poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

20.04.2011 | 21:49

Den Kampf aufgenommen?

Ich wohne in der Nähe einer Art freikirchlicher Kirchengmeinde.

Heute nach Feierabend ging ich an der Glasvitrine dieser Gemeinde vorbei.

In ihr  ist oft selbstgebastelte Werbung für den Glauben enthalten.

Am Wochenende hatte ich mir aufgund einer Begebenheit, die ich hier nicht beschreiben möchte, die  Boulevardsendung "exklusiv " auf RTL angesehen. 

Darin gab es auch eine Passage über etwas, dass mir von einer mitsehenden Fernsehzuschauerin als alter Hut beschrieben wurde, nämlich dass Mode und Religion die gleichen Regionen im menschlichen Gehirn ansprechen und aktivieren sollen.

Dazu wurden Modeschöpfer befragt und es lohnt sich eigentlich nicht viel näher auf den kurzweiligen Zeitvertreib vor der Glotze vom Wochenende  einzugehen.

Der Bogen zu heute abend  und zur Werbung der Kirchengemeinde spannt sich derart, dass in der Glasvitrine eine selbstgemachte Collage enthalten ist.

Darauf waren fotografierte Personen in solcher  Kleidung ausgeschnitten, die Christen wohl für Mode halten mögen und dazu der Text:

"Moden kommen und gehen.  Gottes Zusage bleibt"

Nachdem ich mir das im Vorrübergehen angesehen hatte, wollte ich das eigentlich wie gewöhnlich vergessen.

Ich hatte mich aber darüber gewundert , wie die , die mit ihrem Glauben werben , ausgerechnet auf Mode kommen.

Ob das Zufall war?

Oder gucken meine  christlichen Nachbarn auch manchmal RTL?

Haben die Christen den Kampf gegen die konkurrierende Mode bei der Aktivierung der eigentlich für die Religion zuständigen Gehirnzellen aufgenommen?

Ein Journalist der aus so einem Stoff eine kleine Meldung schreiben wollte, würde wohl zu dieser Gemeinde gehen und die Leute interviewen, wie sie es gemeint haben, aber als Blogger habe ich mir vorgenommen mit diesem kleinen Text die Geschichte auf sich beruhen zu lassen.  

 

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 21:57
Lieber Por,

interessante Beobachtung. Ich habe aber ein Detail nicht verstanden, und zwar: "Ich wohne in der Nähe einer Art freikirchlicher Kirchengmeinde." Was ist freikirliche Kirchengemeinde?
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:08
Liebe Lara,

danke für den Hinweis. Ich habe den Satz geändert:

"Ich wohne in der Nähe einer freikirchlichen Kirchengemeinde."

Eine freikirchliche Gemeinde ist eine Kichengemeinde, die nicht evangelisch oder katholisch ist, aber wohl doch eher den Evangelischen nähersteht und in der der Glauben an Gott und an Jesus oft recht intensiv und extensiv ausgelebt wird.

Vielleicht sagt Dir der Name "Jesus-People" etwas.

Bei freikirchlichen Gemeinden dreht sich sehr viel um Jesus , der sozusagen in eine zentrale Rolle bei ihnen spielt , weil Jesus von den Freikrchlichen als der eigentliche Türöffner für eine Beziehung zu Gott angesehen wird.

Bei freikirchlichen dreht sich nach meiner Erfahrung alles um Jesus. Der Slogan " Jesus liebt Dich" ist sehr eng mit den Freikrchlichen verbunden.

Herzliche Grüße

por
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:17
Mitglieder freikirchlicher Gemeinden feiern ungerne, tragen über Generationen weiter, was Mama und Papa ihnen einbläuen und bekommen jung viele Kinder im Namen Jesu.
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:30
@re:de:pub

So sehe ich das auch! Danke.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:31
Hm... weißt Du, ich habe beim Lesen Deines Blogs nicht an Mode im eigentlichen Sinn gedacht (also Bekleidung und so Ähnliches), sondern an was Anderes. In Russland wurde Religion ca. 70 Jahre lang verboten und verfolgt... und als dann die Perestroika kam, sind so wahnsinnig viele Menschen in Richtung Religion gelaufen... und die Intellektuelle, für die diese Massenhysterie natürlich zu blöd ist, schimpfen an jeder Ecke, dass die Religion, die mal früher in Russland als Mysterium betrachtet wurde, bloß zu Mode geworden ist. Zwischen den wahren Gläubigen in Russland gibt es auch Intelligente... wobei sie Religion viel kreativer und viel eigenartiger wahrnehmen als es in Abendländer getan wird... und so ein Satz "Moden kommen und gehen. Gottes Zusage bleibt" wäre ganz in ihrem Sinn, wenn man die Massenreligion als Mode betrachtet und den wahren Gott eben als Mysterium, das in jedem Fall bleibt... ich glaube zu erinnern, ich habe so ähnliche Sätze sogar öfters in Russland gehört/gelesen... :)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:33
War eine Antwort an Por...
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:35
@Lara

Danke für Deinen Kommentar. Das ist eine interessante Sicht. Das ist durchaus möglich, dass das so von denen gemeint war. Vielleicht sollte ich doch mal hingehen und nachfragen? ;)

Herzliche Grüße

por
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:42
Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit... aber Du musst Dich dann darauf gefasst machen, dass sie es versuchen werden, Dich voll zu plaudern... also einfach nur tapfer bleiben, aber keine Hinweise, dass wir nicht vom Gott, sondern von Affen stammen, das würde die Diskussion ins Unendliche führen... ;)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:54
Tapfer bleiben? Ich würde Grenzen setzen und Schluss.
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:57
@Lara

