Seit einiger Zeit vermittelt der Chefredakteur der Bild-Zeitung den Eindruck, dass er als cooler Hund gesehen werden möchte. So zog Kai Diekmann für einen Arte-Film mit Henryk M. Broder durch das nächtliche Berlin und wirkte stolz wie Bolle, als er sich im tiefsten Wedding als Freund und Gönner von Clemens von Wedel ausweisen konnte, einem schrägen Künstlertypen, der „wirklich so am Existenzminimum“ lebt. Aber das war quasi noch ein Anfängerfehler und hatte ungefähr das Niveau eines Hans-Olaf Henkel, der im Berlin-Mitte-Restaurant Lindenleif einmal eine halbe Stunde lang Biergläser spülte.
Professioneller war da schon Diekmanns Coup, Genossenschafter bei der tageszeitung (taz) zu werden, gegen die er in der bleiernen Zeit noch prozessiert hatte, weil ihm in einer Satire ein Problem mit seiner Männlichkeit unterstellt wurde (so genannter Penis-Vergleich). Umso cooler wirkt nun, dass er bei der taz nicht nur einfach stiller Gesellschafter ist, sondern sich mit diebischer Freude in die Basisarbeit einbringt. Über die Aktivitäten kann man sich detailliert in seinem Blog kaidiekmann.de informieren, der seit gut einer Woche online ist.
Als Leser dieses Blogs wird man Zeuge eines mentalitätsgeschichtlichen Wandels, der in seiner Tragweite gar nicht unterschätzt werden kann. kaidiekmann.de überträgt die Sprache des Pop-Boulevard in den Legitimationsdikurs der Eliten. Sehr konkret gesprochen, bedeutet das: Man darf Kai Diekmann in seinem Blog nicht nur ungestraft einen „Großkotz“ nennen, vielmehr fordert er geradezu auf, ihm in Form von kräftigen Beleidigungen den Respekt zu zollen. Verkrampft und hölzern war gestern.
Der Rest ist Formsache
Entsprechend enthält eine Selbsterklärung des Bloggers mit dem Titel „Drei Fragen an mich selbst“ einen stilsicheren Mix aus Selbsterniedrigung und Selbsterhöhung. Dabei legt „Kai“ eine entwaffnende Ehrlichkeit an den Tag, wie sie in Vor-Blogger-Zeiten dem aufgeklärt-selbstironischen Geist der Zeitschrift MAD würdig war, den schon damals nur Ignoranten für spätpubertär halten konnten: „Ich bin einfach unheilbar eitel. Deshalb halte ich es ja auch für eine gute Idee, Interviews mit mir selbst zu führen… Es geht eher um öffentliche Aberkennung. taz, Süddeutsche, Spiegel usw. bemühen sich redlich, werden mir aber einfach nicht gerecht – ich bin viel, viel schlimmer!“
Der Rest ist Formsache, etwa wenn er an den offenbar restverklemmten Kollegen von der Welt am Sonntag, Alan Posener, ein scharfes Pic von seinen beiden Vorzimmermiezen adressiert. Totale Selbstironie, totale Offenheit, totaler Triumph – und ein Sieg und eine Niederlage für seine alten Feinde zugleich. Es ist ein wenig so, als wäre der Spaßkommunarde und Situationist Dieter Kunzelmann auf seine alten Tage zum Berater von Kai Diekmann avanciert, nachdem dieser sich ja noch in seinem philosophischen Grundlagenwerk Der große Selbstbetrug skeptisch über Ziele und Methoden der Studentenrevolte geäußert hatte.
Aber keine Sorge, sofern man ihn noch für notwendig erachtet, müsste der Kampf gegen Springer heute mit völlig anderen Mitteln geführt werden. Mit all dem, was unter Achtundsechzigern wie Kunzelmann zu Unrecht als deutsche Sekundärtugenden verschrien war: mit großer Humorlosigkeit, konsequenter Rechthaberei und einer ordentlichen Frisur also. Vor allem letzteres dürfte Diekmann einen Schlag versetzen, von dem er sich so schnell nicht erholt.
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Sehr geehrter Herr Angele,
ich bin ja grundsätzlich dafür, unter so ziemlich allen Umständen jeden Menschen zu respektieren. Aber: Selbst die Nichtwahrnehmung eines Kai Die..(Hier verweigert sich meine Tastatur.) sollte einem denkenden und solidarischen Menschen nur in einer eindeutigen Notwehrsituation erlaubt sein. Meinetwegen kann er sich mit seinem Pimmel-Problem (und allen anderen) nackt auf den Alex oder in den Werbeblock vor der Tagesschau stellen. Ich sähe da keinen Grund für irgendeine Erwähnung. Wie kommen Sie denn mit Ostdeutsch voran? MfG |
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Lieber Herr GerhardHM,
danke der Nachfrage. Ich war am Montag in Leipzig und habe den Hausphilosophen des Centraltheaters, Herr Paoli, getroffen (bald mehr in der Zeitung). Er unterhält dort eine philosophische Praxis mit dem Titel "Prüfgesellschaft Sinn und Zweck". Das scheint mir doch eine sehr schöne Reminiszenz an die Sprache der DDR. Ansonsten nenne ich den Edeka bei mir um die Ecke nun konsequent "Kaufhalle". Schöne Grüße Michael Angele |
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Herr Angele,
so wird das nichts. Kaufhalle. HO-Kaufhalle oder Konsum-Kaufhalle? Aber Sie sind auf dem Weg. hG luggi |
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Wesentlich an Herrn Diekmann ist doch, dass er seit Jahr und Tag für ein Medienimperium arbeitet, in dem Kritik an den USA und Israel verboten ist und dessen Vorstandsvorsitzende Döpfner ein bekennender Zionist; das sagt über die dortigen jounalistischen Gepflogenheiten schon fast alles, macht aber einem Atlantik-Brücke-Vorstandsmitglied sicher nichts aus.
