Tom Strohschneider

Blog von Tom Strohschneider

18.02.2011 | 20:21

Kommunistische Kampagne: Die Wahrheit über Dr. Guttenberg

Die Affäre Guttenberg ist natürlich gar keine, sondern: ein „Angriff aus der linken Szene“. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich hat den „politisch motivierten Angriff von ganz Linksaußen“ enttarnt, immerhin ist „Enthüllungsprofessor Fischer-Lescano“ Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne. Dabei handelt es sich bekanntlich um die „kommunistische Ypsilanti-Initiative“, wie es nun des Barons Staatssekretär Christian Schmidt klarstellt. Und „solchen Umtrieben steht ein beliebter bürgerlicher Politiker im Weg“, ist doch klar. Auch Michael Glos ist sich sicher, dass es hier nur darum geht, "einen unserer fähigsten Politiker in den Schmutz zu ziehen, weil er zu beliebt geworden ist". Die „politische Sauerei“, also der Hinweis darauf, dass Guttenberg längere Passagen seiner Dissertation abgeschrieben hat, muss trotz Dutzender Belege von CSU-Chef Horst Seehofer deshalb als "Vorverurteilung" zurückgewiesen werden und ist selbstverständlich „ungehörig“ (Schmidt). Tatsächlich: Schließlich war es ja womöglich gar nicht Guttenberg, der da geklaut hat, sondern irgendein Mitarbeiter. Davon gehen inzwischen ja offenbar sogar Koalitionskreise aus, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Der Selbstverteidgungsminister wäre so gesehen gar nicht der Betrüger - sondern der Betrogene. Und die Kollegen hätten sich in der Bundespressekonferenz heute ganz umsonst aufgeregt. „So ein Kokolores“? Genau.

 

 
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Kommentare
Tom Strohschneider schrieb am 18.02.2011 um 20:31
Was noch zu sagen ist, sagt die Bild: "Mehrheitlich scheint das Volk hinter dem Minister zu stehen – Tenor der meisten Kommentare: Die Schummel-Affäre wird aufgebauscht, dahinter steckt eine Anti-Guttenberg-Kampagne mancher Medien."
KalleWirsch schrieb am 18.02.2011 um 20:59
Eine Anti Guttenberg Kampagne ist ja ein Witz ( was soll in der BILD denn auch schon sonst stehen). Aber es wäre sehr schön, die Medien hätten sich mal in diesem Ausmaß über seine Entscheidungen und die Politik für die Herr Guttenberg steht aufgeregt. Seltsamerweise scheinen mir die Plagiatsvorwürfe die Medien mehr zu beschäftigen als sie Kritik an der Kerner Werbeveranstaltung für Guttenberg hatten. Als Gottschalk zu Guttenberg als politische Lichtgestalt des Jahres 2010 in seinem ZDF Jahresrückblick ankündigt, zuckte niemand mit der Wimper.
zelotti schrieb am 18.02.2011 um 21:33
Die Stasi (AO) hat seine Doktorarbeit durch eine Fälschung ersetzt! Operatives Ziel ist die Zersetzung der bayrischen imperialistischen Hauptkampflinien.
Magda schrieb am 18.02.2011 um 21:50
Manchmal wird mir Himmel Angst und Bange. Ein Politiker, der unangreifbar scheint. Den die Medien bejubeln und der in Umfragen so gut wegkommt.

Und der ist - abgesehen von seiner beschissenen Politik - so glatt, so furchtbar, so ölig und arrogant. Wieso ist der "beliebt". Der wird unisono gestützt - von kleinen Nuancen abgesehen - dass man eines Tages denkt, ein Ermächtigungsgesetzt wird unterzeichnet.

