poor on ruhr

Mehr Panda als Bär

09.12.2011 | 21:56

Verräterische Sprache

Kannst Du Dich noch an die Sprüche und Albernheiten der Kinheit erinnern?

Manches war so herrlich albern ,manches kommt einem aber im Alter, wenn man irgendwie anders denkt, unheimlich vor.

Diese Sprache der Männer vom Handwerk aus den 60ern und 70ern?

Kannst Du Dich noch an Sie erinnern?

-Aus einer Zeit als Frauen zum Beispiel in den Bauberufen in Westdeutschland irgendwie einfach  noch nicht vorkamen?

Das mitden fehlenden Frauen war natürlich nicht gut oder gar besser als heute,- es war nur einfach so.

Diese Sprüche über  die Du als Kind gelacht hast und über die Du  nicht weiter nachgedacht hast?

Einige von diesen Sprüchen habe ich schon lange nicht mehr gehört und das ist wohl auch gut so.

Die Sprüchekamen so harmlos daher und vielleicht waren sie das auch oder etwa doch nicht?

" Ich bin kaputt wie 1000 Russen ", war so ein Spruch aus dem westdeutschen Artbeitermillieu in dieser Zeit.

Das Kind denkt nur soweit, dass es es lustig findet, dass sich das Kaputtsein multiplizieren kann und das 1000 Russen wohl besonders stark kaputt sein müssen.

Warum es gerade Russen sind,die so kaputt sind, interessiert das Kind einen Dreck. 

Hauptsächlich es hat mal richtig abgelacht , was ja für ein Kind auch eher ein Zeichen psychischer Gesundheit ist!

Im  Alter kommen dann die Zweifel und die Geschichtskenntnisse hoch.

Nein, man hat sie nicht gut behandelt, die russischen Kriegsgefangenen im zweiten Weltkrieg in Deutschland!!!

Das Gewalt- und Mordsystem der Nazis hat sie millionenfach durch Arbeit und erpresserische sogenannte Strafen auch für geringste sogenannte Vergehen vernichtet!!!

Sie müssen damals ganz schön kaputt gewesen sein ,nach 14 odermehr Stunden Arbeit jeden Tag und völig unzureichender Ernährung und Bekleidung.

Der Erwachsene ist misstrauisch und fragt sich ob dieser Spruch etwas mit den Kriegsgefangenenlagern zu tun  gehabt haben könnte?

Dier Abstand zum zweiten Weltkrieg war damals noch nicht so groß!  

Ob in so einem Spruch der zynische, menschenverachtende Nazihumor solchen Verbrechen und Massenmorden eine sogenannte "heitere" Seite abzugewinnen, versteckt sein könnte?

Schien da in den 60-ern und in den 70-ern der Bundesrepublik Deutschland noch etwas in der Sprache durch, von dem nach dem Krieg keiner in der BRD etwas gewusst haben wollte?

Der Erwachsene ist besorgt und wenn ihm dieser Spruch  nun unheimlich wird, will er an dieser Stelle gar nicht mehr weiterdenken.

Na ja, ich habe den Spruch gottseidank schon lange nicht mehr gehört.

Aber das ist kein Grund aufzuatmen.

Auch dieser Spruch vom sogenannten "inneren Schweinehund" der "überwunden werden soll"   kommt heute in der deutschen Alltagssprache noch immer ganz oft vor. (z.B. Werbung um mehr Sportzu machen)

Und beim"inneren Schweinehund" ist die Linie zu den Nazis nachweisbar.

Das war etwas, was "herrlich" in die Nazi-Didaktik passte und was die Nazis wohl wirklich oft verwendet haben,um beim Volk für unbeliebte Maßnahmen zu werben! 

Vieles ist eben nicht ganz so unschuldig wie es klingt.     

      

         

 
Kommentieren Senden Bookmarken Drucken
Kommentare (gesperrt)
Ismene schrieb am 09.12.2011 um 22:04
Stimmt!

In der Sprache haben noch so einige Sprüche überdauert, während andere Begriffe nicht mehr verwendet werden dürfen. Manchmal hilft ausmisten und versuchen, die Definitionshoheit zuzurückzuerlangen.

Danke für die Anregung!
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:16
@Ismene

Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Es geht davbei wirklich auch um so eine Art Bewusstsein für solche Dinge.
Vom "inneren Schweinehund" habe ich früher auch manchmal gesprochen und dabei gemeint, mich toll auszudrücken.
Dabei ist der "innere Schweinehund" im beschriebenen einfach nur daneben.
goedzak schrieb am 09.12.2011 um 22:14
"Was nicht passt, wird passend gemacht!"

"Wir bauen nicht für die Raumfahrt!"

"Dreimal abgeschnitten - und immer noch zu kurz!"

...
kay.kloetzer schrieb am 09.12.2011 um 22:20
Hier gehört es hin:
"Wer feiern kann, kann auch arbeiten."
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 00:08
Anbiete Folgendes:
"Das haut den stärksten Neger um."
"Er friert wie ein nackter Schullehrer."

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 00:38
@Wolfram Heinrich
Anbiete Folgendes:

Ich tu mal
"Er freut sich wie zehn nackte Neger"
dazu.
Hör ich hier in der Gegend zuweilen immer noch, seltener als früher.

saludos,
Q.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:18
@goedzak

"Solange das Deutsche Reich besteht, wird die Schraube rechts gedreht"

(aus meiner Zeit in der Schlosserlehre. da gab es die BRD immerhin schon ein paar Jahrzehnte)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:22
@kay,kloetzer

In Deutschland auch außerhalb des rechten Millieus :

" Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!"

später bei Arbeitern mit Humor umgedreht in

" Wer schon nicht arbeitet, soll wenigstens gut essen!" ;)

, wobei ich natürlich eindeutig dem Letzteren zustimme. :)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:28
@Wolfram Heinrich

Wenn ein Arbeiter einem anderen droht, ihn gleich zu verprügeln:

"Wo willst Du denn den Wagon Neger hernehmen?"

Ist so gemeint, dass er ganz viele schwarze Menschen bräuchte, die seinem Kontrahenten helfen müssten , ihn zu besiegen.

Ist in seinem Kern natürlich nicht lustig. Die schwarzen Männer werden dabei auf Körperkraft und Gewalttätigkeit reduziert.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:28
@Don Quijote

Danke, kannte ich noch nicht.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 10:38
@poor on ruhr
Ist in seinem Kern natürlich nicht lustig. Die schwarzen Männer werden dabei auf Körperkraft und Gewalttätigkeit reduziert.

Und der Neger schnackselt auch sehr gerne, wie uns Frau Mariae Taxis aus Regensburg einst lehrte.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 10:57
@Don Quijote
"Er freut sich wie zehn nackte Neger"

Ich kenne das als "Er ist stolz wie ein nackter Neger."
Heißt: Er hat nichts Ordentliches anzuziehen, aber er bildet sich ein, der Größte zu sein.
Dabei heißt es im Lied:
A jeder Kongoneger
Hat an Hosnträger
Aber unseroana der hat nix.

Ja, der Neger. Manchmal hab ich den Eindruck, der ist auch nicht mehr so schwarz wie früher.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:04
@Wolöfram Heinrich

Schnackseln?

Was bedeutet das denn?
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:06
@Wolfram Heinrich
Die Sprache ist lebendig und verändert sich ständig.

Ist schon gut,
dass man heute nicht mehr " Neger" sagen tut.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:33
@poor on ruhr
@Wolöfram Heinrich

Diese Saubande von Namensfrevlern läßt sich doch immer was Neues einfallen. Neulich war Woilfram, Wolöfram ist neu.

Schnackseln?
Was bedeutet das denn?


Gamsen, Pudern, Poppen, Bumsen, Ficken etc. pp. Das halt, was der Kongoneger den ganzen Tag lang tut.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:34
@poor on ruhr
Die Sprache ist lebendig und verändert sich ständig.
Ist schon gut, dass man heute nicht mehr " Neger" sagen tut.


Ich schon. Ich bin ein militanter Neger- und Zigeunersager. Weil? Weil sich in diesem Punkt die Sprache eben nicht (spontan) verändert hat, sondern weil Sprachreiniger gezielt auftraten und innerhalb kurzer Zeit vordem unbefangen zu gebrauchende Wörter mit einem Verdacht belegt haben.

Ciao
Wolfram
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 20:38
Dabei heißt es im Lied:
A jeder Kongoneger
Hat an Hosnträger
Aber unseroana der hat nix.

Hallo Wolfram Heinrich

Die zweite Strophe lautet bei uns

jeder Mulitreiber
hat 'nen Kugelschreiber,
aber unsereiner der hat nix.

Wobei: der Hosnträge ist bei uns ein Bettvorleger.

Einzelheiten ändern sich. der Inhalt bleibt.

Erschreckend
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:16
@Wolfram Heinrich

"Diese Saubande von Namensfrevlern läßt sich doch immer was Neues einfallen. Neulich war Woilfram, Wolöfram ist neu."

Sorry. :(

"Gamsen, Pudern, Poppen, Bumsen, Ficken etc. pp. Das halt, was der Kongoneger den ganzen Tag lang tut."

Der letzte Satz beinhaltet aber ein Vorurteil., außerdem ist "Neger" kränkend für farbige Mitmenschen.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:08
@Ismene
Die zweite Strophe lautet bei uns

jeder Mulitreiber
hat 'nen Kugelschreiber,
aber unsereiner der hat nix.
(...)
Einzelheiten ändern sich. der Inhalt bleibt.

Erschreckend


Ach, so schlimm sehe ich das nicht. Eine andere Strophe lautet:
A jeder Bauernlackl
Hod sei Cadillacl
Aber unsaona
Der hod nix.
Heißt, da werden nach dem Motto "Reim dich oder ich freß dich" nicht zusammengehörige Begriffe zusammengeführt, um einen Nonsensvers zu erzeugen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:11
@poor on ruhr
"Gamsen, Pudern, Poppen, Bumsen, Ficken etc. pp. Das halt, was der Kongoneger den ganzen Tag lang tut."

Der letzte Satz beinhaltet aber ein Vorurteil.


Jetzt sag bloß, du hast damals den Wirbel nicht mitbekommen, als Frau Mariae Taxis (die gerne unter dem Künstlernamen Fürstin Mariae Gloria von Thurn und Taxis auftritt) Fernsehgeschichte schrieb?


außerdem ist "Neger" kränkend für farbige Mitmenschen.

Wie singt Lamont Humphrey - "And you got the fucking nerve to call me coloured"
www.dailymotion.com/video/x4t06k_tongue-forest-and-you-got-the-f-ner_music
Der Begriff "farbig" kommt also gar nicht gut rüber. Der farbige Mitmensch nimmt sich als black wahr, auf Deutsch "schwarz", auf Lateinisch "niger" -> Neger.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:26
@Wolfram Heinrich

Dankefür die schönen Verse. Ich steh drauf. ;)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:32
@Wolfram Heinrich

Deine Authentizität und Echtheit finde ich sehr ehrenwert. Man darf dasaber wirklich nicht vergessne, dass auf den schwarzen Menschen als Beleidigung wirkt, wenn der weiße Mensch ihn als "Neger" bezeichnet, selbst wenn er damit von der Intention her wirklich nicht beleidigt werden soll.

Kann man diese Fürstin wirklich ernst nehmen?

Herzliche Grüße

por
Wolfram Heinrich schrieb am 13.12.2011 um 03:37
@poor on ruhr
Man darf das aber wirklich nicht vergessen, dass auf den schwarzen Menschen als Beleidigung wirkt, wenn der weiße Mensch ihn als "Neger" bezeichnet, selbst wenn er damit von der Intention her wirklich nicht beleidigt werden soll.

Neger ist als Wort genauso neutral wie das Wort Schwarzer. Seit nunmehr fast 40 Jahren versucht man, uns einzureden, das Wort sei anstößig.

Ciao
Wolfram
Ullrich Läntzsch schrieb am 13.12.2011 um 19:07
Lieber Wolfram,

wir sind uns, denke ich einig, das Wort ist neutral, aber in dem, der es hört, kann es unterschiedliches Auslösen. Wortwahl kann herabsetzen, egal ob gewollt oder ungewollt.

Wer das nicht anerkennt, der soll sich zunächst etwas suchen, das ihm am liebsten ist, und sich dann durch den Kopf gehen lassen, welche Worte sich finden ließen, wollte jemand Dich beleidigen, aber dann sagen, aber dies ist doch kein anstößiges Wort. Oder anders gefragt, worauf willst Du hinaus?

Allerbeste
Ullrich
Wolfram Heinrich schrieb am 13.12.2011 um 19:48
@Ullrich Läntzsch
wir sind uns, denke ich einig, das Wort ist neutral, aber in dem, der es hört, kann es unterschiedliches Auslösen. Wortwahl kann herabsetzen, egal ob gewollt oder ungewollt.

Wohl wahr, Kommunikation ist immer eine komplizierte Sache zwischen Sender und Empfänger. Bei einer in der Sache hitzigen, in der Form aber sehr freundlichen Diskussion nach einer politischen Veranstaltung habe ich miterlebt, wie ein Diskutant seinem Kontrahenten bewundernd bescheinigte, er sei sehr "beschlagen", woraufhin besagter Kontrahent zornig wurde und die vordem so friedliche Diskussion fast zur Schlägerei ausartete. Der Kontrahent hatte nämlich fälschlicherweise "beschlagen" mit "behämmert" gleichgesetzt. Ich habe mich dann eingemischt und die Schlägerei verhindert.
Es ist auch klar, daß sich Wörter im Laufe der Zeit in ihrer Bedeutung verändern, aus neutralen Wörtern werden verächtliche Bezeichnung - und umgekehrt. Darauf sollte man sich einstellen. Wenn du eine junge Frau als "Dirne" bezeichnest, wirst du dir eine Watschn einfangen und es hilft dir gar nichts, wenn du erklärst, daß noch vor 250 Jahren eine Dirne eine unverheiratete junge Frau war, eine Dirne im heutigen Sinne dagegen als Metze bezeichnet wurde (Metze kennt kein Schwein mehr, das kannst du ruhig verwenden.).
Was mich beim Neger ärgert, das ist vor allem der Umstand, daß man uns urplötzlich eingeredet hat, das Wort habe einen negativen Beiklang. Was mich auch dran ärgert ist, daß wir sonst kein griffiges Wort haben. Ja, gut, Schwarzer, aber das ist auch bloß wieder ein Neger. Ansonsten? Afroamerikaner? Und wenn er aus Nigeria ist? Afroafrikaner (weil weiße Südafrikaner und braune Nordafrikaner gibt's ja auch).
Und wer weiß schon wirklich, ob ein Zigeuner jetzt ein Sinto oder ein Rom ist?
Diese zickige Wortwahl führt also direkt in den Wahnsinn.

Wer das nicht anerkennt, der soll sich zunächst etwas suchen, das ihm am liebsten ist, und sich dann durch den Kopf gehen lassen, welche Worte sich finden ließen, wollte jemand Dich beleidigen, aber dann sagen, aber dies ist doch kein anstößiges Wort.

Ich kann dich mit nahezu jedem Wort beleidigen, wenn ich es nur richtig ausspreche. Herbert Wehner konnte die absolut neutrale Anrede "Herr Dr. Kohl" so aussprechen, daß sie wie eine Beleidigung klang. Und umgekehrt. Schau dir mal an, wie sich der Vilser Josef und sein Freund beschimpfen und dabei lachen.

ab ca. 2:45 min.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:36
@Wolfram Heinrich

"Neger ist als Wort genauso neutral wie das Wort Schwarzer. Seit nunmehr fast 40 Jahren versucht man, uns einzureden, das Wort sei anstößig."

Auf dem Essener Weihnachtsmarkt kann man jedenfalls nur noch Schokoküsse kaufen "und das ist auch gut so!"
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:47
@Ulrich Läntsch

Da bin ich auch neugierig? ;)
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:49
@Wolfram Heinrich

Du legst viel in die Waagschale, aber ich bin imme rnoch nicht überzeugt, dass das Wort "Neger" als Bezeichnung für Farbige heute harmlos sein soll!

DaNKE!

LG

por
kay.kloetzer schrieb am 09.12.2011 um 22:18
Oh, das mit dem "inneren Schweinehund" wusste ich nicht. Danke für den Hinweis.
Die 1000 Russen übrigens kommen im Osten nicht besser, aber anders weg, hier hat man Durst oder auch Knast (Hunger) "wie 1000 Russen".
kay.kloetzer schrieb am 09.12.2011 um 22:18
"Wer feiern kann, kann auch arbeiten."
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 22:28
Ich kenn "Betrunken wie 1000 Russen", was ja naheliegend ist, und "Riechen wie ein russisches Freudenhaus", auch nicht erklärungsbedürftig.
kay.kloetzer schrieb am 09.12.2011 um 22:31
wofür die "russische Seele" doch alles herhalten muss ...
inzwischen kann man ja auch wählen wie 1000 russen. der rest ist hochrechnen.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:30
@kay.kloetzer

Danke für die Ostvariante der 1000 Russen, die ich noch nicht kannte.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:34
@kay.kloetzer

Stimmt! :(
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:35
@Popkontext

Danke. Das erste kannte ich auch noch nicht.

Das "Riechen" kenne ich als "Stinken wie ein türkischer Puff"

Ebensowenig erklärungsbedürftig und natürlich auch abstoßend.

Was newgativ ist, wird Ausländern -hier Türken zugeschoben-, die in der relität doch mindestens genauso hygienisch wei deutsche Männer oder Frauen sind.
Popkontext schrieb am 10.12.2011 um 11:54
Naja, das das Negative auf die "Barbaren", die Anderen, projeziert wird ist so alt wie die menschliche Zivilisationsgeschichte - was es nicht besser macht. Das fängt dann wie jede Form von Diskriminierung im Kleinen, vermeintlich Lustigen an und endet bei Krieg, Völkermord und KZs für vermeintlich "Andersartige".

Das mit dem Russen-Puff bedeutet übrigens, zu stark und ggf. nach billigem Parfüm zu riechen - jedenfalls hab eich das immer so verstanden.
claudia schrieb am 10.12.2011 um 15:56
Die Barbaren, ja.
Vor 2000 Jahren waren das hier, südlich des Limes, die germanischen Immigranten. Oder Leute mit germanischem Immigrationshintergrund.
Wahrscheinlich hiess es damals: "Gestern war ich besoffen wie 1000 Germanen." Oder "Stinkt wie ein Germanenpuff".
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:25
@claudia
Vor 2000 Jahren waren das hier, südlich des Limes, die germanischen Immigranten. Oder Leute mit germanischem Immigrationshintergrund.

So ein Norddeutscher versteht das doch nicht. Ein Norddeutscher weiß doch nicht, daß in Südbayern die Germanen erst nach den Römern kamen. Vor den Römern waren hier die Kelten, das erkennt man noch an alten Familiennamen wie McDeutelmoser und O'Dimpfl.

Ciao
Wolfram
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 10.12.2011 um 20:07
Faszinierend ist dabei, dass Propaganda in Sprache manchmal sogar über Jahrtausende hinweg nachwirkt; dass wir heute arglos Begriffe benutzen, deren Wurzeln und tiefere Bedeutung jedoch alles andere als harmlos sind.

Beispielsweise unter MOLOCH verstehen wir heute eine gnadenlose, alles verschlingende Macht, und wenden den Begriff zumeist auf ein anonymisiertes Leben in Metropolen an.
Die Wurzel liegt in einer hebräischen Bezeichnung (molek) für Riten der Opferung von Kindern im Feuer, angebliche vorgenommen durch deren nördliche phönizische-kanaanäische Nachbarn.

Karthago war eine phönizische (punische) Stadtgründung.
Die römische Propaganda griff den mittlerweile als molóch ins griechische übertragenen Begriff auf und machte Politik und Stimmung gegen das somit dann barbarische Karthago, dass angeblich Kinder (Söhne) als Opfer verbrannte.
(Ob dies tatsächlich eine erfundene verleumderische Legende war, oder zumindest einen wahren Kern beinhaltet ist unter Historikern umstritten. Die Mehrzahl neigt dazu, dass es pure Propaganda gewesen sei.)
Durch die Verbindung des Kampfbegriffes Moloch mit Karthago fand dann jedenfalls die Konnotation „Metropole“ Eingang in den Begriff Moloch, neben der ursprünglichen Bedeutung der „gnadenlosen, alles verschlingenden Macht“.

Die Gottheit der angeblich diese Kinder geopfert wurden nannten die Karthager/Phönizier BAAL, was nichts anders bedeutet als Herr. (Der Name Hannibal bedeutet „Baal ist gnädig“)
Der Baalskult liegt begründet in der altägyptischen Verehrung von Amun. Amun wurde in seiner Urversion als Widder dargestellt, später als Menschengestalt aber oftmals mit Stierhörnern.
Widder und Stierhörner für einen Gott waren wiederum ein gefundenes Fressen für die hebräischen „Propagandisten“, die deshalb verächtlich von Baal-Sebub sprachen; also „Herr der Fliegen“. Darauf geht wiederum Beelzebub als Synonym für den Teufel zurück.
Die ursprüngliche Verächtlichmachung der Baals-Anhänger hat sich also bis zur Verteufelung der „Andersartigen“ ausgeweitet und wirkt bis heute nach.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:04
@Wolfram Heinrich

Danke für die interessante Erklärung.
Erst Kelten und Römer und dann die Germanen, daher also diese einzigarzige bayrische Kultur.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:46
@claudia

Auch das Wort Babaren war Sprachpropaganda der Griechen? Es sollte im Wortklang den aus der Sicht der Kulturlandes ungelenken Zungenschlag ihrer "barbarischen" Nachbarn beschreiben.
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 10.12.2011 um 21:54
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:46
@claudia

Auch das Wort Babaren war Sprachpropaganda der Griechen? Es sollte im Wortklang den aus der Sicht der Kulturlandes ungelenken Zungenschlag ihrer "barbarischen" Nachbarn beschreiben.

Siehe dazu auch: brabbeln; Gebrabbel
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:40
@Heiko Zorn-Bürger
Faszinierend ist dabei, dass Propaganda in Sprache manchmal sogar über Jahrtausende hinweg nachwirkt; dass wir heute arglos Begriffe benutzen, deren Wurzeln und tiefere Bedeutung jedoch alles andere als harmlos sind.
Beispielsweise unter MOLOCH verstehen wir heute eine gnadenlose, alles verschlingende Macht, und wenden den Begriff zumeist auf ein anonymisiertes Leben in Metropolen an.
Die Wurzel liegt in einer hebräischen Bezeichnung (molek) für Riten der Opferung von Kindern im Feuer, angebliche vorgenommen durch deren nördliche phönizische-kanaanäische Nachbarn.


Genau. Aber die heutige Bedeutung "gnadenlose, alles verschlingende Macht" ist ja auch nicht grad harmlos.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:41
@poor on ruhr
Erst Kelten und Römer und dann die Germanen, daher also diese einzigarzige bayrische Kultur.

Nicht zu vergessen die Bajuwaren, die dann nochmal ein Stück später kamen. Niemand weiß so ganz genau, woher die nun kamen, wahrscheinlich aus Böhmen, davor vermutlich irgendwoher aus Asien.
Wenn du eine zeitlang in Norddeutschland warst und dann nach Bayern zurückkommst, dann fällt dir auf, wie klein und dunkelhaarig die alteingesessene Bevölkerung hier ist. Die Haarfarbe blond ist hier, sofern sie nicht aus der Tube kommt, eher selten. Die einzige Blondine, die mir spontan einfällt ist einfällt ist die Freundin meines Sohnes - aber die ist Italienerin.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:08
@Popkontext

Da stimme ich Dir zu. Durch das Alter der Projektion des Negativen auf den Anderen wird diese Verhaltensweise nmicht besser!
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:09
@Heiko Zorn-Bürger

Genau. Danke.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:13
@Wolfram Heinrich

"Die einzige Blondine, die mir spontan einfällt ist einfällt ist die Freundin meines Sohnes - aber die ist Italienerin."

Faszinierend. ..und es passt. Man denke an den Zuzug der Geramen nach Oberitalien.

Im Jahr 2000 war mir mal ein Urlaub am Lagio Maggioere geschenkt worden. Da habe ich auch Masilland besucht. Über die vielen blonden Italiener habe ich sehr gestaunt.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:33
@Wolfram Heinrich

"Genau. Aber die heutige Bedeutung "gnadenlose, alles verschlingende Macht" ist ja auch nicht grad harmlos."

Das kann wohl sagen.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:34
@poor on ruhr
Faszinierend. ..und es passt. Man denke an den Zuzug der Geramen nach Oberitalien.

Oh, die waren nicht nur in Oberitalien. Zur Zeit Friedrichs II. (des Kaisers, nicht des preußischen Flötenmonsters) gab es Diepold von Schweinspeunt, einen apulischen Grafen. Auf Sizilien und in weiten Gebieten Süditaliens waren lange Zeit die Normannen die Herrscher. In Castellabate habe ich viele gesehen, die hätte ich genauso gut auch in Niederbayern treffen können. Die waren zwar nicht blond, aber, wie ich schon sagte, auch in Südbayern sind Blonde eher selten.
Mein rothaariger ältester Sohn ist in Castellabate zwar aufgefallen, aber auch hier habe ich einige einheimische Rotschöpfe gesehen. Die Welt ist ein Durcheinander, gottlob.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:34
@Wolfram Heinrich

"Die Welt ist ein Durcheinander, gottlob."

In dem von Dir beschriebenem Sinne kann ich Dir nur zustimmen! :)
Popkontext schrieb am 09.12.2011 um 22:34
Naja, der "Innere Schweinehund" passt in die Protestantische Arbeitsethik. Sicher, dass es den erst seit den Nazis gib? Und von den 1000 Russen kenn ich andere Versionen, die Klischees widerspiegeln, aber nicht unbedingt auf Kriegsgefangene zu beziehen sind (s.o. - so viel Alkohol hat man denen wohl nicht gegönnt).
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:41
@Popkontext

Das mit der protestantischen Arbeitsethik beim"inneren Schweinehund" stimmt natürlich. Ein ausdfruck der gut in die Welt Marin Luthers passsen würde, der einerseits als sprachgewaltiger Bibelübersetzer dieses Glaubenszeugnis breiten Massen zugänglich machte, der aber andererseits sehr schlimme Schimpfwörter verbreitete.

Man denke nur an seine Beschimpfungen der aufständischen Bauern in den Bauerkriegen.

