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Es ist eine Schande, was Bundesarbeitsministerin von der Leyen als Reaktion auf die Erhöhung der Hartz-IV-Bezüge (um 5 €!!!) vom Zaun gebrochen hat. Das zusätzlich bereitzustellende Geld wird nämlich nicht beim Bundesfinanzminister abgefordert, sondern auf schändliche Weise bei den Eingliederungshilfen für Langzeitarbeitslose eingespart („Rheinische Post“, 20. mai 2011). Das ist mindestens ebenso fies wie der Denk-Ansatz bei den Bildungspaketen für arme Familien. Die werden nämlich nur zu 25 % abgerufen. Hat man doch vorher gewusst, werfen dann Oberschlaue ein. Offenbar nicht, denn sonst wäre diese Idee am Widerstand von Gewerkschaften und Bürgerbewegungen längst gescheitert. Die Alternative – nämlich die Kostenlosstellung von Schulspeisung, Krippen- und Kindergartenbetreuung sowie von Ausflügen, Klassenfahrten etc. wäre natürlich die richtige Lösung gewesen (S. 412 ff.), weil dann mit Sicherheit alle Kinder armer Leute partizipiert hätten (s. 143 ff.). Das aber scheint von schwarz-gelb gerade nicht gewollt zu sein. Sie wissen um die Hürden bei der Beanspruchung von geldwerten Leistungen – vor allem bei armen, die es nicht können oder aber sich deshalb schämen. Frech kalkuliert die Regierung genau das ein und schiebt die eingesparten 75% des „Bildungspaketes“ in die Hartz-IV-Töpfe zurück. Eine Unverschämtheit, dass man die besondere Situation der Armen – vor allem ihre Hilflosigkeit – so schamlos ausnutzt (selbst in der berüchtigten EX-DDR wäre so etwas nie möglich gewesen!). Nimmt man also die Abschaffung des Kindergeldes, die miesen und oft sinnlosen Qualifizierungsangebote (was, Du bist schon Bewerbungstrainer? Macht nix. Musst den Kurs dennoch machen!) und die allseits aufgestellten Hürden fürs Selbständigmachen (auch hier werden die arbeitslosen Antragsteller oft gedemütigt/ein konkreter fall liegt mir gerade vor!) dazu, dann mutet alles, was mit Hartz IV zusammenhängt wie eine sorgfältig organisierte „Daumenschrauben- und Aussonderungs-Klamotte“ für überflüssige Menschen an. Dass die nicht unbedingt bei „Parasitieren“ und Kindermachen unterstützt werden müssen, liegt offenbar auf der Hand. Und so lebt die Kampagne zu arbeitslosen Mietnomaden, Bier- und Schnaps-Säufern und verantwortungslosen „Kindermachern“ immer dann auf, wenn Forderungen nach mehr Geld für die „Aussätzigen“ aufkommen. Dabei weiß ein jeder, dass die Misere „Arbeitslosigkeit“ nicht nur von der Wirtschaft (Entlassungen infolge schlechter Konjunktur, Firmenpleiten etc.), sondern stets auch von denen verursacht wird, die unser Bildungssystem pausenlos an die Wand fahren. Sinnigerweise dürften fast 70 % der Arbeitslosen unverschuldet ohne Beschäftigung sein. Denen aber müssen die Job-Center (früher ARGE) trotz endloser Mühen um einen Arbeitsplatz offenbar ebenso einheizen wie den wenigen, tatsächlich Faulen. Denn eine wirkliche, ausreichende Differenzierung gibt es nicht.
Hier in Ratingen bei Düsseldorf beobachten wir gerade, dass mehrere vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) sowie von der Diakonie geschaffene und von Langzeitarbeitslosen „bedienten“ Einrichtungen akut bedroht sind und vielleicht sogar dicht machen müssen. Das betrifft die erst im Frühsommer 2010 eröffnete Fahrradstation (dort reparieren Eingliederungswillige defekte Fahrräder), die Möbelkammer (dort können Bedürftige gespendete, extrem preiswerte Gebrauchtmöbel erwerben und kostengünstige Transporte ordern/Doppeleffekt!), das Beschäftigungsprojekt „comp:ex“ (dort werden Elektro-Altgeräte sachgerecht demontiert und fürs Recycling aufbereitet) und sogar die Tafel. All das wurde bisher aus staatlichen, jetzt der Kürzung anheim fallenden Zuschüssen (Topf Hartz IV) und privaten Spenden gespeist. Die Spenden allein können die durch beispiellose ehrenamtliche Arbeit geschaffenen Einrichtungen mit Sicherheit nicht retten. Jetzt gilt es, gegen den verheerenden Kahlschlag zu protestieren – und zwar bundesweit. Hier in Ratingen müssen wir vor allen den Vorkämpfern Bohnen & Bohnen (SKF) sowie Irmgard von der Heiden-Alfing (Diakonie) zur Seite zu stehen. Schon ein deftiger Leserbrief könnte da helfen.