Na, ich will nicht übertreiben, aber mir ist der unheimlich und das Ganze Brimborium drumrum auch.
Gold Star For Robot Boy schrieb am 18.02.2011 um 22:04
Na, besser jetzt ein wenig Brimborium als später einen bekennenden Transatlantiker und Vertreter des Militärisch Industriellen Komplexes im Kanzlersessel, der mit Kriegsverbrecher Kissinger am Rande von Rüstungslobbykonferenzen plauscht
und den Raketenschirm für eine gute Idee hält.
Magda schrieb am 18.02.2011 um 22:33
"Na, besser jetzt ein wenig Brimborium"

Nee, so meine ich das nicht. Auch diese Affäre macht deutlich, dass zu Guttenberg unangreifbar ist. Und das macht mir Angst .
claudia schrieb am 19.02.2011 um 04:00
@Magda:
>>...dass man eines Tages denkt, ein Ermächtigungsgesetz wird unterzeichnet.<<
Oder die kleine extremistische Minderheit hat sich bereits ermächtigt?
Auf einen Gutti mehr oder weniger kommt es dabei nicht an, denn die Guttenberge und Co-Milliardäre bleiben an der Macht. Mit oder ohne Karl Theodor.
Giuseppe Navetta schrieb am 19.02.2011 um 05:08
@zelotti
...genau so ist es!
Ludwig Hasselberg schrieb am 19.02.2011 um 11:37
Magda: "Na, ich will nicht übertreiben, aber mir ist der unheimlich und das Ganze Brimborium drumrum auch."

Was sollen wir tun? Die Franken eventuell von der Thronfolge ausschließen?
Ist vielleicht gar nicht notwendig. Für Einwohner Bayerns scheint es generell unmöglich zu sein, Kanzler zu werden - siehe Strauss und Stoiber. Bei den beiden war es womöglich nicht nur die persönlich-charakterliche Nichteignung, sondern ein Stück weit auch Ressentiment der Republik nördlich des Mains. Wollen wir hoffen, dass das - wenn es soweit ist und Frau Merkel wieder da ist, wo sie eigentlich hingehört - auch bei KTvzG greift. Man darf eben einfach nicht schreiben, dass KTvzG ja gar kein Bayer ist, der (ganz subtil natürlich) ausgeschlossen gehört, sondern eben dem sympathischen Stamm der Franken entstammt, die die Bayern auch ein ganz klein wenig nicht leiden können.
claudia schrieb am 19.02.2011 um 13:03
>>...und Frau Merkel wieder da ist, wo sie eigentlich hingehört - ...<<
Geht nicht, denn die FDJ gibts nicht mehr...
Magda schrieb am 24.02.2011 um 11:30
"denn die FDJ gibts nicht mehr..."

