Politik

Interviews | 17.09.2009 18:30 | Steffen Kraft

Mit einer Mission

Erst pfiff der Piratenpartei-Vorsitzende seinen Stellvertreter zurück, weil der sich in der rechten "Jungen Freiheit" geäußert hatte. Jetzt will er deren Leser bekehren

Wenigstens behauptet Jens Seipenbusch nicht, er hätte von gar nichts gewusst. Damit stünde er im Fall eines von ihm ausgefüllten und jetzt in der Jungen Freiheit (JF) veröffentlichten Fragebogens zwar nicht allein, allerdings in einer zweifelhaften Reihe. Schließlich gehört zur Standard-Verteidigungsstrategie der Interviewpartner, welche die rechte Wochenzeitung gewinnen konnte, die behauptete Ahnungslosigkeit, um welche Art von Medium es sich handele.

Erst kürzlich hatte Seipenbusch ein Interview als nicht "politisch klug" bezeichnet, das sein Stellvertreter Andreas Popp der Zeitung gegeben hatte. Dass nun der von ihm ausgefüllte Fragebogen erschien, habe ihn "gewundert, aber nicht überrascht", sagte Seipenbusch. "Ich habe die Fragen, die ja eher im Yellow-Press-Stil gehalten sind, vor etwa zwei Wochen beantwortet. Damals hat mir der Name Junge Freiheit noch nicht so viel gesagt. Angesichts der unpolitischen Fragen habe ich dem auch keine Bedeutung eingeräumt." Er habe damals sehr viele Mail-Interviews gegeben.

Die Diskussion um das Popp-Interview habe er erst am 16. September wahrgenommen – dem Erscheinungstag des Fragebogens. "Die Möglichkeit, meinen Fragebogen noch zurückzuziehen, blieb somit nicht", sagt Seipenbusch, der allerdings auch am Tag danach nicht in der JF-Redaktion angerufen hat. Er wisse gar nicht, ob es rechtlich überhaupt möglich sei, den Text zurückzuziehen.

Über diese – nun ja – Zurückhaltung freuen sich neben den JF-Machern vor allem die Grünen. Neben der FDP müssen ja die einstmals auch als Bürgerrechtler angetretenen Grünen am ehesten eine Wählerwanderung zur Piratenpartei fürchten. Dieses Risiko hat sich verkleinert: Rechtssensible Wähler, die sich bisher nicht so sicher waren, ob der Datenschutz nachdrücklich genug von Claudia Roth und Cem Özdemir vertreten wird, werden sich ein Kreuz bei den Piraten jetzt vielleicht zwei Mal überlegen.

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Bei den Piraten jedenfalls will Jens Seipenbusch bald eine Debatte über den Umgang mit Medien führen: "Dabei kann durchaus herauskommen, dass wir dieser Zeitung keine Interviews mehr geben. Wir wollen definitiv keine rechten Wähler abgreifen, aber ich halte es für unser aller Aufgabe als Demokraten, dass wir Menschen wie die Leser der Jungen Freiheit nicht aufgeben, sondern mit ihnen in Dialog treten, damit wir sie nicht an rechtsextreme Parteien verlieren."

 
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Artikelaktionen
Kommentare
mh schrieb am 17.09.2009 um 18:40
hätten sie von vorneweg gesagt, dass man einfach mit jedem spricht und selbst gegen recht ist, diese aber "bekehren" will, dann wäre es glaubwürdiger gewesen.

jetzt isses larifari.

wenn man etwas gegen rechts tun will, dann kommt man nicht drumherum diese rechten zu "bekehren" und zu resozialisieren. anders gehts ja nicht. durch ausgrenzung wird das kaum gelingen. und dabei sei betont, dass ein unterschied zwischen ausgrenzung und abgrenzung zu ziehen ist. letzteres muss definitiv getan werden. ersteres nur im sinne einer resozialisierung, nicht im sinne einer integrierung.

mfg
mh
THX1138 schrieb am 17.09.2009 um 21:18
"wenn man etwas gegen rechts tun will, dann kommt man nicht drumherum diese rechten zu "bekehren" und zu resozialisieren. anders gehts ja nicht. durch ausgrenzung wird das kaum gelingen. und dabei sei betont, dass ein unterschied zwischen ausgrenzung und abgrenzung zu ziehen ist. letzteres muss definitiv getan werden. ersteres nur im sinne einer resozialisierung, nicht im sinne einer integrierung."

Brilliant analysiert! Das Problem geht allerdings noch tiefer- und dabei dürfte Symptombekämpung kaum das geeignete Mittel sein, allseits unerwünschte politische "Stilblüten" zu bekämpfen: Hast Du Dir schon einmal die Parteiprogramme am jeweils äussersten rechten und linken Rand des politischen Spektrums näher angeschaut? Die unterscheiden sich inhaltlich- bis auf den Rassismus- kaum mehr, ihr Feindbild ist insgesamt annähernd das Gleiche: Globalisierung- was genau genommen gleichzusetzen ist mit Liberalismus. In der Globalisierung sehen beide Seiten eine existentielle Bedrohung (hauptsächlich aus Sicht des eigenen Arbeitsplatzes). Hier müsste man anzusetzen beginnen!
mh schrieb am 17.09.2009 um 21:58
nein, mit sowas beschäftige ich mich nicht. die schreiben das alle ohnehin gesellschaftskompatibel rein. die wahrheit steckt da mE nicht drin.

dass geht soweit, dass der wahl-o-mat mir bescheinigt, dass meine meinung näher an der npd dran ist als an der cdu.

dass die globalisierung als feindlich eingestuft wird, gerade in den nationalen lagern, kann aber kaum überraschen. die werden dadurch ja schlichtweg überflüssig. :)

deutschland ist mE übrigens ein land, dass seine eigene globalisierung bereits hinter sich hat bzw. darstellt wie eine globalisierung aussehen kann. halt im kleinen, mit seinen bundesländern. das ist nix anderes.

gesellschaftspolitisch gestatte ich mir die frage, ob eine gesellschaft nicht gar die extremen am linken und rechten rand benötigt um sich selbst immer wieder aufs neue zu legitimieren und in ihrer gesamtheit innerhalb einer "annehmbaren" verhaltensweise zu bleiben. gerade durch den zunehmenden wegfall der religion, als gesellschaftszusammenschweissenden faktor, könnte das umso mehr an bedeutung gewinnen.

sprich die extreme sind die religionen von heute, derer konkurrenz sich die mitte immer wieder stellen muss um einen gesellschaftlich annehmbaren konsens zu finden.

mfg
mh
Steffen Kraft schrieb am 18.09.2009 um 10:12
Hm, haben Sie sich den Inhalt des Fragebogen und die Antworten einmal durchgelesen? Ehrlich gesagt, kann ich darin nicht so viele Aussagen erkennen, die geeignet scheinen, Rechte von ihrer Gesinnung abzubringen.
mh schrieb am 19.09.2009 um 18:44
ein fragebogen mit fakten zur person kann das sicher auch nicht erfüllen. ein interview allein auch nicht.

nur wo soll man denn anfangen, wenn alles immer nicht erlaubt ist?

mfg
mh
Steffen Kraft schrieb am 21.09.2009 um 10:56
Was ist denn angeblich nicht erlaubt? Und wer verbietet hier etwas?

Die Kritiker der Piratenpartei doch wohl nicht, die kritisieren einfach: dass eine Strategie fehlt, wie sich die Partei vor rechten Vereinnahmungsversuchen schützen kann. Die Tatsache, dass hier jemand auf einen politischen Flirtversuch hereingefallen ist, obwohl ihn Google davor hätte bewahren können.

Ich würde ja noch eine Frage hinzufügen: Ist die Behauptung glaubhaft, dass die Piratenpartei sich an der Demokratisierung von Rechten beteiligen will? Bisher schien mir das nicht zum Kerngebiet ihrer Aktivitäten zu gehören. Wir werden ja sehen, ob sich das ändert - oder ob Seipenbuschs Aussage eher ein momentan nützliches Lippenbekenntis ist.
mh schrieb am 21.09.2009 um 11:17
also wenn ich kritisiere dass ein interview in einer zeitung stattgefunden hat, dann möchte ich nicht dass es stattfindet und somit ist es meinerseits nicht erlaubt. sie können es ja trotzdem machen, aber jeder von uns weiß doch genau wie dieser gesellschaftliche druck und seine wirkung funktioniert .. va wenn man in der öffentlichkeit steht.

auf der anderewn seite wirfst doch auch du ihnen vor sie müssten mehr themen besetzen. nun also suggestiv zu unterstellen es wäre ne eintagsfliege ... da drehen wir uns echt im kreis. machen se was ist es doof, machen sie nix, ist es doof. vielleicht sollte man da einfach mal ehrlichkeit walten lassen und sagen: ich find die alle doof und gut ist.

dann brauchen wir uns nicht mit diesen scheingefechten beschäftigen die ein dagegen legitimieren sollen.

mfg
mh
Steffen Kraft schrieb am 21.09.2009 um 12:04
Da scheint mir ein gedanklicher Kurzschluss vorzuliegen.