Seinen neuen Blog schaue ich mir mal an. Mal sehen, was er wirklich an Kritik aushält. |
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@Magnus Göller.
Es stimmt natürlich, dass der Springer-Verlag einen dezidiert israelfreundlichen Kurs fährt (mit der Unterschrift unter den Arbeitsvertrag verpflichtet man sich als Mitarbeiter ja auch zur 'Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes'), aber Hetze a la "Döpfner als bekennender Zionist" möchte ich unter meinen Artikeln künftig nicht mehr sehen. Danke. |
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schrieb am
05.11.2009 um 21:44
Werter Herr Angele,
Herr Döpfner bezeichnet sich selbst als "nicht-jüdischen Zionisten". www.david.juden.at/2008/76/rezensionen/7_pallade.htm mfg |
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schrieb am
05.11.2009 um 21:59
Werter Herr Angele,
Herr Döpfner bezeichnet sich selbst als "nicht-jüdischen Zionisten". www.david.juden.at/2008/76/rezensionen/7_pallade.htm mfg PS: Diesen Beitrag schreibe ich jetzt zum zweitenmal. Der erste, war wenige Minuten zu sehen, dann war er weg. |
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Brillant!
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Das ist die Bohlen-Strategie!
Mit Selbstironie und -geständnissen hat es schon Dieter Bohlen auch vom peinlichen Modern-Talking-Penisbruch-Songklauer zum vermeindlich coolen Musikprofi geschafft. Jemandem der offen zugibt ein A... zu sein kann man darum eben kaum noch böse sein. Ellbogenmentalität ist ja en vogue. |
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Sehr geehrter Herr Angele,
mir, wenn ich hier im Zusammenhang die expilizite öffentliche Selbstdarstellung Herrn Döpfners, des Chefs Kai Diekmanns, ergänzend und wahrheitsgemäß erwähne, öffentlich "Hetze" vorzuwerfen, fällt auf Sie selbst zurück. Schauen Sie mal bei Wikipedia nach, da stand es vorher noch ganz oben - wohl kaum gegen den Willen des Springer-Chefs. Ich ersuche Sie daher unmissverständlich, solches künftig zu unterlassen; besser noch, Sie zögen diese ungegründete, bösartige Äußerung zügig zurück. MfG MG |
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Okay, aber dann schreiben sie das nächste Mal korrekt "der sich selbst als 'nicht-jüdischen Zionisten' begreift". Das ist ein unterschied. Darin steckt ein Moment von leiser Ironie, das in der Aussage "Döpfner als bekennender Zionist" eben kassiert wird.
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schrieb am
06.11.2009 um 00:20
Herr Angele,
sie machen rabulistische Klimmzüge. mfg |
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schrieb am
06.11.2009 um 00:51
Werter Herr Angele,
das was sie als "leiser Ironie" bezeichnen, ist für mich einfach nur "Rabulistik". mfg PS: wieder der zweite Versuch. |
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Hallo Herr Angele,
danke für diesen 8interessanten (und offen gehaltenen) Text. Am besten gefällt mir der Satz "kaidiekmann.de überträgt die Sprache des Pop-Boulevard in den Legitimationsdikurs der Eliten." Das ist sozusagen die zweite Stufe, oder der nächste Schritt, nachdem die "Eliten" ihren Diskurs zuvor - natürlich leicht abgeändert - durch den Pop-Boulevard stählen ließen. Man kommt jetzt kaum noch dran vorbei: Jeder wird Elite, es gibt nichts, wogegen man sich noch wehren muss. Wir sind alle Elite, wir sind alle Boulevard. "BILD" und "Welt" haben uns fest im Griff - wir sind die Voyeure und die Stripper in einem. Diekmann ist da nur konsequent. Mich macht das höchst unbehaglich - und kann noch nicht so recht greifen, warum. Wahrscheinlich, weil Unangreifbarkeit das höchste aller Ziele wird - jeder Pfeil wird zur Lorbeere. Jeder Feind zum Fan. Die Kanzlerin hat gewonnen. Unsichtbarkeit durch totale Sichtbar- und Leutseligkeit. herzlich klara |
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"Jeder Feind zum Fan", ja und ich kann nur sagen, das Phänomen macht mich einigermaßen ratlos.
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die selbstentblößende, beinahe unantastbare harald-schmidt-meta-ebene geht natürlich auf, verleiht dem vielgescholtenen künstlerfreund nibelungenstatus [in dessen arbeitszimmer ein wedel hängt, wie übrigens auch in meinem ;)].
ich finde den kaidiekmann-blog amüsant, amüsanter als den ehrensenf der neuen harald schmidt-one-man-show und erst recht die gehäuften anpissereien der politisierten heldentöter. und der neid auf den gelungenen image-transfer der im 68er-postneoliberalismus agierenden [journalistischen] weltverbesserer ist ihm auch sicher. der kai-blog ist unterhaltung und strategie und eine bereicherung für bloggersdorf - geistreicher & kreativer als die BILD ist er sowieso.. |
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@lokalreporter. Mag sein, dass es Neid gibt, ich fühle mich davon frei.
