weinsztein

Blog von weinsztein

08.09.2010 | 02:52

Mein Boulevard, der Freitag

 

Ed2murrow hat ein spannendes Blog in die Community gesetzt mit der Frage: “Was tun die Freitag-Community und ihre Bloggerinnen/Blogger, um die Reichweite von www.freitag.de und/oder www.freitag.de/community zu vergrößern, vom Einstellen von Blogs, Artikeln und Diskussionsbeiträgen abgesehen?”

 Erfreulich war die Resonanz mit etlichen Kommentaren, auch Vorschlägen. Uwe Theel steuerte eifrig wie meist ein eigenes Blog bei und fragt den Freitag “Quo vadis”, ins Rheinische übersetzt: wo gehße?.

 Eine andere Sorge vieler Mitglieder dieser Communitiy klang auch diesmal an: dass der Freitag-Inhalt flacher zu werden droht und immer mehr ins Boulevardeske abzugleiten.

Das ist nun mein Thema.

 Wenn ich das Konzept des neuen Freitag nach etlichen Andeutungen richtig verstanden habe, geht es Herausgeber und Redaktion nicht um ein neues Boulevardblatt. Sondern um eine anspruchsvolle linke Wochenzeitung, in der auch linker Boulevard seinen Platz haben soll, und zwar einen wichtigen.

 Fragen wie:

 - was ist Boulevard?

- was ist linker Boulevard?

 müssten geklärt werden.

Boulevardzeitungen pflegen oft sensationsorientierte Aufmachungen, große Überschriften und großflächige Fotos. Auffällige Farben und plakative Schlagzeilen werden verwendet. Oftmals wird das Titelblatt übersichtlich gestaltet. Bilder und Überschriften nehmen in den meisten Boulevardzeitungen den überwiegenden Platz ein, die Texte sind in der Regel kurz, werden allerdings oft mittels hoher Sprachökonomie verdichtet. Auf Hintergrundinformationen wird häufig verzichtet. In Boulevardzeitungen werden vor allem Themen behandelt, die sich zum Ansprechen von Emotionen eignen. Nachrichten mit deutlich sachbetontem Gegenstand werden personifiziert, oder weniger bedeutsame emotionale Komponenten werden der Kernaussage zugeordnet. (Dieser Kurzbeschreibung, gefunden bei wikipedia, stimme ich zu.)

Linker Boulevard hat keine Tradition. Es gab ihn bisher kaum. Wir erleben im Freitag Tastversuche linken Boulevards. Dazu gehören Service, Servicebeiträge etwa zum Kochen oder Gärtnern. Auch Lifestylethemen sind Boulevard. Und Lebenshilfe. Einige Beispiele: Für besonders gelungenen linken Boulevard halte ich die Rubrik Koch oder Gärtner, wo es eben nicht nur um Rezepte oder Furchenabstände geht. Oder das Interview von Mikael Krogerus mit Toni Schumacher, dem früheren Fußballtorwart.

Was sonst noch linker Boulevard wäre, sollte diskutiert werden.

 Linken Journalismus macht nicht das demonstrative Linkssein aus. Ich bezweifle, dass der Freitag einen "genuin linken redaktionellen Inhalt" (den verlangt Uwe Theel) anstreben sollte, es sei denn, man will ein Kampfblatt. Was unter einem genuin linken redaktionellen Inhalt überhaupt zu verstehen sei, fragte ed2murrow. Genau darum geht's.

Ich meine, irgendwie links orientierter Journalismus unterscheidet sich von rechtslastigem Journalismus, dass der eine gut ist, der andere nicht. So einfach ist das. Gut bedeutet: es wird nicht bewusst gelogen, nicht manipuliert, es wird auf Merchandising verzichtet. Inserenten haben auf keinen Fall Einfluss auf redaktionelle Inhalte. Parteien und ihre Politiker werden kritisch begleitet. Gut heißt: seriös, überprüfbar, ehrlich. Es geht um journalistische Qualität, gerne auch Qualitätsjournalismus genannt.

Zu diesem Thema bietet die Redaktion aktuell ein Interview.

Das klingt nach wenig, aber welches Medium hat all das zu bieten, um das die Freitag-Redaktion, viele hier in der Community sich so sehr bemühen? Schön, das klingt naiv, aber ich bin eben blauäugig von Geburt. Und ich behaupte, so oder ähnlich definierter Qualitätsjournalismus ist links. Per se.

Ein Blatt “mit genuin linkem redaktionellen Inhalt”, geprägt von welcher linken Spezialsparte auch immer, hätte in jeder Ausgabe sich damit auseinander zu setzen, wie genuin links dieser oder jene Beitrag denn gewesen sei. Wer kennt die Kriterien für “genuin links”? Und wer will schon ewige Diskussionen um genau diese Frage?