Mit der roten Linie , die beim "inneren Schweinehund"
zu den Nazis führt, meinte ich nicht, dass siese rote Linie bei den Nazis auch aufhört, aber sie haben es wirklich in ihrer Sprache verwendet, um Menschen zu "motivieren".
kay.kloetzer schrieb am 09.12.2011 um 23:14
noch eine anmerkung dazu, wie sprache und haltung zusammenhängen: ich zum beispiel sage drogen, wenn ich gras oder koks oder heroin oder so meine. damit bin ich schon omi, weil es dafür ganz andere szene-begriffe gibt. und ich werte mit diesem wort eigentlich nicht, weil ich natürlich weiß, dass alkohol und zigaretten auch dazugehören. die meine ich aber nicht.
wenn meine mutter drogen sagt, spricht sie von dem, was es in der apotheke gibt. gut, sie ist ärztin.
eine freundin, die meine mutter sein könnte, spricht von rauschgift. und in ihrem wort schwingt all das mit, was ich mit bahnhofsklo und zerstochenen blutgefäßen verbinde.
wenn sie rauschgift sagt, sehe ich verfall. wenn ich drogen sage, sehe ich livestile. absurd, oder?
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:05
Nein, das ist gar nicht absurd. Worte transportieren ja auch sowas wie "Sinnfelder". Manches wird erhalten und schwingt weiter mit, manches geht verloren. Gift klingt für uns tödlich, das es auch mal im Sinne von "Gabe" oder "Geschenk" gebraucht wurde, erschließt sich eigentlich nur noch mit Blick auf das Englische.

Darum ist es ja so wichtig, ab und zu mal genauer auf die Sprache zu achten. Vieles wird da unterschwellig mittransportiert.
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:05
Nein, das ist gar nicht absurd. Worte transportieren ja auch sowas wie "Sinnfelder". Manches wird erhalten und schwingt weiter mit, manches geht verloren. Gift klingt für uns tödlich, das es auch mal im Sinne von "Gabe" oder "Geschenk" gebraucht wurde, erschließt sich eigentlich nur noch mit Blick auf das Englische.

Darum ist es ja so wichtig, ab und zu mal genauer auf die Sprache zu achten. Vieles wird da unterschwellig mittransportiert.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 00:10
@Ismene
Gift klingt für uns tödlich, das es auch mal im Sinne von "Gabe" oder "Geschenk" gebraucht wurde, erschließt sich eigentlich nur noch mit Blick auf das Englische.

Und im Wort Mitgift.

Ciao
Wolfram
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:13
Ertappt!

Stimmt natürlich. Aber gibt's überhaupt noch eine Mitgift?
kay.kloetzer schrieb am 10.12.2011 um 00:18
mitgift? allein noch im neuen bedeutungssinn, fürchte ich.
und ich finde es ja schön, dass die freundin nur "rauschgift" sagen muss, und man ist alarmiert (bahnhofsklo, blutgefäße). hätte sie drogen gesagt - womöglich wären meine gedanken schwimmen gegangen. oder wir hätten einfach angestoßen.
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:25
Hätte wahrscheinlich beides was für sich.

Allerdings ist "Rausch" allgemein auch nicht grade positiv besetzt...
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 00:31
@Ismene
Aber gibt's überhaupt noch eine Mitgift?

Beim Adelsgesocks sicherlich.

saludos,
Q.
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:35
Glaub ich nicht! Da gibt's doch höchstens Eheverträge. Da stickt doch keiner mehr Monogramme in Bettwäsche!
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:35
Glaub ich nicht! Da gibt's doch höchstens Eheverträge. Da stickt doch keiner mehr Monogramme in Bettwäsche!
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 00:39
@kay.kloetzer
und ich finde es ja schön, dass die freundin nur "rauschgift" sagen muss, und man ist alarmiert (bahnhofsklo, blutgefäße). hätte sie drogen gesagt - womöglich wären meine gedanken schwimmen gegangen. oder wir hätten einfach angestoßen.

Durch die Wahl des Wortes läßt sich das Denken über den benannten Gegenstand sehr gut lenken. Wenn ich den Suizid "Selbstmord" nenne, bringe ich ganz andere Assoziationen ins Spiel als mit "Freitod". Selbstmord klingt nach Verbrechen und tatsächlich war mal der Suizid ein strafwürdiges Verbrechen. Es ist ja klar, bei einem Leibeigenen etwa ist Selbstmord tatsächlich ein Verbrechen, nämlich ein Diebstahl am Vermögen des Feudalherren. "Freisetzung" hört sich viel angenehmer an als "Entlassung" und ein "Entsorgungspark" (das Wort gab es in den siebziger/achtziger Jahren tatsächlich) kuscheliger als eine "Atommülldeponie".
Bei der MPU hat der Arzt im Gutachten über einen Übergewichtigen geschrieben, er sei in "überreichlichem Ernährungszustand" und wer bereits ziemlich versoffen aussah war "äthylisch gezeichnet".
Die Justizvollzugsanstalt klingt besser als Gefängnis oder gar Zuchthaus (gab's noch bis in die frühen siebziger) und Schmiergelder an politische Entscheidungsträger heißen gar "Spenden"; Ackermann wirft einige Eurostücke in die Sammelbüchse. "Vergelt's Gott" murmelt der Empfänger.

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 00:44
@Ismene
Da stickt doch keiner mehr Monogramme in Bettwäsche!

Daß die Mitgift nur aus Bettwäsche bestünde ist doch eine arg verkürzte Sichtweise. Natürlich wird im Ehevertrag auch die Mitgift geregelt sein. Nur ist das das Vermögen, das die Braut mit in die Ehe einbringt und vom Stammhaus mitbekommen hat.

saludos,
Q.
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 00:48
Der Brautpreis also. Heute halt keine Ziegen und Rinder mehr...

Nee nee, es gehört alles dazu, was in die Schränke muss. Aber Bett- und Tischwäsche musste man halt selbst machen...

Genug. Das war gar nicht das Thema hier.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:47
@kay.kloetzer

Absurd nur in dem Sinne , wie die Realität und ihre Wahrnehmung bei verschieden Menschen vor sich geht.

Deine Beobachtung halte ich für vollkommen zutreffend.

Danke.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:51
@Ismene

"Darum ist es ja so wichtig, ab und zu mal genauer auf die Sprache zu achten. Vieles wird da unterschwellig mittransportiert."

Na ja der "innere Schweinehund" kommt mir im Alltag und auch sonntags nicht mehr aus dem Mund. Ich hasse ihn.

Wenn ich Widerstände in mir selbst über winden muss, dann muss ich eben mal "über meinen Schatten springen".

Aber leider klappt das meistens nicht. :)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:52
@Wolfram Heinrich

Danke für diese Erklärung mit der Mitgift.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 10:56
@Ismene

"Aber gibt's überhaupt noch eine Mitgift?"

In Deutschland wohl eher seltener geworden. Ich kenn´s auch eher als Aussteuer.

Aber bei bürgerlichen Familien , wir ab und dann sicherlicherlich der Brautvater das Hochzeitsfest bezahlen, wenn er es sich leisten kann.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:04
@Wolfram Heinrich

Danke für die Erklärungen.

Ein Plädoyer dafür jedes Wortt nicht ganz genau auf die Goldwaage zu liegen oder hängt es wirklich nur davon ab, was man ausdrücken will?
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:07
@Don Quijote

"Da stickt doch keiner mehr Monogramme in Bettwäsche!"

Ismene kennt meine Bettwäsche nicht. Nein Spaß beiseite:

Das Bild der moderen Frau und Mitgift widersprechen sich ja eher, oder?

Warum sollte heute noch die Frau eine Mitgift bekommen und der Mann nicht?
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:09
@Don Quijote

"Beim Adelsgesocks sicherlich."

Stephanie zu und von Gutenberg und eine Mitgift?

:)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:12
@Ismene

"Genug. Das war gar nicht das Thema hier."

Och wieso ein kleiner Abstecher ist ja ganz nett.

"Der Brautpreis also. Heute halt keine Ziegen und Rinder mehr..."

Der Frau , die mich haben will schenke ich als Bräutigamspreis ein kleines Ziegenbaby oder ein kleines Kalb, aber sie darf es nicht schlachten. ;)
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 11:23
@poor on ruhr
Ein Plädoyer dafür jedes Wortt nicht ganz genau auf die Goldwaage zu liegen oder hängt es wirklich nur davon ab, was man ausdrücken will?

Das mit der Goldwaage ist gar nicht so einfach. Natürlich gibt die Wortwahl Aufschluß drüber, wie einer eine Sache sieht. Das muß nicht unbedingt die individuelle Sichtweise des Sprechers sein, manchmal, oft, plappert jemand nur den allgemeinen Sprachgebrauch nach, dann gibt es Aufschluß über die Gemeinschaft, in der er lebt.
Rauschgift und Medikamente, dabei sind auch Opiate und Haschisch Medikamente und Gift ist sowieso jede Substanz (einschließlich Wasser), es kommt lediglich auf die Dosis an. Im Studium habe ich von einer Frau gelesen, die sich (fälschlicherweise) einbildete, Krebs zu haben und meinte, man könne den Krebs durch viel, viel Wasser aus dem Körper waschen. Sie ist dann an Nierenversagen gestorben, an einer beständigen Überdosis Wasser.
Oder nimm den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer. Der eine (der Große) gibt, der andere (der Kleine) nimmt. Dabei ist es im Grunde umgekehrt. Der Arbeiter gibt seine Arbeitsleistung dem Unternehmer (einen Teil davon schenkt er ihm sogar), der Unternehmer nimmt die Arbeitsleistung entgegen.
Die Gewerkschaften fordern 5 % mehr Lohn, die Unternehmerverbände machen ein Angebot für 3 % Lohnerhöhung. Der eine fordert frech, der andere ist so freundlich, ein Angebot zu machen. Dabei feilschen, wie im Geschäftsleben üblich, zwei Geschäftspartner über den Preis für eine Ware, die Ware Arbeitskraft.
So kann man mit Wörtern die Wahrnehmung der Menschen strukturieren.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 11:25
@poor on ruhr
Der Frau , die mich haben will schenke ich als Bräutigamspreis ein kleines Ziegenbaby oder ein kleines Kalb, aber sie darf es nicht schlachten. ;)

Nichtgeschlachtete Kälber haben die Angewohnheit, sich zu einem Rind auszuwachsen. Ob es dann in der Etagenwohnung nicht etwas eng wird?

Ciao
Wolfram
miauxx schrieb am 10.12.2011 um 11:33
"Nichtgeschlachtete Kälber haben die Angewohnheit, sich zu einem Rind auszuwachsen."

Herrlich, der Satz! Als ob das Schlachten von Kälbern ... ach komm, lass' es - einfach schön der Satz!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.12.2011 um 12:51
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 00:31
@Ismene
Aber gibt's überhaupt noch eine Mitgift?

Beim Adelsgesocks sicherlich.

saludos,
Q.


@Don Quijote: Sie spechen hier über Menschen. Warum bezeichnen Sie Adelige als "Gesocks"? Ich kenne einen Adeligen, der sehr lieb ist.

In Anbetracht der ganzen "Wir müssen reden"-Blogs, in denen es auch immer wieder um Netiquette geht, finde ich Ihre Aussage gegen Menschen sehr schlimm. Woher rührt dieses? Weil Adel mit Geld und Ausbeutung verknüpft wird?

Mir ist irgendwie unbehaglich, wenn ich lese, dass gegen dieses Art und Weise, Menschen zu verunglimpfen, niemand anschreibt.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 10.12.2011 um 12:51
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 00:31
@Ismene
Aber gibt's überhaupt noch eine Mitgift?

Beim Adelsgesocks sicherlich.

saludos,
Q.


@Don Quijote: Sie spechen hier über Menschen. Warum bezeichnen Sie Adelige als "Gesocks"? Ich kenne einen Adeligen, der sehr lieb ist.

In Anbetracht der ganzen "Wir müssen reden"-Blogs, in denen es auch immer wieder um Netiquette geht, finde ich Ihre Aussage gegen Menschen sehr schlimm. Woher rührt dieses? Weil Adel mit Geld und Ausbeutung verknüpft wird?

Mir ist irgendwie unbehaglich, wenn ich lese, dass gegen dieses Art und Weise, Menschen zu verunglimpfen, niemand anschreibt.
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 13:09
Aussteuer, ja! Ich kann mich noch gut erinnern, wie böse meine Omma war, dass mein Vater mir keine Aussteuer finanzieren wollte...
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:09
@Wolfram Heinrich

Danke für Deine scharf blickende Wahrnehmung der Kommunikation. Ich denke, dass es so ist, wie Du es beschrieben hast.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:12
@Woilfram Heinrich

"Nichtgeschlachtete Kälber haben die Angewohnheit, sich zu einem Rind auszuwachsen. Ob es dann in der Etagenwohnung nicht etwas eng wird?"

Stimmt, dass habe ich irgendwie nicht richtig bedacht, weil ich als Städter nämlich manchmal auch ein Rinvieh sein kann. :)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:13
@miauxx

"Herrlich, der Satz! Als ob das Schlachten von Kälbern ... ach komm, lass' es - einfach schön der Satz!"

Finde ich auch. :)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:21
@Ismene

...und hat sich die Oma wieder beruhigt oder der Vater die Aussteuer finanziert?

..oder ist die Frage zu intim?
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 21:46
@poor

Die Mitgift war ja auch so etwas wie eine Absicherung der Frau. Ging die Ehe kaputt, musste auch die Mitgift rausgerückt werden. Sogar in Klöstern.
Heute gibt es Eheverträge, da braucht keiner mehr eine Mitgift. Allerdings bleibt alles, was einer mit in die Ehe bringt, sein Eigentum. Also, nur für den Fall der Trennung...
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 21:49
Hallo Poor:

...und hat sich die Oma wieder beruhigt oder der Vater die Aussteuer finanziert?

Die Omma ist schon tot, hat das aber bis zum letzten Tag beklagt.

Der Vatta war der Ansicht, eine Ausbildung zu finanzieren, sei deutlich besser als eine Aussteuer.

Ich muss aber gestehen, dass micht der ältere Teil der Verwandtschaft während der Teenie-Zeit stets liebevoll mit Bett- und Tischwäsche sowie Service oder Besteck-Teilen beschenkte und dem augenzwinkernden Hinweis, das ich so bestimmt leichter einen Ring an den Finger bekäme...
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:44
@poor on ruhr
Danke für Deine scharf blickende Wahrnehmung der Kommunikation. Ich denke, dass es so ist, wie Du es beschrieben hast.

Wer die Begriffe beherrscht, der beherrscht das Denken und wer das Denken beherrscht, der beherrscht die Menschen.
In den siebziger Jahren wußte man noch, wie wichtig der Kampf um die Wörter ist. Damals ist die konservative Seite massiv in einer Propagandaschlacht gegen die neue Begrifflichkeit der 68er vorgegangen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:45
@poor on ruhr
"Nichtgeschlachtete Kälber haben die Angewohnheit, sich zu einem Rind auszuwachsen. Ob es dann in der Etagenwohnung nicht etwas eng wird?"
Stimmt, dass habe ich irgendwie nicht richtig bedacht, weil ich als Städter nämlich manchmal auch ein Rinvieh sein kann. :)


Als Landbewohner und Metzgersohn weiß man auch, was für ein Mordstrumm so ein ausgewachsenes Rindvieh ist.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:15
@Ismene

"Allerdings bleibt alles, was einer mit in die Ehe bringt, sein Eigentum. Also, nur für den Fall der Trennung..."

Das ist ja nicht gerade fair.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:35
@Ismene

"Ich muss aber gestehen, dass micht der ältere Teil der Verwandtschaft während der Teenie-Zeit stets liebevoll mit Bett- und Tischwäsche sowie Service oder Besteck-Teilen beschenkte und dem augenzwinkernden Hinweis, das ich so bestimmt leichter einen Ring an den Finger bekäme..."

Sehr nett geschieben! ;)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:39
@Wolfram Heinrich

"In den siebziger Jahren wußte man noch, wie wichtig der Kampf um die Wörter ist. Damals ist die konservative Seite massiv in einer Propagandaschlacht gegen die neue Begrifflichkeit der 68er vorgegangen."

..und sie haben gewonnen, die Konservativen.

Die Nachrichten wimmeln ja heute vor lauter marktradikalen und neoliberalen Vokabeln.

Auch in der Alltagssprache kann ma heute schon oft hören:

"Das könnte man sich in keinem Unternehmen" erlauben", wenn etwas nicht wirtschaftlich läuft.

So sprechen teilweise heute schon die Leherer an schulen. Ich weiss das, auch wenn ich kein Lehrer bin.
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 19:50
"Das ist ja nicht gerade fair."

Was ist den daran nicht fair? Erklär Dich doch bitte mal. Ich finde das eigentlich völlig in Ordnung, aber vielleicht überseh ich ja was Wesentliches.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:55
@Ismene

Sorry.
Naja, das ist doch scheiße wenn der Mann alles behalten darf und der Frau gar nicht gehört, wenn es zur Scheidung kommt? Icch finde das nicht richtig. Die Frau braucht doch auch grundlagen zum Leben , wenn sie nach der Scheidung alleine weiterleben will? Wie soll das gehen, wenn ihr nichts gehört?
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 20:13
Hallo Poor.

Wieso Sorry?

Es ist ja nicht so, dass der Mann alles behalten darf. Jede/r behält, was er oder sie hatte vor der Heirat. Das finde ich in Ordnung. Von dem, was während der Ehe erworben wurde (klingt irgendwie schrecklich, ich weiß), gehört jedem die Hälfte im Falle der Scheidung. Aber Ommas Bonboniere gehört mir. Immer.

Wenn einer in der Ehe wegen der Erziehung von Kindern zurücksteckt, muss das ausgeglichen werden. Das ist richtig. Aber die Ehe an sich gegründet noch keine Ansprüche.

Schwierig finde ich, dass Hausarbeit (putzen, kochen, waschen, bügeln und dergleichein) nicht als Arbeit gesehen wird - wird ja nicht bezahlt. Erziehung mit allem, was dazu gehört, genauso wenig. Das ist schon deswegen ein Problem, weil es ein schwerer Job ist und frau dafür kaum Anerkennung bekommt. Denn bemerkt werden nur Probleme. Wenn es gut läuft ist es normal, egal wie angstrengend es sein mag. Aber das ist ein anderes Thema...
Don Quijote schrieb am 12.12.2011 um 00:00
@Ebru
Sie spechen hier über Menschen. Warum bezeichnen Sie Adelige als "Gesocks"? Ich kenne einen Adeligen, der sehr lieb ist.

Ich sprach nicht Adeligen, von Menschen, die zufällig adelig sind - eher vom Adelsstande, dem sich diejenigen zugehörig fühlen, die sich auf ihren Adel etwas eynbilden: dieser Adelsstand ist für mich Adelsgesocks, sorry.

saludos,
Q.
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:36
@Wolfram Heinrich

Was ist denn ein "Mordstrumm"?
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:08
@Ismene

"Wieso Sorry?"

Danke. Gute Frage. Wird mir oft gesagt, dass ich mich zu oft entschuldige.
Ismene schrieb am 14.12.2011 um 21:18
Oh, das war keine Kritik, nur Neugier.
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:31
@Ismene

"Oh, das war keine Kritik, nur Neugier."

Ich würde die Negier ja gerne beantworten, wenn ich die Antwort wüsste? ;)

LG

por
miauxx schrieb am 10.12.2011 um 10:51
Na, ich glaube, die Bildung gossen- und umgangssprachlicher Idiome, die verraten, welch' verkürztes Bild vom Anderen und Fremden herrscht(e) ("wie 1000 Russen", "bin doch nicht dein Neger"), gibt es wohl überall.
Kürzlich hörte ich von einem Russen, dass dort in der Sprache des Bauarbeiters oder Handwerkers Wendungen kursieren, die bestimmte Bauteile oder auch Werkzeuge mit nichtrussischen Volksangehörigen des ehemaligen Reiches identifizieren, welche wohl eben besonders typisch in besonderen Tätigkeiten anzutreffen waren. So kann man etwa "Reich' mir mal den Kirgisen" hören.

Interessant ist auch, dass der Russe, wie auch die übrigen Slawen, den "Deutschen" ja немецкий (nemeckij) ruft, was ursprünglich der "unverständlich Brabbelnde" bedeutet ... :-)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:14
@miauxx

Natürlich gibt es das bei andenren Völkern oder in anderen Ländern auch. In Osteuropa kommen dabei oft die Juden schlecht weg, :(
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 11:30
@miauxx
Kürzlich hörte ich von einem Russen, dass dort in der Sprache des Bauarbeiters oder Handwerkers Wendungen kursieren, die bestimmte Bauteile oder auch Werkzeuge mit nichtrussischen Volksangehörigen des ehemaligen Reiches identifizieren, welche wohl eben besonders typisch in besonderen Tätigkeiten anzutreffen waren. So kann man etwa "Reich' mir mal den Kirgisen" hören.

Im Deutschen hast du Franzosen und den Engländer als Werkzeug.
de.wikipedia.org/wiki/Franzose_%28Werkzeug%29

Ciao
Wolfram
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 12:28
@Wolfram Heinrich
Im Deutschen hast du Franzosen und den Engländer als Werkzeug.

Wobei der Engländer ein Schwede ist.

saludos,
Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 12:37
@Don Quijote
Wobei der Engländer ein Schwede ist.

Verdammt.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 12:37
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 12:28

WEGschmeissLach, sehr gut.

Wobei der "Allen key" ja wieder ein deutscher Bube ist...
;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 12:47
@tlacuache
WEGschmeissLach, sehr gut.

Was wir dringend brauchen ist die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft für Werkzeuge. Aber Schwarz-Gelb schläft wieder mal.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 10.12.2011 um 12:59
"doppelten Staatsbürgerschaft für Werkzeuge. "

Einbürgerungstest für "Marteau (outil)"?
Auf dass der Franze mir mit dem Hammer eins überbrät?
OHNE MICH...
;-)
Don Quijote schrieb am 10.12.2011 um 13:37
@Wolfram Heinrich
Verdammt.

Nicht so schlimm. Ich hatte "meistens" - meistens ein Schwede - vergessen, denn den echten Engländer gibt's ja auch. Der ist hierzulande aber kaum verbreitet.

Solche Fehlbezeichnungen sind nicht korrigierbar.

gib mal den Schweden rüber.
Hä?

saludos,
Q.
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:12
@tlacuache
Einbürgerungstest für "Marteau (outil)"?
Auf dass der Franze mir mit dem Hammer eins überbrät?
OHNE MICH...


Der Franze ist ja selber 1 Franzos, das verrät schon sein Name. Und dann versteckt er das ganz heimtückisch:
Der Franze hat gsagt, er fährt nicht ins Ausland. Das Ausland, sagt er, wär ihm zu unübersichtlich.
Dabei fängt die Karibik schon hinter Ingolstadt an.


Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:21
@Don Quijote
Solche Fehlbezeichnungen sind nicht korrigierbar.

Und dann stürzen Eisenbrücken ein, weil sie die Schrauben mit dem schwedischen Engländer festgezogen haben statt mit dem Franzosen, der viel mehr Kraft entfaltet. Und wehe dem, der in einem Lokal einen Schwedentrunk bestellt. Er könnte auf einen Wirt treffen, der sich in der Kulturgeschichte auskennt.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:25
@Wolfram Heinrich

In Deutschland gibt es auch den etwas veralteten "Engländer" für einen verstellbaren Schrauben schlüssel, die ja nicht mehr so gebräuchlich sind.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:26
@Don Quijote

Danke. Manchmal muss man nur einen Kommentar weiterlesen! ;)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:27
@Wolfram Heinrich

"Verdammt"

...und zugenäht! :)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:28
@tlacuache

"WEGschmeissLach, sehr gut."

:)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:31
@Wolfram Heinrich

§Was wir dringend brauchen ist die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft für Werkzeuge. Aber Schwarz-Gelb schläft wieder mal."

Ach im Zeitalter der Globalisierung vergessen
wir das und nennen sie auf neudeutsch Multifunktionstools.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:31
@Wolfram Heinrich

§Was wir dringend brauchen ist die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft für Werkzeuge. Aber Schwarz-Gelb schläft wieder mal."

Ach im Zeitalter der Globalisierung vergessen
wir das und nennen sie auf neudeutsch Multifunktionstools.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:47
@tlacuache

:)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:49
@Don Quijote

"Der ist hierzulande aber kaum verbreitet."

Du meinst sicher das Werkzeug? ;)
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:50
@Wolfram Heinrich

"Dabei fängt die Karibik schon hinter Ingolstadt an."

..und hört bei Fucking auf? ;)
E H schrieb am 11.12.2011 um 01:12
@miauxx

Niemiec (polnisch) oder Немец (russisch) bedeutet "der Deutsche" und bedeutet nicht "unverständlich brabbeln", sondern heißt wörtlich übersetzt "ohne Sprache". Man sprach Deutsch einfach den Status einer Sprache ab und erklärte seinen Sprecher zum Stummen.

Die Römer wiederum prägten das bis heute anhaltend negative Image des germanischen Stammes der Vandalen.

Ich kenne auch noch einige seltsame Sprüchevariationen im Sinne dieses Blogbeitrages: Ich weiß nicht, ob das unsägliche "dann ist Polen offen" schon genannt wurde. Vielleicht kennt jemand den Spruch, den ich aus Norddeutschland kenne: Scharf auf etwas sein "wie auf junge Polenmädchen", wenn man etwas außergewöhnlich stark mag. Oder: "Wie bei den Hottentotten", wenn man besonders schlimme Zustände bezeichnen möchte. Darin spiegelt sich direkt die kolonialistische Überheblichkeit gegenüber den Herero und anderen Stämmen, welche von der deutschen "Schutztruppe" im heutigen Namibia kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende regelrecht abgeschlachtet wurden.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:46
@poor on ruhr
"Dabei fängt die Karibik schon hinter Ingolstadt an."
..und hört bei Fucking auf? ;)


Nein, nein. Gleich hinter Fucking fängt der Balkan an.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 05:02
@E H
Ich kenne auch noch einige seltsame Sprüchevariationen im Sinne dieses Blogbeitrages: Ich weiß nicht, ob das unsägliche "dann ist Polen offen" schon genannt wurde.