Aber bei allem Respekt für das Unterhaltungstalent des BILD-Chefredakteurs: Der Vergleich zu Harald Schmidt zieht nicht. Schmidt hat Bildung und könnte zum Beispiel jederzeit (und sollte bald) eine Literatursendung bestreiten, die man mit Gewinn sähe, Kai Diekmann wird uns mit ähnlichen intellektuellen Ambitionen nicht belästigen, da bin ich mir sicher |
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naja, ohne bildung wird man selbst bei BILD nicht chef. was schmidt zurzeit so zeigt, ist ziemlich blutleer, seine abgekauten gags sind beinah schon reaktionär zu nennen.. und letztens die sendung mit sybille berg, also wirklich - fanden sie das etwa intellektuell ansprechend?
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@loklareporter
Nein, Harald Schmidt arbeitet leider seit Jahren unter seinen großartigen Möglichkeiten, finde ich. Desewegen meine Hoffung, dass er bald mal eine Literatursendung macht. Er wäre genau der richtige. Und: Ja, die Sendung mit Sybille Berg war zum Fremdschämen. Das lag allerdings vor allem an Frau Berg. "Geh halt nicht in die Sendung, wenn es dir so widerstrebt", hätte man ihr doch zurufen wollen. Schmidt fand ich da sehr souverän und er hat wohl das Schlimmste verhindert (das ich mir gar nicht ausdenken mag). |
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schmidt steckt aus meiner sicht im 80er-jahre zynismus fest [wie übrigens viele westberliner exjusos/redakteure/ZEIT-abonnenten..], er findet es cool, leuten wie thomas bernhard und claus peymann zu folgen. ich würde eine literatursendung lieber von stuckrad-barre [wenn überhaupt] moderiert sehen. den wunderbaren harald schmidt habe ich seit der gestrigen sendung innerlich in den wohlverdienten ruhestand geschickt..
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Sehr geehrter Herr Angele,
ich gehe davon aus, dass Sie sich inzwischen über die Selbstbeschreibung des Springer-Vorstandsvorsitzenden Döpfner als Zionisten kundig gemacht haben. Ihr diesbezüglicher, potentiell ehrabschneidender Vorwurf der "Hetze" gegen mich entbehrt jeglicher Grundlage. MfG MG |
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schrieb am
06.11.2009 um 00:00
Sie haben recht.
mfg |
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Da die Sache mit Herrn Angeles Entgleisung nunmehr geklärt sein dürfte, jetzt zu Diekmanns Blog.
Ich finde es in der Tat grandios, dass ein Vertreter der sogenannten Eliten sich auf eine solche Weise zum Affen macht; ein vorgeblicher Konservatismus, der nichtmal mehr bis "K" buchstabieren kann, versucht, in der Tat nicht unoriginell, ein Matschepatsche-Schmuddelmilieu für sich zu reklamieren, dass manchen angestammten Blut- und Fäkalien-Dekadenzpriestern der Linken ob dessen Frische und Frechheit glatt blass um die Nase wird. Das ist das eine Erfreuliche daran; das andere besteht darin, dass das der Kumpel der Merkelin ist. Bei Titanic, Eulenspiegel (und, leider, nicht mehr Pardon)müssen die ewigen Hartzplebejer-Kalaueratoren zurecht um ihre Arbeitsplätze fürchten, wenn Kai der Kecke Schule macht; wahrlich zurecht. Dass die sogenannte gemäßigte Rechte á la Springer jetzt auch noch voll auf Proll macht, mit der taz zum Gelächter aller in der biervertrielten Westentasche, das ist kulturelle Endzeitklasse; noch ein paar Popel zu den Koksschlieren ins gegelte Haar, und die Party ist perfekt. Der Sieg des dreiviertelstrunkenen,verafghanten, pickeligen Pubertierenden, im Bündnis mit Feuchtgebietsgärtnerinnen und schon schlohweißen Halbweisen, die bereits nach dem dritten Glas Bordeaux die G-Punkte aller Kontinente getroffen zu haben meinen, das macht absolut Laune! Weiter so, Herr Diekmann! |
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Liebe Gemeinde,
Ich glaube ja, dass BILD und sein Oberredakteur heimlich daran leiden, den Volkszorn und die ganzen Bierzeltseelen nur noch gegen Migranten, Sexkriminelle, zufällige und "wahlfreie" Promis und eben sonstige der üblicherweise verdächtigen Individuen in Stellung bringen zu können, ohne noch irgendwo die rechten und mächtigen Gegner zu finden. Die Feindschaft der 68er ist perdu, und die immer mal wieder aufflackernden Retouren der BILD-Redaktionen langweilen. Die Jahrgänge schreiben ja längst für das Blatt, ebenso die "Golfer"-Generationen und seit geraumer Zeit die jüngere und ältere Medienprominenz, Rang A,B,C, bis ganz nach Z. Z steht dann für Prominenz für einen Tag! Das kann dann ein Millionär bei Jauch oder ein ungeheuerlicher, jugendlicher Amokläufer sein. Und natürlich fast Alle, die im Glotzerland gerade als TV-Experten gelten. Selbstverständlich auch Politiker wie Oskar L.! BILD, das Blatt der Blätter, ist da angekommen, wo es hin gehört. Es wird gebraucht, am Morgen auf der