Wenn Polizisten kommen, sprichst du nicht mehr mit mir, und wechselst die Straßenseite.“ Mein Informant Pablo knipst das rechte Auge zu, er möchte entspannt wirken. Wissen wir doch, dass dieser Nachmittag massive Konsequenzen haben könnte. Pablo riskiert Gefängnis. Er will mich zu einem Untergrundbibliothekar führen, einem namenlosen Bekannten, der ihn immer wieder illegal mit Lektüre versorgt, die in Kuba auf dem Index steht. Ein gefährlicher Ausflug. Zumal es Kubanern verboten ist, direkten Kontakt zu Fremden aufzunehmen. Ein verzweifelter Kampf der Regierung gegen die Nebenwirkungen der ungeliebten touristischen Öffnung seit der ökonomischen Depression Anfang der neunziger Jahre, den Tausch von Geld gegen Sex, den Austausch von Gedanken und Ideen, und die damit unweigerlich verbundene Veränderung des Landes. Ich bin als Tourist eingereist, weil ich journalistische Recherche ohne Betreuung von Sicherheitsbeamten bevorzuge.
Die Konterfeis der Revolutionäre
Die Kubaner schimpfen in diesen Februartagen über den strengen Winter, das Thermometer will einfach nicht über fünfundzwanzig Grad klettern. Pablo winkt ein Taxi heran. Er legt den Zeigefinger auf seine Lippen. Auch jetzt ist Reden Silber, und Schweigen Gold. Müssen Touristen doch eigentlich mit ausgewiesenen Taxis fahren, teuer und abgeschirmt. Also lassen wir stumm die stolzen Kolonialbauten an uns vorbeiziehen, passieren bröckelnde Fassaden mit den Konterfeis von Fidel Castro und Che Guevara.
„Er wohnt dort vorne“, Pablo zeigt auf ein Eckhaus, nur einen Steinwurf entfernt. Die auffällig unauffälligen Männer der Geheimpolizei in dem Wagen davor sollen nicht sehen, dass wir seinen Gewährsmann besuchen. Pablo führt mich durch ein Gewirr von Hinterhöfen. Ein Pfiff. Hundegebell. Dann steht er vor uns. Nicht besonders groß, schlank, aus dem braunen Gesicht blitzen wache Augen. Wie soll ich ihn nennen? „Nenn mich Raúl“. Als er meinen entgeisterten Blick sieht, lacht er. „So haben mich meine Freunde schon immer genannt, daran ändert auch Raúl Castros Inthronisierung als Staatschef nichts.“ Wir gehen in seine Wohnung. Von der Hauptstraße schallt der Lärm, schwer beladene Lastwagen lassen den Boden erzittern. „Ich gehöre zu einem Netzwerk unabhängiger Bibliothekare in Kuba“, Raúl spricht langsam, damit Pablo mit dem Übersetzen nachkommt. „Wir bringen Medien in Umlauf, die von der kubanischen Regierung verboten sind.“ Etwa vierzig dieser unabhängigen Bibliotheken gibt es, sie verteilen sich auf alle Provinzen der Insel, in jeder arbeiten zwei Personen.
Die Giftliste ist lang
Die Geburtsstunde dieser Bewegung ist in den späten neunziger Jahren. Fidel Castro sagt damals, dass manche Bücher in Kuba nicht erscheinen, sei dem Mangel an Papier geschuldet, nicht einer staatlichen Zensur. Als Antwort auf diese Polemik gründen Kubaner die erste unabhängige Bibliothek. „Mittlerweile haben wir sogar einen Bringservice für freie Informationen“, sagt Raúl stolz. Boten transportieren die gewünschten Medien in andere Städte und Provinzen.