Ich glaube nicht, daß es schon vorkam. Ich kenne den Spruch von meinen Eltern: "Dann ist Polen offen und von Rußland zieht's rein." Ich habe das so interpretiert: Wenn Polen als Pufferstaat zwischen Rußland (Sowjetunion) und Deutschland ausfällt, dann weht ein eisiger Wind von Osten.

Vielleicht kennt jemand den Spruch, den ich aus Norddeutschland kenne: Scharf auf etwas sein "wie auf junge Polenmädchen", wenn man etwas außergewöhnlich stark mag.

Den Spruch kenne ich nicht, aber ich hatte schon als Jugendlicher einen ausgesprochenen Widerwillen gegen ein Lied, das man noch in den sechziger Jahren gerne auf Schulfreizeiten gesungen hat: "In einem Polenstädtchen". Mir war und ist es widerwärtig, für mich ist das - mehr noch als das Horst-Wessel-Lied, die Hymne des Faschismus, obwohl es oberflächlich gesehen eher harmlos klingt.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 11.12.2011 um 06:06
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:12
SUPERVIDEO!
"Dabei fängt die Karibik schon hinter Ingolstadt an."

Ich dachte immer links vom Rhein :-(
;-)
E H schrieb am 11.12.2011 um 08:18
@ Wolfram Heinrich
Soweit ich weiß, bezieht sich die Drohung "Wenn dieses oder jenes passiert bzw. Du dieses oder jenes (nicht erwünschte) tust, dann ist aber Polen offen" auf den deutschen Überfall auf Polen 1939. Ich kenne diese Wendung u.a. als explizite Drohung von der Bundeswehr, aber auch aus dem Zivilleben. Ich habe erst vor einigen Wochen mit einem Kollegen darüber gesprochen, der ihn im Gespräch verwendet hatte.
miauxx schrieb am 11.12.2011 um 11:33
@E H

"Niemiec (polnisch) oder Немец (russisch) bedeutet "der Deutsche" und bedeutet nicht "unverständlich brabbeln", sondern heißt wörtlich übersetzt "ohne Sprache". Man sprach Deutsch einfach den Status einer Sprache ab und erklärte seinen Sprecher zum Stummen."

Okay, danke für die Präzisierung.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:43
@Wolframn Heinrich

"Wobei der Engländer ein Schwede ist."

Hautsache man weiss, was gemeint ist.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:44
@Wolfram Heinrich

"Und dann stürzen Eisenbrücken ein, weil sie die Schrauben mit dem schwedischen Engländer festgezogen haben statt mit dem Franzosen, der viel mehr Kraft entfaltet."

Geau darum gehts!
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:45
@EH

Danke für die Erklärungen.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:47
@Wolfram Heinrich

"Nein, nein. Gleich hinter Fucking fängt der Balkan an."

Tschuldigung, dann kenne ich mich in der bayrischen Geographie doch nicht so gut aus, wie ich es gedacht habe. :)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:49
@Wolfram Heinrich

Der Widerwillen gegen dieses Kied ist ja gut nachvollziehbar. Es sind wirklich manchmal widerwärtige Sachen und Lieder, die auf dem ersten Blick harmlos klingen.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:50
@tlacuace

Man kommt auch rechts vom Rhein zur Karibik. Man muss nur einmal die Welt umrunden.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:52
@EH

Das mit "dann ist aber Polen offen" kannte ich auch noch nicht.

Fürchterlich, aber danke für den Hinweis.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:28
@tlacuache
"Dabei fängt die Karibik schon hinter Ingolstadt an."
Ich dachte immer links vom Rhein :-(


Ah, da gibt's nur Frankreich.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:35
@poor on ruhr
Tschuldigung, dann kenne ich mich in der bayrischen Geographie doch nicht so gut aus, wie ich es gedacht habe. :)

Das macht nichts. Fucking liegt in Österreich. Siehe das beliebte T-Shirt "I like Fucking in Austria".

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:44
@Wolfram Heinrich

Naja, von Frankreich nochmals über den Atlantik.

Ist man dann nicht in der Karibik, wenn man den richtigen Kurs nimmt? :)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:47
@Wolfram Heinrich

"Fucking liegt in Österreich."

Wer sagt denn , dass das Internet kein Bildungsmedium ist?

Ich habe wieder was dazu gelernt!!!

Danke.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 18:50
@poor on ruhr
Naja, von Frankreich nochmals über den Atlantik.
Ist man dann nicht in der Karibik, wenn man den richtigen Kurs nimmt? :)


Wer fährt schon über den Atlantik, wenn die Karibik gleich hinter Ingolstadt liegt?
Und Afrika gleich hinter Miesbach.
www.biermoesl-blosn.de/polt/flash/emambele.swf

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 19:00
Nachtrag:
Im Grunde ist der Kongoneger ja ein Baier. Vor allem dann, wenn er aus Trinidad kommt und ein Tiroler ist.


Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 20:33
@Wofram Heinrich

Biily Mo. Da war ja noch was. So eine ganz schwache Ahnung. Ein schönes Wiedersehen. Danke.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 20:54
@Wolfram Heinrich

"Wer fährt schon über den Atlantik, wenn die Karibik gleich hinter Ingolstadt liegt?
Und Afrika gleich hinter Miesbach."

Du hast mich überzeugt. Mein nächster Urlaub geht in den Bayrischen Wald. :)
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:09
@poor on ruhr
Du hast mich überzeugt. Mein nächster Urlaub geht in den Bayrischen Wald. :)

Obacht, der Bayerische Wald kommt aber noch vor Miesbach.
Im Landkreis Regen im Bayerischen Wald ist jetzt der Bürgermeister von Bodenmais Landrat geworden, ein 26jähriger Sozialdemokrat, bekennender Schwuler. Weil's immer heißt, der Bayerwald läg hinter dem Mond.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:46
@Wolfram Heinrich

"Weil's immer heißt, der Bayerwald läg hinter dem Mond."

Kann man noch mehr verlangen? :)
Anchesa schrieb am 13.12.2011 um 19:27
@Wolfram Heinrich
"...Und Afrika gleich hinter Miesbach."

Amerika findest dann im Freistaat Sachsen.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:28
@Anchesa

"Amerika findest dann im Freistaat Sachsen."

...oder in schleswig-Holstein! ;)

LG

por
Anchesa schrieb am 16.12.2011 um 19:45
Ohh wieder Amerika entdeckt ! ;-)
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 21:18
@Anchesa

:) ...und so kurz nach Kolumbus.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 11:14
@Muss auf Maloche. Tschüssi. :)
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 10.12.2011 um 14:58
Apropos Russen/russisch...

Reichs-Pogrom-Nacht ist ja nun der „politisch korrekte“ Ausdruck für Reichskristallnacht.
Nicht dass mir irgendetwas daran läge, den unsäglichen Terminus Reichskristallnacht zu revitalisieren...
...aber dass man ein Verbrechen, welches von deutschen Nicht-Juden an deutschen Juden in deutschen Städten begangen wurde, schließlich mit einem russischen Begriff adäquat (politisch korrekt) bezeichnet, will mir nicht in den Kopf.
Für mich ein Beispiel für, gut gemeint und schlecht gemacht. Da wird ein, meinem Gefühl nach, verharmlosender Begriff ausgetauscht, gegen einen, der qua Internationalisierung eines Desasters, nun eher (ebenso unzulässig) Trivial wirkt.

- ich hoffe, ich drücke mich so nachvollziehbar aus, dass es nicht provokativ erscheint -

Hat hier jemand vielleicht einen Zugang zu dieser Begriffsfindung, die mir selbst offensichtlich noch nicht gekommen ist?
Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:21
@Heiko Zorn-Bürger
...aber dass man ein Verbrechen, welches von deutschen Nicht-Juden an deutschen Juden in deutschen Städten begangen wurde, schließlich mit einem russischen Begriff adäquat (politisch korrekt) bezeichnet, will mir nicht in den Kopf.

Das Wort "Pogrom" ist längst in die deutsche Sprache eingegangen.

Hat hier jemand vielleicht einen Zugang zu dieser Begriffsfindung, die mir selbst offensichtlich noch nicht gekommen ist?

Das ist, scheint mir, nur ein weiterer Ausfluß dieser verdammten Ängstlichkeit, Begriffe, die vielleicht einen leichten Hautgout haben könnten durch andere, verschwiemelte, zu ersetzen. Der Neger wird zum Afroamerikaner, die Tschechei wird zu Tschechien, der Zigeunerschnitzel wird zum Sinto oder Rom, Zigeuner kommt nur noch im gleichnamigen Schnitzel vor.
Die spinnen doch.

Ciao
Wolfram
Achtermann schrieb am 10.12.2011 um 18:53
@ Wolfram

...Zigeuner kommt nur noch im gleichnamigen Schnitzel vor.

Vergiss den Vico Torriani nicht. Der hat ihn 1953 in einem Lied verewigt: Du schwarzer Zigeuner.

claudia schrieb am 10.12.2011 um 19:08
>>Das Wort "Pogrom" ist längst in die deutsche Sprache eingegangen.<<

Nun ja, "Holocaust" ist auch kein deutsches Wort. Versucht man eine Rückübersetzung, dann zeigt sich, dass "Ganzverbrennung" gegenüber dem das Ereignis korrekt beschreibenden Begriff Massenmord recht hübsch euphemistisch anhört.

Zweifellos werden Sprachakrobaten erklären können, warum man eben nicht sagen soll: "Massenmord".
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 10.12.2011 um 19:43
Danke Claudia, ich sah keinen Anlass Wolfram zu widersprechen, aber Du greifst hiermit meine Intention auf.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:37
@Heiko Zorn-Bürger

Danke für den Hinweis auf die sogeannte "Reichskristallnacht!" Wirklich ein unsäglicher Terminus 1:1 aus den Nazipropagandasprache entstanden mit all dem bösen und zynischen Spott der Nazis auf die angeblichen Kronleuchterlampen aus Kristall die die "reichen Juden" angeblich überall zuhause halten.

Eine böse Nachhaltigkeit der menschenverachtenden Nazisprache.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:40
@Achtermann

Danke für den Hinweis.
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:42
@claudia

Was bedeutet, zuviel Sprachakrobatik ist auch nicht gut?
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 02:09
@Achtermann
"...Zigeuner kommt nur noch im gleichnamigen Schnitzel vor."
Vergiss den Vico Torriani nicht. Der hat ihn 1953 in einem Lied verewigt: Du schwarzer Zigeuner.


Ja, ja. 1953 hat man sich über Sinti und Roma noch keine Gedanken gemacht, man sagte schlicht Zigeuner. Punkt. Das Bemerkenswerte an dieser Umbenennung von Zigeuner, Neger etc. ist ja, daß man sich drei Jahrzehnte lang nach dem Ende der Nazis sich keine Gedanken drüber gemacht hat. Ein Zigeuner war ein Zigeuner und ein Neger ein Neger. Erst in den späten siebziger Jahren kamen dann irgendwelche Leute drauf, daß man "Neger" oder "Zigeuner" nicht verwenden sollte, meiner Wahrnehmung nach ohne jeden konkreten Anlaß. Die Wörter selber enthalten ja keinerlei Diskriminierung, "Neger" kommt vom lateinischen "niger" für schwarz und schwarz sind die Neger halt mal.
Zum Thema Zigeuner nun ein Lied. Achtung, bitte alle anschnallen, das Rauchen und Essen einstellen und ein Stück trocken Brot bereithalten. Das Lied ist so was von dermaßen schmalzig...


Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:38
@claudia
>>Das Wort "Pogrom" ist längst in die deutsche Sprache eingegangen.<<
Nun ja, "Holocaust" ist auch kein deutsches Wort. Versucht man eine Rückübersetzung, dann zeigt sich, dass "Ganzverbrennung" gegenüber dem das Ereignis korrekt beschreibenden Begriff Massenmord recht hübsch euphemistisch anhört.


Meiner Wahrnehmung nach ist das Wort "Holocaust" erst durch die amerikanische Fernseh-Serie gleichen Namens in den deutschen Sprachraum gelangt, zuvor war es nur ganz wenigen Spezialisten bekannt. Zuvor sprach man von "Judenvernichtung", was sehr viel plastischer und angemessenerweise brutaler war, da es ein deutsches Wort ist und seinen Inhalt ganz unmittelbar rüberbringt. Nach Claude Lanzmanns Film "Shoa" hat sich auch dieses Wort eingebürgert.
Man hat die Worte "Holocaust" und "Shoa" sehr gerne in den Sprachschatz aufgenommen, sie sind als Fremdworte so angenehm distanziert. Mein Professor für Kommunikationspsychologie an der Uni Regensburg sprach mal von der "Flucht ins keusche Latein" (hier eben Griechisch, bzw. Hebräisch). Unangenehme Tatbestände lassen sich leichter formulieren, wenn sie mit einem Wort bezeichnet werden, das im Deutschen keine Emotionen mitträgt. "Judenvernichtung" ist treffend, aber es ist fast unerträglich brutal und direkt, "Holocaust" und "Shoa" dagegen sind wissenschaftliche Fachbegriffe ohne Emotion. "Koitus" ist klinisch sauber, "Ficken" oder selbst das neutralere "Geschlechtsverkehr" dagegen sind sehr viel konkreter. "Faeces" hört sich angenehmer an als "Scheiße".

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 04:39
@poor on ruhr
Danke für den Hinweis auf die sogeannte "Reichskristallnacht!" Wirklich ein unsäglicher Terminus 1:1 aus den Nazipropagandasprache entstanden mit all dem bösen und zynischen Spott der Nazis auf die angeblichen Kronleuchterlampen aus Kristall die die "reichen Juden" angeblich überall zuhause halten.

Das täuscht. Als ich jung war, gab es nur das Wort "Reichskristallnacht" und ich hatte dieses Wort nie als verharmlosend oder gar nazitypisch empfunden. Die Wikipedia gibt mir recht:
"Reichskristallnacht“ war jedoch anfangs kein staatliches Propagandawort. Wahrscheinlich prägte der Berliner Volksmund die Wortschöpfung „Kristallnacht“ angesichts der vielen zerbrochenen Fenster und Kristallleuchter der Synagogen und Geschäfte. Der Ausdruck „Reichskristallnacht“ wandte sich dann gegen die damaligen Machthaber, indem er ihren inflationären Gebrauch der Vorsilbe „Reichs-“ satirisch verspottete. Diese regimekritische Bedeutung ist nicht schriftlich belegt, wurde später aber von Zeitzeugen bestätigt. Adolf Arndt (SPD), der im November 1938 in Berlin als Rechtsanwalt tätig war, sagte in der Verjährungsdebatte des Deutschen Bundestages vom 10. März 1965:[76]
„[…] den 8./9. November 1938, den man doch nicht, Herr Bundesjustizminister, als ‚sogenannte Reichskristallnacht‘ bezeichnen sollte. Das ist ein blutiger Berliner Witz gewesen, weil man sich damals nicht anders zu helfen wusste.“
Demnach versuchten ohnmächtige Zeitzeugen damit wenigstens privat ihre innere Empörung in grimmiger, sarkastischer Form zu äußern. Erst als der Ausdruck in der NSDAP bekannt wurde, deuteten Parteimitglieder ihn zynisch um. So sagte der Funktionär Wilhelm Börger im Juni 1939 auf dem Gautag der NSDAP in Lüneburg:[77]
„Die Sache geht als Reichskristallnacht in die Geschichte ein (Beifall, Gelächter).“
Der Begriff wurde also schon kurz nach seinem Entstehen von den Tätern vereinnahmt, so dass die ursprünglich gemeinte bitter-ironische Distanz gegenüber dem Staatsterror und dessen ideologischer Bemäntelung verloren ging.


Ciao
Wolfram
E H schrieb am 11.12.2011 um 08:37
@ Wolfram Heinrich
Doch, in den 50er Jahren haben sich schon einige Gedanken um die "Zigeuner" gemacht, beispielsweise die Männer vom BKA. Es gab jüngst eine Untersuchung zur (Früh)-Geschichte und den braunen Wurzeln desselben. Ich habe vor einem Jahr einen Vortrag aus dem laufenden Projekt gehört. Ich weiß nicht, ob es das Buch schon gibt.
Das BKA hatte am Anfang kaum Befugnisse, weil die Polizeien Ländersache sind. Also begab es sich auf die Suche - und entdeckte u.a. die "Zigeuner" für sich. Diese galten als nicht seßhaft und damit waren nach Meinung des BKA auch nicht die Länder zuständig. Die zuständigen Sachbearbeiter beim BKA wiederum könnten sich freuen, waren doch etliche schon vor 1945 in irgendwelchen "Zigeuerreferaten" von Polizei und Gestapo gewesen und konnten nun ihr Expertenwissen nutzbringend in den Dienst des neuen Staates stellen. Es gab ein vorrangiges Problem aus Sicht der BKA-Polizisten: Offenbar hatten viele "Zigeuner", die für Haft und Unrecht finanziell entschädigt worden waren, sich von diesem Geld Autos gekauft. Das machte sie, so die Bedrohungsanalyse des BKA in den 50ern, besonders gefährlich. Nun aber zu Pointe: Weil "Zigeuner" wenigsten zeitweise in den 50er Jahren als Opfer des Faschismus galten, musste man ihnen, ebenfalls zeitweise, in der Administration ein gewisses Maß an Respekt erweisen. So wurde, wenn ich mich richtig an den Vortrag erinnere, im BKA diese Bevölkerungsgruppe zur "mobilen ethnischen Minderheit" (oder so ähnlich). Kurz: anderes, netteres Label, aber weitgehend gleiche Sachbearbeiter.
claudia schrieb am 11.12.2011 um 09:44
@por:
Es kommt auf die Anwendung an. Dicht- und Prosakunst und bringen Vieles hervor, dem ich einen Nutzen sehe.
Angewandt auf die Formulierung der Herrschaftssprache, die stets schlimme Fakten mit verschleiernden Wortschöpfungen kandiert hat "Sprachakrobatik" Aufgabe der Herrschaftsstabilisierung.
claudia schrieb am 11.12.2011 um 10:05
@Wolfram:
Den Begriff "Judenvernichtung" kannte ich auch.
Er beschreibt einen wesentlichen Ausschnitt der Massenmorde des tausendjähriges Reiches.
Andere sagten, dass damals Juden, Regimegegner, Zigeuner, Homosexuelle massenhaft ermordet wurden. Weil es einfach ehrlicher und letztlich glaubwürdiger ist, nicht Teile eines Ganzen zu verschweigen und weil ich die Unterscheidung in "Mord 1. Ordnung" und "Mord 2. Ordnung" ablehne, benützte und benütze ich den Begriff Massenmord.
Manchmal muss man zwar dazu sagen, dass nichts verschweigen wollen kein Antisemitismus ist, sondern einfach bedeutet, nichts wegschweigen zu wollen. Aber den Aufwand ist mir die Ehrlichkeit wert.
miauxx schrieb am 11.12.2011 um 12:17
@Wolfram Heinrich

"Das täuscht. Als ich jung war, gab es nur das Wort "Reichskristallnacht" und ich hatte dieses Wort nie als verharmlosend oder gar nazitypisch empfunden. Die Wikipedia gibt mir recht: (...)"

Ich, obwohl wesentlich jünger als Du, kann mich auch noch gut an eine zumindest der Progromnacht gleichgeordnete Verwendung von Reichskristallnacht erinnern.
Auch wenn es bei Dir nicht so ist, und die Wikipedia dir in deinen Augen "recht gibt" - transportiert die Bezeichnung Reichskristallnacht nicht vielleicht doch einen Euphemismus für das Geschehen an diesem 9. November?! Für mich entsteht mit der Verbindung "Kristall" und "Nacht" durchaus ein Bild, das an die phantastische Stimmung eines Wintermärchens erinnert ... Naja, genauso kann man freilich auch die Assoziation des zerschlagenen Kristalls als Ausdruck des zerschlagenen "zusammengerafften Reichtums" der Juden verstehen.
Was sich im Volksmund zuerst und damals zusammensprach, ist ja die eine Sache. Eine andere ist, die betreffende Sache, gerade in der historischen Retrospektive, deutlich zu benennen. Und das vermag Reichskristallnacht in meinen Augen nicht. Der Assoziationsspielraum ist hier einfach zu groß. Du hast ja hier im thread an anderer Stelle selbst sinngemäß gesagt, wer die Begriffe bestimmt, bestimmt das Denken ...
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:55
@Wolram Heinrich

Der Begriff "Holocaust" hat nach der Fernsehserie die massenhafte Verwendung bekommen.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:57
@Wolfram Heinrich

Danke für Deine weitergehende Differenzierung, die mir so nicht bekannt war.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 14:59
@EH

Interessant. Ich wusstew nicht, dass die Zigeuner schon in den 50er Jahren Entschädigungen für das in der NS-Zeit erlittene Unrecht bekommen haben.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:00
@Claudia

Sprache hat sicher auch was mit Herrschaftsstabilisierung zu tun.
Man schaue ja nur mal die Nachrichten.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:30
@E H
So wurde, wenn ich mich richtig an den Vortrag erinnere, im BKA diese Bevölkerungsgruppe zur "mobilen ethnischen Minderheit" (oder so ähnlich). Kurz: anderes, netteres Label, aber weitgehend gleiche Sachbearbeiter.

Gut, aber das war Amtsjargon, den Begriff kannte "draußen" keiner.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:32
@miauxx
Auch wenn es bei Dir nicht so ist, und die Wikipedia dir in deinen Augen "recht gibt" - transportiert die Bezeichnung Reichskristallnacht nicht vielleicht doch einen Euphemismus für das Geschehen an diesem 9. November?! Für mich entsteht mit der Verbindung "Kristall" und "Nacht" durchaus ein Bild, das an die phantastische Stimmung eines Wintermärchens erinnert ...

Das kann schon sein, daß da für manche noch was anderes mitschwingt. "Kristall" bezieht sich übrigens auf Fensterscheiben, heute ein etwas altmodischer Ausdruck. Im Italienischen heißt "cristallo" immer noch auch Fensterscheibe.
Ich tue mir sehr schwer, in Reichskristallnacht eine Verharmlosung zu sehen. Nimm nur mal den Klang des Wortes, stelle dir das Wort "Reichskristallnacht" vor, ausgesprochen in der klirrenden Diktion von Josef Goebbels. Das Wort zerschneidet dir fast die Ohren, während mir Reichspogramnacht eher gemütlich in den Ohren klingt.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:36
@poor on ruhr
Der Begriff "Holocaust" hat nach der Fernsehserie die massenhafte Verwendung bekommen.

Es war zuvor allenfalls bei Fachleuten gebräuchlich. Die Fernsehserie hat auch noch anderes ausgelöst.


Ciao
Wolfram
E H schrieb am 11.12.2011 um 15:42
@poor
Die Entschädigungen an "Zigeuner" wurden auf keinen Fall systematisch gezahlt, sondern betrafen m.W. eher Einzelfälle. Es ging soweit ich weiß meist um Entschädigungen für erlittene Haft, die man ja als anerkanntes Opfer des Faschismus zunächst fast überall im besiegten Deutschland beantragen konnte (Ost und West). Aber einige der Leute haben sich dann offenbar KfZs zugelegt und das war den BKA-Beamten suspekt.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:49
@Wolfram Heinrich

Danke für die Warnung und den Tip mit den Stück trockenen Brot! ;)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:50
@Wolfram Heinrich

"Gut, aber das war Amtsjargon, den Begriff kannte "draußen" keiner."

Stimmt, aber als Amtsjargon ist der Begriff schon befremden genug.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:53
@Wolfram Heinrich

Ich finde Reichprogromnacht auch nicht gerade gemütlich. In dieser dunklen Zeit hätte ich kein Jude in Deutschland sein mögen. :(
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 18:54
@Wolfram Heinrich

Danke für den erstaunlichen Zeitungsartikel.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:01
@E.H.
"Die Entschädigungen an "Zigeuner" wurden auf keinen Fall systematisch gezahlt, sondern betrafen m.W. eher Einzelfälle."

Danke für die inbteressante Konkretisierung.
Diese BKA-Beamten denen das suspekt war ,hatten 10 Jahre zuvor wohl nochh in Amtsstuben gesessen, an denen ein Bild von Adolf Hitler an der Wand zu hängen pflegte.
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:05
@ wolfram Heinrich

"Die Fernsehserie hat auch noch anderes ausgelöst"

Ja, weil es gelang aus Worten, Zahlen und Fakten, ein Schicksal zu machen. 6 Millionen Juden ist etwas unvorstellbares - unser Gehirn kann daraus kein Bild generieren. Genau das aber, das Generieren von Bildern ist jener Fernsehserie (die ich seinerzeit nicht anschauen durfte) gelungen. Durch das "Runterbrechen" des Unvorstellbaren auf eine konkrete Familie wurde es für die Menschen begreifbar, fassbar. Erst das hat bei vielen Menschen wirklich Mitgefühl ausgelöst.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:09
@Ismene

Kann man es do sagen, dass mitfühlende und menschliche Sprache Bilder braucht?
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:21
Hallo poor!

"Kann man es do sagen, dass mitfühlende und menschliche Sprache Bilder braucht?"

So kann ich das nicht beantworten. Aber eins weiß ich sicher: Wenn ich Menschen anrühren will (in Sinne von, sie berühren), dann muss ich eine Sprache finden, mit der sie sich indentifizieren können. Ich kann mich erinnern, dass ich viel über die Ermordung der Juden durch den deutschen Faschismus wusste, aber erst erfassen konnte, was das wirklich bedeutete, nachdem ich ein Kinderbuch zu dem Thema las. Es hieß "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" oder so ähnlich. Meine Omma hat mir dann auf Nachfrage viel erzählt. Aber das reine Faktenwissen hat bei mir keine Betroffenheit ausgelöst.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:27
Hallo Ismene,

"Aber das reine Faktenwissen hat bei mir keine Betroffenheit ausgelöst."

Das ist wohl so. Auch Viele von den 68ern haben erst über den Holocaust geheult, als sie die schlimmen Fôtos und Filme sahen.
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:35
Heute arbeite ich zum Teil mit Jugendlichen und wenn ich bei denen etwas erreichen will, erzähle ich Geschichten, die etwas mit ihnen zu tun habe oder ich wähle drastische Bilde. Wenn alle sieben Sekunden ein Kind verhungert, dann stirbt qualvoll ein Kind jetzt
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:36
und jetzt
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:40
und jetzt

usw.

Wenn ich aber sage, es verreckt ein Kind, geht das mit der Betroffenheit viel schneller. Ob ich Bilder zeigt oder welche im Kopf erzeuge, ist egal. Wichtig ist, das Bild, das Gefühl, das Geräusch oder der Geschmack oder Geruch.

