Die Linke hat den Wiedereinzug in die Bremer Bürgerschaft geschafft. Nach der letzten Hochrechnung des Landeswahlleiters ist die Linke mit 5,9 Prozent wieder in der Bürgerschaft vertreten. „Wir sind wieder drin“, freute sich Klaus Ernst in einer ersten Reaktion – „auch wenn wir uns mehr Stimmen erwartet hätten“. In der Leipziger Volkszeitung nannte der Linkenchef den Wahlausgang „ein gutes Zeichen“. Gesine Lötzsch sprach von einer „sehr guten Sache“ und wies Interpretationen zurück, der Linken sei der Wiedereinzug gerade so geglückt. Das Bremer Ergebnis sei ein Signal, dass die Menschen eine „soziale Opposition“ wollen. Die Spitzenkandidatin Kristina Vogt zeigte sich in der ARD zufrieden, dass die Partei „gegen den Bundestrend“ wieder eingezogen sei: “Ich bin erstmal total froh, dass wir in die Bürgerschaft eingezogen sind, damit ist es uns als Linke zum ersten Mal in Westdeutschland gelungen, nach einer vollen Legislatur wieder in ein Parlament einzuziehen.”
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Grüne Sieger – zur Bremer Wahl
Das Neue Deutschland kommentierte den Wahlausgang der Linken eher ernüchtert: Das Ergebnis zeuge “vom Schwund an Begeisterung, von der der erste Anlauf an der Weser noch begleitet war. Auf eine rosa Brille wird sie deshalb hoffentlich verzichten”. Die Deutsche Presse Agentur lieferte am Abend einen “Hintergrund”, demzufolge die Bremer bei der Wahl “den West-Elan der Partei” weiter gebremst haben. Nach den Wahlniederlagen im Südwesten und dem Ausgang in der Hansestadt zeige sich nun, dass “die Linke im Kern eine ostdeutsche Partei” bleibe. Insbesondere für die SPD lässt sich kein Trend ablesen.” Die Welt meint, “als Erfolg aber kann die Partei die Wahl beim besten Willen nicht verbuchen, auch wenn sich die Verluste im Vergleich zur letzten Wahl in Grenzen hielten und es für eine zweite Runde in der Bürgerschaft reicht.” Die Süddeutsche schreibt, mitunter seien “die Einschätzungen voreilig, dass historisch sei, was dort passiert. Der Erfolg der Linken etwa war mitnichten schon der Durchbruch dieser Partei im Westen.”
Interne Streitereien nannte auch Ernst als einen der Gründe für das eher mäßige Abschneiden, es habe "nicht immer einmütiges Auftreten im Landesverband gegeben". Rückzieher aus der Fraktion und die Debatten um die Aufstellung der Landesliste sind dafür nur zwei Beispiele. Erste Analysen zeigten, dass die Linke bei den unter 18-Jährigen (7 Prozent) und den 45- bis 59 Jährigen (8 Prozent) überdurchschnittlich abschneiden konnte. Welchen Wert die Nachwahlbefragungen haben (bei denen zunächst keine Zahlen für das Wahlverhalten von Erwerbslosen vorlagen), wird sich aber wohl erst im Lichte des Endergebnisses zeigen – es wird für den Mittwoch erwartet. Die Wahlbeteiligung ging abermals deutlich zurück, und dass, obwohl erstmals in einem Bundesland auch 16-Jährige an die Urnen gehen konnten: In der Hansestadt gingen nur etwas mehr als die Hälfte der Berechtigten zur Wahl.