Fahrt zur Arbeit, beim regelmäßigen gegenüber Mitlesen, am Vormittag als Unterlage für das 10 Uhr Käffchen, zum Mittag, an Fritte und Currywurst, Nachts als Wärmeisolierung auf Platte, an der Tanke bei der Fahrtpause, im TV-Talk als Ein-Blender. Zionismus und Antizionismus: Der Clou ist doch, dass, wer ein guter Zionist sein will, verpflichtet ist, auch für den eigenständigen Staat Palästina, für den Abriss der neuen Mauer durch das heilige Land und für die vertraglich geregelte Rückgabe der besetzten Gebiete zu sein. Sonst wäre ja die Klausel aus dem Vertrag, das Springer-Verlegerprivileg, die "Tendenz", -beim "Der Freitag" war nun aktuell von "Haltung" die Rede-, völlig sinnlos. Gegen Mauern hatte der selige selbstbestimmte Zionist Axel Cäsar Springer, der Stichwortgeber der Tendenz, nämlich genau so viel, wie Sie, wie wir, wie ich. Das trifft sich genau mit der Position des Zentralrates der Juden in Deutschland. Denen schlägt das ganzer Geblaffe und die Dauerattacken gegen Muslime ebenso auf den Magen, wie die vergifteten sarrazinischen Wort- und Theorieungeheuer auf internationalem Briefpapier, zu Türken, türkischstämmigen Deutschen, zur IQ-Theorie über die Bevölkerung Südostanatoliens und der Gruppe der jüdischen Ashkenasim, sowie das Gelalle über den vorgeblich asozialen und unproduktiven Bauch von Berlin. Heutzutage muss man ja viel eher fürchten, dass Lettristen jeden Schwachsinn "verinterviewen" und in der BILD könnte sogar unter Umständen eine kluge "Ein-Satz-Replik" stehen. Ein Hoch also, auf die medialen Verteidiger des kleinen Mannes. Sie waren einmal, nein zweimal, in der Geschichte der Bundesrepublik wirklich federführend. Paradoxer Weise mit ganz gegensätzlichen Rollen. Ab der Wiederbewaffnung, über 1968ff galt Springers "BILD" als Antifolie. Ein zweites Mal, als diejenigen 68er angekommen waren, die das heimliche Lesen der Bildzeitung nie eingestellt hatten und nun das lose Blattwerk zur Organisation des Machterhalts nutzten. "Bild,BAMS und Glotze", wir erinnern uns, galt es zu beherrschen, und so geschah der Wille des Herrn. Herr Diekmann kann das nur noch abbilden, historisieren, ironisieren. Aber die guten Zeiten sind vorbei und es bleibt allenfalls noch, verlegerischen und leitend redaktionellen Trost in guten Geschäften zu suchen und sich irgendwie sinnvoll zu langweilen. Das ist eigentlich Alles, was mir noch zur BILD-Zeitung, Herrn Diekmann und dem ganzen Drumherum einfällt. Viel schlimmer jedoch, dass ARTE einen Film von, mit, über eine polemische Achsenmacht des Guten nötig hat. Davon erfuhr ich erst jetzt durch Herrn Angele. Eines scheint mir jedoch so sicher wie das Amen in der Kirche. Wenn es hier im Lande wieder brenzlig und brutal wird, dann kommt das von ganz Rechts. Und da weiß ich, dass sogar BILD sich dem entgegen stellen würde. Das ist eine komfortablere Ausgangssituation,ein deutlicher Gewinn und ganz anders, als es für die kleinbürgerlichen Meinungsmedien zu Zeiten der Weimarer Republik galt. Grüße Christoph Leusch PS: Alles Weitere würde ich den diversen etablierten Watchblogs in (all-)gemeiner Gelassenheit überlassen. |
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Lieber Herr Leusch
Ich teile ihre Einschätzung zur Bild-Zeitung. Sowohl was sie eingangs sagen, als auch, was Sie am Schluss zu bedenken geben. Allerdings ist der KaidiekmannBlog ja nicht die BILD-Zeitung selbst, ich könnte mir sogar vorstellen, dass er quasi eine Frucht aus jener von ihnen oben beschriebenen Langeweile ist. |
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Hallo, Herr Angele,
Ihr Blick auf "Kai" verleitete mich, so ganz en passant ein wenig bei ihm, das heißt auf seinem Blog, spazieren zu gehen. Mir sind spontan einige Dinge aufgefallen: Zu Angela gibt es "Angie", weil selbst nach mehr als 60 Jahren Reeducation niemand so viel Englisch kann, sich den Text genau anzuhören. Dazu fällt mir nur ein, das Joni Mitchell schon damals, ca. fünf Jahre früher als die Stones von "Cloud illusions" sang. Man muss eben beide Seiten sehen. Die Analogiebildungen laufen, auch eingedenk der bisher bekannten und wohl gerade noch einmal durch ein epochales einstündiges "BILD"-Interview phänomenal vermehrten biografischen Details, rein über die Namensschiene. - Das ist extrem langweilig. Angela dann zwei Bild-Ausgaben vorzulegen und deren Wertung zu protokollieren, Sie fand natürlich das Mädchenbild, "weiß nicht aus welcher Quelle", gut. Das ginge mir doch auch so. - Das fällt ebenso in die Kategorie einfach langweilig. Privat, als Lockerungsübung im Small talk vor der Interviewgeschichte, mag das vielleicht gerade noch passen, aber "Kai" macht daraus einen Blog-Eintrag! Tja. Alice Schwarzer ist eben mit "PorNo" gegen nette junge