Sinnhaftes Erleben erzeugt Betroffenheit.

Jedenfalls glaube ich das.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:00
@poor on ruhr
Danke für die Warnung und den Tip mit den Stück trockenen Brot! ;)

Das ist voll der Punk, der da abgeht in diesem Lied.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:02
@poor on ruhr
Ich finde Reichprogromnacht auch nicht gerade gemütlich.

Ich bezog mich auf den Klang der Wörter. Stell dir Goebbels vor, wie er "Reichspogromnacht" ausspricht und dann "Reichskristallnacht". Beim zweiten Wort hörst du direkt noch, wie die Scheiben klirren.
Übrigens: "Pogrom" heißt das Wort, "Progrom" ist allerdings eine in Deutschland sehr beliebte Falschschreibung. Das Wort ist anscheinend doch nicht so heimisch hierzulande, für einen Deutschen klingt Pogrom doch sehr akademisch, das Wort transportiert keine Assoziationen und Nebenbedeutungen. Von daher klingt "Reichspogromnacht" in meinen Ohren verharmlosend gegenüber "Reichskristallnacht". Wird ein Begriff in ein Fremdwort gegossen, so klingt er harmloser, klinisch rein gewissermaßen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:03
@poor on ruhr
Danke für den erstaunlichen Zeitungsartikel.

Es ist die Kombination der beiden Ausschnitte. Beim ersten Ausschnitt aus der Frankfurter Rundschau denkst du noch, ob die in ihrer Einschätzung nicht doch etwas übertreiben. Und paar Tage später kommt eine Meldung aus der Wirklichkeit, die an Absurdität die erste noch übertrifft.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:10
@Ismene
Es hieß "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" oder so ähnlich.

Es heißt genau so und ist von Judith Kerr.

Ciao
Wolfram
Ismene schrieb am 12.12.2011 um 09:42
Guten Morgen Wolfram,

"Es heißt genau so und ist von Judith Kerr."

Danke schön.
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 20:53
@Ismene

Deine Arbeit finde ich sehr ehrenwert! Ich befürchte nur, dass bei den Hungertoden der Kinder sich ganz viele Herzen verschließen. Die werden einfach dicht gemacht. Dann sind alle Anderen verantwortlich,nur nicht man und frau selbst. Da helfen dann wohl auch keine Bildermehr. :(
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:06
@Ismene

:(
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:07
@Ismene

:(

"Sinnhaftes Erleben erzeugt Betroffenheit."

Ich hoffe,dass Du recht hast!
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:08
@Wolfram Heinrich

Washat derPunk denn in einem Heimatlied verloren? ;)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:13
@Wolfram Heinrich

Ach so der Klang der Wörter. Da habe ich leider nicht genau genug gelesen. Beim Klang der Wörter,weiss ich was Du meinst.

"Wird ein Begriff in ein Fremdwort gegossen, so klingt er harmloser, klinisch rein gewissermaßen."

Vpllkommen richtig!
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:14
@Wolfram Heinrich

"Und paar Tage später kommt eine Meldung aus der Wirklichkeit, die an Absurdität die erste noch übertrifft."

Soist es! ;)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:33
@Wolfram Heinrich

"Als Hitler das rosa Kaninchen stahl"

Den Titel kenne ich auch, aber ich habe das Buch nie gelesen.
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 20:41
@poor

"Ich befürchte nur, dass bei den Hungertoden der Kinder sich ganz viele Herzen verschließen. Die werden einfach dicht gemacht. Dann sind alle Anderen verantwortlich,nur nicht man und frau selbst. Da helfen dann wohl auch keine Bildermehr. :("

Das mag sein, aber - das ist vielleicht Trick 17, funktioniert aber - ich rede nicht von Schuld und ändern kann das ein einzelner sicher auch nicht. Und trotzdem - so meine Argumentation - profitieren wir von dieser Armut oder andersrum: viele Menschen müssen hunger, sterben, schrecklich leben, damit wir so leben können, wie wir es tun. Mag sein, dass ich damit nicht viel erreiche, aber mir ist der Gedanke unerträglich, dass junge Menschen heranwachsen, ohne dass ihnen jemals irgendwer ein anderes Bild von der Welt vermittelt als die berüchtigten drei K (Kirche, Küche, Kabelfernsehen). Auffallend jedenfalls ist, dass sie davon zu Hause meist nix erzählen, aber in der Schule. Ich wohn auf dem Lande, da wird man sowas gewahr...
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 20:45
@poor:
""Sinnhaftes Erleben erzeugt Betroffenheit."

Ich hoffe,dass Du recht hast!"

Wenn das nicht wenigstens in der Hälfte der Fälle stimmt, dann kann ich mir gleich die Kugel geben. Glaubhaft sein, kommt noch dazu.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:24
@Ismene

"Und trotzdem - so meine Argumentation - profitieren wir von dieser Armut oder andersrum: viele Menschen müssen hunger, sterben, schrecklich leben, damit wir so leben können, wie wir es tun"

Das ist richtig. Du manchst Dir gute und vor allem die richtigen Gedanken. Es sollte schon mehr geben als die 3 K.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:25
@Ismene

"Wenn das nicht wenigstens in der Hälfte der Fälle stimmt, dann kann ich mir gleich die Kugel geben. Glaubhaft sein, kommt noch dazu."

Sicher ist es bei 90 % so. Du bist glaubhaft.
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 21:38
Hallo Poor!

"Sicher ist es bei 90 % so. Du bist glaubhaft."

Das ist aber nett! Und Du kennst mich nur vom Schreiben...

Was die drei K angeht, so ist die Welt für viele Menschen in meinem Umfeld erschreckend in Ordnung. Aber ich bin überzeugt, dass Veränderung auch von unten kommen muss. Und da hilft - bei aller Freude am Diskutieren - eine gute Idee nicht weiter. Wir müssen sichtbar anders handeln und aushalten, dass die Leute gucken und reden. (Ich lebe auf dem Land - aus der großen Stadt zugezogen) Für mich ist das in Ordnung, aber für meine Kinder mache ich mir da schon mal Gedanken (aber nur kurz).

Liebe Grüße
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:44
@Ismene

"Aber ich bin überzeugt, dass Veränderung auch von unten kommen muss."

Ganz genau, anders wird es nicht gehen!

Auf die Politiker kann man da lange warten.

LG

por
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 22:11
Das ist wohl wahr. Allerdings ist auch die Veränderung von unten und in kleinen Schritten so mühsam und langsam...

Stöhn, heul, ...

Was fällt mir dazu ein?

"Und trotzdem weiter, nicht resignieren. Das Gras sprengt den Beton. Wir werden nicht verlieren!"

Ist das süß? AgiProp der 70er...
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:56
@Ismene

"Und trotzdem weiter, nicht resignieren. Das Gras sprengt den Beton. Wir werden nicht verlieren!"

So ist ES!
Ismene schrieb am 14.12.2011 um 21:06
Ja, so ist es.

Aber gestern Abend hatte ich eben diesen alten Song im Ohr. Dortmunder Original.

Der bleibt auch immer noch richtig.
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:13
@Ismene

"Der bleibt auch immer noch richtig."

GaNZ GENAU!
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 02:26
Nachtrag:
...der Zigeunerschnitzel wird zum Sinto oder Rom...

Du liebes Bißchen, es muß natürlich heißen "...der Zigeuner wird..."

Ciao
Wolfram
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 21:51
Jetzt hab ich noch mal überlegt und bin etwas schockiert.

Für meine Omma sah mein Zimmer immer aus "wie bei den Hottentotten" und ich "wie 'ne polnische Haigeige".

Und noch schlimmer: meine Mutter pflegte ein triumphales Rechthaben "einen inneren Reichsparteitag" zu nennen.

Ich hör jetzt auf weiter darüber nachzudenken. Wer weiß, an was ich mich noch erinnere...
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:55
@Ismene

Sehr gut und ehrlich. Respekt dafür.

Dieser unsägliche "innere Reichsparteitag" ist mir auch ein sehr böser und von mir gar nicht geschätzter Begriff, aber ich kenne ihn eben doch. :(

Vielen Dank.

Vielen
Ismene schrieb am 10.12.2011 um 22:01
Ja, gibt es wahlweise auch als "inneren Vorbeimarsch" oder "inneres Laubhüttenfest".

Als Kind klangen die Worte lustig, heute bleibt mir die Spucke weg.

Hab noch einen schönen Aben!
Achtermann schrieb am 11.12.2011 um 06:17
Während der Fußball-WM 2010 gab es im ZDF einen Dialog zwischen der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn.

Müller-Hohenstein über ein Tor eines dt. Stürmers:

"Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft." Kahn: "Ja, das ist für ihn eine Erlösung."

Müller-Hohenstein moderiert noch immer. Das ZDF sagte, so etwas käme nie mehr vor.
tlacuache schrieb am 11.12.2011 um 09:26
Achtermann schrieb am 11.12.2011 um 06:17
""Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass der heute hier trifft." Kahn: "Ja, das ist für ihn eine Erlösung."...

Genial Achtermann, immerhin hat er nicht "Endlösung" gesagt
:-)))))))))
;-)
rago42 schrieb am 11.12.2011 um 09:27
"Müller-Hohenstein moderiert noch immer. "

Warum sollte sie auch nicht mehr moderieren?
Die meisten Menschen sagen solche Sachen, ohne es böse zu meinen oder irgendwelchen diesbezüglichen Inhalte vermitteln zu wollen.
Sollte sich sowas bei einem Moderator allerdings häufen und man könnte Absicht unterstellen, dann kann bzw muss er gefeuert werden.

Judenvernichtung vs Holocaust.

Ja, Judenvernichtung trifft das Barbarische und Teuflische der Sache viel besser als Holocaust.
Andererseits geraten bei dem Begriff natürlich die anderen (Schwule, Zigeuner u.a.) von den Nazis Verfolgten und Ermordeten aus dem Blickfeld.
claudia schrieb am 11.12.2011 um 11:46
>>Die meisten Menschen sagen solche Sachen, ohne es böse zu meinen oder irgendwelchen diesbezüglichen Inhalte vermitteln zu wollen.<<
Ja. Was man oft gehört hat, geht einfach in den "Sprachschatz" ein.
Das fängt an mit "Mama und "Papa" und setzt sich fort. Würden die Eltern sich auch im Gegenwart des Kindes ausschliesslich mit "Inge" und "Paul" anreden, dann würde das Kind niemals sagen "Papa" und "Mama", sondern "Inge" und "Paul".

So ist es eben auch mit Worten und Redewendungen, die man später hört: Was oft gehört wird, ist im Speicher präsent und kann leichter abgerufen werden als selten Gehörtes. Und es erspart die Mühe, sich selber auszudrücken. So können einige wenige "Sprachmentoren" die Umgangssprache prägen.
Man ist sicher, dass das oft Gehörte von allen verstanden wird, ohne Nachfrage: "Versteh ich nicht. Was meinst du denn damit?".

Man könnte ja auch sagen, "es war mir ein inneres Weihnachtsfest" oder Ähnliches.
"Eine innere Revolution" sagt man natürlich lieber nicht: Man weiss ja nie wer da zuhört und es eventuell zu ernst nimmt.

Dieses Speichern und Aufrufen von Gehörtem oder Gelesenem wird von der Produktwerbung benützt: Lange Zeit hiess das Synonym für Hautcreme „Nivea“ und das Papiertaschentuch heisst heute noch „Tempo“: Man sagt eben so.

Auch, dass „die Arbeitslosen“ faul sind wurde oft gehört und gelesen: Man muss während des Nachplapperns nicht nachdenken. Solange man noch nicht selber betroffen ist.

Eine Ausnahme kenne ich aber: Wie oben schon von Wolfram Heinrich geschrieben wurden die Begriffe „Kündigungen“ und „Massenentlassungen“ vor knapp 30 Jahren durch die Worthülse „Freisetzungen" ersetzt. Kaum jemand von meinen Kolleg/innen hat den Propagandabegriff übernommen, er blieb Kapitalistenjargon.
Allerdings waren trotzdem Viele bereit, nachzuplappern, dass die einmal Freigesetzten "faul" seien, "keinen Schulabschluss hätten" und schmarotzend das dolce far niente genössen: Das wird man wohl noch sagen dürfen.
An dem Beispiel kann die merkbefreite Unlogik des Nachplapperns gut aufgezeigt werden.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:04
@claudia

Vielen Dank für Deine wertvollen Gedanken.

Nachplappern tut wirklich nicht gut. Es tötet das Denken.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:05
@rago42

Danke für Deinen Kommentar.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:07
@tlacuache

Ja, jas unsere lieben Fußballspieler, aber wenn Poldi nach schalke kommt , wird alles wieder gut. :)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:08
@AchtermaNN

"Das ZDF sagte, so etwas käme nie mehr vor."

Da gab´s wohl ein Donnerwetter inder Redaktionskonferenz
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:29
@Achtermann
Müller-Hohenstein moderiert noch immer.

Es gab einen Mordsaufruhr damals.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:31
@rago42
Ja, Judenvernichtung trifft das Barbarische und Teuflische der Sache viel besser als Holocaust.
Andererseits geraten bei dem Begriff natürlich die anderen (Schwule, Zigeuner u.a.) von den Nazis Verfolgten und Ermordeten aus dem Blickfeld.


Auch der Begriff Holocaust bezieht sich ausschließlich auf die Vernichtung der Juden.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:03
@Wolfram Heinrich

....aber der Begriff Judenvernichtung kann sich dorch auch nur auf den Massenmord der Juden durch die Nazis beziehen, oder ?
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:04
@poor on ruhr
....aber der Begriff Judenvernichtung kann sich dorch auch nur auf den Massenmord der Juden durch die Nazis beziehen, oder?

Richtig. So gesehen ist es synonym mit "Holocaust" oder "Shoa". Aber das deutsche Wort klingt halt direkter, brutaler - kurz: wahrer.

Ciao
Wolfram
Anchesa schrieb am 13.12.2011 um 19:22
@ismene
unser Zimmer sah immer aus, als hätt "ne Bombe eingeschlagen" - gemeint waren auch die "Hottentotten"
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:18
@Anchesa

"als hätt "ne Bombe eingeschlagen" -"

Sehr gutes Beispiel, da sind die Kriegstrumata auch noch geradezu mit der Hand greifbar.

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:21
@Wolfram Heinrich

Ich bin da skeptisch. "Vernichtung" ist doch in der deutschen Sprache eher ein trockenes Wort.

"Mord" schockiert da schon eher.

LG

por
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 21:50
@Anchesa

Das Zimmer der Freundin meiner Tochter gleicht "einem Granatenabwurfstand - nach'm Einschlag!". Der Papa ist Soldat. Mehr braucht man nicht sagen.
Wolfram Heinrich schrieb am 14.12.2011 um 02:37
@poor on ruhr
Ich bin da skeptisch. "Vernichtung" ist doch in der deutschen Sprache eher ein trockenes Wort.
"Mord" schockiert da schon eher.


Sprich die beiden Wörter mal laut aus und lausche dem Klang. Mord, mit dem satten "o" in der Mitte hört sich fast gemütlich an, während Vernichtung... Ein rollendes "r" und ein spitzes, schrilles "i" in der Mitte.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:27
@Wolfram Heinrich

Ich versteh, wie Du Deinen Kommentar meinst. Dabei geht es ausschließlich um den Klang der Wörter.

Ist das nicht zu kurz gedacht?

Beim Lesen kommt doch in einer Milisekunde die Bedeutung ins Gehirn. Ich bin beim Lesen jedenfalls mehr auf die Bedeutung als auf den klang fixiert, weil ich nichgt laut lese, auch wenn ich das im Sinne meiner Aussprache tun sollte, was mir früher meine Logopädin riet!

Wenn es ausschließlich um den Klang geht müsste man Dir zustimmen, aber so sehr achte ich nie auf den Klang.

LG

por
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:57
@Achtermann

Fußballspieler haben nich ihre ganz eigene Sprache über die man oft nur staunen kann.
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:01
@claudia @rago42

"Die meisten Menschen sagen solche Sachen, ohne es böse zu meinen oder irgendwelchen diesbezüglichen Inhalte vermitteln zu wollen."

Leider kann esaber trotzdem böse ankommen , auch wenn es nicht so gemeint ist.

Wir sind alle nur Menschen und jeder kann mal was sagen, was er nicht so meint, aber wir haben auch Verantwortung für das, was wir sagen.
Das sollten wir auch nicht vergessen.

Das reale Leben spielt sich wahrscheinlich in der Mitte ab.
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:02
@Ismene

"Mehr braucht man nicht sagen."

Klar. Die Ausdrücke aus dem Beruf werden zuhause auch verwandt.
Wolfram Heinrich schrieb am 15.12.2011 um 09:24
@poor on ruhr
Ich versteh, wie Du Deinen Kommentar meinst. Dabei geht es ausschließlich um den Klang der Wörter.

So ganz ausschließlich nun auch wieder nicht. Wenn du jemanden erschlägst, dann ist das Mord, wenn du 100 Leute niedermachst ist das Massenmord. Was die Nazis angestrebt haben, war die systematische Ausrottung und Vernichtung der Juden. Es sollten nicht nur Leute umgebracht werden, sondern eine ganze kulturelle Tradition sollte vernichtet werden.

Wenn es ausschließlich um den Klang geht müsste man Dir zustimmen, aber so sehr achte ich nie auf den Klang.

Wahrscheinlich tust du es doch, ohne drauf zu achten.
Bei der MPU müssen die Probanden einen ziemlich anstrengende Reaktionstest absolvieren. Sie bekommen verschiedene Farb /Lichtsignale, auf die Sie entsprechend reagieren müssen, dazu zwei Töne. Ertönt der dumpfe Brummton drücken Sie auf die Taste mit dem Buchstaben T für tief, hören Sie dagegen den schrillen Pfeifton, so drücken Sie auf H wie hoch.
Nun waren mir immer wieder Testauswertungen mit relativ schlechtem Gesamtergebnis aufgefallen, die gute bis sehr gute Ergebnisse bei den optischen Signalen zeigten, bei den beiden Tönen dagegen dramatisch abfielen, ganz auffallend viele Fehler und Verzögerungen zeigten. Meine erste Vermutung war Schwerhörigkeit, die sich aber nie bestätigte. Auf Nachfrage, woher das schlechte Ergebnis bei den Tönen und nur bei den Tönen kommen könnte, zeigten sich die Probanden selber ratlos.
Erst nach einiger Zeit kam ich auf die Lösung.
Das Wort "hoch", das sich auf den schrillen Pfeifton bezieht, ist ein dumpfes Wort mit einem tiefen "O" als Vokal. Das Wort "tief" dagegen, an das ich bei dem dumpfen Brummton denken soll, ist ein schrilles Wort mit einem hohen "I" als einzigem Vokal. Leicht denkbar, daß sich gerade musikalische Menschen mit einem Gefühl für Töne von diesen Worten, die so gar nicht zu den Dingen passen wollen, die sie beschreiben, irritieren lassen.
Ich machte die Probe aufs Exempel. Ich befestigte einen Zettel neben dem "T", auf den ich das Wort "Brumm" schrieb, zusätzlich versehen mit einer schönen, runden Sinuskurve. Neben die Taste mit dem "H" schrieb ich "schrill", zusätzlich noch mit einer zackigen, harten Linie.
Und tatsächlich änderte sich bei diesem zweiten Versuch das Testergebnis dramatisch. Die Werte für die Töne hatten sich jetzt den übrigen Werten angepaßt, das Gesamtergebnis war deutlich besser geworden.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 10.12.2011 um 21:57
Ali macht um 10 Uhr zu. Muss leider "Tschüßi" sagen.
Magda schrieb am 11.12.2011 um 12:40
Beim Fotoreporter bei uns gabs eine Wendung, wenn ein s/w-Foto gar zu dunkel ist: "Das sieht ja aus wie der Kampf nackter Neger im Tunnel".

Oder: "Das gibts in keinem Russenfilm" - wurde gern für allerlei Unglaubliches verwendet.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 15:02
@Magda

Danke. Kannte ich auch noch nicht.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 15:33
@Magda
Beim Fotoreporter bei uns gabs eine Wendung, wenn ein s/w-Foto gar zu dunkel ist: "Das sieht ja aus wie der Kampf nackter Neger im Tunnel".

Da schwingt aber wohl kaum Rassismus mit. Die Redensart heißt schlicht "schwarz vor schwarzem Hintergrund". Der Neger, vor allem der Kongoneger, ist halt nun mal kohlpechrabenschwarz.

Oder: "Das gibts in keinem Russenfilm" - wurde gern für allerlei Unglaubliches verwendet.

Euch hat man wohl mit "Russenfilmen" zugesoßt. Ich glaub gerne, daß diese Propagandaschinken den Volksmund auf den Plan rufen.

Ciao
Wolfram
E H schrieb am 11.12.2011 um 15:45
@ Magda
Ich kenne die Variante: "Das ist ja wie im (wahlweise: schlechtem) Russenfilm!", die allerdings dasselbe sagt wie die schon genannte.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:06
@Wolfram Heinrich

"Da schwingt aber wohl kaum Rassismus mit. Die Redensart heißt schlicht "schwarz vor schwarzem Hintergrund". Der Neger, vor allem der Kongoneger, ist halt nun mal kohlpechrabenschwarz."

Habe auch so gedacht wie Du, aber man darf nicht vergessen, dass auch das Wort "Neher " heute als rassistisch gilt und außerhalb der political correctness liegt.

Bei den "Russenfilmen" stimme ich Dir voll zu.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:05
@poor on ruhr
Habe auch so gedacht wie Du, aber man darf nicht vergessen, dass auch das Wort "Neger " heute als rassistisch gilt und außerhalb der political correctness liegt.

Ich vergesse das nicht. Ich bin - wie ich oben schrieb - militanter Negersager. Ich kann an dem Begriff nichts Diskriminierendes entdecken.

Ciao
Wolfram
claudia schrieb am 12.12.2011 um 05:20
>>Ich bin - wie ich oben schrieb - militanter Negersager.<<
Wahrscheinlich war es diskriminierungsmindernd gemeint, die Mohren "Neger" zu nennen.
Als ich klein war, gab es noch ein Relikt aus der "Mohren"-Zeit: Den "Mohrenkopf", der dann zum "Negerkuss" wurde und weiter zum Schoko- oder Schaumkuss.

Andererseits war in den USA der "Nigger"* ein Sklave bzw. Nachkomme der Sklaven. Das überschneidet sich wahrscheinlich mit dem deutschen "Neger".

Interessant in dem Zusammenhang wäre, wie in "Schwarzafrika" die Menschen mit der erblichen Hautpigmentstörung genannt werden, die sich selber "Weisse" nennen.

---
*Abwandlung von "Negro", was die verschleppten Afrikaner der ersten Generation nicht korrekt englisch aussprechen konnten.
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 06:06
@claudia
Wahrscheinlich war es diskriminierungsmindernd gemeint, die Mohren "Neger" zu nennen. Als ich klein war, gab es noch ein Relikt aus der "Mohren"-Zeit: Den "Mohrenkopf", der dann zum "Negerkuss" wurde und weiter zum Schoko- oder Schaumkuss.

Interessanterweise kommt ja das Wort "Mohr" von "Maure", das heißt damit waren ursprünglich die Araber gemeint, was sich dann später auf Schwarzafrikaner verschoben hat. In der Wikipedia habe ich übrigens gefunden, daß Äthiopien auf das altgriechische Wort ethiopos (für „verbranntes Gesicht“) zurückgeht. Äthiopier sind schwerpunktmäßig keine Neger im engeren Sinne, erinnern mehr an Araber.
Übrigens ist Mohrenkopf und Negerkuß nicht dasselbe.
Das ist ein Mohrenkopf

und das ein Negerkuß
.

Andererseits war in den USA der "Nigger"* ein Sklave bzw. Nachkomme der Sklaven. Das überschneidet sich wahrscheinlich mit dem deutschen "Neger".

Der Nigger war aber von Anfang von Weißen als abschätzige Bezeichnung gedacht, auch wenn sich die negroes selber so bezeichneten. Im Deutschen etwa wird das Wort "Jidd" für Jude abschätzig verwendet, auch wenn das Wort auf die Selbstzeichnung der jiddisch(!)sprachigen Juden zurückgeht.

Interessant in dem Zusammenhang wäre, wie in "Schwarzafrika" die Menschen mit der erblichen Hautpigmentstörung genannt werden, die sich selber "Weisse" nennen.

Wahrscheinlich "Whites", obwohl das natürlich ein Schmarrn ist, so weiß sind wir gar nicht. Und wir sind bestrebt, uns möglichst abzubräunen, damit wir nicht gar so käsig ausschauen.

Ciao
Wolfram
claudia schrieb am 12.12.2011 um 06:54
@Wolfram:
Möglicherweise gab es bei der Bezeichnung von Süssem regionale Unterschiede. In Friedrichshafen hiessen die "Negerküsse" in den 50er Jahren "Mohrenköpfe". Den Begriff "Negerkuss" lernte ich erst kennen als mir die Dinger schon zu süss waren.

>>Und wir sind bestrebt, uns möglichst abzubräunen, damit wir nicht gar so käsig ausschauen.<<
Früher mal war die "vornehme Blässe" ein Beweis dafür, dass man es nicht nötig hat, auf dem Feld zu arbeiten. Im 19. Jahrhundert änderte sich das: Die Arbeiter in den Industriestädten waren bleich wie Magerquark.
Damit wurde gebräunte Haut zum Beweis, dass man es nicht nötig hat, das ganze Leben unter der Rauchglocke einer Industriestadt zu verbringen.
Dann aber, als Arbeiter mehr Kaufkraft und mehr freie Zeit hatten, war die "Urlaubsbräune" plötzlich wieder "prolo", zumal auch die alte Seefahrerkrankheit Hautkrebs neu entdeckt wurde.

Nun steht möglicherweise abermals eine Änderung an: Wer sich noch einen Mittelmeerurlaub leisten kann, wird vielleicht die "Haut wie ein Grillhendl" wieder zum Symbol für "Besserverdienend" erheben.
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:02
@Claudia

Genau, Warum muss es denn ein "Negerkuss" sein,der Schokokussist doch genau so eine wohlschmeckende sinnliche Erfahrung.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:13
@Claudia

Die Geschichte der inneren Bräune in den Köpfen so mancher deutscher Menschen war mit Hitler leider auch nicht zu Ende. Vielen Dank aber für Deinen Kommentar zur äußeren Bräune auf der Haut. Sehr interessant.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:17
@Wolfram Heinrich

"Ich vergesse das nicht. Ich bin - wie ich oben schrieb - militanter Negersager. Ich kann an dem Begriff nichts Diskriminierendes entdecken."

Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich die allgnmeine Wahrnehmung der Sprache im Laufe der zeit sehr ändert. Ein Kanzler war im Nittelalter nicht sehr viel. Heute ist er oder sie Staatchef/in der BRD oder Österreichs.

Wenn die Schwarzen sich heute durch das wort "Neger " eben doch beleidigt fühlen. sollte man dem Rechnung tragen.

LG

por
Wolfram Heinrich schrieb am 14.12.2011 um 02:31
@poor on ruhr
Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich die allgnmeine Wahrnehmung der Sprache im Laufe der zeit sehr ändert. Ein Kanzler war im Mittelalter nicht sehr viel.

Och, so ganz wenig war ein Kanzler auch im Mittelalter nicht.
de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_%28Regensburg%29

Wenn die Schwarzen sich heute durch das wort "Neger " eben doch beleidigt fühlen. sollte man dem Rechnung tragen.

Du wirst lachen, in den sechziger Jahren war es umgekehrt, da hatte das Wort "Schwarzer" so einen merkwürdigen und gar nicht guten Beigeschmack und "Neger" war neutral.
Jetzt nochmal, ich habe das, glaube ich, schon mal erklärt: Ich bin deshalb so bockbeinig, weil das Wort "Neger" sich nicht einfach im Lauf der Zeit in seiner Bedeutung verändert hat. Es wurde uns gezielt aufgeschwatzt - und zwar von heute auf morgen -, daß "Neger" ein Bäh-Wort sei. Kurz drauf kam der Zigeuner dran.
Diese Neger-/Zigeuner-Sprachregelungen erinnern mich an die geschlechtergerechte Sprache. Die deutsche Sprache und alle europäischen Sprachen sind männerzentriert. Die männliche Form eines Wortes ist stets die Grundform und sie wird immer dann angewandt, wenn man über das Geschlecht der beschriebenen Personen entweder nichts weiß oder wenn es sich um gemischte Populationen handelt.
Daß das so ist, ist kein Zufall, die Sprachen sind in männerzentrierten Gesellschaften entstanden und sie spiegeln diese Männerzentrierung wieder. Die Struktur dieser Sprachen ist, wenn du so willst, ein Meßinstrument, an dem sich historische Entwicklungen ablesen lassen.
Führe ich nun per Dekret einen geschlechtergerechten Sprach ein, so manipuliere ich am Meßinstrument herum. Ich treibe per Feuerzeug die Thermometeranzeige hoch statt die Wohnung zu heizen.
Der Weiße Mann hat dem Neger unglaublich viel Unrecht angetan. Wenn er nun (in Ansätzen) Abbitte dafür leistet, dann soll er dies gefälligst gegenüber dem Neger tun und nicht gegenüber Schwarzafrikanern, Afroamerikanern, Schwarzen und was der Umschreibungen mehr sind. Und schon gar nicht, schon überhaupt gar nicht, soll er sich aus der Abbitte dadurch herauswinden, daß er den Neger einfach wegdefiniert.

Ciao
Wolfram
claudia schrieb am 14.12.2011 um 07:02
Dass eine reine Wortänderung nichts am Inhalt ändert hat uns ja die Produktwerbung gesagt: "Raider heisst jetzt Twix".
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:29
@claudia

Genau ;). Trifft das auch nicxht auf ein bestimmtes Reinigungsmittel zu? ;)
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:36
@Wolfram Heinrich

Danke für Deinen Kommentar. Dass Du den "Neger" irgendwie abwertend meinst, würde ich dir nicht unterstellen. Das wäre sehr unverschämt, wenn man hier Deine Blogs und Kommentare liest und erkennt, wie sehr Du Dich für die Schwachen stark machst. ;)

Ich bin auch nur so bockig, weil ich bei solchen Bezeichnungen das Zeitgemäße für verdammt wichtig halte und das ist heute eben "Farbiger" und nicht "Neger",

Bei " Neger " stört mich auch sehr dieses ähnlich Klingende zur schlimmen Beleidigung "Nigger".

Hier achte ich mal auf den Klang. ;)

Sind die Männer bei der Sprache wirklich so wichtig?

Heißt es denn nicht Muttersprache?

Herzliche Grüße

por
Wolfram Heinrich schrieb am 15.12.2011 um 09:25
@poor on ruhr
Ich bin auch nur so bockig, weil ich bei solchen Bezeichnungen das Zeitgemäße für verdammt wichtig halte und das ist heute eben "Farbiger" und nicht "Neger",
Bei " Neger " stört mich auch sehr dieses ähnlich Klingende zur schlimmen Beleidigung "Nigger".


Ich habe dir doch Beispiele verlinkt, die zeigen, daß bei den Schwarzen in den USA die Bezeichnung "Farbiger" gar nicht gut ankommt, daß einige sogar das Wort "Nigger" für sich selbst zurückerobern wollen.

Sind die Männer bei der Sprache wirklich so wichtig?
Heißt es denn nicht Muttersprache?


Muttersprache ist zunächst nur ein Wort. Meine Söhne haben zwei Muttersprachen, die eine haben sie von der Mutter (und, nicht zu vergessen, von mir) gelernt haben, die andere haben sie in der Schule und auf der Straße gelernt.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 15.12.2011 um 20:28
@Wolfram Heinrich

"...daß einige sogar das Wort "Nigger" für sich selbst zurückerobern wollen."

Sicher, aber der Punkt ist eben dass ein Weisser dieses Wort eben nicht sagen darf. Das wird als schwere Beleidigung angesehen.
Wolfram Heinrich schrieb am 15.12.2011 um 21:30
@poor on ruhr
Sicher, aber der Punkt ist eben dass ein Weisser dieses Wort eben nicht sagen darf. Das wird als schwere Beleidigung angesehen.

Ich gebe dir zwei Aussagen zur Auswahl:
"Der Farbige Mensch, insonderheit der Schwarze afrikanischer Herkunft hat ein signifikant niedrigeres Intelligenz-Niveau als der Kaukasier."
und
"Der Neger und der Türke sind auch nicht blöder als wir, vorausgesetzt, sie haben gleichen Zugang zu Bildung."
Welche Aussage ist beleidigend, welche eher nicht?

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 21:06
@Wolfram Heinrich

Vielen Dank für Deine Antwort.

Ich finde beide Varianten sehr herabsetzend und sicher ist auch die darin enthaltene Behauptung falsch!

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 21:14
@Wolfram Heinrich

Kann da sein das der Begriff "Neger" in der bayrischen Mundart einfach geläufiger ist?

Hoffentlich habe ich mit dieser Frage nicht ein dummes Vorurteil über die bayerische Mundart von mir zum Besten gegeben.

Mir ist schon klar , dass die Bayern in der PISA-Studie Klassenbester sind.

Bei Dir würde ich nach dem Lesen Deiner Blogs und Kommentare eher von einem besonders hohen Bildungsniveau ausgehen und mir ist schon klar, dass Du nur sagst, was Du sagen willst!

Als Srry und nix für ungut!

Herzliche Grüße

por
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 07:32
@poor on ruhr
Ich finde beide Varianten sehr herabsetzend und sicher ist auch die darin enthaltene Behauptung falsch!

Was genau ist an der Behauptung "Der Neger und der Türke sind auch nicht blöder als wir, vorausgesetzt, sie haben gleichen Zugang zu Bildung" falsch?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 07:32
@poor on ruhr
Kann da sein das der Begriff "Neger" in der bayrischen Mundart einfach geläufiger ist?

Du frägst Sachen. Um es kurz zu machen: Ich habe keine Ahnung, aber es könnte schon sein, daß man hier das Wort "Neger" unbefangener verwendet als im Rest Deutschlands.
In meiner Kindheit und Jugend hat man jedenfalls, ich wiederhole mich, das Wort "Neger" ohne abwertenden Beiklang verwendet. Damals war die offene, brutale und zuweilen tödliche Rassentrennung (1) in den us-amerikanischen Südstaaten noch voll im Gange. Es gab viele engagierte Artikel dagegen und dabei war stets von Negern die Rede. Man wußte damals auch gar nicht, was man sonst hätte sagen können. "Schwarzer" hatte einen (zumindest leicht) abschätzigen Beiklang (außerdem war das Wort bereits für die CSUler üblich und also besetzt). Die damals aus den USA kommenden Schlagwörter "Black Power", "Black Muslim" oder "Black is beautiful" blieben unübersetzt. Eine zeitlang hatte man es mit "Farbiger" versucht, aber dieses Wort ist im Grunde ausgesprochen rassistischer, denn es umfaßt von der Bedeutung her eben nicht nur die Neger, sondern Menschen aller möglichen Hautfarben. Damit teilt man die Menschheit in zwei Gruppen, wir (die Weißen) und all die anderen. Rassistischer geht es nicht mehr. Und richtig, die Rassisten in den USA verwendeten das Wort:

Vor zwei Jahren hat man mir in der ZEIT-Community das Wort "Neger" aus einem Kommentar gestrichen und mich ermahnt, doch keine rassistischen Vokabeln zu verwenden. Daraufhin habe ich ihnen einen Artikel von Rudolf Walter Leonhardt, erschienen 1989 in der ZEIT, um die Ohren gehauen. Leonhardt war Feuilleton-Chef der ZEIT, später stellvertretender Chefredakteur, der Artikel hieß "Unsere Sprache: Neger, Juden, Zigeuner - Über die Versuche, Schuldkomplexe terminologisch zu bewältigen".
www.zeit.de/1989/13/neger-juden-zigeuner
Obacht! Der Artikel ist offensichtlich eingescannt und nie korrigiert worden. Fehlerfrei (wenn auch etwas mühsam) kann man ihn hier als PDF-Dokument lesen:
pdfarchiv.zeit.de/1989/13/neger-juden-zigeuner.pdf

In den fünfziger Jahren hat bei uns auf der Wiese ein Besatzungskind (so hieß ein Halbneger damals) mitgekickt. Er hieß mit Vornamen Oskar, seinen Familiennamen habe ich nie erfahren, denn er hieß bei uns nur "der Neger Oskar". Heute weiß ich natürlich, daß diese Bezeichnung, die wir von den Erwachsenen übernommen hatten, von den Erwachsenen geringschätzig gemeint war. Nicht das Wort "Neger" an sich, sondern die Kombination "der Neger Oskar", während andere Leute "der Lindinger Sepp" hießen.
Für uns war "der Neger Oskar" eine neutrale, nicht weiter hinterfragte Bezeichnung, auch er selber hat nie dagegen protestiert. Ich kann mich noch gut erinnern, daß für uns seine dunkle Hautfarbe zwar auffallend war, klar, daß wir sie aber nicht für der Rede wert befunden haben. Das war einfach so, mei.
Rassismus, das habe ich daraus gelernt, kommt nicht von innen, Rassismus muß man lernen.

Ciao
Wolfram
(1) Ja, "Rassentrennung", nicht "Phänotyp-Trennung".
Magda schrieb am 11.12.2011 um 16:17
Es gibt auch noch so eine Wendung "Nur keine jüdische Hast". Da habe ich mal eine Jüdin gefragt, wie die das findet. Die fand es - wegen der Hektik und des Gewusels, den diese Wendung assoziiert - nicht gut. Es soll ja auch die Nähe von Handeln und Judentum bedeuten.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 16:35
@Magda
Es gibt auch noch so eine Wendung "Nur keine jüdische Hast".

Ich kenne das in der politisch etwas korrekteren Fassung "Nur keine unchristliche Hast". Es hat lange gedauert, bis ich dahinterkam, daß da auf Juden angespielt wurde.
Und dann hat's noch den Spruch "Es geht hier zu wie in einer Judenschule". Zu Zeiten, da man in deutschen Schulen noch die Hände auf die Bank legen mußte und nur reden durfte, wenn man gefragt wurde, war es auf der Judenschule wohl etwas lebendiger.
Außerdem heißt "d'Schul" nicht nur die Schule, sondern auch die Synagoge, das ganze Gemeindezentrum.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:08
@Magda

Da kann ich die Jüdin, die Du gefragt hast gut verstehn.
Ich finde es auch nicht gut.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:09
@Wolfram Heinrich

Danke. Ist ja toll, was Du alles weisst. Ich bin begeistert. :)
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:06
@poor on ruhr
Ist ja toll, was Du alles weisst. Ich bin begeistert. :)

Ich auch. Bei Selbstgesprächen sieze ich mich inzwischen.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 12.12.2011 um 16:58
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:06

"Ich auch. Bei Selbstgesprächen sieze ich mich inzwischen."

Bevor du einmal die Woche vor dem Spiegel mit dir selber sprichst, gehst' aber scho´ noch mal zum Friseur und holst Dir deine gebuegelten Hemden von der Reinigung ab...
Da muss man wohl innerlich anlauf nehmen:
"Mensch Wolfram, Sie sind SOOO Toll"
(Sektflaschknallgeraeusche im Hintergrung)
;-))))

P.S.
Ich darf Sie duzen, Sie selber nicht,
Har Har, welch droeges Schicksal
;-)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:35
@Wolfram Heinrich

"Ich auch. Bei Selbstgesprächen sieze ich mich inzwischen." :)

Muss ich dann schon Euer Durchlaut sagen? :)
Wolfram Heinrich schrieb am 13.12.2011 um 03:36
@tlacuache
"Ich auch. Bei Selbstgesprächen sieze ich mich inzwischen."

Bevor du einmal die Woche vor dem Spiegel mit dir selber sprichst, gehst' aber scho´ noch mal zum Friseur und holst Dir deine gebuegelten Hemden von der Reinigung ab...


Ich geh dreimal im Jahr zum Friseur.

"Mensch Wolfram, Sie sind SOOO Toll"

Ich bewundere Ihre Urteilskraft.

Ciao
Wolfram
tlacuache schrieb am 13.12.2011 um 07:01
Columbus 4.0:
Spindoctor fuehrt Selbstgespraeche:
"Darf ich mich auf Ihre Couch legen?
Na klar, nehmen Sie Platz"...
;-)
Magda schrieb am 11.12.2011 um 16:19
Es sieht aus wie bei Hempels unterm Sofa. Ob sich da nicht alle "Hempels" diskriminiert fühlen müssten.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:11
@Magda

Wieviele Hempels es in dEutschland wohl geben mag?

Cindys soll es in Marzahn über 150 geben! :)
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 11.12.2011 um 16:49
156 Einträge und noch immer fehlt die "Polnischen Wirtschaft".
Ein Hoffnungsschimmer, dass Sprache sich doch auch mal eines Stereotyps entledigt?
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 17:51
@Heiko Zorn-Bürger
156 Einträge und noch immer fehlt die "Polnischen Wirtschaft".
Ein Hoffnungsschimmer, dass Sprache sich doch auch mal eines Stereotyps entledigt?


Nein. Es liegt an der polnischen Wirtschaft, die hier herrscht. Kein Plan, kein System, kein Nichts. Ihr seids alle 1 Saubande, mich eingeschlossen.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:14
@Heiko Zorn-Bürger

Oh nein, die "polnische Wirtschaft" ist immer noch sehr präsent. Von Stereotypen in Vezug auf die Polen leben ganze Sendungen von Stefan Raab als Untote der neuen globalen Medienwelt.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:15
@Wolfram Heinrich

Als der eber dieses Blogs möchte ich Dir herzlich zugrunzen.
Wolfram Heinrich schrieb am 11.12.2011 um 19:24
@poor on ruhr
Oh nein, die "polnische Wirtschaft" ist immer noch sehr präsent. Von Stereotypen in Vezug auf die Polen leben ganze Sendungen von Stefan Raab als Untote der neuen globalen Medienwelt.

Scheiß auf den Raab, diese Feuermelder-Fresse (Reinhauen und weglaufen).
Kennst du der Familie Popolski?


Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 19:33
@Wolfram Heinrich

Kannte ich noch nicht, aber hört sich gut an. Danle für den Link. :)
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 11.12.2011 um 20:39
"Kein Plan, kein System, kein Nichts." ??
Na, wenn das so ist, dann bin ich allein ja schon mindestens 3 Saubanden.
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 11.12.2011 um 20:46
Man darf in der Freitag-Community bloggen und zugeben Stefan Raab Sendungen zu kennen!?
Freiheit hat mitunter 'was erschreckendes!
Ich leugne ja mittlerweile selbst den Besitz eines Fernsehers.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 20:50
@Heiko Zorn-Bürger

Als einfacher Eber kann ich da nicht mithalten. :(
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 11.12.2011 um 20:55
@poor on ruhr
Mit Stefan Raab? Nee, bestimmt nicht. ;-)
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 11.12.2011 um 20:55
@poor on ruhr

Mit Stefan Raab? Nee, bestimmt nicht. ;-)
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 20:59
@Heiko Zorn-Bürger

"Man darf in der Freitag-Community bloggen und zugeben Stefan Raab Sendungen zu kennen!?
Freiheit hat mitunter 'was erschreckendes!
Ich leugne ja mittlerweile selbst den Besitz eines Fernsehers."

Ich schäme mich ja auch pflichtbewusst. :(
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:00
@Heiko Zorn-Bürger

"Mit Stefan Raab? Nee, bestimmt nicht. ;-)"

Na ja, das gestehst Du mir wenigstens zu. Danke. ;)
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:08
Hallo Heiko Zorn-Bürger

"Man darf in der Freitag-Community bloggen und zugeben Stefan Raab Sendungen zu kennen!?"

Dürfen darf man eigentlich alles, aber: man muss bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben. Im Falle von Stefan Raab scheint das erträglich zu sein...
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:34
@Ismene

Bei beständigem Stedan -Raab-Konsum heisst die Konsequenz auch Verdummung.
poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 21:37
@Heiko Zorn-Bürger

"Mit Stefan Raab? Nee, bestimmt nicht. ;-)"

Und was ist, wenn doch?
Ismene schrieb am 11.12.2011 um 21:51
Wahrscheinlich, aber das kannste auch leichter kriegen. Und es ist letztendlich die Konsequenz jeglichen Fernsehkonsums.

Ich versucher derzeit jede Woche meinem sechjährigen Sohn nach dem Besuch der Oma klarzumachen, das Werbung lügt. Gaaaanz schwierig... ;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:09
@Heiko Zorn-Bürger
"Kein Plan, kein System, kein Nichts." ??
Na, wenn das so ist, dann bin ich allein ja schon mindestens 3 Saubanden.


Heutzutage muß halt jeder sein Bestes geben.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 04:10
@Heiko Zorn-Bürger
Ich leugne ja mittlerweile selbst den Besitz eines Fernsehers.

Du kannst dich immer rausreden, indem du sagst, du habest eine Stefan-Raab-Sendung in Auszügen auf YouTube gesehen. In meinem Fall stimmt das sogar.

Ciao
Wolfram
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 12.12.2011 um 10:05
@Ismene

Jetzt geb ich mich aber mal schwer beeindruckt!
Es ist also tatsächlich möglich "erträglich" und "Stefan Raab" in ein und demselben Satz zu formulieren...
;-))
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 12.12.2011 um 10:09
poor on ruhr:

Als einfacher Eber kann ich da nicht mithalten. :(

Heiko Zorn-Bürger:

"Mit Stefan Raab? Nee, bestimmt nicht. ;-)"

poor on ruhr:

Und was ist, wenn doch?

Heiko Zorn-Bürger:

Na, dann wär das wohl 'ne riesen Sauerei.
Heiko Zorn-Bürger schrieb am 12.12.2011 um 10:26
@ Wolfram

In diesem Sinne, könnte man diesen Blog also dazu nutzen nun, neben vorzüglich, anzüglich, abzüglich...
den Begriff "auszüglich" als Floskel einzuführen.

"Ich habe diesen Blog nur auszüglich genossen" klänge doch freundlicher als, das war mir alles zu blöd.
Andererseits... wer will online schon freundlich sein? Eine virtuelle Tortenschlacht versäumen, wäre ja wie ein "Neger" in der NHL. Irgendwie eine groteske Vorstellung. ;-))
claudia schrieb am 12.12.2011 um 10:46
Ich arme Sau habe nie verstanden, worin der Unterschied zwischen einer Sauerei und einer Eberei besteht.
Ist die Sauerei schweinischer als die Eberei oder umgekehrt?
Wolfram Heinrich schrieb am 12.12.2011 um 10:56
@claudia
Ist die Sauerei schweinischer als die Eberei oder umgekehrt?

Die Sauerei ist jedenfalls weiblicher als die Eberei.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:37
@Ismene

"Ich versucher derzeit jede Woche meinem sechjährigen Sohn nach dem Besuch der Oma klarzumachen, das Werbung lügt. Gaaaanz schwierig... ;-)" Wieso?
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:39
@Wolfrasm Heinrich

"Heutzutage muß halt jeder sein Bestes geben."

sprach der Eber als er der Sau seine Aufwartung machen wollte! ;)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:41
@Wolfram Heinrich

"Die Sauerei ist jedenfalls weiblicher als die Eberei."

Aber selbst die Erberei kann auf das weibliche Ei nicht verzichten,
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:42
@claudia

Als armer Eber darf ich Dir versichern, dass wir alle nur Menschen sind. Ob Sau oder Eber spielt dabei keine Rolle! :)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:44
@Heiko Zorn -Bürger

"Andererseits... wer will online schon freundlich sein?"

Ich. :)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:45
@Heiko Zorn-Bürger

"Na, dann wär das wohl 'ne riesen Sauerei."

:)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:46
@Heiko Zorn-Bürger

"Es ist also tatsächlich möglich "erträglich" und "Stefan Raab" in ein und demselben Satz zu formulieren...
;-))"

Wenn man will, geht fast alles! :)
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:49
@Wolfram Heinrich

"Du kannst dich immer rausreden, indem du sagst, du habest eine Stefan-Raab-Sendung in Auszügen auf YouTube gesehen. In meinem Fall stimmt das sogar."

Ich habe ähhhm Stefan Raab natürlich auch nur auf öhhhm youtube gesehen! ;) (Werde rot:))
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 20:50
@Heiko

"Es ist also tatsächlich möglich "erträglich" und "Stefan Raab" in ein und demselben Satz zu formulieren..."

Iiiich kann das, aber ich gebe zu, schon lange keinen Raab mehr gesehen zu haben. Ich kenne den eigentlich nur als "Prof. Hase" und das ist schon Lichtjahre her. Andererseits es wird soviel Dreck geboten, ob er da die Spitze ist, kann ich wirklich nicht beurteilen und stelle das "erträglich" hiermit zur Disposition.

;-)
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 20:56
@poor:

""Ich versucher derzeit jede Woche meinem sechjährigen Sohn nach dem Besuch der Oma klarzumachen, das Werbung lügt. Gaaaanz schwierig... ;-)" Wieso?"

Weil der das glaubt und dann irgendein Dreckszeug kaufen will. Sechsjährige im Laden können wirklich ekelig sein. Der kann die ganzen Werbesprüche auswendig und argumentiert damit!
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:06
@Ismene

"Weil der das glaubt und dann irgendein Dreckszeug kaufen will. Sechsjährige im Laden können wirklich ekelig sein. Der kann die ganzen Werbesprüche auswendig und argumentiert damit!",

Sehsjährige sind wohl so, aber aus der Sicht der Mutter oder des Vater hört sich das doch zumindest sehr schwierig an. Danke für Deine Impression.
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:08
@Ismene

"Andererseits es wird soviel Dreck geboten, ob er da die Spitze ist, kann ich wirklich nicht beurteilen und stelle das "erträglich" hiermit zur Disposition."

Sehr diplomatisch ausgedrückt. ;)
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 21:52
Lieber Poor,

"Sehr diplomatisch ausgedrückt. ;)"

So bin ich, ich kann nicht anders ;-)

Danke
poor on ruhr schrieb am 13.12.2011 um 21:56
@Ismene

"So bin ich, ich kann nicht anders ;-)"

Ist doch gut! ;)
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 22:02
Ach ja, ich mecker ja auch nicht.
Ismene schrieb am 13.12.2011 um 22:05
"Sehsjährige sind wohl so, aber aus der Sicht der Mutter oder des Vater hört sich das doch zumindest sehr schwierig an. Danke für Deine Impression"

Bitte, gern geschehen.

Was das schwierig angeht: ich bin die Mama und ich entscheide, was gekauft wird. Und wer sich auf den Boden schmeißt und nicht rechtzeitig aufsteht, bleibt im Laden (vielleicht nimmt Dich ja jemand mit) und ja, doof zu sein, gehört zum Job. Mein Kind liebt mich trotzdem (naja, meistens)
Und es bleibt richtig: Werbung im Fernsehen ist wie Aroma im Essen.
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:40
@Ismene

"Ach ja, ich mecker ja auch nicht."

Eben! ;)
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:42
@Ismene

Mein Kind liebt mich trotzdem (naja, meistens)

Das muss bestimt schön sein, als Mama so ein Feedback zu bekommen. ;)

Damit meine ich aber nicht das Hinschmeißen im Laden! :)

Herzliche Grüße

por
Ismene schrieb am 14.12.2011 um 21:04
Guten Abend lieber Poor,

das Gesamtbild ist wunderbar. Da gehört eben beides dazu.
Und ja, es ist schön. Manchmal bin ich nämlich die beste Mama der Welt!
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 21:11
Hallo liebe Ismene,

"das Gesamtbild ist wunderbar. Da gehört eben beides dazu.
Und ja, es ist schön. Manchmal bin ich nämlich die beste Mama der Welt."

Da bin ich mir sicher. ;)

LG

por
Wolfram Heinrich schrieb am 15.12.2011 um 21:46
@poor on ruhr
@Wolfrasm Heinrich

Ja, Herrgottsnein, kennt denn die Phantasie der Namensfrevler gar keine Grenzen?

Ciao
Wolfram
miauxx schrieb am 11.12.2011 um 19:46
Ach, der fiel mir hier gerade noch ein - auch wenn's das Thema nur tangiert:
"Randgruppen"

poor on ruhr schrieb am 11.12.2011 um 20:20
@miauxx

Gar nicht so weit davon entfernt! Danke für den Link.