 Die Linke in Deutschland taumelt seit mindestens 20 Jahren in einer Art von Suchbewegungen, vor und zurück, hin und her. Manche Orientierung geben Bewegungen wie attac, Antifagruppen, Greenpeace oder foodwatch, Initiativen wie Sozialistische Moderne, Parteien wie die Linke und auch Vertreterinnen und Vertreter von SPD und Grünen. Sie alle brauchen Rundbriefe, Zentralorgane oder sonstige Kommunikationsformen für die Stärkung des inneren Zusammenhalts, für die Meinungsbildung. Gut so, wenn's klappt. Hat aber nicht mit dem Freitag zu tun.

Sollte der Freitag es schaffen, das Plauder-, Diskussions-, Serviceorgan vieler der (irgendwie) Linken zu werden, wäre das ein Schritt nach vorn für alle, die eine Art schwarzgelbes Unbehagen empfinden. Streit, Wut, Spaß, Tränen, Erotik sollten stattfinden. Hauptsache: nicht ausgrenzen; ich finde es gut, dass Politiker sich hier gelegentlich zu Wort melden, Willi Wimmer (CDU), Wolfgang Gehrcke (die Linke) … .

Mediadaten und Leseranalysen zum Freitag für die Werbewirtschaft, auch darum geht es in der Diskussion, würde ich so zusammenfassen: Das linke Blatt in Deutschland mit den intelligentesten Lesern, der klügsten Redaktion (nun ja, ich wollte nett sein), bestes Blattdesign weltweit, laut diverser awards. Die ideale Zielgruppe für anspruchsvolle Verlage, Kursanbieter, Kulturreisen-Anbieter … und so weiter. Und dass es keine Kleinanzeigen-Seiten im online-Freitag gibt, ärgert mich schon lange.

Henner Michels

 

 

 
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Kommentare
hibou schrieb am 08.09.2010 um 07:08
"Gut bedeutet: es wird nicht bewusst gelogen, nicht manipuliert, es wird auf Merchandising verzichtet. Inserenten haben auf keinen Fall Einfluss auf redaktionelle Inhalte. Parteien und ihre Politiker werden kritisch begleitet. Gut heißt: seriös, überprüfbar, ehrlich. Es geht um journalistische Qualität, gerne auch Qualitätsjournalismus genannt."

das unterschreibe ich. Mit der Qualitaet geb ich mir Mühe.... :-))
Gustlik schrieb am 08.09.2010 um 07:51
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Türkei alle Tage schrieb am 08.09.2010 um 07:53
du Gutlik
goedzak schrieb am 08.09.2010 um 09:41


Aber ich komm' in der nächsten Verschnaufpause wieder her.
ed2murrow schrieb am 08.09.2010 um 11:17
Lieber Henner Michels,

In Deutschland, so meine Beobachtung, wird Boulevard (den Unterfall der Regenbogenpresse und deren Variationen mal ausklammernd), eigentlich als Parade- und abschreckendes Beispiel dafür, BILD genannt. Und gerade weil BILD zu Lebzeiten von Axel Springer darüberhinaus auch noch ein äußerst erfolgreiches Kampagneblatt war, ist es zu all dem geworden, was man (publizistisch) links nicht sein will. Dass das Blatt in Wahrheit geschickteste Verpackung miesesten Journalismus‘ ist, sagt man landläufig nicht, so meine Beobachtung. Das wäre zu lang, also lieber griffig und ebenso plakativ wie pejorativ: Boulevard. Dadurch kommt es zu dem Missverständnis, dass Boulevard eine bestimmte Haltung sei und nicht Stilmittel, was wiederum die politische Aufladung/Beilegung, ja das „Feind““bild“ erst ermöglicht. Das Schleichende daran ist, dass nun „Boulevardisierung“ „beklagt“ wird, das auch noch „zunehmend“, statt rundheraus zu sagen, dass die Stilmittel des Boulevards öfter eingesetzt werden, um schlechte journalistische Arbeit, egal welcher Couleur, zu verdecken.