Eine Analogie: Wenn ich nicht möchte, dass Internetsperren eingeführt werden, dann "erlaube" ich Ursula von der Leyen nicht, sie einzuführen?

Es wäre doch absurd, so etwas zu sagen. Ähnlich scheint es mir im vorliegendem Fall zu sein. Es ist allerdings weniger deutlich, weil wir Kritik kennen, die mit Furor versucht, so etwas wie eine moralische Zensur durch lautstarke Ächtung durchzusetzen.

Ich denke jedoch, dass es eine Möglichkeit gibt, zu kritisieren, ohne als Moralapostel aufzutreten.
Diese Möglichkeit wird allerdings negiert, wenn so getan wird als wäre auch sachlich vorgetragene Kritik ein Verbot.

P.S.: Wenn die Piraten wirklich zu einer Kraft im "Netz gegen Rechts" werden, kann man nur applaudieren. Ich bin gespannt.
mh schrieb am 21.09.2009 um 12:20
ich hab nun auch nicht explizit die kritik hier beurteilen wollen, denn die habe ich ja als halbwegs sachlich verteidigt.

schaut man aber durchs netz, dann ist es ja leider dieser fall:

"Kritik kennen, die mit Furor versucht, so etwas wie eine moralische Zensur durch lautstarke Ächtung durchzusetzen."

wenns eine gewisse größenordnung erreicht, dann wirkt es auch. gegen diese bewegungen kann man sich dann nicht mehr stemmen und mir fällt auf, dass diese bewegungen gegenüber den piraten immer mehr aus dem netz heraus generiert werden.

da empören sich feministinnen darüber dass frauen nicht gesondert gezählt und nummeriert werden und alle anderen über ein JF interview. da werden programme von einer partei verlangt die nie sagte sie wollte da eines haben etc.

die möglichkeit zu kritisieren ohne zu stigmatisieren gibt es immer. geht nur unter.. im geplärr.

mfg
mh
Steffen Kraft schrieb am 21.09.2009 um 12:32
"mir fällt auf, dass diese bewegungen gegenüber den piraten immer mehr aus dem netz heraus generiert werden."

Das scheint doch sinnvoll, denn dort kennen sich die Piraten aus und im Netz hören sie hin.

Ansonsten scheinen mir diese "Bewegungen" aus Sicht der Piratenpartei ein Glücksfall zu sein. Offenbar wird sie ernst genommen, was für eine neue, kleine Partei nicht selbstverständlich ist. Diese Prozesse kommen im Wahlkampf vielleicht ungelegen, insgesamt aber ist Kritik als Korrektiv für eine Partei durchaus hilfreich.

So gesehen können sich die Piraten wünschen, dass sie auch nach der Wahl die Aufmerksamkeit der Kritiker auf sich ziehen. Sollten sie nämlich die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringen, können Sie sonst nur hoffen, dass die Grünen ihr Feld "Datenschutz" nicht wieder öffentlichkeitswirksam besetzen - und die Piraten im Bewusstsein der Netznutzer ins Abseits drängen.
mh schrieb am 21.09.2009 um 12:40
die grünen sind einfach nicht mehr glaubwürdig. selbst meine oma, die sich gar nicht mit politik befasst, hält die grünen für eine umfallerpartei.

deswegen gehen ja auch alle zur fdp, die wollen einfach nur kanzlermacher sein und keiner hatte da jemals eine form von vertrauen in diese partei. da weiß man einfach woran man ist.

ich tendiere aber gedanklich dazu, dass die piraten a) eh nur 2% bekommen und b) kein bundestag wesentlich besser für den gesunden aufbau der partei ist. man merkt ja, dass es da noch einiges an klärungspotenzial gibt...

so n bissl wegfindung muss schon sein. wenn se dabei dann wieder wegsacken, dann wars halt einfach nichts.

mfg
mh
Stadler schrieb am 17.09.2009 um 22:01
Was für eine Aufregung, weil zwei Piraten der Jungen Freiheit Interviews gegeben haben. Haben sie dort etwa Positionen vertreten, die Sie verdächtig machen, rechtem Gedankengut anzuhängen? Wenn es so ist, wäre dies bedenklich. Mir ist das aber nicht aufgefallen.

Es war vorhersehbar, dass die Moralisten, Ideologen und Gutmenschen jetzt wieder unter ihren Steinen hervorkriechen. Erstaunlich ist allenfalls, dass es nicht schon früher passiert ist.

Aber was ist denn eigentlich der sachliche Kern dieser ganzen Kritik? Nicht mit den Schmuddelkindern zu spielen?

Sollte ein Leser der Jungen Freiheit nach Lektüre eines solchen Interviews die Piraten wählen, dann wäre das immerhin ein Fortschritt.
mh schrieb am 17.09.2009 um 22:06
ich find steffen kraft macht das bisher ganz gut. es ist versucht neutral. da hat er auch schonmal anders drauf geschlagen.

vor allem mausert er sich hier zum piraten-spezialisten beim freitag. ;o)

"Sollte ein Leser der Jungen Freiheit nach Lektüre eines solchen Interviews die Piraten wählen, dann wäre das immerhin ein Fortschritt."

ich hab die junge freiheit nie gelesen und werde es wohl auch nicht tun, aber wenn die nur halb so ideologisch sind wie man ihnen nachsagt, dann ist die leserschaft als "unbelehrbar" einzustufen und es müsste uns eher nachdenklich stimmen, wenn die dann piraten wählen.^^

mfg
mh
M1xP1yne schrieb am 18.09.2009 um 00:34
@ Stadler

Schön, dass das mal gesagt wurde.
Ich würde zudem auch MH zustimmen, denn eine Ausgrenzung wird letztlich nur zur Radikalisierung führen. Man mag die Meinung bestimmter Personen verachten, doch man muss immer noch im gleichen Land leben, wie sie. Ein "Bekehrung", ja zumindest mal eine Kommunikation ist unerläßlich. Ich stelle immer wieder fest, das logisch begründet, beständig wiederholte Tatsachen und Sachverhalte auch sehr ideologische Menschen bekehren können.
Sich aber aufzuplustern, moralisierend über die Betreffenden herzufallen, ist der falsche Weg.
Nicht nur, das es zutiefst selbstgerecht und arrogant ist, es ist auch gefährlich.
Gerade diejenigen, die am lautesten Schreien, und sich abgrenzen wollen, sind meist die, die es am nötigsten haben. Die Ähnlichkeit im Ausmaß der Intoleranz zwischen Nazis und einigen, die behaupten, ihre Gegner zu sein, ist erschreckend.
Aber trotzdem schön zu sehen, das jedes Interview in der JF so einen Wirbel verursacht, dann werde ich das auch mal in naher Zukunft versuchen.
Dennoch muss ich, wie MH zuvor, Steffen Kraft zumindest etwas in Schutz nehmen. Man hätte (und hat) dies auch durchaus schlimmer formulieren können.

P.S.
Wußte nicht, das man Sie auch beim Freitag findet. Schöner Blog, den Sie da haben. Und etwas juristischer Sachverstand wird der Community (und nicht nur ihr) durchaus gut tun.
LG

Max
Steffen Kraft schrieb am 18.09.2009 um 10:08
@Stadler: Zum sachlichen Kern der Kritik. Die "Junge Freiheit" verfolgt seit Jahren die Strategie, sich durch Interviews mit teils politisch unverdächtigen Personen einen harmlosen Anstrich zu geben mit dem Ziel sich als Rechtsaußen-Zeitung fest zu etablieren.

Insofern instrumentalisiert sie ihre Interviewpartner für diesen Zweck - unabhängig von den inhaltlichen Aussagen, die die Interviewten machen.