Danke für die Warnung. ;)
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:57
@re:de:pub

Ich schwanke ;)

por
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:58
Warst zu lang im Pub? ;)
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 23:00
@re;de:pub

:) So war´mit dem Schwanken ja nicht gemeint :)

Hi,hi,hi :) ha,ha.ha

por
luggi schrieb am 20.04.2011 um 22:32
@ Lara
Freikirchen wollen sich ihren Anteil am religiösen Kuchen sichern. Zu ihrem Nachteil treibt der Staat noch keine Kirchensteuer ein ... oder doch? Vielleicht auch eine israelitische Glaubensgemeinschaft? Uns sonst so unbekannte Verknüpfungen. Letztlich regiert Geld die Welt und die materielle Seite der Religionen. Da ist mein Glaube ziemlich fest. *

* ich habe nichts gegen Religiosität ... aber die Manifestierung zur Institution ... hatte Auswirkungen auf die Ausprägung wichtiger Seiten des Stalinismus.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 20.04.2011 um 22:36
"aber die Manifestierung zur Institution ... hatte Auswirkungen auf die Ausprägung wichtiger Seiten des Stalinismus"

Aha... kannst Du mir diesen Gedanken bitte näher erklären?
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:39
@luggi

Habe gecheckt, dass Lara gemeint war, finde Deinen Kommentar mit dem Geld aber gar nicht so weltfremd.

Könnte mir durchaus vorstellen, dass bei aller Liebe zu Jesus, dass liebe Geld auch bei den Freikirchlichen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Das würde sich jedenfalls sehr mit meiner durchaus überschaubaren, wenn auch icht ganz kleinen Lebenserfahrung decken.;)

LG

por
luggi schrieb am 20.04.2011 um 22:53
@ Lara
versuche ich
1. Josef Dschugashwili war geprägt durch seine Zeit als Jesuitenschüler; und das hat er später umgesetzt in den Führungsprinzipien der Partei.
2. Castro war auch Jesuitenschüler.
3. im Prinzip hatten viele Pamphlete und Redebeiträge des Stalinismus den gleichen Aufbau wie eine Morgenandacht etc.: In den Schriften steht geschrieben ... und dann ging die Rabulistik los. Es gab aber auch fundierte Artikel, Bücher usw..
4. *
5. *

* Bitte selbst ausfüllen und ergänzen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 21.04.2011 um 00:24
@Luggi

Ja, das ist schon klar. Die in Russland proklamierten kommunistischen Prinzipien basieren sich auf den Thesen der frühen Phase des Christentums. Was aber damals keinem da bewusst wurde. Mich hat aber gewundert, dass Du die Manifestierung der Kirche zur Institution in Verbindung mit Stalinismus bringst...
Melanie D schrieb am 20.04.2011 um 22:48
Das erinnert mich stark an meinen Kommunionsunterricht, da durften wir ebenso ein Poster gestalten. Religiöse Werte als innere Basis, nicht Wandelbar immer Konstant, im Gegensatz zu den äußeren Bedingungen (Mode, Alter, etc.) Steht wenn ich mich recht erinnere im Bezug auf das Häuser Gleichnis, ein Haus auf Fels gebaut und ein Haus auf Sand, das auf Sand gebaute wird erst unter- dann weggespült, das auf Fels bleibt stehen.
poor on ruhr schrieb am 20.04.2011 um 22:51
@Melanie D

Danke für den Kommentar Kann wirklich sein, dass es doch anders gemeint war. Bin mir gar nicht mehr so sicher, dass meine christlichen Nachbarn auf RTL reagiert haben. ;)

Herzliche Grüße

por
Melanie D schrieb am 20.04.2011 um 23:13
@por

Obwohl, lustig wäre die Vorstellung schon.

Die Mitglieder der Ortsansässigen Freikirche in eine Diskussion über RTL Inhalte vertieft :. "Also ich habe das gehört von.... " "Ja, hab ich auch. Ich glaube ... hat es mir erzählt." (RTL sieht sich ja niemand an)
archinaut schrieb am 20.04.2011 um 23:14
Lieber por,

die Welt ist voller Rätsel....
werden wir sie jemals lösen?

Wenn die Zeiten härter werden,
kommt das Beten vielleicht wieder in Mode?

Danke
sagt archie
poor on ruhr schrieb am 22.04.2011 um 14:15
@archie

Damit muss man immer rechnen! Habe ich auch nichts dagegen solange deswegen das Denken nicht abgeschafft wird, womit ich nicht sagen wollten , dass religiöse Menschen nicht denken.

Herzliche Grüße

por
Streifzug schrieb am 21.04.2011 um 10:51
Hallo por,
"... dass Mode und Religion die gleichen Regionen im menschlichen Gehirn ansprechen und aktivieren sollen."
Mode und Religion sind das Ergebnis von Fehl(ver)schaltungen des Gehirns aufgrund seiner zusammengefrickelten Struktur. Bei der nächsten Ausgabe, Gehirn 2.0, ist der Fehler weitgehend behoben.
poor on ruhr schrieb am 22.04.2011 um 14:19
Hi Streifzug,

kann sein.

Manchmal frage ich mich aber auch, ob es sich mit einer Fehlschaltung im Gehirn vielleicht nicht besser lebt. ;)

Über einen Antwort, dass ich mir deswegen keine Sorgen machen müsse, würde ich mich nicht freuen, womit ich nicht sagen wollte, dass Du mir so einen Antwort geben würdest. :)

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr
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