Raúls Job als Untergrundbibliothekar ist gefährlich, sehr gefährlich. In ihrem jüngst veröffentlichten Bericht „New Castro, Same Cuba“ konstatiert Human Rights Watch, dass auch unter der Ägide von Raúl Castro Menschenrechte massiv verletzt werden. Die NGO kritisiert eine politische Justiz mit willkürlichen Verhaftungen, Einzelhaft und Umerziehung. Tenor: „Diejenigen Kubaner, die es wagen, Kritik zu üben, leben in ständiger Angst, jederzeit im Gefängnis zu landen.“ Eine mutige Arbeit also, zudem viel Arbeit für Raúl und seine Mitstreiter. Denn die Giftliste der kubanischen Behörden ist lang, viele prominente Namen finden sich darauf: der Tscheche Milan Kundera, der Mexikaner Octavio Paz, Mario Vargas Llosa aus Peru, der Argentinier Jorge Luis Borges, Alexander Solschenizyn aus Russland. Aber auch die Bücher bekannter kubanischer Autoren wie Reinaldo Arenas und Guillermo Cabrera Infante dürfen auf der Karibikinsel weder gedruckt noch verkauft werden.
Andere Meinungen sind strafbar
Ausgerechnet in einem Land, dessen Bildungssystem laut UNESCO nicht nur in Lateinamerika vorbildlich ist, werden Gedanken dämonisiert und Meinungen unter Strafe gestellt. Womöglich haben die bärtigen Revolutionäre bei ihrer Entscheidung, Bücher zu verbieten, sogar an einen Ausspruch Goethes gedacht. Befand der in Dichtung und Wahrheit doch: „Zuwachs an Kenntnis ist Zuwachs an Unruhe.“ Und Unruhe ist nun einmal das letzte, was Diktaturen gebrauchen können, seien sie im Namen des Proletariats ausgerufen oder im Fieberwahn eines noch freieren Marktes.
„Die Sache mit Kundera ist sehr interessant“, Raúl lehnt sich entspannt in seinem Stuhl zurück. Sein kariertes Hemd steckt nur widerwillig in der grauen Stoffhose, aus den zu kleinen Ledersandalen ragen die Zehen heraus. „Obwohl seine Bücher hier verboten sind, reichen Studenten sie an den Unis unter der Hand weiter. Ein ermutigendes Beispiel, wie das Prinzip unabhängiger Bibliotheken wirkt.“
Zentrale der Subversion
Die Porzellanfiguren auf dem Glastisch neben der Couch sind akkurat aufgereiht, überragt werden sie von einem großen Strauß Plastikblumen. So wie es aussieht, brauchen auch Dissidenten Harmonie, und sei es nur an den Wänden. Die Kunstdrucke über Raúls Schreibtisch zeigen einen Bergsee, einen Sonnenuntergang, ein Picknick Liebender. Ein bizarrer Kontrast, diese Ikonen heiler Welt in einer Zentrale der Subversion. In der entgegengesetzten Ecke steht das Bücherregal, in dem die heiße Ware lagert, wegen der wir hier sind. Seltsam unspektakulär wirkt es. Bücher der eingangs erwähnten Autoren stehen dort Rücken an Rücken mit Werken über die kubanische Geschichte und akademischen Publikationen aus Soziologie, Anthropologie und Literaturwissenschaft. Alle verboten.
„Das grundsätzliche Problem ist auch unter Raúl Castro geblieben“, sagte Raúl. „Dem kubanischen Volk wird verwehrt, selbst zu bestimmen, von wem es regiert werden möchte. Es gibt keine Pressefreiheit, keine freien Wahlen, eine willkürlich definierte Versammlungsfreiheit.“ Das staatssozialistische kubanische Modell ist paternalistisch: Die Regierung garantiert Bildung, eine Analphabetenrate, die den USA gut zu Gesicht stehen würde, eine kostenfreie Gesundheitsversorgung, einen Mindestlohn für alle. Im Gegenzug bestimmen die Herrschenden allerdings auch über die Versorgung mit Informationen und Meinungen – anderswo Zensur genannt – und die Kommunistische Partei tritt außer Konkurrenz an.
