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In meiner kleinen Wohnung gibt es einen Stuhl. Auf den lege ich jeden Abend, wenn ich schlafen gehe, meine Sachen . Am anderen Morgen ziehe ich meine Hose wieder an.
Mit zunehmenden Alter bemerke ich dann den Verlust von Dingen aus den Hosentaschen meiner Jeans. Manchmal bin ich ganz verzweifelt, wenn wichtige Dinge fehlen. Diese Woche ist meine Monatskarte verschwunden. Entgegen meiner Hysterie bei solchen Verlusten in den letzten Monaten, habe ich es gelassen genommen. Hat es einen Zweck, sich gegen das Unvermeidliche zu stemmen? Sicher ist meine Einsamkeit hausgemacht. Ich war immer der Außenseiter. Wenn die Dinge anfangen zu verschwinden, macht dies jedoch Angst. Es gibt nicht nur ein schwarzes Loch auf dem Stuhl in meiner kleinen Bude, auch in meinem Kopf ist ein schwarzes Loch entstanden, in dem alle anderen Möglichkeiten, wo die vermissten Dinge verloren gegangen sein könnten, verschwinden. Da ist dann nur noch meine Bude und ein schwarzes Loch mitten in ihr.
Wenn ich dann malochen gehen muß, weil meine Spätschicht anfängt, gehe ich auch durch ein schwarzes Loch in relativ dunkle Räume. Da fahre ich ein. Dort mache ich den Dreck weg und noch ganz viele andere Arbeiten. Ich bin sehr froh überhaupt eine Arbeit zu haben. Bei den körperlichen Arbeiten während meiner Schicht denke ich auch öfters an die Community und die Blogs und Kommentare, die ich gelesen habe. Fast immer macht mir das eine gute Laune. In dem untersten Bereich dieser Welt aus Beton und rollenden Maschinen, in der ich arbeite, ensteht dann in meinem Kopf eine Weite und ein Horizont. Dann fühle ich mich zum Beipiel mit magda aus Berlin und bildungswirt aus Frankfurt oder mit titta, die ich irgendwo in Ostwestfalen vermute, verbunden. Auch der achinaut aus Quedlinburg / Berlin oder Wolfram Heinrich aus Castellabate haben auf diese Weise mit ihren Blogs mein Herz erobert. Natürlich ist mir dabei klar, dass diese Menschen aus der Community etwas ganz Anderes tun und ihre Gedanken Lichtjahre von mir enfernt sind, aber das nicht wichtig! Wir sind eine Community!
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"Wir sind eine Community!" - ja, finde ich auch.
Aber Lichtjahre entfernt fühle ich mich nicht von Dir. Ich kann mir Dein Leben - ohne billigen Trost hier abzulassen - durchaus gut vorstellen. Einsamkeit ist immer so eine Sache. Manche ertränken sie in Alkohol, daran kann ich mich noch erinnern von mir selbst. Ich hatte zu DDR-Zeiten mal so eine Phase. Also - aus der Ferne ein Gruß: (Ist manchmal ganz gut so aus dem Abstand) - Nicht unterkriegen lassen. Internet ist doch segensreich in solchen Sachen. Man muss nur auf die Richtigen treffen. :-)) |
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Liebe Magda,
ich habe mich über Deinen netten Kommentar total gefreut. Ich kann Dir einfach nur danken! por |
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"Wir sind eine Community!" - ja, finde ich auch.
Kann mich dem nur anschließen. Ja und Einsamkeit ist ein Thema. Eines, für das sich Menschen mit am meisten schämen. Ich finde es gut, daß einer in meiner Heimat an mich denkt und es ihm dabei besser geht. Was gibt es schöneres. (Auch wenn die meisten hier noch so politisch tun.) Ich hab heute wieder starke Kopfschmerzen (Wetterwechsel), die mir den Tag ziemlich vergrätzen. Da tut so ein Blog, so eine Nachricht, richtig gut. Liebe Grüße Titta |
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Liebe Titta,
vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Ich freue mich sehr darüber und wünsche Dir natürlich Gute Besserung für Deine starken Kopfschmerzen. Ich hoffe das Du gute Tabletten gegen hast, denn die würden sich dann vieleicht prima mit meinen Wünschen, dass sie sich in Luft auflösen mögen ergänzen! :O) Klar kommunizieren wir hier überwiegend politisch, aber ich bin so politisiert, dass das für mich auch immer eine private Dimension hat. por |
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Hallo Poor,
schreib ein Buch mit Kurzgeschichten. Deine haben einen ganz eigene Stimmung. Veröffentlichen ist heutzutage nicht mehr schwer. Schau mal bei Lulu rein. Eine interessante Alternative wäre es, wenn derFreitag eine Edition mit Kurzgeschichten aus der Community starten würde. |
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schrieb am
16.09.2009 um 20:14
Ein sehr schöner und wahrer Hinweis.