Worüber man sich also eigentlich unterhält, ist, was ist „guter oder schlechter“ Journalismus? Die erste, die wichtigste Frage, haben Sie prägnant dargestellt – „Gut heißt: seriös, überprüfbar, ehrlich“; die Begründung auch – „Und ich behaupte, so oder ähnlich definierter Qualitätsjournalismus ist links. Per se.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Charakter des Freitag verschiebt sich. Aber eben nicht in Richtung eines Boulevardstils, sondern, das ist mein Eindruck, weg vom soziologisierenden hin zum feuilletonistischen Ton, was entgegen des Wortes „Ton“ tatsächlich ein anderes Genre ist. Meine These: Weil „Feuilleton“ als „genuin bürgerlich“ erachtet wird (oder wie es unser aller Nachschlagewerk zitiert: Beliebigkeit des Kulturschaffens), wäre es Teufelszeug, eine irgendwie, schon gar eine „genuin linke“ Publikation in diese Ecke zu stellen. Um das zu exorzieren, aber auch aus schlichtem Nichtwissen wird das als „Boulevardisierung“ bezeichnet. Sie schreiben dazu: „Sollte der Freitag es schaffen, das Plauder-, Diskussions-, Serviceorgan vieler der (irgendwie) Linken zu werden, wäre das ein Schritt nach vorn für alle, die eine Art schwarzgelbes Unbehagen empfinden“. Genau das ist es, nur mit der umgekehrten Beilegung, dass es hier nicht mehr um Stil, sondern um grundlegende Ausrichtung im Genre geht. Daher vielleicht auch die (gewollte?) Wolkigkeit in der Debatte.

Wenn Ihr Blog und die Kommentare dazu helfen würden, zu klären, worüber wir sprechen, statt nur darüber, was irgendwo am Horizont erreicht werden soll/will, gar muss, es wäre schon ein Schritt. Fehlen nur noch die Tags.

Ihr e2m
rolf netzmann schrieb am 08.09.2010 um 11:33
"Sollte der Freitag es schaffen, das Plauder-, Diskussions-, Serviceorgan vieler der (irgendwie) Linken zu werden, wäre das ein Schritt nach vorn für alle, die eine Art schwarzgelbes Unbehagen empfinden“.

Das unterschreibe ich sofort, das sollte das Ziel von allen am Freitag beteiligten sein, Herausgeber, Redaktion und wir als Blogger.
weinsztein schrieb am 08.09.2010 um 13:33
Lieber ed2murrow,

danke für die Ergänzungen, Präzisierungen, für Ihren Kommentar, der mir beim Gedankensortieren zum Thema Freitag weiterhilft.

Für Qualitätsjournalismus steht auch Ihr Namenspate. Wie wäre es in diesem Zusammenhang mit einem Blog: "Warum ich ed2murrow heiße"?

Herzliche Grüße
weinsztein
ed2murrow schrieb am 08.09.2010 um 13:37
Hab ich doch schon längst, lieber weinzstein. Gerne fasse ich es hier noch mal zusammen: Mangelnde Phantasie.
ed2murrow schrieb am 09.09.2010 um 07:26
Danke, lieber Weinsztein, dass Sie die Anregung des Tags aufgenommen haben.
Allerdings bin ich kein Tag, schon gar kein Feature. Man raunt, eher ein Bug: Löschung willkommen.
hibou schrieb am 09.09.2010 um 08:26
hehe lass se raunen :-))
Fritz Teich schrieb am 18.09.2010 um 14:28
Irgendwer, der mal einen Monat lang die Bildzeitung lesen musste, berichtete, dass die meisten Vorurteile gar nicht stimmen. Jedenfalls in der Berichterstattung ueber Regierung und Opposition.
mh schrieb am 08.09.2010 um 11:42
eine zeitung braucht überhaupt erstmal eine haltung... man muss sie einordnen können. kann ich beim freitag nicht, da der redaktionelle inhalt anders ist als der dazu ausgesprochene inhalt.

immerhin, es ist irgendwie... da.

wenn eine zeitung jedoch eine haltung hat, die sie ja auch braucht, dann kann sie nicht mehr ehrlich sein, sondern ist tendenziös denn diese haltung muss immer unterfüttert und nicht hinterfragt werden.

mfg
mh
weinsztein schrieb am 08.09.2010 um 13:47
Mach's Dir doch nicht so schwer, lieber mh.

Du liebst den Freitag, Du brauchst ihn, kritisierst ihn hart und Du beklagst im Quartalsrhythmus, er sei ein Blatt, das niemand brauche.

Dass eine Haltung, auch die einer Wochenzeitung, zu Unehrlichkeit führen müsse, überzeugt mich nicht. Wäre nicht eine Haltung denkbar, die genau das verhindern will?

Beste Grüße
weinsztein
mh schrieb am 08.09.2010 um 13:54
nein wäre sie nicht, denn das würde bedeuten dass man nach der wahrheit fahnden müsse. das wurde hier nun aber noch nie getan, denn die wahrheit ist nicht links oder rechts.. die leser sind es... und die wollen ihr weltbild nicht zerrüttet sehen.

mfg
mh
mh schrieb am 08.09.2010 um 13:56
btw: wenn man denen nicht ständig erzählt, dass sie drauf haben, werden sie noch mieser als sie es ohnehin schon sind. damit ist meine meckerei eindeutig eine qualitätsförderung.

mfg
mh
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 00:47
Unbestritten, lieber mh. Ihre Meckerei ist von hoher Beständigkeit, gutem Niveau und das trieb den Freitag in die lichten Höhen des Qualitätsjournalismus.