Der Diskurs über Menschenrechte in Kuba wird auf einem ideologischen Minenfeld ausgetragen, nicht nur in der deutschen Öffentlichkeit. Wer seine Stimme erhebt, hat schnell falsche Freunde und echte Feinde. Werfen die Castristen das Menschenrecht auf Leben, Nahrung und Teilhabe in die Waagschale, kontern ihre Gegner mit eben der Verletzung von Presse-, Informations- und Bewegungsfreiheit.
Kein Geld aus dem Ausland
Beide haben Recht, und beide instrumentalisieren die Frage der Menschenrechte, wenn sie die sozialen und die politischen Garantien gegeneinander aufrechnen. „Es wird zuviel über Kuba polemisiert“, beklagte sich denn auch der kubanische Filmemacher Tomas Gutierrez Alea (Erdbeer und Schokolade) einst. „Unser Land wird entweder als kommunistische Hölle oder als kommunistisches Paradies gesehen. Dahinter verschwindet oft das reale Kuba.“
Woher kommen die Medien, die er in Umlauf bringt? „Wir erhalten Spenden von Freunden, die Kuba besuchen,“ antwortet Raúl. „Nichtregierungsorganisationen schenken uns Bücher, aber auch Technik und USB-Sticks, damit wir Dokumente selbst ausdrucken und weitergeben können.“ Unausgesprochen liegt die Frage nach der Unterstützung durch ausländische Botschaften in der Luft, natürlich. Raúl überrascht mich mit seiner Offenheit. „Natürlich haben wir Kontakt zu westlichen Botschaften, vor allem zu deren Presse- und Kulturabteilungen. Wir nutzen ihren Service, den sie allen Kubanern anbieten; versorgen uns dort mit Büchern, Zeitungen, Magazinen.“ Raúls Mutter, mindestens 70, serviert in unserer Gesprächspause Espresso. „Wir erhalten kein Geld aus dem Ausland!“ Diese Feststellung ist Raúl sehr wichtig. „Die kubanische Regierung verbreitet Lügen über die unabhängigen Bibliotheken.“
Angst unter Kontrolle
Unabhängige Journalisten, Gewerkschafter und eben Bibliothekare, sie sind am meisten von Repression und Haft bedroht. Die Organisation Reporter ohne Grenzen führt Kuba in ihrer jährlichen Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 170, schlechter sei es um diese lediglich in fünf Staaten weltweit bestellt, etwa in Iran und in Nordkorea. Kann er noch ruhig schlafen? „Ich versuche, meine Ängste zu kontrollieren. Und: Unsere Arbeit trägt Früchte. Die kubanische Gesellschaft ist offener, als sie es nach der Revolution jemals war.“ Und wieder überrascht Raúl mich. „Die politische Polizei weiß, welche Arbeit ich mache.“ Wie bitte? Steht er also unter dem Schutz von jemandem, und sitzt nur darum nicht im Gefängnis? „Nein, die kubanische Regierung zahlt immer noch einen hohen politischen Preis für die vielen Verhaftungen und drakonischen Urteile im Jahr 2003, etwa bei Verhandlungen mit der EU und anderen Staaten. Deshalb zeigt sie derzeit einen gewissen Grad an Toleranz.“ 75 Oppositionelle waren damals im „schwarzen Frühling“ zu Haftstrafen von insgesamt 1.475 Jahren verurteilt wurden.