Und den "Demokratischen Aufbruch" , aus dem sie in Wendezeiten kam, auch nicht mehr. Irgendwie hat das was Symbolisches. Finde ich.
Aristipp schrieb am 24.02.2011 um 18:04
Ja, Strohschneider, stimmt schon, das sagt die Bild - und lügt, wie die Bild nun einmal lügt. Um die These zu belegen, gab es nämlich eine Internetabstimmung, die jetzt leider nicht mehr zu finden ist. Letzter Stand: gerade einmal 36 Prozent der Bildleser unterstützten von und zu Guttenberg, 54 Prozent wollten seinen Rücktritt und weitere 10 Prozent fanden die Sache so auch nicht gut. Deshalb ist diese Umfrage dann wohl auch verschwunden.
Was ansontene sogenannte repräsentative Umfragen angeht, bei denen deutlich weniger als tausend Menschen befragt wurden... - so weit ist es da mit der Repräsentativität nicht her.
Irgendwie müssen die verantwortlichen Mitarbeiter dieser Institute zu ihren akademischen Abschlüssen - sofern vorhanden - wohl gekommen sein, die Jungfrau zum Kind.
Tom Strohschneider schrieb am 18.02.2011 um 20:40
Und das noch nachgetragen: Am Samstag erhält Guttenberg (in Abwesenheit) den Aachener Karnevalsorden "wider den tierischen Ernst". Begründung: "Mit dem Mut, Position zu beziehen und auch Fehler einzugestehen, macht er Furore. Er spricht die Sprache seiner Zuhörer: einfach, einfühlsam und authentisch. Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, macht ihn zum Überflieger, der das Kunststück vollbringt, nicht abzuheben." Herrlich! bit.ly/f09rSS
Gold Star For Robot Boy schrieb am 18.02.2011 um 21:31
Noch ein Nachtrag: Während Guttenberg-Sprecher Steffen Moritz mittags in der Bundespressekonferenz von "ausgewählten Medienvertretern" sprach, die der Guttenberg Märchenstunde beiwohnen durften, berichtet die Tagesschau später von "einigen wenigen, zufällig wartenden Kameraleuten" , denen der Einlass gewährt wurde.
Was die Tagesschau zudem verschweigt:Guttenberg hat "in mühevoller Kleinstarbeit" fremde Initialen aus "seiner" Dissertation entfernt und bei einer Studienanfänger- Hausarbeit geklaut.
www.rp-online.de/politik/deutschland/Guttenberg-hat-fremde-Initialen-entfernt_aid_966444.html
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/331818/331819.php
Hans Dirk schrieb am 18.02.2011 um 22:52
Sagen wir mal so: es war eine Dummheit des AKV (Aachener Karnevals Verein) dem Bundesminister der Verteidigung, dessen Soldaten teilweise im Kriegseinsatz sind, diesen Orden überhaupt anzubieten. In einem Offenen Brief habe ich ihn gebeten, den Orden nicht anzunehmen (zeit online, aachener nachrichten etc) Nun, er will ja morgen selbst nicht kommen. Nach der jetzigen Situation ist für den AKV die Sache erst recht blamabel - geschieht ihm recht. Dem Herrn zu Guttenberg kann ich nur empfehlen zurückzutreten.
Matto schrieb am 18.02.2011 um 21:21
Da hier von Karneval gesprochen wurde schlage ich vor, dass man für Guttenberg das Lied von den Prinzen "es ist alles nur geklaut" spielt.
Nietzsche 2011 schrieb am 18.02.2011 um 21:22
Vielleicht sollten sich mal Guttenbergs Getreue in die andere Richtung orientieren. Wo doch die Triade lautet: Feind - Todfeind - Parteifreund.
Und ein Seehofer profitiert allemal vom Sturz des Freiherrn.
Nietzsche 2011 schrieb am 18.02.2011 um 21:22
Vielleicht sollten sich mal Guttenbergs Getreue in die andere Richtung orientieren. Wo doch die Triade lautet: Feind - Todfeind - Parteifreund.
Und ein Seehofer profitiert allemal vom Sturz des Freiherrn.
treuni schrieb am 18.02.2011 um 21:39
...mehr ist zu gutti eigentlich nicht zu sagen
www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extr153.html
Wolfram Heinrich schrieb am 18.02.2011 um 21:40
Tatsächlich: Schließlich war es ja womöglich gar nicht Guttenberg, der da geklaut hat, sondern irgendein Mitarbeiter.

Der Verdacht, daß ihm ein anderer die Arbeit geschrieben hat, liebt nahe, in der Tat. Was mich aber irritiert ist der Umstand, daß Guttenberg die Doktorarbeit in einem (angesehenen) wissenschaftlichen Fachverlag veröffentlichen hat lassen. Wenn ich schon mit einem Ghostwriter (oder auch nur Zuarbeiter) zusammenarbeite oder wenn ich schon schlampig bin oder wenn ich weiß, daß die Arbeit so ganz das Gelbe vom Ei nicht ist, dann reiche ich die Pflichtexemplare ein, nenne mich hinkünftig Doktor und lasse ansonsten das Ganze auf sich beruhen. Dann aber auch noch drauf bestehen, daß der Schrott in jeder Uni-Bibliothek herumsteht...
Wäre die Abhandlung nicht bei Duncker & Humblot erschienen, hätte sich kein Mensch für dieses... äh, Werk interessiert.
Aber gut, aus meiner Zeit, da ich in der Straffälligenhilfe tätig war, kenne ich den Fall eines jungen Mannes, der in eine Elektrohandlung eingebrochen war und anschließend mit dem geklauten Fernseher durch die Stadt spaziert war, nachts um halb drei. Einer zufällig vorbeifahrenden Streife kam dies - wen wundert's? - merkwürdig vor...