Sekretärinnen. Aber Stiefel, möglichst langschäftig, tragen heute fast Alle Mädchen. Es ist, glaube ich, derzeit wieder Mode. - Frau Schwarzer und Herr Diekmann werden alt, da ändert man seine Grundüberzeugungen nur noch ganz, ganz selten. Journalisten sollten ja sowieso überprüfen, ob es sich, ausser mit den Basics, "bring´niemanden um, mach´ niemanden zum Monster", überhaupt gut arbeiten lässt. Dann die TAZ und der "Pippimatz". Das ist eine Aufregung um den Bereich des goldenen Dreiecks, der schon zu Zeiten des modischen "Cod piece", das ist in etwa der Zeitraum aus dem der kaschierte Blog-David in nackter Unschuld stammt, wohl eher verwundert. Die Schleuder gegen den fürstlichen Medici-Goliath, der Willensausdruck und der Contrepost, das sind doch die wesentlichen Dinge, des nackten Florentiner Republikaners. - Mir fällt nur auf, das platte Kritik von BILD und "Kai", ebenso an BILD und an "Kai", also, die ganzen Retourkutschen, häufig auf der Ebene der primären Geschlechtsmerkmale hängen bleiben. Gleiches mit Gleichem zu vergelten ist zwar schon ein lange bestimmendes Merkmal der öffentlichen Auseinandersetzung mit "BILD", aber "Kai" und seine Poster könnten doch auf seinem einhundert Tage- Blog (Napoleon Kai? Kai im Grabbe-Fieber?) ganz neue Wege gehen. - Dagegen spricht allerdings der früh einsetzende Altersstarrsinn. Mehr als dieses eine Mal, werde ich mich bei "Kai" nicht umsehen. Ich finde das Blog langweilig und wenig informativ, dazu ästhetisch etwas anspruchslos. Mein Eindruck. Der "Chef", mit aller personeller Unterstütung, -er nutzt ja, was er geliefert bekommt-, langweilt sich und will ein wenig spielen. Sei es im gegönnt. Ob der Arbeitgeber in diesem Falle aber auf so viel, an der "BILD" vorbei gelenkter Arbeitsenergie verzichten kann? Ich weiß es nicht. Bei "LIDL" oder "Schlecker", davon bin ich überzeugt, hätte der Regionalbereichsleiter Diekmann die Abmahnungen im Postfach und müsste sich mit einem Rudel Anwälten geschickt aus der Konzernzentrale herumschlagen. Springer bleibt sozial verantwortlich gegenüber Chefredakteuren! :-)) Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Lieber Joss Fritz,
danke, dass Sie die Sache mittels der Formulierung "Sie machen rabulistische Klimmzüge" so trefflich zuende gebracht haben. (Ich sah diesen Ihren Beitrag erst nach meinem zu Diekmanns Blog. Was "ironischer" Zionismus im Sinne der Funktion eines deutschen Vorstandsvorsitzenden sei, wird uns Herr Angele vielleicht ja noch erklären.) Mit den besten Wünschen MG |
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"Gegen Mauern hatte der selbstbestimmte selige Zionist Axel Cäsar Springer, der Stichwortgeber der Tendenz, nämlich genau so viel, wie Sie, wie wir, wie ich."
Also schrieb hier "Columbus" bzw. Christoph Leusch. (An die Gemeinde, höhö...) Was heißt: "Der Stichwortgeber der Tendenz"? Welcher Tendenz? Wieso "Der"? Was heißt, ohne geklärte Tendenz: "Wie Sie, wie wir, wie ich? Ohne jede Klärung, worum es sich drehe: Vermeint da einer einfach für mich zu sprechen? Was sind das für primitive rhetorische Bauernfängertricks? Was ist ein "selbstbestimmt seliger Zionist"? Welche Stichworte gab der, als DER Stichwortgeber? Gegen welche Mauern? Gegen Freimauern? Welches Wort stach? An welche Selbstbestimmtheit soll ich glauben bei Dem? Welche war seine Seligkeit? Was sollte sein Zionismus erlangen? Steckt darin auch nur EINE konkrete Frage, geschweige denn Aussage? Wer so etwas frisst, ist selbst schuld; egal ob links oder rechts oder sonstwie einfach nur dumm. |
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Ach, Magnus Göller,
Sie treten hier auf mit drolligem Eifer. Sie bemühen sich hier um, wie ich finde, stakkatohaft anmutende Provokatiönchen, aber kaum einer nimmt das ernst. Das kränkt Sie, oder? Und dann gibt es noch Ihre homepage. Dort berichten Sie davon, wie Sie der Freitag-Community mal so richtig gezeigt haben, wo der Hammer hängt. (google: magnus göller). Dünnpfiff tut Ihnen gut, gell? Bitte, bleiben Sie uns erhalten! Herzlichst: weinsztein |
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Lieber Herr Göller,