Doch auch Raúl zahlt einen Preis für seinen Widerstand. Als der Student der „Sozialen Kommunikation“ vor einigen Jahren die Forderung nach einer neuen Verfassung für Kuba unterschreibt, das „Projekt Varela“, muss er mit Anderen die Universität verlassen. „Noch bin ich ein freier Mann.“ Raúl lacht. „Doch die politische Justiz schwebt wie ein Damoklesschwert über uns. Und vielleicht erfährst du morgen schon, dass ich verhaftet worden bin.“ Als Raúl zur Toilette geht, flüstert Pablo: „Er selbst würde das nie sagen, doch Raúl gehört zu den herausragenden Aktivisten der kubanischen Opposition. Das solltest du wissen.“
Freiheit kostet acht Dollar
Raúls Schlusswort? „Wir wollen ein besseres Kuba als das, wovon unsere Väter träumten. In dem Menschen Demokratie und gleiche Rechte genießen. Der so genannte Sozialismus hier funktioniert seit einem halben Jahrhundert nicht.“ Und da sei noch etwas. Raúls Augen glänzen wie die eines Jungen kurz vor der Bescherung. Ob ich ihm wohl Musik schicken könnte? Der kubanische Untergrund-Bibliothekar wünscht sich deutschen Mainstream-Rock, ausgerechnet von den Scorpions. Ich nicke höflich. Wenige Augenblicke später ist er schon wieder ganz politischer Aktivist. „Noch besser wäre es natürlich, der unabhängigen Bibliothek den Spielfilm Good Bye, Lenin! zu spenden.“
Auf der Rückfahrt weicht unsere Anspannung allmählich. Kurz vor dem Parque Central, im Herzen Havannas, kommt, wie aus dem Nichts, ein Polizist. Er will Pablos Ausweis sehen. „Ich weiß, dass ihr zusammengehört, wir beobachten euch schon länger.“ Obwohl er jung ist, weiß er, wie Druck funktioniert. Pablo ist starr vor Angst. Mein Puls rast. Hat es etwas mit dem Interview zu tun? „Was bist du bereit zu geben, damit dein Freund nicht die nächsten Tage auf der Wache verbringt?“, fragt der Polizist mich grinsend. Pablos Freiheit kostet an diesem Abend acht Dollar.
Øle Schmidt ist Ende 2009 zu einer einjährigen journalistischen Weltreise aufgebrochen, die ihn in acht Länder und auf vier Kontinente führen wird. Demnächst berichtet er für den Freitag aus Mexiko
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Ich gestehe, dass mir bisher nur der Musiker und Komponist Ole Schmidt ein Begriff war - ein Journalist und Autor gleichen Namens war mir bisher dagegen völlig unbekannt. Da kommt Neugier auf, zumal der Autor Ole Schmidt aus einer Gegend berichtet, die man nach unzähligen Reisen selbst gut, sehr gut kennt und man gerade dort eine nicht geringe Anzahl von Freunden und Bekannten hat.
Also macht man sich an's Lesen - und weiß nach dem siebten Satz: Jener hier schreibende Ole Schmidt ist ein Lügner. Der Satz, der dies unwiderlegbar beweist, lautet: „Zumal es Kubanern verboten ist, direkten Kontakt zu Fremden aufzunehmen.“ Ole Schmidt schwindelt hier nicht etwa geschickt, gerissen oder auch nur halbwegs intelligent - nein Ole Schmidt lügt plump, sehr plump sogar und für jeden offensichtlich. Denn noch jeder Kubatourist – und sei er das erste Mal auf der Insel – wird eines sofort bemerken: In kaum einem anderen Land nehmen die Einwohner so schnell und ungeniert „direkten Kontakt zu Fremden“ auf, wie in Kuba. Seien es die jungen Leute, die - auch im Angesicht der blauuniformierten Polizisten noch jedem Fremden ihr "hello mei frengg" hinterherrufen, um ihm dann ein "taxi", cigars" oder eine "casa particular" zu offerieren; sei es der Opa auf der Parkbank, der Maurer in der Peso-Kneipe, in der Disco, im Bus, am Strand... . Und das ist nicht nur in den Städten so. Wer einmal in irgendeinem Dorf, einer Provinzstadt Station gemacht hat, weiß, dass es dort nicht anders ist. Und: Kubanerinnen und Kubaner heiraten Ausländer - was wohl ebensowenig ohne einen „direkten Kontakt zu Fremden“ zu bewerkstelligen wäre, wie das nun schon seit geraumer Zeit mögliche Buchen e i n e s Hotelzimmers für Paare, von denen der eine Teil aus Kuba und der andere Teil aus der „Fremde“ kommt... Wenn sich ein Autor so leicht gleich am Beginn seines Berichtes als Lügner outen lässt, ist der Rest des Artikels