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Rainer, du lektorierst die Edition. Dann wird es auch was.
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Lieber streifzug,
das ist ein sehr netter Kommentar und hat mich sehr gefreut. Vielen Dank dafür. por |
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Hallo Poor on the Ruhr, ich habe eine Lösung für deine Einsamkeit, kommt allerdings aus der XING Community - Bochum und Ruhrgebiet. Wir treffen uns, vom Thyssen Manager bis zum Hundetherapheutin, egal, im Revier, fahren gerne Rad, spielen Crossgolf wobei die Schläger gestellt werden, gehen zu Lesungen nach Zeche Karl, gehen ins Kino, und bei uns wird keiner/e ausgegrenzt, das ehemalige Ruhrgebietsgefühl, was heute nicht immer klappt, Marcel
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schrieb am
16.09.2009 um 20:16
Ruhr ist klasse. Support aus Westfalen!
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Hach, ihr Glücklichen.
Und ich hock hier zwischen den geborenen Miesepetern. |
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"Wir treffen uns, vom Thyssen Manager bis zum Hundetherapheutin"
Echt? Findet man das noch im Ruhrgebiet, dieses Miteinander-Umgehen ohne Berührungsängste, von der Führungskraft bis zum Malocher? |
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He PoR,
so ein schwarzes Loch ist schlimm, weil man oft nur ganz schwer wieder herauskommt, wenn man da hineingefallen ist. Und Spätschicht ist auch nicht gerade zuträglich. Aber zum Glück hast Du ja wirklich die Freitags-Community, die offensichtlich ernsthaft Anteil nimmt. Und Lichtjahre sind die Gedanken der anderen Communarden (darf man das heute noch schreiben?) ja nun wirklich nicht von den Deinen entfernt (irgendwie kommt es mir so vor, als ob Du eine Neigung zu astronomischen Vergleichen hättest)! Und sei bloß nicht traurig wegen der anderen schwarzen Löcher, hinter deren Ereignishorizont Monatskarten und andere Dinge verschwinden. Das kommt bei Männern um die Fünfzig nun mal so vor (sage ich aus Erfahrung). Und in einem anderen Universum gibt es ja so weiße Löcher, wo die Sachen dann wieder herauskommen. Und wenn auch der eine oder andere Gedanke von so schwarzen Löchern aufgesaugt wird, wird er doch auch an anderer Stelle wieder ausgespien. Das Problem teilen Männer um die Fünfzig übrigens mit Frauen um die Dreißig, und vor allem mit Jugendlichen jeglichen Geschlechts - die Altersdemenz und Alzheimer werden zwar fleißig erforscht, nur hat sich noch niemand ernstlich mit dem Phänomen der Jugenddemenz beschäftigt; was vielleicht daran liegt, daß es in unserem Land viel weniger Jugendliche gibt als Alte. Ich hoffe, daß Dir das ein Trost ist. Herzlich, I.D.A. Liszt |
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Hallo poor on ruhr,
I:D.A. Liszt ist wieder zurück und kommentiert gleich bei dir - so zeigt sich die Community von ihrer sensiblen Seite. Auch Magdas und Tittas aufmunternde Worte kann ich nur unterstreichen (selten, dass ich mal mit Magda so einer Meinung bin). Schreib, schreib, schreib dich frei - beobachte scharf, suche nach den treffenden Worten, experimentiere in den verschiedenen Textsorten. Es geht um dein SELBST und dann um die Welt. Nur die Welt retten wollen, ohne das eigene Selbst zu verändern, ist zum Scheitern verurteilt; auf eine blutige Geschichte, auch in dieser Richtung, können wir zurückblicken. Lies abgedrehte Sachen - philosophisch, futoristisch, spirituell - abseits der ausgelatschten Wege. Aber auch ein paar Felsen wie Nietzsche, Schopenhhauer oder ganz anders Bloch, Freud. Was du nicht verstehst, einfach weiterlesen, schauen, ob dir der Bogen noch klar ist. Nach einigen Monaten noch einmal, auch mit Recherchen usw. Notiere unmittelbar deine Assoziationen, immer ein Notizbuch mit .... In jeden von uns steckt ein Künstler (das betont Blogger Streifzug in Anlehnung an Beuys gern), leider oft genug tief eingepanzert. Aufsprengung muss da her - schreiben ist ein Mittel ... "Prinzip Hoffnung" gilt, auch wenn man es manchmal nicht sieht. Gruß BW |
