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Kultur : Der FREITAG im Heiligen Land

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Seit März ist die charmante junge Österreicherin hier in Jerusalem. Sie arbeitet in dem prachtvollen Österreichischen Hospiz inmitten der arabischen Altstadt von Jerusalem, in dem ich Unterkunft gefunden habe.

Drei Monate Aufenthalt sind zwar noch keine lange Zeit, aber vielleicht lange genug, um Interessantes zu den gemachten Erfahrungen erzählen zu können. Ein Versuch, denke ich mir, ist es allemal wert.

Ich frage sie also, ob ich sie zu ihrem bisherigen Aufenthalt interviewen darf. Ich würde das in einem Reise-Blog für eine relativ neue deutsche Zeitung unterbingen.

Auf den Begriff "Interview" reagiert sie ein klein bisschen verschreckt, ist aber neugierig genug, um ein vorsichtiges Ja zu geben. Für wen das Interview sei, will sie wissen. Für den FREITAG, meine ich und sage dazu, dass das eine noch recht neue Wochenzeitung aus Deutschland sei, die aber auch eine tägliche Online-Ausgabe hat.

"Der FREITAG", meint sie? Und fügt in diesem netten österreichischen Singsang hinzu "Ja, den kenn' ich eh! Der hat doch auch Tasch'n, oder?"

Ich, vorsichtig, erwidere "Hm, vermutlich meinst Du was anderes.... also ich meine schon die Zeitung" (denke dabei, es gibt in Österreich vielleicht eine Art Stadtzeitung namens Freitag, wie es sie bei uns zigfach gibt, und die zu Werbezwecken Taschen verteilt). Zur Klärung rufe ich im Laptop die FREITAGs-Seite auf und sage "Schau, ich meine diesen FREITAG".

Sie schaut sich das an und meint lapidar zu mir Ignorant "Ja eh, den mein Ich schon, I hab' von dem auch ein Abonnement g'habt".

Verzeihung, lieber FREITAG, dass ich Eure Verbreitung so kolossal unterschätzt habe. Ihr seid's im Heiligen Land vielleicht noch nicht hundertprozentig angekommen, aber in Österreich ganz offensichtlich.

Glückwunsch an das ganze Freitags-Team!

Während ich das hier schreibe, dröhnte - ja: dröhnte - während einer viertel Stunde Rockmusik israelischer Provenienz aus irgendwelchen Lautsprechern. Nein, keine aufgedrehte Anlage in einer Wohnung, sondern richtiger "Sound". Ich bin hier allerdings im arabischen Viertel untergebracht.

Was letzte Woche anlässlich des "Jerusalem-Tages" stattgefunden hat, ist eine andere Geschichte, die aber zu diesem seltsamen Phänomen passt. Dazu morgen mehr.

Und jetzt, genau jetzt, setzt die Musik wieder ein. Vielleicht hundert oder zweihundert Meter Luftlinie entfernt (hier ist alles extrem dicht bebaut, es gibt kein Stadion oder etwas ähnliches, in dem ein Konzert stattfinden könnte). Man fragt sich: Was ist das, was soll das, in dieser Dezibel-Stärke, direkt hier am muslimischen Viertel?

Dieser Beitrag, Sie haben es bemerkt, läuft etwas außer der Reihe, weil er mehr den FREITAG als meine Reise betrifft.

Hope you enjoyed it, though.

Bis morgen, S

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.