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Politik : Judith Butler und der CSD

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Gestern beim Berliner CSD ist etwas unerhörtes passiert. Da wollten sich die Veranstalter und der LSVD , die sich in den vergangenen Jahren mit viel Erfolg bemüht haben kritsches Potential aus dem CSD zu entfernen mit der Ikone der Gendertheorien schmücken, indem sie Judith Butler den Zivilcourage Preis 2010 des LSVD verleiehen und dann lehnt sie diesen - zumindest für die Veranstalter - völlig überraschend ab.

Und die Kritik hat es in sich. Entgegen der bei SPOn und anderen weiterverbreiteten Kritik and Kommerzialisierung und Oberflächlichkeit wandte sich Butler vor allem gegen des Rassismus beim LSVD, die Nichtthematisierung doppelter Diskriminierungen - den schwulen Mainstream: Unser Stück vom Kuchen.

Was bisher nur von einigen wenigen ständig kritisiert wird, erreicht nun eine neue Qualität und könnte als Bumerang an die Veranstalter zurückfallen. Erbärmlich die Reaktion der Veranstalter: Man hätte leider keine Zeit gehabt, mit ihr zu sprechen, heisst es da und ihr deutlich zu machen, das hinter der bunten Fassade ernste Inhalte stünden.

Wieviel Arroganz muss man für solch eine Bemerkung mitbringen?

Denkwürdig auch die Reaktion des Moderators. Dieser qualifizierte die kleine Gruppe, derer die sich freuten, als nicht dem CSD zugehörig ab und schliesslich seien das ja auch keine Mehrheiten. Da hat wohl jemand Butler nicht verstanden.

Nächste Woche ist transgenialer CSD. Dort kann dann auch politisch gezeigt werden, das Diskriminierung nicht nur eine Frage der sexuellen Orientierung ist.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.