Ja, viele aus Redaktion und Community fahnden nach der Wahrheit. Das meine ich wirklich so.
mh schrieb am 09.09.2010 um 07:56
ich glaube was du als fahndung nach der wahrheit empfindest ist genau das, was ich oftmals als sinnloses zusammenklatschen von theorien und ideen empfinde, die sich logisch nicht verbinden lassen.

mfg
mh
B.V. schrieb am 09.09.2010 um 13:52
"nein wäre sie nicht, denn das würde bedeuten dass man nach der wahrheit fahnden müsse. das wurde hier nun aber noch nie getan, denn die wahrheit ist nicht links oder rechts.. die leser sind es... und die wollen ihr weltbild nicht zerrüttet sehen."
Wie wahr mh! Man schaue in diverse Blogs, dann weiß man es.
mh schrieb am 09.09.2010 um 16:10
hier ist ein beispiel für die niedere qualität des hier praktizierten journalismuses... trotz vorheriger aufklärung durch die user, wird solch ein schund eingekauft und verbreitet...dabei stört es die redaktion wohl auch nicht groß, dass der betreffende schon länger, nachgewiesenermaßen, schund und blödsinn verbreitet:

www.freitag.de/wochenthema/1036-das-gro-e-spiel-um-das-t-gliche-brot

und an dieser stelle jubelt dennoch immer eine volksgruppe.. die der linken spinner. wohlgesonnen formuliert, erfüllt der freitag hier ihren standpunkt.

mfg
mh
Cornelius Back schrieb am 08.09.2010 um 12:48
Wenn ich diesen Beitrag richtig verstanden habe, dann finde ich, dass es gerade in jetztiger Zeit grundsätzlich verkehrt ist, eine Zeitung komplett links oder komplett rechts zu gestalten. Die Problematik liegt darin, dass es sehr schnell zu extremistischen Inhalten kommen kann, mit denen keinem Leser gedient wäre. Viel wichtiger ist es doch, ein breites Spektrum von vielerlei Ansichten aufzunehmen, wobei man die bestehende Politik trotzdem angemessen kritisieren kann und sollte. Alles andere wäre zu einseitig und dadurch natürlich auch zu unglaubwürdig.
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 04:15
Sehr geehrter Cornelius Back,

Sie verstanden miss. Mir geht es um Qualität im Journalismus und darum, dass Qualitätsjournalismus per se links ist, weil wahrhaftig.

Das gilt meiner Meinung nach auch für die Belletristik: kennen Sie sich als rechts bekennend rechte Schriftsteller von Belang?
B.V. schrieb am 09.09.2010 um 13:56
"...dass Qualitätsjournalismus per se links ist, weil wahrhaftig."
Und da wurde Weltanschung zur Religion.
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 16:06
Kennen Sie sich auch da aus? Verblüffend. Bisher nahm ich Sie als radelnder Experte für tiefergelegte schwäbische Kopfbahnhöfe und als Stasiaufklärer wahr.
Sie müssen ein Universalgelehrter sein!
B.V. schrieb am 09.09.2010 um 16:12
"Sie müssen ein Universalgelehrter sein!"

Sehr gut erkannt. Was möchten sie wissen.
Uwe Theel schrieb am 09.09.2010 um 01:57
Lieber herr Michels,

da Sie mich in Ihrem Blogtext mehrfach ansprachen gestatte ich mir eine kleine Antwort:

Sie schrieben, Sie bezweifelten, "dass der Freitag einen "genuin linken redaktionellen Inhalt" (den verlangt Uwe Theel) anstreben sollte, es sei denn, man will ein Kampfblatt."

Dagegen setzen Sie Ihre These, der Freitag solle "es schaffen, das Plauder-, Diskussions-, Serviceorgan vieler der (irgendwie) Linken zu werden, (das) wäre (...) ein Schritt nach vorn für alle, die eine Art schwarzgelbes Unbehagen empfinden. "

Dann wiederholen Sie die Frage ed2murrows an mich, "Was unter einem genuin linken redaktionellen Inhalt überhaupt zu verstehen sei"?

Wäre es vermessen zurückzufragen, was sei "irgendwie links"?

Wäre es unsachlich zu fragen, warum ein "irgendwie" linkes - ohne Häme gesagt - Plauderorgan "guter" Journalismus sei, bloß weil es "irgendwie" links sei?