Ciao
Wolfram
treuni schrieb am 18.02.2011 um 21:40
koslowski schrieb am 18.02.2011 um 22:01
Es ist zu hoffen, dass Jürgen Rüttgers, der morgen anlässlich der Verleihung des "Ordens(s) wider den tierischen Ernst" an Guttenberg die Laudatio halten wird, in seiner Rede das ganze Ausmaß der linken Verschwörung enthüllen wird.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 18.02.2011 um 22:11
Haha ganz großes Entertaiment wie die Journalisten die Regierungssprecher fertig machen. Die haben noch Eier in der Hose! Richtig so!

Beste Zitate:

"Dieses Verfahren halten wir nich für fair."

"... ich bin baff das ihr Minister son Feigling ist."

"... das ist doch Kokolores hoch drei."

Wolfram Heinrich schrieb am 18.02.2011 um 22:29
@Mandelbrot
Haha ganz großes Entertaiment wie die Journalisten die Regierungssprecher fertig machen. Die haben noch Eier in der Hose! Richtig so!

Vor allem dem Sprecher des Verteidigungsministeriums war überdeutlich anzusehen, daß ihm die Situation sehr peinlich war. Wahrscheinlich hat er sich in diesem Moment gewünscht, er hätte etwas Anständiges gelernt und müßte sich nicht als Pressesprecher durchfretten.

Ciao
Wolfram
konyhakert schrieb am 19.02.2011 um 10:54
oh ja, die mimik und gestik des herrn moritz waren bände sprechend. ihm war sichtlich nicht wohl. allerdings hatte er auch ein sichtlich dickes fell. trotzdem, so offenkundig hat man selten gesehen, was wir für eine murks-regierung haben. und andere sind schon über winzigkeiten gestolpert.
auch wenn ich es ebenso für überdiemensioniert halte, wie die klau-affäre durch die medien zieht, so halte ich als nicht-verdokterte aber diplomierte diese affäre nicht für einen kavaliersdelikt. klar kanns mal passieren, daß man einen nachweis vergessen hat nachzutragen. aber erstmal kann man sich für so was einen klar sichtbaren platzhalter setzen, der einem die abschlußdurchsicht erleichtert. und dann schreibt man nicht seitenweise ab, sondern zitiert sparsam. das ist eine frage der akademischen sorgfalt und auch ein wenig "handwerkerehre" (akademiker sind ja auch irgendwo handwerker, die ihr handwerk verstehen müssen).

aber die dimensionen sind ja viel größer. die arbeit wurde entweder selbst zusammengestoppelt, womöglich durch zuarbeit von mitarbeitern oder sogar ganz durch ghostwriter angefertigt. also nur eine mangelhafte eigenleistung. es ging um nichts anderes als den doktortitel.

aber wer schon in diesen basisgeschichten unredlich arbeitet, dem kann man doch auf ganzer linie nicht trauen. es gibt doch nicht umsonst den spruch: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ... auch wenn er dann die wahrheit spricht.

ich halte mich im übrigen bis heute an solche grundwahrheiten. sie sind nicht verkehrt. auch wenn die welt eigentlich komplizierter ist.

was den knilch an sich angeht, so verstehe ich genauso wenig wie magda, warum der so beliebt ist. sicher kann man das im nachhinein immer sagen, aber ich war tatsächlich von anfang an erschrocken, was wir da für einen minister bekommen. was das für eine junge garde ist von politikern, die da nach ganz oben drängen. visions- und ahnungslos und aalglatt. vor allem frauen scheinen dem ja nahezu zu füßen zu liegen. aber jede erfahrene frau weiß, daß so ein muttis liebling selten ein glückstreffer ist (ausnahmen bestätigen die regel), sondern meistens probleme macht. ein blender versteckt ja immer was hinter seiner allzu glatten fassade. ist einfach so.