nicht mehr relevant. Denn man weiß nicht mehr, was ist wahr, was ist erfunden. Gibt es jenen „Raul"“ und die behauptete „geheime“ Bibliothek tatsächlich? Und gar „vierzig dieser unabhängigen Bibliotheken“, verteilt „auf alle Provinzen der Insel“ - und zwar in einem Staat, in dem angeblich oder tatsächlich alles und jeder überwacht wird? Und dann auch noch mit einem „Bringservice“? Oder sind das ebenfalls alles nur Produkte der schmidtschen Phantasie? Und je weiter man sich durch den schwülstigen Text arbeitet, desto drängender stellt sich die Frage: War der Autor überhaupt in Kuba? Etwas, was direkt dafür spräche (und sei es z.B. einen, nur einen einzigen Satz über die aktuelle Versorgungslage auf dem Märkten Havannas, die sich fast wöchentlich ändert und daher ein verlässliches Anwesenheitsindiz sein könnte), konnte ich in dem Text nicht finden. Stattdessen: Bekannte Plattitüden wie sie zu Hauf überall zu finden sind („bröckelnde Fassaden mit den Konterfeis von Fidel Castro und Che Guevara“, „müssen Touristen doch eigentlich mit ausgewiesenen Taxis fahren, teuer und abgeschirmt“, „die auffällig unauffälligen Männer der Geheimpolizei“ etc.) und ein paar wahllos hingeschriebene Zitate von „Reporter ohne Grenzen“ bis UNESCO oder eben auch mal – wenn’s denn passt - von Tomás Gutiérrez Alea. Um derartiges ins Notebook tippen zu können, braucht man nicht auf Kuba gewesen sein. Und dann die bemüht um Authentizität bettelnden Dialoge... – ich kenne nun wahrlich unzählige Kubaner – so gestelzt, so geschwollen wie in dem Artikel habe ich bisher noch keinen reden hören. Ganz dicke kommt es dann zum Schluss. Obwohl der Autor – stets sehr vorteilhaft für eine Vor-Ort-Recherche – ganz offenbar der Landessprache nicht mächtig ist (denn er benötigt ja einen Dolmetscher – siehe: „Raúl spricht langsam, damit Pablo mit dem Übersetzen nachkommt“), versteht er die Worte des Polizisten vor dem Haus des „Bibliothekars“ dennoch sofort – möglicherweise deshalb, weil auch der wie all die anderen Ole-Schmidt-Kubaner Stelzen auf der Zunge trägt: „Was bist du bereit zu geben, damit dein Freund nicht die nächsten Tage auf der Wache verbringt?“ Ja, es kam und kommt gelegentlich vor, dass ein Polizist in der Nähe von „La Rampa“, dem Parque Central oder anderswo ein in ausländischer Begleitung befindliches Mädel anhält, sie berechtigter- oder unberechtigterweise der Prostitution verdächtigt - und sich dann mit einem Zwanziger (überreicht im geschlossenen! Pass des Ausländers) von seinem Irrtum überzeugen lässt... Aber was erzählt uns Ole S.? Ein Polizist verlangt von einem polizeibekannten Oppositionellen („Die politische Polizei weiß, welche Arbeit ich mache.“) im Beisein eines Ausländers (bzw. umgekehrt) ganz offen Geld… . Ja, nee, klar doch. Die Vermutung, das der „Weltreisende“ Schmidt zumindest in den vergangenen sechs Jahren kubanischen Boden nicht betreten hat, wird hier nun zur offensichtlichen Gewissheit, wenn er schreibt: „Pablos Freiheit kostet an diesem Abend acht Dollar.“ Der Dollar als Zahlungsmittel ist auf Kuba seit 2004 abgeschafft, als „Devisen“-Zahlungsmittel kursiert der „Peso Convertible“ (CUC). Dollars kann man nur bei staatlichen Banken mit einem zehnprozentigen Abschlag umtauschen – einkaufen kann man damit nix. Kein Polizist – auch kein kubanischer – wäre so dämlich, sich mit acht Dollar schmieren zu lassen, von denen er dann nicht nur zehn Prozent beim Umtausch verliert, sondern sich darüber hinaus auch noch fragen lassen muss, wie er denn zu den „dolares“ gekommen ist… Abschließend: Kuba erhitzte schon immer die Gemüter und oft, allzu oft übertönt die Propaganda – und zwar die von allen Seiten – den nüchternen Blick auf dieses Land. Aber so plump, so dreist wie hier – das hat Seltenheitswert. Und ich dachte immer, eine Hilde Stussberg von der WELT wäre nicht mehr zu unterbieten. Dass nun ausgerechnet der „Freitag“ mich eines Schlechteren belehren muss, tut weh. Don Olafio |
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Schön dich kennengelernt zu haben!
