Vor dem Mauerfall wollte mein Vater, dass ich Parteisekretärin oder Journalistin werde. Beide Berufe schienen ihm offenbar artverwandt zu sein. Nach dem Mauerfall schlug er mir vor, Kulturministerin zu werden. Mein Vater ist eben ein Mann, der guckt, was geht. Diese Seite an ihm habe ich immer geschätzt.
Und so werde ich nach der Wulff-Affäre mein Leben wohl von Grund auf ändern müssen. Drei Ausrufezeichen. Ich werde die grünen Briefe der GEZ nicht mehr in den Mülleimer werfen und der Babysitterin ihren Lohn nicht mehr einfach so zustecken, wenn ich nachts von der Party komme. Überhaupt: Auf welche Partys gehe ich eigentlich? Welche Nummern sind in meinem Handy gespeichert? Was machen die Eltern der Freunde meines Sohnes? Wer hat schon mal auf meinem Sofa gepennt? Und bei wem ich – ohne am nächsten Morgen 150 Euro zu bezahlen? Mit Quittung, versteht sich.
Aber wahrscheinlich sind diese Fragen eh müßig. Ich habe mich bestimmt schon durch meine üble Vergangenheit für immer für jedes öffentliche Amt diskrediert. Denn eine Kulturministerin, die in ihrer Kindheit mal Parteisekretärin war, das geht doch nicht. Das geht doch wirklich nicht.
Jana Hensel ist eine von sieben Kulturschaffenden, die sagen: "Wir gestehen: Schuldig!" Weitere Offenbarungseide:
Der Journalist: Michael Angele über die "Verdrehte Welt"
Der Dramaturg: Björn Bicker gesteht "Ich hänge am Tropf!"
Der Wissenschaftler: Ralf Klausnitzer fragt "Apple für alle?"
Der Künstler: Kito Nedo beklagt "Amigo-Allianzen"
Der Filmemacher: Marc Ottiker moniert den "Kreis der Schlechtigkeit"
Der Schriftsteller: Clemens Meyer bekennt: "Ich war gegen Gauck!"
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Sie, liebe Frau Hensel, werden in diesem Leben zwar nicht mehr Kultusministerin, aber dafür erstanden Sie aus Ruinen und müssen später nicht in den Klinker, die niederdeutsche Platte, zurück, wenn ihre Zeit dereinst um ist.
Liebe Grüße und weiter, weiter Christoph Leusch |
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Liebe Jana Hensel ,
Sie schreiben: "Aber wahrscheinlich sind diese Fragen eh müßig. Ich habe mich bestimmt schon durch meine üble Vergangenheit für immer für jedes öffentliche Amt diskrediert. Denn eine Kulturministerin, die in ihrer Kindheit mal Parteisekretärin war, das geht doch nicht. Das geht doch wirklich nicht." Liegt darin nicht gerade der menschlich umwerfende Charme, sozusagen kleinkriminell schwarzfahrend, schwarzsehend nicht nur unterwegs, sondern einschlägig registriert zu sein, um für das Sponsering von Großkriminalität nicht mehr zur Verfügung zu stehen?, denn den ebenso enschlägig bekannten Kaderschmieden gelten Kleinkriminelle bekanntermaßen als untauglich für Bereiche krimineller Großtaten. Gleichzeitig klingt in Ihrem Text eine gewisse menatale "Material Ermattung" an, die sich die Wulffschanze als letzes Berliner Geflecht auf ihr Kerbholz ritzen sollte, Lassen Sie den Kopf nicht hängen, ihre Karriere ist im vollen Lauf, die hält weder Ochs noch Esel auf! In diesem Sinne Herzlich tschiao JP |
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"Zudem sind inzwischen bezüglich der Korruption die meisten Medien in einem ähnlich schlechten Zustand wie die politischen Parteien. Konnten die Medien bisher unser Weltbild und unsere Wahrnehmung erfolgreich als einseitiges Denken formen, erkennen sekündlich mehr Menschen diese als Propagandamaschinen für Politik im Dienste bestimmter Wirtschaftsinteressen und informieren sich daraufhin selbst. Was zu sehr herausfordernden Einsichten führen kann, denn oft sind gerade die wichtigsten Ereignisse der Gegenwart von den als verlässlich eingestuften Medien überhaupt nicht, oder offenbar vorsätzlich falsch, dargestellt worden. In dem wir Bürger nun so zu Selbstbewusstsein erwachen, können wir die alten Regierungsformen der Parteiendemokratie friedlich in direkte basisdemokratische umwandeln, die den grundlegenden Rechten allen Lebens auf diesem Planeten Unterstützung leisten. Dies erfordert das Implementieren, nicht von Anarchie, sondern von neuen Strukturen, die den Bedürfnissen nach Frieden, Harmonie, Gerechtigkeit und richtigen Beziehungen für Menschen, egal welcher Hautfarbe, Religion oder Rasse, Ausdruck geben."
www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/zeitgeist/3962-die-befreiung-aus-dem-alten-denken.html |
Ausgabe 20/2012
16.05.2012
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