet, die sich an die von ihm ausgerufene Offene Zweierbeziehung nicht so schnell gewöhnen mag, trifft wohl manche Frau besonders schwer.

Emanzipationsprozess

Die Wandlung, die Antonio in dem Stück durchmacht wird von Maja Eisenhans sehr gut verkörpert wird, ist ein kompletter Emanzipationsprozess. Der beginnt bezeichnenderweise damit, dass Antonia ihrem Hausfrauendasein adieu sagte und in die Arbeitswelt ging. Eine Erinnerung daran, dass Lohnarbeit durchaus auch eine emanzipatorische Seite hatte, die von der Arbeiter- und großen Teilen der Frauenbewegung lange Zeit stark gemacht worden und heute, in Zeiten von Flexibilität und Leiharbeit, fast ganz in Vergessenheit geraten ist. In der letzten halben Stunde erleben wir die Verwandlung des modernen liberalen Mann ineinen Patriarchen alter Schule, der von Eifersucht gepackt Antonio würgt, einen Vergewaltigungsversuch unternahm und am Ende fast doch noch triumphiert. Denn der akwkritische Professor mit Rockambitionen, den Antonio kennengelernt hat, ist vielleicht nur ein Phantom. Doch dann klingelt es an der Wohnungstür und der Mann erstarrt. Steht das Phantom dort oder ist es nur der Pizzabote? Mit dieser Frage entlässt das Stück die Zuschauer in den Abend. Damit hat Kersten eine gelungene Aktualisierung hingelegt. Denn bei Fo stürzt sich der Mann am Ende mit dem Föhn in der Hand den Tod. Das Erstarren nach der Klingel aber trägt viel besser zur Entlarvung des gar nicht so modernen Mannes bei. Kurzentschlossenen im Umkreis von Berlin ist ein Theaterbesuch heute Abend empfohlen. Das Stück wird auch noch auf anderen Bühnen gezeigt. Darüber informiert www.danielkersten.de.

Peter Nowak

Das Theater im Schokohof (www.tisch2009.de/ ) befindet sich in Berlin-Mitte. Ackerstraße 169, Das Stück beginnt um 20 Uhr

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