Der Vorwurf der Kritiker ist, dass die Piraten sich für diese Form der politischen Imagepolitur eines Mediums haben nutzen lassen und sich nun damit herausreden, dass sie auf die Harmlosigkeit bzw. inhaltliche Korrektheit herausreden.

Genau das nämlich ist die Argumentationsstrategie der JF selbst: Rechtes Gedankengut ist harmlos oder aber eben wahr.

Die JF hat einen Köder (mediale Aufmerksamkeit) ausgelegt - und die Piraten sind ihr auf den Leim gegangen. Die Frage ist, wie sie sich davon werden befreien können.
Steffen Kraft schrieb am 18.09.2009 um 10:09
Es muss natürlich heißen: "...und sich nun damit herausreden, dass sie auf die Harmlosigkeit bzw. inhaltliche Korrektheit der Fragen verweisen".
size1 schrieb am 19.09.2009 um 11:04
"ich hab die junge freiheit nie gelesen und werde es wohl auch nicht tun, aber wenn die nur halb so ideologisch sind wie man ihnen nachsagt ..."

Mmh - ist das jetzt "Demokratie live" oder Medienkompetenz oder beides??? *LOL*

Vielleicht kann sich Leser MH120480 doch dazu entschließen, einmal ein oder zwei Exemplare der inkriminierten Zeitung in die Hand zu nehmen, bevor er hier solch breitbeinige Urteile fällt ...
mh schrieb am 19.09.2009 um 11:43
wozu, die internetseite hat mir gereicht.

aber zugegeben... ich hoffte auf so eine reaktion beim schreiben des satzes.

mfg
mh
Scheringer schrieb am 19.09.2009 um 15:10
@ Steffen Kraft

Aha: "Die "Junge Freiheit" verfolgt seit Jahren die Strategie, sich durch Interviews mit teils politisch unverdächtigen Personen einen harmlosen Anstrich zu geben mit dem Ziel sich als Rechtsaußen-Zeitung fest zu etablieren."

Wie ist es eigentlich mit dem Freitag? Verfolgt er nicht seit Jahren die Strategie, sich durch Interviews mit teils politisch unverdächtigen Personen einen harmlosen Anstrich zu geben, mit dem Ziel sich als Linksaußen-Zeitung fest zu etablieren?

Haben Sie schon vergessen, daß der Freitag aus der linksextremistischen, DKP-nahen "Deutschen Volkszeitung" und der kommunistischen SED-Zeitung "Der Sonntag" hervorging?

Es ist doch lächerlich, wenn sie aus dieser problematischen Position heraus der - meinetwegen rechts- oder nationalkonservativen - JF die gleichberechtigte Teilhabe am demokratischen Diskurs absprechen wollen! Wo leben Sie eigentlich?
mh schrieb am 19.09.2009 um 15:15
ich vermute er lebt im hier und jetzt, denn dem freitag kann man das zur zeit nun wahrlich nicht vorwerfen.

mfg
mh
Scheringer schrieb am 19.09.2009 um 21:46
@ MH

Wo kann man nachlesen, wie der Freitag sich von seiner kommunistischen Vergangenheit verabschiedet hat? Ist er nicht nach wie vor Plattform für das Milieu um die "Linke"?
mh schrieb am 19.09.2009 um 22:03
per definition von jakob augstein "irgendwo ab der mitte links"

und dann gab es mal so ne klare aussage gen, dass die ganz linken ideologen hier kaum noch zurecht kommen werden. genaue formulierung hab ich nicht mehr im kopf.

jedenfalls hat das alles wenig mit damit zu tun:

"der Freitag aus der linksextremistischen, DKP-nahen "Deutschen Volkszeitung" und der kommunistischen SED-Zeitung "Der Sonntag""
Scheringer schrieb am 19.09.2009 um 22:21
@ MH

Der Freitag kann jedenfalls nicht so tun, als sei er eine Neugründung, er hat eine Geschichte auf dem Buckel, die nicht von schlechten Eltern ist. Deshalb sollte er vielleicht etwas bescheidener argumentieren, wenn man eine Zeitung kritisiert, die sich nicht nachsagen lassen muß, daß sie ein Nachfolgeorgan oder Fusionsorgan irgendwelcher NPD-, geschweige denn Nazi-Organe ist. Die JF - seien wir doch mal ehrlich - ist eine nach internationalem Maßstab, gemäßigt nationalkonservative Zeitung mit erheblichem Binnenpluralismus. Gehört das nicht irgendwor zu einer Demokratie dazu, daß sich nicht nur Linke mit Linken, sondern hie und da auch Linke mit Konservativen oder sogar - horrible dictu - "Rechten" unterhalten?
mh schrieb am 19.09.2009 um 22:39
hab nirgens gesagt dass man sie verbieten sollte. nur festgestellt, dass es nicht getan wurde und somit gewisse grenzen eingehalten werden.

was die vergangenheit des freitags betrifft, bin ich recht emotionslos. ich hab den auch damals ab und an gelesen und er nervte mich ob der ideologischen ausrichtung. gleichwohl gabs auch immer wieder einige interessante soziale aspekte.

nur jetzt ist nicht damals und die richtung der redaktion hat sich da im vergleich radikal geändert. ich merke das, wenn ich die artikel lese. von daher ist der freitag das jetzt, die vergangenheit hilft mir nicht weiter beim jetzt. das links sollte sich der freitag dabei nur erhalten. das kann bekannterweise auch gemäßigt sein.

und das jetzt, berechtigt den freitag auch zu einem standpunkt der aus dem jetzt heraus gerechtfertigt ist.

mfg
mh
M1xP1yne schrieb am 20.09.2009 um 16:35
@ MH

War das nicht irgendwas mit dem Schiff, das wieder näher an die Küste fährt, wo es zuvor doch sehr weit draußen war? Die Küste sollte wohl die Gesellschaft/die restlichen Zeitungen darstellen...
Allerdings finde ich nicht, dass sich soviel inhaltlich geändert hat, las den Freitag auch schon vor JA.
mh schrieb am 20.09.2009 um 16:53
planet-interview.de/interview-jakob-augstein-16062009.html

da stand einiges von drin z.b.:

Und die finden im Freitag jetzt kein Gehör mehr?
Augstein: Also, die Typen, die im Ernst finden, dass der Kapitalismus morgen abgeschafft werden muss, notfalls mit Gewalt, die werden wir verlieren. Weil sie irgendwann merken werden, dass diese Zeitung kein Rote Front-Kämpferverein ist, sondern wir uns hier auch mit Quittenlimonade von Bionade beschäftigen. Die Leute gehen dann wahrscheinlich zur „Roten Fahne“ zurück und das ist ehrlich gesagt auch gut so. Denn nochmal: Wir sind keine politische Partei.
Steffen Kraft schrieb am 21.09.2009 um 10:43
@Scheringer: Was an der politischen Position des Freitag halten Sie denn für problematisch?

Ihr Argument wäre dann stichhaltig, wenn Sie Nazi- und SED-Diktatur in eins setzten. Aber das, denke ich, können Sie ja nicht im Ernst meinen.

Was ich nicht verstehe: Welche Rechte sprechen die Kritiker der Piratenpartei der JF ab? Das Recht, dass man ihre Interviewpartner nicht kritisieren darf? Ich dachte immer, das gehörte zu diesem Unternehmen, dass sich Demokratie nennt.
Matthias Dell schrieb am 21.09.2009 um 15:22
@scheringer
in diesem vergleich werden sehr viele brocken in einen topf geworfen. das trübt die suppe erheblich
Matthias Dell schrieb am 21.09.2009 um 22:21
die schmuddelkinder waren auch mal andere.
Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 12:43
@ Steffen Kraft

Wenn der Freitag wirklich überraschen wollte, dann würde er die Blockade zwischen unorthodoxen Linken und "Rechten" durchbrechen. Es ist doch nervtötend, wenn alle dafür plädieren, daß nur Linke mit Liberalen und umgekehrt diskutieren. Was in Talkshows noch als konservatives Rudiment überlebt hat: Baring und Gauweiler. Da ist doch mehr vorhanden, wenn man genau hinsieht. Die JF-Interviews mit der Piratenpartei haben das Interesse für diese Gruppe übrigens medial nur gesteigert. Mit welchem Freitag-Interview ist das schon einmal passiert?
Steffen Kraft schrieb am 22.09.2009 um 13:45
Jetzt verstehe ich, woher ihr Wind weht. Ich kann ihnen aber versichern, dass es keiner ist, den wir nutzen werden. Der Freitag wird sicher keine Querfront-Zeitung werden.
Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 14:59
@ Steffen Kraft

Sehen Sie - schon macht sich bei Ihnen Nervosität breit. Wenn man sich vergegenwärtigt: Ernst von Salomon hatte bei Rohwohlt noch das Vorwort zu Richard Scheringers Lebenserinnerungen ("Das große Los") geschrieben. Heute undenkbar. Schade.
Steffen Kraft schrieb am 22.09.2009 um 15:05
Ich bin fast so nervös wie vor meinem ersten Kuss.
Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 16:02
Leider scheinen Sie weder das Buch noch den Autor zu kennen.
mh schrieb am 22.09.2009 um 16:09
die aufregung hat gelohnt... vor ihr küsst steffen kraft nun bücher und ihre freitagskommentarwerbung.

mfg
mh
Tristan schrieb am 07.10.2009 um 03:18
Zitat @Scheringer:

"Haben Sie schon vergessen, daß der Freitag aus der linksextremistischen, DKP-nahen "Deutschen Volkszeitung" und der kommunistischen SED-Zeitung "Der Sonntag" hervorging?"

"Wo kann man nachlesen, wie der Freitag sich von seiner kommunistischen Vergangenheit verabschiedet hat? Ist er nicht nach wie vor Plattform für das Milieu um die "Linke"?"

Eigenartige Argumentation: da definieren Sie sich selbst als "unorthodoxen Linken" und nennen sich "Scheringer", also nach einem Mann, der von den Nazis zur KPD überlief und vom Hitleristen zum Stalinisten wurde, der 1969 in den Bezirksvorstand der DKP Südbayern gewählt wurde und sich mehrfach von der DDR mit Orden auszeichnen ließ, zuletzt mit dem "Stern der Völkerfreundschaft" in Gold durch Honecker höchstpersönlich — und verlangen allen Ernstes vom Freitag eine Aufarbeitung seiner, in Ihren Augen fragwürdigen, DKP-/DDR-Vergangenheit?

Solche Forderungen, so vorgetragen wie hier von Ihnen, kannte ich von Linken, und seien es auch "unorthodoxe", bisher nicht, sondern nur von einer Seite: von ganz rechts außen. Schöne Camouflage.
Tristan schrieb am 07.10.2009 um 13:36
@ Scheringer
Sie schreiben:
"Die JF (…) ist eine nach internationalem Maßstab, gemäßigt nationalkonservative Zeitung mit erheblichem Binnenpluralismus." (meine Hervorhebung)

Interessante These, auf die ich zumindest bei der Lektüre von deren doch recht einseitiger Internetseite zuallerletzt gekommen wäre.
Woher wollen Sie denn wissen, ob oder daß bei der "Jungen Freiheit" "erheblicher Binnenpluralismus" herrscht? Nehmen Sie etwa an deren Redaktionskonferenzen teil? Oder haben Sie sonst einen privilegierten Zugang zu deren "Binnendiskussionen"?
Tristan schrieb am 07.10.2009 um 13:50
Habe eben mal spaßeshalber den Namen des "Junge-Freiheit"-Chefredakteurs (Dieter Stein) und den Namen Scheringer gegooglet. Selten so gelacht…
SteinMain schrieb am 17.09.2009 um 22:45
Tja, MH, jemandem einfach so "in den Dialog treten" löst keine Probleme sondern eskaliert alles unter Umständen nur ...
Mal Spass beiseite, ohne dedizierte Willensbekundung Wähler nicht verlieren oder gewinnen zu wollen, impliziert ja das die beeinflussbar sind und eigentlich keine Einstellung haben dürften, die ihnen aufgrund ihrer Lebenssituation und Stellung in der Gesellschaft als die richtige erscheint, das ist doch genau das, was der BLOCK, also CDUCSUSPDFDPGRÜ als ritualisierte Politik betreiben.
Es ginge doch meiner Ansicht nach in diesem Staat eigentlich darum, durch Schaffung von so etwas wie sozialer Gerechtigkeit wieder eine Verantwortung und eine Zustimmung auch von JF-Lesern zu erlangen, wenn alle gleich korrupt sind, gleitet die Veranstaltung in Gelächter und Sarkasmus ab.
Meine Befürchtung ist einfach, das wenn die besitzbürgerliche und intellektuelle Arroganz und Attitüde nicht bald die Interessen und existenziellen Probleme einer durch Jahrzehnte praktizierter Umverteilung abgehängten Schicht wirklich ernst zu nehmen beginnt, das Jahr 2020 nicht etwa das Jahr von eitel Solarenergie und Elektroautos sein wird, sondern das Jahr in dem eine BRAUNE 20% Fraktion im Bundestag auftritt.
Es ist noch nicht zu spät, Oskar zu wählen, der Typ ist erst Mitte 60.
mh schrieb am 17.09.2009 um 23:04
diese angst kann ja eigentlich nur aus der geschichte herrühren. aktuell gibt es keinerlei anhaltspunkte dafür, dass rechts ein gesellschaftlich anerkanntes lager werden könnte.

seit die grünen gesellschaftsfähig sind, haben wir kein problem mehr mit potenziellen 5% parteien aus dem lager. die protestwähler verlagern sich zunehmend nach links oder zu sowas wie den piraten. letztere bekommen aber mE den zuspruch nicht mehr, wenn sich andeutet, dass sie nach rechts tendieren.

die horrormeldungen aus dem osten diesbezüglich wurden durch die letzten lantagswahlen auch nicht mehr bestätigt.

momentan kann ich die angst nicht nachvollziehen. wie hoch die stigmatisierung diesbezüglich in unserer gesellschaft ist, zeigt bspw. die reaktion in bezug auf dieses interview.

mfg
mh
M1xP1yne schrieb am 18.09.2009 um 00:35
@ SteinMain

Für Oskar ist es schon längst zu spät...
SteinMain schrieb am 18.09.2009 um 00:46
Na ja, MH, welches Interview ?

Also grüne Themen sind für einen wirklich grossen Teil dieser Gesellschaft wirklich schnurzegal, jemandem der eine prekäre Beschäftigung für 5.- die Stunde ausführt ist eher die Hose als die Jacke näher, da hilft auch kein Geschwafel von der schönen neuen CO2-freien Welt, auch wenn der Redner sich noch so einen schönen Schlips aufgetan hat, begreife (!) MH, die werden den Mist nicht mehr glauben und ab einem gewissen Schmerzpunkt die braunen kurzen Hosen anziehen, Kaiser Wilhelms Enkel laut "Hurra" rufend nachlaufen und die Intelektuellen für alles verantwortlich machen.

Du kannst jetzt sicher einwenden, das es uns eigentlich noch gut geht im Gegensatz zu Somalia, aber es ist sicher, das die europäischen Staaten bei Beibehaltung und Vergrösserung des Abstandes zwischen gutverdienenden Besitzern und arbeitenden Habenichtsen wieder eine Zeit des Polizeistaates und später eine Zeit der Revolution erleben werden.

Und das wird krass, ich hoffe ich (1959) werde es noch ansatzweise miterleben.
Titta schrieb am 18.09.2009 um 10:54
"diese angst kann ja eigentlich nur aus der geschichte herrühren. aktuell gibt es keinerlei anhaltspunkte dafür, dass rechts ein gesellschaftlich anerkanntes lager werden könnte."

Kann mich MH da nur anschließen. Hinzu kommen die innerrechten Streitigkeiten und Finanzprobleme. Und verweise auf eine Anmerkung von M1xP1yne.

"Gerade diejenigen, die am lautesten Schreien, und sich abgrenzen wollen, sind meist die, die es am nötigsten haben. Die Ähnlichkeit im Ausmaß der Intoleranz zwischen Nazis und einigen, die behaupten, ihre Gegner zu sein, ist erschreckend."

In der Angst vor den Rechten spiegelt sich auch immer ein Teil der Angst vor den Abgründen in sich selbst. Das sollte in einer solchen Diskussion nie vergessen werden.
SteinMain schrieb am 19.09.2009 um 05:53
@Titta, bisschen langsam bitte, wenn ich etwas genau weiss, dann das in meinem Denken absolut keine "rechten Abgründe" schlummern.
mh schrieb am 19.09.2009 um 10:09
@titta: da muss ich zustimmen. zumal generell ressentiments zum mensch-sein dazu gehören. ein schutzreflex der gesellschaft um ihren bestand zu sichern.

alltagsrassismus, dazu kann man stehen. die probleme entstehen erst, wenn daraus eine übergroße angst erwächst und der betreffende wie ein kleines kind um sich schlägt. ist dann meist nur nicht so harmlos wie bei einem kleinkind.

mfg
mh
Titta schrieb am 24.09.2009 um 10:56
@MH

Genauso meinte ich das auch.
Deshalb finde ich Sätze wie 'so etwas schlummert/existiert in mir nicht' auch einfach unrealistisch bzw. nicht hinreichend reflektiert auf das Menschsein wie das eigene Selbst.
Lieber SteinMain, damit will ich Ihnen kein rechtes Gedankengut unterstellen, sondern einfach auf die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Denkens und Fühlens hingewiesen haben.
Kritische Masse schrieb am 18.09.2009 um 01:45
Der Seipenbusch ist Politologe. Da verwundert mich seine Unkenntnis uns diese völlig inhaltsleeren und unpolitischen Statements. Wird heute schon mit Wikipedia studiert? Der o.g. Artikel zur Jungen Freiheit ist völliger Schrott und wurde schon lange aufgegeben, weil die sehr aktiven Junge Freiheits Leser dort den wenigen klugen Leuten völlig den letzten Nerv gezogen haben.

Die Piraten waren eine Hoffnung auf antipolitische Politik. Diese Dummheit mit den Interviews hat nun der Jungen Freiheit die Tür zu den Piraten weit aufgestoßen. Aus einer intellegenten Schar ist in dieser Diskussion über all im Netz ein richtige Mob geworden. Wobei oft nicht genau zu erkennen ist, ob es eben die Diskurspiraten aus der Jungen Freiheit und ihrem (häufig Buschenschafts-)Umfeld sind, oder ob der Großteil der vorwiegend jungen Männer eben doch einfach naiv, geschichtslos, sozial inkompetent, frauenverachtend, rassistisch ... ist. Es stinkt zur Zeit in den Foren mächtig, seit dem diese Junge Freiheit Tür aufgemacht wurden.

Ein Statement hatte ich ja hier im Freitag schon gegeben:
www.freitag.de/community/blogs/kritische-masse/quo-vadis-piraten-nicht-alles-tun

und aktuell in KM-Blog. Fazit: Piraten verraten ihre Basisdemokratie und Glaubwürdigkeit
kritischemedientagemuenster.blogsport.de/2009/09/17/piraten-verraten-ihre-basisdemokratie-und-glaubwuerdigkeit/

Dort finde sich auch Literatur zum Thema Junge Freiheit für alle, die sich auf die dünnen Bretter des Wikipedia-"Wissens" nicht verlassen wollen.

Übrigens hatte die Junge Freiheit schon rechtzeitig auf die Diskussion hier bei Twitter etc. auf die Diskussion hier aufmerksam gemacht. Oh, oh ..

P.S. - sehr lesenswert zu dem Thema:
"Die Piratenpartei auf dem Weg vom Schwarm zum Mob":
www.keimform.de/2009/09/17/die-piratenpartei-auf-dem-weg-vom-schwarm-zum-mob/

Gruß k.m.
Lappi schrieb am 18.09.2009 um 09:10
Kritische Masse schrieb:
"Der Seipenbusch ist Politologe. Da verwundert mich seine Unkenntnis uns diese völlig inhaltsleeren und unpolitischen Statements. Wird heute schon mit Wikipedia studiert?"

Seipenbusch ist Diplom-Physiker und kein Politologe. Vielleicht sollten sie mal mit Wikipedia studieren. Da verwundert mich ihre Unkenntnis und ihre völlig inhaltsleeren Statements im weiteren Verlauf nicht besonders.
mh schrieb am 18.09.2009 um 11:15
diplom-physiker, so stehts auch auf der piratenseite.

www.piratenpartei.de/navigation/partei/bundesvorstand/jens-seipenbusch-%28stellvertretender-vorsitzender%29

ansonsten bin ich gegen den starken gebrauch von links zu untermauerung der eigenen position allergisch. sowas stellt weder eine eigene und informierte meinung dar, noch bietet es wirklich einen mehrwert da es im internet zu jeder meinung, egal wie abstrus, ein paar passende links als beweis gibt.

mfg
mh
M1xP1yne schrieb am 18.09.2009 um 12:20
@ MH

Ja, ein Problem, das ich auch sehe.
Vor allem die beständigen Wikipedia- Links sind furchtbar. Ich glaube, einige Nutzer messen dem Online- LExikon eine höhere Bedeutung und Genauigkeit zu, als die Autoren.
Das ist im besten Falle peinlich, kann aber auch ein Diskussion ganz schnell ruiniern.
Frei nach dem Motto:"Was soll deine Logik schon gegen meinen Link ausrichten?"
Wie es scheint sind nicht wenige von dem bedingungslosen Glauben an die sog. "Mainstreammedien" abgefallen, und haben sich jetzt dem bedingungslosen Glauben an Online-Lexika und Blogs hingegeben. Als ob dort nicht eine eigene Agenda verfolgt werden würde (wie eigentlich mehr oder weniger in jedem Informationsmedium/Format).
Deshalb bitte sparsam mit Links.
Denn ein bisschen spekuliert man ja auf die Faulheit der Leser (Die ich auch an mir selbst immer wieder feststelle), in der Hoffnung, der andere möge es nicht nachprüfen, bzw. andere Quellen suchen.
Seien Sie kritisch, immer und überall. Aber das brauche ich Ihnen wohl kaum zu sagen ;- )
mh schrieb am 18.09.2009 um 13:15
ich machs mir da immer recht einfach ... websitenamen wie keimform.de, die in so einer diskussion mit so einer überschrift und diesem gesamtkontext auftauchen, stufe ich einfach als unseriös und nicht beachtenswert ein.

mfg
mh
M1xP1yne schrieb am 18.09.2009 um 14:37
Ja, ja, ja...

www.bildblog.de/?search-class=DB_CustomSearch_Widget-db_customsearch_widget&widget_number=preset-1&cs-Medium-0=Twitter&search=Search

Nur eines von vielen Beispielen.
Prinzipiell sollte man Seiten mißtrauen, die:
- Nachrichten von anderen Seiten ohne Überprüfung übernehmen
- Unlogische, unwahrscheinliche Erklärungen (VT´s) gegenüber wahrscheinlichen, aber nicht so "spannenden" Erklärungen für bestehende Sachverhalte bervorzugen
- Hysterisch und aufgeregt kommentieren, persönlich gegenüber Fremden und Kommentatoren werden
- Massive Zensur in ihrem Kommentarbereich vornehmen
- Ständig die gleichen Leute zitieren
- Auf zuviele Seiten verlinken, die einige der oben genannten Kriterien erfüllen
uvm

Man kann das lesen, sollte es aber zumindest überprüfen, und gerade bei Nichtüberprüfbarkeit mißtrauisch werden...
Bildungswirt schrieb am 21.09.2009 um 14:25
Ob Physiker oder Politologe ist doch völlig unwichtig. Seit wann haben Politologen per se die differenziertere Positionen? Was glaubt ihr, wieviel Unsinn und Halbgares an deutschen Univeristäten "studiert" wird?
Fest steht doch das das JF-Interview eine politische Dummheit war. Alle überspannten weiteren Schlussfolgerungen -"vom Schwarm zum Mob" u.ä. sind es allerdings auch. Die Piraten kritisch zu begleiten, so wie das Steffen Kraft iniziiert hatte, ist notwendig ohne gleich den großen Rundumschlag auszupacken.Das Potenzial der Piraten ist beträchtlich und um die "Rechten" gehts wirklich nicht.
Gruß BW
Matthias Dell schrieb am 21.09.2009 um 22:24
ob physiker oder politologe oder zahnarzt ist egal, weil es google gibt. das sollte man der piratenpartei nicht sagen müssen. insofern wäre ich mit der "politischen dummheit" vorsichtig, andersrum wird eher ein schuh draus: die piratenpartei wird sich schon was versprochen haben, da aufzutauchen.
Matthias Dell schrieb am 21.09.2009 um 22:26
ob physiker oder politologe oder zahnarzt ist egal, weil es google gibt. das sollte man der piratenpartei nicht erklären müssen. insofern ist "politische dummheit" meines erachtens falsch, andersrum wird ein schuh draus: die piratenpartei wird sich schon was davon versprochen haben, da aufzutauchen.
mh schrieb am 22.09.2009 um 07:28
was denn?

also mal weg vom suggestiven, karten aufn tisch.

mfg
mh
Bildungswirt schrieb am 22.09.2009 um 15:16
@m.dell
Auch der Schuhmacher hat so manchen Schuh verpuscht.
Wollen wir mal nicht weiter im Kaffeesatz lesen.
Schauen wir uns die Piraten in den nächsten Monaten genauer an.
Gruß BW
THX1138 schrieb am 18.09.2009 um 09:48
Bei der Piratenpartei frage ich mich immer wieder, ob es sich hier um einen brilliant inszenierten Marketinggag oder eine ernstgemeinte, politische Stossrichtung handelt. Alleine nach der Medienpräsenz zu beurteilen handelt es sich ja bald einmal um eine staatstragende Volkspartei!
ebertus schrieb am 18.09.2009 um 14:11
------------
Vergessen???
------------

Im Grunde müsste ja zum beispiel die CDU die Piraten und den Andreas Popp vehement verteidigen. Mindestens so, wie sie damals den Althaus-Favoriten verteidigt hat. Aber der hat ja noch viel weniger gewußt und noch sehr viel weniger getan...

Ja, die taz, der Link ist doch OK, oder?

www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/krause-will-nicht-mehr/?src=TE&cHash=197918fb20

Nun ja, Frühjahr 2008, da kann jetzt schon mal die nächste, beinahe artverwandte Sau durch's Dorf getrieben werden, hat die Grünen-Zeitung heute wichtige Prioritäten zu beachten.

Und wenn alle maßgebenden und sich wenigstens dafür haltenden Medien auf Stromlinienform machen, sollte man unabhängig vom Inhalt zumindest mißtrauisch werden.
Streifzug schrieb am 18.09.2009 um 17:12
Bildungswirt schrieb am 22.09.2009 um 15:21
Danke für den Hinweis. Bist doch der beste Archivar mit Spürnase nach vorn und hinten, unersetzlich im Freitag.
Gruß BW
h.yuren schrieb am 20.09.2009 um 10:29
früh übt sich, was ein rechter parteimann werden will. es geht hier wohl nur um das bestreben, aufmerksamkeit zu gewinnen, und zwar um beinahe jeden preis. aus sowas kann was werden unter den verhältnissen, die wir haben.
gweberbv schrieb am 22.09.2009 um 02:56
Bis zum Beweis des Gegenteils kann man nach meinem Dafürhalten getrost davon ausgehen, dass die Führungspersonen der Piraten weder über die Erfahrung noch die Ressourcen verfügen, um ein professionelles Auftreten gegenüber Medien, gesellschaftlichen Gruppen, etc. zu leisten. Mit Sicherheit gibt es dort gerade wichtigeres zu tun als jede Interviewanfrage auf ihren Hintergrund abzuklopfen. Sowas kostet schlichtweg Aufmerksamkeit und Zeit - und dass die Piraten bereits über ein entsprechendes "Backoffice" verfügen, dass den Führungsfiguren diese Arbeit (und noch einiges andere) abnimmt, darf bezweifelt werden.

Und auf weitere "Böcke" dürfen wir uns gefasst machen, denn es wäre ja ein Wunder wenn nicht auch die Piratenpartei in ihrer Gründungsphase locker 10-20% Durchgeknallte aller möglichen Coleur anziehen würde.

Macht nichts. Mund abputzen und weiter so! In Zeiten, in denen ein Guttenberg - einfach so - zum Star werden kann, ist für Newcomer auf der politischen Bühne nichts unmöglich.
mh schrieb am 22.09.2009 um 08:33
es geht auch anders

#Piraten Offener Brief an den VBM - Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie is.gd/3ycTT
mh schrieb am 22.09.2009 um 10:03
und jetzt isser auch noch in der FAZ ... dieses fischen am rechten rand nimmt kein ende

www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1C6EEC32347642E884363C8DD4D79C4B~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_feuilleton
Drahcir Sredna schrieb am 22.09.2009 um 10:21
Also die Verlinkung... das passt doch zum Thema.. der faz.net-link ist beinahe zu lang. Mit copy ging's dann doch.
Interessant! Man würde ja doch beinahe wählen gehen wollen, aber ... ist es auch möglich, nur eine Erststimme abzugeben? Was macht eigentlich BüSo?
mh schrieb am 22.09.2009 um 10:28
gekürzter link

snipurl.com/s1gem
merdeister schrieb am 22.09.2009 um 13:58
"Es ist kurz vor Mitternacht, in der Redaktion der Jungen Freiheit brennt noch Licht, hier arbeitet man noch.

Das Telefon klingelt.

JF: Junge Freiheit
A: Hier Spricht die Nachtigall.
JF: Hallo Nachtigall, was kann ich heute für sie tun?
A: In meinen Händen halte ich einen Scheck, mit einer Spendensumme. Die Höhe ist Ihnen ja bekannt.
JF: Sicher.
A: Haben Sie eigentlich schon über die "Piratenpartei" berichtet? Vielleicht ein Interview mit dem Führungspersonal geführt?
JF: Nein. Halten Sie das für eine gute Idee?
A: Das halte ich für eine sehr gute Idee.
JF: Für Ihre Anregungen sind wir immer sehr dankbar.
A: Sicher. Auf wiederhören.
JF: Gute Nacht"

Dieser Text entsprang zu 100% meiner Phantasie.
merdeister schrieb am 22.09.2009 um 20:16
"Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 16:04
@ Merdeister

Noch besser: Der Anruf kam "von der Ostküste"!

So stellt sich klein Fritzchen die Politik vor. Verschwörung aller Orten ..."

Jetzt haben Sie mich aber erwischt...
Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 16:04
@ Merdeister

Noch besser: Der Anruf kam "von der Ostküste"!

So stellt sich klein Fritzchen die Politik vor. Verschwörung aller Orten ...
Magda schrieb am 22.09.2009 um 16:08
Also zu Autoren der Jungen Freiheit gehören ziemlich gemischte Leute:

Zum Beispiel ein gewisser Franz Alt, aber auch

Prof. Dr. Hans Apel, SPD, der ja mal Bundesfinanzminister und einiges andere war.

Dazu gehört auch ein gewisser

Philipp Freiherr von Boeselager, gehörte als Offizier zum militärischen Widerstand gegen Hitler. Zunächst als Pistolenattentäter vorgesehen, besorgte er dann den Sprengstoff für Oberst Graf Stauffenberg.

Dieser von Boeselager wurde - anlässlich seines Ablebens im vergangenen Jahr - noch einmal ausdrücklich gewürdigt.

Mir ist das auch nicht sympathisch, aber diese Geschichte mit dem Interview jetzt als Wahlkampf-Aufreger zu benutzen, macht deutlich, wie selten sich die Ankläger sonst mit dem Blatt beschäftigen und mit der Tatsache, wie weit rechts die Gesellschaft ist.
Steffen Kraft schrieb am 22.09.2009 um 17:07
Nun ja, die Verehrung der Attentäter des 20. Juli gehört ja zum Standard-Repertoire der Neuen Rechten.

Zum - vermehrt erfolgreichen Versuch - der JF, sich über ihre Interviewpartner und Autoren als harmlos darzustellen, steht ja oben schon genug.
M1xP1yne schrieb am 22.09.2009 um 18:38
@ Steffen Kraft

Natürlich, die Verehrung der Attentäter ist sicher auch ein MErkmal für Faschismus und all den anderen Kram. Soll das ein Witz sein?
Man kann den Attentätern auch abgeneigt sein, aber man sollte ihnen zumindestens respektvoll gegenüber treten. Ich kann darin kein Merkmal rechten Gedankengutes erkennen.
Aber vielleicht fehlt mir der linke Knick in der Optik...
Zu Ihrer Verharmlosungsstrategie:
Wollte sich der Spiegel also mit seinen INterviews eines gewissen Holocaustleugnenden Iranischen Präsidenten in der Rechten Ecke postieren?
Versucht der Freitag seinen Lesern mit ideologisch geschwängerten Artikel auf den Zeiger zu gehen?
Wer entscheidet, ob die JF mit ihren Interviews sich harmloser (?) darzustellen versucht, oder einfach nur Auflage machen möchte? SIe?
Gnade uns (der nicht existierende) Gott!
Scheringer schrieb am 22.09.2009 um 18:58
Die Verehrung von Widerstandskämpfern kann doch nichts negatives sein - ob als Standardrepertoire oder nicht.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 23.09.2009 um 07:24
@ M1xP1yne
Steffen Kraft hat nur gesagt, im JN-Umfeld würden die 20.Juli-Leute auch verehrt. Die Frage nach Motiven und Absichten ist doch wohl erlaubt.

Dies scheint mir auch eine recht häufig auftretende Reflexreaktion zu sein: sich über 'links', das 'Linke', die Linke, den 'linken' Freitag und so weiter bei mancher passenden, meist unpassenden Gelegenheit zu mokieren.
Wenn mir doch endlich einer erklären würde, was das eigentlich sein soll! Sowas, wie 'das Böse' oder 'das Gute'?

Interessant auch, dass bestimmte Reflexe in Kombination vorhanden zu sein scheinen...
mh schrieb am 23.09.2009 um 07:32
hat hier denn schonmal jemand, oder kennt hier jemand wen, der die JF wegen ihrer tollen Interviews liest?

ich kannte mal einen erzkonservativen, der hat se aus überzeugung gelesen. von interviews erzählte er mir nichts. kenne da auch sonst niemanden. bis zu der diskussion hier war mir die JF nur bekannt, nicht bekannt als "lesenswertes Interviewblatt" oder so.

also selbst wenn sie das alles so "planen", wirklich erfolgreich scheint mir das nicht zu sein. toter baum halt.

mfg
mh
Steffen Kraft schrieb am 23.09.2009 um 10:03
@M1xP1yne

Gemach, dass das Attentat vom 20. Juli nicht nur von Rechten goutiert werden kann, ist doch der Punkt: die Verehrung ist eine Anschlussstelle, ein Scharnier, welche die JF und die Vertreter der Neuen Rechten ausgemacht haben, um Menschen außerhalb ihres ideologischen Milieus zu überzeugen, dass ja nicht alles schlecht ist, was die denken und machen (auf einer populistischeren Ebene hat man das früher dafür auch mit den Autobahnen versucht).

Aus Sicht der Neuen Rechten ist das eine schlaue Strategie, zeigt sie doch scheinbar, dass Nationalismus und Nazismus nicht nur nicht deckungsgleich sind, sondern sich zuweilen sogar bekämpfen können. Und schwupps haben wir vorgeblich den Nationalismus von den angeblich "artfremden Auswüchsen" der Nazis befreit. Und können wieder uneingeschränkt stolz sein, Deutsche zu sein.

Nur damit ich nicht falsch verstanden werde: Nicht jeder, der die Attentäter gut findet, muss dieses Motiv haben. Allerdings kann ihre Verehrung nicht als Beleg dienen, dass die JF harmlos ist. Deshalb hatte ich meinen Kommentar gemacht.
gweberbv schrieb am 23.09.2009 um 10:37
Die Verehrung der Attentäter braucht nichtmal eine besondere Startegie der Recht zu sein, auch wenn dies natürlich nahe liegt. Ihre politischen Vorstellungen lagen denen der JF sicherlich näher als dem bundesrepublikanischen Mainstream. Es waren eben "Kinder ihrer Zeit".

Abgesehen davon, ist die Bereitschaft, zur Beendigung eines menschenverachtenden Regimes das eigene Leben einzusetzen, natürlich bewundernswert.
Scheringer schrieb am 23.09.2009 um 13:09
@ Steffen Kraft
Ich glaube, wenn man fair ist, muß man in der Frage des 20. Juli anerkennen, daß es der JF um ernsthafte Erinnerungsarbeit geht und nicht um Mimikry. Es ist schließlich naheliegend, daß eine nationalkonservative Zeitung ihre Tradition im nationalkonservativen Widerstand sieht. Wobei die JF auch andere Widerstandsgruppen (Weiße Rose u.a.) überzeugend gewürdigt hat.

Hatte ich an anderer Stelle schon reingestellt. Egon Bahr äußerte im November 2004 in einer 3Sat-Sendung so zur JF:

"Ich habe die Zeitung über Monate ein bisschen verfolgt, fand sie interessant, intelligent, rechtskonservativ – aber nicht nazistisch – und habe gedacht, nachdem ich auch gesehen habe, dass sie auch den 20. Juli fabelhaft behandelt haben, einschließlich der dortigen Sozialdemokraten, ich könnte ein Interview geben. Mir kommt es doch auf den Inhalt an! Ich sehe mit entsetzen, dass man sich darauf beschränkt, zu diskutieren, ob ich der Zeitung ein Interview hätte geben sollen."

Und:

"Ich kenne keine deutsche Zeitung, die die Erinnerung an den 20. Juli so leidenschaftlich engagiert, so ernst und so ausführlich behandelt hat wie die Junge Freiheit."(3Sat-Sendung "Kulturzeit", November 2004)
Scheringer schrieb am 23.09.2009 um 13:11
@ MH120480

"toter Baum" Ich wäre als Freitag-Fan gegenüber der JF nicht so überheblich. Diese Wochenzeitung hat mehr Abonnenten als dieses geschätzte Blatt. Das könnte auch an den zuweilen spannenden und kontroversen Interviews liegen ...
mh schrieb am 23.09.2009 um 13:54
ich nenne jede zeitung toter baum. auch den freitag. da bin ich frei jeglicher leidenschaft.

meine frage beantwortet das aber nicht wirklich... und diesen freitags-fan-kommentar tun wir mal besser unter polemik ab und der willst du doch sicher nicht anheim fallen und somit unglaubwürdig werden.

mfg
mh
Scheringer schrieb am 23.09.2009 um 22:17
Okay, habe mich unklar ausgedrückt: Die JF hat mehr Abonnenten als der Freitag. Das sagt doch schon mal was aus ...
mh schrieb am 23.09.2009 um 22:53
dass die politische richtung der zeitung mehr leute anspricht.

mfg
mh
Deaktivierter Nutzer schrieb am 23.09.2009 um 07:17
Dringend zu beachten! Hier steht ein hochbrisanter, schwer substanzieller Beitrag, der geeignet ist, Wahlabsichten am kommenden Sonntag zu ändern!!!

www.freitag.de/community/blogs/meisterfalk/der-pirat-auf-dem-landweg

:)
h.yuren schrieb am 24.09.2009 um 12:16
habe hier den blog und alle kommentare gelesen. das als nationalkonservativ gekennzeichnete wochenblatt (jf) hat zu langen kontroversen geführt. schön.
mir ist beim lesen aufgefallen, dass einige leutchen worte gebrauchen, ohne sich darüber klar zu sein, dass sie ihre gesinnung/vorurteile damit verraten.
nun muss ich niemandem hier aufklärungsunterricht geben über scheringers rechte anschauungen. wenn jemand (wie ganz allgemein üblich bis in die tagesschau) von "rechtem Gedankengut" redet, ist das musikalisch rechts, ohne dass den sprechern das bewusst ist. (dudens finden das natürlich nicht. aber die finden überhaupt wenig.)
wenn stadler hingegen von "Gutmenschen" spricht, outet er sich als rechts, ohne es zu merken. wer die analyse nicht selbst hinkriegt (oder keine zeit hat), kann sie unter www.wortplus.com (stichwort gutmensch) finden.
dass die "schmuddelkinder" bei stadler nach rechts verrutscht sind, darauf hat matthias dell schon hingewiesen.
max oder M1xP1yne äußert: "aber vielleicht fehlt mir der linke Knick in der Optik ..." und deutet an: "dann werde ich das (ein interview mit der jf) auch mal in naher zukunft versuchen" ...
zu size1 erübrigt sich jeder kommentar.
steffen krafts erklärung, die piraten spielten die rolle der nützlichen idioten für das blatt, hat mich überzeugt.
ich weiß nicht, ob ich die geduld oder nachsicht der mitkommentatoren bewundern oder tadeln soll, die sie gegenüber eindeutig rechten querschlägern an den tag legen. um einen ausspruch helmut schmidts abzuwandeln: wer wahn (dummheit und stolz auf deutschem holz) und gewalt verteidigt, ist nicht links im sinne von human und rational; der oder die sollte zum therapeuten, nicht aber in eine ernsthafte diskussion. magda sagt, wir merken gar nicht, wie weit nach rechts die republik abgedriftet ist. das ist wahr und hat die genannte nachsicht und geduld zum grunde (wenn auch noch ein paar andere ursachen hinzukommen).
Scheringer schrieb am 24.09.2009 um 13:16
@ h.yuren