Jetzt könnte ich mir schon vorstellen, daß Plaudern über - ja wären es dann? - Belanglosigkeiten und das kultivierte Reden über Kochrezepte oder Theateraufführungen im Feulleton einer nicht irgendwie, sondern eben einfach guten, linken Zeitung ihren Platz haben können und sollen. Das "Plaudern" über Politik, das kann ich mir jetzt aber irgendwie gar nicht vorstellen, aber Sie sagen ja auch, ein Freitag ihrer Vorstellung sollte auch "Diskussionen" enthalten. Deren Themen wären wohl die politischen?!

Nun warnen Sie davor, die Zeitung dürfe kein Kampfblatt werden oder sein. Da spätestens muß ich aber dann die Frage stellen, wie soll das, was die Linke historisch und aktuell von Politik und Gesellschaft für die Gemeinschaft fordert ohne politischen, damit auch journalistisch vorgetragenen Kampf durchgeetzt werden? Was soll diese, Ihre mir - mit Verlaub gesagte - kleinbürgerlich erscheinende, nur Nörgelei seiende Kritik am Begriff des politischen Kampfes?

Falls Sie mir nun antworten sollten, im Diskussionsteil der zeitung könne aus dem "irgendwie links" schon das "genuin links" werden, dann wüßte ich nicht weshalb Sie den Gegensatz dann so aufgebaut haben, als würde ich JAs Gärtnerkolumne verteufelt haben. Und wie geschähe dann der Umschlag von unverbindlich "irgendwie links" in das in der Kritik ja auch versprochene, zugesagte "genuin Linke"? "Kritik", die Sie selbst auch fordern ist niemals "irgendwie" kritisch, sie sollte das Werkzeug einer mindestens geplanten Umwälzung, Entwicklung in Richtung allgemeinenFreiheit sein, derer es jetzt mangelt.

Ich halte den von Ihnen aufgeworfenen Gegensatz zwischen "irgendwie links" und "genuin links" für nicht dienlich. Ich schrieb "genuin" links, weil ich aus der Beliebigkeit des "irgendwie" heraus wollte, mich mindestens gegen sie abgrenzen wollte. Begrifflich sollte es, da kommen wir vieleicht zusammen, dieses Pleonasmus nicht bedürfen: linker wie links geht nicht.

Und natürlich bin ich ihrer Meinung, daß linker Journalismus guter Journalismus ist und rechter schlechter. In diesem, Ihrem Satz kann ich nun aber überhaupt nichts als "irgendwie" bezeichnen, aber ich halte ihn für genuin links :-)

Für heute wünsche ich eine gute Nacht

Uwe Theel
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 04:04
Lieber Herr Theel,

nachdem wir uns - Sie und ich - bei verschiedenen Anlässen nicht so ganz grün waren, freue ich mich über Ihren Kommentar. Mit dem ich, wie Sie sicher bereits ahnten, nicht übereinstimme, obwohl ich sehr vielen Ihrer politischen Positionen zustimme.

Genuin linke politische Positionen vertrete ich bis heute, aber ich will sie nicht für den Freitag. Den wünsche ich mir irgendwie links, auch wenn das "irgendwie" manchen nervt.

Den Freitag sehe ich auf dem richtigen Weg, er ist offen, er gibt grünen, orangenen, roten und vielen diffusen Überlegungen Raum und den in ihm stattfindenden Journalismus halte ich für von hoher Qualität. Das gilt auch für sehr viele Beiträge in der Freitag-Community. Diese Offenheit ist des Freitag einzige Chance, behaupte ich, er trifft damit eine so genannte Marktlücke. Kennen Sie andere mögliche Heimatadressen für herumvolatierende Linke und andere Unzufriedene jedweder Provenienz, auf diesem Niveau, ähnlich auf Taktik verzichtend wie der Freitag? Falls ja, warum sind Sie dann hier, lieber Uwe Theel?

Sie sind hier, um ein Forum zu nutzen, um Ihre Gedanken zu verbreiten – mit einem mich gelegentlich irritierendem Eifer.

Sie stellen mir Fragen, ich antworte:

Was ich mit “irgendwie links” meine?
Das Gegenteil von “genuin links”.
Ob ein Plauderorgan, fragen Sie ohne Häme, schon deshalb guter Journalismus sei, bloß weil es irgendwie links ist, guter Journalismus sei.
Nein, Sie unterschätzen mich.
Wie soll das, was die Linke historisch und aktuell von Politik und Gesellschaft für die Gemeinschaft fordert ohne politischen, damit auch journalistisch vorgetragenen Kampf durchgeetzt werden?
Journalistisch per Zentralorganen, in geeigneten Fällen per Rundbrief oder Telefon.
Was meine kleinbürgerliche Nörgelei seiende Kritik am Begriff des politischen Kampfes sei.
Kleinbürger wie ich neigen eben zur Nörgelei wie Revolutionäre zur Revolution.

