Empfehlung der Woche

Szenario – Die Zukunft steht auf dem Spiel

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Florence Gaub
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On Planetary Justice

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Performances, Court Cases, Discussions, Music

Veranstaltungsorte: HAU1, HAU

Vom 27. bis 30. November 2025!

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Sehnsucht in Sangerhausen

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Julian Radlmaier

Drama, Komödie

Deutschland 2025

90 Minuten

Ab 13. November 2025 im Kino!

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Collage Résistant(s) – Widerständige Collagen

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Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ausstellungszeitraum: 25.11.2025 bis 20.5.2026

Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung | Straße der Pariser Kommune 8A, 10243 Berlin

Vernissage am 25. November um 18 Uhr!

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Kultur : Der unbeschreibliche Harry S. Morgan

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Der berühmte Pornoregisseur Deutschlands geht leise.

Wie klingt ein Nachruf auf einen Regisseur, auf den es keinen Nachruf geben darf? Zumindest keinen, wie ihn Regisseure bekommen hätten, die in anderen Genres Erfolg hatten. Doch das Genre von Harry S. Morgan war der Porno. Und deshalb bedienten sich die Medien bei der Vermeldung seines Todes lediglich der dürren Agenturmeldung. In der steht, dass Regisseur und Produzent Morgan am Samstag tot in seiner Düsseldorfer Wohnung aufgefunden wurde im Alter von 65 Jahren und er als Entdecker von Gina Wild gilt.


Es wird nun keinen einzigen Nachruf geben, in dem sich der Autor mit Harry S. Morgans besten Filmen auseinandersetzt, denn Morgans Filme heißen “Teeny Exzesse”, “Das Promiluder fickt weiter” und “Die Lustklinik”. Es wird auch kein Autor über die Bedeutung schreiben, die seine Filme für das Genre hatten, denn dort müssten Begriffe auftauchen wie Doppelpenetration, Fisting und Urination. Kein Autor wird über seinen ersten Kontakt mit dem Werk von Morgan schreiben, denn dann müsste er Sätze formulieren, in denen Wörter wie “heimlich”, “Pubertät” und “gebrannte CD” vorkommen. Es wird auch keinen Nachruf geben, in denen der Autor sich mit Morgans “Happy Video Privat” beschäftigt, einer Reihe, in der er ganz normale Paare in ihrem scheußlich eingerichteten Wohnzimmer zu ihren sexuellen Vorlieben befragte und sie diese Vorlieben anschließend vor laufender Kamera darstellen ließ. Denn dann müsste der Autor dem Regisseur zugestehen, fast so etwas wie Feldforschung betrieben zu haben.

Harry S. Morgan war klar, dass er in einem Genre arbeitete, das jeder kannte, aber über das niemand sprach. Höchstens mit seinen besten Kumpels. Ihm war klar, dass die ARD nach seinem Tod nicht seine besten Filme zeigen würde und bei seiner Beerdigung nicht 20 Kamerateams und 5000 Trauergäste zugegen sein würden. Trotzdem hat er sich gewünscht, wenigstens den Adolf-Grimme-Preis zu bekommen, verriet er einmal Henryk M. Broder. Weil er die Missionarsstellung neu erfunden habe.

Seine Todesmeldung auf Spiegel Online ist 592 mal bei Facebook empfohlen worden. Dass Gaddafis Sohn bei einem Nato-Luftangriff ums Leben kam: 547 mal.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.