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die Stimmungslage Einsamkeit lässt das Gehör sensibel werden, so wie am Lagerfeuer, ringsum läuft das Wort, jeder einzeln, und doch alle gleich vor der tiefen Nacht
Herzliche Grüsse in die Schwarzen Löcher sendet nemo |
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"...vielleicht kannst Du Herrn Westerwelle mal eine Nacht auf den Stuhl setzen?"
Keine schlechte Idee, wenn er dann wirklich verschwunden ist. Obwohl ich Westerwelle leichter ertrage, seitdem ich das gesehen habe: derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/09/frankenstein-als-sympathietrager.html Viele Grüße Wolfram Heinrich |
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Vielen Dank für die netten warmherzigen Kommentare, über die ich mich sehr gefreut habe. Das hat mir wirklich sehr berührt.
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Ich hatte auch daran gedacht den Westerwelle oder einen von diesen Typern auf den Stuhl zu setzen, es dann aber wieder verworfen, weil mir schwant, dass man ihn so einfach nicht los wird. Westerwelle macht mit seiner Partei Politikangebote und ich kann es kaum fassen, dass es eine Nachfrage dafür gibt, aber es ist so. Oft sind das auch die Protestwähler der Konservativen , die mit der CDU unzufrieden sind und es denen "die auf unsere Kosten leben" mal so richtig zeigen wollen. Sie begreifen gar nicht , wie schnell sie sich heute in einer ähnlichen Situation wiederfinden können. Westerwelle sollte politisch bekämpft werden. Viel schöner noch als die Vorstellung auf dem Stuhl mit dem schwarzen Loch wäre es für mich, eines Tages sein Gesicht bei einer Bundestagswahl zu sehen, wenn die FDP mit 4,9% abgeschnitten hat.
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In Ruhrgebiet könnte ich mir solche Kreise , wo man sich vom Thyssenmanager bis zur Hundetherapeutin trifft durchaus noch vorstellen. Ich werde dem Hinweis sicher auch mal nachgehen. Nochmals danke dafür! Ich habe aber auch schon wirklich viel versucht. Über die Reaktionen auf den Blog habe ich mich sehr gefreut. Ich habe auch so viel Vertrauen in die Community, dass man es mir auch mitteilen würde , wenn es nur als reines Ausheulen angekommen wäre, weil das meine Befürchtung war. Es freut mich aber, dass es offensichtlich nicht so angekommen ist. Ich möchte wirklich einfach nur ein bißchen erzählen. Was Veröffentlichungen anbetrifft, würde ich es kaum wagen, an so etwas zu denken. Ich habe aber schon einmal gedacht, micht bei einem Kreativschreibkurs bei der VHS anzumelden, hatte aber Bedenken, dass es dafür nicht reicht. Die Reaktionen aus der Community machen mir Mut meinen Mut in diese Richtung mal zu sammeln und es einfach mal zu versuchen.
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"Es reicht" - ausprobieren, aber immer auch den Eigensinn aufleben lassen.Originale sind gefragt, keine Kopien.
Gruß BW |
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Lieber Bildungswirt,
ich danke Dir für Deinen Kommentar, der mich sehr berührt hat. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe,Deinen Tips nachzukommen, aber werde es versuchen. por |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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