Es tut mir leid, wenn ich Ihren Geschmack nicht traf und auch eher verwirrte, als aufzuklären. Aber gerne will ich ein paar Sachen erläutern. Die Presse in Deutschland ist, sofern nicht öffentlich-rechtlich, eine Verlegerpresse. Ein paar Autorenverlage und anders organisierte Medien (taz) wird es als Nischenprodukte wohl auch noch geben. Zum Verleger gehört, das war ja der Ausgangspunkt, ein Privileg. Das ist das "Tendenz"-Privileg, welches Axel Cäsar Springer nutzte um seine Journalisten zu verpflichten. Sie unterschreiben, müssen es aber heute nicht mehr damit büßen, nun jede Handlung der israelischen Regierung, jeden ultraothodoxen Quatsch zum Westjordanland, zu den besetzen Gebieten, ab zu segnen und unkritisiert hin zu nehmen. - Insofern stellt sich auch bei Springer-Presseprodukten mehr Freiheit, zumindest die Möglichkeit dazu, ein und die Chance, sich selbst ehrlicher zu machen. So war es gemeint. Herr Springer hatte auch was gegen die DDR-Mauer und das war gut so. Aber, seine Methode, jeden der die Chance suchte mit dem anderen Teil Deutschlands in Kontakt zu treten, beispielsweise auch mit Honecker vernünftig zu reden, unter Generalverdacht stellen zu müssen, was wurde nicht Alles über Egon Bahr, Willy Brandt, später selbst über Helmut Schmidt in BILD geschrieben und, und, und..., die war nicht redlich. Ich könnte jetzt noch einige Sachen aus anderen Themen, bei denen BILD, aber früher auch die Welt, hart zuschlug, erwähnen, allein es pressiert. Wenn Sie so wollen, sind doch heute fast alle Länder und ihre Regierungen "zionistisch", einmal von den derzeit verantwortlichen Iranern und einigen radikalen Gruppen im Libanon und unter den Plästinensern abgesehen. Israel als Staat in festen unantastbaren Grenzen, das ist nicht nur Staatsräson, sondern doch wohl Lebensgefühl und Überzeugung der allermeisten Bürger diese Landes, egal wo sie sich politisch hin verorten. Mit freundlichen Grüßen Christoph Leusch |
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Die Kommentare auf KD´s Block sind jedenfalls übel. Das würde ich mir an seiner Stelle nicht antun.
Positiv: Aktuell äußert er sich zum Freitag. Fast könnten wir den Eindruck gewinnen, es bestehen Absprachen zwischen JA & KD. Warum auch nicht? Eitelkeit ist eine verzeihliche Schwäche. Finde ich. |
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@chrismar. Von meiner Seite kann ich sagen: Ich habe diesen Artikel auf eigene Initiative und in eigener Verantwortung geschrieben, irgendwelche Absprachen mit Herrn Augstein gab es nicht. MA
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Ärgerlich, dass man Diekmann nur bekämpfen kann, indem man ihn ignoriert. Und so sorgt jeder Spott und jede Häme über den Diekmann-Blog nur dafür, dass Diekmann genau das kriegt, was er haben will: Aufmerksamkeit! Ob positive oder negative ist egal.
Übrigens: Eva Herrmann hat ein neues Buch geschrieben. Niemanden hats interessiert, nicht mal Kerner wollte sie bestrafen. Das war für Herrmann die Höchstrafe. |
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@lebowski: Sollte man das die "Diekmann-Falle" nennen? Aber Mist, dann kriegt er erst recht, was er will. Ich finde, es ist immer noch ein gutes Mittel, solchen Menschen nachzurechnen, dass sie einfach nicht cool sind. Ich höre allerdings, dass auch da die Fronten sich auflockern, und manche Respektspersonen den Blog schon cool finden.
Zum "Eva Herrmann-Paradox": Sie hätten noch nicht einmal erwähnen dürfen, dass es ein neues Buch von ihr gibt, dass niemanden interessiert. Denn nun bin ich schon neugierig geworden. |
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schrieb am
06.11.2009 um 09:19
Dem schließe ich mich nochmal an. Wenn Aufmerksamkeit die Währung ist, wie allerorten zu lesen ist, dann sollte man damit erheblich sparsamer umgehen. Dieser Mensch ist da nicht mal mit seinem Rücken in meinem Fokus. Harald Schmidt allerdings auch nicht. Ich kenne andere Menschen, deren Tun meine Aufmerksamkeit verdient. Diese brauchen dringend Unterstützung. BILD niemals!
Im übrigen meine ich, daß in dem Moment, in dem man etwas bekämpft, sich diesem Gegner oftmals regelrecht verbündet. Und damit legitimiert! Dies sollte man bei jedem Kämpfen bedenken. Gibt es u.a. von Brecht einen hübschen Gedanken. Ungefähr so: Seit ich begriffen habe, daß ich im Kampf gegen meine Feinde diesen immer ähnlicher werde.... Sollte man mal drüber nachdenken, finde ich. Wer zu Henry Maske in den Ring steigt, muß boxen. Wer Bild bekämpft, wird ziemlich bald deren Bedingungen akzeptieren müssen. Es geht doch aber darum, aus guten Gründen die eigenen Maßstäbe zu setzen! |
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@Michael Angele
"Zum "Eva Herrmann-Paradox": Sie hätten noch nicht einmal erwähnen dürfen, dass es ein neues Buch von ihr gibt, dass niemanden interessiert. Denn nun bin ich schon neugierig geworden." Ein echtes Zen-Koan. Nicht zu lösen. Ignorieren Sie diesen Kommentar! |
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@lebowski, kann ihn nicht ignorieren, sehe in meinem Zitat gerade einen üblen Fehler 'ein Buch, dass!' Mist. Bitte ignorieren!
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@leboswki. Ich kann Ihren Kommentar nicht ignorieren. Habe gerade einen peinlichen Fehler in meinem Text gesehen 'ein Buch, dass': Bitte sofort ignorieren!
