Scharfenorth

unangepasst

18.05.2011 | 01:41

Strauss-Kahn sitzt im Kahn. Fragt sich ... warum?

Mitglieder einer kleinen Terror-Zelle, aber auch ein Flüssiggastanker können, wie wir heute hörten, ein Atomkraftwerk in die Luft jagen − und damit ein ganzes Land an den Rand des Abgrunds bringen. Eine korrupte Zimmerkellnerin kann einen IWF-Chef um seine politische Karriere und den Euro zu Fall bringen. Nichts von dem muss geschehen oder geschehen sein. Und doch ist man baff: denn hier geht es nicht um Erdbeben, Wirbelsturm und Tsunami. Es geht nur um das, was ein Mensch resp. eine kleine Gruppe von Menschen so anrichten kann – wenn er/ sie will.

Dominique Gaston André Strauss-Kahn sitzt seit gestern ein, und 80% der Leute vermuten, dass da ein europafreundlicher IWF-Chef weg musste, einer, der im Griechenland-, Portugal-, Irland- oder Sonst-wie-Desaster hätte wichtig sein können.

Dieser Verrückte muss doch – einen  Tag vor seinen Griechenland-Beratungen in Berlin und Brüssel – eine Frau anfallen. Soviel Sperma im Gehirn ist dem 62-Jährigen eigentlich nicht zuzutrauen, wenngleich die RP heute mutmaßt, dass Leute seiner Art durchaus freidrehen können („Rheinische Post“, 17. Mai 2011). Gleichwie: Der Mann musste hinter Gitter, wobei es offenbar verdammt eng wurde (). Die sexuell Belästigte – sofern sie es denn ist –  bleibt offenbar ausgeblendet. Warum, weiß der Geier. www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/unter-schwerverbrechern/

Verschwörungstheoretiker wittern ganz klar eine Verschwörung des zu kurz Geratenen. Der scheint nach den gemeinsamen Bombardements auf Libyen in gutem Einvernehmen mit O  BAMA. Aber ob das allein reicht, um …? Kann sein. Doch da gibt es noch die „BIG THREE“,  die frisch geweißten US-Rating-Agenturen Moodys, Epcon und Fitch, die ihren Daumen je nach Gemütslage belüften oder ins Fleisch maroder Staaten versenken können. Sollten die etwa? Möglich wäre das schon: Strauss-Kahn sitzt im Kahn, die Rating-Agenturen flüstern, dass ein wichtiger Unterstützer fehle, die Zinsen für griechische Staatsanleihen ziehen ein wenig an und alle, die bei Akropolis auf AUS wetten, hören es klimpern. Oder: Europa wird geschwächt, und die, die mit   14-Billionen- US-$-Schulden im Dreck sitzen,  müssen nicht allein heulen.

Nun, forsches Rätseln bringt hier nicht weiter. Man kann nur hoffen, dass es zwischen Kachelmann, Strauss-Kahn und Wikileaks keine Absprachen gibt. Denn  das fehlte uns noch: ein European Sex Contest mit Originalaufzeichnungen … ohne Lena.

Dr. Ulrich Scharfenorth, Ratingen

www.stoerfall-zukunft.de  ... mit weiteren News

 

 
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Kommentare
hardob schrieb am 18.05.2011 um 09:03
Pro. Vaubel, Prof. für Volkswirtschaft an der Uni Mannheim, hat mir via DLF erzählt, weshalb Strauß-Kahn zu recht im Knast sitzt. Habe dieser, sehr zum Leidwesen des Professors, doch den Washington Consenus aufgekündigt und sich für Kapitalverkehrskontrollen ausgesprochen. Nun hofft Herr Vaubel, dass nicht schon wieder ein Franzose (eine Französin), die neuen Ökonomieerbfeinde, an die Spitze des IWF gerät. Lieber wäre ihm ein dynamischer Axel Weber, der die Freiheit des Kapitals und die zum Verhungern beim IWF in aller Gänze wieder hersellte.

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Scharfenorth
Geb. am 1. Oktober 1941 in Lehnitz. Von 1964-1990 Technologe, Forscher und Gutachter fuer die DDR-Stahlindustrie. 1970 Promotion zum Dr.-Ing. Ab 1990 Journalist und Autor in Duesseldorf und Ratingen. Sachbuch:"Stoerfall Zukunft - SchlussFolgerungen fuer einen moeglichen Anfang" (12/2008)
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