Stromberg lebt auch von den Randgruppen und deren sprachlicher Verunglimpfung, was dann in der Sendung in einem scheinbar harmlosen Sendeformat daher kommt!
apatit schrieb am 12.12.2011 um 19:31
“Verräterische Sprache“, sehr schöner Artikel und verdammt zeitgemäß! Bin leider erst heute zum lesen bekommen.
poor on ruhr schrieb am 12.12.2011 um 21:40
@apatit

Schönen Dank. Freut mich! ;)
ChristianBerlin schrieb am 14.12.2011 um 07:00
@poor on ruhr

Danke für die Erinnerung an die 60er und 70er Jahre, war eine schöne Zeit, vor allem die 70er.

Leider wahr, dass da noch viel in der Sprache durchschimmerte, was mit der Vorkriegs- und Kriegszeit und rassistischen Ressentiments zusammenhing.

Mir sind durch Deinen Text und die Diskussion hier noch ein paar Beispiele zur Benutzung des Wortes "Jude" als pejorativer Metapher im Volksmund eingefallen. Die "jüdische Hast" und die "Judenschule" haben schon Magda und Wolfram Heinrich erwähnt.

Ich erinnere aus Kindheit und Jugend noch den Begriff "Plünnenjud" in dem geflügelten Wort "Der läuft rum / die laufen rum wie ein ...". Das war vor allem in der Hippie-Zeit öfter von Erwachsenen zu hören.

Eine Variante davon hat mir eine Kommilitonin mal in der ESG erzählt. Ihre Oma hatte ihr regelmäßig vorgeworfen, eine "Sarah" zu sein, wenn sie sich schmutzig gemacht hatte. Erst später erfuhr sie, dass der zweite Vorname war, den jede Jüdin nach den Rasse-Gesetzen im 3. Reich zu führen hatte, ob sie so hieß oder nicht.

Außer dem Ressentiment des vermeintlich unordentlichen unordentlichen Juden blieb auch das (von Wolfram schon erwähnte) des vermeintlich reichen oder geldgierigen Juden noch lange nach dem Krieg in volkstümlichen Metaphern in Deutschland verbreitet.

Wenn jemand gut handeln konnte beim Gebrauchtwarenkauf oder -verkauf oder wenn ein Geschäft die Preise überzog wurde manchmal gewarnt: "Vorsicht, das sind Juden! Oder - Ohne dass es wirklich Juden waren, das dachte auch niemand, was die Metapher bedeutete, war klar.

Noch in den späten 80ern benutzte eine hochstehende Persönlichkeit diese volkstümliche Metapher - ohne sich der Unheilsgeschichte bewusst zu sein (weil voller Respekt vor meinem Verhandlungsgeschick) - als ich ihr vom Kauf eines billig erstandenen Musikinstrument erzählte.

In den 70er Jahren war noch Werner Egk Präsident des Deutschen Komponistenverbandes und Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA - trotz seiner umstrittenen Vorgeschichte im 3. Reich. Das Libretto seiner "Zaubergeige" hatte er selbst 1954 nachträglich entschärft, sodass der "Geldjude" mit dem Namen "Guldensack" zwar noch vorkommt, aber nicht mehr so grausam zu Tode gebracht wird wie in der Originalfassung von 1935. Allerdings wird er auch in der neuen Fassung noch "Geldjude" genannt - was mir erstmals in den frühen 90ern bei einer Aufführung des S-H Landestheaters seltsam auffiel (in den 70ern hatte ich nur die eingängige Musik dieses Neoklassizisten wahrgenommen). Selbst auf deutschen Theaterbühnen hatte die besagte volkstümliche Metapher auf diese Weise überlebt.

LG Christian
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:49
Lieber Christian,

vielen Dank für Deinen interessanten Kommentar.

Du hast sehr aufschlußreiche Beispiele gebracht, die mir so noch nicht bekannt waren.

Da kann ich nur lesen und lernen. :)

Diese Beispiele bringen genau das zum Ausdruck was ich meinte.

Ich wollte mich mit meinem Blog auch nicht zum Oberlehrer über die Sprache aufschwingen.

Schön ist es halt nur, wenn man ein klein wenig mehr Sensibilität für seine eigene Ausdrucksweise entwickeln kann und so die bösen Geister aus dem Nazi-Reich in der Sprache hoffentlich in einen langen Schlaf schicken kann.

Ich finde es toll, dass Du dabei mit einem Kommentar mitgemacht hast. :)
xtnberlin schrieb am 14.12.2011 um 15:30
mal eine frage an die sprachforscher, weil es gerade so aktuell ist:

warum ist rechts mit recht verwandt und links mit link, das ist doch sch..... wenn ein rechtssystem eines rechtsstaates wie unseres dabei herauskommt.

also "ab durch die mitte", da wird gerade platz gemacht ;-)
poor on ruhr schrieb am 14.12.2011 um 20:39
@xtnberlin

"warum ist rechts mit recht verwandt und links mit link, das ist doch sch..... wenn ein rechtssystem eines rechtsstaates wie unseres dabei herauskommt."

Kann ich leider so nicht beantworten, aber stelle die Frage gerne ins Forum? ;)

Danke für den Kommentar.

Herzliche Grüße

por
Ismene schrieb am 14.12.2011 um 20:57
Ich mach mal einen Versuch:

rechts, Recht, richten und das ganze damit verbundene Wort- und Bedeutungsfeld wird auf die Wurzelsilbe reg zurückgehen, die zunächst aufrichten, recken bedeutet (sagt mein etymolog. Wörterbuch), woraus sich später auch der ganze Bereich um "regieren und herrschen" zusammen mit "richten" entwickelt.

links, link dagegen hängt mit alten Begriffen für lahm und unbeholfen zusammen, was besonders deutlich wird am Begriff "linkisch".

Ich vermute, dass die Zuordnung der Begriffe zu den beiden Seiten mit der Rechtshändigkeit der meisten Menschen zusammenhängt, so dass die rechte Hand als die Recht-schaffende empfunden wurde (bis in meine Kindheit war die rechte die gute Hand), während die linke Hand als eher schlecht, lahm eben empfunden wurde, weil alle Tätigkeiten, die sonst mit rechts gemacht wurden, mit links eben nicht so einfach auszuführen sind.

Die Entstehung der politischen Zuordnung wird bekannt sein. Link im Sinne von hinterhältig und gemein, wird zwar vermutlich auch schon früher mitgeschwungen haben, wird aber erst mit der Diffamierung der heute als links bezeichneten Ideen entstanden sein. Im Sinne des "ein Anhänger der Linken, dem kann man nicht trauen." Und wie es immer so ist, Herrschaft macht Sprache und irgendwas bleibt immer hängen.
poor on ruhr schrieb am 15.12.2011 um 20:30
@Ismene

Vielen Dank für Deine Erklärungen, die plausibel klingen.

Stark auch der Schlußsatz mit der "Herrschaft" die Sprache macht.
Ismene schrieb am 15.12.2011 um 20:36
Hallo Poor!

Es liegt auch an uns, Sprache zu gestalten. Hier und anderswo.

Ich will noch mal auf Deinen Anfang zurückkommen. Es reicht nicht, bei mir zu schauen und immer wieder zweifelhafte Begriffe auszumisten oder alte neue zu rehabilitieren. Es ist genauso wichtig, bestimmte Begriffe nicht zu dulden - entweder ganz oder aber auch in bestimmten Kontexten.

Finde ich jedenfalls.
poor on ruhr schrieb am 15.12.2011 um 20:39
@Ismene

"Es ist genauso wichtig, bestimmte Begriffe nicht zu dulden - entweder ganz oder aber auch in bestimmten Kontexten."

Stimmt uneingeschränkt. Ich finde das auch.
xtnberlin schrieb am 15.12.2011 um 23:39
danke für eure kommentare. das hätte ich so nicht assoziiert, der versuch gefällt mir gut. zitat......."Stark auch der Schlußsatz mit der "Herrschaft" die Sprache macht."

klingt m.e. verdächtig nach: "am anfang war das wort"........?

zum thema "neger", "schwarzer", "farbiger", "nicht-farbiger", "weisser", "deutscher", "asiate", "afrikaner",...etc.....pp............ haben wir nicht alle einen namen ? einen "vor"namen, der unsere individualität betont und einen "familiennamen", der unsere zusammengehörigkeit betont ?

wenn individualität und familienzugehörigkeit "eins" werden, was ist dann unser name ?.......... "mensch" ?...und/oder "maier" ? ;-))
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:37
@xtnberlin

"klingt m.e. verdächtig nach: "am anfang war das wort"........?"

Habe ich jetzt nicht gehört, dass das so klingt.

;)

"haben wir nicht alle einen namen ? einen "vor"namen, der unsere individualität betont und einen "familiennamen", der unsere zusammengehörigkeit betont ?"

Bärenstarke Frage. Wirklich sehr gut.

Menschlichkeit tut not und nicht die Seefahrt , wie Letzteres einst Kaiser Wilhelm II zu betonen pflegte.

"wenn individualität und familienzugehörigkeit "eins" werden, was ist dann unser name ?.......... "mensch" ?...und/oder "maier" ? ;-))"

Mensch Maier.

Das Mensch darf man / frau auchg durch Herr oder Frau ersetzen. ;)
xtnberlin schrieb am 15.12.2011 um 23:39
danke für eure kommentare. das hätte ich so nicht assoziiert, der versuch gefällt mir gut. zitat......."Stark auch der Schlußsatz mit der "Herrschaft" die Sprache macht."

klingt m.e. verdächtig nach: "am anfang war das wort"........?

zum thema "neger", "schwarzer", "farbiger", "nicht-farbiger", "weisser", "deutscher", "asiate", "afrikaner",...etc.....pp............ haben wir nicht alle einen namen ? einen "vor"namen, der unsere individualität betont und einen "familiennamen", der unsere zusammengehörigkeit betont ?

wenn individualität und familienzugehörigkeit "eins" werden, was ist dann unser name ?.......... "mensch" ?...und/oder "maier" ? ;-))
Wolfram Heinrich schrieb am 16.12.2011 um 10:35
@xtnberlin
wenn individualität und familienzugehörigkeit "eins" werden, was ist dann unser name?.......... "mensch" ?...und/oder "maier" ? ;-))

Mein Name ist Wolfram Heinrich, das reicht soweit aus, mich zu beschreiben, manchmal muß ich noch mein Geburtsdatum angeben, gegebenenfalls auch die Personalausweisnummer, damit die Zuschreibung klar ist. Neben meiner Eigenschaft als Mensch, die nur mir alleine zukommt, bin ich aber noch Teil einer Gruppe, das heißt natürlich von vielen, vielen Gruppen. Ich bin etwa Deutscher, Bayer, Niederbayer, ich habe einen Familienstand, gehöre einer bestimmten Berufs- und Altersgruppe an, und, klar, ich bin Weißer, Kaukasier oder wie immer Sie das Ding nennen wollen.
Was ich sagen will: In bestimmten Handlungszusammenhängen ist es notwendig oder zumindest sinnvoll, außer meinem Namen noch andere Eigenschaften von mir zur Kenntnis zu nehmen. Sollte ich je zur Fahndung ausgeschrieben werden, so wird in meinem Steckbrief die Rasse, bzw. mein Phänotyp, wie man heute gerne sagt, wahrscheinlich nicht weiter erwähnt werden, weil ich in dieser Hinsicht in die Mehrheitsgruppe falle. Wäre ich von dunkler Hautfarbe, wäre ich negroiden (1) Typs, so würde dies in jedem Fall in meinem Steckbrief vermerkt sein, mit welcher Formulierung immer.

Ciao
Wolfram
(1) Hoppala, "negroid". Die Wissenschaft ist anscheinend noch nicht politisch korrekt gesäubert worden.
Ismene schrieb am 16.12.2011 um 11:00
@xtnberlin

Am Anfang war wohl eher der Schrei als das Wort.

Sprache diente ursprünglich der Abgrenzung, also der Bezeichnung des Ungewöhnlichen.
xtnberlin schrieb am 16.12.2011 um 14:34
der ur- schrei ?

ob sprache jetzt der abgrenzung oder der zuwendung dient liegt m.e. ganz an uns. aber wenn es das eine nicht gäbe, wäre das andere nicht möglich.

ich befürchte allerdings, dass unsere sprache, vor allem dann wenn wir nicht in direktem kontakt(also incl. mimik, gestik, tonfall etc) miteinander stehen, überwiegend missverständnissen dient.
Ismene schrieb am 16.12.2011 um 14:48
Nein, nicht der Ur-Schrei, sondern der Warn- oder Hinweis-Schrei.

Ich persönlich glaube ja, das der größte Teil der Sprache schlicht dem Aufrecherhalten von Kontakt dient, der Inhalt steht erst an zweiter oder dritter Stelle.

Ansonsten finde ich richtig: jedes mittelbare Sprechen - also nur die Worte - hat das größere Missverständnis-Potential. Wohlwollen ist hier mehr denn woanders eine gute Basis zu Verstehen.
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:46
Lieber Heinrich Wolfram,

Du denkst sehr gründlich und sorgfältig. Ich lese daher Deine Kommentare gerne.

Den Begriff Rasse , den Du in Deinem Kommentar verwandt hast halte ich eben so problematisch wie den Begriff "Neger".
Es gibt keine rassen. Das ist umgangssprachlich ein Unwort und unter Wissenschaftlern ein unwissenschaftlicher Begriff.

Auch wenn man nichtsd Böses im Sinn hat verwendet man beim Begriff Rasse die unselige und unmenschliche Sprache des Dritten Reiches.

Mir ist klar , dass Du ein lieber Mensch bist und es liegt mir fern Dich zu beleidigen. Ich mag Dich hier in der FC sehr. Trotzdem ist es nicht richtig Rasse zu sagen. Du hast ja selbst noch die Kurve bekommen und Dich dann auf den Begriff Phänotyp bezogen. Das war auch gut so und ist Dir hoch anzurechnen.

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:47
@Ismene

Wie war er wohl der Urschrei?

"Uaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhh!!!" ?

;)
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:50
@Xtnberlin

"ich befürchte allerdings, dass unsere sprache, vor allem dann wenn wir nicht in direktem kontakt(also incl. mimik, gestik, tonfall etc) miteinander stehen, überwiegend missverständnissen dient."

Der Verdacht ist bestimmt nicht abwegig.

Zum Beispiel gibt es von Langenscheidt diese scherzhaften Wörterbücher:

Mann -Deutsch

Frau-Deutsch!

;)
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:53
@Ismene

"Ich persönlich glaube ja, das der größte Teil der Sprache schlicht dem Aufrecherhalten von Kontakt dient, der Inhalt steht erst an zweiter oder dritter Stelle."

Ein nachvollziehbarer Glaube. Ob man nun an Gott glaubt oder nicht ist die Evolution ja nicht verhandelbar.

Sicher haben wir noch mehr von unseren Vorfahren und den Gorillas und Schimpansen intus als wir unbs das überhaupt vorstellen können. ;)
Ismene schrieb am 16.12.2011 um 22:03
Und nach dem Pflegen von Kontakten, wird Sprache benötigt, um Gottheiten zu besänftigen und Magie zu wirken! Auch Namen wurden dermaleinst magische Bedeutungen zugeschrieben...
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 07:31
@poor on ruhr
Es gibt keine Rassen. Das ist umgangssprachlich ein Unwort und unter Wissenschaftlern ein unwissenschaftlicher Begriff.

Das Problem ist: Im Begriffe-Zoo meines Gehirns kann ich mir Rasse und damit auch Rassismus ganz leicht wegphilosophieren. Vor gar nicht so langer Zeit hat die Wissenschaft ja herausgebracht, daß die Variationsbreite der Erbanlagen innerhalb eines Phänotyps (damit ist die gute, alte Rasse gemeint) deutlich größer ist als die zwischen den Ras... äh, Phänotypen. Damit hätte man sich also die Rassen wegdefiniert.
Fein. Dem Neger, den eine Horde Glatzen durch die Stadt jagt, wird das aber auch nicht viel helfen. Und was die Glatzen betrifft: Die lachen sich kringelig, wenn ich ihnen erkläre, daß sie künftig keine Rassisten mehr sind, sondern Phänotypisten (1).

Auch wenn man nichts Böses im Sinn hat verwendet man beim Begriff Rasse die unselige und unmenschliche Sprache des Dritten Reiches.

Der Begriff "Rasse" ist nun doch ein gutes Stück älter als die Nazi-Zeit.

Ciao
Wolfram
(1) Den Begriff "Stenotypistin" habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Ist das Wort am Aussterben?
Anchesa schrieb am 16.12.2011 um 19:06
Immer wenn ich bei den Artikeln die Überschrift "Gib mir Tiernamen" lese, muß ich lachen.
Bei uns sagt man, wenn man angerempelt wird :
"Tritt mich, schlag mich, gib mir Tiernamen" ;-)
poor on ruhr schrieb am 16.12.2011 um 20:55
@Anchesa

Welche Artikel haben denn die Pbverschrift "Gib mir Tiernamen"

Ich möchte jedenfalls lieber einen Tiernamen bekommen bevor mich jemand schlägt oder tritt! :)
Ismene schrieb am 16.12.2011 um 22:04
Hallo Anchesa,

den Spruch kenne ich auch, wobei die Antwort meist "Bambi" oder "Waldi" lautet. ;-)
xtnberlin schrieb am 16.12.2011 um 23:28
SuzieQ schrieb am 17.12.2011 um 03:46
Ich lese einen acht Tage alten Artikel.
Und staune?

Neger sind Neger, weil Neger auf Nigger bestehen, Schwarzer finden sie nicht angebracht und Latein ist Latein.
Ja, Neger haben Stolz, das ist so, Hut ab.
Der geht hier so einigen Bleichgesichtern ab.

Ich weiß jetzt, dass Russen Wodka saufen,
dass Zigeuner mobil sind,
und es macht einen Wahnsinnsunterschied, ob es
Reichspogromnacht oder Reichskristallnacht heißt und
der aus dem Kongo schnackselt den ganzen Tag.

Und was kennt ihr nicht noch alles an diffamierenden, erniedrigenden Begriffen, die sich auf eine Gruppe von Menschen beziehen?
Immer schön PC, 'nicht' wertend, doch über allem steht der Titel:
Verräterische Sprache!

Nach diesem Artikel, mehr als 300 Kommentare, von denen mehr als die Hälfte ( gefühlt ) von poor selbst kommen, empfehle ich Folge - Artikel:

'die Chinesen - die Gelben',
'die Japaner - die Schlitzaugen',
'Nationalismus in Deutschland - mehr Schein als Sein',
denn man kann ja so schön alles auslegen, damit es bombensicher und unantastbar aussieht und passt.

Und vergesst die Indianer nicht, da gibt es sicher genauso viele Auslegungen, zu denen man sich haha, ganz neutral äußern kann.

Ich könnte gar nicht ausdrücken, sollte ich sagen, wie ich diese Selbstgefälligkeiten finde,
außer:
völlig peinlich, absolut unangebracht, ein Ausdruck von Langeweile und Überheblichkeit.

Ob es ausreicht, so zu tun als sei man integer?
Nein, denn man merkt, wenn es nicht so ist.
Ihr seid zwar Schauspieler, aber keine guten,
seid einfach froh, dass ihr eine Spielwiese habt, um euch auszutoben. Erstaunlich genug, dass sie euch gewährt wird.

Ich gäbe euch zwei Wochen und mehr, um in euch zu gehen.
Und zu bekennen und zu bereuen.

Ihr werdet eher empört sein ob meines Kommentars.
Herr, lass Hirn vom Himmel fallen.

Ihr habt ja nur 'Glück',
dass ihr nicht im Kongo, als Sinti, als Pole, Russe, Jude, Hempel und wer euch sonst noch so eingefallen ist, geboren zu sein.
Eure Einfalt könnte krank machen.

Man muss nur wissen, wie mans verpackt?
Nein, es kommt auf den Inhalt an, der ist bei einigen, sicher nicht allen, eindeutig.
Ich bitte um Verständnis, dass ich momentan nicht explizit aufliste.
Falls erwünscht, mach ich mir die Arbeit.

Jetzt, etwa viertel vor vier, frage ich mich ernsthaft, ob Publizist im der Freitag doch eher als Schimpfwort zu verstehen ist, angesichts dieses threads angebracht.

* kopfschüttel, heftig*

SuzieQ, angewidert
Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 08:04
@SuzieQ
Und staune?

Gute Frage. Staunst du jetzt oder staunst du doch nicht?

Und was kennt ihr nicht noch alles an diffamierenden, erniedrigenden Begriffen, die sich auf eine Gruppe von Menschen beziehen?
Immer schön PC, 'nicht' wertend, doch über allem steht der Titel:
Verräterische Sprache!


Du verwendest den Plural und wenn man deine Philippika liest (und sonst nichts über das Objekt deines Zorns weiß), gewinnt man den Eindruck, poor on ruhr habe hier einen widerwärtigen, rassistischen Artikel reingestellt, woraufhin sich eine Bande von Rassisten um ihn geschart hat, um hier über alle möglichen Volksgruppen zu lästern und zu hetzen.
Dabei weißt du genau (oder könntest es doch wissen), daß poor on ruhr einen Artikel gegen gedankenlosen Sprachgebrauch geschrieben hat, daß vor allem er hartnäckig den üblich gewordenen Sprachgebrauch gegen meine Einwände verteidigt hat.
Dein Kommentar richtet sich also gegen mich, ausschließlich gegen mich. Wenn du mich meinst, dann sprich mich auch direkt an. Und vor allem: Bring substantielle Einwände gegen meine Argumentation. Expressiver Zorn bringt nicht weiter.
Ich habe hier meine Ansicht ausführlich begründet, wenn du Fehler in meiner Argumentation entdeckst, dann mach sie dingfest und widerlege sie. Und laß poor on ruhr und die anderen, die damit überhaupt nichts zu tun haben, in Ruhe.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 17.12.2011 um 13:01
@SuzieQ

Wie frustriert muss man eigentlich sein, um so einen Stuß zu schreiben?

Wenn sich hier einer schämen muss, sind Sie das!

Danke für den Anpinkelversuch, doch falls Sie es noch nicht gemerkt haben, Sie haben Ihr eigenes Bein getroffen!
poor on ruhr schrieb am 17.12.2011 um 13:20
@Wolfram Heinrich

Danke.
SuzieQ schrieb am 17.12.2011 um 19:16
Ok.

Verräterische Sprache - Schreibt doch mal auf, was euch so an Schimpfwörtern einfällt, ach nein, es hieß ja: Sprüche und Albernheiten aus der Kindheit.
"Die Sprüche kamen so harmlos daher und vielleicht waren sie das auch oder etwa doch nicht? ... Im Alter kommen dann die Zweifel und die Geschichtskenntnisse hoch. ... Ob in so einem Spruch der zynische, menschenverachtende Nazihumor solchen Verbrechen und Massenmorden eine sogenannte "heitere" Seite abzugewinnen, versteckt sein könnte? ... Vieles ist eben nicht ganz so unschuldig wie es klingt."

@ Wolfram Heinrich schrieb am 17.12.2011 um 08:04

"Daher weißt du genau (oder könntest es doch wissen), daß poor on ruhr einen Artikel gegen gedankenlosen Sprachgebrauch geschrieben hat, daß vor allem er hartnäckig den üblich gewordenen Sprachgebrauch gegen meine Einwände verteidigt hat."

Da ist ein eingestellter Artikel. Und da sind die Kommentare dazu. Zweierlei.
Es stimmt, dass por sich 'gewehrt' hat, ist zum Schluss aber doch eingeknickt!

"Dein Kommentar richtet sich also gegen mich, ausschließlich gegen mich."

Nein, nicht ausschließlich, aber vor allem, Du wirst schon wissen, warum der Schuh passt.

Ich liste jetzt die Kommentare auf, die mir bitter aufstoßen, mich zornig machen, plus die Kommentare von por, die sich direkt darauf beziehen.
Sie stehen in der Reihenfolge des threads, nicht in zeitlicher Abfolge da:

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343679

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344149

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344150

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344426

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344668

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344795

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-345117

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-345184

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343551

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343667

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343604

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343682

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343743

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343744

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344358

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344239

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343799

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-343973

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344147

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344243

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344419

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-345162

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-345282

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-345609

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346035

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346070

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346531

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346532

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344212

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344253

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346254

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346447

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346530

Das sind 33 Kommentare, die meisten von Dir, Wolfram, und von por, der offensichtlich bemüht war, zu relativieren, es aber nicht schaffte, sich durchzusetzen.

Es gab zusätzlich magere 3 Kommentare, die erahnen ließen, dass es sich im thread eventuell um Auslegeware handeln könnte.

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-344462

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346040

www.freitag.de/community/blogs/poor-on-ruhr/verraeterische-sprache#comment-346042

"Ich habe hier meine Ansicht ausführlich begründet, wenn du Fehler in meiner Argumentation entdeckst, dann mach sie dingfest und widerlege sie."

Du hast Deine Ansicht sehr ausführlich begründet, nur, deshalb wird sie nicht richtig. Deine Argumentation mag fehlerlos sein, Deine Aussage ist und bleibt rassistisch.

'Neger' ist seit Jahrzehnten ein Schimpfwort. Punkt.
Für Dich spielt diese Tatsache keine Rolle, Wolfram. Für mich schon.

@ poor on ruhr schrieb am 17.12.2011 um 13:01

Nein, ich bin nicht frustriert, und es ist kein Anpinkelversuch, por.
Du hast sehr häufig versucht, Wolframs Aussagen zu relativieren, bist aber im Endeffekt gescheitert, mit einem Augenzwinkern, das find ich nicht in Ordnung.
Schämen? Weil ich drastische Worte wählte? Oder weil ich wagte, etwas auszusprechen, was ja so lustig rüberkommen sollte und überhaupt nicht war.
Ich mache euch doch sogar noch Vorschläge für die nächsten Artikel, natürlich sind sie nicht ernst gemeint, sollen nur aufzeigen, welche Richtung hier eingeschlagen wurde.

Wenn ich als Blogger feststelle, dass in meinem blog rassistische Äußerungen getätigt werden, wenn ich merke, dass jemand darauf besteht, ein Schimpfwort zu benutzen, wieder und immer wieder, dann bin ich in der Pflicht.
Du, por, hast es aber nicht verhindert, nicht ernsthaft (!) angesprochen.

Das habe ich letzte Nacht gemacht.
Das Ergebnis?
Ich werde beschimpft. So siehts aus.

Noch eine kleine Anregung:
Wenn ich in meinem blog dazu aufrufe, ob jemand noch etwas ähnliches wie 'ich bin kaputt wie 1000 Russen' kennt, dann muss mir doch klar sein, was ich damit heraufbeschwören könnte. So naiv kann man doch gar nicht sein.
Das hat für mich schon Geschmäckle.