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Jetzt auch noch diese peinliche Doppelung. Bitte nicht beachten.
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Lieber Michael Angele,
jetzt hab ich mich zum wiederholten Mal, immer noch wohlmeinend,durch eine dieser Originalitätskrampfereien gekämpft. An diesem Punkt ein Versprechen: das "bitte nicht beachten" ist angekommen und wird beachtet. |
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@ GerhardHM- "Im übrigen meine ich, daß in dem Moment, in dem man etwas bekämpft, sich diesem Gegner oftmals regelrecht verbündet. Und damit legitimiert! Dies sollte man bei jedem Kämpfen bedenken. Gibt es u.a. von Brecht einen hübschen Gedanken. Ungefähr so: Seit ich begriffen habe, daß ich im Kampf gegen meine Feinde diesen immer ähnlicher werde.... Sollte man mal drüber nachdenken, finde ich."
Dieser Gedanke wurde schon öfter mal durchdekliniert. Aber, aufs Ganze gesehen, lähmt er jede Art von Auseinandersetzung. Auch manche freudianisch angetönten Leute behaupten ja, man errege sich besonders über und verabscheue jene, die einen heimlich faszinierten und ähnliches Zeug. Fakt ist, wenn man sich durch Bekämpfung mit einem Gegner regelrecht verbündet, dann muss man ihn final totschlagen, damit sich diese neue Komplizenschaft sofort wieder auflöst. Damit er nicht aufstehen kann höhnisch fllüsternd: Ach, Du liebst mich ja doch, du wirst mir immer ähnlicher Ich verabscheue Kai Diekmann aufs Äußerste. Davon abgesehen stelle ich fest, Männer sind das geschwätzigere Geschlecht. Nix ein Mann ein Wort. Man müsste mal eine Untersuchung über Posting-Längen genderspezifisch machen. |
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@rama. meinen sie mit "Originalitätskrampferei" den Blog von Kai Diekmann - oder meine drei Kommentare oben? Wenn letzteres: Warum haben Sie sich mehrmals dadurch gekämpft? Und: Es ist die Technik, Mann! Aber vielleicht meinen Sie ja noch etwas anderes.
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schrieb am
10.11.2009 um 19:07
@Magda "Nix ein Mann ein Wort."
Doch! |
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:-))
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@lebowski:
Aber es geht doch gar nicht um Diekmann. Nicht nur. Die Aufmerksamkeit kann er doch kriegen, wenn er so danach geiert - wen schert es? Er holt sie sich eh. Es geht um die Beschreibung eines gängigerweise als cool, hip, in, angesagt angesehenen Verhaltens - also: nachahmenswert. Nichts ernst zu nehmen als die Leerstelle Aufmerksamkeit. Und auch um diese übergroße Wichtigkeit von "Aufmerksamkeit". Wie ein kollektiver psycho(sozio)logischer Defekt: Ich existiere nur, wenn alle Welt mich anstarrt, mich ankeift, mich anhimmelt - auf jeden Fall: nur von außen betrachtet. Das totale Innere, das jeder nach außen kehrt, um Aufmerksamkeit zu erringen, zieht eine totale Äußerlichkeit nach sich. Eine interessante Gegenbewegung. Und ein interessanter Ausdruck für allerlei, was gerade so abläuft. In uns, um uns. Diekmann ist - und ich spreche nicht vom MENSCHEN Diekmann, der mir unbekannt ist, sondern nur vom PRODUKT Diekmann, und hoffe für ihn, barmherzig, dass er da (noch) einen Unterschied macht - nur ein Spiegel, der sich in sich selbst spiegelt ad infinitum. Und es geht auch darum, dass Intelligenz immer neues Futter sucht - und offenbar in der allgemeinen Übersättigung keines mehr findet. Die Leute sind so hungrig, dass sie kotzen müssen. klara |
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schrieb am
06.11.2009 um 11:09
@klara
"wen schert es?" Ja, offensichtlich uns. Und etliche andere. Wer entscheidet denn, was angesagt ist? Warum funktioniert denn das Angesagtsein so "wunderbar", quer durch die Bevölkerung in allen möglichen Lebensbereichen? Warum suchen Mehrheiten ihr "Glück" permanent im Äußeren? Vielleicht, weil es eine große innere Leere gibt? Und weil es dieses m.E.so verhängnisvolle, kollusive Verhältnis von "Tätern" und "Opfern" gibt. Die einen überschauen es (etwas) und nutzen dies für Geld und Macht. Die anderen scheinen die Opfer zu sein. Sind sie aber nicht. "Wie ein kollektiver psycho(sozio)logischer Defekt" Dieser Defekt tritt ja in vielerelei Variationen auf: Ich werde angestarrt, also bin ich. Ich kaufe, also bin ich. Ich mache Karriere, also bin ich. Ich bekomme Applaus, also bin ich. Ich habe, also bin ich. ... Ist diese ganze Gesellschaft denn etwas anderes als eine fast ausschließlich hochneurotische Veranstaltung? Ich lebe in beglückenden, lustvollen Beziehungen, also bin ich. Ich fühle, also bin ich. Ich denke, also bin ich. Ich lebe solidarisch, also bin ich. Ich achte auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen, also bin ich. ... Letzteres höre und sehe ich eher selten. Immerhin sollen die Wartezeiten in den Psychotherpien des Landes sehr lang sein. In einem Anfall von Optimismus könnte man also auf Veränderung, Heilung gar, hoffen. Wahrscheinlich aber ist es nicht. "Die Leute sind so hungrig, dass sie kotzen müssen." Das ist mir etwas zu kryptisch. |