Dr.-Ing. Ulrich Scharfenorth, Ratingen
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Sozialpolitik nur für Kinder machen zu wollen, geht eben nicht. Ein Beispiel aus Halle/S.: insgesamt sind 11.800 Kinder berechtigt, für 6.600 wurden bereits Anträge gestellt, ein vergleichsweise hoher Wert. Aber erst 156 Anträge wurden bislang beschieden, denn die Entscheidungen sind extrem komplex: welche Teilsummen bei einer Klassenfahrt dürfen zu wieviel Prozent bezuschusst werden? Waren die Eltern bzw. der Elternteil zu dem Zeitpunkt anspruchsberechtigt, für den das Kind einen Zuschuss zum Mittagessen bekommen soll? Bei Aufstockern und Freiberuflern ändert sich das mitunter von Monat zu Monat usw. (Zahlen vom www.halleforum.de)
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Hallo Scharfenroth,
welch ein Blödsinn. Ich zittiere: Sinnigerweise dürften fast 70 % der Arbeitslosen unverschuldet ohne Beschäftigung sein. Also wollen sie so wie die Politik mir weismachen das 30% der Arbeitslosen selbst schuld an Ihrem Schicksal sind? Womit bitte haben sie es Verschuldet Ihrer Meinung nach sie Trinken zuviel. Hmmm ist Alkoholismus nicht eine Krankheit? Die alleinerziehende Mutter die mangels Beetreuungsplatz keine Arbeit findet. Sie hätte doch bei Ihrem Mann bleiben können. Sie werden nicht ein Beispiel finden von einem Menschen der selbstverschuldet ohne Arbeit ist. Darüber hinaus all diese Netten „Hilfsprojekte“ gehören abgeschafft und das ersatzlos. Erstens einmal weil die Betreiber Diakonie, Caritas, DRK und wie sie alle heißen Multinationale Großkonzerne sind die mit solchen Einrichtungen sehr viel Geld verdienen, ihr Interesse ist nicht das ende der Armut sondern deren Fortbestand um daran verdienen zu können. Als zweites ist Ihnen eigentlich bewusst das Menschen nur für löhne im Niedriglohn Sektor arbeiten können weil es diese Organisation der Almosen Verteilung gibt. Ist Ihnen noch nie in den Sinn gekommen wie Pervers es ist wenn die Kassiererin bei Penny nach der Arbeit noch schnell zur Tafel wetzen muss um die Mäuler Ihrer Kinder zu stopfen. Ihnen ist ja wohl bewusst das es 30 Prozent der Bevölkerung sind die so leben müssen. Beteiligen Sie sich nur weiter am erhalt dieses Systems. Es dauert dann eben ein paar Tage länger bis wir Spanische Massendemos haben. Wohlfahrt die nur Armut erzeugt ist keine Wohlfahrt! In diesem Sinne Baphomed |
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"Oh Freunde, nicht diese Töne, sondern lasst uns angenehmere anstimmen, und freudenvollere." (L. V. Beethoven)
Dass es nur wenige "tatsächlich Faule" gibt, hat Scharfenorth deutlich geschrieben. Es gibt sie, doch sie sind nicht das Problem. Problematisch wird es, wenn nur noch Verelendungstheorie aggressiv vorgetragen wird, die niemandem hilft. |
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Hallo Hadie,
ich denke wer so einen Mist schreibt kann auch selber für sich sprechen. Weil weder Sie noch ich wissen was er meint wenn er es nicht sagt. Das anstimmen anderer Töne hilft den mächtigen nicht den schwachen. Für wenn hat Bethofen Musik gemacht ? Für Kaiser und Könige oder für die Bauern und Weberknechte, vielleicht für Leibeigene? Das was Sie Verelendungstheorie nennen bezeichnen die da oben als Freie Marktwirtschaft die wir mehr schützen müssen als uns selbst weil sie wird uns alle erretten. Was bitte tut Frau VDL anderes als schon Ihre Partei zur Wahl gesagt hat sie Privatisiert den Arbeitsmarkt. Warum glauben sie wird der Etat für Vermittlungsgutscheine so ausgebaut? Wer glauben Sie sind diese Firmen es sind Tochterunternehmen der Zeitarbeitsfirmen. Ihnen werden hier wieder Milliarden mit den Vermittlungsgutscheinen zugeschoben so etwas nennt sich Subventionen. Wunder schön versteckt im Sozial Etat des Arbeitsamtes. Allein die Erweiterung dieses Etat wird es nötig machen erneut Gelder bei den H4 Empfängern anzustrengen. Aber das ist ja nicht weiter schlimm da ja durch die Maßnahme noch mehr jobs im Billiglohn Sektor entstehen werden. In diesem Sinne Baphomed |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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