Im März des vergangenen Jahres habe ich es getan. Ich habe ein Notebook der Apfelfirma gekauft. Nicht eben billig. Aber ich freue mich noch immer, wenn ich die Silberflunder öffne. Dabei fiel die Entscheidung eher zufällig. Ich hatte von einem Online Store erfahren, der Apfel-Produkte für Angehörige meiner Universität anbot. Mit Rabatt. Hätte ich es auch ohne Preisnachlass für Hochschulangehörige getan? Ich wusste es nicht genau.
Muss ich nun darüber nachdenken, ob ich einen Vorteil genommen habe? Einen Vorteil, der mir als Hochschullehrer gewährt wurde – als Angehöriger einer Institution, die Wissen erzeugt und weitergibt, ohne Profit zu machen? Sind wir Kunden des Uni-Apfelladen korrumpierte Werkzeuge eines Konzerns, der billig produziert und dessen Symbol nun von uns in die Auditorien und Bibliotheken getragen wird?
Schwierige Fragen. Klar scheint zunächst, dass die Vergabe von Privilegien für Angehörige von Institutionen eine Ungleichheit fortschreibt, die durch Zugehörigkeit bereits festgelegt ist. Diese Ungleichheit fühlt sich für die Berechtigten besser an als für Nichtberechtigte.
Der Zeigefinger auf andere Berufsgruppen, denen Vergünstigungen gewährt werden, kann nicht wirklich entlasten: Er verbirgt nur die bereitwillig geöffnete Hand, die weiter verbreitet ist als bislang angenommen. Dabei wäre zuerst nach den Maßstäben zu fragen, die wir an unsere Handlungen anlegen. Und nach den Umgangsformen unserer Gesellschaft mit (versprochener) Gleichbehandlung und (gut nutzbarer) Ungleichheit. Gäbe es für jeden einen Apfelladen mit Preisnachlass, würden sich Diskussionen erledigen. Aber wie fühlen wir uns dann? Und worüber können wir uns neidvoll erregen?
Ralf Klausnitzer lehrt Neue deutsche Literatur an der Berliner Humboldt Universität
Er ist einer von sieben Kulturschaffenden, die sagen: "Wir gestehen: Schuldig!" Weitere Offenbarungseide:
Der Journalist: Michael Angele über die "Verdrehte Welt"
Der Dramaturg: Björn Bicker gesteht "Ich hänge am Tropf!"
Die Kulturministerin: Jana Hensel sorgt sich um ihre "Üble Vergangenheit"
Der Künstler: Kito Nedo beklagt "Amigo-Allianzen"
Der Filmemacher: Marc Ottiker moniert den "Kreis der Schlechtigkeit"
Der Schriftsteller: Clemens Meyer bekennt: "Ich war gegen Gauck!"
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Apple kontrolliert bei seinen mobilen Geräten (iPad, iPhone) nicht nur die Hard- und Software, sondern bestimmt auch darüber, welche Software von anderen angeboten werden darf. Schon bald werden die meisten Nutzer mit solchen mobilen Geräten arbeiten und, im Falle von Apple, damit einer solchen Zensur unterliegen. Wer Produkte von Apple kauft, fördert diese Zensur und schränkt die Freiheit ein, Software zu entwickeln und zu verbreiten. Ob das Produkt gerade günstig oder subventioniert ist, ändert das an der Zensur leider nichts.
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Die umgarnung von Universitätsmitarbeitern und Studenten durch Konzerne und die offensichtlichen Priveligien sind echt negativ zu bewerten. Aber "Apple" ist nicht der einzige "Google" hat sogar ein eingens Institut an der Humbolt Universtät. Es nennt sich Unabhängiges Forschungsinstitut für Internet und Gesellschaft. Unabhängig das ich nicht lache... .
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eine ebenso wichtige frage ist die, inwieweit hersteller von properitären produkten durch vergünstigungen bestimmter zielgruppen sich in eine position bringen einen teil, ihren teil des marktes zu beherrschen und damit wettbewerb zu unterlaufen. sicher versuchen das alle. microsoft, apple, google, ibm um nur ein paar zu nennen. man sollte sich das neben dem persönlichen vorteil billiger an ein hippes produkt zu kommen hin und wieder klar machen, um nicht zu vergessen, wie alles mit allem zusammen hängt.
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erschreckend, wie uninformiert gerade unsere universitär produzierten 'Bildungseliten' sind
"In China, Human Costs Are Built Into an iPad" www.nytimes.com/2012/01/26/business/ieconomy-apples-ipad-and-the-human-costs-for-workers-in-china.html?pagewanted=all |
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16.05.2012
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