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Hallo GerhardHM,
"Ist diese ganze Gesellschaft denn etwas anderes als eine fast ausschließlich hochneurotische Veranstaltung?" Ich weiß es nicht. Aber genauso wie gegen den "Mainstream" oder ominöse "Mehrheiten" wehre ich mich gegen eine hysterisierende Betrachtungsweise DER "Gesellschaft" - auch wenn diese gerade noch so sehr zu hyperventilieren scheint. (Mir wurde an anderer Stelle "Positivismus" vorgeworfen.) Ich finde, manchmal kommt man weiter, wenn man erstmal schaut, hinschaut, möglichst genau. Nicht nur auf Phänomene wie K.D., sondern auch auf andere, ganz normale Familien zum Beispiel, die sich Hände und Beine ausreißen im Versuch, "normal" zu bleiben - und doch innerhalb dieser Medienwelt irgendwie sich verhalten müssen. Es gibt da keine Ursprünglichkeit, und "beglückende, lustvolle Beziehungen" nicht unabhängig von allem anderen. Man kann sich nicht abkoppeln. Man kann nur versuchen, möglichst "gut" zu leben - und dem ganzen Mist nicht auf den Leim zu gehen, von dem ja auch nicht alles notwendigerweise "Mist" ist. Oft führt es in die Irre, etwas "einfach" sehen zu wollen, das nun mal nicht einfach ist. Es gibt kein "natürliches" Verhalten - und kein Zurück zur Natur. Sie ist immer imaginär. Dass die Eitelkeit in unseren Tagen so groteske Züge annimmt - ist erstmal interessant. Dann kann man schauen und fragen, warum. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm? Gar nciht so relevant? Oder es weist auf Mängel hin (Sie sprachen ja selbst die "Leere" an). Etc. Wenn Sie, GerhardHM SIND, in den beschriebenen Handlungen und Lebensweisen - schön für Sie. K. D. IST woanders. Und die ganze Aufmerksamkeitsmaschine mit ihm. Ich nehme an, dass die Gesellschaft nicht "therapierbar" ist, sondern erstmal nur beschreibbar, wahrnehmbar, von Wahrnehmungsblockern zu befreien. Das funktioniert wohl nicht als "J'accuse", weil wir alle mit drin hängen, alle dabei sind, alle unsere Eitelkeiten pflegen - auch hier in der Community. Da spielen sich ähnliche Spiele doch immer wieder genauso ab. Wer hat den längsten. Wer hat die meisten. Wer ist am empfindlichsten. Wer lobt am liebsten. Mit links und rechts hat das mal nichts zu tun, nehme ich an. Wenn ich jetzt hier schriebe, dass ich K.D. für "krank" hielte, wäre das wahrscheinlich nicht korrekt, juristisch. Man könnte das aber wohl vermuten. Aber hülfe eine solche Laiendiagnose weiter? Anders gefragt: Wer wäre nicht "krank"? (verdient allerdings weniger gut dran, und verkauft Krankheit nicht auch noch als Erfolg). ""Die Leute sind so hungrig, dass sie kotzen müssen." Das ist mir etwas zu kryptisch." Das verstehe ich. Aber ich mag meinen Satz :;) Und ich vermute, dass Sie damit dennoch etwas anfangen können. Allzu viel "Klarheit" ist manchmal auch hinderlich für Verständnis: Man gaukelt sich etwas vor. Da ist ein bisschen Rätselhaftigkeit doch auch mal ganz hübsch ;) [Achtung: SELBSTIRONIE] herzlich klara |
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P.S. extra für Sie noch etwas - hoffentlich - Kryptisches:
Wenn aus Spiel ein Ernst wird, der unerkannt bleibt, wird jede Ernsthaftigkeit zur Lächerlichkeit - und jedes Spiel unehrlich. |
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schrieb am
06.11.2009 um 11:52
Dann würde ich zu "meinem" Extra mal sagen: Dann bleiben wir doch, wenn irgend möglich, bei dem Spiel. Und (selbst)erkennen endlich den Ernst (der Lage). Vielleicht wird es ja für andere sogar interessant?
Doch, es gibt diese einfachen Wahrheiten. Man kann sie bei den Kindern sehen oder erfragen. Ich will gesehen werden. Ich will ernstgenommen werden. Ich will gehört werden. ... Ich will geliebt werden. Das will kann jederzeit durch muß ersetzt werden. Die DDR brach u.a. deshalb zusammen, weil Mehrheiten nicht mehr bereit waren, die "Spielchen" mitzumachen. Ansonsten gilt auch für mich:Viele Zweifel und Selbstzweifel. Und wenige Gewißheiten. Manchmal sind es, gänzlich unkryptisch, nur noch die planetarischen Tatsachen. |
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Kai Diekmann, Dieter Bohlen, Guido Westerwelle.
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Diekmann hat einfach einen ganz großen Sack - mit den sagelosen prominenten Deutschen drin. Das reicht, um oben in der Journaillensuppe zu kochen.
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Es muss vor vielen Jahren gewesen sein, als man auf einmal nicht mehr "Mohrenkopf" oder "Negerkuss" zu diesen unterwaffelten, schwarz glasierten, eichelförmigen Eierschaumklopsen sagen durfte, da kam die Firma Dickmann mit dem genialen Spruch auf den Markt: "Oh Mann sind die dick Mann!"
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