ähnliches sag ich übrigens zu den westerwelles, frau schröders, herr röslers und am meisten bei von der laiens. ich trau denen von anfang an nicht über den weg. und bin gespannt, ob es ehrgeizige leaker gibt, die da noch was hervorzuzaubern in der lage sind. aber selbst wenn nicht, ihre gegenwärtige politik allein ist doch entlarvend genug. so einen chaoshaufen in regierungsverantwortung hatten wir noch nie. chaos - vor allem aber verschleierungstaktiker. allein wenn man sich mal die ganze dimension der verschleierungen um das "hartz iv-paket" vor augen hält. ich sammle gerade die fakten zusammen. stückchen für stückchen.

liebe magda, mir wird ja auch angst und bange mit einer solchen regierung, in der die guttenbergs das sagen haben. das beste, was man zu denen noch sagen kann, ist daß sie sich einfach so viel streiten, daß man einigermaßen beruhigt sein kann, daß sie wenigstens nicht ALLZUVIEL schaden anrichten. weil sie sich gegenseitig blockieren (wenn man nicht mal auch das nur eine farce für die öffentlichkeit ist, sicher bin ich mir selbst darüber nicht mehr).
thinktankgirl schrieb am 18.02.2011 um 22:34
Schließlich war es ja womöglich gar nicht Guttenberg, der da geklaut hat, sondern irgendein Mitarbeiter. Davon gehen inzwischen ja offenbar sogar Koalitionskreise aus, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Der Selbstverteidgungsminister wäre so gesehen gar nicht der Betrüger - sondern der Betrogene.

Guttenberg als der Betrogene: ein Opfer der pöhsen Machenschaften des sicherlich linken Ghostwriters ;-)
poor on ruhr schrieb am 18.02.2011 um 22:59
@thinkthankgirl

"Guttenberg als der Betrogene: ein Opfer der pöhsen Machenschaften des sicherlich linken Ghostwriters ;-)"

Köstlich. Danke. :)

:)
seriousguy47 schrieb am 19.02.2011 um 00:45
Das CSU-Gesülze zeigt, was passiert, wenn die mal ausnahmsweise nicht abschreiben, sondern selber "denken"...;)
I.D.A. Liszt schrieb am 19.02.2011 um 02:20
Alles gut und schön, oder doch eher das Gegenteil.

Erwarten wir den allen Ernstes von Politikern, daß sie stets die Wahrheit sagen? Das widerspräche doch sämtlichen diplomatischen Gepflogenheiten.
Oder daß sie ureigenste Gedanken äußerten? Das widerspräche doch dem hehrsten aller Politikerziele, der Wählergunst.

Nein, der Skandal liegt nicht bei einem Guttenberg, der sich mit fremden Federn schmückt, indem er unverfroren die Gedanken anderer abkupfert und als seine eigenen geistigen Leistungen kolportiert, sondern wohl doch eher im akademischen Betrieb.

In der Tat kann Guttenberg sicherlich nicht für diesen Fehltritt verantwortlich gemacht werden. Der Mißgriff ist ganz sicher bei der Agentur zu suchen, bei der er hat denken lassen.

Vielleicht erinnern wir uns an das in Bergisch Gladbach ansässige Dienstleistungsunternehmen, das vor nicht allzu langem Diplomarbeiten und Dissertationen oder die Zuarbeit zu solchen als Auftragsarbeiten auszuführen anbot.
claudia schrieb am 19.02.2011 um 04:12
>>In der Tat kann Guttenberg sicherlich nicht für diesen Fehltritt verantwortlich gemacht werden. Der Mißgriff ist ganz sicher bei der Agentur zu suchen, bei der er hat denken lassen.<<
Eben. Und wenn es so ist, dann liegt der Skandal nicht nicht darin, dass er nicht selber arbeitet, sondern arbeiten lässt. Sondern darin, dass seine Lohnschreiber ihn schlecht bedient haben...

So wird die Geschichte letztlich zur Qualitätsverbesserung bei Auftragsdissertationen führen und alles ist gut.
Rapanui schrieb am 19.02.2011 um 08:36
Mir gefällt die Vorstellung, dass Gutti abstinkt, weil der Doktordienstleister Pfusch geliefert hat. Ich stelle mir Gutti vor, wie er einsam auf dem Außenposten in Afghanistan mit dem G3 in die Steppe auf Woodoopappkameraden ballert und so versucht dem Dokterer zu schaden.