SuzieQ
poor on ruhr schrieb am 17.12.2011 um 21:57
@SuzieQ

Ich habe mich bis zu Letzt gegen den Begriff "Neger" ausgesprochen und tue das immer noch.

Ich finde ihn auch rassistisch.

Ich finde dass dieser Begriff in unserer Sprache nichts zu suchen hat.

Sie fühlen sich von mir beleidigt?

Es lag mir fern Sie persönlich anzugreifen. Ich habe mich nur gegen das Verletzende in Ihren Kommentaren gewandt.

Ich habe versucht den Rassismus in unserer Sprache zur Diskussion zu stellen.

Ich habe jetzt zwar verstanden was Sie meinen, weise aber Ihre Vorwürfe entschieden zurück.
SuzieQ schrieb am 17.12.2011 um 23:04
@ por schrieb am 17.12.2011 um 21:57

"Ich habe mich bis zu Letzt gegen den Begriff "Neger" ausgesprochen und tue das immer noch.
Ich finde ihn auch rassistisch.
Ich finde dass dieser Begriff in unserer Sprache nichts zu suchen hat."

Du hattest 7 Tage Zeit, wenigstens einmal klar zu stellen:
'Wolfram, lass das bitte, ich möchte das nicht.'

Hast Du nicht getan, nur drumherum geredet!

por schrieb am 17.12.2011 um 13:01

"@SuzieQ

Wie frustriert muss man eigentlich sein, um so einen Stuß zu schreiben?
Wenn sich hier einer schämen muss, sind Sie das!
Danke für den Anpinkelversuch, doch falls Sie es noch nicht gemerkt haben, Sie haben Ihr eigenes Bein getroffen!"

Knapp 7 Stunden später fragst Du mich:

"Sie fühlen sich von mir beleidigt?
Es lag mir fern Sie persönlich anzugreifen. Ich habe mich nur gegen das Verletzende in Ihren Kommentaren gewandt."

Sag selbst, hätte ich Deinen Kommentar als Beleidigung auffassen können?

Meine Wortwahl war drastisch, weil ich, auch jetzt noch immer, nicht verstehe, wie Du Dich, in Deinem eigenen blog so vorführen lassen kannst, ohne Stopp zu sagen.

Und wir sprechen bisher 'nur' über die Verwendung des Begriffes Neger.
Über die Verwendung von 'Zigeuner' hab ich noch gar kein Wort verloren.
Oder darüber, wie gemütlich Reichspogromnacht sich anhört im Vergleich mit Reichskristallnacht, ...

Beispiel:

Wolfram Heinrich schrieb am 10.12.2011 um 16:21 ( Kommentar 343799 ):

"Das ist, scheint mir, nur ein weiterer Ausfluß dieser verdammten Ängstlichkeit, Begriffe, die vielleicht einen leichten Hautgout haben könnten durch andere, verschwiemelte, zu ersetzen. Der Neger wird zum Afroamerikaner, die Tschechei wird zu Tschechien, der Zigeunerschnitzel wird zum Sinto oder Rom, Zigeuner kommt nur noch im gleichnamigen Schnitzel vor.
Die spinnen doch."

Man kann es so lesen, dass jemand, der Afroamerikaner statt Neger sagt, verdammt zu ängstlich ist, einen Begriff, der vielleicht einen leichten Hautgout haben könnte, zu verwenden.
Diese Ängstlichkeit ist Wolfram fremd.

Du schreibst, Du hast jetzt zwar verstanden, was ich meine, weist aber meine Vorwürfe entschieden zurück.

Du hast nicht verstanden, was ich meine.

Mein Vorwurf lautet, Du gestattest Rassismus in Deinem blog und gehst nicht entschieden dagegen an.

Allgemeinplätze wie:
"Ich habe mich bis zuletzt gegen den Begriff 'Neger' ausgesprochen, finde ihn auch rassistisch, finde, dass dieser Begriff in unserer Sprache nichts zu suchen hat, habe versucht, den Rassismus in unserer Sprache zur Diskussion zu stellen"
reichen nicht aus.

In Deinem Artikel steht der Rassismus mannigfach drin, in Deinem blog, por. Meistkommentiert!

Gruß
SuzieQ
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 02:51
@SuzieQ
Ok.

Das ist doch mal ein Wort.

"Die Sprüche kamen so harmlos daher und vielleicht waren sie das auch oder etwa doch nicht? ... Im Alter kommen dann die Zweifel und die Geschichtskenntnisse hoch. ... Ob in so einem Spruch der zynische, menschenverachtende Nazihumor solchen Verbrechen und Massenmorden eine sogenannte "heitere" Seite abzugewinnen, versteckt sein könnte? ... Vieles ist eben nicht ganz so unschuldig wie es klingt."

Damit hat poor on ruhr seine persönlichen Erfahrungen mit solchen Sprüchen geschildert. Sprüche, die ihm als Kind so harmlos und ohne weitere Bedeutung erschienen, Sprüche, die er erst einige Zeit später als gefährlich und menschenverachtend erkannt hat. Was ist daran auszusetzen, wenn jemand öffentlich mit seiner Vergangenheit aufräumt und die gegangenen Irrwege ungeschminkt darstellt?

Da ist ein eingestellter Artikel. Und da sind die Kommentare dazu. Zweierlei.
Es stimmt, dass por sich 'gewehrt' hat, ist zum Schluss aber doch eingeknickt!


Erstens ist er nicht eingeknickt, er leistet immer noch Widerstand, der sture Hund. Er verteidigt seine Position bis zur letzten Patrone. Ihm kannst du keinen Vorwurf machen. Im Gegensatz zu dir formuliert er seine Gegenposition klar und deutlich. Daß ich ihm immer noch was anderes dagegenhalte, liegt nicht in seiner Verantwortung.

Nein, nicht ausschließlich, aber vor allem, Du wirst schon wissen, warum der Schuh passt.

Natürlich weiß ich das. Ich trete hier offen auf und sage klar und eindeutig, was mein Schuh ist.

Ich liste jetzt die Kommentare auf, die mir bitter aufstoßen, mich zornig machen, plus die Kommentare von por, die sich direkt darauf beziehen.

Du wirst hoffentlich nicht im Ernst annehmen, daß ich diese Links, die einfach so dastehen und die ich alle kenne, natürlich, nochmal anklicke. Ich erwarte von dir, daß du dazu Stellung nimmst, und zwar im Detail. Einfach rumgrunzen, da sei etwas Kritikwürdiges, ohne dies konkret aufzuführen, reicht mir nicht.

Das sind 33 Kommentare, die meisten von Dir, Wolfram, und von por, der offensichtlich bemüht war, zu relativieren, es aber nicht schaffte, sich durchzusetzen.

Wenn es denn so war, daß er es nicht geschafft hat, dann ist das nichts, was du ihm vorwerfen kannst. Dann wäre es vielmehr deine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ihm beizuspringen, wenn denn du die Argumentation wort- und denkgewaltiger führen kannst.

"Ich habe hier meine Ansicht ausführlich begründet, wenn du Fehler in meiner Argumentation entdeckst, dann mach sie dingfest und widerlege sie."
Du hast Deine Ansicht sehr ausführlich begründet, nur, deshalb wird sie nicht richtig. Deine Argumentation mag fehlerlos sein, Deine Aussage ist und bleibt rassistisch.


Wenn meine gottverdammte Argumentation wirklich fehlerlos wäre, dann wäre sie nicht rassistisch. Wenn sie nicht fehlerlos ist, dann weise mir die Fehler nach.

'Neger' ist seit Jahrzehnten ein Schimpfwort. Punkt.
Für Dich spielt diese Tatsache keine Rolle, Wolfram. Für mich schon.


Für mich spielt das sehr wohl eine Rolle, ich habe das ausführlich begründet. Ich habe ziemlich detailliert die Geschichte dieses (künstlich inszenierten) Bedeutungswandels dargestellt. Geh drauf ein. Ich werde meine Kommentare nicht noch mal wiederholen.

Du hast sehr häufig versucht, Wolframs Aussagen zu relativieren, bist aber im Endeffekt gescheitert, mit einem Augenzwinkern, das find ich nicht in Ordnung.

Augenzwinkern ist ganz sicher nicht das richtige Wort. poor on ruhr hat gelernt (und hat dies verinnerlicht), daß "Neger" ein Schimpfwort ist, das nur von Rassisten benutzt wird. Nun macht er die Erfahrung, daß ich das Wort "Neger" verteidige, gleichzeitig weiß er aus meinen sonstigen Äußerungen hier in der FREITAGs-Community daß ich nach seinen Kriterien kein Rassist bin. Natürlich verwirrt ihn das, daran hat er zu knabbern.
Und? Ist das schlecht? Von Nietzsche, glaube ich jedenfalls, stammt das Wort "Es herrscht immer Chaos, bevor ein neuer Stern entsteht". Es herrscht Chaos, bevor - vielleicht - ein neuer Gedanke entsteht.

Ich werde beschimpft. So siehts aus.

Ja mei. So was solltest du aushalten. Ich muß mich hier auch als Rassist beschimpfen lassen. Und? Jammere ich etwa? Nein, ich erdulde die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks, weil's edler im Gemüt...

Wenn ich in meinem blog dazu aufrufe, ob jemand noch etwas ähnliches wie 'ich bin kaputt wie 1000 Russen' kennt, dann muss mir doch klar sein, was ich damit heraufbeschwören könnte. So naiv kann man doch gar nicht sein.
Das hat für mich schon Geschmäckle.


Ei was denn. poor on ruhr hat hier seine ganz persönlichen Erfahrungen mit gedankenloser Sprachverwendung anhand von Beispielen dargestellt. Er hat diese persönlichen Erfahrungen kritisch bewertet. Was will man mehr? Was wirfst du ihm vor?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 03:06
@SuzieQ
Du hattest 7 Tage Zeit, wenigstens einmal klar zu stellen:
'Wolfram, lass das bitte, ich möchte das nicht.'

Hast Du nicht getan, nur drumherum geredet!


Aber natürlich hat er das klargestellt, es war intensiv zu spüren, wie er sich vor Unbehagen gewunden hat. Der Teufel war ich, der ich ihm keine Ruhe gelassen habe.

Meine Wortwahl war drastisch, weil ich, auch jetzt noch immer, nicht verstehe, wie Du Dich, in Deinem eigenen blog so vorführen lassen kannst, ohne Stopp zu sagen.

Was hätte er denn machen sollen? Er kann meine Beiträge nicht wegeditieren, er hätte allenfalls den ganzen Blogbeitrag samt Diskussion löschen können.

Man kann es so lesen, dass jemand, der Afroamerikaner statt Neger sagt, verdammt zu ängstlich ist, einen Begriff, der vielleicht einen leichten Hautgout haben könnte, zu verwenden.

So ist das. Und schon hast du das Terminologieproblem angerissen. Der Afroamerikaner ist halt nur der Amerikaner mit afrikanischen Wurzeln. Wie nenn ich jetzt den Afrodings, der in Afrika geblieben ist? Afroafrikaner? Und den ehemaligen schwedischen Nationalspieler Dahlin nenne ich dann Afroschwede? Und die deutschen Nationalspieler Cacau, Aogo und Boateng sind Afrogermanen?
Eiertänze.

Mein Vorwurf lautet, Du gestattest Rassismus in Deinem blog und gehst nicht entschieden dagegen an.
Allgemeinplätze wie:
"Ich habe mich bis zuletzt gegen den Begriff 'Neger' ausgesprochen, finde ihn auch rassistisch, finde, dass dieser Begriff in unserer Sprache nichts zu suchen hat, habe versucht, den Rassismus in unserer Sprache zur Diskussion zu stellen"
reichen nicht aus.


Was soll er machen? Sich aus Verzweiflung selbst verbrennen oder wenigstens seinen Blogbeitrag?

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 03:49
@ Wolfram schrieb am 18.12.2011 um 02:51

"Erstens ist er nicht eingeknickt, er leistet immer noch Widerstand, der sture Hund. Er verteidigt seine Position bis zur letzten Patrone. Ihm kannst du keinen Vorwurf machen. Im Gegensatz zu dir formuliert er seine Gegenposition klar und deutlich. Daß ich ihm immer noch was anderes dagegenhalte, liegt nicht in seiner Verantwortung."

Meine Position ist klar. Auch klar formuliert.
Im Gegensatz zu por, sage ich auch direkt, wessen Kommentare ich für rassistisch halte und umschiffe nicht galant das, was mir übel aufstößt.

Por ist insofern eingeknickt, als dass er Dir nicht Paroli bietet (bieten kann), er schreibt:
ich weiß ja, dass du es nicht so meinst, ich kenne dich ja aus deiner FC- Geschichte, ...

"Du wirst hoffentlich nicht im Ernst annehmen, daß ich diese Links, die einfach so dastehen und die ich alle kenne, natürlich, nochmal anklicke. Ich erwarte von dir, daß du dazu Stellung nimmst, und zwar im Detail. Einfach rumgrunzen, da sei etwas Kritikwürdiges, ohne dies konkret aufzuführen, reicht mir nicht."

Die links stehen einfach so da, meine Stellung dazu steht auch einfach so da, im Detail:
Du, Wolfram, bist Dir nicht zu schade, Dich, im blog eines Anderen, rassistisch zu äußern.
In etwa 20 Kommentaren, anklicken genügt, da brauchts keine weitere Erklärung.

Konkret ausgeführt ist es, wenn Dir das nicht reicht, musst Du wohl doch anklicken, denn jeder einzelne anzuklickende Kommentar ( bis auf die relativierenden von por ) zeigt Rassismus auf.

"Wenn es denn so war, daß er es nicht geschafft hat, dann ist das nichts, was du ihm vorwerfen kannst. Dann wäre es vielmehr deine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, ihm beizuspringen, wenn denn du die Argumentation wort- und denkgewaltiger führen kannst."

Ich bin ihm insofern beigesprungen, als dass ich ihm, acht Tage nach Einstellung des Artikels klar darstelle, dass da rassistische Äußerungen drin stehen, zu denen er sich äußern muss.
Er hatte bis dahin schon acht Tage, deutlich Stellung zu beziehen.

"Wenn meine gottverdammte Argumentation wirklich fehlerlos wäre, dann wäre sie nicht rassistisch. Wenn sie nicht fehlerlos ist, dann weise mir die Fehler nach. "

Deine Argumentation hab ich nicht kritisiert, aber Deine Aussage, egal, womit Du argumentierst, steht.
Ich muss Deine Argumentation nicht widerlegen, wenn das Ergebnis Rassismus ist und bleibt.
Deine Argumentation ist mir egal, sie ist nichts wert, wenn sie zu Rassismus führt.

"'Neger' ist seit Jahrzehnten ein Schimpfwort. Punkt.
Für Dich spielt diese Tatsache keine Rolle, Wolfram. Für mich schon.
Für mich spielt das sehr wohl eine Rolle, ich habe das ausführlich begründet. Ich habe ziemlich detailliert die Geschichte dieses (künstlich inszenierten) Bedeutungswandels dargestellt. Geh drauf ein. Ich werde meine Kommentare nicht noch mal wiederholen."

Weißt Du, Wolfram, Du kannst denken, was Du willst, Du kannst nur nicht alle Gedanken in ein blog stellen, schon gar nicht, wenn Du damit Deinen Rassismus versuchst, erklärbar zu machen.
Er ist es nicht.

Oder ist es Sturheit? Du lässt Dir nicht aufzwingen, wie Du ein Wort zu händeln hast?
Seit etwa vierzig Jahren ist 'Neger' ein Schimpfwort, ne Menge Zeit, diese Definition zu prüfen und zu erkennen:
Wenn das als Schimpfwort gesehen wird, sollte ich es möglicherweise nicht verwenden.

"Augenzwinkern ist ganz sicher nicht das richtige Wort. poor on ruhr hat gelernt (und hat dies verinnerlicht), daß "Neger" ein Schimpfwort ist, das nur von Rassisten benutzt wird. Nun macht er die Erfahrung, daß ich das Wort "Neger" verteidige, gleichzeitig weiß er aus meinen sonstigen Äußerungen hier in der FREITAGs-Community daß ich nach seinen Kriterien kein Rassist bin. Natürlich verwirrt ihn das, daran hat er zu knabbern.
Und? Ist das schlecht? Von Nietzsche, glaube ich jedenfalls, stammt das Wort "Es herrscht immer Chaos, bevor ein neuer Stern entsteht". Es herrscht Chaos, bevor - vielleicht - ein neuer Gedanke entsteht."

Mit Augenzwinkern meinte ich, er lässt Dir alle Brücken, etwas zurückzunehmen, Du gehst nicht darauf ein, also steckt er im Dilemma, will er Dir nicht in die Parade fahren.
Eine solche Verfahrensart, wie Du sie da an den Tag legst, ist zumindest bedenklich, findest Du nicht?
Warum?
Es ist nicht fair, jemand in die Bredouille zu bringen, schon gar nicht, um einen rassitischen Begriff zu verteidigen.

Was soll das Nietzsche - Zitat?
Wenn man nur beharrlich bleibt, überzeugt man jeden von seinem Gedanken?
Von Dir ist doch auch ( zumindest als Zitat (?) ):
"Wer die Begriffe beherrscht, der beherrscht das Denken, und wer das Denken beherrscht, der beherrscht die Menschen."

"Ja mei. So was solltest du aushalten. Ich muß mich hier auch als Rassist beschimpfen lassen. Und? Jammere ich etwa? Nein, ich erdulde die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks, weil's edler im Gemüt... "

Ich hab mich mit keinem Wort beschwert, ich sei beschimpft oder beleidigt worden, aushalten ist das falsche Wort, jammern ist es auch nicht:

Es ist einfach nervig, dass weder Du noch por Euch in der Lage seht, zu sagen:

Ja, da war wohl Bockmist dabei, sorry.
Stattdessen dreht Ihr Pirouetten ohne Ende, es ist ein Jammer.

Und:
Jamei is Mus.

Gruß
SuzieQ
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 03:52
@ Wolfram schrieb am 18.12 2011 um 03:06

Damit stellst Du Dir ja wohl ein Armutszeugnis aus.

Ohne Eier. Aber mit Tanz.
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 04:12
natürlich ganz besonders mit dieser Aussage:

"Wie nenn ich jetzt den Afrodings, der in Afrika geblieben ist? Afroafrikaner? Und den ehemaligen schwedischen Nationalspieler Dahlin nenne ich dann Afroschwede? Und die deutschen Nationalspieler Cacau, Aogo und Boateng sind Afrogermanen?
Eiertänze."
weinsztein schrieb am 18.12.2011 um 04:26
@Suzi

demnächst kann man in irgendeinem Schrottblog lesen, dass hier Rassismus zelebriert werde.
Nur darum geht's, gell?
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 04:42
@ weinsztein

Da muss ich Sie, schon wieder mal, enttäuschen!

Ich finde auch nicht, dass hier Rassismus zelebriert wird.
Ich finde, hier ist jemand leicht stur, einem anderen fehlt vielleicht ein bisschen Mumm und Sie, weinsztein, haben wie so oft, keinerlei Durchblick, denken aber, Sie haben ihn.
Wie nennt man das?

Und auch für Sie ( ohne, dass ich Ihnen Absicht unterstellen möchte ):
Suzie, das ist mein werter Nick,
ihn zu missachten, ist einfach Missachtung, sonst nichts.

Wieso fällt mir jetzt Rahab ein:
"Eier? Am liebsten im Glas."
Die Gedankenwelt ist eine Gedankenwelt ist eine Gedankenwelt ...
Ismene schrieb am 18.12.2011 um 08:36
Hallo SuzieQ!

Die Frage, was rassistisch ist und wie damit umzugehen sei, hätte man vielleicht diskutieren können, wäre sie auf eine konstruktive Weise angesprochen worden. Ich denke, ich kann wütend sein, ohne jemanden persönlich anzugreifen. Jedenfalls sollte das in einer ersten Reaktion möglich sein.

So jedenfalls entsteht tatsächlich der Eindruck, es ginge nur darum, sich zu zanken, nicht aber um die richtige Einschätzung zu streiten. Da ich nicht weiß, warum jemand so schreiben muss, halte ich mich mit Spekulationen zurück, ebenso mit weiteren Kommentaren.

Ich teile die obige Einschätzung nicht und bin auch durch die weiteren Kommentare nicht überzeugt. Der Stil bleibt für mich unerträglich.
poor on ruhr schrieb am 18.12.2011 um 09:37
@Ismene

Danke für diese menschliche Einschätzung.
poor on ruhr schrieb am 18.12.2011 um 10:09
@SuzieQ

Das Einzige was mir leid tut, ist dass ich vielleicht wirklich zu wenig bedacht habe, wie so eine Diskussion , die hier geführt worden ist, auf einen betroffenen Schwarzen oder Juden und aus den anderen hier zitierten Gruppen wirken könnte.

Ich bin davon ausgegangen, dass meine Position klar ist und wollte zeigen, das "irgendwie links sich" Gedanken über die Sprache macht, die es verwendet.

Jetzt bin ich mir aber nicht mehr sicher, dass der Blog oder und die Diskussion von Schwarzen als Beleidigung aufgefasst werden könnte.

Es lag und liegt mir fern so etwas zu tun.

Wenn ich da bei Betroffenen befremdend oder beleidigend gewirkt haben sollte, tut es mir wirklich von ganzem Herzen leid.

Ich will mich auch nicht hinter Kommentatoren verstecken.

Ich bin für diesen Blog verantwortlich!

Ich habe die Kommentare aus der FC etwa 1 zu 1 mit meinen Beiträgen kommentiert und hätte da wirklich Zeit und Gelegenheit gehabt, mich von Gedanken die auf Schwarze beleigend wirken könnten, mich noch klarer zu distanzieren.

Ich habe es wirklich als Pfadfinder im jungen Kindesalter gelernt , dass Schwarz und Weiss gleiche Menschen mit gleichen Rechten auf dieser Welt sind.

Ich wollte dies anhand des Gebrauchs der deutschen Sprache thematisieren.

Sollte dies in den Augen eines schwarzen Menschen oder bei einem anderen Menschen aus den hier zitierten Randgruppen beleidigend gewirkt haben, entschuldige ich mich nochmals dafür und erkenne an, dass wirklich was gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist.
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 10:12
@SuzieQ
Im Gegensatz zu por, sage ich auch direkt, wessen Kommentare ich für rassistisch halte und umschiffe nicht galant das, was mir übel aufstößt.

Du behauptest, die Kommentare von mir seien rassistisch, weil ich Neger oder Zigeuner sage. Die Bezeichnungen "Neger" und "Zigeuner" sind seit etwa Ende der siebziger Jahre für diskriminierend erklärt worden. Punkt. Mehr kommt nicht.

Ich bin ihm insofern beigesprungen, als dass ich ihm, acht Tage nach Einstellung des Artikels klar darstelle, dass da rassistische Äußerungen drin stehen, zu denen er sich äußern muss.

Aber er hat die ganze Zeit (fast) nichts anderes gemacht, als sich dazu - mir widersprechend - zu äußern.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 16:46
Am 17.12.2011 dachte ich, mitten in der Nacht, lies doch mal, was in pors meistkommentiertem blog steht, könnte ja interessant sein.

Leider musste ich feststellen, dass mir einiges ganz böse aufstieß. Nicht, weil da ein Kommentar mit rassistischem Inhalt stand, sondern es mir vorkam wie ein roter Faden, den Wolfram gesponnen hatte.
Ich konnte die Kommentare nicht nachvollziehen, genauso wenig wie pors Rumrudern oder, dass niemand sich daran gestört hatte, eine Woche lang nicht.

Nur ein Beispiel von vielen:

W H schrieb am 11.12.2011 um 15:33

"Schnackseln?
Was bedeutet das denn?

Gamsen, Pudern, Poppen, Bumsen, Ficken etc. pp. Das halt, was der Kongoneger den ganzen Tag lang tut."

In meiner Empörung habe ich den Kommentar geschrieben, drastisch, überspitzend, ich war fassungslos, da können einem schon mal die Pferde durchgehen.

Die Lehre, die ich für mich ziehe:
In Zukunft werde ich Kommentare nicht mehr schreiben, wenn mich etwas so dermaßen aufgewühlt hat. Ich finde dann leider auch zu drastische Formulierungen und ermögliche die Deutung als 'Rumhacken' usw.
Dieser Kommentar ( 17.12.2011 um 03:46 ) war zu heftig, ich entschuldige mich dafür!

Es befremdet mich nach wie vor, dass sich an meiner Wortwahl mehr gestossen wird als an den Äußerungen, die absolut diskriminierend sind. Verkehrte Welt.

Ich denke nicht, dass Wolfram ein Rassist ist!
Ich weiß auch, dass er Worte sehr wohl zu setzen weiß, umso unverständlicher ist mir, dass er bis jetzt mit keinem Wort etwas zurückgenommen hat.

@ por schrieb am 18.12.2011 um 10:09

Es ist wichtig, wie etwas wirkt, unabhängig davon, ob ich der 'Gruppe' angehöre, die 'verunglimpft' wird, oder nicht. Aber auf einen 'Neger', 'Kongoneger', 'Afrodings', 'Zigeuner' usw. wirkt es noch mal um einiges heftiger.

Ich hätte bei einem Kommentar wohl nichts gesagt oder mal im thread angefragt, hier waren es, für mein Empfinden, zu viele, als dass ich hätte ruhig bleiben können.

@ Wolfram Heinrich

Ich weiß nicht, welcher Teufel Dich geritten hat. Ich bedaure, dass Du weiterhin zu Deinen Äußerungen stehst und dass Du meinst, ich hätte eine Art Bringschuld Dir gegenüber. Dem ist nicht so.
Da Du verteidigst, was Du schreibst, bleibt mir nichts als zu sagen: sehr schade. Sehr.

@ Ismene

Den von Dir beanstandeten Stil, habe ich oben versucht zu erklären und mich auch dafür entschuldigt.
Nach wie vor verstehe ich allerdings nicht, dass sich an meiner Wortwahl mehr gestört wird als an einer offensichtlich rassistisch motivierten.
Eine Frage des Stils?

@ xtnberlin

Rassismus kann man wohl kaum als Meinungsverschiedenheit bezeichnen, ich habe auch nicht den Eindruck, ich hätte jemand die 'Fresse polieren' wollen, und wie sollte das in positivem Sinne möglich sein?