Nie & nirgends nahm ich wahr, dass Sie Jakob Augsteins Gärtnerei verteufelt hätten. Und ich habe niemals denken oder gar schreiben wollen, im Diskussionsteil des Freitag könne aus dem "irgendwie links" schon das "genuin links" werden.

Kritik solle das Werkzeug einer mindestens geplanten Umwälzung, Entwicklung in Richtung allgemeinenFreiheit sein, derer es jetzt mangelt, schreiben Sie. So revolutionär wird der Freitag nie sein, hoffe ich.

Aber es ist schon sehr spät, ich bin nun müde.
Bis heute, irgendwann.

weinsztein
Uwe Theel schrieb am 09.09.2010 um 09:35
Lieber Herr Michels,

danke für die freundliche Antwort.

Ich respektiere natürlich ihre vorsichtigere Herangehensweise, obwohl mich da dann wieder das Zugeständnis an ein "Zentralorgan" irgendwo anders irritiert, aber vielleicht klärt sich das ja noch :-)

Und natürlich haben Sie nicht behauptet, ich hätte JAs Gärtlein verteufelt, ich sagte ausdrücklich das ich das niemals würde, aber es war spät, als Sie lasen.

Ich wünsche uns in Zukunft vielleicht guten Gedankenaustausch, jetzt muß ich aber ganz unrevolutionär arbeiten.

Gruß

ut
Magda schrieb am 09.09.2010 um 17:20
Hallo weinsztein

"Genuin linke politische Positionen vertrete ich bis heute, aber ich will sie nicht für den Freitag. Den wünsche ich mir irgendwie links, auch wenn das "irgendwie" manchen nervt."

Was den Freitag angeht, bin ich auch für "irgendwie", weil es ja nicht beliebig ist, sondern irgendwie...eben. Genuin ist immer ganz ganz ernst, irgendwie ist ....irgendwie lustiger.

Auch ich denke, dass hier eine Vielfalt herrschen sollte, wie sie genuin Linke und genuin linke "Revolutionäre" schon garnicht garantieren.

In diesem Sinne bin ich auch für Boulevard.

"Kleinbürger wie ich neigen eben zur Nörgelei wie Revolutionäre zur Revolution. "

Der erste Teil des Satzes stimmt, geht mir auch so. Revolutionäre - hierzulande - neigen nicht zur Revolution. Sie neigen zur Rechthaberei.
GeroSteiner schrieb am 09.09.2010 um 08:38
Guter Journalismus wird in nichts so deutlich, wie in dem Umstand, dass sich der gute Journalist nicht mit der Sache gemein macht, nicht einmal mit der guten Sache oder überhaupt irgendeiner Sache.

Die Meinung, dass guter Journalismus links sei, und schlechter rechts, ist ein ausgemachter Blödsinn.

Guter Journalismus ist unabhängig - in jeder Hinsicht. Sonst ist's Propaganda, Demagogie, Exegese, Inquisition. Auf den Journalismus der Rattenfänger will ich auch zukünftig verzichten.

Bisher habe ich immer noch den Eindruck, beim Freitag bin ich richtig.
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 16:30
Lieber GeroSteiner,

guter Journalismus macht sich mit nichts gemein, er ist unabhängig. So sollte es sein.

Reden wir über Beispiele.
Ein Vertreter des guten Journalismus setzt sich mit Kinderarmut in Deutschland unter Hartz4-Bedingungen auseinander. Ein anderer recherchiert, welchem Klientel die FDP besonders nahe ist. Der nächste untersucht die Ursachen für Fehlernährung, für Adipositas, und unterscheidet dabei auch nach Bevölkerungsgruppen und Einkommen. Noch einer will sich damit auseinandersetzen, ob Rentensenkungen und Erhöhungen des Renteneintrittsalter objektiv erforderlich sind, sind.nimmt Kontakt auf zu Statistikern, Mathematikern Ökonomen... auf.
Und alle diese Vertreter des guten Journalismus veröffentlichen ihre Beiträge in der selben Wochenzeitung. Die wäre ein linkes Blatt.

Nicht alles ist Blödsinn, was auf den ersten Blick so erscheint. Es ist aber evtl. ein von Ihnen ausgemachter Blödsinn.

Beste Grüße
weinsztein
GeroSteiner schrieb am 09.09.2010 um 20:04
Lieber weinsztein,
nochmal: es gibt gute und schlechte Journalisten, aber sowohl die guten als auch die schlechten können über linke oder rechte Themen schreiben.