Denn der Gutti kann nicht beim Dokterer reklamieren, weil diese Reklamation an die Öffentlichkeit gelangend, die Posse zur Vollendung bringen würde.

Wie dieser Geistes-Piefke nach dem Doktertitel lechzt, eben ein rechter Pöbelkönig. Der Pöbel denkt ja der Dokter sei immer der Arzt.
claudia schrieb am 19.02.2011 um 04:02
>>immerhin ist „Enthüllungsprofessor Fischer-Lescano“ Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne. Dabei handelt es sich bekanntlich um die „kommunistische Ypsilanti-Initiative“,...<<
Immer das Gleiche mit den Kommunisten: Die haben damals den Reichstag angezündet und heute zündeln sie am Kriegsminister rum...
Wikinger333 schrieb am 19.02.2011 um 11:18
Jaja, immer das Gleiche mit den Kommunisten: Nicht nur, dass die Proletarier dieses Landes in der Masse einfach nix mit ihnen zu tun haben wollen, jetzt steht die Mehrheit (lt. Emnid) auch noch zu einem möglicherweise fehlerhaften Sünder auf dem Ministersessel. Es ist schon frustrierend... Aber das liegt halt am Volk; 98% haben nie eine Doktorarbeit geschrieben und haben deshalb wohl einfach nicht das Niveau, um die Dimension dieses (tatsächlichen oder vermeintlichen; die Untersuchung läuft ja noch) Skandals intellektuell zu erfassen. Die Partei hat jedenfalls immer Recht.
claudia schrieb am 19.02.2011 um 13:06
>>Die Partei hat jedenfalls immer Recht.<<
Hat sie Wikinger, hat sie.
Schliesslich stimmt die Partei des Kriegsministers zu 98 % mit Kerner und Bild überein und umgekehrt...
Achtermann schrieb am 19.02.2011 um 12:06
Die Überschrift des Blogs

Kommunistische Kampagne: Die Wahrheit über Dr. Guttenberg

müsste eigentlich aktualisiert werden, da der Minister der Verteidigung dekretierte, der Dr.-Titel habe vorläufig zu ruhen.
Uwe Kampmann schrieb am 19.02.2011 um 12:41
Zitat Dario Fo: " Wir sind keine "seriösen Marxisten", wir sind Flegel 
und wie allen Flegeln dieser Welt gefällt es uns zu lachen."

Karl Theodor zu Guttenberg erstellte seine Doktorarbeit in der Tradition des Erfinders des Buchdrucks zu Gutenberg, der sich nur mit einem "t" schrieb. Irgend ein Gutenberg kopierte ein zweites "t" hinzu. Während Gutenberg die Bibel kopierte, brachte es Karl Theodor bisher nur zu einer Doktorarbeit aber er steht erst am Anfang seiner Karriere. Es sollte von den Journalisten nicht vergessen werden, das Zeitungen gedruckt werden können, verdanken wir in den Ursprüngen einem zu Gutenberg, der kaum etwas geschrieben hat aber kopiert hat wie ein Weltmeister und dafür sogar eine Maschine erfunden hat. Bei der Doktorarbeit des Verteidigungsministers Dr. Freiherr zu Guttenberg, handelt es sich nicht um ein Plagiat, sondern um ein Druckerzeugnis in der Gutenbergtradition eines jungen Menschen, der noch nicht das volle handwerkliche Können eines Schriftsetzers erlangt hat. 120 nachgewiesene Stellen geistiger Vereinigung, bei insgesamt 1300 Fußnoten auf 475 Seiten, da möchte ich ihm empfehlen, einfach 120 Seiten aus der Doktorarbeit herauszureissen, dann bleiben noch 355 Seiten übrig, das ist doch auch ganz ordentlich und die Arbeit wäre super korrekt und hätte den Anspruch auf ein super cum laude. Ich empfehle mich als Referent für eine Stelle in irgendeinem Ministerium.
claudia schrieb am 19.02.2011 um 13:09
>>müsste eigentlich aktualisiert werden, da der Minister der Verteidigung dekretierte, der Dr.-Titel habe vorläufig zu ruhen<<