Ich hatte bis zu diesem Artikel weder Probleme mit por noch mit Wolfram, aber ich war angewidert, habe das formuliert und ging zu weit.
Es steht, und der Grund meines Angewidertsein steht genauso ohne Korrektur oder Bedauern zumindest von Seiten Wolframs.

Por ist 'vorgeführt' worden, warum auch immer. Lies W H 18.12.2011 um 03:06.

SuzieQ
Ismene schrieb am 18.12.2011 um 17:03
Hallo SuzieQ,

ich sehe vieles nicht so wie Du, was möglicher Weise daran liegt, dass ich diesen Blog die ganze Zeit über mitverfolgt habe und einiges, was Du kritisierst, eher ironisch aufgefasst habe.

Wenn versuche, es als ein Ganzes zu lesen, verstehe ich besser, was Du meinst. Da wären an einigen Stellen ein paar Anführungszeichen vielleicht klärend gewesen. Ich denke, Poor hat sich dazu (für mich) hinreichend geäußert.

Dass die Kritik sich an den Stil richtet, mag daran liegen, dass man sich verkannt fühlt und das hat wesentlich mit der Formulierung zu tun. Ich will das an dieser Stelle nicht vertiefen, denn für mein Empfinden ist das geklärt.
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 18:12
@SuzieQ
W H schrieb am 11.12.2011 um 15:33
"Schnackseln?
Was bedeutet das denn?
Gamsen, Pudern, Poppen, Bumsen, Ficken etc. pp. Das halt, was der Kongoneger den ganzen Tag lang tut."

In meiner Empörung habe ich den Kommentar geschrieben, drastisch, überspitzend, ich war fassungslos, da können einem schon mal die Pferde durchgehen.


Um die Empörung etwas abzufedern - Ich hatte vor diesem inkriminierten Satz etwas weiter oben (am 10.12.2011 um 10:38 h) geschrieben:
"Und der Neger schnackselt auch sehr gerne, wie uns Frau Mariae Taxis aus Regensburg einst lehrte."
Die darin enthaltene Anspielung hat poor on ruhr offensichtlich nicht verstanden, denn er meinte: "Der letzte Satz beinhaltet aber ein Vorurteil".
Daraufhin habe ich wiederum angemerkt: "Jetzt sag bloß, du hast damals den Wirbel nicht mitbekommen, als Frau Mariae Taxis (die gerne unter dem Künstlernamen Fürstin Mariae Gloria von Thurn und Taxis auftritt) Fernsehgeschichte schrieb?"
Und gleich drunter kommt das Video, das Aufklärung bringt. Alles klar jetzt?

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 22:33
@ Wolfram Heinrich 18:12

Es war schon klar, wer diese Sätze gesagt hat ...

" Da sterben die Leute an AIDS, weil sie zu viel schnackseln. Der Schwarze schnackselt gern."

aber, ach, Wolferl, den Satz:

Ich distanziere mich davon!

hast Du so klein geschrieben, ; ) ,
ich such jetzt mal nach ner Lupe ... : )
Alles klar jetzt?

Lieben Gruß
SuzieQ
Magda schrieb am 18.12.2011 um 22:58
@ SuzieQ - "Am 17.12.2011 dachte ich, mitten in der Nacht, lies doch mal, was in pors meistkommentiertem blog steht, könnte ja interessant sein."

Ist das eine Variante von "Im Kreml brennt noch Licht"? Wachsam sein ist immer gut.
Wolfram Heinrich schrieb am 18.12.2011 um 23:03
@SuzieQ
aber, ach, Wolferl, den Satz:
Ich distanziere mich davon!
hast Du so klein geschrieben, ; ) ,
ich such jetzt mal nach ner Lupe ... : )


Dafür daß du sarkasmusblind bist kann ich nichts.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 23:44
@ Magda schrieb um 22:58

Ja, ich dachte, lies den Beitrag von por, auch wenn mich die Anzahl der Kommentare etwas abschreckte. Ich hatte eine anstrengende Nacht, rein beruflich betrachtet, und wollte was 'Harmloses' lesen. Tja.

Du bist in meiner Wahl eines Vorbildes in puncto 'Contenance' nicht die erste.

"Wachsam sein ist immer gut."

Kommt anscheinend ganz drauf an bei wem.
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 23:50
@ Wolfram

Kommt mir irgendwie bekannt vor, dieses Jäckchen aus Ironie, Satire, Polemik oder auch Sarkasmus umzuhängen, wenn nix anderes hilft....

Oder meinst Du sowas wie:

Ich kann Dir gar nicht sagen, wie sehr ich Deinen Kommentar von 23:03 schätze.

Gruß
SQ
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 00:00
@SuzieQ
Du bist in meiner Wahl eines Vorbildes in puncto 'Contenance' nicht die erste.

Ich bin in der Hinsicht eher olympisch gestimmt: Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 14:13
@SuzieQ

Ich denke, es ist gut, das Du nicht ruhig geblieben bist.

Vielleicht musste auch Deine Provokation am Anfang sein, um überhaupt irgend etwas in Bewegung zu bringen.

Ich war vielleicht auch irgendwie in einem Bloggerrausch und habe vielleicht manchmal mehr auf die Anzahl der Kommentare ( selbst wenn ich die Hälte davon selbst geschrieben habe:)) geachtet als auf das, was drin steht.

...aber bitter , das schenke ich mir zu Weihnachten , weil ich es für menschlich halte. ;)

Ich werde in Zukunft wachsamer sein und hoffe, solche Fehler nicht noch einmal zu machen.

Ich lasse mich auch gerne wieder runterholen und korrigieren.

Man kann nur daraus lernen.
Der Freitag schrieb am 19.12.2011 um 15:26
"Ich bin in der Hinsicht eher olympisch gestimmt: Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg."

Es wäre wünschenswert, wenn das während der Kommunikation zwischen den Communerati häufiger beherzigt würde.

Das Community-Team
poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 15:37
Liebe Redaktion,

Danke für diesen Wunsch.

Im Bewusstsein in dieser Beziehung kein Unschuldslamm zu sein möchte ich mich aber auch ganz genau gerade deshalb diesem Wunsch anschließen.

Danke für Eure Zurüchkhaltung , aber auch Für Euer klares Wort.

Es ist gut, dass Ihr da seid! ;)

Herzliche Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 15:38
Liebe Redaktion,

Danke für diesen Wunsch.

Im Bewusstsein in dieser Beziehung kein Unschuldslamm zu sein möchte ich mich aber auch ganz genau gerade deshalb diesem Wunsch anschließen.

Danke für Eure Zurüchkhaltung , aber auch Für Euer klares Wort.

Es ist gut, dass Ihr da seid! ;)

Herzliche Grüße

por
DandelionWine schrieb am 19.12.2011 um 15:39
"Ich bin in der Hinsicht eher olympisch gestimmt: Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg"

Bei Olympischen Spielen zählt gerade der Sieg, soweit ich weiß.
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 15:50
@DandelionWine
"Ich bin in der Hinsicht eher olympisch gestimmt: Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg"

Bei Olympischen Spielen zählt gerade der Sieg, soweit ich weiß.


Das gilt für Sportler, aber nicht für Weise.


Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 19.12.2011 um 15:59
@ Wolfram schrieb am 19.12.2011 um 00:00

"Du bist in meiner Wahl eines Vorbildes in puncto 'Contenance' nicht die erste.

Ich bin in der Hinsicht eher olympisch gestimmt: Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg."

Du weißt schon, wen ich meinte ...
Ich hätte auch schreiben können, in meiner Wahl eines Vorbildes in puncto 'Contenance' tauchst du gar nicht auf.
Hab ich aber nicht!

So verstehe ich auch Deine Antwort.

@ poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 14:13

Lieber por,

es freut mich sehr, dass es einen, Deinen Kommentar gibt, der mich nicht als Nestbeschmutzer darstellt, als hätte ich im Dreck wühlen wollen oder liefe einem Hirngespinst hinterher.

Du musst Dich gar nicht klein machen, Du hast ja genug dagegen angeschrieben, nur ohne eine Wirkung in Richtung Unterlassung zu erreichen.

Meine Worte werde ich in Zukunft bedächtiger wählen, man lernt ja dazu ...

Schöne Weihnachtstage wünsche ich Dir und auch eine wundervolles 2012.

Liebe Grüße
SuzieQ

@ Der Freitag schrieb am 19.12.2011 um 15:26

Vielen Dank ...

Es wäre wünschenswert, wenn in Zukunft die Kommunikation häufiger aufmerksam betrachtet würde. Mit Herz natürlich.

@ Lara

Der olympische Gedanke ist:
... dabei sein ist alles.
poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 16:13
@DandelionWine

"Bei Olympischen Spielen zählt gerade der Sieg, soweit ich weiß."

Heutzutage stimmt das leider, ist in meinen Augen eine Fehlentwicklung zu der der Sport heute- ich muss es leider so sagen- in einem gewissen Mass auch verkommen ist.

Wir sollten aufpassen dass wir, die schwere Arbeit , dass dies auch nicht mit der FC passiert, nicht nur der hart abeitenden Redaktion überlassen, sondern dass wir uns alle dafür verantwortlich fühlen und auch dementsprechend miteinander kommunizieren.

Es war auch falsch von mir mich bei SuziQ zu der Vokabel "Anpinkelversuch" hinreissen zu lassen.

Das war verkehrt und ich möchte mich bei SuzieQ und der Redaktion von Herzen dafür entschuldigen.

Leider kann ich nicht garantieren , dass das nicht wieder vorkommt, aber ich werde mich bemühen,
es in Zukunft zu unterlassen, durch Wortspielereien mit andere Communerati lächerlich aussehen zu lassen.

Letztlich habe ich mich an dieser Stelle nur selbst lächerlich gemacht.

Liebe Grüße

por
tlacuache schrieb am 19.12.2011 um 16:13
Olympische Freitagsblogger erreichen 0,000000312 Kilometern pro Stunde...

www.fr-online.de/wissenschaft/zellforschung-die-schnellste-zelle-der-welt,1472788,11319536.html
DandelionWine schrieb am 19.12.2011 um 16:20
@poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 15:38

"Im Bewusstsein in dieser Beziehung kein Unschuldslamm zu sein"

Joooo... wir sind Wulff oder so...
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 16:30
@tlacuache
Olympische Freitagsblogger erreichen 0,000000312 Kilometern pro Stunde...
www.fr-online.de/wissenschaft/zellforschung-die-schnellste-zelle-der-welt,1472788,11319536.html


Immer dieses Gehetze.


Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 16:40
@SuzieQ
Ich hätte auch schreiben können, in meiner Wahl eines Vorbildes in puncto 'Contenance' tauchst du gar nicht auf.

Darf ich dir einen Vorschlag für ein Vorbild machen?


Ciao
Wolfram
DandelionWine schrieb am 19.12.2011 um 16:47
@poor on ruhr schrieb am 19.12.2011 um 16:13

""Bei Olympischen Spielen zählt gerade der Sieg, soweit ich weiß."

Heutzutage stimmt das leider, ist in meinen Augen eine Fehlentwicklung zu der der Sport heute- ich muss es leider so sagen- in einem gewissen Mass auch verkommen ist."


Es ist nicht heutzutage, sondern von Anfang an...

"Wir sollten aufpassen dass wir, die schwere Arbeit , dass dies auch nicht mit der FC passiert, nicht nur der hart abeitenden Redaktion überlassen, sondern dass wir uns alle dafür verantwortlich fühlen und auch dementsprechend miteinander kommunizieren"

Die Bundeskanzlerin arbeitet um Einiges härter, nehmen ich an... fühlst Du Dich für ihre Arbeit verantwortlich und würdest Du ihr ein Stück abnehmen?
DandelionWine schrieb am 19.12.2011 um 16:50
@tlacuache schrieb am 19.12.2011 um 16:13

Frankfurter Rundschau? Was DuMont Haus herausgibt, lese ich nicht, weil ich kein Respekt davon habe.
SuzieQ schrieb am 19.12.2011 um 16:51
@ Wolfram um 16:40

<3

Du weißt aber doch schon, an wen mein Kommentar vom 18.12.2011 23:44 geschrieben ward???
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 17:06
@SuzieQ
Du weißt aber doch schon, an wen mein Kommentar vom 18.12.2011 23:44 geschrieben ward???

Ach, herrjeh! Das kommt vom Hudeln, das kommt vom Dudeln. Ich bin halt ein Egozentriker, der selbst Speere, die gar nicht für mich bestimmt sind, gegen die eigene Brust richtet, ein Arnold Winkelried der Polemik.
de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Winkelried#Legende

Dennoch: Ich stelle hiermit den formellen Antrag, den Donald (siehe oben) zum Wappentier der FREITAGs-Community zu machen.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 19.12.2011 um 17:15
@ Wolfram um 17:06

"Dennoch: Ich stelle hiermit den formellen Antrag, den Donald (siehe oben) zum Wappentier der FREITAGs-Community zu machen."

Den Donald (siehe oben) ? Irgendwie links weggerutscht...? Ich seh keinen mehr ...

Ausserdem: der heißt doch 'Duck',
geht ja gar nicht ...
SuzieQ schrieb am 19.12.2011 um 17:16
Oh, jetzt ist Donald wieder da, ...Duck ...,
tlacuache schrieb am 19.12.2011 um 17:17
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 16:30
somnum,
bibere,
plantatur arbor,
filios generare,
keine Hektik südlich von Ingolstadt
;-)
Wolfram Heinrich schrieb am 19.12.2011 um 17:48
@tlacuache
keine Hektik südlich von Ingolstadt

Der Franze hat gsagt, wenn lauter träge und faule Leute wie er an der Regierung wären, gings zwar auch in den Abgrund, aber, sagt er, halt nicht so schnell.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:31
@Wolfram Heinrich

Beingt Goofy es denn nicht mehr?
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:33
@DandelionWine

"Joooo... wir sind Wulff oder so..."

Ich bin kein Wulff.

Ich mach immer Quak,Quak.

Was füer ein Tier bin ich? ;)
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:34
@tlacuache

Oh Mann, das ist ja fast Geschwindigkeitsweltrekord, oder ?
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:36
@SuzieQ

Schöne Weihnachtstage und ein wundervolles 2012 auch für Dich! ;)
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:38
@Wolfram Heinrich

Ist der Donald Duck nicht Copyright geschützt?

Das könnte teuer werden! :)
Wolfram Heinrich schrieb am 20.12.2011 um 21:40
@poor on ruhr
Bringt Goofy es denn nicht mehr?

Goofy ist viel zu friedlich für ein Wappentier der FREITAGs-Community.

Ciao
Wolfram
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:43
@Wolfram Heinrich

Genau.

"Nur die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg." ;)
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:45
@Wolfram Heinrich

Gefällt mir aber nicht.

Der Donald Duck ist zu viel unentspannt. ;)
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:48
@DandelionWine

"Es ist nicht heutzutage, sondern von Anfang an..."

Ich habe da leichte Zweifel , wa sdie modernen olympische Spiele betrifft.

"Die Bundeskanzlerin arbeitet um Einiges härter, nehmen ich an... fühlst Du Dich für ihre Arbeit verantwortlich und würdest Du ihr ein Stück abnehmen?"

Das kann man aber mit der FC nicht vergleichen.
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:49
@Wolfram Heinrich

"Der Franze hat gsagt, wenn lauter träge und faule Leute wie er an der Regierung wären, gings zwar auch in den Abgrund, aber, sagt er, halt nicht so schnell."

Sind dann die Experten von der Linken nicht doch besser ?
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:50
@Wolfram Heinrich

"Goofy ist viel zu friedlich für ein Wappentier der FREITAGs-Community."

Deshalb möchte ich ihn ja!

Sozusagen als Vorbild! :)
Ismene schrieb am 20.12.2011 um 21:52
Der Franze ist ein kluger Mann!

Das erinnert mich an eine Computersimulation für Entwicklungshelfer. Die müssen ein Dorf betreuen und haben ein bestimmtes Budget und der Computer rechnet aus, welche Folgen ihre Entscheidungen haben. Die Parameter sind wohl ganz gut geprüft. Das frustrierende ist: egal, was die Probanden tun, am Ende ist es immer schlimmer!

Gruß an den Franze, der einen sehr sympatischen Eindruck macht!

Ismene
Wolfram Heinrich schrieb am 21.12.2011 um 10:06
@poor on ruhr
Gefällt mir aber nicht.
Der Donald Duck ist viel zu unentspannt. ;)


Eben drum. Oder hast du den Eindruck, daß ein bis in die Zehenspitzen entspanntes Wappentier charakteristisch wäre für die Community?

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 21.12.2011 um 10:07
@poor on ruhr
"Der Franze hat gsagt, wenn lauter träge und faule Leute wie er an der Regierung wären, gings zwar auch in den Abgrund, aber, sagt er, halt nicht so schnell."

Sind dann die Experten von der Linken nicht doch besser ?


Wahrscheinlich setzen sich auch dort die dynamischen Macher durch, so ist unsere Welt beschaffen.

Ciao
Wolfram
Wolfram Heinrich schrieb am 21.12.2011 um 10:07
@Ismene
Der Franze ist ein kluger Mann!

Sagen wir mal so - er ist ein bisserl ambivalent. "Der Franze hat gsagt, er glaubt nicht an Philosophie. Einer, sagt er, hat ihm mal das Ding an Sich verkauft, aber es hat nicht funktioniert. "

Das erinnert mich an eine Computersimulation für Entwicklungshelfer. Die müssen ein Dorf betreuen und haben ein bestimmtes Budget und der Computer rechnet aus, welche Folgen ihre Entscheidungen haben. Die Parameter sind wohl ganz gut geprüft. Das frustrierende ist: egal, was die Probanden tun, am Ende ist es immer schlimmer!

Der Vorteil der Wirklichkeit gegenüber solchen Computersimulationen ist, daß in der Realität immer (viele) verschiedene Leute mitentscheiden und die letztliche Entscheidung auskarteln. A will etwas, B, C, D und E wollen was anderes und es kommt eine Entscheidung heraus, die so keiner gewollt hat. Das dämpft den verheerenden Einfluß eines einzigen Gehirns etwas.

Gruß an den Franze, der einen sehr sympathischen Eindruck macht!

"Der Franze hat gsagt, wenn er mit einer Schnepfen zweimal groß ausgehen muß, eh er sie flachlegen kann, dann, sagt er, käm ihn der Puff billiger."
Ist er dir immer noch so sympathisch?
theodor-rieh.de/heinrich/Franze.html

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 21.12.2011 um 17:54
@ Wolfram

"Der Franze hat gsagt, wenn er mit einer Schnepfen zweimal groß ausgehen muß, eh er sie flachlegen kann, dann, sagt er, käm ihn der Puff billiger."

Investition muss sich lohnen ...
Wolfram Heinrich schrieb am 21.12.2011 um 18:06
@SuzieQ
"Der Franze hat gsagt, wenn er mit einer Schnepfen zweimal groß ausgehen muß, eh er sie flachlegen kann, dann, sagt er, käm ihn der Puff billiger."

Investition muss sich lohnen ...


Mei, so ist er halt, der Franze. Ich kann nix dafür, ich schreib seine Sprüche nur auf.

Ciao
Wolfram
SuzieQ schrieb am 22.12.2011 um 22:05
"Mei, so ist er halt, der Franze. Ich kann nix dafür, ich schreib seine Sprüche nur auf."

Wenn das mal nicht

Gefährliche Ausreden - 2. Versuch sind.

LG
Suzie
Wolfram Heinrich schrieb am 23.12.2011 um 01:33
@SuzieQ
"Mei, so ist er halt, der Franze. Ich kann nix dafür, ich schreib seine Sprüche nur auf."

Wenn das mal nicht
Gefährliche Ausreden - 2. Versuch sind.


Der Franze ist eine durchaus eigenständige Person, wenn auch manchmal schwer zu verstehen. Der Franze hat gsagt, wenn ich es verstehen würd, sagt er, könnt ers mir, leicht erklären. Aber so...

Ciao
Wolfram
weinsztein schrieb am 18.12.2011 um 04:36
@SuzieQ

demnächst kann man in irgendeinem Schrottblog lesen, dass hier Rassismus zelebriert werde.
Nur darum geht's, gell?
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 04:44
: )
SuzieQ schrieb am 18.12.2011 um 05:21
Ach, ich vergaß die Goldwaage ...

: ) um 04:44

bedeutet:

Änderung zum vorletzten Kommentar von weinsztein ist nur, dass er meinen Nick korrekt schreibt, immerhin.

Der Rest seines Kommentars ist bullshit!
xtnberlin schrieb am 18.12.2011 um 11:44
hey leute, was soll das ?

es ist wie fast immer hier in der freitag community, irgendwann wird nur noch aufeinander "rumgehackt" ...........aus meinungsverschiedenheiten werden feindbilder und ruckzuck wird's persönlich......... ist es das, was den menschen ausmacht ? letztendlich ist doch egal welche worte wir benutzen und wie wir unsere worte bewerten, es kommt darauf an in welcher beziehung wir zum objekt der "bewertung" stehen. bzw. in welche beziehung wir zum objekt der bewertung stehen möchten........

man könnte sich ja auch mal in positivem sinne "gegenseitig die fressen polieren"......... ich könnte mir hier durchaus einige paare vorstellen die sich heute abend zum gegenseitigen zähneputzen verabreden, auf das in zukunft etwas mehr freundlichkeit und wohlwollen den dermaßen polierten fressen entströme......

honi soit qui mal y pense und schönen sonntag auch ;-)
xtnberlin schrieb am 18.12.2011 um 13:02
hey leute, was soll das ?

es ist wie fast immer hier in der freitag community, irgendwann wird nur noch aufeinander "rumgehackt" ...........aus meinungsverschiedenheiten werden feindbilder und ruckzuck wird's persönlich......... wenn es das ist, was den menschen wirklich ausmacht, dann wird 2012 noch eine menge menschen aus(-)machen ? letztendlich ist doch egal welche worte wir benutzen und wie wir unsere worte bewerten, es kommt darauf an, in welcher beziehung wir zum objekt der "bewertung" stehen. bzw. in welcher beziehung wir zum objekt der bewertung stehen möchten........

man könnte sich ja auch mal in positivem sinne "gegenseitig die fresse polieren"......... ich könnte mir hier durchaus einige paarungen vorstellen, die sich heute abend zum gegenseitigen zähneputzen verabreden, auf das in zukunft den dermaßen polierten fressen etwas mehr freundlichkeit und wohlwollen entströmen möge......

honi soit qui mal y pense und schönen sonntag auch ;-)
poor on ruhr schrieb am 20.12.2011 um 21:51
@Xtnberlin

Dir auch einen schöne Restadvent! :)
PsychArtist schrieb am 04.01.2012 um 09:17
Hallo Ihr Lieben

@wolfram
Auch ich tue das, ich sage:
Neger
Schwul
Hure

Und habe in vielen Jahren telephonischer Seelsorge nur positive Erfahrungen damit gemacht.
Wichtig ist halt, seinem Gegenüber Akzeptanz herüberzubringen- dann wirkt Direktheit geradlinig.

@kay.kloetzer
„Drogen“ und „Rauschgift“ halte ich beides für eine unzulässige Zusammenfassung völlig verschiedener Stoffe. Und damit für einen guten Diskussionseinstieg.

@poor
Guter Blog – auch ich finde es wichtig mich gegen „Neusprech“ zu wehren-
„geh nach drüben“ hören wir ja löblicherweise nicht mehr.

Ein Neger und ein Weißer an der Bar:
Weißer: Du schwarz
Neger: Ich weiß

Mit Lieben Grüssen
Klaus
Wolfram Heinrich schrieb am 04.01.2012 um 12:52
@PsychArtist
Und habe in vielen Jahren telephonischer Seelsorge nur positive Erfahrungen damit gemacht.
Wichtig ist halt, seinem Gegenüber Akzeptanz herüberzubringen- dann wirkt Direktheit geradlinig.


Wie so oft im Leben ist es der Ton, der die Musik macht.

Ein Neger und ein Weißer an der Bar:
Weißer: Du schwarz
Neger: Ich weiß


Kain Schwarzer ist ein Neger.


Ciao
Wolfram
PsychArtist schrieb am 04.01.2012 um 15:01
Danke,
Bembers kannte ich noch nicht.
Erinnert mich ein wenig an Karl Valentin.
(Werde ich mehr von ansehen)

Den subtilen Bayrischen Humor habe ich das erste Mal in Gerald Polts "Kehraus" kennen und schätzen gelernt- eine perfekte Gradwanderung zwischen Lachen und Verschlucken.

B.T.W.:
Das war wirklich schlimm in 2o11- so viele gute Kabarettisten sind gestorben.

Mit Lieben Grüssen
Klaus
poor on ruhr schrieb am 04.01.2012 um 17:16
Lieber Klaus,

"Neger" ist ein rassistischer Begriff. Wir dürfen ihn nicht verwenden. In diesem Sinne bin ich wirklich für "Neusprech".

Ich distanziere mich wirklich total von dem Begriff "Neger", weil er rassistisch ist.

Ich kann Dir nur empfehlen hier Deine Position nochmals zu überdenken und das auch zu tun.

Bei rassistischen Begriffen darf es kein "Ja" oder "Aber " geben.

Liebe Grüße

por
poor on ruhr schrieb am 04.01.2012 um 17:20
@Wolfram Heinrich

Bei aller Wertschätzung für Deine Person bitte ich Dich sehr herzlich nicht mehr den Begriff "Neger" zu verwenden. Er ist rassistisch.

Das ist keine Zensur, aber wir als "irgendwie links" dürfen einfach nicht das Vokabular der Nazis und der Rassisten verwenden.

Ich bitte um Deine Verständnis und bedanke mich dafür im Vorraus.

Herzliche Grüße

por
Maike Hank schrieb am 04.01.2012 um 17:43
Auf Wunsch des Blogautors haben wir die Kommentarfunktion gesperrt.
Blogbeitrag kommentieren
poor on ruhr
Aus dem Ruhrgebiet: Interessierter Arbeiter mit dem Motto:"Immer wieder aufstehen" (Herne3)
Mitglied seit:
3 Jahre 15 Wochen
Zuletzt aktiv:
28.05.2012
Status:
Publizist
Aktivität:
Beiträge: 525
Kommentare: 10072
Mein Projekt:
Logbuch
16:44
Magda hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:43
Lethe hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:42
musica hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:41
flausen hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:41
Sisyphos Boucher hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG