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Der Freitag: Am Frankfurter Flughafen wurde gerade eine so genannte "Easypass"-Anlage aufgestellt: ein Scanner, der an der Grenze Pässe kontrolliert, ohne dass ein Polizist noch auf das Dokument schauen muss. Würden sie selbst durch den Scanner laufen?
Constanze Kurz: Dafür bräuchte ich einen Pass mit funktionierendem Funkchip. Den habe ich aber nicht.
Und wenn sie einen hätten?
Ich denke, wir müssen uns im Moment nicht nur Sorgen darum machen, welche Daten dieses System sammeln kann. Schließlich werden die Pässe heute schon an der Grenze von Beamten ausgelesen und mit der Fahndungdatenbank abgeglichen. Ich mache mir ja eher Sorgen, weil eine automatische Kontrolle die Grenzkontrollen unsicherer macht.
Wieso das?
Wenn da kein Mensch mehr den Pass ansieht, haben Sie ganz verschiedene Angriffsmöglichkeiten, um das System zu täuschen. Das geht schon damit los, dass sie ein Foto vor die Kamera halten können, die ihr Gesicht mit dem auf dem Funkchip gespeicherten Bild vergleicht. Oder sie überkleben die maschinenlesbare Zone in ihrem Pass, der vom Computer ausgelesen wird. Einem Beamten würde das sofort auffallen, einer Maschine nicht.
Das Innenministerium verspricht, dass solche plumben Täuschungsmanöver nicht funktionieren werden.
Das ist schon verwunderlich. Schließlich hat eine Untersuchung des "Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik" hohe Fehlerquoten bei der biometrischen Gesichtserkennung und leichte Täuschbarkeit der Systeme zu Tage gefördert.
Was verspricht sich das Innenministerium denn trotzdem von Easypass?
Ich kann mir vorstellen, dass die Grenzkontrollen dadurch schneller gemacht werden sollen. In den vergangenen Jahren sind die Kontrollen an den Flughäfen ja verschärft worden und brauchen immer länger. Auch wenn im Moment das elektronische Auslesen des Passes noch fast genau so lange dauert wie die komplette Kontrolle durch einen Polizisten: Die wollen Zeit sparen. Das geben sie allerdings erst jetzt zu. Offiziell hieß es bisher immer: Mit dem Funkchip bekommt der Pass ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal. Und jetzt ist es plötzlich nicht mehr "zusätzlich", sondern dient dazu, Zeit und Personal einzusparen.
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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