"Kommunistische Kampagne: Die Wahrheit über Dr. ruh. Guttenberg"
Tom Strohschneider schrieb am 19.02.2011 um 13:09
einerseits. andererseits: er kann den dr. nach ansicht der experten ja gar nicht ruhen lassen. und als ungedienter sind mir die dekrete des verteidigungsministers wurscht.
Uwe Kampmann schrieb am 19.02.2011 um 17:03
Fast jeder Schreiber hier, scheint sich für einen Émile Zola zu halten, und kupfert in umherschweifender Form seinen Titel " J´áccuse !" ( Ich klage an ) ab. Wer würde sich zu der Verteidigungsschrift: "Ich habe fast nie abgeschrieben !!! " bekennen ?
Ich bekenne, auf einer meiner Internetseiten steht unter Netzkunst - im Kulturkarree 63065 Offenbach am Main zu mir: " Er besuchte in der italienischen Stadt Pisa die Universität wo er sich für Architektur und Gestaltung interessierte. " Zu lesen ist nicht, das ich mich dort nur 30 Minuten im Innenhof aufhielt. Na und, oft sind es die Worte die man weglässt, die das Geschriebene interessant machen. So mag auch Dr. Freiherr zu Guttenberg gedacht haben. Jetzt kommt es für ihn auf eine entschlossene Vorwärtsstrategie an. Er bleibt wo er ist bis er den Krieg in Afghanistan verloren hat und ich kandidiere im September 2011 in Offenbach am Main, für das Amt zum Oberbürgermeister. kulturkarree63065offenbach.wordpress.com
Uwe Kampmann schrieb am 19.02.2011 um 19:31
Welche eine Farce, welch eine Chuzpe, die der Freiherr zu Gutenberg vor laufenden TV Kameras in die politische Landschaft setzt. Gesichert durch ein treues Netz politischer Gefolgschaft und doppelbödiger Worte, versprüht er blumige Frische wie ein Deodorant, gegen die anrüchige Behauptung, er habe mit seiner Doktorarbeit Schummelei betrieben. Liegt sein Verhalten vielleicht an der Berliner Luft ? Ist es nicht ein typisches Berliner Idiom zu fragen: "Wie heisst es, lass mich arbeiten oder lass mir arbeiten ?" und die Antwort darauf lautet: "Lass andere arbeiten." Ein Bayer der zu einem Berliner mutiert ist und dem Motto erlegen ist, Frechheit siegt. Macht ihn das nicht unschuldig ? Er kann doch nicht immer mit Tüten mit bayerischer Luft herum laufen, um frisch zu atmen. Die Presse würde vermutlich über ihn herfallen und ihn als Tütenclown bezeichnen. In seiner jetzigen Situation ist er Verteidigungsminister aber ist er mit Blick zum Hindukusch nicht auch ein Kriegsminister, nur traut sich niemand ihn als solchen zu beschreiben ? Feige ist der Kriegsminister zu Gutenberg nicht. Er ist frech, dreist und vielleicht auch etwas wenig weitsichtig.
Dreizehn schrieb am 19.02.2011 um 21:45
Sind das nicht gnadenlose "Untertan"-Strukturen? Nach oben duckt er, nach unten tritt er, suspendiert er, entlässt er, es zählt die äußere Form, das korrekte Ritual, der Schein.

Und passt doch auch, dass so einer sich nur bei Stallgeruch/Männerschweiß wohlfühlt und einer Veranstaltung wie der Bundespressekonferenz vorzugsweise aus dem Weg geht, weil er sie für intellektuell hält. Schon erst recht, wenn er kritische Fragen fürchten muss. Kann er nicht mit umgehen. Der Herr Baron ist Gehorsam gewöhnt. Korpsgeist. Aber er ist angeschlagen. Und letzten Endes doch: Feigheit vor dem Feind. Zittern vor dem Mikrofon.

Politisch sind das Formierungsprozesse unter den Konservativen, und deshalb interessant. Wir haben jetzt in Hamburg durchaus vergleichbare Positionierungskämpfe, in denen auch die SPD mitspielt.
Uwe Kampmann schrieb am 20.02.2011 um 03:48
Donnerstag, nach seiner Rückkehr aus Afghanistan hatte Dr. zu Guttenberg ein Gespräch mit seiner Chefin Frau Dr. Merkel. Sie wird ihm gesagt haben, er möge seine Sache in Ordnung zu bringen und bis dahin Feindberührung nach Möglichkeit vermeiden. Damit wird sie nicht die Taliban sondern die Journalisten gemeint haben. Wie man im Fernsehen sehen konnte, hat der Doktor sein Zusammentreffen mit der Presse smart und geschmeidigt erledigt. Jetzt ist erst mal zwei Wochen Sendepause angesagt. Die CSU und CDU Freunde sind angehalten dem angeschlagenen Minister jetzt Stütze zu sein. Kanzlerin Merkel dirigiert im Hintergrund. Guttenbergs Beteuerungen rufen Erinnerungen an die Ehrenworterklärung von Uwe Barschel wach. Sollte der GAU eintreten, das der Freiherr in die Knie geht, dann wäre es Zeit, das Frau Merkel das C aus dem Parteinamen entfernt.
Dreizehn schrieb am 20.02.2011 um 14:59
Der Kommunismus-Vorwurf ist dermaßen hohl, dass er lediglich auf Hilflosigkeit derjenigen rückverweist, die ihn erheben. Ich verstehe [@UweKampmann] den Beitrag auch nicht als Widerspruch, sondern als Ergänzung. Wobei der Pressesprecher Merkels eben doch vom Vorgehen des Verteidigungsministeriums höchst überrascht war.

Die Formierungsmühsal des mainstream in Sachen Gutt wird heute in der FAS deutlich. Auf Titel sowie Seiten 2-4 und 10 wird nachgelegt, dass einem das Herz hüpft vor Freude.

Da wird die Causa der gefeuerten Staatssekretäre aus der Westentasche geholt und auch hier Verlogenheit nachgewiesen, da wird das Verhalten der Springer-Presse detailliert nachgezeichnet und verurteilt. "Warum lässt sich das halbe Kabinett vor den Karren des Konzerns spannen?" (FAS, S. 2), und die Empörung der FAS geht weit über den Fall Gutt hinaus. Es bebt und tobt, und ein eitler Geck wie Gutt hat keinen leichten Stand bzw. dürfte endgültig die Bodenhaftung verlieren - falls er sie denn je hatte.
Uwe Kampmann schrieb am 20.02.2011 um 16:45
Die Lebenserfahrung lehrt: "Erst kommt der Hochmut, dann kommt der Fall." Noch sieht Karl Theodor zu Guttenberg wie ein Sieger aus. Seine Sympathiewerte stehen noch im Hoch. Anders wird es werden, wenn die Gorch Fock Anfang Mai zurückgekehrt ist und in Kiel vor Anker geht. Herr Dr. zu Guttenberg wird der Ankunft nicht mit Freude entgegensehen. Zu viel Ballast hat sich angestaut. Guttenberg wird wahrscheinlich die Presseauftrittsnummer, wie bei seiner Doktorarbeit, mit vier ausgesuchten Kameras wiederholen wollen. Ich glaube, das wird ihm die Presse nicht gönnen. Fallhöhe vom Top des Grossmastes zur Wasserlinien 43,3 Meter.
Richard der Hayek schrieb am 25.02.2011 um 19:06
Bitte um Entschuldigung, daß der Beitrag nicht direkt zum Thema paßt: K.T war vor der Wahl kurz Wirtschaftsminister, da soll er ein Aktionsblatt im Westerwelle-Stil produziert haben: Druck auf die sozial Schwachen, die sollen halt zum Nulltarif arbeiten, wenn es sonst nichts gibt. Ich kann das aber nirgends finden.
Kann mir jemand behilflich sein, Danke.
Tom Strohschneider
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