Schade. Ich finde, diese Diskussion ist nicht sinnlos. Wenn Demokratie zu anstrengend wird, weil dort Leute mit unterschiedlichen Standpunkten gleichberechtigt zu Wort kommen, gibt es nur einz: Kommentarfunktion abschalten.
Scheringer schrieb am 24.09.2009 um 13:16
eins.
M1xP1yne schrieb am 24.09.2009 um 18:53
@ h.yuren

Mal abgesehen davon, dass es gefährlich ist, Zitate vollkommen aus dem (kritisch/ironischen) Kontext zu reißen, so wie sie es zumindest bei mir gemacht haben, zeigt das nur den Wahrheitsgehalt dessen, was ich oben als Problem benannt habe.
Denn Ihre Worte beinhalten mehr Intoleranz, als alle anderen Beiträge hier zusammen. Der "linke Knick in der Optik" ist bei Ihnen wohl recht ausgeprägt.
Es ist Ihr gutes Recht, die Sache wie Herr Kraft zu sehen. Das Sie aber allen, die nicht Ihrer MEinung sind, und denen Sie auf Grund einer geradezu lächerlich beschränkten, vollkommen unwissenschaftlichen und subjektiven Sprachanalyse "rechtes Gedankengut" vorwerfen, zeigt mir doch eher, wie intolerant Sie selbst sind.
Keiner der hier anwesenden hat sich dazu bekannt, rechts zu sein, keiner hat in irgendeiner Form gegen Minderheiten oder politische Richtungen gehetzt. Alle haben nur ihre Meinung geäußert, ein elementarer Bestandteil einer Demokratie.
Das Ihnen diese Meinungen nicht passen, kein Problem damit, obwohl dieser Versuch einer Argumentation seitens Herr Kraft nicht wirklich überzeugend war. Wenn ich jetzt mal die Meinungen und Vermutungen des Autors und derer, die mit ihm argumentiert haben, wegnehme, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Nichts, was belastbar wäre, keine Fakten, keine Zahlen, nichts. Sie argumentieren letztlich nur auf Grund einiger abstruser Theorien, die sie sich zurechtgelegt haben, weil die JF nicht in ihr Weltbild passt. So what?
Wissen Sie eingentlich, wieviele DInge mir nicht passen? Ich dämonisiere aber nicht, sondern versuche, möglichst objektiv an die Sache heranzugehen. Ich lese die JF nicht, mich interessiert nicht, was sie machen, mich interessiert nicht, was sie denken. Sollten sie Feinde der Demokratie sein, dann vertraue ich in unsere Institutionen, diese zu bekämpfen. Solange ich aber noch keinen belastbaren Beweis gesehen habe, das die JF rechtsradikal ist, ist sie es nicht für mich.
Und nein, ihre Meinung ist kein belastbarer Beweis.
ICh finde die Intoleranz speziell von ihrer Seite beschämend. Keiner der anderen Diskutanten, auch nicht Steffen Kraft, der hier sicher nicht mit Samthandschuhen angefaßt wurde, hat so reagiert.
Ich weiß nicht, was Sie wie gelesen haben, aber ich hoffe, dass Ihre Äußerungen nur auf mangelndem Verständnis beruhen.
Alles andere würde ich persönlich als mangelnde demokratische Eignung betrachten.
Und sollten Sie sich jetzt über meine heftige Reaktion wundern, dann hat das mehrere Gründe, wobei einer sicherlich die Tatsache ist, dass ich Sie bis jetzt eigentlich eine gute Meinung von Ihnen hatte. Gut, dass Sie jetzt die Maske fallengelassen haben.
Steffen Kraft schrieb am 25.09.2009 um 09:31
Ich darf zitieren, natürlich völlig aus dem Kontext gerissen:

"Prinzipiell sollte man Seiten mißtrauen, die:
...
- Unlogische, unwahrscheinliche Erklärungen (VT´s) gegenüber wahrscheinlichen, aber nicht so "spannenden" Erklärungen für bestehende Sachverhalte bervorzugen
- Hysterisch und aufgeregt kommentieren, persönlich gegenüber Fremden und Kommentatoren werden"

Das gilt bestimmt nicht nur für Internetseiten.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 25.09.2009 um 09:56
@ M1xP1yne
klagt ein, was er h.yuren nicht zugesteht. 'Rechtes Gedankengut' ist ein inakzeptabler Vorwurf, 'Links-Knick'- und 'Gutmenschen'-"Ironie" aber völlig okay und im Rahmen 'demokratischer' Meinungsäußerung, alles klar.

Gut, dass Du jetzt die Maske fallen lässt, M1xP1yne, bei Dir war (für mich jedenfalls) anders als bei h.yuren, ein dezidierter Standpunkt von der in diesem Blog zu Tage tretenden Art vorher noch nicht so deutlich erkennbar.

Dann kämpft mal schön weiter, ihr scheringers, für den geordneten, fürsorglichen, respekteinfordernden deutschen Ständestaat unter Führung edler Offiziere und mit der dann nicht mehr Jungen sondern Reifen Freiheit als Zentralorgan.
M1xP1yne schrieb am 25.09.2009 um 16:00
@ Steffen Kraft

Gutes Manöver, ein Volltreffer ist es aber trotzdem nicht.
Selbst wenn man meinen Kommentar als hysterisch (eher weniger) und aufgeregt (Ja!!!) bezeichnet, weiß ich immer noch nicht, wo die VT sein soll.
Nochmal, ich habe immer noch keinerlei Belege für ihre Behauptungen gehört, die auch nur die Mindestmaßstäbe an gültige Belege erfüllen.
Es ist mir nicht wichtig, was Sie meinen, sondern wie Sie es tun. Eine Behauptung benötigt auch einen objektiven Beweis, sonst bleibt Sie eine bloße Meinungsäußerung.

@ meisterfalk
AUch Sie sollten bitte meine Kommentare sauber lesen. Das Wort Gutmenschen verwende ich nicht. Und der linke Knickt in der Optik (gibt es auch in den Varianten rechts, feministisch, maskulistisch, kapitalistisch, uvm) ist eine überspitzte Formulierung, um darauf hinzuweisen, das hier ein gewisser Linksdrall besteht. An sich eigentlich nicht verwunderlich noch irgendwie zu kritisieren. Allerdings besteht das Problem hier darin, das Behauptungen aufgestellt wurden, die bis jetzt nicht belegt wurden. Und mich auf GRund dessen, was h. yuren gesagt hat, in die Recht Ecke zu stellen, finde ich beschämend. Jeder darf gerne seine Meinung haben, er sollte aber Behauptungen andere betreffend bitte auch begründen können.
h.yuren kann denken, was er will, wenn er aber jemanden beschuldigt, dann sollte er das auch begründen können.
Und ganz ehrlich, wenn Sie mir vorwerfen, Spott und Häme mit Argumentation verwechselt zu haben, dann haben Sie meine Kommentare nicht gelesen.
Mal abgesehen davon, dass Sie dieses Mittel in einigen Diskussionen, gerade was Feminismus und verwandte Themen angeht, doch selber sehr häufig gebraucht haben.

Max
Steffen Kraft schrieb am 25.09.2009 um 17:12
Welche Behauptungen? Dass die Verehrung der Attentäter des 20. Juli zum Standard-Repertoire der Neuen Rechten gehört, wird doch nicht bestritten - zumindest nicht von den Neuen Rechten selbst. Und dass Sie nach deren Ansicht die von mir angedeuteten Konsequenzen aus der Tatsache ziehen sollten, dass "deutsche Patrioten" ein solches Attentat versucht haben, wird ihnen jeder Vertreter der Neuen Rechten gerne bestätigen.

Welchem Zweck die Junge Freiheit dient, und welche Positionen in ihr vertreten werden, versteckt sie ja nicht. Ebensowenig, dass die JF mittels Werbung mit ihren Interviewpartnern ihren Leserkreis erweitern will. Können sie gerne mal googeln.

Im Moment findet sich auf der Seite der JF übrigens eine Gespräch mit dem REP-Vorsitzenden. Der lässt sich in der JF-Werbung schön zwischen Egon Bahr und Jens Seipenbusch einreihen. Welchen Effekt das wohl hat?

Und selbstverständlich gab es hier Bekenntnisse zu und explizite Forderungen nach einer Einbeziehung rechten Gedankenguts. Ernst von Salomon etwa, den Scheringer hier angeführt hat, gehört zu den wichtigsten Bezugspersonen der Neuen Rechten.

Na ja, aber die Theorie des linken Knicks in der Optik ist natürlich eine spannendere Erklärung.

So, jetzt bin ich hier aber raus.


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