Hiermit ergänze ich "meine" zu "unserer" Insel! Lass uns gemeinsam die "Weltreise" des neuen Kreuzritters begleiten. Desweiteren empfehle ich dir die junge Welt vom 09.03.10.Dort ist eine Erklärung des Journalisten Alberto Nunez Betancourt der GRANMA auf Seite 2 in der er-meines Erachtens richtig-vor den Konsequenzen des Hungerstreiks von Guillermo Farinas warnt,und das mit Humanismus kührt,was in unserer westlichen "Wertegemeinschaft"als solches aber sicher nicht erkannt werden wird. Ist aber eine interessante Interpretation. |
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Da ich soeben den Kommentar von Don Olafio gelesen habe-bevor ich einen ebensobitteren Kommentar wie dieser schreiben wollte-erübrigt sich das!
Anzumerken sei vielleicht noch,das ich mit einem Moskwisch (richtig geschrieben (?))von La Habana bis nach Santa Clara zum Che-Mausoleum gefahren bin und auch wieder zurück,und das alles in einem Tag,und das mit 6 Personen im Auto,was eine Qual war -bei der Hitze-und das alles über den bolsa negra! Da du ja auf "meiner "Insel einmal zu sein scheinst bist du entweder ein Lügner,wie Don Olafio schreibt,oder aber aber nur ein nichtspanischsprechender Dilettant! Zur Entlastung sei dir deine sprachunkenntnis gebilligt (meine Clique hat auch schon in München bei einem unserer trips "dumme" Amis in unserer Pension übernachten lassen;für eine Flasche Whisky und 30 Dollar) Dann bin ich mal auf deinen Mexicobericht gespannt,wenn du Subcomandante Marcos getroffen haben wirst! Und das alles ohne Spanisch wenigstens zu verstehen und sich anderen Kulturen etwas anzupassen. Prost Mahlzeit |
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...habe ich noch vergessen!
Deine "reporteros sin fronteras" werden u.a. von der us-amerikanischen US-aid finanziell unterstützt. Da du dir ja voll im Klaren über deine Mission bist,weißt du sicher auch,welchem Zweig des US Geheimdienstes diese zuzuordnen sind.Eine Erklärung darüber,in einer der nächsten Freitag Ausgaben erwarte ich mit Spannung! |
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Liebe Freitag-Redaktion,
sehr geehrter Herr Ole Schmidt. Ich richte diesen Kommentar an beide, da ich eigentlich und gerade von der Freitag-Redaktion erwarte, die Beiträge ihrer Journalisten kritisch zu bewerten, und an Ole Schmidt, den journalistisch reisenden Touristen, folgenden Tipp geben möchte: das Gehörte auch selbst einmal nachzuprüfen. Denn wie heißt es so schön im Spanischen „No todo lo que brilla, es oro.“ Auf diese Situation übertragen wäre es: „Nicht alles, was gegen Kuba geht, stimmt auch immer.“ Ich möchte mich hier nur auf die so genannte „Giftliste“ beziehen, die angeblich in Kuba zirkuliert. Dazu habe ich nicht nur einen Verleger befragt, sondern habe auch selbst in meiner Bibliothek gestöbert, die ich im Laufe der Jahre, dank der kubanischen Buchhandlungen und des großen Bücherangebots auf der Internationalen Buchmesse in Havanna aufbauen konnte und, siehe da: Da taucht gleich mehrmals ein Borges auf!!!!!! Doch ich möchte den jungen, engagierten Lektor aus Havanna zu Wort kommen lassen, denn dann stehen sich authentische Stimmen gegenüber und der wachsame Leser kann sich selbst ein Bild machen: „Cabrera sprach für sein Werk persönlich