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Kultur : "Nichts ist in Ordnung im Mittelmeer"

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"Die Titanic war noch in Ordnung als sie Belfast verließ."

(Nordirisches Sprichwort)


"Nichts ist in Ordnung in Afghanistan."

(Margot Käßmann)

Mögliche Transformation des Käßmann-Spruches in:

"Nichts ist in Ordnung im Mittelmeer."

(Frei nach Margort Käßmann)

Jeder kennt die Titanic, die ein großer Passsagierdampfer war, der am 15 April 1912 also genau vor 100 Jaren etwa 200 km von Neufundland entfernt im Atantik versunken ist, nachdem sie mit einem Eisberg kollidiert war.

Die Titanic gilt als ein Symbol dafür, dass das Werk von Menschenhand niemals vollkommen ist. Sie ist gesunken obwohl sie als unsinkbar galt.

Die Titanic-Katastrophe hat viel in puncto Sicherheitstechnik bei Passagierschiffen in Schwung gebracht.

Die Titanic hatte drei Schiffsklassen. Die erste Klasse war die Luxusklasse in der die Reichen mitgefahren sind.

Dann gab es die zweite Klasse die nicht ganz so konfortabel wie die erste Klasse war aber eben doch noch vielk konfortabler als die dritte Schiffsklasse , das sogenannte Zwischendeck für die armen Auswanderer, die aber eben in ihrer großen Anzahl der White-Star-Reederei das Geld für die Kostendeckung brachten. Die Erlöse aus erster und zweiter Klasse waren dann sozusagen der Gewinn der Reederei.

Pi mal Daumen haben ca. ein Drittel der Passagiere überlebt.

Viel mehr Reiche aus der ersten Schiffsklasse haben prozentual überlebt als die eher armen Auswanderer aus der dritten Schiffsklasse.

Die Titanic-Katastrophengeschichte ist lang. Viele Generationen weltweit haben sich im immer größer werden Abstand der Jahre an diese Katastrophe erinnert.

Ich habe mich auch antizyklisch für die Titanic-Katastrohe intressiert, was heißen soll, dass ich diesbezüglichen Titanic-Bücher gelesen habe wenn das Thema gerade nicht so hype war.

Als Kind der Arbeiterklasse habe ich es immer ungerecht empfunden , dass viel mehr Leute aus der dritten Schiffsklasse ertrunken sind als Menschen aus der ersten Schiffsklasse, was natürlich nicht heißen soll , dass ich den Reichen aus der ersten Schiffsklasse den Tod gewünscht hätte.

Die aus der dritten Schiffsklasse hatten eben doch die viel weiteren Wege durch das ganze Schiff, um sich zu retten zu können.

Ob die Menschen aus der ersten Schiffsklasse bei der Besetzung der Rettungsboote durch die Mannschaft bevorzugt behandelt worden sind , weiss ich nicht mehr.

Fakt ist aber, dass viel mehr arme als reiche Titanic-Passagiere bei der Katastrophe ertrunken sind.

Mich würde interessieren , wann in der Geschichte der Titanic-Katastrophe dieses Gerechtigkeitsempfinden der Massen dafür aufgetaucht ist, dass viel mehr Arme als Reiche ertrunken sind.

Ich gaube nachdem was ich darüber gelesen und gesehen habe , dass es schon nach der Katastrophe war als die Zeitungen in England und New York 1912 darüber berichtet haben.

Die Arbeiter und die Armen waren sich damals vielleicht noch mehr ihrer sozialen Klasse bewußt als sie es heute sind, vermute ich.

Generell finde ich Gedenken für Menschen die bei der Titanic -Katastrophe ums Leben gekommen sind auch sehr gut.

-Nur was ist mit den armen Menschen die von Afrika durch das Mittelmeer zu uns wollen?

Da haben wir Europäer das Mittelmeer als einen tödlichen "Schutzwall" im Süden unseres Kontinents.

Wir lassen es zu , dass dort Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr Menschen ertrinken , die für sich auch nur ein besseres Auskommen suchen, wie es einst die armen Auswanderer auf der Titanic taten, die eine bessere wirtschaftliche Zukuinft in Amerika suchten.

Den Titanic-Auswanderern der dritten Klasse wird gedacht, was ich gut finde.

Die gegenwärtigen schwarzen Menschen die jede Woche als Namenlose im Mittelmeer elendig ertrinken sind unserem Gedächnis entschwunden.

"Nicht ist in Ordnung im Mittelmeer"

(Frei nach Margot Käßmann)

Wikipedia-Link zur Titanic:

de.wikipedia.org/wiki/RMS_Titanic

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.