Schlecht ist eine unzureichende Recherche oder eine falsche Darstellung von Fakten und eine eingeflochtene Meinung, die nicht als solche in einem Bericht zu erkennen ist.
Gut ist eine umfassende Recherche, die Berücksichtigung und klare Darlegung der Fakten, das Fehlen von Interpretationen, Deutungen und Meinungen, es sei denn sie sind als solche unmissverständlich erkennbar. Wirklich guter Journalismus wird aus allen politischen Lagern angefeindet, nur dann erfüllt er die ihm inneliegende Funktion, die Sichtbarmachung des Verborgenen.
Der Unterschied zwischen einem linken und einem rechten Blatt liegt in der Wahl der Themen, nicht im Unterschied von gutem und schlechtem Journalismus.

Heutzutage findet man häufig eine Berichterstattung ohne dezidiert gekennzeichnete Meinung. Meinung wird in die Berichterstattung eingeflochten und hat einen manipulativen Charakter. Das verstehe ich unter schlechtem Journalismus - und das lehne ich ab.

Ist es jetzt ein bisschen klarer, was ich unter gutem und schlechtem Journalismus verstehe?
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 23:10
Lieber GeroSteiner,

was Sie unter gutem oder schlechtem Journalismus verstehen, hatte ich sogleich kapiert.

Sie verstehen mich nicht. Das ist schade, denn ich bemühe mich doch so sehr um Verständlichkeit.
GeroSteiner schrieb am 10.09.2010 um 10:46
Lieber weinsztein,

ich habe Ihre Gedanken von weiter oben noch mal allesamt gelesen und meine doch zu verstehen, was Sie meinen mit "irgendwie links". Genau wissen kann man's ja eigentlich nie.

Wir haben insofern aneinander vorbei geschrieben (oder ich an Ihnen..), weil ich nur zwischen gutem und schlechtem Journalismus unterschied und das mein Hauptaugenmerk war.

Ob Sie's glauben oder nicht - ich teile Ihre Auffassung; denn genuin oder originär ist auch nicht meine Sache.

Das ernste oder bierernste ist ebenfalls nicht meine Sache und meine deutsche Kleinkrämerseele taugt einfach nicht zu Heldentum oder Revolution, jedenfalls nicht zu 100%.

Im übrigen will revolutionäre Spontaneität immer gut überlegt sein, nicht?
hibou schrieb am 09.09.2010 um 08:58
Was verstehe ich unter "Feuilleton" bzw. "Belletristik"?
Die hiesige Community ist sehr bunt, sowohl in der politischen Ausrichtung wie auch im Schreibstil. Einige müssen seitenlang schreiben, so dass es wiederum andere beim Lesen entmutigt. Einige schreiben so, dass dem Leser und der Leserin das Gehirn raucht und er/sie zum Schluss gar nichts mehr versteht. Andere wieder werfen nur wenige Worte ein. Einige geben viele links, um den Horizont über den Freitag hinaus zu erweitern. Andere denken: wen ich ohne links nicht erreiche, den erreiche ich schon gar net mit links. Einige verstecken sich, die meisten offenbaren sich. Einige haben nur EIN Thema. Einige lesen viel, andere schreiben viel, mache tun beides. Machen wir mal ne Einteilung (mir ist klar, dass die von Beginn an hinkt): es gibt hier politische Diskussionen, dann (Lebens)berichte, dann praktische Ecken (Kochen, Gaertnern, Fahrradfahren) Letzteres ist scheinbar unproblematisch: verstehe ich nix von Boeuf Bourguignon, werden ich mich dazu ganz simpel net aeussern. Lebensberichte - behaupte ich mal - sind immer interessant. Aber was soll man dazu schon sagen/kommentieren? Sie sind ja alle wirklich erlebt. Bei den politischen Diskussionen wird es nun wirklich spannend (und enden meist im Desaster und der Löschung von "Schwarzen Schafen"). Denn wer von uns - cross my heart and want to die - ist schon echt offen für andere Meinungen? Wir versuchen doch nur unsere eigene durchzudrücken ("Ceterum censeo....").
Der Schwierigkeiten sind noch mehr: beim Thema Fleisch oder kein Fleisch geht Bereich Kochen ganz schnell in politische Diskussion über. Beim Thema Berichte empfinden manche Leserinnen und Leser, es gaebe doch ein falsches Leben im richtigen. Und in den Diskussionen wird hemmungslos auf den Lebenserfahrungen anderer herumgetrampelt. Rauchen IST nu mal schaedlich. Gell? Will hier jetzt weder Herren, deren Nachnamen mit "S" beginnnt, noch welche mit "E" nennen......
Daher mein Vorschlag: werdet belletristisch! (ihr seid es eh schon): Schreibt Texte! Das meint: schaut mit Distanz auf Eure eigene Schreibe. Naja, die meisten tuns eh, haben ja Nicks, verstecken sich also hinter ihren Worten. Lasst Leute aus Novalis Dorf oder aus der Arche von Archie "Wahrheiten" aussprechen. Sie werden viel viel leichter akzeptiert als mhs, Tom Gards, Columbus' oder Uwe Theels Statements. Dann könnt ihr auch jede Menge Jiddisch, Volapük oder Kiswahili verwenden. :-)) Ausserdem könnt ihr zur Not dann noch sagen: Mach mich net für meine Akteure verantwortlich.
Manche von uns lieben die Diskussion, ja sehen es als Hauptgrund für ihre "Anwesenheit" hier. Ich denke aber net, dass die jemals zu kurz kommen wird.....
Im Übrigen ist hibou in weiten Teilen weinszteins Meinung. Und: Qualitaet anstreben, na klar.
Magda schrieb am 09.09.2010 um 17:27
Hibou, Du hast wie immer Recht. Werdet belletristisch ist ein schöner Slogan. Gemein nur, dass Du mich nicht lobend erwähnt hast. Ich möchte auch - hin und wieder - belletristisch sein.

Im Prinzip ist es so, die Debatten gehen immer irgendwie in "offene Feldschlachten" über.

Was die vielwortigen theoretischen Überlegungen angeht, so lese ich eigentlich nur Michael Jäger immer mal. Ich bin nicht so rasend sachkundig und da ist er die Garantie für solides Wissen. Andere führen manchmal nur ihren Verstand Gassi.

Und sonst denke ich wie weinstzein. Boulevard im besten Sinne hat - wie jede Art von Unterhaltung - auch immer einen ernsten Untergrund.
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 17:44
Liebe belle et triste Magda,

hibou ist ein unverzeihliches Versäumnis anzulasten. Gemein! So ist es!
Magda schrieb am 10.09.2010 um 09:05
Ja, nich wahr? Eine mitfühlende Seele. :-))

Gruß
ed2murrow schrieb am 09.09.2010 um 10:36
Eine etwas andere Perspektive:

Vor einiger Zeit waren kleine Videos zu sehen, vom Freitag selbst produziert, in denen zu aktuellen Themen einige Statements gesprochen wurden. Einige waren gut, vor allem die aus dem Kämmerlein, andere hatten eine gewisse unfreiwillige Komik. Schade, dass man außer denen, die in der Com. produziert werden, keine mehr sieht.

La Repubblica, eines der Dickschiffe im täglichen Italien, produziert kontinuierlich, auch als Folge des letzten Journalismus-Festivals in Perugia, Online-Videos der Redaktionssitzungen. Höchst professionell, denn das Blatt hat mittlerweile eigene visuelle Kanäle. Aber die Idee, zu zeigen, wie Geschehnisse in der Welt (im konkreten Fall dann unten: Regierungskrise in Rom, das Drama um Frau Sakineh, die Ermordung eines süditalienischen Bürgermeisters, Portrait von Jimi Hendrix) in die Redaktion kommen, dort umgesetzt und gewichtet werden, ist einer der Blicke „hinter die Kulissen“, die mir gefallen. Werbung lässt sich auch noch unterbringen, wie die einleitenden 15 Sek. beweisen.
Ich finde, mit allem kann man klein anfangen … und nein, ich werde jetzt nicht übersetzen :)



Und falls das Einbetten nicht funktioniert, wie ich befürchte, hier der Link:
tv.repubblica.it/rubriche/repubblica-domani/la-crisi-nelle-mani-di-bossi/52790?video
weinsztein schrieb am 09.09.2010 um 16:44
Tolle Anregung für den Freitag, ed2murrow!
Ich fürchte aber, zu teuer. Allein die Anschaffung von Kamera und Schnittplatz entspricht dem Jahreseinkommen von zehn Freitag-Journalistinnen und -Journalisten (geschätzt).
ed2murrow schrieb am 09.09.2010 um 20:31
Aber woher denn. Mit der ersten Werbung wird die Ausrüstung, "die dankenswerter Weise vom Spezialgeschäft Optik & Lin(k)s gesponsort wurde" bezahlt. Der Rest ist Abschreibung auf drei Jahre.
hibou schrieb am 09.09.2010 um 15:47
das waers!!
weinsztein
Schoen! Klug! Kann kochen!
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Logbuch
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Liebeshandlung - Eugenides

Berlinale

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Christian Kracht Imperium Kiepenheuer & Witsch 2012

256 Seiten. Gebunden.

18,99
 
In seinem neuen Roman erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans spielt - und erschafft so zugleich eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns >> mehr
Occupy

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Rote Perlen

wir müssen reden

IGEL

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