ein Publikationsverbot für Kuba aus, solange Fidel Castro an der Regierung ist. Borges wurde x-Male von "Casa de las Amércias" herausgegeben. Zudem gibt es noch andere Gründe, die ein Publizieren fremder Autoren in Kuba erschweren: Der Einkauf von Rechten, zum Beispiel, und da gehört eben auch Octavio Paz dazu und Reinaldo Arenas: Wenn du diese Autoren hier (Kuba) publizieren willst, musst du eine Unsumme an Geld für deren Rechte zahlen, die wir einfach nicht haben. Auch wenn die Verleger betonen, dass die Publikation nur für Kuba ist, wird dies oft nicht akzeptiert. Dahinter verstecken sich natürlich immer auch politische Spielchen, hier wie dort, Spiele, die mich auf die Palme bringen und gleichzeitig auch ermüden.“ Zu dem Problem der Autorenrechte/Verlagsrechte fällt mir übrigens ein aktuelles Beispiel ein: Auf der diesjährigen Buchmesse in Havanna betonte die eingeladene Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer: „ ich habe mich persönlich an meinen spanischen Verlag gewannt, um Sonderkonditionen für die Publikation meines Romans "Sport of Nature" (Dt.: Ein Spiel der Natur) für Kuba auszuhandeln.“ Um bei der der renommierten Kulturinstitution "Casa de las Américas" zu bleiben, die durch ihre gut sortierte Bibliothek so manches Loch auf dem Büchermarkt zu stopfen vermag: man gebe die lateinamerikanischen Namen in deren Suchmaschine ein (dafür muss man nicht einmal im Lesesaal der "Casa..." selbst anstehen, sondern sich vor einen Computer setzen und die Namen eintippen) und siehe da, auch hier werden wir fündig: Arenas, Borges, Paz… Bücher, die dem allgemeinen Publikum zugänglich sind. Zuletzt noch an alle, die Kuba bereisen wollen. Ich zitiere noch einmal aus dem Artikel des Herrn Schmidt „Zumal es Kubanern verboten ist, direkten Kontakt zu Fremden aufzunehmen.“ Liebe Touristen, vergesst diesen Satz. Ich reise seit nunmehr zehn Jahren mehr als zweimal im Jahr nach Kuba und kann mich vor Freunden und Bekannten nicht mehr retten. Steigt einfach in die so genannten Guaguas, die kubanischen Busse, stellt Euch an irgendeiner Schlange an, von diesen gibt es mehr als genug und überall, oder seht Euch den Bauernmarkt auf der 19. im Vedado an. Fangt einfach ein zu reden. Ihr werdet sehen, dass man sich über jede menschliche Kontaktaufnahme von Euch freut und Ihr mehr über Land und Leute erfahrt, als aus manchen Reisebüchern oder Reportagen wie diesen des Herrn Ole Sch. Es ist wahr, dass man in Kuba vieles kritisieren kann und auch sollte. Die Kulturpolitik, so wie es der Artikel des Herrn Schmidt suggeriert, ist aber nicht in dem so genannten "Quinquenio Gris" /1970-75) stehengeblieben, das vielleicht mehr als fünf Jahre andauerte. Damals war es Kubanern in der Tat verboten, mit Touristen zu sprechen, damals war es in der Tat verboten, auch nur den Namen von Reinaldo Arenas oder Cabrera Infante auszusprechen. Aber die Zeiten sind halbwegs überwunden, Herr Schmidt und das sollten auch Ihre unabhängigen Bibliothekare wissen. Jede konstruktive Kritik bringt im Zuge der Kuba-Debatten mehr, als Schönmalerei. Doch Halb- oder Unwissen in die Welt zu setzen, ist im investigativen Journalismus geradezu sträflich und gehört schon gar nicht in eine Wochenzeitung wie den Freitag. Ich möchte es hierbei belassen, auch wenn die Angriffsfläche unseres touristisch reisenden Journalisten?, oder journalistisch reisenden Touristen? sehr groß ist. Ach, und noch ein Buchtipp für unseren Kuba -Spezialisten: Lies dir in einer ruhigen Minute „Die Deutsche Kuba-Plitik seit 1990. Bilanz und Perspektiven“ von Steffen Niese, PapyRossa, durch. Du wirst sehen, dass sich dir dann Welten öffnen, die auch zu Kuba gehören. Ute Evers, Mainz. |
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Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freitag-Redaktion,
dieser Beitrag von Øle Schmidt ist nun vier Wochen alt. Ich finde diesen Artikel zu dumm für die hiesige Leserschaft. Das ist Geklimpere mit Vorurteilen und Unterstellungen, die er mit seinen Phantasien angereichert bedient. Den könnte er auch schon vor seiner Reise, in Wuppertal, geschrieben haben. Es gab Kommentare zum Beitrag und Fragen an den Freitag. Und keine Antworten. Laut seiner website ist Herr Schmidt im November 2009 zu einer Art Weltreise aufgebrochen und kündete zuvor folgende Stationen an: 11.2009 - 12.2009 Havanna, Cuba, 12.2009 - 02.2010 Mexiko-Stadt, Mexiko, 02.2010 - 03.2010 Panama-Stadt, Panama, 03.2010 - 04.2010 New York, USA, 04.2010 - 06.2010 Montevideo, Uruguay, 06.2010 - 07.2010 Johannesburg, Südafrika, 08.2010 - 10.2010 Peking, China. Bereits am Mittwoch, 16. September 2009 wusste er: "In Havanna trifft er die schöne Yani, die nicht verstehen kann, warum deutsche Urlauber auf der Karibikinsel ihren Nebenjob als Hure so anrüchig finden. Ausgerechnet ihre besten Kunden? Zwei Busstunden von Montevideo entfernt macht er Bekanntschaft mit der Globalisierung. Der kroatischstämmige Pädagoge Darko betreut den türkischstämmigen Jugendlichen Mustafa »im Rahmen einer individualpädagogischen Auslandsmaßnahme«, wie es so schön auf Amtsdeutsch heißt – und zwar in Uruguay. In New York durchstreift er feuchte Proberäume von Harlem bis Greenwich Village. Auf der Suche nach dem Soundtrack der Welthauptstadt hört er, was noch Underground ist und morgen schon als Mainstream Europa erobern wird. Im Südwesten Mexikos begegnet er den merkwürdigen Comandantes der zapatistischen Guerilla, die auch nach dem Scheitern der Verhandlungen ihre Waffen schweigen lassen, um den Job der Regierung zu machen: Gesundheit und Bildung für die vergessenen Indígenas zu organisieren. In Peking lotet er mit der ersten Rockabilly-Band im Reich der Mitte Extreme aus – er fragt nach der Liebe zu Musik und Freiheit, im Schatten von Zensur und staatlich verordneter Wahrheit. In Johannesburg erzählt die eigentlich schweigsame Rosa ihm, dass nicht nur die Initiation von Medizinmännern im Schlaf geschieht. Und was es in einer durch und durch patriarchalen Kultur bedeutet, Schamanin zu sein. Er schreibt die gebrochenen biographischen Geschichten seiner deutschen Gastgeber auf. Wie etwa kann ein Politikwissenschaftler erst für die Kommunistische Partei Chinas arbeiten, inzwischen dieselbe für eine namhafte Organisation für internationale Zusammenarbeit beraten, und das im Auftrag der Bundesregierung?..." Herr Schmidt ist ein Seher. Da können wir uns ja noch auf einiges gefasst machen im Freitag. weinsztein |
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